Archive for the ‘Allgemein’ Category

Vor ’ner Weile war ich im Bode Museum. Ein Besuch dort lohnt sich wirklich.

Aber darauf will ich gar nicht hinaus. Vielmehr wollte ich dieses Kunstwerk zeigen:

Der Mann ist Jesus und ich zeige das, weil ich noch nie einen Jesus mit Schnurrbart gesehen habe. Leider vergasz ich zu notieren, von wem das war und wie das Werk heiszt.

Neulich las ich ein interessantes Interview ueber Sprache (und  teilweise Kultur) in Georgien. Das ist durchaus lesenswert, aber darauf møchte ich nicht hinaus.

Vielmehr geht es mir darum, dass dort zwei Nicht-Georgier, die aber in Georgien leben und (mich duenkt als Linguisten) arbeiten zu Wort kommen und einer meinte das Folgende (Hervorhebung von mir):

You’re always going to be an immigrant and you’re always sort of an outsider, but I think those of us who live the life of, let’s call them expatriates or immigrants, I think that the people who do best in that kind of environment are those who are the most comfortable with living in the liminal zone between cultures.

I think that’s why I certainly enjoy being neither fish nor fowl. It has its drawbacks, but it has its advantages too. I think that is what my personality enjoys, being in that space, being the interpreter between those two things and always learning something.

Und das gilt definitiv fuer mich auch und zwar nicht nur bezogen auf meinen Wohnort.

Das Zitierte „erklaert“, warum ich mich zwar als Physiker sehe, aber als „Datenerforscher“ gluecklich bin obwohl letzteres (vereinfachend gesagt) „nur“ Rechnungsdaten sind.
Oder warum ich ganz begeistert eine Star Wars Ruestung gebaut habe, dann aber nicht darin „verschwunden“ bin … neben anderen Gruenden, weil es in dem (sozialen) Milieu nix Neues mehr gab.
Oder warum ich begeistert zocke UND begeistert Slalom fahre.
Oder warum ich Downton Abbey toll finde und nicht nur Star Trek und andere Science Fiction. Bzw. warum ich so vielen Filmen etwas abgewinnen kann und nicht nur „meinem“ Genre.
Oder warum mich System of a Down begeistert, aber auch Daft Punk.
Dieser Beitrag (aber auch andere) ist eine ganz fantastische Veranschaulichung dessen was ich meine … eine Hackveranstaltung und ich bin dort im Star Wars Kostuem.

Und so weiter und so fort … … …

Als „Zwischenmensch“ bin ich natuerlich kein „insider“ irgend einer Gruppe eben „always sort of an outsider“ … siehe das Beispiel mit der 501st Legion (die Star-Wars-Kostuemgruppe) mit der ich nicht so viel anfangen kann oder aber, dass ich mich damit schwer tue, mich mit einem ganz konkret Hackerspace zu assoziieren …  aber auch auf Arbeit und in so ziemlich allen anderen sozialen Zusammenhaengen …  Das sind dann die im Zitat erwaehnten „drawbacks“.

Aber letztlich passt es mir ganz gut, dass ich „weder Fisch noch Gefluegel“ bin :)

Ich wuensche euch, meinen lieben Leserinnen und Lesern ein ganz hervorragendes 2024.

Am Ende des 20. Jahrhunderts (genauer gesagt 1991) platzte in Japan eine gigantische Immobilien- und Aktienmarktblase und stuerzte das gesamte Land in mindestens ein Jahrzehnt økonomische Stagnation. Unter Økonomen wird dieser Zeitraum als die „verlorene Dekade“ bezeichnet. Selbe Økonomen weiten den Begriff mittlerweile auch auf die darauffolgenden zwei Jahrzehnte (also 30 Jahre insgesamt) aus.

Nun will ich das alles gar nicht abstreiten. Die Spekulationsblase war definitv da und die platzte und einige makroøkonomische Kennzifferen gehen runter und stagnieren. In diesem Zusammenhang werden meistens genannt das jaehrliche Wachstum, das Bruttoinlandsprodukt, der sog. Geltungskonsum (all zu vereinfachend gesagt: alles was man sich als „Statussymbol“ kauft … also meine Playstation, aber in meinem Fall nicht das Fahrrad, denn das ist schon die billigste Methode um ins Buero zu kommen), die Produktivitaet pro Einwohner, nicht zu vergessen: der bei Økonomen so beliebte Aktienindex und andere solche Sachen.

Ich weisz, darob der Nuetzlichkeit makroøkonomischer Faktoren. Und oft genug kann man bestimmte Sachen auch gar nicht anders messen oder Situationen (ob historisch oder geographisch) nur damit vergleichen. Als Datenanalytiker werden ich deren Aussagekraft also mitnichten abtun.
Aber oft genug scheint mir, dass die Geschichten besagter Økonomen die damit argumentieren doch immer viel zu sehr in die Richtung des Maerchens vom ewigen Wachstum gehen. Und eigentlich immer mit dem Schluss, dass wenn ein Land wirtschaftlich nicht waechst … nun ja eben „verloren“ ist.

Jetzt muss ich erstmal kurz abschweifen, denn diese Ueberlegungen fuehrte ich, weil ich in Tokyo zwischen diesen (und anderen) Riesen …

… wandelte … und das sah mir ueberhaupt nicht nach drei Jahrzehnten andauernder Stagnation aus. Klar buchstaeblich zwei Straszen weiter standen weniger grosze Gebaeude die aelter aussehen, …

… aber „verloren“ scheint mir auch das mitnichten.

Hier ein anderes Beispiel ueber das ich im Internet stolperte (Screenshot von hier, denn wer weisz wie lange der Link noch verfuegbar ist):

Das ist wohl die Hauptstrasze in Akihabara 1985, also zu einer Zeit als fuer die Økonomen noch alles fein und in Butter war. Zum Vergleich hier die Hauptstrasze des Bezirks (nicht das selbe Gebaeude) im Jahre 2023:

Na klar, Akihabara hat sich von der super-nerd „Electric town“ mit den Laeden fuer Elektronikkram zum Zentrum fuer „mainstream“ Manga und (japanische) Popkultur entwickelt. Aber fuer mich sieht das nach 30 Jahren normaler Entwicklung aus, wie ich das von einer Weltstadt wie Tokyo erwarten wuerde; definitiv nicht wie drei „verlorene“ Jahrzehnte.

OKOK, das ist Tokyo … wie sieht das denn in Kleinstaedten aus? Hier ein Blick aus dem Bahnhof von Takeo:

Die Stadt ist ungefaehr so grosz wie Stendal und was ich auf dem Bild sehe, erinnert mich durchaus daran. Na klar, das ist keine belebte Metropolis, und es gibt vermutlich auch einen (seit langem anhaltenden) Rueckgang von traditionellem, produzierendem Gewerbe (und allem was damit einher geht), aber es sieht sicher nicht so aus wie ich das nach 3 „verlorenen Dekaden“ erwarten wuerde; vielmehr sieht’s genaus so aus wie anderswo in der sog. „westlichen“ Welt.

Lange Rede kurzer Sinn: was ich sah passte irgendwie nicht so richtig mit dem zusammen mit dem was ich erwartete. Deswegen schaute ich mal genauer auf andere økonmische Daten fuer die drei Jahrzehnte (und wenn møglich die Zeit davor). Dabei half mir diese Seite aber wie so oft mache ich lieber meine eigenen eigenen Grafen … die ich im naechsten Artikel zeigen werde.

Beim vorletzten Mal zaehlte ich ein paar Beobachtungen auf, die mir auf den ersten Blick ineffizient und somit komisch erschienen. Dies insb. hinsichtlich meiner vorgeformten Meinung, dass Japan hypermodern ist. Beim letzten Mal listete ich ein paar Vorteile auf, die durch derartige „ineffiziente“ Gegebenheiten zustande kommen. Das bemerkt man aber nur, wenn man nochmal hinschaut (im uebertragenen Sinne).

Als ich dann mal drueber nachdachte schien mir, dass Arbeitskraft (in Form von Menschen) mglw. niemals ein Problem war um Dinge in Japan geschehen zu lassen. Geschichtlich gesehen war das natuerlich ein massives Problem (ganz konkret im Sinne von: fremde Maechte werden unser Land uebernehmen), als in Europa die Moderne mit voller (Dampf)Kraft im Gange war. Warum sollte man denn Maschinen erfinden, wenn genuegend Haende zur Verfuegung stehen?
Das wurde (mehr oder weniger) kurz vor der Meiji-Periode erkannt und der namensgebende Herrscher war den Reformvorschlaegen sehr aufgeschlossen. … *ganz schnell vorspulen* … Mit dem Endergbniss, dass es in Japan heute urst (Hayabusa) …

… coole (Kodoma) …

… Hochgeschwindigkeitszuege (Kamome) …

… gibt. Die haben nix mit dem Thema zu tun … ich wollte die Bilder aber unbedingt mal zeigen, weil das so geile Flitzefortbewegungsmittel sind … das hab ich geschickt eingefaedelt, nicht wahr *froi*.

Aber zurueck zur Arbeitskraft. Auch wenn uns im Westen immer was von Loyalitaet vorgegaukelt wird, so ist doch klar, dass im „Haertefall“ die Firma der ich meine Arbeit gebe immer zuerst an sich denkt. Von allem was ich von Japan weisz (zugegebe, das ist nicht viel) hingegen scheint es ein gegenseitiges Verstehen zu geben, dass Loyalitaet in beide Richtungen geht. Das nicht nur im direkten Verhaeltniss des Arbeiters zur Firma (und umgekehrt) sondern auch auf einer høheren Ebene.
Ich habe den Eindruck, dass Letztere die soziale Wichtigkeit von „Arbeiten“ sehen. Na klar geht es auch (und hauptsaechlich) um’s Geld, aber fuer die Psyche ist es unheimlich wichtig andere Menschen um sich zu haben, zur Gesellschaft beizutragen und fuer den Beitrag den man leistet Anerkennung zu bekommen.

DAS ist, denke ich, der uebergeordnete Aspekt dessen was ich in den letzten zwei Beitraegen schrieb. Ganz konkret bedeutet das einen Menschen (wenn møglich) nicht durch Maschinen zu ersetzen (selbst wenn das weniger Profit bedeutet) und (bspw.) alte Menschen anzustellen (wenn møglich), auch wenn diese „nur“ an der Baustellenausfahrt stehen und aufpassen.

Dies Alles hat natuerlich nicht nur Vorteole aber lange Arbeitszeiten, viele Ueberstunden, wenig Urlaub, Hausarbeit und Kinder grosz ziehen bleibt oft genug an den Frauen haengen sind mehrere Themen fuer sich (die ich nicht behandeln werde).
Abschlieszend møchte ich aber sagen, dass ich den Eindruck hatte, dass dort alle Arbeiter ihre Arbeit mit Stolz (im positiven Sinne) machen und die Gesellschaft allen Arbeitern klar macht, dass ihre Arbeit wichtig ist fuer eben diese Gesellschaft … toll wa! … … … Ich frage mich, ob das auch ohne die Nachteile gehen wuerde.

Im folgenden zitiere ich aus „Implications of the Turing completeness of reaction-diffusion models, informed by GPGPU simulations on an XBox 360: Cardiac arrhythmias, re-entry and the Halting problem“ von Simon Scarle in Computational Biology and Chemistry 33 (4), 2009, pp 253–260. … *hust*

In „wissenschaftlich“:

[a]n excitable medium is a non-linear system which has the capacity to propagate a wave of some description, and which cannot support the passage of another wave until a certain amount of time has passed (the refractory period). Cardiac tissue can be modelled as an electrically excitable medium which supports travelling waves of electrical activation […]

Genereller gesagt sprechen wir hier von …

[…] reaction-diffusion (RD) systems […]

… und wurde gezeigt, dass solcherart Systeme „rechnen“ kønnen (im Sinne eines Computers).

Die Daten

[…] are encoded as concentration profiles of reagents, with the computation being preformed via the spread and interaction of wave-fronts […]

… und …

[…] logic gate circuits have been implemented via RD systems in laboratory experiments […].

Bei Herzzellen ist es so, dass man „geschaedigte“ Herzzellen braucht um einen Computer zu „bauen“. Wenn alles OK ist, passiert alles im Gleichtakt, aber diesen Takt muss man durcheinander bringen um die Logikelemente implementieren zu kønnen:

[i]n general most abnormal behaviour of cardiac tissue is brought about by damage of, or disease in, cardiac cells. This reduces their excitability and/or their connectivity to their neighbours and hence their diffusion coefficient.

Leider simulierte Scarle das alles nur, aber er konnte prinzipiell zeigen, dass (geschaedigte) Herzzellen benutzt werden kønnen um Logikelemente zu bauen … fetzt voll wa!

Zum Abschluss sei gesgagt, dass die Natur selber schwer daran arbeitet, baldmøglichst (im evolutionaeren Sinne) DOOM zu zocken:

[…] work on slime moulds navigating labyrinths […] has suggested that methods akin to […] [reaction-diffusion systems computation] are used in nature.

Ich kann mich nur wiederholen: fetzt voll wa!

Wenn eine Firma einem Produkt einen Namen gibt, so møchte diese, dass der von møglichst vielen Leuten benutzt wird, denn das ist kostenlose Werbung.
Das kann aber auch zu weit fuehren, wenn der Name so sehr benutzt wird, dass dieser in den Alltagsgebrauch fuer die generelle Taetigkeit (oder das generelle Ding) uebergeht und nicht mehr nur fuer das Produkt besagter Firma steht.

Diesbezueglich am bekanntesten ist heutzutage sicher das Wort „googeln“. Aber auch „Kleenex“, „Post-it“, „Q-Tip“ oder „Rollerblade(s)“ sind Markennamen, die fuer alle Produkte dieser Reihe gebraucht werden obwohl sie eigtl. nur fuer sehr spezifische Produkte gelten. Interessanterweise gilt das auch fuer „Ping Pong“, „Lavalampe“ oder „Zeppelin“ … wobei man sich das bei Letzterm denken kønnte … wenn das Wort nicht so sehr mit dem allgemeinen Objekt verknuepft waere, weswegen man ueberhaupt nicht drauf kommt, da mal drueber nachzudenken … womit sich der Kreis der Argumentation schlieszt.

Wieauchimmer, ich fand einige Eintrage in der „List of generic and genericized trademarks“ ueberraschend und wollte das mal euch, meinen lieben Leserinnen und Lesern, mitteilen. Die niederlaendische Version hat noch ein paar mehr.

Nach allem was ich beim letzten Mal bzgl. nicht effizienten Arbeitsplaetzen schrieb muss ich sagen, dass trotz dieser empfundenen Ineffizienz Sachen getan werden.

Klar, auf der Baustelle stehen 7 Leute und glotzen ins Loch waehrend nur einer arbeitet … in anderen Laendern ist das nicht anders. Aber Løcher bleiben nicht Monate lang offen sondern sind schnell auch wieder zu gemacht.
An der (beim letzten Mal erwaehnten) geøffneten Rolltreppe (und auch an der Ampel) wurde tatsaechlich gearbeitet und nicht nur ein „Bis auf weiteres auszer Betrieb“-Schild aufgestellt. Das geht natuerlich, weil es noch mehr Arbeiter gibt, die sich um die anderen (kaputten) Rolltreppen kuemmern. Eine „Nebenwirkung“ dieser Umstaende ist natuerlich, dass „verstimmte“ Dinge schnell wieder funktionieren.

Und wenn es immer zwei Leute gibt die an einer Sache arbeiten, dann bedeutet das natuerlich auch, dass immer zwei Leute Bescheid wissen. Wenn dann einer krank wird, dann kann die andere Person trotzdem weiterarbeiten und die Sache wird erledigt.

Baustellenausfahrt- oder Fahrradgaragenaufpasser sind oft aeltere Leute … also wirklich alt, nicht nur „ueber 50“. Da Arbeit (als Konzept auf verschiedenen Ebenen) sehr wichtig ist fuer Menschen und die Gesellschaften in denen diese zusammen leben, fuehrt ein groszer Bedarf an solchen Arbeitsplaetzen zu einer besseren Integration von Personen die „klassischer Arbeit“ nicht (mehr) nachgehen (kønnen). Das geht natuerlich WEIT (!) ueber das Geld was man dadurch verdient hinaus und gilt auch fuer Menschen mit geringer Bildung oder Leute die aufgrund ganz anderer Ursachen schwer in „klassische Berufe“ passen.
Das soll natuerlich NICHT ausdruecken, dass das u.U. nicht dennoch extrem langweilig ist, den ganzen Tag an der Baustellenausfahrt rumzustehen … ich sehe hier nur eine Art selbstorganisierte-Løsung fuer ein massives Problem in meiner eigenen Gesellschaft.

Ein ganz anderer Aspekt ist natuerlich der extrem gute Kundenservice. Wenn bspw. an jedem Ausgang der U-Bahn mindestens eine Person steht, dann wird einem auch sofort (!) geholfen falls die Maschine das Ticket frisst, wenn man sich unsicher ist was man machen muss oder wenn man einen Fehler gemacht hat. Ersteres ist mir tatsaechlich passiert und in den mir viel besser bekannten Laendern (weil ich da wohn(t)e) haette ich vllt. høchstens den „Service“ anrufen kønnen (etwas ueberspitzt gesagt) denn mal physische (und auch besetzte!) Serviceschalter gibt es nur noch an den Verkehrsknotenpunkten. Und die Leute dort kønnen einem oft genug auch nicht weiterhelfen (nicht mal dann, wenn mein Problem waehrend der Øffnungszeiten auftritt). Oder besagte Servicemitarbeiter sind mit den Problemen anderer Leute so sehr beschaeftigt, dass man ewig warten muss, eben weil Servicestellen aus Effizienzgruenden notorisch unterbesetzt sind … egal welcher gesellschaftliche Service, denn das gilt nicht nur fuer den øffentlichen Nahverkehr, sondern auch fuer die Telefongesellschaften, Krankschwestern (und -brueder), Kindergaertnerinnen und Kindergaertner etc. pp.
Das heiszt nicht, dass es KEINE Warteschlangen gibt. Ich habe am Bahnhof in Tokyo (und Kyoto) warten muessen (und auch in einem (vielleicht sogar zwei) Hotels). Aber das fuehlte sich ganz anders an als hier im „Westen“.

Das soll fuer heute reichen beim naechsten Mal ordne ich das in einen grøszeren Zusammenhang ein.

Vor laengerer Zeit liesz ich mich an zwei Stellen zur Chancengleichheit aus. Die Illustrationen im ersten Beitrag simplifizieren das Problem natuerlich massiv. Menschen sind nunmal sehr unterschiedlich; egal wie gern ich Poesie verstehen møchte, so geht diese leider doch komplett an mir vorueber. Andere Menschen kønnen das bzgl. der Mathematik oder Sprachen oder Computern etc. pp. sagen. Diese differenzierte Betrachtung aendert aber natuerlich rein gar nichts an dem dahinterstehenden fundamentalen Problem, was letztlich die (allgemeine) Ausgrenzung (von was auch immer) vieler Menschen zur Folge hat um den status quo der Eliten (und derer die sich dafuer halten) zu erhalten. Aber darum soll es heute nicht gehen, denn darueber habe ich mich in den verlinkten Artikeln bereits ausgelassen.

Ich bringe das nur nochmal weil ich neulich ueber diesen Cartoon …

Laut Lily-Maybe auf reddit von Barry Linton, zuerst verøffentlicht im New Zealand Herald, November 2000. Die obige Kopie ist von hier (dort falsch attribuiert).

… gestolpert bin. Den wollte ich nur kurz zeigen, weil dadurch obiges Problem so schøn illustriert wird.

Im Versuch heraus zu finden, wer der Autor des Cartoons ist (siehe Bildunterschrift), stolperte ich darueber, dass das Original dtsch. ist:

Hans Traxler, Chancengleichheit, in: Michael Klant , [Hrsg.] , Schul-Spott: Karikaturen aus 2500 Jahren Pädagogik, Fackelträger, Hannover 1983, S. 25. Die obige Kopie ist von hier.

Leider fand ich es nur in schlechter Qualitaet aber die Unterschiede der beiden Bilder sind erkennbar und interessant.

Ebenso interessant (und auch empørend) ist, dass die englische Adaption von Barry Linton, (wenn ueberhaupt) Hans Traxler zugeordnet wird. Nun kønnte man meinen, dass das eine Art Fortschritt ist, denn allermeistens wird das Bild nur geklaut und es findet ueberhaupt keine Attribuierung statt … *seufz*.
Ich finde, dass dem nicht so ist, denn gefaelschte Bilder werden schlieszlich auch nicht den eigentlichen Malern zugeordnet. Bzw. umgekehrt sind beide Cartoons berechtigt als eigenstaendig anzusehen (siehe die interessanten Unterschiede) und da gilt dann das Prinzip Ehre-wem-Ehre-gebuehrt … meiner Meinung nach.

Aber das tut eigtl. alles nix zur Sache. Ich wollte nur ganz kurz den Cartoon zeigen, zum dazugehørigen Thema aber nix weiter zu schreiben. Auszerdem fand ich das worueber ich stolperte aufschreibenswuerdig, und wollte euch, meine lieben Leserinnen und Leser, daran teilhaben zu lassen.

Wenn man sich Japan vorstellt, dann haben viele Menschen ein „hypermodernes und hocheffizientes Gesamtsystem“  vor dem inneren Auge. Und waehrend Letzteres durchaus stimmt, so denke ich, dass Ersteres laengst nicht daraus folgt. In diesem Beitrag møchte ich diesbezueglich vor allem ein paar Beispiele aus dem Arbeitssektor geben.

Ich sage gleich als Erstes, dass es (in meiner (!) Interpretation des Gesehenen) ungeheuer viele Bullshit Jobs gibt von der Art wie in der ehemaligen Sowjetunion. Das bedeutet NICHT (!), dass es tatsaechlich fuer die Arbeiter Bullshit Jobs sind, oder, dass diese nicht fuer die die Gesellschaft wichtig waeren. Ganz im Gegenteil, aber dazu komme ich beim naechsten Mal.

In Resturants oder Einkaufslaeden arbeiten (oft stehen) urst viele Leute wo es bei uns nur einen gaebe, der die Arbeit macht.
An jeder (!) Ausfahrt einer Baustelle steht den ganzen Tag eine Person die nur ein und ausfahrende Autos anhaelt, falls Fuszgaenger vorbei kommen (und umgekehrt).
Jeder U-Bahnausgang hat mindestens 2 Personen die dort im Kabuff sitzen.
Ich habe in einer unterirdischen Fahrradgarage auch so ein Kabuff gesehen und dort sasz auch den ganzen Tag wer drin, der auf die Fahrraeder geschaut hat.
Die Menschen schmeiszen dort nix auf den Boden; dennoch habe ich an einem Bahnhof einen Mann mit Besen gesehen, der selbst die letzten paar Kruemel noch aufgefegt hat.
Wenn irgendwas repariert werden musste (bspw. eine Ampel oder eine Rolltreppe), denn haben sich das mindestens immer 2 Leute angeschaut.

Das alles sind Sachen, die bei uns seit langem „hocheffizient“ von so wenig wie møglich Leuten gemacht werden. ACHTUNG: diese Aussage ist unzulaenglich vereinfacht und das Wort „hocheffizient“ ist nicht umsonst in Anfuehrungszeichen. Aber ich denke dass ihr, meine lieben Leserinnen und Leser euch denken kønnt, worauf ich hinaus will.
Und ja klar, viele Leute in Menschen sind unter Stress und arbeiten urst viel, aber ich habe den Eindruck, dass das im Schnitt kompensiert wird von den vielen Leuten die in anderen Sektoren in ineffizienten und redundanten Jobs arbeiten.
Im Internet habe ich auszerdem von Auswanderern gelesen, dass die Leute zwar viele Stunden im Buero sind, dort aber auch viele persønliche Pausen machen (a.k.a. rumsitzen und im Internet browsen). Das kann ich nicht aus eigener Hand berichten, halte das aber fuer plausibel, nach allem was ich gesehen habe.

Mehr sage ich dazu heute nicht und beim naechsten Mal werfe ich einen zweiten Blicj auf die beschriebenen Begebenheiten.

War ja klar, dass da noch was kommt. Ich bin ja nie fertig mit einer Miniserie nach dem letzten Eintrag.

Aber ich stolperte neulich ueber den Artikel „Alcohol use and burden for 195 countries and territories, 1990–2016: a systematic analysis for the Global Burden of Disease Study 2016“ in The Lancet 392 (10152), 2018, pp. 1015–1035 zu dem mehr als 500 Personen beigetragen haben. Letztere befinden sich „hinter“ dem Kuerzel „GBD 2016 Alcohol Collaborators“.

Der ist an sich sehr interessant, packt den Finger aber eigentlich „nur“ auf Dinge die schon laenger bekannt sind.
Aber das ist bitte nicht falsch zu verstehen, denn das ist super wichtig weil besagte Dinge oft ueber viele Artikel verstreut und allein fuer sich mitunter nicht all zu aussagekraeftig sind. In der im Titel zuerst genannten Miniserie ging ich ein bisschen darauf ein.
Diesbezueglich ist auch der bereits mehrfach (wenn auch indirekt) erwaehnte „Smoking and Health: Report of the Advisory Committee to the Surgeon General of the United States“ nochmals zu nennen. Wie schlecht Rauchen ist war schon vor 1964 hinreichend bekannt. Dieses Wissen unterlag aber obigen Limitierungen und kam damit nicht gegen die Propaganda der Tabakindustrie an. Besagter Report war der Anfang vom Ende des ueberall-Rauchens-und-das-toll-finden.

Wieauchimmer, relevant bzgl. der beiden im Titel genannten Miniserien sind eigentlich nur zwei der acht Diagramme in Abbildung 4 … naemlich die Krebs-relatierten.
Die einzelnen Datenpunkte zappeln natuerlich. In den angepassten Daten (vulgo: man hat mathematische Werkzeuge auf die Daten geworfen) sieht man aber deutlich, dass selbst der (regelmaeszige) Genuss geringer Mengen Alkohol mit einem erhøhten Risiko fuer (die dort aufgetragenen Arten von) Krebs hat.

Wenn man auf die selbe Abbildung aber andere Diagramme schaut, kønnte man auf die Idee kommen, sich mit sowas wie „aber ein bisschen Alkohol verringert die Chancen bzgl. koronarer Herzkrankheit“ oder so rauszureden. Aber das hatte ich ja zum Glueck bereits an anderer Stelle diskutiert.

Mehr gibt’s dazu nicht zu sagen. Ich erwaehnte bereits frueher, dass diese zwei Sachen zusammengehøren. Ich fand’s aber prima, dass das wer in einer exzellent praesentierten und wissenschaftlich relevanten Form diskutiert hat und wollte darauf hinweisen.