Archive for Dezember, 2015

Jysk ist so eine Art Møbelgeschaeft. Glaub ich.

Aber den Jysk Lade gibt es nicht mehr. Jedenfalls nicht mehr dort, wo ich das Foto dieses Beitrags gemacht habe. Mit diesem Laden ist es also Schluss und Vorbei. So wie mit dem Jahre 2015. Da dachte ich mir, dass das passt.

Jysk Lade

Nach langer Bauzeit endlich fertig; die Untertassensektion:

5 - fertige Untertassensektion

So viele Abenteuer, so viele Gefuehle.

Einer der beeindruckendsten Momente, welcher bleibende Eindruecke hinterliesz, haengt mit ihr zusammen. Oder vielmehr geht es um eine Trennung.

Leider auch das vermutlich herzerschuetterndste Ereignis in der uns bekannten Geschichte der Sternenflotte.

Wenn Murray Bookchin ueber „links“ sprach, dann meinte er damit

the great tradition of human solidarity and a belief in the potentiality for humanness.

Und das passt doch zu diesen Tagen, in denen traditionelle humanistische Werte so hochgehalten werden.

Dieses Jahr wird ausgerechnet ein Artikel in dieser Kategorie mein Weihnachtsgeschenk an euch, meine lieben Leserinnen und Leser.

Aber ich habe genau das Richtige, Mut machende, Hoffnung, dass alles Besser werden kann, gebende, Kunstwerk dafuer:

Lost Girls

Dazu schrieb ich hier bereits etwas. Und dieser Comic ist vom dort erwaehnten Alan Moore. Und es ist Pornografie. Gute Pornografie, keine menschenverachtene. Und die neunte Kunst wird ganz in seinem Sinne gebraucht, um das Unterscheidungsvermøgen auszubilden.

Aber weil wir immer noch einen weiten Weg zu gehen haben auch dies:

Acqua

Aufklären!

So steht es in der bereits hier erwaehnten Studie der Otto-Brenner-Stiftung mit dem Titel „Hohle Idole – Was Bohlen, Klum und Katzenberger so erfolgreich macht„.

Weiter heiszt es dort:

Aufklären heißt nicht schimpfen, sondern die Strategien der Inszenierung decodieren und die offenen wie heimlichen Inhalte dieser Shows transparent machen.

Und das gilt natuerlich nicht nur fuer diese Art von Indoktrination der Massen via TV.

DESWEGEN sind Menschen wie Edward Snowden, Chelsea Manning, Daniel Ellsberg, oder Institutionen wie wikileaks oder netzpolitik.org so wichtig. Wobei das nur die sind, die mir auf die Schnelle in den Kopf kamen.

Dazu zaehlt bspw. auch das Gespraech zwischen Ranga Yogeshwar und Frank Schirrmacher, welches ich in meiner Artikelserie „Zaesur“ etwas genauer vorstellte.
Jedes kleine bisschen ist wichtig. Auch die kurze Frage, wie viele Tuerken denn der mit am Tisch sitzende, Propaganda nachplappernde Mensch, denn ueberhaupt persønlich kennt. Auch der kurze Diskussionsbeitrag mit richtigen Zahlen, eigentlich zu egal welchen Themen. Auch der kurze Beitrag im eigenen Weblog, der nur einen Link und einen kurzen Kommentar enthaelt, weil man dem Verlinkten nur wenig hinzufuegen kann. Auch das mehr Geld ausgeben fuer nachhaltige Produkte, seien es die økologischen Eier oder das Sofa, welches nicht bei ikea gekauft wurde, oder der Wechsel zu Strom aus regenerativen Energiequellen. Auch das Mitmenschlichkeit zeigen, wenn man eine Straszenzeitung nicht nur kauft, damit der Mensch weg geht. Auch das offene Sprechen ueber stigmatisierende Sachen (sei es bspw. die eigene Armut oder Depression), sofern dies einem møglich ist.
ALLES hilft, was die bestehenden Verhaeltnisse in Frage stellt.

Und dabei kommt es ueberhaupt nicht drauf an, das jeden Tag zu tun. Oder aus voller Ueberzeugung. Ich lasse mich hier nur ueber so viele Dinge aus, weil ich die Kapazitaeten dazu habe; Zeit, Musze und Freude am Schreiben (und lesen).
Es reicht vøllig, ueberhaupt etwas zu tun. Ich denke, dass meine Leserinnen und Leser sich in mindestens einigen der obigen Beispiele wiedererkennen.

Neulich sasz ich in einem Cafe und asz. Es war Freitagabend und Menschen denen es gut geht hatten sich fein gemacht und waren dabei auszugehen (das beinhaltet mich). Und alle gingen an dem Bettler vorbei (das beinhaltet auch mich). Eine Person, die ich aufgrund der Kleidung und des Gebarens (und ohne weiteres Wissen) in die Schublade „Hat vermutlich selber genug Probleme und wuerde auch gerne mit den anderen feinen Leuten ausgehen“ packte, gab dem Bettler etwas.
Aufklaerung durch Handlung. Zumindest auf mich hat es gewirkt.

Und dann sind da natuerlich die ganz Groszen. So wie Dietmar. Oder Edward Snowden und die anderen oben erwaehnten. Oder wie mein Opa. Der durch sein Auftreten, seine Meinung, seine Gespraeche mit mir, ueberhaupt erst einen politischen Menschen aus mir machte.

Eben jene Menschen, die die Welt ein kleines Stueckchen besser machen. Mensch fuer Mensch oder auch eine gestoppte, dumme nachgeplapperte Propaganda nach der Anderen.

Und das muessen (!) WIR nun weiter tragen!

Und wir duerfen uns nicht entmutigen lassen. Auch wenn scheinbar (!) gilt, dass egal wie viel der Einzelne tut, es sowieso niemals genug sein wird.

Die Strategien der groszen Inszenierung die sich Welt und Staat und Lebensumstaende etc. pp. nennt, decodieren.

Die Trondheimer Vereinigung der Turner hat eine eigene Sporthalle, mitten in der Stadt. Fuer eine Weile ging der (damals noch kleine, mittlerweile) junge Mann der bei mir wohnt dort ein bisschen Turnen.

Dort gibt es auch eine Toilette in der Umkleide:

Trondheim Turnforening, Umkl. C

Die Farbkleckse auf der Ablage sind witzig.

Natuerlich musste ich auch huepfen. Denn viel mehr war dort nicht zu tun. Bis auf ein bisschen Schneeballwerfen.

3 - Polarsirkel

Eigentlich wollte ich dort Postkarten schreiben und abschicken. Aber in dem Touristengewusel war ich irgendwie gestresst und da ging das unter. So schrieb ich ueberhaupt keine Karten. Was ich schade finde, mag ich es doch sehr, den Leuten die mir am Herzen liegen, Gruesze zu schicken, wenn ich auf Reisen bin.

In 2006 schrieb Dietmar in „Was unter dem G-Strich steht„:

Einen Menschenschlag namens „die Intellektuellen“ – als Stamm, Stand, Schicht oder gar Klasse – sollte […] [man sich] langsam abschminken, jedenfalls solange es so leicht ist, zwischen den beiden größten, schwer antagonistischen Untergruppen dieses angeblichen Kollektivs zu unterscheiden.

Allein das waere ja schon einen Extrabeitrag wert gewesen … tihihi.

Aber was fuer Untergruppen sind das denn?

Hier der Freundeskreis des Bestehenden, […], die ganz ernsthaft und unschuldig […] finden, daß das alles schon mehr oder weniger ganz richtig eingerichtet ist […]

Da habe ich mal die … mhm … wertenden Worte herausgenommen. Der Dietmar haelt naemlich mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg. Ein weiterer Grund, warum ich das was er schreibt so mag.

Und dann war da noch die andere Gruppe. Bei diesem Zitat lasse ich die glorifizierenden Worte mal drin. Sind’s doch verbale Streicheleinheiten :mrgreen:

[…] dort dagegen die Ankläger, belesenen Dissidenten, die asketischen Sozialisten, welche unbedingt wissen müssen, woher es kommt, daß man es auf dieser Welt unter Leuten kaum aushält.

Wie gesagt: zum verrueckt werden.

Und nicht vergessen, was im ersten Zitat steht: mit „Intellektuellen“ hat das alles ueberhaupt nichts zu tun. Das vergesse ich so leicht, da ich mich in diese Gruppe mit der schønen Beschreibung, so bereitwillig selbst einordne.

Nicht meine erste Faehrfahrt, aber mich duenkt meine erste Faehrfahrt in Norwegen.

Fähre Krokeide

Ich wundere mich darob des Hochformats. Sei’s drum.

Fähre Krokeide2

Im Hotel Villa Orange naechtigte ich, als ich vor ein paar Jahren mal in Frankfurt am Main zu Besuch war.

Dieses Hotel waehlte ich bewusst, nicht weil es besonders guenstig war, sondern aufgrund der Philosophie der Betreiber.

Ich kam dann auch ein bisschen mit einem der Chefs ins Gespraech und es stellte sich heraus, dass dort die Angestellten nicht nur nach Tarif bezahlt werden, sondern dass es tatsaechlich Angestellte des Hotels sind. Selbst die Menschen welche die Raeumlichkeiten putzen, sind NICHT von einer Zeitarbeitsfirma oder so, sondern feste Mitarbeiter. Natuerlich mit Ausnahmen, wenn es notwendig ist, bspw. bei Krankheit.

Sowas finde ich toll und nachahmenswert und es war noch besser als das was ich beim Lesen Philosophie sowieso schon erwartet hatte.

Da bezahle ich gerne einen høheren Preis fuer das Zimmer.

Ach ja, Service, Fruehstueck und Zimmer waren auch erste Sahne :)

Hier die Toilette meines Raumes:

Hotel Villa Orange