Archive for the ‘Ich unterstuetze den Scheiss nicht mehr mit meiner Produktivitaet’ Category

Technik … Innovation … Wirtschaftlichkeit … … … Arbeitsplaetze? … gute Zukunftsaussichten? … Partizipation an der Gesellschaft?

Als Ökonomen wie Joseph Schumpeter die Innovationskrise entdeckten, nämlich die Tatsache, daß alles, was die Produktivität erhöht, auch Kosten schafft, nämlich die zur Abfindung überflüssig gewordener Arbeitskräfte, dachten sie nicht gleich daran, daß zu diesen Modernisierungskosten zunehmend solche für Polizei, Miliz und Gefängnis gehören würden.

So schreibt Dietmar in seinem Artikel „Brandmodernisierung„. Das womøglich sichtbarste Beispiel der Innovation ist

[…] [ein] Zyklus von Aufbegehren und Erschlaffung in den Elendsgürteln

Aber dann wird er pessimistisch:

Man wütet, nichts bessert sich, also läßt es nach. Dann ergibt sich irgendein neuer Anlaß, man wütet wieder und so fort. […]

Abschlieszend dann ein Appell an die Techniker, mehr zur Diskussion beizutragen:

Wenn eine Gesellschaft, die so hochindustrialisiert ist wie die hiesige, keine andere Form des Gesellschaftszusammenhangs erfinden kann als die Lohnarbeit, muß sie mit solchen Zyklen leben.

Oder anders: Menschen sterben und werden weiterhin sterben wg. „besserer“ Technologie! Und zwar so lange, wie die eigentlichen Probleme nicht geløst werden!

Weiteres dazu bspw. hier und hier als direkteste Beitraege zu diesem Thema.

So schreibt es Dietmar Dath in seinem lesenswerten Artikel „Das Einzeltätervolk und seine Taten„.

Zur besseren Einordnung møchte ich das folgende zitieren:

Wer jemals Internetforen auch nur überflogen hat, in denen wirkliche oder vermeintliche Verlierer der wirtschaftlichen, sozialen, demographischen und globalstrategischen Prozesse der letzten Jahre ihr Mütchen kühlen, schaut einem Monster in den Rachen, das, wo es darf, grunzt, brüllt und die Zähne fletscht.

Weiter steht dort.

Die „Talking Points“ des Cyber-Mobs sind immer dieselben: Eine landesverräterische Wirtschaft und ihre Politik ließen genetisch inferiore Einwanderer ins Land; die lobbyistische „Beschwerde-Industrie“ […] schinde für Nichtweiße, Nichtmänner und sonstige Außerirdische […] immer neue Sonderbonbons heraus; der Respekt vor Recht und Ordnung werde durch hysterische Berichterstattung über bedauerliche Gesetzeshütermissgriffe […] zerstört.

Klingt irgendwie bekannt, nicht wahr.
Und waehrend man oben den ueberschaeumenden weiszen Wahn noch den dummen Nazis zugedachte, so ruecken wir mit dem zweiten Zitat doch schon eher in die Naehe von bspw. pegida und afd.

Dietmar schreibt direkt im Anschluss dann auch gleich weiter:

einige dieser Ideen sind amerikanische Spezialitäten, in Europa blökt derselbe „Widerstand“ vielleicht eher „das Abendland wird islamisiert“ […].

Und da waren sie. Die Leute, bei denen der sog. Bildungsbuerger, sich deren grundlegende Angst vor allem Fremden lieber als „Skepsis vor Authoritaeten“ erklaert. Denn „Angst vor dem Fremden“, das klingt doch zu sehr direkt nach Nazis. In den Koepfen all zu vieler. Und das passt nicht ins Weltbild all derer, die meistens von anderen, gut gebildeten Menschen umgeben sind. Denn wenn es so viele Menschen gibt, die im Elementaren irgendwie schon mit Nazis sympathisieren, denn muss schon irgendwas fundamental falsch sein. Aber grundsaetzlich falsch kann … nein! DARF! nichts sein in Dtschl. Uns Euch geht es schlieszlich doch irgendwie noch gut.

Aber was rede ich seit ueber einer Dekade. Bevor ich meinem Aerger hier noch weiter Luft mache, mag ich lieber mehr zitieren. Denn das ist besser beobachtet und viel besser be- und geschrieben.

Der von mir so geschaetzte Dietmar Dath schreibt dann sehr direkt etwas zu den zugrundeliegenden Mechanismen:

Der Groll […] richtet sich dagegen, dass ihnen soziale Sicherheiten abhandenkommen, von denen sie glaubten, sie stünden ihnen zu […]

Und das ist wichtig, denn …

Vor dem „Zusammenbruch der Ordnung“, […] steht etwas Allgemeineres. Bevor die Gemeinschaft „keine Ordnung“ […] mehr hat, fällt sie auseinander, indem der soziale Kitt flöten geht, der nötig ist, damit Hierarchiepositionen überhaupt fallweise zugeordnet werden können.

Wer meinem Weblog folgt, dem wird dies nicht unbekannt vorkommen. Stabilitaet kann es nur geben, wenn alle (!) an der Gemeinschaft partizipieren kønnen. Deswegen bezahle ich Steuergelder. Damit die, die weniger Glueck hatten als ich, trotzdem an der Gesellschaft partizpieren kønnen. Und die paar Hanseln, die das ausnutzen, die kønnen wir uns locker leisten und sind ein winzigkleiner Preis fuer Freiheit und Wohlstand fuer alle (und insb. fuer mich).

Abschlieszend schreibt Dietmar, warum der „soziale Kitt“ fløten geht:

Als Liverpool 1981 in Armut und Gesetzlosigkeit kippte, schlugen Gesellschaftsingenieure um Margaret Thatcher vor, man solle sich nicht einmischen und nur die Sicherheit im Auge behalten. „Managed decline“, gesteuerter Verfall, hieß die Doktrin.

Und das ist die „Politik“ in den groszen westlichen sog. Demokratien: stillhalten! Nicht nur seitens der Politiker, sondern vor allem Seitens des eigentlichen Souveraens!

Deswegen schlieszt Dietmar dann auch mit einem Ausblick auf die Zukunft:

Seht genau hin, Bürgerinnen und Bürger der noch erträglichen Zonen: Einzeltäter. Polizeigewalt. Mobkrawalle. Managed decline: die Zukunft.

Aber Nazis! Nein! Nazis sind nur ein paar Wenige. Der Rest ist nur skeptisch gegenueber Authoritaeten. Und mal ehrlich. Sooooo schlimm wird es chon nicht kommen.

Etwas verspaetet, aber nicht minder aktuell, møchte ich kurz auf den von Frédéric Lordon geschriebenen Artikel „Für eine Gemeinschaftswährung, mit oder ohne Deutschland“ eingehen.

Darin geht es zunaechst um etwas, von dem ich denke, dass meine Leser es bereits verinnerlicht haben. Naemlich, dass der Euro im Wesentlichen ein Konstrukt von Dtschl. ist. Ein Widersinniges zudem.

Es lohnt sich daruber nochmal zu lesen, denn die Huntergruende werden ganz gut erklaert.

Wichtig hingegen ist nun das Folgende:

Man wird sagen, dass kein Glauben jemals streng unanimitär ist und dass man nicht ausschließen kann, dass er doch nicht irgendwann umgestürzt wird, das gilt auch für den deutschen monetären Glauben. […] Aber die Frage, wie immer ganz praktische, lautet: Wann?

Dazu dann direkt danach:

[…] Die Menschen krepieren in Europa und die Zeit der Geduld ist vorbei […]

und

Die Zeit der Geduld ist zu Ende, es ist die Zeit gekommen, etwas anderes zu tun!

Soweit zu uns. Aber wer setzt uns diesen „Gedankenfrasz“, den wir immer so schoen in uns reinstopfen, denn vor?
Im Artikel wird dazu etwas weiter ausgeholt bzgl. der dtsch-franzøsischen Beziehungen. Um dann auf die zu erwartende Antwort zu kommen:

[…] der Mythos des deutsch-französischen Paares […] [ist] im Wesentlichen einer der Eliten […]

So weit so klar, aber das nachfolgende Zitat møgen sich meine Leserinnen und Leser mal durch den Kopf gehen lassen. Denn dadurch, dass dieser Mythos „im Wesentlichen einer der Eliten“ ist, ist

[…] er kein grundsätzlicher Teil der symbolischen Grammatik des sozialen Körpers […].

WICHTIG!!! MERKEN! Elite ist scheisze! Und alles was von denen kommt auch! IMMER! Ob das nun die selbsternannte Psuedoelite ist oder die meist unsichtbare wahre Elite.

Mhm … was steht in diesem Beitrag eigtl.?

Anders machen! Sofort! Das steht hier.

Vorschlaege wie das angestellt werden kønnte, gibt es in besagtem Artikel.

Jedenfalls machen wir allen diesen Vorschlag, jetzt und für später. Wer will, der höre zu und komme.

… denn die Alten funktionieren nicht mehr.

In diesem Beitrag møchte ich an das anknuepfen, was ich in der kurzen „Zaesur„-Reihe schrieb.
Dazu werde ich Zitate aus dem absolut lesenswerten Artikel „Information Consumerism – The Price of Hypocrisy“ gebrauchen (Hervorhebungen sind von mir) und mit eigenen, Kommentaren beisteuern.
Mich duenkt, ich zitierte bereits daraus, aber ich bin gerade zu faul rauszusuchen in welchem Beitrag das war.

Normalerweise versuche ich Zitate so weit wie møglich auf das Wesentliche zu kuerzen. Diesmal habe ich mich aber entschieden laengere Zitate zu gebrauchen. Zum Einen um nochmal gewisse Tatsachen ins Gedaechtnis zu rufen, zum Anderen um meine vorherigen Behauptungen zu unterstuetzen und zum Letzten um natuerlich zur Intention dieses Artikels zu gelangen.

Genug der Vorrede, los geht’s. Zunachst nochmals die Situation ins Gedaechtnis rufen:

What will happen in five years, as all objects and appliances turn “smart” – i.e. they suddenly have a cheap but sophisticated sensor built into them – and become connected to each other and to the Internet? Many such objects are already commercially available and many more will be soon: smart forks that monitor how fast we eat; smart toothbrushes that monitor how often we brush our teeth; smart shoes that tell us when they are about to get worn out; smart umbrellas that go online to check when it will rain and warn us to take them with us on leaving the house. And then, of course, there’s that smartphone dangling in your pocket and – soon – Google Glasses adoring your face.

Sehr offensichtlich gilt:

All these objects are capable of generating a data trail.

und deswegen:

[…] they don’t have to install a security camera in your kitchen to know what you’ve been eating: they can figure it out by tinkering with the smart toothbrush in your toothbrush or the smart trashbin in your kitchen.

Wie war das nochmal? Ich habe ja nichts zu verstecken und so?

Aber wer kauft sowas eigentlich?

Niemand … bzw. WIR! Denn wir werden es nicht kaufen muessen, wir werden es geschenkt bekommen … siehe bspw. kostenlose E-Mails (im Artikel kommt gmail zur Sprache) oder:

One set of business models will supply us with gadgets and objects that will either be free or be priced at a fraction of their real cost. In other words, you get your smart toothbrush for free – but, in exchange, you allow it to collect data on how you use the toothbrush. It’s this data that will eventually finance the cost of the toothbrush. Or, for objects with screens or speakers, you might see or hear a personalized ad based on your use of the device – and it’s the ad that will underwrite the cost.

Hørt sich doch eigtl. ganz gut an, oder nicht? Neue Technik und wir muessen nicht fuer bezahlen.

Aber kann das wirklich funktionieren? Das will doch keiner haben! Da merken die Leute doch sofort, dass da was mit faul sein muss, wenn denen das geschenkt wird. Hmmm …

This, for example, is the model that Amazon is already pursuing with its Kindle ereaders: if you want a cheaper model, you simply accept to see advertising on their screens. Amazon’s ultimate Faustian bargain would be to offer us a free ereader along with free and instantaneous access to all of the world’s books on one condition: we will agree to let it analyze everything we read and serve us ads accordingly.

Ach, so schlimm ist das nicht. Werbung guck ich sowieso nicht an und wenn ich Werbung bekomme, fuer Produkte die mich wirklich interessieren, ist das doch eigtl. was Gutes.

Und mehr als Werbung geht ja sowieso nicht. … Doppel-Mhm …

Under a slightly modified model […] you can actually make money off that data by selling it yourself – and not just from the toothbrush but from across any smart object that you interact with: your car, your desk, your trashbin. One start-up – Miinome – even allows you to make money by putting up your genetic code online; whenever a third-party company accesses it – perhaps, to customize advertising or to use it in some Big Data experiment – you get a small payment.

Ich raeume ein, die Datenkatastrophe (oder gern auch Informationsapokalypse, ich mag kraeftige Woerter) ist ziemlich esoterisch

[…] etwas Irrationales, Rätselhaftes bis Nebulöses, das nur von Eingeweihten zu verstehen ist und dessen praktischer Nutzen eher theoretischer Natur ist […].
(aus Wikipedida: Esoterisch)

Deswegen wird in dem Artikel etwas Bekanntes, in dem wir uns ja eigtl. alle einig sind, zur Veranschaulichung herangezoegen. Die sich vor unseren Augen abspielende Klimakatastrophe. Und weil das so gut geschrieben ist, uebernehme ich das hier.

For much of the 20th century, we assumed that our energy use was priced correctly and that it existed solely in the consumer paradigm of “I can use as much energy as I can pay for.Under that paradigm, there was no ethics attached to our energy use: market logic has replaced morality […]

But as we have discovered in the last decade, such thinking rested on a powerful illusion that our energy use was priced correctly – that we in fact paid our fair share. […]

But of course we had never priced our energy use correctly because we never factored in the possibility that life on Earth might end even if we balance all of our financial statements.

Das ist zwar alles (mittlerweile) fuer die Leserinnen und Leser dieses weblogs vøllig klar und eindeutig, aber das ist so WICHTIG (!!!) dass ich das hier nochmal explizit stehen haben møchte. Wir haben bei der Klimakatastrophe Dinge nicht mit einkalkuliert, die verheerende Kosten nach sich ziehen kønnten, vermutlich werden.

Soweit zum Analogon. Dies møgen meine Leserinnen und Leser bitte im Hinterkopf behalten, wenn es mal wieder schwer faellt, sich die Informationsapokalypse vorszutellen.

Weiter geht es dann im Artikel mit …

we cannot imagine an information disaster as easily as we can imagine an environmental disaster. 

Und wer ist Schuld? So Leute wie ich sind mindestens mit daran schuldig:

[…] our technophilic intellectuals, in love with Silicon Valley and buzzwords like “innovation”, are partly to blame.

Mhm … immer nur meckern, aber mach doch mal einen besseren Vorschlag.

Nicht sehr konkret, aber ein Anfang:

What we need is a sharper, starker picture of the information apocalypse that awaits us in a world where personal data is traded like coffee

Mit der Zaesur-Reihe hab ich das ja ein bisschen versucht.

Diesbezueglich kommt der Autor dann auch zu sprechen auf das was ich dort bereits erwaehnte. Den geringeren Preis zu zahlen bei einer Versicherung, weil man erlaubt, dass diese die Logs der Zahnbuerste (oder des Tachometers) mitlesen duerfen, ist die eine Seite der Medaille.

Great: if you are better than the average, you get to pay less.

Und die andere Seite ist:

But the problem with averages is that half of the population is always worse than the benchmark. […] that other half will be forced to pay more […].

Wen kuemmert das schon? Ich befuerchte niemanden, denn …

[…] for as the more successful of us take on self-tracking, most social institutions would (quite logically) assume that those who refuse to self-track have something to hide. Under this model, the implications of my decision to trade my personal data are no longer solely in the realm of markets and economics – they are also in the realm of ethics

Und „ethics“ … pfffffff … wen interessiert dieses Geschwaetz der Akademiker denn schon?

Aber hey … wenigstens haben so Spinner wie ich eine Aufgabe.

Making these consequences more pronounced and vivid is where intellectuals […] ought to focus their efforts. We should do our best to suspend the seeming economic normalcy of information sharing. […] Information sharing might have a vibrant market around it but it has no ethical framework to back it up.

Mhmmm … Mist „Informationsapokalypse“ … Computer und so …sollte man das nicht besser den Profis ueberlassen?

It’s wrong to think that all this digital stuff can just be […] delegated to the […] people who know how to code.

Und warum ist das verkehrt?

This “digital stuff” is of fundamental importance for the future of privacy, autonomy, freedom, and democracy itself [!!!]

Aber genug des theoretischen Geschwafels.

What we must focus on is creating environments where actual freedom can still be nurtured and preserved.

Da habe ich ja grosze Hoffnung, dass das bspw. die Hackerspaces sein kønnten, die ja nun in zahlreichen Staedten entstehen. Und ich møchte da nochmal drauf hinweisen. Um dort mitzumachen, muss man nicht programmieren oder løten kønnen. Die Damen und Herren dort kønnen mal ’ne andere Sicht auf die Dinge ganz gut gebrauchen. Auszerdem soweit ich Hacker bisher kennengelernt habe, sind die auch ganz lieb und møchten gerne helfen. Ein guter Grund dort mal aufzuschlagen waere ja um E-Mail Verschluesselung eingerichtet zu bekommen.

Aber Hackerspaces muessen nicht die einzige Møglichkeit sein.

Warum brauchen wir ueberhaupt „(semi)øffentliche Raeume“ fuer die Freiheit? Nun ja, der Rueckzug ins Private hat noch nie funktioniert! Da braucht man sich ja nur die letzten 100 Jahre der Menschheitsgeschichte, insb. In Europa anzuschauen.

Aber um diesen Artikel nicht zu positiv abzuschlieszen und den Finger nochmal in die eiternde Wunde zu halten:

Let’s face it: most of us would rather not think about the ethical implications of smart toothbrushes […]

The least we can do is to acknowledge that the crisis is much deeper and that it stems from intellectual causes […].

Und ganz konkret nochmal:

Information consumerism, like its older sibling energy consumerism, is a much more dangerous threat to democracy than the NSA.

Mich juckt’s ja jetzt auch noch das hier zu schreiben:

Facebookkonto løschen! Jetzt!

Und dann ueberlegen, ob man verschluesselte Mails nicht eigentlich doch recht fetzig waeren. … Hinweis: Sind sie! Versprochen.

Vor einiger Zeit geisterte ein wichtiger Artikel mit dem Titel „On the Phenomenon of Bullshit Jobs“ durch’s Netz.

Wer meiner interessierten Leser und Leserinnen hat den eigtl. gelesen?

… … …

An dieser Stelle mal eine Art Zusammenfassung mit eigenen Gedanken dazu.

Zunaechst einmal ist die von uns so unreflektiert immer wieder wiederholte und selten lauthals angeprangerte Arbeits“ethik“ schon lange nicht mehr nøtig. Ich schrieb das ja schon øfter mal und werde das auch in Zukunft immer wieder wiederholen:

In the year 1930, John Maynard Keynes predicted that, by century’s end, technology would have advanced sufficiently that countries like Great Britain or the United States would have achieved a 15-hour work week. There’s every reason to believe he was right.

[…] working 40 or even 50 hour weeks on paper, but effectively working 15 hours just as Keynes predicted, since the rest of their time is spent organising or attending motivational seminars, updating their facebook profiles or downloading TV box-sets.“

Der zweite Teil klingt so wie ALLE meine Lohnarbeiten bisher. Angefangen bei meiner Doktorarbeit, ueber meinen Jobb als Laborleiter und ins extreme verzerrt jetzt in der sog. „freien“ Wirtschaft. Fuer mein Studium wurde ich nicht bezahlt.

Was fuer eine Verschwendung meiner wertvollen Lebenszeit. Und auch eurer.

So beim Schreiben kommt mir der Gedanken, dass ich in erster Naeherung an diese These zunaechst die wichtigsten Berufe in allen Gesellschaften – Lehrer, Krankenschwestern, Muellarbeiter usw. – ausnehmen wuerde. Ich hatte und habe den Eindruck, dass diese Menschen ueberwiegend sinnvolle Arbeiten verrichten, in den Zeiten, die sie dafuer auch bezahlt werden.

Aber weiter im Text. wie immer bei wahrhaft „groszen“ (da die ganze Gesellschaft betreffenden) Dingen, steckt hinter dieser „Masche“ der Wille, die Leute „klein“ zu halten:

The answer clearly isn’t economic: it’s moral and political. The ruling class has figured out that a happy and productive population with free time on their hands is a mortal danger […]. And, on the other hand, the feeling that work is a moral value in itself, and that anyone not willing to submit themselves to some kind of intense work discipline for most of their waking hours deserves nothing, is extraordinarily convenient for them.

Und nicht nur fuer die „herrschende Klasse“, sondern auch fuer uns, nicht wahr. Ihr, meine lieben Leser kennt meine Meinung bzgl. den „dummen und faulen Schweinen“. Deswegen wiederhole ich mich an dieser Stelle nicht weiter.

Und wieder die wichtige Frage: wer ist „them“:

There’s a lot of questions one could ask here, starting with, what does it say about our society that it seems to generate an extremely limited demand for talented poet-musicians, but an apparently infinite demand for specialists in corporate law? (Answer: if 1% of the population controls most of the disposable wealth, what we call “the market” reflects what they think is useful or important, not anybody else.)

Und dann das was ich oben schon schrieb, nur (wie so oft) schøner ausgedrueckt.

How can one even begin to speak of dignity in labour when one secretly feels one’s job should not exist? How can it not create a sense of deep rage and resentment. Yet it is the peculiar genius of our society that its rulers have figured out a way […] to ensure that rage is directed precisely against those who actually do get to do meaningful work. For instance: in our society, there seems a general rule that, the more obviously one’s work benefits other people, the less one is likely to be paid for it.“

Da waren sie wieder. Die Krankenschwester, Lehrer, Polizisten usw. Warum bekommen die eigtl. weniger Geld als ich?

Oder wie der Autor das so schøn ausdrueckt:

Say what you like about nurses, garbage collectors, or mechanics, it’s obvious that were they to vanish in a puff of smoke, the results would be immediate and catastrophic. A world without teachers or dock-workers would soon be in trouble, and even one without science fiction writers or ska musicians would clearly be a lesser place.

Aber hey, eigtl. ist doch schon alles knorke, so wie’s ist. Wir muessen doch gar nichts aendern, denn es funktioniert doch alles so gut:

Even more perverse, there seems to be a broad sense that this is the way things should be. This is one of the secret strengths of right-wing populism.

Oder anders:

If someone had designed a work regime perfectly suited to maintaining the power of finance capital, it’s hard to see how they could have done a better job. Real, productive workers are relentlessly squeezed and exploited.

Haette _ich_ das denn gern anders?

Da muss ich erstmal kurz ueberlegen, aber die Antwort ist: selbstverstaendlich!
Ich bin mir sehr bewusst, dass es gleich auch mich betreffen wuerde.

Andererseits hørt sich eine 15 Stunden Arbeitswoche gar nicht so schlimm an. Insb. Dann nicht, wenn alle auch vernuenftig dafuer bezahlt werden.

Da wuerde ich auch Muelltonnen fuer leeren oder im Supermarkt schuften.

Arbeit um die Rechnungen zu bezahlen und den Rest der Zeit frei fuer wichtige Dinge. Das find ich gut.

Auf der phil.Cologne haben sich der (Wissenschafts)Journalist Ranga Yogeshwar und der FAZ-(Mit)Herausgeber Frank Schirrmacher ueber die absehbaren Folgen einer in Algorithmen gefassten Welt menschlichen Gesellschaft unterhalten.

Ich møchte gern viele der in diesem Gespraech gesagten Sachen mit Dingen verknuepfen, die ich so auch schon immer mal erwaehnte. Nicht um bestaetigt zu werden. Sondern weil ich denke, dass das was ich diesbezueglich meine, durchaus richtig ist, ich dies aber nicht so gut ausdruecken kann.
Dies wird fuer einen Artikel aber zu viel, deswegen erfolgt eine Aufteilung in mehrere Beitraege.

Auszerdem møchte ich gerne bemerken, dass die Inhalte der einzelnen Abschnitte dieser Beitraege wohl durchdacht sind und mit dem groszen Ganzen zusammen haengen. Das sage ich ausnahmsweise mal im Voraus, damit es nicht wie mein oft uebliches (?) „Nase ruempfen“, „schimpfen“, und „abschweifen“ aufgefasst wird.

Zunaechst møchte ich etwas ausholen, denn dieses Gespraech kam ueberhaupt erst zustande, aufgrund der Enthuellungen, welche Edward Snowden uns bescherte: dass unsere Privatsphaere im Netz nicht existiert. Jedenfalls nicht ohne zusaetzliche Masznahmen, die jeder einzelne ergreifen muss.
Und, nicht zu vergessen ist natuerlich, dass diese derart gewonnenen Informationen auch gegen uns verwendet werden! Dazu aber an anderer Stelle mehr.

Ausholen møchte ich nun fuer diesen ersten Beitrag, bezueglich der Art und Weise, wie ich es empfinde, dass versucht wird, in dieser ganz konkreten Sache die Bevølkerung aufzuklaeren.

Leider wird all dies mit Begriffen wie bspw. „Skandal“, „ausspionieren“ oder „abschnorcheln“ verniedlicht.
„Ein Skandal bezeichnet ein Aufsehen erregendes Ärgernis“ (wikipedia); aber als ein „Aergernis“ darf (!) man dieses mit Fueszen treten fundamentaler Buergerrechte nicht nennen!
Die Benutzung des Begriffes „Spionage“ ist semantisch natuerlich vøllig richtig ist. Doch im alltaeglichen Gebrauch ist das Wort „ausspionieren“ doch eher bspw. mit einem Elternteil verbunden, welches die Kurzmitteilungen auf dem Telefon des Kindes liest, um raus zu finden, mit wem es sich so trifft.
Und wenn ich „schorcheln“ høre, dann blitzt da irgendwie immer ganz kurz die Erinnerung an erlebte Sommer am Badesee auf. Oder ein Kind, welches mittels eines Strohholms, sehr geraeuschvoll die letzten Reste Cola aus dem Glas schluerft.
Im Wesentlichen gilt Derartiges fuer viele der diesbezueglich gebrauchten Worte, die ich im Zuge der Berichterstattung darueber las oder hørte.

Auch wenn es so scheint, so møchte ich diese Verniedlichung gar nicht direkt angreifen. Ich denke dies geschieht, weil der Einzelne die gravierende Tragweite dieser laufenden Prozesse ueberhaupt nicht begreifen kann. Deswegen wird es eben „kleiner“ gemacht. Passiert mir ja auch øfter, dass ich diese Begriffe benutze.
Aber ich møchte diejenigen, die diese Dinge doch etwas besser verstehen, bitten, der Situation angemessenere Worte zu benutzen. Wenn wir das den Leuten erzaehlen, dann muessen die anfangen sich darob unwohl zu fuehlen. (So wie wenn man bspw. in der Zeitung liest, dass ein wehrloser Familienvater, in der U-Bahn mit den Fueszen getreten wurden.)

Ebenso sollten absolut irrelevante Nebensaechlichkeiten (in dieser Sache), meiner Meinung nach nicht so viel Aufmerksamtkeit erfahren, solange sie nicht wesentlich zur Auflklaerung der Bevølkerung beitragen. Es ist sehr traurig, wenn dieses Thema gerade von den Menschen, die es besser wissen muessten, derart „herunter gekocht“ wird. Denn dies ist es, was bei gewøhnlichen Computerbenutzern haengen bleibt; dass es ja soooo schlimm gar nicht sein kann. (Wobei dieser Absatz natuerlich insbesondere auf diesen einen, verlinkten, Begriff gemuenzt ist).

Aber auch hierbei gilt vermutlich das Gleiche wie oben: Humor hilft, dies alles irgendwie zu fassen.

Es ist die Botschaft die zaehlt, die wir (irgendwie) „technikaffinen“ Menschen (und dazu zaehle ich die Leserschaft dieses weblogs durchaus) allen anderen Handelnden unser Gesellschaft vermitteln, durch die Art und Weise, wie wir dieses Thema selbst behandeln.

Ist diese Botschaft eher ein
– Alles nicht sooooo schlimm und irgendwie wird es sich schon wieder richten, oder
– das Ende der freien Gesellschaft, wie wir sie bisher kannten!

Zu Letzterem dann ebenso an spaeterer Stelle mehr.

Es ist durchaus wieder das Verhalten des Einzelnen, welches mitbestimmt, ob wir eine bessere Gesellschaft bzw. eine bessere Verwaltung der Gesellschaft haben in 10, 20 oder 50 Jahren.
Das Verhalten des Einzelnen – Selbstbestimmung! – ist auch immer wieder Thema in dem oben erwaehnten Gespraech. Deswegen werde ich darauf zurueck kommen.
Hier in diesem Beitrag mache ich es eben an gewissen sprachlichen Elementen aus. Weil ich denke, dass ich da durchaus ein klein wenig zu beitragen kann.

Durch das Verhalten des Einzelnen erfolgt dann auch die Verknuepfung zur Zaesur.

Eine Zaesur ist eine „Grenze zwischen zwei Zeitepochen“. Da es geschichtlich aber keine scharfen Grenzen gibt, ist es vielmehr ein Uebergang. Ein schneller und bisher von den meisten nicht als relevant (an)erkannter Uebergang.

Wie wir (!), als Einzelne und als Gesellschaft, diesen Uebergang mitbestimmen, wird entscheidend sein, wie die naechste „Epoche“ aussehen wird.

Edward Snowden ist vermutlich der allerwichtigste Mensch im Zusammenhang mit eben dieser Zaesur. Denn er hat, trotz all der (vermutlich gar lebensbedrohenden) Nachteile, entschieden, dass er mitbestimmen will. Seine Art der Mitbestimmung war, dass er ueberhaupt erstmal die Øffentlichkeit mit „Daten“ versorgt.
Auf der Grundlage eben dieser Daten kann endlich (und muss!) eine fundierte øffentliche Diskussion stattfinden.
Damit meine ich nicht nur eine Diskussion der z.Z. aktuellen und ganz konkreten ekelerregenden Ungeheuerlichkeiten.

Solche eine Diskussion, die sich selbst auch erstmal nur tastend ins Unbekannte vorwagt, ist das oben erwaehnte Gespraech.

Dieser und die kommenden Artikel sollen also NICHT das sonst uebliche (?) „rumhacken“ sein. Auch wenn es mglw. wieder so scheinen wird.

Es soll aber eine explizite Aufforderung an meine Leserschaft sein, mehr darueber zu diskutieren, in was fuer einer Gesellschaft sie møchten, dass ihre (potentiellen) Kinder aufwachsen. Und dies nicht nur im (sich selbst bestaetigenden) ueblichen sozialen Umfeld, sondern gern mit allen møglichen Leuten (bspw. auch mit dem Chef oder Arbeitskollegen).

Ich selber versuche in diesen Beitraegen die rasch voranschreitenden, fuerchterlichen Entwicklungen, mit dem Alltags(er)leben des Einzelnen zu verknuepfen. In der Hoffnung, dass dies die Dringlichkeit, welche in diesen Angelegenheiten geboten ist, unterstreicht.

Denn wie ich an anderer Stelle bereits schrieb:

Ich halte uns (ganz konkret uns, aber auch die Menschen als Ganzes) fuer allzeit und fundamental handlungsfaehig.

So oder so aehnlich sollte es grosz auf Computern stehen, die mit Windows 8 verkauft werden.

Der Grund dafuer ist der Folgende: Microsoft verlangt von den Hardwareherstellern, dass diese ein bestimmtes Merkmal aktivieren muessen, wenn das Windows 8 Betriebssystem auf dieser Hardware laufen soll.

Microsoft nennt es „secure boot“ und soll nur die Ausfuehrung authorisierter Software erlauben.

Der richtige Name dieses Merkmals sollte aber viel mehr „gesperrter Boot(vorgang)“ heiszen. Der Monopolist Microsoft behauptet natuerlich, dass ja dann alles „authorisiert“ werden kønnte und gut ist. Es ist aber nachgewiesen, dass die Ausfuehrung sog. „nicht authorisierter“ Betriebssystemsoftware auf dieser Art Hardware faktisch ausgeschlossen ist. Dies umfasst auch die breite Palette an freien Betriebssystemen.

Dieses Merkmal kann NICHT vom Nutzer abgeschaltet werden!

Wie schon beim Digitalen Restriktions Managment bezahlt ihr somit viel Geld fuer eine Ware, die euch dann aber niemals gehøren wird.

Gegen den Einwand, dass das ja nicht so schlimm waere, weil man doch sowieso Windows als Betriebssystem verwenden will wuerde ich die folgende Frage stellen: wuerdet ihr, meine lieben Leser, es akzeptieren, wenn euer Auto nur mit Benzin von einer ganz bestimmten Tankstellenkette fahren wuerde?
Ich denke, dass die Antwort darauf „nein“ ist.

Warum ist das aber wichtig? Auf all die Argumente, im Zusammenhang mit dem Missbrauch von Monopolstellungen, møchte ich nicht eingehen.
Aber das folgende Szenario ist mitnichten weit hergeholt.

Nehmen wir eine Schule an (oder weniger wohlhabende Menschen), welche sich gebrauchte PCs (mit diesem Merkmal) kauft, um ihren viel zu alten PC-Pool aufzufrischen. Ein Vorgang, der gar nicht so selten ist.

Ueblicherweise wird dabei KEIN Betriebssystem mitgeliefert, da die Festplatte leer ist.

Nun kann sich die Schule aber sicherlich NICHT die Lizenz fuer bspw. zwei Dutzend Windows-Versionen leisten. Denn das ist schweineteuer und Geld fuer Schulen ist rar.

Wenn diese Hardware aber das Merkmal des gesperrten Bootvorganges aufweist, hat die Schule gar keine Wahl, da es ja keine freien Betriebssyteme ausfuehren darf.

Es bleiben also zwei Møglichkeiten:
– Die gebrauchten Computer nicht benutzen, eine Verschwendung von Steuergeldern also einfach hinnehmen (muessen) und den Schuelern keinen modernen Unterricht anbieten kønnen. Was soll das auch? Privatschulen stehen nicht vor dem Problem und somit betrifft es ohnehin nur die Kinder der faulen Sozialschmarotzer auf den øffentlichen Schulen.
– Microsoft NOCH MEHR Steuergelder in den Rachen werfen, damit die Windowslizenzen gekauft werden kønnen.

Das klingt doch beides nicht wirklich gut fuer eine Gesellschaft.

Microsoft nutzt also seine Macht um die Gesellschaft (und somit auch mich und euch, meine lieben Leser) zu erpressen, ihre Software zu kaufen.

Im uebrigen gilt dies natuerlich nicht nur fuer diese beiden Beispiele. Nehmt ihr, meine lieben Leser, mal an, dass ihr euch einen Computer mit einer derartigen Erpresserfunktion kauft.
Ein Betriebssystem ist ja leider meist schon immer mit drauf beim Kauf. Auch wenn die Entwicklung im PC-Markt rasant ist, so wird die zugrunde liegende Technik ja meist nicht schlecht. Und wenn ihr nun nach ein paar Jahren dann ein neues Betriebssystem installieren wollt, bspw. damit die neuesten Softwareversionen laufen, dann geht das nicht. Ihr seid also gezwungen euch einen neuen Rechner zu kaufen. Und der Alte? Der landet høchstwahrscheinlich im Schrott, obwohl er eigtl. noch von euch zu gebrauchen waere, wenn nicht diese Erpresserfunktion darauf waere.

Somit ist also bei all diesen, gar nicht so fiktiven, Szenarien, auch die Umwelt massiv betroffen. Aeltere, aber immer noch durchaus brauchbare PCs, kønnen nicht mehr (mglw. an anderer Stelle) weiter benutzt werden. Sie muessen also weggeschmissen werden!

Microsoft mag das grøszete Uebel sein, aber auch Apple, Android und andere, sperren den Boot(vorgang) auf mindestens einigen ihrer Systeme.

Zum Glueck gibt es aber (wieder mal) die Free Software Foundation. Diese hat naemlich eine Kampagne ins Leben gerufen, um den Hardwareherstellern klar zu machen, dass wir, die muendigen Buerger (!), dies nicht dulden.

Fuer diejenigen, denen es nicht egal ist, dass sie viel Geld fuer etwas ausgeben, welches Ihnen dann nicht gehørt, oder fuer diejenigen, denen die vernuenftige Bildung aller Kinder in unserer Gesellschaft am Herzen liegt, fuer die ist es mit minimalem Aufwand møglich, die FSF zu unterstuetzen. Zu unterstuetzen in ihrem Streben nach einer freieren Gesellschaft. Wie schon bei der Kampagne gegen Digitales Restriktions Managment, ist es auch hier wieder mit nur der „Unterschrift auf einer Petition“ getan.

Es lohnt sich, denn die møglichen Folgen, wenn irgendwer mit solchen Forderungen durch kommt, waeren katastrophal. Mindestens fuer freie Buerger, wie wir welche sein wollen.
Man denke nur bspw. daran, dass die alten Stromzaehler so langsam, aber sicher, gegen digitale ausgetauscht werden. Da kønnte ja dann auch eine Sperre eingebaut werden, die nur noch Økostrom durchlaeszt.
Wollen wir so etwas? Oder aehnliche fuerchterliche Dinge? ICH will das nicht! Deswegen mache ich hier auf die ersten Schritte in diese Richtung aufmerksam und hoffe, dass es nach auszen getragen wird.

„Nicht møglich!“ denkt man sich da? Oder, dass das doch hanebuechene Beispiele sind?
Ich wuerde mal sagen, dass der Stromzaehler nur noch Økestrom durchlaeszt, ist ungefaehr so unmøglich wie, dass man auf „seinem“ Computer keine andere Software ausfuehren kann. Digitaler Strom laeszt sich naemlich mit digitalen Sperren leicht kontrollieren.

Darum ausnahmsweise eine direkte Bitte an euch, meine Leser: bitte unterstuetzt diese Kampagne der Free Software Foundation. Ihr kønnt mir hier (oder privat ueber die ueblichen Kanaele) gerne Fragen stellen, wenn ich mehr ins Detail gehen soll, warum das so wichtig ist, bevor ihr da etwas unterschreibt.

Es ist aber wichtig. SEHR wichtig, dass niemand, mit solchen Forderungen Erfolg hat!

… … …

Auszerdem waere es ein gar wunderbares Geburtstagsgeschenk :)

Es gibt im Netz viele Menschen, die kønnen sich viel besser ausdruecken als ich das gestern tat.

Beispielsweise dieser bereits verlinkte Artikel oder der Nachtrag dazu. Andere Beispiele sind hier oder auch hier zu finden.

Die letzten zwei Artikel, sind Beispiele fuer relativ  gute Analysen der parteipolitischen Situation und der Wahlprogramme.

Aber ebenso machen diese Artikel den Eindruck auf mich, als ob nicht ausgebildete Journalisten versuchen, dort irgendwie „objektive“ Beitraege zu schreiben. Dies misslingt zwar nicht auf ganzer Strecke, aber doch im Wesentlichen.

Sei es deswegen, weil mal wieder auf den „Spinnern“ bei den Piraten rumgehackt wird oder den Altkommunisten in der Partei Die Linken OHNE dabei auch nur mit einem Wort auf die Leute mit unterirdischen, meiner Meinung nach durchaus nationalsozialistischen Ideen nahestehenden, Meinungen, bei der SPD oder der CDU einzugehen.

Das wirkt mir doch zu sehr, wie das Nachplappern der Propaganda der etablierten Medien. Dort hørt sich das ja schlieszlich auch alles sehr plausibel an!

Zum Anderen schaffen es die Autoren nicht, sich aus ihren alten, anerzogenen parteipolitischen Ecken so richtig zu verabschieden. Ist ja ganz natuerlich, man gibt lieb Gewonnenes nicht so leicht auf, aber die SPD ist einfach mal NICHT waehlbar, wenn man willig ist, aus den letzten 15 Jahren zu lernen. Auch nicht prinzipiell a la „eigentlich wuerde ich ja gerne, der alten Zeiten wegen und ich bin ja schlieszlich „Sozialdemokrat“, aber ihr habt so viel Scheisze gebaut, dass selbst ich das nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbaren kann; nun ja, bis zum naechsten Mal bessert ihr euch bestimmt“.

Oder (wie in dem Artikel von A. Stefanowitsch) „man“ steckt irgendwie schon wieder in einer neuen Parteiwunderwelt, in der man alles Glaenzende fuer Gold haelt.

Um es zusammen zu fassen: Die Leute empfehlen ebenso, Die Linke zu waehlen. Diese Empfehlung geschieht irgendwie auf halbwegs rationaler Ebene, indem die Programme der Parteien verglichen und bewertet wurden. Ich finde es toll, zeigt dies doch, wie sehr sich das Programm der Partei Die Linke und deren Politiker, die eine Ersttimme bekommen kønnen, positiv vom Rest unterscheidet.

Aber wie oben geschrieben: objektiv sind diese Artikel NICHT!

Da frage ich mich doch, warum der Versuch unternommen wird, Artikel ueberhaupt so verfassen zu wollen? Und warum (meistens) nur beim Thema Wahl, waehrend die meisten anderen Themen doch sehr subjektiv angegangen werden?

Warum ist das so? Sind die Prinzipien der Demokratie mittlerweile so sehr von den Menschen entkoppelt, dass diese die nicht mehr _fuehlen_? Dass das nur noch eine rationale (oder gar nur anerzogene?) Entscheidung ist, in einer Demokratie leben zu wollen?
Wenn dem so ist, dann kønnen wir es mit dem andauernden „Experiment Demokratie“ auch gleich ganz sein lassen. Die Geschichte hat gezeigt, dass Diktaturen kurz- und mittelfristig deutlich effektiver sind und die Menschen diesen i.A. auch lieber hinterherlaufen. Platon, als Freund von Diktaturen, hat dem Willigen auch Gruende geliefert, warum so eine Staatsform die Beste sein soll.

In Kurz: Mir fehlt das Herzblut in solchen Artikel.
Zum Ausgleich gibt es davon reichlich in diesem Weblog ;)

Ich bin mir sehr bewusst, dass ein

waehlt verdammt nochmal “DIE LINKE”!

meine Leserschaft nicht dazu bringt, diese auch zu waehlen, so sie dies nicht ohnehin vor hatten.
Auszerdem bin ich mir der (von den etablierten Medien sehr geførderterten) Beisz- und Angstreflexe im Umgang mit gerade dieser Partei sehr bewusst und hatte auch nicht gedacht, dass ich „Unentschiedene“ mit meinen Artikeln dazu bewegen kønnte, Die Linke zu waehlen.
Deshalb habe ich erst gar nicht versucht mit meiner ganzen Leidenschaft diesbezueglich zurueck zu halten, um einen (misslungenen) pseudo-objektiven Artikel zu schreiben. Die Prinzipien der Demokratie und die menschenverachtende Politik in Dtschl. (innen- und auszenpolitisch) geht mir dafuer auch einfach viel zu nahe.

ABER, wer immer noch Unentschlossen ist, sollte sich mal die oben verlinkten Artikel durchlesen. Wie gesagt, ist die Analyse der Parteiprogramme halbwegs gut gelungen.

Oder wenn man ein unentschlossener Menschenfreund ist, kann man sich das auch sparen und einfach nur mal 25 Minuten Gregor Gysi zuhøren. Es lohnt sich wirklich, dies zu tun.

 

Im Uebrigen gilt das Geschriebene, wenn ueberhaupt, nur sehr eingeschraenkt fuer LeSpockys Beitraege. Er entzieht sich der Kritik, indem er ohne Begruendung einfach nur hinklatscht, was er macht. Ein cleverer junger Mann dieser Bursche. Chapeau!

Man muss ja nicht immer alles begruenden. Es ist auch sehr wichtig, dass mehr Leute (semi)øffentlich Farbe bekennen, dass eine Gesellschaft in der Naechstenliebe und Menschlichkeit NICHT belacht werden, womøglich eine Bessere ist.

Und als Allerletztes: ich kann auch relativ objektive Artikel zu ernsten Themen schreiben und trotzdem leidenschaftlich dabei bleiben. Dieser verlinkte Beitrag hat (leider) nichts von seiner Aktualitaet verloren.

Heute ist hier die Wahl der Legislative und ich habe auch schon gewaehlt.

Leider nicht die hiesige gesetzgebende Gewalt.

Ich war vor ein paar Tagen extra in der Bibliothek und habe mich durch Kommentare zu Gesetzen gelesen (auf norwegisch natuerlich) um zu schauen, ob es nicht vllt. doch geht.
In Dtschl. gibt es naemlich eine Regelung, dass, wenn jemand eine besondere Beziehung zu Dtschl. hat und dies auch begruende kann, dieser auch waehlen darf. Bspw. Polen, die im Grenzgebiet wohnen und jeden Tag nach Dtsch. zum arbeiten fahren.
Aber hier gibt es so eine Regelung nicht.

Und da war es wieder, dieses Konzept „Staatsbuergerschaft“. Das wird mir wohl auf ewig nicht erklaerbar sein. Vor allem weil ich doch tatsaechlich denke, dass wir im 21. Jahrhundert leben. Und trotzdem gibt es so ein veraltetes, sinnloses und gefaehrliches (!) Konzept immer noch. *mit dem Kopf schuettel*.
Aber die Negation dieses Konzeptes, das verstehe ich. Dazu zu einem (viel) spaeteren Zeitpunkt mehr.

Wieauchimmer, so in diese Kommentaren lesend, fragte ich mich dann doch, was denn „eine Beziehung zu einem Land haben“ bedeutet.

Nicht ausreichend in Norwegen ist

– sich vom ersten Tag an freiwillig (und als Erster) als Mitglied des Elternrates im Kindergarten zu melden,

– sich als Erster, freiwillig und ab dem ersten Tag, als Mitglied des Elternrates in der Schule zu melden,

– Vizepraesident des Schachclubs fuer Kinder zu sein,

– alle Sprachkurse mit einer eins zu bestehen, gar die Pruefung am Ende des dritten Sprachkurssemesters, die schwerer ist, als die eigentliche offizielle Sprachpruefung des Staates,

– ein Kind zu haben, welches ein Teil dieser Kultur ist, aber nicht der Kultur, dessen Staatsbuergerschaft es hat,

– Mitglied des norwegischen Teils einer Wohltaetigkeitsorganisation zu sein und viel eigenes Geld und Zeit darauf verwenden, fuer gute Zwecke in (u.a.) Norwegen eben noch mehr Geld zu sammeln,

– den Nationalsport ganz toll finden,

– gewisse nationale Nahrungsmittelspezialitaeten regelmaeszig essen und sogar wirklich møgen.

Das reicht alles nicht.

Und jetzt denke man da mal ueber Ausgrenzung nach. Wenn Einwanderer nicht so „geil“ darauf sind, ihr Herkunftsland so schnell wie møglich hinter sich zu lassen (so weit es ueberhaupt møglich ist), wie ich es war/bin.
Und um Himmels willen! Manche davon tragen auch noch Kopftuecher. Aber die Chinesen, mit ihren lustigen Hueten und Kleidern und so, die sind ja wenigstens lustig.

Aber in weniger als 2 Jahren, da kann ich so einen gewissen Zettel beantragen. Vermutlich mit einer Unterschrift drauf. Dann, und NUR dann, darf ich auch die Legislative hier waehlen.
Sonst noch wer, der das Konzept „Nationalitaet“ in der heutigen Zeit irgendwie nicht so richtig begreift? Ich sehe das so, dass es nur noch dazu dient, sich fremde Leute aufeinander hetzen zu lassen. Sollte damit nicht mal endlich Schluss sein!?

Was dies anbelangt bin ich sehr offen und wuerde mich sehr ueber Kommentare und (andere) Gedanken freuen.

Und ich muss dazu ebenso sagen, dass ich die Argumentation, warum denn nur sog. „Staatsbuerger“ waehlen duerfen, durchaus nachvollziehen kann. Das klang alles durchaus plausibel, in den Kommentaren zum Wahlgesetz.

 

Wieauchimmer, Wahlen sind auch bei euch bald.

Es wird sich WIEDER nichts aendern … oh halt doch! Es wird NOCH schlimmer werden!

Fuer alle von euch, es sei denn ihr seid reich.

Seid ihr, meine lieben Leser, euch dem alle bewusst? Also nicht nur so „jaja, kenn ich schon, ist doch schon seit Jahren so, aber was soll man machen?“-bewusst.
Ich meine so „ich kaufe jetzt lieber Margarine anstatt Butter, denn die ist guenstiger“-bewusst.
So „ich habe mir eine schlimme Infektion im Krankenhaus zugezogen; denn das wurde privatisiert und die sparen am Geld fuer die Reinigungskraefte“-bewusst?
Oder so „die Polizei hat mir das Nasenbein gebrochen bei einer Demonstration“-bewusst?
Oder vielleicht gar so „ein sehr guter Freund muss jetzt in psychologische Behandlung, weil die ihn auf dem Arbeitsamt seit Jahren wie Scheisze behandeln; der bringt sich sonst bald um“-bewusst?

Fragt euch mal, was genau an eurer eigenen und an der Gesamtsituation besser geworden ist, seitdem ich Dtschl. verlassen habe.
Und welche meiner Kassandrarufe von damals (und heute) haben sich als UNwahr heraus gestellt.
Verdammte Scheisze! Die schnueffeln euch sogar hinterher! Das hab ja nicht mal ich mich getraut zu sagen!
Ihr duerft mir das gern in die Kommentare schreiben

Auch wenn ich es irgendwie an anderer Stelle schon mal tat, møchte ich deswegen hier (noch)mal ganz explizit diesem Aufruf zur Wahl folgen.

Dies ist keine Bitte, sondern eine Aufforderung: waehlt verdammt nochmal „DIE LINKE“!

Bevor ihr irgendwo anders das Kreuz setzt, macht euren Stimmzettel lieber ungueltig. Und auch die Gruenen nicht waehlen, denn die sind auch an Hartz-IV Schuld! Wer sich zwei mal von denen verarschen laeszt, der hat es nicht besser verdient. (Dies ist natuerlich nur ein persønliches Kommentar)

In der Opposition wird „Die Linke“ mglw. das Allerschlimmste verhindern kønnen. Und sollten Wunder geschehen und es doch zu einer rot-gruen-roten Koalition kommen, kønnen sie mglw. ebenso das Schlimmste verhindern.

 

Meine Zweitstimme erhielt „Die Linke“ sowieso.

Bei meiner Erststimme war ich mir etwas unsicher. Dann schaute ich mir aber mal an, wer denn denn diese Rosemarie Hein ueberhaupt ist. Soweit dies ueberhaupt møglich ist. Und was ich da erstmal las, hat mich nicht im geringsten ueberzeugt. Es war eben das uebliche Wahlkampfgetøse.

Aber dann stiesz ich auf ihr Abstimmverhalten der letzten Jahre und muss sagen, dass sie so abstimmte, wie ich gewollt haette, dass sie abstimmt.
Vorbildlich, muss ich da sagen, auch wenn es etwas (aber nicht sehr) versteckt war auf ihrer Seite.
(Achtung: bei den ganzen Euro-„Rettungs“paketen und so, ist ziemliches Hintergrundwissen gefragt, um zu verstehen, warum ihr Abstimmverhalten, innerhalb gewisser, fundamentaler, ethischer Richtlinien, richtig war.)

Wie man sieht, ist es also relativ einfach, etwas ueber „seinen“ Abgeordneten raus zu finden. Und viel Zeit, kostet es auch nicht.

Deswegen erhielt „Die Linke“, via meiner Bundestagsabgeordneten, ebenso meine Erststimme.

Stimmzettel

… „das konnte ja niemand ahnen“, in 10 Jahren oder so, dem spucke ich ins Gesicht!

LESEN! SOFORT!

Im September dann: HANDELN! (siehe auch hier im Allgemeinen oder hier besonders zu diesem Thema).

Und vor allem nicht vor Angst die Fresse halten vor Freunden, Eltern, Verwandten, Arbeitskollegen, auf twitter, facebook, im eigenen Weblog etc.!
Denn _ein_ Kreuz auf einem Wahlzettel macht keinen Unterschied. Eine _Stimme_ allerdings schon! Und viele Stimmen kønnen auch etwas bewirken.
Und was soll so schlimm daran sein, als „weltfremder, linker Traeumer“ zu gelten, bei diesen Personengruppen?

Ihr wollt was aendern? Ihr KØNNT was aendern!

Es gibt unzaehlige Alternativen zum Bestehenden!

Man muss sich nur aktiv dafuer entscheiden.