Archive for the ‘Kunst’ Category

Ich hab nicht viel von Marvel, denn das interessierte mich damals eigtl. nicht und ich war mit DC gut ausgelastet (zeitlich und noch mehr finanziell) . Aber als die Comics fuer ein paar wenige Jahre grosz waren in Dtschl., kamen auch Marvelsachen auf den Markt die mich „magisch“ angezogen haben … ich kønnte jetzt sagen, dass es an den Storylines lag die mich interessierten … und das war sicherlich ein nicht unbedeutender Grund. Aber ich gestehe ein, dass es vermutlich doch eher an den Zeichnungen lag … was bei dem was ich in dieser Kategorie so bisher zeigte, jetzt sicherlich Bilder von leichtbekleideten jungen Damen in den Køpfen von euch, meinen lieben Leserinnen und Leser, zu Tage førdert. Deswegen nehme ich an, dass euch dieses Cover etwas ueberrascht (hoffentlich positiv):

Jup … es waren die Zeichnungen von Rob Liefeld, weswegen ich mir (ein paar wenige) Marvel(superhelden)comics kaufte.

Und wie man hier deutlich sieht (aber i. A. auch bei Batman, Superman und Co., nur nicht ganz so uebertrieben offensichtlich), hat die Comicindustrie keinen doppelten Standard; auch die Kørper von Maennern entsprechen nicht dem was Otto Normalverbraucher (also ich) im Spiegel sieht … hat das mein Selbstbild beeinflusst … *ueberleg* … neeee, hat’s nicht, ich hab das immer als ’ne Fantasiewelt eingeordnet bekommen (wenn auch nicht unbedingt so bewusst ausgedrueckt) … und das gilt auch fuer die gezeichneten Damen die ich in vorherigen Beitraegen zeigte.

Aber guck mal! So eine geile Actionszene! Kein Wunder, dass junge Menschen (zugegeben, vor allem junge Maenner) Superheldencomics einfach møgen.

Und so’n Gruppenbild fetzt auch:

Apropos „problembehaftete Comics“. Das Maedchen links unten ist Bucky Barnes … eigentlich und allermeistens ein Mann. Wenn man das richtig in die Comicszene und die damalige Welt an sich einsortiert, dann ist das durchaus gewagt und hat zumindest einen Hauch von Gleichberechtigung … und sowas haben Comics i.A. irgendwie immer gemacht. Schon ganz frueher, kein Wunder, dass die so lange als „subversiv“ und „irgendwie gefaehrlich fuer unsere armen Kinder“ angesehen wurden … Comics Code Authority, my bottom!

Wieauchimmer, es stellte sich dann innerhalb weniger Ausgaben heraus, dass die Storyline jetzt nicht so doll war wie angekuendigt … und dann hat Rob Liefeld auch nicht mehr das eigtl. Comic gezeichnet (sondern nur noch die Cover) … ich hoffte damals (und auch beim nochmal durchlesen) sehr, dass das „Industrielle Revolution“-Crossover mit anderen Serien …

… eine Verbesserung bringt. Dem war leider nicht so und ich entschloss mich dann mitten in der Serie aufzuhøren die zu sammeln … bei DC Comics dauerte das immer deutlich laenger, die lagen mir halt mehr am Herzen.

Ein Comic das alles hatte was ich als junger Mensch in Comics wollte:

Mein (damaliges) Lieblingscomic Witchblade, dazu noch Lara Croft (die zu der Zeit wohl jeder Video spielende junge Mann gut fand) und das Ganze auch noch gezeichnet von Micheal Turner (der wg. Witchblade ohnehin zu meinen Lieblingszeichnern Ende der 90’er Jahre gehørte). Wie geil war das denn! Da størte es auch nicht, dass die Story an sich eher mittelmaeszig war … ach was sag ich … die war definitiv am unteren Ende von mittelmaeszig … mehr (comic) Aesthetik als Substanz … aber aufgrund der drei aufgezaehlten Sachen spielte in diesem Fall die Aesthetik damals eine grøszere Rolle als die Substanz. Beim nochmals durchlesen mit Mitte 40 hatten sich meine Prioritaeten geandert und ich kann wieder nur ehrlich sein und nicht versuchen das unter den Teppich zu kehren, dass ich komplett der „Sex sells“-Masche aufgesessen bin.

Es gab dann noch einen Nachfolger … der hatte auch alles was oben steht … der war dann aber noch viel schlechter bzglw. der Story, sodass es sogar mir auffiel. Letztlich war ich ganz froh, dass da keine monatliche Serie draus wurde.

Beim letzten Mal erwaehnte ich, dass die meisten Comics die ich habe eher mittelmaeszig sind, was mich dazu motivierte diesen Beitrag zu verfassen. Bei normalen monatlichen Heften erwarte ich mittlerweile Mittelmaszigkeit. Ich weisz aber auch, dass es Ausnahmen gibt. Letzlich waren Sandman oder Swamp Thing (von Alan Moore) auch monatliche Serien, die dennoch in die auch-Jahrzehnte-spaeter-noch-groszartig Kategorie fallen.

Die regularen Batmanserien „meiner Zeit“ … also ca. Mitte bis Ende der 90’er Jahre … sind nicht unbedingt durchweg groszartig, aber zumindest im Allgemeinen von gehobener Qualitaet … zumindest in meiner Erinnerung. Was uebrigens der Grund ist, warum ich mir meine Batman Comics bis ganz zum Schluss meines mal-wieder-alle-Comics-durchlesen-Projekts aufbehalte … und ich hoffe, dass ich nicht enttaeuscht werde

Nun, Bruce Wayne: Mørder

… und Bruce Wahne: Auf der Flucht (unter dem selben Wikipedialink zusammengefasst) …

… sind 2002 entstanden, was recht nahe dran an „meiner Zeit“ ist.

Desweiteren haben die Titel eine recht interessante Praemisse. Denn auch wenn Bruce Wayne auszerhalb der Comics nie grosz zur Sprache kommt, so hatte ich doch immer den Eindruck, dass Batman’s Zweites Ich mitnichten so irrelevant ist, wie bspw. in den Filmen dargestellt wird (oder vielmehr _nicht_ dargestellt, eben aufgrund der Abwesenheit dieses Aspekts).
Und hier haette man das mal in den Mittelpunkt stellen kønnen. Wie Bruce Wayne aus der Misere kommen muss, mit in den Limitierungen die das umfasst. Superspannend!

Aber irgendwie wurde das total verpfuscht, weil’s dann doch wieder Batman war der alles macht (mal ganz davon abgesehen dass’s echt nicht sinnvoll ist, dass seine „Batfamilie“ es eine zeitlang wirklich in Erwaehnung zieht, dass er den Mord begangen haben kønnte). Am Ende gibt’s dann ein paar Elemente, welche die Wichtigkeit Bruce Waynes fuer Batman klarmachen … aber letztlich faellt das alles etwas ziemlich flach.

Schade drum, um die verpasste Gelegenheit. … Oder anders: keine Lesempfehlung.

Als ich taeglich Comics las, war das der „heilige Gral“ im DC (Comicleser und -sammler) Universum:

Das ist (leider) nur das (Trade) Paperback und (leider) nur auf dtsch., denn an die Originale bin ich Mitte / Ende der 90’er Jahre nicht rangekommen. Und auch in den fruehen 00’ern war es ’n kleiner Krampf diese Ausgabe in meinen Besitz zu bringen.
Das lag natuerlich daran, dass es nicht genuegend Superheldencomicleser in Dtschl. gab die sich das haetten leisten kønnen. Der grøszte Teil auf den das zutrifft hat sich obige Ausgabe 1997 geholt, als sie rauskam … um dann daran festzuhalten. 1997 habe ich aber gerade erst angefangen Comics zu lesen, 50 Mark hatte ich nicht einfach so mal uebrig und weil’s in meiner Gegend sowieso keinen Comicshop gab haette ich’s im Buchhandel bestellen muessen … da wusste ich aber noch nicht, dass man das machen kann … und als ich’s wusste, waren 50 Mark immer noch sehr viel Geld.

Als ich dann drei Jahre spaeter genug Geld hatte war’s ausverkauft und Carlsen Comics wusste genau, dass Leute die sich das schon besorgt hatten, sich das nicht ein zweites Mal in den Schrank stellen werden. Es gab aber noch nicht genuegend Menschen meiner Art, sodass sich eine neue Auflage nicht gelohnt haette. Und andere Comicverlage konnten sich nicht dran versuchen, denn die hatten ja nicht die Rechte dafuer.
Als sich der Comicmarkt in Dtschl. 2005 umkrempelte gab’s dann eine Neuauflage bei Panini … da hatte ich’s dann aber auch schon.

Ansonsten ist’s eins der relativ wenigen Comics die ich habe, die nicht mittelmaeszig sind. Das liegt natuerlich auch am Format, dass den Qualitaetssprung erleichtert (aber mitnichten garantiert).
Zum Einen ist ’ne Geschichte die ohnehin nicht wirklich innerhalb der regulaeren Kontinuitaet der Monatshefte gehørte, denn es wird eine alternative Zukunft des DC Universums praesentiert, in dem auch die Helden von ihren monatlichen Pendants abweichen. Zum Anderen war’s von vornherein als abgeschlossene Miniserie geplant, was einen ganz anderen Rahmen schafft.
Und dann ist da natuerlich der Autor und (ich sag jetzt mal ganz grob) Zeichner Alex Ross. Das Cover ist fuer seinen Stil typisch und waehrend er mir sonst vor allem als Coverzeichner (durchaus passend bei besagtem Stil) unterkommt, so ist hier das ganze Material so.
Der zweite Autor, Mark Waid hat ebenso betraechtlich zur Groszartigkeit beigetragen … aber als er etliche Jahre spaeter eine Fortsetzung ohne Alex Ross schuf, war die dann doch leider nur mittelmaeszig … schade drum.

Lange Rede kurzer Sinn: Kingdom Come lohnt sich zu lesen!

Ach so … weil’s vllt. doch etwas zu obskur ist schmeisz ich mal ’n Zusatzbrocken hin, um die (Wortspiel-) Verbindung zwischen dem Titel des Comics und dem „heiligen Gral“ zu machen: Matthew 6:10.

Ich gebe zu, dass ich mich davor gedrueckt habe, diesen „Revisited“-Neitrag zu schreiben … aus mehreren Gruenden.

Der Hauptgrund: Witchblade ist ein typisches Image Comic (eigtl. Top Cow, aber das ist ja nur ein Image Imprint) aus der Mitte der 90’er Jahre des letzen Jahrhunderts ist. Oder anders: leichtbekleidete Damen (und manchmal auch Herren), mit unrealistischen Kørperproportionen. Aber anstatt vieler Worte lasse ich gleich mal das Cover der 2. US-Ausgabe fuer sich sprechen:

Der Hintergrund ist natuerlich „Sex sells„, insb. dann, wenn die Leserschaft vor allem jungendliche Maenner sind. Der ich ja nunmal war Mitte der 90’er und Anfang der Nullerjahre. Ich habe mich dann entschieden das einzugestehen und nicht unter den Teppich zu kehren. Die Cover sind ein Teil der (Comic)Geschichte (und somit auch meiner) und wir schauen uns im Louvre ja auch die Akte alter Meister an. Das heiszt natuerlich nicht, dass ich das immer noch so sehe!

Desweiteren war Witchblade auch mein Lieblingscomic. Zu groszen Teilen aus obigen Gruenden, aber nicht nur, denn irgendwie steckte auch in der Geschichte viel mehr Potential als ich sonst in Comics realisiert sah. Damals haette ich das sicherlich nicht so ausgedrueckt. Nun habe ich aber innerhalb relativ kurzer Zeit einen betraechtlichen Teil meiner Sammlung nochmals gelesen. Das hat mir einen guten Ueberblick ueber die erfolgreichen (mehr oder weniger) US Superheldencomics dieser Jahre gegeben und deswegen kann ich da jetzt „den Finger draufpacken“. Leider hat sich das relativ schnell ins Gegenteil verkehrt … *seufz*.

Die interessanten Handlungsstraenge wurden relativ schnell mehr und mehr in die Laenge gezogen und mit mehr oder weniger (oft weniger) interessanten „Detektivgeschichten“ „verduennt“. Wichtige Handlungen wurden in anderen Comics (also NICHT Witchblade) weiter erzaehlt, erweitert oder zum Ende gebracht. Es half auch nicht gerade, dass mindestens eine wirklich wichtige Hauptfigur „off screen“ (also in ’ner anderen Serie) abgemurkst wurde. Der tauchte dann halt nie wieder auf und ich fragte mich was aus dem wurde.

Aber da war ja immer noch Sara Pezzini

… die Traegerin der Witchblade in unserer Zeit. Nicht nur sah sie nett aus, sondern die Charakterentwicklung haette durchaus interessant werden kønnen. Selbst wenn’s am Ende nur ’ne typische „widerwillige Heldengeschichte“ geworden waere. Leider wurde auch das in den Sand gesetzt. Zweifel sind gut fuer die besagte Charakterentwicklung … aber nicht wenn Sara jetzt schon seit Jahren all diese mystisch komischen Sachen sieht und die Witchblade traegt.
Noch viel schlimmer: sie ist ’ne coole Heldin! Die Schreiber nehmen ihr aber immer und immer wieder die „Butter vom Brot“ und machen sie dann eher zu einer „Jungfrau in Nøten“ die gerettet werden muss, als die Traegerin einer maechtigen Zauberwaffe … schade eigentlich.

Irgendwann hab ich’s nicht mehr ausgehalten. Ich sagte mir dann: ich schau’s mir noch bis zur Jubilaeumsausgabe #50 an … zumal in Dtschl. da dann immer schon ein neues Kreativteam angepriesen wurde. Ich gebe zu, Letzteres hat tatsaechlich wieder etwas mehr Qualitaet in die Serie gebracht … aber nicht viel … und als dann auch #51 …

… nicht besser wurde, bin ich schweren Herzens ausgestiegen. Wobei „schweren Herzens“ das nur zur Haelfte beschreibt; ich hing (sicher vor allem aus nostalgischen Gruenden) an Witchblade. Die andere Haelfte war dann Erleichterung (dass es nicht besser wurde) denn zu dem Zeitpunkt war das „Loslassen“ eigtl. nur noch eine „Formalitaet“, weil besagtes Herz zu dem Zeitpunkt schon seit deutlich laengerer Zeit nicht mehr wirklich an Witchblade hing.

Eine Sache sei noch gesagt: Witchblade ist die einzige Serie, bei der irgendwie alles an einem einzigen Zeichner hing. Dies war Michael Turner (bis auf das Letzte, sind alle hier gezeigten Cover von ihm) und er war auch Co-Creator. Was den „Niedergang“ der Serie erklaert, nachdem er ging. Es ging dann zwar noch weiter bis #185, aber dazu kann ich nix mehr sagen … ich kønnte natuerlich Vermutungen anstellen, insb. unter dem Gesichtspunkt, dass nicht mal comics.org detaillierte Informationen fuer (mehr als) die letzten 50 Ausgaben hat … aber das spare ich mir.

Pøøøh … nun hab ich den Beitrag hier auch endlich mal geschrieben … mit dem Witchblade-Universum sind wir aber laengst noch noch fertig. Aber dazu ein andermal.

Beim letzten Mal hatte ich …

[…] neumodisch Haessliches […]

… versprochen. Ironisch ist, dass Batman: Dark Victory eher „altmodisch“ herueber kommt. Oder freundlicher gesagt: klassisch … also irgendwie im „Stil“ der 30’er oder 40’er Jahre des 20. Jahrhunderts. Aber das ist natuerlich wie wir uns den „klassischen“ Batman vorstellen und nicht wie der damals in den Comics war. Leider sieht man das nicht so sehr an in den Covern.

Wie beim letzten Mal hatte ich auch diese Miniserie als „gar nicht so doll“ in Erinnerung … aber eigtl. ist die voll gut! Echt gut geschrieben, tolle Charakterentwicklungen, echt guter Aufbau der Handlung und der Panels und die „neumodisch haesslichen“ Zeichnungen sind sehr passend; insb. bei den „freakigen“ Gegnern Batmans.

Andere haben das viel besser ausgedrueckt (die Zitate sind aus dem verlinkten Wikipediaartikel):

[…] [the author has a] perfect understanding of what makes the Batman tick […].

Die Story/Serie braucht nur ’n paar Heftchen um alles Nøtige aufzubauen … es geht also eher langsam los … und pløtzlich ist man mittendrin und will unbedingt wissen wie’s weiter geht, auch wenn man eigtl. weisz, wie’s ausgehen wird.

Oder (wieder) jemand anders:

[…] where Dark Victory really works is in its patience. Its willingness to let the story go where it needs to in its own time is a godsend […].

Genug gelobt.

Ich wollte das hier vor allem deswegen erwaehnt haben, weil ich (leider) mehr und mehr die Mittelmaeszigkeit des Mediums Comic einraeumen muss. Klar, das ist bei Musik, Buechern, Malereien, Filmen und anderen Kunstsachen nicht anders. Am ehesten sieht man das noch bei „tagesktueller“ zeitgenøssischer Kunst. Das was am Ende permanent im Museum landet (auch bei moderner und zeitgenøssischer Kunst … Apropos: wer in Berlin ist sollte UNBEDINGT die Neue Nationalgalerie und den Hamburger Bahnhof besuchen) unterliegt natuerlich im Wesentlichen zu 100 % dem Ueberlebenden-Irrtum … weil’s sich so sehr aus der Mittelmaeszigkeit heraus hebt, landet’s im Museum.

Was den Kreis zu den Comics schlieszt, denn die beim letzten Mal erwaehnten (und verlinkten) Sammelbaende werden natuerlich nur gedruckt, wenn die Comics es, gerade wegen ihrer Guete, ins kulturelle Gedaechtniss geschafft haben und sich deswegen auch 10, 20, 30 Jahre spaeter noch an die Frau und den Mann bringen lassen.

Waehrend ich bspw. Buecher oder Filme liebe, kann ich das da viel eher eingestehen … was vllt. daran liegt, dass da auch Kritiker schon immer eingeraeumt haben, dass diese Medien trotz vieler „Nieten“ auch den Raum fuer ganz grosze Kunst bereit stellen … waehrend bis heute, trotz aller Fortschritte auf dem Feld, oder der kommerziellen Erfolge der aus Comics hervorgehenden „Erweiterungen“ (siehe bspw. das Marvel Cinematic Universe), Comics von der Gesellschaft als „fuer Kinder“ angesehen werden.

Ich bilde mir ein, dass man das daran merkt, wie die Oma meisten Leute gucken und einen mit ihren Blicken im Stillen beurteilen, wenn man als Erwachsener mit ’nem Comic (anstatt ’nem Buch) in der U-Bahn sitzt und sichtbar frøhlich darob der Kunst ist, die man gerade rezipiert … andererseits … vielleicht (vermutlich?) ist das gar nicht so und meine Einbildung kommt daher weil’s frueher mal so war und ich damit „grosz geworden“ bin und Comics einen speziellen Platz in meinem Herzen haben … deswegen verteidige ich die immer … was natuerlich schwerer faellt, wenn objektiv (sehr) viel (hauptsaechlich?) Mist, bzw. zumindest (Unter)Durchschnittlichkeit dabei ist.

Ich habe hier noch nicht ueber alle zum Zeitpunkt des Schreibens bereits (nochmals) besuchten Comic(serien) geschrieben. Das hole ich noch nach. Aber beim ich bin endlich bei ’ner Kiste angelangt, die Batman Comics enthaelt. Genauer gesagt Batman Sammelbaende.
Sammelbaende enthalten mehrere Comics in gebundener Form und ich bin zweigeteilt was Sammelbaende anbelangt. Zum Einen haengt mein Herz sehr an Comics an sich und deswegen bevorzuge ich die „natuerliche Erscheinungsform“ dieses Mediums: einzelne Hefte. Andererseits ist es auszerhalb der USA oft nicht leicht (oder sehr teuer … das ist i.A. ein inklusives „oder“) an diese Hefte heran zu kommen … ich bin so „stolz“, dass ich das bei Preacher geschafft habe. Deswegen bin dann doch durchaus auch ein groszer Freund solcher Sammelbaende, denn nur durch diese komme ich ueberhaupt erst dazu diese tolle Kunst zu genieszen (und natuerlich alles das hier auch nochund das).
Es sei gesagt, dass Sammelbaende nicht nur komplette (Mini)Serien enthalten, sondern es kann auch sein, dass laengere, in sich (ab)geschlossene, Handlungsstraenge einer laufender Serie in Sammelbandform verøffentlicht werden. Dazu gehørt Batman: Hush

… denn die Geschichte erschien im Original urspruenglich in den Heften #608 bis #619 der (fort)laufenden Batman Serie (in Dtschl. unter anderen Nummern, aber auch in einer fortlaufenden Serie, wenn ich mich nicht taeusche … oder als Pseudo-Miniserie, aber zumindest als Einzelhefte).

Als ich das damals kaufte war ich gar nicht soooo begeistert. Beim nochmaligen Lesen sehe ich aber, warum die Serie so „gehypt“ wurde und bis heute (in Sammelbaenden) immer mal wieder neu aufgelegt wird.

Zum Ersten sind die Bildkompositionen (Zeichnungen, Bildaufbau, Farbwahl usw. usf.) ganz exzellent. Nix „neumodisch Haessliches“ (dazu mehr beim (vermutlich) naechsten Mal) sondern so wie man das wuenscht. Man sieht wieviel Zeit und Arbeit da reingeflossen sind. Und zum Zweiten ist die Geschichte an sich ziemlich gut … nach den vielen mittelmaeszigen Sachen war das eine willkommene Abwechslung.

Was mir aber am meisten aufgefallen ist, sind die verdraengten und unbearbeiteten Traumas (Traumata? Traumatae? Traumatii?) der Helden die Handlungen (und somit das Leben) dieser bestimmen und ihnen Glueck versagen. Batman und Catwoman taten mir voll leid und das machte mich traurig das zu sehen.

Als kleine Kuriositaet am Rande: fuer Alfred ist’s ganz normal, dass er fuer einen erwachsenen Mann in einem Fledermauskostuem arbeitet … natuerlich verzieht er dann auch keine Miene, wenn die (Achtung Spoiler!) Freundin des Fledermausmannes im Katzenkostuem vor der Tuer steht … tihihi

Die Covers der Sammelbaende sind jetzt nicht sooo doll, weswegen ich nur eins zeige (es sind eh nur zwei Baende). Wenn ihr, meine lieben Leserinnen und Leser euch fuer die Originalcover interessiert, so kønnt ihr die hinter den obigen Links (zu den Einzelausgaben) finden.

Zum Abschluss noch eine letzte Bemerkung zu Sammelbaenden: auszerhalb des Landes in dem ein Comic original (und zum ersten Mal) erscheint, sind Sammelbaende nicht nur Neuaflagen vergriffener Comics, sondern oft auch (gesammelte) Erstausgaben von Comics aus anderen Laendern. Ich vermute, dass diese Form der Publizierung das Risiko des Herausgebers mindert.

Spirit of the Tao ist so obskur, dass es nicht mal ’nen Wikipediaeintrag hat.

Hier ein anderer Link … aber wer weisz, wie lange es den geben wird, deswegen eine Zusammenfassung der dortigen Zusammenfassung:
– zwei Teenager die nicht verwandt, aber miteinander aufgewachsen sind entwickeln krasse Drachenkraefte
– eine gute und eine bøsen Gruppierung versuchen diese Kraefte fuer sich zu bekommen
– die Wege der Teenager trennen sich
– es stellt sich raus, dass es die Drachenkraefte schon seit Uhrzeiten gibt und die Erde beschuetzen (erst gegen die Dinosaurier, dann gegen die Menschen und jetzt manifestiert sich das nochmal gegen Letztere)
– eine weitere Gruppierung tritt auf
– Aliens die die „Erde“ fressen wollen kommen hinzu und sind „ueber Bande“ mit der Gruppe verbunden von der wir zunaechst annahmen, dass das die Guten sind
– natuerlich jede Menge Kaempfe (gern in Innenstaedten) zwischendurch
– die Teenager vertragen sich wieder
– der Drache (und die Aliens) werden besiegt, aber die Menschheit zum groeszten Teil vernichtet
– Jahre spaeter: ein paar Menschen haben ueberlebt und leben jetzt im Einklang mit der Natur; unsere beiden Protagonisten haben eine Tochter gezeugt

Hørt sich erstmal bekloppt an, aber zu meiner Ueberraschung stellte sich auch nach den ersten paar Ausgaben heraus, dass da fuer einen Comic eigtl. voll viel Substanz vorhanden ist. Mich duenkt, dass die Erschaffer wirklich ’nen Plan hatten mit den vielen verrueckten Sachen; inklusive durchaus plausibler Charakter- und Weltentwicklung. Dies gilt um so mehr, wenn man betrachtet wie wenig das bei anderen Serien aus dem Image-Verlag der Fall war (mit wenigen Ausnahmen die dann auch nur fuer einzelne Ausgaben gelten).

Leider kam das bei den Lesern nicht so gut an und nach nur 15 Ausgaben wurde Spirit of the Tao wieder eingestellt. Ich bin froh, dass die Handlungsstraenge wenigstens abgeschlossen wurden, auch wenn es am Ende total ueberhastet ist und die Qualitaet der Erzaehlung darunter natuerlich leidet.

Durchaus interessant: aus den Covern springen einen die 90’er Jahre førmlich an. Ich bin ehrlich und gebe zu, dass das auf den jungen Mann, der ich damals war, die sicherlich erwuenschte Wirkung hatte. Heutzutage ist’s fuer mich eher nostalgisch.

Auch interessant: das erste hier gezeigte Cover (nicht allein fuer sich, aber im Zusammenhang). Zunaechst ist zu sagen, dass dieses Cover mal wieder der unsaeglichen Herangehensweise des (damaligen!) Splitter Verlags geschuldet und nur ’ne Vergrøszerung eines Panels ist. Das sieht aber hier so komisch aus, weil’s eine Art „Hochglanz-„metall“-ueberzug“ bekommen hat. Das muss unheimlich teuer gewesen sein und widerspricht eigtl. dem was man mit solcherart Comics verbindet: relativ billig, dafuer fast ueberall zu kriegen… was ja leider heutzutage auch nicht mehr gilt, kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal ’n anderes Comic als die Micky Maus im Supermarkt gesehen haette. Kurz nachdem das eingefuehrt war der Splitter Verlag dann pleite. Das war vllt. das letzte „Aufbaeumen“ vor dem „letzten Atemzug“.
Zum Glueck fuer mich, wurde die Serie vom Infinity Verlag nach nicht all zu langer Pause fortgesetzt.

Vor ein paar Jahren habe ich zum ersten Mal Pinky & Brain komplett gesehen. Ich war froh als ich mit den drei Staffeln endlich fertig war und insgesamt leider so enttaeuscht, dass ich nicht mal die DVDs in meiner Sammlung behalten wollte, weil ich schon vorher wusste, dass ich mir das nie wieder anschauen werde.

Ich hatte mir da mehr erhofft, aber diese Hoffnung entsprang vermutlich einer gewissen Nostalgie und dem Fakt, dass Menschen sich nur selektiv erinnern. Oder anders: als ich ein junger Jugendlicher war gab’s fuer mich nicht so viel Cooles im Fernsehen und die zwei Maeuse waren immer irgendwie ein kleines Wochenereignis. Hinzu kam, dass ich’s nie geschafft habe viele Episoden zu sehen. Deswegen nehme ich an, dass sich die Serie in meinen Erinnerungen „grøszer“ machte, als sie eigtl. war.
Hinzu kommt, dass sich mein Geschmack geaendert hat. Und natuerlich auch die Entwicklung von (TV-)Serien; vieles was in den 80’er und 90’er Jahren funktionierte ist heute irgendwie nicht mehr so doll. Ausnahmen bestaetigen natuerlich die Regel und es ueberrascht mich wie gut bspw. Star Trek: The Next Generation beim 2. Durchschauen immer noch funktionierte … was nun aber auch schon 15 Jahre oder so her ist … waehrend ich dem neuen Star Trek Kram mitnichten eine solche Zuneigung zubringe wie den entsprechenden Serien aus meiner Jugend.

Wieauchimmer, Pinky & Brain war jetzt nicht schlecht und hat zumindest fuer ein paar gute Lacher zusammen mit dem jungen Mann der bei mir wohnt gesorgt, aber ich werde das nicht nochmal schauen.

Es ergab sich dann, dass ich auch noch ein paar wenige Comics von den Beiden habe.

Aber die „funktionieren“ noch weniger als die Serie. Was in Letzterer noch irgendwie hin haute, geht auf 24 Seiten mit sich nicht bewegenden Bildern auch noch (beinahe) komplett verloren. Ich habe nur vier Ausgaben (oder so). Und dies sind nicht mal fortlaufende Nummern, sondern ich kaufte das nur, wenn ein Thema fuer das ich ein gewisses Interesse hatte (siehe das obige Cover) abgehandelt wurde. Deswegen duenkt mich, dass ich schon als junger Mensch die irgendwie „mindere“ Qualitaet bemerkt haben muss … denn waere das halbwegs gut gewesen, haette ich von diesem Comic doch viel mehr Ausgaben.

Oder anders: Ich wuerde es jetzt nicht als Schrott bezeichnen wollen. Das haben die Comics nicht verdient, denn es gibt auch noch wirklichen Schrott der es verdient so benannt zu werden. Aber wenn ich selbst so … øhm … qualitativ sehr „gedehnte“ Sachen wie CyberForce oder Star Wars aushalte und damals danach Ausschau gehalten habe, dann muss Pinky & Brain selbst davon noch ein gutes Stueckchen entfernt sein. … Schade eigentlich.

Die Simpsons waren in den 90’er Jahren des vorigen Jahrhunderts der Knaller! Und als die dann auch als Comic heraus kamen hab ich den natuerlich gekauft. Von allen Comics die ich habe, kønnten die ersten Ausgaben einige der extrem wenigen Comics sein die ich besitze, welche heutzutage einen (deutlich, wenn auch nicht gigantisch) høheren Wert haben … wenn ich die damals super ordentlich behandelt haette … hab ich aber nicht … und das ist auch nicht so schlimm, denn Comics sollten gelesen werden und nur in Ausnahmefaellen in versiegelten Plastikschalen ihr Dasein fristen.

Soweit dazu, nun zu etwas ganz Anderem. Mir ist es schwer gefallen, Cover fuer den heutigen Beitrag zu finden, die ich ohne weitere Worte einfach so „reinklatschen“ kønnte, weil sie in ihrer Form fuer sich stehen. Die Cover der Simpsons Comics sind zwar immer passend und gut, haben bei mir aber nicht so’n „COOL“-Gefuehl verursacht (wie bspw. das hier). Aus der „Not“ heraus nahm ich dann solche, die ein paar der Dinge illustrieren die ich hier ansprechen werde.

Genug der Vorrede!

Wie erwaehnt, waren Die Simpsons super populaer als sie urspruenglich erschienen und es gibt genuegend Untersuchungen und Aufsaetze die erklaeren warum (siehe bspw. hier … ich hab das nicht gelesen, der Titel klingt aber interessatn und das poppte auf der ersten Seite einer schnellen Suche auf). Relevant finde ich hier, dass ich schon damals irgendwie nicht das URST lustig fand, was alle anderen URST lustig fanden. Homer war witzig, ich fand ihn aber jetzt nicht sooo witzig. Dito bzgl. Bart oder Itchy & Scratchy. Insb. bei Letzteren tat mir die arme Katze voll leid …

… und dass ich mich nicht wirklich mit Bart identifizieren konnte muss wohl nicht weiter erklaert werden.
Seine Schwester Lisa hingegen verdient etwas mehr Worte, denn damals fand ich die langweilig … aber beim nochmaligen Lesen fand ich sie (und Marge) in der ganzen Serie am Besten. Das liegt daran, dass diese beiden Figuren die „Vernuenftigen“ sind. Lisa versucht rational zu handeln und die Welt aktiv zu verbessern, trotz der ewigen Rueckschlaege und der „Sabotage“ aller anderen. Und auch wenn ich mich heutzutage (meiner eigenen geistig / emotionalen Gesundheit wegen) mit den Weltverbesserungsversuchen sehr zurueck halte, so erinnert mich das doch eher an mich, als die „witzigen“ Streiche von Bart. Dies Alles wird sehr schøn durch dieses Cover illustriert:

In diesem Sinne scheint mir, dass viel zu viele Menschen wie Homer sind: nicht nachdenkend, zuallererst auf den eigenen und unmittelbaren Lustgewinn aus und vøllig ignorant, dass es noch den Rest des Universums gibt … siehe hier:

Homer kennt Mr. Burns (der ihn schon mehrfach als Versuchkaninchen benutzte) und sollte wissen, nicht in irgendwelche Raeume zu gehen nur weil da Sandwichutensilien drin rumliegen. Aber der unmittelbare Drang zu essen ueberwiegt und er bekommt die Mordmaschinen des Mr. Burns gar nicht mit. Ist natuerlich alles vøllig ueberspitzt und (irgendwie) witzig dargestellt, aber erinnert mich doch eher an die ewig gleichen Verdaechtigen mit ihren ewige gleichen Argumenten, bei all zu vielen Themen (Klimakatastrophe, (Elektro)Individualmobilitaet, Erbschaftssteuer etc. pp.).

Ueberhaupt sehe ich jetzt, wieviel „Realitaet“ in den Simpsons steckt. Das ist so’n bisschen wie „The Kids aren’t alright“ von The Offspring, voll das tanzbare Lied … aber die Lyrics sind niederschmetternd und lassen einen an bspw. die Opioidepidemie in den USA denken … nur dass The Offspring da in den 90’ern mit dem Finger drauf zeigt.
Zum Einen ist da natuerlich die Karikatur eines Ultrakapitalisten ohne schlechtes Gewissen oder Moral in der Form von Mr. Burns und seines Handlangers Smithers. Auszerdem waere da noch der ultrakorrupte Buergermeister Quimby (der trotz allem immer wiedergewaehlt wird). Aber beim nochmaligen Lesen habe ich das alles, vor allem in der Figur von Marge gesehen. Sie ist die Frau und Mutter die sich um alles kuemmert. Homer schafft zwar das Geld ran, aber viel mehr auch nicht. Marge ist die Person, welche die Welt der Simpsons im Hintergrund zusammen und am laufen haelt … was waeren Bart oder Homer ohne Marge?

Ueberhaupt ist Homer weder ein guter Ehemann noch ein guter Vater. Dieser Meinung bin ich trotz all der Sachen die ihn letztlich als liebevollen Menschen darzustellen versuchen, der gut im Herzen ist und der sich auch entschuldigen und Fehler eingestehen, und Dinge (meist im Nachhinein) besser machen kann. Das mag alles stimmen, und gute Ehemaenner und Vaeter sind keine Supermaenner die niemals Fehler machen … aber die machen ganz sicher nicht den ganzen Scheisz den Homer immerzu anstellt. … … … Andererseits waren das die 90’er Jahre … vermutlich war ein Vater / Ehemann wie Homer ein krasser Fortschritt zu dem was man vorher als Normal bzgl. dieser Rollen angesehen hat und erst jetzt, 30 Jahre spaeter, halte ich das nicht (mehr) fuer gut genug sondern als das absolute Minimum wie man sich als Mensch (Mann / Vater) gegenueber anderen Menschen (seiner Familie) verhalten sollte.

Deswegen hab ich beim nochmaligen Durchlesen auch viel mehr Verstaendniss fuer die Schwestern von Marge. Die lassen sich vom „Charme“ eines Homer naemlich nicht einlullen und stehen dagegen … auch hierzu ein Cover (man beachte das all zu passende Grinsen im Gesicht von Patty und Selma):

Die Bouvier-Zwilinge finde ich, der ich jetzt Mitte 40 bin, auch sympathisch wg. ihrer No-Bullshit-Attituede bzgl. dem Rest der Welt … Arbeit? Man muss ja leider. Rauchen? Mir doch egal was du davon haeltst. Zu Hause sitzen und MacGyver gucken anstatt ins Fitnessstudio zu gehen? Klar gerne! … Ist zwar das „Umgekehrte“ von „Søren, willst du nicht Projektleiter werden?“ UÆRGS! Bleib mir weg mit „Karriere“ … „Ist das ’ne Milch die du da an der Bar trinkst?“ … *hust* zocken *hust* … aber im Prinzip das Gleiche.

Lange Rede kurzer Sinn … Die Simpsons waren voll gut und die fruehen Sachen sind echt gut geaeltert … aber waehrend ich es immer noch sehr wertschaetze, so ist es doch nicht das Selbe wie zu der Zeit als ich noch ’n Teenager war … und trotz aller Nostalgie und der Wehmut, dass man die Zeit des „jung seins“ nicht wieder haben kann, ist das ist natuerlich gut so … denn dies erlaubt es mir andere Dinge darin zu sehen und zu entdecken :) .