Archive for April, 2014

Da ist er nun. Der lange erwartete B-Wing Starfighter. Hier zu sehen in Parkposition (auch wenn mir nicht bekannt ist, dass dieser Typ Angriffsjaeger auf Hoth stationiert war):

Parkposition

Damit meine Leserschaft auch die vielen Details bewundern kann, fuehrt ausnahmsweise wieder einmal Klick auf die Bilder dieses Beitrages zu einer Version mit høherer Aufløsung.

In der Atmosphaere kann dieses Vehikel auch fliegen. Dies geschieht dann mit eingeklappten Fluegeln.

Vorbreitung auf einen Angriff im Raum:

Vorbereitung

Mit vollstaendig ausgeklappten Fluegln sieht es von oben dann so aus:

von oben

Und nun – Attacke!

Angriff

Zum Abschluss dieser Miniserie noch ein paar technische Daten:

Platte

Ein interessantes Informationshaeppchen ist, dass (Admiral) Gial-„It’s-a-Trap“-Ackbar (damals noch als Commander) am Design des B-Wing Starfighters mitwirkte. Toll wa!

Zur ONS 2012 schrieb ich ja schonmal was. Deswegen kann ich diesen Beitrag wieder relativ kurz halten.

Natuerlich hatten die da auch Toiletten.

ONS 2012

Mich duenkt diese Urinale (und die Sitztoilette im folgenden Bild), waren in so einer Art Toilettenbude, welche auf dem Hof zwischen den Ausstellungshallen aufgestellt wurde.

Ich habe so ein bisschen den Eindruck, als ob das mittlere Urinal etwas schmaler ist als die zwei Aueszeren.
Die Form dieses Urinals erinnert mich ein bisschen an die Viercher aus Pitch Black.

Nicht so die Sitztoilette

ONS 2012 2

Der Spritzer Farbe durch die Toilettenbuerste, tut dem ganzen Arrangement aber sehr gut denke ich.

Den dritten Teil dieser Artikelreihe schloss ich mit einer horrenden Frage ab:

[…] [was] bedeutet [es], wenn man voraussagen kann, dass jemand eine Handlung begeht, von der er noch nichtmal selbst weisz, dass er die møglicherweise (oder auch nicht) begehen wird?

Diese Frage wurde gestellt mit dem Hintergrund einer algorithmisierten Gesellschaft. Dazu brachte ich im letzten Beitrag ein paar Beispiele.

Aber diese im NACHHINEIN (!) algorithmisierte Gesellschaft ist nur EIN Teil.

Der andere (und unmittelbarere) Teil, sind die in Echtzeit (oder beinahe in Echtzeit) algorithmisierten Handlungen der einzelenen Menschen.

Man beachte den wichtigen Unterschied: Auch wenn die vorher besprochenen Konsequenzen einer (im Nachhinein) algorithmisierten Welt, einen sehr direkt betreffen werden (bspw. durch høhere Versicherungspraemien), so funktioniert diese Algorithmisierung im Wesentlichen nicht mit einzelnen Menschen. Nur ueber grosze Gruppen kann man ein „Raster“ von „auffaelligen“ Algorithmen legen (bspw. Pizza und Cola im Kuehlschrank) und wer sich nach einem bestimmten Muster verhaelt, faellt eben durch das Raster durch und wird bestraft werden.
Das gesamte Konzept bricht zusammen, wenn man EINE Person betrachtet OHNE „externe“ Daten, also ohne den Vergleich mit anderen Menschen. Ein einzelner Mensch ist naemlich IMMER auffaellig. Bzw. kann das selbe Verhalten gleichzeitig als niemals auffaellig betrachtet werden, solange es nicht im Kontext betrachtet wird. Als Beispiel denke man sich jemanden, der jedes Mal ein Tischgebet fuehrt. Das finde _ich_auffaellig. Wenn das aber alle machen, so ist es das nicht mehr.
Diesen Kontext jedenfalls liefern die (vielen) Daten ueber die restliche Gesellschaft und das ueber viele Menschen ausgelegte Raster bestimmt erst, was nicht in die „Norm“ faellt.

Nun aber zur in Echtzeit (bzw. Quasi-Echtzeit) algorithmisierten Handlungen.

Bei 17:40 wird dazu ein Beispiel gegeben. Ranga Yogeshwar erzaehlt ueber eine Software, welche das Verhalten der Augen algorithmisiert – eyeTrack. Die Augen druecken oft aus, was wirklich in uns Drinnen passiert. Am Beispiel des Luegens møchte ich dies verdeutlichen. Wenn wir luegen, so gilt im Allgemeinen, dass:
– man den Blickkontakt zum Gespraechspartner meidet,
– die Augen verdreht,
– haeufiger blinzelt (und die Augen dabei laenger geschlossen laeszt)
– weniger haeufig die Augen bewegt (starrer Blick), und
– die Pupillen sich vergrøszern.

Dazu dann auch bei 19:37, dass mit einer erweiterten Version dieser Software, welche dann auch das gesamte Gesicht und die Kørpersprache umfasst, man also vermutlich bald effektiv erkennen wird kønnen, ob jemand luegt.
Dies wird dann sicherlich erstmal eine „lustige Party-App“ werden.

— Kurze Pause und ganz generell mal ueber andere solche „Apps“ nachdenken. —

Dann wird es kurz darauf ernsthafter. Denn in einer Welt, in der bspw. sog. „Services“ wie facebook so unhinterfragt beliebt sind, bzw. selbt bei kritischem Betrachten, benutzt werden, ist das Kommen einer Technologie wie der google-Brille nicht aufzuhalten! Und wir alle werden diese Technologie benutzen. Denn es machen ja auch alle anderen und irgend eine Ausrede wird sich schon finden, sich nicht dagegen straeuben zu muessen. Wieder kønnte hier facebook derzeit als aktuelles Beispiel herangezogen werden.

Und so eine Brille (oder Hut, oder Ring, oder Pullover etc. pp.) kønnte einem dann gleich erzaehlen, ob der Gespraechspartner luegt. Und das laeszt sich auch super gut verkaufen! Denn das ist doch echt toll! Wir werden sehen, ob der Haendler uns ueber den Tisch ziehen will. Was werden wir alles an Geld sparen! Dafuer kann man doch ruhig ein bisschen Privatsphaere opfern.

Aber halt. Da denkt sich jetzt bestimmt jede Leserin: „Das war ja klar, dass das kommt! Aber so doof sind wir nicht, dass Ding mit der Privatsphaere ist doch total offensichtlich.“

Also hole ich etwas aus, denn aus der „lustigen Party-App“ wird nun bitterster Ernst. Ich wage naemlich zu behaupten, dass wir durch derartige Technologie die Realisierung des kategorischen Imperativs erreichen kønnten.

DAS ist doch was Tolles mag man meinen. Denn

Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.

hørt sich doch total gut an, nicht wahr.
Allgemeine und spezielle Kritik daran wurde von viel schlaueren Menschen als ich es bin geuebt. Møge die geneigte Leserin oder der geneigte Leser dies selbst nachlesen. Ich will im Zusammenhang mit bspw. solchen Brillen nur darauf hinaus, dass „du sollst nicht luegen“ darin enthalten ist.

Und ist eine Welt, in der man nicht mehr luegen kann, weil alle es sofort merken, erstrebenswert?

Wir luegen jeden Tag und die ganze Zeit!

„Hallo Chef“     …     .oO(Halt die Fresse du hast doch eh keine Ahnung)
„Ach, lass die Kinder doch toben“     …     .oO(Dumme Blagen! Naja, bei DEN Eltern kein Wunder.)
„Schøn dich nach so langer Zeit mal wieder zu sehen“     …     .oO(Hast ja doch ganz schøn zugelegt. Aber Sex haette ich trotzdem gerne mal mit dir.)
„Nett dich kennenzulernen“     …     .oO(GEILE TITTEN! Ich wuerde echt gerne mal in deinen Geburtskanal ejakulieren.)
etc. pp.

SO wird das naturlich nicht beim Gegenueber ankommen, denn das waere Gedanken LESEN. Aber die Intention kommt an, und deswegen waehlte ich diese drastische Sprache, um der Ernsthaftigkeit dieser Møglichkeit etwas Ausdruck zu verleihen.
Ich hoffe, dass die Schockwirkung einiger dieser Woerter doch immer noch vorhanden ist.
Ich denke soetwas naemlich durchaus wirklich. Aber natuerlich sage ich das nicht. … tihi … JETZT bin ich ja auf die Reaktionen gespannt, die ich bekomme, wenn ich die Leserinnen und Leser dieses weblogs irgendwann mal wiedertreffe. Wieder gilt, dass ja gerne vom Geschriebenen auf den Schreiber geschlossen wird ;) . Nun ja, mglw. ist das meiner Sache, die Ersnthaftigkeit der Lage klar zu machen, ja sogar zuarbeitend.

Dazu zum Abschluss nur noch kurz das Folgende. Die obigen Beispiele sind auf (mehr oder weniger) fremde Menschen gemuenzt. Leute also, bei der der raeumliche und zeitliche Abstand solche Faux pas auf lange Sicht weniger schlimm macht. Denkt man das aber bei der frisch gebackenen Schwaegerin oder Schwiegertochter, oder als Lehrer bzgl. eine seiner Schuelerinnen etc. pp., so wird man diesen scharlachrote Buchstaben nie wieder los.

Ich denke meine Leserschaft bemerkt, dass ich darauf hinaus will, dass eine Verwirklichung dieses Teils des kategorischen Imperativs etwas ist, was NIEMAND auch nur im Entferntesten wirklich will!

Oder kurz und knackig: Finger weg von der Realisierung des Kantschen Imperativs! (Mal davon abgesehen, dass der kategorische Imperativ bei ihm groszer, vor allem christlich gepraegter, Moralquark ist!)

Darum muessen wir das JETZT diskutieren! Nicht, wenn es zu spaet ist und keinen mehr interessiert, oder die Kritik niemanden mehr erreicht, weil alle derartige Technologie bereits benutzen.

Ein anderes Beispiel wird bei 18:48 gegeben. Es wird dort darauf hingewiesen, dass damit (aber auch mit deutlich einfacherer Technologie) Deutschlehrer sehen kønnen, welche Passagen ein Schueler im Pflichtbuch gelesen hat und welche nicht.
Was kønnte dafuer sprechen, meinem Kind nicht die gleiche, suesze Freiheit zu gewaehren, wie ich sie so sehr genossen habe? Diese Frage kann ich fuer mich nur mit „unendliche Arroganz, denn ICH habe schlieszlich die Intelligenz und Wahrheit mit groszen Suppenkellen gefressen“ beantworten.
Deswegen werde ich diese Entwicklung nicht undiskutiert zulassen!

Und bei 20:35 wird dann ganz konkret gesagt, dass all dies eine fundamentale Aenderung unserer Gesellschaft bewirken wird. Dass die Demokratie aufhøren wird zu exisitieren. Nicht, weil irgend ein Diktator das so will, sondern, weil die Leute dies so wollen, denn diese „Apps“ und „Services“ sind doch so nuetzlich und jeder macht es.

Eine Demokratie basiert grundlegend auf freien und geheimen Wahlen. Aber nicht luegen zu kønnen ist die Antithese zu „frei und geheim“.

Und auch deswegen MUESSEN wir darueber diskutieren und ganz deutlich machen, dass uns unsere Buergerrechte wichtig sind!

JETZT!

SOFORT!

Und auch mit Mutti und den Kollegen.

Irgendwie hatte ich nach den ersten zwei Artikeln keine Lust mehr weiter zu machen. Die urspruengliche Motivation, welche ich nach dem Høren des Gespraeches hatte, war verflogen. Nach all den Jahren und nachdem ich all dies schon dutzende Male sagte und immer wieder nicht mehr als ein Schulterzucken sah und schon gar keine Aenderung im Verhalten, vor allem nicht bei denen, die es eigtl. verstehen und besser machen muessten – da ist das wohl verstaendlich.

Dann aber las ich diesen Artikel. Und wenn wer Beruehmtes einem sagt „gut so! Mach weiter!“, dann motiviert das schon.
Nun ja, Bruce Schneier schrieb es etwas allgemeiner:

Generations from now, when people look back […], I hope they will not be disappointed in us. We can ensure that […] only if each of us makes this a priority, and engages in the debate. We have a moral duty to do this, and we have no time to lose.

Das mit der „moralischen Pflicht“ ist zu diskutieren, aber es geht ja um die Idee hinter dieser Phrase und der Stimme ich persønlich 100% zu (deswegen habe ich den Link dahinter auch so belassen).

Schneiers Artikel ist im Besonderen an die betreffenden Ingenieure gerichtet. Da kann ich leider nicht zu beitragen, mein Teil kann sich leider wieder nur auf dies beschraenken.

Und deswegen nun weiter mit dem, was ich im Zuge des Gespraeches zwischen Frank Schirrmacher und Ranga Yogeshwar alles sagen wollte.

Bei 9:23 wird explizit das „digitale DU“ angesprochen. Ich denke, wir alle haben irgendwie eine mehr oder weniger diffuse Vorstellung, was hinter dieser Idee steckt.
Es wird auch gesagt, dass eben dieses „digitale Du“ viel eher beim luegen und betruegen erwischt wird, als die reale Person dahinter.
Ganz offensichtlich ist dies, wenn man sog. „Tauschbørsen“ benutzt – vulgo: Musik, Filme und Spiele aus dem Internet runter laedt, ohne dafuer zu bezahlen. Das ist damit natuerlich auch gemeint, aber das ist zu offensichtlich. Deswegen zwei Beispiel worauf ich hinaus will.
1. Wenn man am Arbeitsplatz mal 10 Minuten online Zeitung liest, dann ist das dokumentiert. NOCH werden diese Daten nicht an die Chefs verkauft, aber es ist sicherlich nur noch eine Frage der Zeit, bis jemand diese Geschaeftsidee aufgreift.
2. Wenn jemand eine Berufsunfaehigkeitsversicherung abschlieszt (oder so) und dort nicht angibt, dass er oder sie seit Jahren klettert, dann ist das schon ziemlich schlecht, dass bspw. amazon weisz, seit wie vielen Jahren man schon Kletterfuehrer kauft.

Derer Beispiele gibt es viele und man kann das alles auch noch persønlicher gestalten. Was fuer Suchbgriffe gibt man denn auf den Pornsites ein? Bei wikipedia schonmal nach Geschlechtskrankheiten geschaut? Gab es dafuer einen Grund, dem man niemanden mitgeteilt hat? Oder hat man vielleicht doch mal eins der Buecher dieses unsaeglichen Sarrazin gekauft und møchte lieber nicht, dass die irgendwie linke Laientheaterschauspielgruppe das erfaehrt?

Worauf ich hinaus will ist, dass jeder von uns irgendwas zu verbergen hat, oder lieber verschweigen møchte. Seien es die sexuellen Interessen oder die Krankheit, die man keinem mitteilen will, um niemanden unnøtig zu beunruhigen. Meinetwegen auch die irgendwie frauenfeindlichen oder neoliberalen Aeuszerungen, welche man mal vor ueber einer Dekade in einem Forum hinterliesz, weil man es da noch nicht besser wusste. All dies sind irgendwie „Luegen“. Und all dies weisz „das Internet“ (also google, amazon etc.), weil unsere „digitalen Ichs“ dies herausposaunen.

Aber mit dem „digitalen Ich“ ist mehr, als nur das Verhalten im Internet gemeint.

Es ist auch der Stromverbrauch (ich sprach dies irgendwie an dieser Stelle bereits an). Warum ist der denn in der Nacht so hoch?
Oder der so oft gepriesene Kuehlschrank, der einem mitteilt, dass die Milch schlecht ist und die dann automatisch neu bestellt. Aber warum ist denn da auch immer so viel Pizza im Kuehlschrank. Da sollte man mal vorsichtshalber die Versicherungspraemie hoch schrauben, denn da braucht bestimmt irgendwann mal jemand eine Herzoperation. Wird es niemals geben? Schwarzmalerei? Mhm … da muss ich mich wohl verhørt haben, vor ein paar Jahren, als ernsthaft diskutiert wurde, „Anreize“ zu gesundem Verhalten zu geben. Mit so einer Technologie kann das auch noch schøn ueberwacht werden.
Oder die (notwendige) automatische Ortung des Standortes des Telefons. Da weisz man doch gleich wo man ist. Ist doch super praktisch, insbesondere zusammen mit der neuen, Schritte zaehlende „App“, die einen gleich zu den richtigen Laeden im Einkaufszentrum leitet.

All dies wird euphemistisch als „Internet der Dinge“ bezeichnet. Bei ca. 37:13 kommt Frank Schirrmacher auf das Beispiel einer ueberwachenden Zahnbuerste zurueck. Dabei wird auch kurz darauf eingegangen, dass eben Anreize geschafft werden, um sich ueberwachen zu lassen.

Ich male mglw. etwas grau, denn dies alles  ist ja nicht notwendigerweise schlimm. Viele der potentiellen Funktionen sind eben WIRKLICH praktisch. Sei es der schnelle Zuckertest, oder die Ueberwachung des Pulses beim Lauftraining.
Immer her damit! Ohne Sarkasmus, meine ich, dass wir das wirklich gut gebrauchen kønnen. Auch eine gute Suchmaschine, oder von der Couch aus Einkaufen sind wirklich toll.

Aber aus all diesen Daten, setzt sich unser „digitales Ich“ zusammen. Und natuerlich aus noch viel mehr, wo wir im Traum nicht dran denken.

Wir kommen da nie wieder drum herum, dass wir alle „digitale Ichs“ haben und dass diese „digitalen Ichs“ schlimme Dinge ueber uns verraten, die wir mglw. gar nicht mal selbst (mehr) wissen.

Soweit erstmal zur Etablierung dieses Begriffes. Nun ist aber nicht zu vergessen, dass in einer algorithmisierten Welt; einer Welt, in der all unser Verhalten gespeichert und durch (unbekannte!!!) Algorithmen analysiert wird, diese „digitalen Ichs“ ploetzlich viel wichtiger werden, als die realen Ichs (13:58).
Und hier ist dann auch wieder die Zaesur. Dass nicht „wir“ unser „digitales Ich“ beeinflussen, sondern, dass „wir“ unser „digitales Ich“ werden.

Natuerlich gilt dies NICHT im Bekanntenkreis. (Wobei ich mir da eigtl. auch nicht so sicher bin.)
Aber fuer die Firmen, deren Sachen man kauft. Oder fuer die Buchverlage, deren Buecher man liest. Oder eben fuer die staatlichen Behørden.

Warum wird denn aber mit Hochdruck an der Etablierung einer solchen algorithmisierten Welt gearbeitet?

Die Antwort darauf ist ganz einfach: um alles noch effizienter zu gestalten. Denn mit dem „Effizienzkriterium“ hat man uns bisher noch immer alles verkaufen kønnen und ich glaube, dass die Leute die dies predigen, dies sogar wirklich glauben.

Dumm nur, dass aus einer algorithmisierten Welt auch folgt, dass man zukuenftiges Verhalten voraus sagen kann. Und diese Vorhersagen sind bereits heute verdammt effektiv. Denn was sind denn die amazon-„Dies kønnte sie auch interessieren“-Empfehlungen anderes, als die Voraussage von Kaufverhalten?

Bei 11:30 wird dann auf sog. „Pre-Crime“-Programme in den USA eingegangen. Es werden also Personen festgenommen, von denen man annimmt, dass sie in der Zukunft Verbreche begehen werden. Und das funktioniert sogar. Dadurch wurde die Verbrechensrate um 25% gesenkt.
Ist doch toll! Nicht wahr! Weniger Verbrechen.
Mal davon abgesehen, dass dies katastrophal ist fuer die Buergerrechte eines jeden Einzelnen, møchte ich dazu sagen, dass dies NOCH nur bei Verbrechern gemacht wird.
Bei stetig klammen Budget aber, wird es den Staat sicherlich brennend interessieren, ob nicht jemand die Kuendigung „provoziert“ hat und dadurch kein Recht auf Arbeitslosenunterstuetzung hat. Und da ist es schon gut zu wissen, ob der Gekuendigte schon seit ein paar Wochen 10 Minuten spaeter aufsteht. Denn das kønnte als „Unlust zu arbeiten“ interpretiert werden und somit faellt dann der Anspruech auf das Geld weg.

 

Irgendwie habe ich mich ein klein wenig verzettelt glaube ich.

Worauf ich hinaus will ist: ALLE unsere Handlungen hinterlassen „Spuren“, ob wir das wollen oder nicht. Ich schrieb ein paar Beispiele nieder und kønnte viele weitere anfuehren. Bis vor ein paar Jahren war das vøllig ok, weil diese Daten nicht erhoben wurden (keine derartigen Sensoren bspw. im Telefon), nicht an irgendwelche Dienste weitergesendet wurden (keine permanente Internetverbindung) und selbst wenn, dies aufgrund fehlender Rechenleistung ueberhaupt nicht haette „ausgewertet“ werden kønnen.
All dies geschieht aber mittlerweile schon bzw. wird in nicht all zu ferner Zukunft eingefuehrt werden.
Dies wiederum bedeutet, dass niemand mehr eine real existierende private Zone haben wird. (Eine imaginaere Gedachte hingegen natuerlich immer noch.) Dies wird fundamentale Auswirkungen auf unsere Leben haben. Wir werden unser Verhalten aendern (muessen). Leider nicht selbst bestimmt, sondern fremd bestimmt. Und die positiven Auswirkungen dieser Entwicklungen werden die dadurch (høchstwahrscheinlich) auch entstehenden negativen Auswirkungen mitnichten ueberwiegen.
Da bisher niemand Wichtiges ernsthaft fuer eine bessere Alternative argumentiert befuerchte ich, dass dies die Welt werden wird, in der unsere Kinder die grøszte Zeit ihres Lebens verbringen werden. Und das macht mich sehr sehr traurig.

 

Bei 12:19 fragt dann Frank Schirrmacher auch, was es denn bedeutet, wenn man voraussagen kann, dass jemand eine Handlung begeht, von der er noch nichtmal selbst weisz, dass er die møglicherweise (oder auch nicht) begehen wird?

Mit dieser entsetzlichen Frage, møchte ich diesen dritten Teil dann auch abschlieszen.

Dieses Mal wieder eine langweilige Toilette, naemlich eine vom Flughafen Frankfurt.

Flughafen Frankfurt

Interessant ist diese kleine Ablage ueber den Urinalen. Was soll man da denn rauflegen? Rauchen ist verboten, Koffer passen da nicht rauf und die Geldbørse wuerde man vermutlich eher nicht so offensichtlich hinlegen. Jetzt wo ich so drueber nachdenke, kønnte das nur eine Trockenmauer sein und dahinter verstecken sich die Wasserleitungen.

Bei der Sitztoilette gibt es dann nichts weiter zu bereden.

Flughafen Frankfurt 2

Alles in allem eine Toilette, die man nicht in Erinnerung behaelt. Nicht mal, wenn man ein Foto von hat.

Kurze Rueckschau: im ersten Teil dieser kurzen Reihe, ging ich auf eine ganz konkrete (und zugegeben sehr enge) Angelegenheit im Zusammenhang mit den Snowden-Enthuellungen ein. Wie meiner Meinung nach sprachlich verharmlosend damit umgegangen wird.

Dieses Thema behandelt habe ich, weil es der Grund fuer ein Gespraech war zwischen Ranga Yogeshwar und Frank Schirrmacher.

Diese gingen in dem Gespraech gar nicht so sehr auf die Ungeheuerlichkeiten selber ein. Viel mehr zogen sie diese heran um die (ebenfalls bereits erwaehnte) Zeitenwende aufzuzeigen.

Den Anteil des Einzelnen (als Individuen, oder als Mitglieder bestimmter Gruppen) an dieser Zeitenwende, dieser Zaesur, wurde ebenso heraus gestellt.

Nicht zu vergessen ist, dass auch diskutiert wurde, was zu erwarten ist in der neuen Epoche; wiederum fuer den Einzelnen, aber auch fuer die Gesellschaft als Gesamtes.

Wichtige Dinge sind dabei sich grundlegend zu veraendern. Bspw. die Prozesse in unserer Gesellschaft und in der Administration dieser. Oder die Ablaeufe unseres Zusammenlebens und wie wir uns ein Bild vom jeweils Anderen machen. Aber auch das Selbstverstaendnis unseres eigenen „Ichs“.
Einige dieser Veraenderungen verursachen mir nicht nur Kopfschmerzen, sondern ich kønnte immer beinahe heulen, wenn ich daran denke, in was fuer eine Welt mein Sohn herein waechst. Welche Freiheiten er mglw. nicht wird erleben und genieszen kønnen.

Deswegen schrieb ich im ersten Teil:

Wie wir (!), als Einzelne und als Gesellschaft, diesen Uebergang mitbestimmen, wird entscheidend sein, wie die naechste “Epoche” aussehen wird.

Und deswegen møchte ich nun an dieser Stelle genauer auf das erwaehnte Gespraech eingehen.

Ich werde bestimmte Stellen heraus greifen und in einen Zusammenhang stellen, wie ICH (!!!) den sehe. Die aufmerksame Leserschaft wird also womøglich so einige Themen wiedererkennen. Dank Edward Snowden muss ich mich da ja jetzt auch nicht mehr als Aluminiumhuttraeger fuehlen.

Ich hoffe auf Kommentare aus meiner Leserschaft. Ich møchte, dass ihr mir widersprecht, wenn diese Zusammenhaenge auch ganz anders dargestellt/gesehen werden kønnen.
Selbstverstaendlich sind auch bestaetigende Kommentare, eigene Erlebnisse oder weiterfuehrende Links gern gesehen.

Ich werde die Teile des Gespraeches hauptsaechlich chronologisch herausgreifen. Dabei wird das konkrete Thema mitunter jedes Mal wechseln. Sollten bestimmte Stellen zusammenhaengen, so versuche ich diese auch zusammen zu praesentieren (sofern es mir auffaellt).

Leider konnte ich einen Mitschnitt dieses Gespraeches nur noch hier auftreiben. Bei Interesse, kann ich die zugehørende mp3-Datei zukommen lassen.

Somit kønnen wir auch direkt und ohne Uebergang in das Gespraech einsteigen.

– – – – – – – – –

Bei 2:49 wird auf die willige Zusammenarbeit zwischen den Firmen des Silicon Valley mit den Geheimdiensten eingegangen.
Nicht nochmal explizit gesagt wird, dass dies ja gegen die Interessen der Buerger und Kunden (also uns) ist.

Ich møchte hier „Silicon Valley“ gern stellvertretend fuer die kommerziellen Technik-/Computer-/Online-Dienste sehen. Dies kønnte i.A. aber auch bspw. eine Firma aus der Schweiz sein, die Quantenverschluesselung fuer Banken (oder sowas) anbietet, oder ein groszer Internet-Service-Provider etc.

Ich muss etwas ausholen.
Meiner Meinung nach ist es geschafft worden, „unserer Generation“ erfolgreich einzureden, dass alles was mit dem Internet zusammenhaengt ja inherent gut ist. Und wenn mal was Schlimmes passiert, dann ist das die Ausnahme und nicht die Regel.

Kurz zum Begriff „unsere Generation“. Dieser bezieht sich jetzt nicht auf „alle geboren um 1980 herum“, sondern auf die, die potentiell bereits jetzt, mitbestimmen, in welche Richtung sich unsere Gesellschaft entwickelt. Als Beispiel der „Mitbestimmung“ sei da „E-Government“ genannt. Das wird von Leuten wie mir implementiert. Man kønnte allgemeiner sagen, Menschen, die den Computer und das Internet als Werkzeug zu bedienen wissen und nicht nur porn klicken und Solitaer spielen. Prinzipiell kønnten „wir“ uns da auch weigern mitzumachen, solange wir nicht sicher sein kønnen, dass die dort verwendeten Programme nicht gegen uns Buerger verwendet werden kønnen. Dazu aber spaeter mglw. mehr.
Ich wollte dies hier kurz etwas naeher beschreiben. Damit klar ist, wen ich ueberhaupt mit „wir“, „uns“, „die, die es besser wissen muessten“ etc. meine.

Dieses „inherent Gute“ wird anscheinend auch auf die Firmen uebertragen.
Ansonsten ist es mir nicht erklaerbar, dass google so beliebt ist. Denn Alternativen gibt es!
Oder Microsoft und all ihre Produkte. Ich meine, wenn ich einen Hammer haette, der „magisch“ immer wieder in Richtung meines Daumens gezogen wird, dann wuerde ich mir doch einen anderen Hammer nehmen! Um beim Bild des „Werkzeugs“ zu bleiben.
Aber nein, Microsoft verkauft uns ja, dass sie ganz besonders toll sind und sowieso ist Technik und Innovation doch scheinbar das, was unsere Gesellschaft ueberhaupt am laufen haelt. Also kann das alles doch gar nicht schlecht fuer mich sein.
Oder google ganz konkret. Die sind ja nun wirklich im wahrsten Sinne des Wortes, „die Retter des Alltags“. Zumindest fuer die meisten, im Internet verkehrenden Menschen, denn schlieszlich liefert es die gesuchten Antworten.
Und facebook wird ja sogar von einer mir sehr nahen Person, die es eigtl. besser weisz, als „unbedingt nøtige Kommunikationsplattform, ohne die es einfach nicht mehr geht“ erklaert.

Eine Technik, die so viel Gutes tut, die kann ja nicht wirklich bøse sein. Korrekte Suchergebnisse oder mit wem reden kønnen; das ist doch eigentlich wirkich nuetzlich. Das kann doch ueberhaupt nicht schlimm fuer mich sein.

Und wenn es kønnte, so sind die guten Onkel von besagten Firmen doch auf „unserer“ Seite. Irgendwie sind wir doch alle Hacker.

Tja, falsch gedacht mein liebes soziales Umfeld.
Wir sind keine Hacker, wir sind Schafe, die sich selber auf die Weide treiben. Und google, apple, facebook, amazon etc. sind die (scharfen) Wachhunde, die uns kontrollieren und im Zaum halten. Im Zaum halten deswegen, weil wir ja scheinbar nicht zu anderen Løsungen migrieren kønnen.

Ich nehme mich da uebrigens nicht von aus. Auch ich benutze google maps manchmal. Naemlich dann, wenn ich gern ein Satellitenbild der Umgebung haette, wo ich hin møchte. Oder diverse Pornsites. Oder wikipedia. Oder die Internet Movie Data Base, etc. pp.
Dass ich einige der prominenteren Dienste (amazon, ebay, paypal, facebook, twitter) nicht benutze bzw. wann immer møglich vermeide (google) heiszt leider nicht, dass ich solche Dienste ueberhaupt nicht verwende. Bequemlichkeit, bzw. in der Vergangenheit auch der gute (Aber)Glaube, hindern mich, mich da wirklich umfassend von auszuklammern.
Aber dazu komme ich spaeter nochmal. Denn derartiges „Ausklammern“ ist ja ueberhaupt nicht unbedingt erwuenscht oder erstrebenswert.

Als kurze Zusammenfassung: wir sind alltaeglich und (fuer uns) ganz normal im Internet unterwegs und nutzen mit Freude, und groszem Gewinn, viele der „neuen“ Dienste, denn diese sind sehr hilfreich. Es ist aber so, dass diese Dienste, jedes kleinste bisschen an Information ueber uns sammeln. Dies kann, bzw. wird meiner Meinung nach in der Zukunft, gegen uns verwendet werden.

Bei 6:43 wird dann auch ein „lustiges“ Beispiel dazu gegeben. Das Publikum lacht, Frank Schirrmacher nicht. Ich denke, weil ihm sehr bewusst ist, was dies fuer uns alle bedeutet.

An dieser Stelle møchte ich diesen Beitrag beenden.

Im Wesentlichen habe ich hier zwei Themen angesprochen, die auch spaeter immer wieder auftauchen werden und die bestimmend fuer das Problem sind: die schøne neue Internetwelt und wie diese aber gegen unsere freiheitlichen Interessen arbeitet.

Zwei weitere bestimmende Themen sind das sog. „digitale Ich“ und wie die (intuitive) Erkenntnis, dass man keine Privatsphaere mehr hat, unser Verhalten aendert. Dazu aber nicht mehr an dieser Stelle .

Wie gesagt, werde ich mich oft irgendwie wiederholen. Dem obigen Beispiel werden weitere Folgen. Ich finde es aber wichtig dies zu tun.
Denn zum einen haben wir nur diese Beispiele bisher. Das wurde alles noch nicht so richtig systematisch untersucht und in griffige Theorien gegossen. Und zum anderen hoffe ich, dass „steter Tropfen“ irgendwann mal vielleicht zum Nachdenken und einer Verhaltensaenderung anregt. In dem Sinne, dass nicht mehr nur facebook, google, etc. nicht mehr benutzt wird, sondern dass der Schrecken zu grosz ist und man auch mit anderen drueber sprechen muss. So wie ich es mache, mit diesen Beitraegen.

… des spaeten 24. Jahrhunderts, Sohn des M’Rel – Gowron – lebt! Und zwar hier in Trondheim!

Er hat sich geringfuegig umbenannt, sicherlich um seine Identitaet zu verschleiern, und uebt den Beruf des Krankengymnasten aus. Hier ist der Beweis:

Gawron Institut

Ich kønnte mir vorstellen, dass eine im ersten Stadium gestoppte Infektion mit dem modifizierten Erreger der Levodianischen Grippe ihm hilft, unter Menschen unterzutauchen.

Da fragt man sich nur noch, wie er es aus dem Beta Quadranten zur Erde schaffte.

Møglicherweise stellt diese Firma hier …

Warpsund

nicht nur Pflanzenerde her, sondern hat Gawron (wie er sich ja jetzt nennt) geholfen hier her zu kommen. Ich unterstelle also einen berechtigten Grund, dass die Firma diesen Namen fuehrt.

Tihi … manchmal bin ich schon ’n bisschen geekig, glaub ich.

… zu erraten, was es werden wird. Denn dies sind die letzten zwei Einzelteile .oO(Oooooh … lovely semantics …tihi):

ominoese Teile 06

Beim naechsten Mal wird dann in seiner vollen Pracht enthuellt. was es geworden ist.

Den Zusammenhang zur Ueberschrift knuepfe ich weiter unten. Zunaechst aber, der Kategorie entsprechend, ein Bild einer Reklame mit leichtbekleideten jungen Damen:

hm6

Da diese Beiden hier schonmal auftauchten, werde ich nicht viel Aufhebens darum machen.

Ganz im Gegensatz zu einer Studie mit dem Titel „Understanding current causes of women’s underrepresentation in science„. Sollte dieser Artikel nicht frei zugaenglich sein, so kann ich den bei Bedarf zur Verfuegung stellen.

Die Autoren dieses Artikels haben die vorhandenen Studien, bzgl. der ueblichen Argumente, warum Frauen in einigen technisch/naturwissenschaftlichen Disziplinen an Universtitaeten unterrepraesentiert sind, untersucht und zusammengefasst. Dabei kamen sie zu einem (zumindest fuer mich) durchaus ueberraschenden Ergebniss.

Aber zunaechst, was sind denn aber die „ueblichen Argumente“?

Es wird behauptet, dass
– Manuskripte von Frauen schlechter bewertet werden,
– dass Frauen bei der (Forschungs)Førderung benachteiligt werden (also bspw. mehr Artikel schreiben muessen um die gleiche Bewertung zu bekommen etc.) und
– dass Frauen schlechtere Chancen bei Jobbinterviews bzw. der Anstellung in diesen Arbeitsgebieten haben.

Umgekehrt behaupten Maenner in diesen Gebieten nicht selten, dass insb. den letzten Punkt betreffend eine Diskriminierung von Maennern stattfindet.

Die Autoren raeumen ein, dass die Behauptungen korrekt waren, bis ca. Ende der 90’er Jahre des letzten Jahrhunderts. Es handelt sich dabei also um „historische Ursachen“ des Problems.

Dann sind aber mehr und mehr Masznahmen ergriffen worden, um dem entgegen zu wirken. Eine derartige Masznahme ist bspw., dass Artikel ohne Autorennamen zur Begutachtung geschickt werden. Derartige Masznahmen gab es so einige mehr und es stellt sich heraus, dass diese tatsaechlich wirken! Weder werden Artikel von Frauen seltener publiziert, noch erhalten Frauen weniger Førdergelder (bei gleicher Leistung) und sie werden auch nicht seltener angestellt.

Ich wiederhole es: Jahrelang haben irgendwelche Spinner sich den Mund fusselig geredet, dass „abstruse“ Masznahmen ergriffen werden, um der (damals real existierenden) offensichtlichsten Diskriminierung von Frauen entgegen zu wirken. Dabei wurden sie belaechelt, denn „das ist doch alles ganz normal und ueberhaupt nicht nøtig!“. Bzw. wurden diese Masznahmen ins Laecherliche gezogen durch bspw. „Gegenbehauptungen“ der Maenner (s.o.).

Und es stellt sich heraus, dass diese Spinner Recht hatten!
In beiden Dingen; dass es diese Diskriminierung der Frauen gibt UND, dass Masznahmen dagegen wirken!

Verblueffend! Nicht wahr!

Die Autoren haben dann weiter untersucht, woran es denn nun liegt, dass Frauen IMMER NOCH unterrepraesentiert sind. Dabei kamen sie zum Schluss, dass es ANDERE Mechanismen sind. Mechanismen, die nicht ausschlieszlich im Wissenschaftsbetrieb selber liegen, sondern tief in der Gesellschaft verwurzelt sind. Drei seien hier kurz aufgelistet.
– Weil immer noch erwartet wird, dass Frauen sich um die Kinder kuemmern. Deswegen muessen sie auf ihre „Karriere“ verzichten, weil es keine Kindergartenplaetze gibt.
– Weil Frauen eher den Maennern „hinterherziehen“, wenn diese woanders einen Arbeitsplatz haben, als umgekehrt. Sogenannte „Doppelanstellungen“ aber noch viel zu selten sind.
– Weil Frauen eher Positionen annehmen mit einem høheren Lehranteil. Deswegen kønnen sie nicht so viel forschen und haben dann natuerlich nicht die gleichen Leistungen vorzuweisen.

(ACHTUNG: der naechste Abschnitt ist GRUENDLICH bis zum Ende zu lesen!)
Auch ist ein Grund, dass rein statistisch gesehen, die Leistung von Frauen in Mathe schlechter ist als die der Maenner, wenn es um die ganz besonders „krassen“ Aufgaben geht.
Um diesen Sachverhalt nochmal anders auszudruecken: Frauen sind in Mathe gleich gut wie Maenner! Aber das „extreme Ende“ dieser Statistik (die „Super-Mathe-Freaks“ sozusagen) ist mehr von Maennern durchdrungen als von Frauen. Da sprechen wir absolut gesehen nur von wenigen Individuen und NICHT von „Frauen“ im Allgemeinen. Aber gerade diese Individuen sind es ja, die dann an der Uni bleiben.
Dagegen kann man dann natuerlich nichts machen.

Aber gegen die meisten anderen Missstaende kann man etwas machen.

Hier zwei Zitate um dies zusammen zu fassen:

That women tend to occupy positions offering fewer resources is not due to women being bypassed in interviewing and hiring or being denied grants and journal publications because of their sex.

Dies, weil die ergriffenen Masznahmen dagegen wirken!

It is due primarily to factors surrounding family formation and childrearing, gendered expectations, lifestyle choices, and career preferences […].

Es gibt also noch einen groszen Haufen stinkender Schiesze diesbezueglich, tief verwurzelt in der Gesellschaft und unseren eigenen Gedanken, der endlich mal anerkannt und dann beseitigt werden sollte!

Diese drastischen Worte kønnten den Artikel jetzt abschlieszen, aber ich habe die unter anderem auch gewaehlt, um nochmals auf die laecherliche Behauptung einiger Maenner zurueck zu kommen, dass diese ja durch all die positiven Masznahmen diskriminiert werden. Denn wenn soetwas aus dem Munde eines Mannes blubbert, dann sollten alle emanzipierten Maenner die gleiche Empørung empfinden, wie wenn sie in Hundescheisze auf dem Gehweg treten. Und natuerlich dagegen argumentieren.

Es stellt sich naemlich heraus, dass diese Behauptung nur in den Køpfen der angeblich „Benachteiligten“ exisitert!
Bei gleichen Voraussetzungen und Bedingungen wird im Allgemeinen KEINES der, zwei am haeufigsten auf diesem Planeten vertretenen, „Geschlechter“ in diesem wissenschaftlichen Umfeld bevorzugt!

Und nun … Voran! Voran! … Lasst uns gemeinsam anfangen, die restlichen Missstaende auch noch zu beseitigen. Was im uebrigen der Grund ist, warum ich das mit den Bildern am Anfang dieser Artikel beibehalte; um zu zeigen, dass diese Missstaende tatsaechlich (immer noch) existieren.

Auf der phil.Cologne haben sich der (Wissenschafts)Journalist Ranga Yogeshwar und der FAZ-(Mit)Herausgeber Frank Schirrmacher ueber die absehbaren Folgen einer in Algorithmen gefassten Welt menschlichen Gesellschaft unterhalten.

Ich møchte gern viele der in diesem Gespraech gesagten Sachen mit Dingen verknuepfen, die ich so auch schon immer mal erwaehnte. Nicht um bestaetigt zu werden. Sondern weil ich denke, dass das was ich diesbezueglich meine, durchaus richtig ist, ich dies aber nicht so gut ausdruecken kann.
Dies wird fuer einen Artikel aber zu viel, deswegen erfolgt eine Aufteilung in mehrere Beitraege.

Auszerdem møchte ich gerne bemerken, dass die Inhalte der einzelnen Abschnitte dieser Beitraege wohl durchdacht sind und mit dem groszen Ganzen zusammen haengen. Das sage ich ausnahmsweise mal im Voraus, damit es nicht wie mein oft uebliches (?) „Nase ruempfen“, „schimpfen“, und „abschweifen“ aufgefasst wird.

Zunaechst møchte ich etwas ausholen, denn dieses Gespraech kam ueberhaupt erst zustande, aufgrund der Enthuellungen, welche Edward Snowden uns bescherte: dass unsere Privatsphaere im Netz nicht existiert. Jedenfalls nicht ohne zusaetzliche Masznahmen, die jeder einzelne ergreifen muss.
Und, nicht zu vergessen ist natuerlich, dass diese derart gewonnenen Informationen auch gegen uns verwendet werden! Dazu aber an anderer Stelle mehr.

Ausholen møchte ich nun fuer diesen ersten Beitrag, bezueglich der Art und Weise, wie ich es empfinde, dass versucht wird, in dieser ganz konkreten Sache die Bevølkerung aufzuklaeren.

Leider wird all dies mit Begriffen wie bspw. „Skandal“, „ausspionieren“ oder „abschnorcheln“ verniedlicht.
„Ein Skandal bezeichnet ein Aufsehen erregendes Ärgernis“ (wikipedia); aber als ein „Aergernis“ darf (!) man dieses mit Fueszen treten fundamentaler Buergerrechte nicht nennen!
Die Benutzung des Begriffes „Spionage“ ist semantisch natuerlich vøllig richtig ist. Doch im alltaeglichen Gebrauch ist das Wort „ausspionieren“ doch eher bspw. mit einem Elternteil verbunden, welches die Kurzmitteilungen auf dem Telefon des Kindes liest, um raus zu finden, mit wem es sich so trifft.
Und wenn ich „schorcheln“ høre, dann blitzt da irgendwie immer ganz kurz die Erinnerung an erlebte Sommer am Badesee auf. Oder ein Kind, welches mittels eines Strohholms, sehr geraeuschvoll die letzten Reste Cola aus dem Glas schluerft.
Im Wesentlichen gilt Derartiges fuer viele der diesbezueglich gebrauchten Worte, die ich im Zuge der Berichterstattung darueber las oder hørte.

Auch wenn es so scheint, so møchte ich diese Verniedlichung gar nicht direkt angreifen. Ich denke dies geschieht, weil der Einzelne die gravierende Tragweite dieser laufenden Prozesse ueberhaupt nicht begreifen kann. Deswegen wird es eben „kleiner“ gemacht. Passiert mir ja auch øfter, dass ich diese Begriffe benutze.
Aber ich møchte diejenigen, die diese Dinge doch etwas besser verstehen, bitten, der Situation angemessenere Worte zu benutzen. Wenn wir das den Leuten erzaehlen, dann muessen die anfangen sich darob unwohl zu fuehlen. (So wie wenn man bspw. in der Zeitung liest, dass ein wehrloser Familienvater, in der U-Bahn mit den Fueszen getreten wurden.)

Ebenso sollten absolut irrelevante Nebensaechlichkeiten (in dieser Sache), meiner Meinung nach nicht so viel Aufmerksamtkeit erfahren, solange sie nicht wesentlich zur Auflklaerung der Bevølkerung beitragen. Es ist sehr traurig, wenn dieses Thema gerade von den Menschen, die es besser wissen muessten, derart „herunter gekocht“ wird. Denn dies ist es, was bei gewøhnlichen Computerbenutzern haengen bleibt; dass es ja soooo schlimm gar nicht sein kann. (Wobei dieser Absatz natuerlich insbesondere auf diesen einen, verlinkten, Begriff gemuenzt ist).

Aber auch hierbei gilt vermutlich das Gleiche wie oben: Humor hilft, dies alles irgendwie zu fassen.

Es ist die Botschaft die zaehlt, die wir (irgendwie) „technikaffinen“ Menschen (und dazu zaehle ich die Leserschaft dieses weblogs durchaus) allen anderen Handelnden unser Gesellschaft vermitteln, durch die Art und Weise, wie wir dieses Thema selbst behandeln.

Ist diese Botschaft eher ein
– Alles nicht sooooo schlimm und irgendwie wird es sich schon wieder richten, oder
– das Ende der freien Gesellschaft, wie wir sie bisher kannten!

Zu Letzterem dann ebenso an spaeterer Stelle mehr.

Es ist durchaus wieder das Verhalten des Einzelnen, welches mitbestimmt, ob wir eine bessere Gesellschaft bzw. eine bessere Verwaltung der Gesellschaft haben in 10, 20 oder 50 Jahren.
Das Verhalten des Einzelnen – Selbstbestimmung! – ist auch immer wieder Thema in dem oben erwaehnten Gespraech. Deswegen werde ich darauf zurueck kommen.
Hier in diesem Beitrag mache ich es eben an gewissen sprachlichen Elementen aus. Weil ich denke, dass ich da durchaus ein klein wenig zu beitragen kann.

Durch das Verhalten des Einzelnen erfolgt dann auch die Verknuepfung zur Zaesur.

Eine Zaesur ist eine „Grenze zwischen zwei Zeitepochen“. Da es geschichtlich aber keine scharfen Grenzen gibt, ist es vielmehr ein Uebergang. Ein schneller und bisher von den meisten nicht als relevant (an)erkannter Uebergang.

Wie wir (!), als Einzelne und als Gesellschaft, diesen Uebergang mitbestimmen, wird entscheidend sein, wie die naechste „Epoche“ aussehen wird.

Edward Snowden ist vermutlich der allerwichtigste Mensch im Zusammenhang mit eben dieser Zaesur. Denn er hat, trotz all der (vermutlich gar lebensbedrohenden) Nachteile, entschieden, dass er mitbestimmen will. Seine Art der Mitbestimmung war, dass er ueberhaupt erstmal die Øffentlichkeit mit „Daten“ versorgt.
Auf der Grundlage eben dieser Daten kann endlich (und muss!) eine fundierte øffentliche Diskussion stattfinden.
Damit meine ich nicht nur eine Diskussion der z.Z. aktuellen und ganz konkreten ekelerregenden Ungeheuerlichkeiten.

Solche eine Diskussion, die sich selbst auch erstmal nur tastend ins Unbekannte vorwagt, ist das oben erwaehnte Gespraech.

Dieser und die kommenden Artikel sollen also NICHT das sonst uebliche (?) „rumhacken“ sein. Auch wenn es mglw. wieder so scheinen wird.

Es soll aber eine explizite Aufforderung an meine Leserschaft sein, mehr darueber zu diskutieren, in was fuer einer Gesellschaft sie møchten, dass ihre (potentiellen) Kinder aufwachsen. Und dies nicht nur im (sich selbst bestaetigenden) ueblichen sozialen Umfeld, sondern gern mit allen møglichen Leuten (bspw. auch mit dem Chef oder Arbeitskollegen).

Ich selber versuche in diesen Beitraegen die rasch voranschreitenden, fuerchterlichen Entwicklungen, mit dem Alltags(er)leben des Einzelnen zu verknuepfen. In der Hoffnung, dass dies die Dringlichkeit, welche in diesen Angelegenheiten geboten ist, unterstreicht.

Denn wie ich an anderer Stelle bereits schrieb:

Ich halte uns (ganz konkret uns, aber auch die Menschen als Ganzes) fuer allzeit und fundamental handlungsfaehig.