Archive for Mai, 2015

Warum wir den Feminismus brauchen:

Versace

Aber irgendwie fokussiert sich meine Aufmerksamkeit in der letzten Zeit auf die Schattenseiten des Feminismus. Und ich bekomme das sogar nur am Rande mit.

Ein aktuelles Beispiel wird in diesem Artikel herausgehoben.

Dies sind alles ganz wichtige Problematiken. Aber die Art und Weise, in der dagegen von den „am lautesten schreienden“ „Feministinnen“ und „Feministen“ gekaempft wird, scheint mir nicht darauf abzuzielen, die bestehenden Verhaeltnisse zu aendern. Vielmehr habe ich den Eindruck, dass diese Gruppierungen sich selbst am liebsten als Inhaber der Macht sehen wollen.

Die gleiche Scheisze wie immer also.

Der Artikel beschreibt schøn und treffend, was dabei fundamental vergessen wird:

[…]der Feminismus […] sollte jedoch nicht vergessen, dass er aus einem radikalen Humanismus geboren ist – einem Humanismus, der damals deswegen radikal war, weil er jedem Menschen unabhängig von Geschlecht, Geschlechtsidentität oder sexueller Orientierung fundamentale Rechte zusichert und Gleichberechtigung fordert.

So eine feine Toilette bedarf keiner vielen Worte:

Name6Leipzig

So der Titel eines kurzen und lesenswerten Interviews (Achtung: Link geht zur Welt).

Lesenswert ist dieses Interview nicht darob der dort praesentierten Information. Das sind alles „alte Huete“.

Es ist lesenswert, weil es einfach ein „geiles Interview“ ist (zumindest meiner ersten (und zweiten, und dritten) Reaktion nach).

Der Interviewte (der von mir so sehr geschaetzte Dietmar Dath) durchschaut die lenkenden Fragen sofort und antwortet adaequat. Er weisz, dass die Agenda dieser Zeitung beinhaltet, alles Linke (und damit auch ihn als Person) als schlecht und Spinnerei hinzustellen. Dietmar schafft es, dass diese Agenda ausnahmsweise einmal nicht zum Ziel fuehrt.

Somit ist es ein ganz hervorragendes Lehrstueck in Medienkompetenz.

Zwei Beispiele:

WELT ONLINE: Ihr Interesse ist – salopp formuliert – breit gefächert und allemal bizarr für Außenstehende. Sie interessieren sich für Heavy Metal, Linksradikalismus, Zombie- und Pornofilme, Naturwissenschaften, Science-Fiction und Drogen. Sind Sie noch in der Pubertät verstrickt und empfinden die ewige Adoleszenz als angemessene Form des Widerstandes?

Dath: In der Pubertät „interessiert“ man sich nicht für die in diesen Themen angelegten extremen Erfahrungen, man macht sie einfach. Die Freuden des Erwachsenen aber sind solche des Verstehens, Neukombinierens, Überwindens. Denen gebe ich mich gerne hin.

Oder auch:

WELT ONLINE: Wählen Sie die Linkspartei? Stört Sie die Vergangenheit dieser Partei als eine Partei des Schussbefehls an der Mauer, der politischen Gefangenen und der Reiseunfreiheit?

Dath: Ich wähle alles Mögliche, je nachdem ob kommunal oder für Europa, nur niemals und um keinen Preis die Partei der Kriegskredite, der Erdrosselung der deutschen Revolution, des Nato-Doppelbeschlusses, der Berufsverbote und der schlimmen Bärte wie Scharping und Beck.

Er entlarvt natuerlich ebenso den Sprachgebrauch der Menschenfeinde. Auch hier zwei der schønsten Beispiele:

WELT ONLINE: Wie erklären Sie anderen Menschen die Idee eines futuristischen Kommunismus?

Dath: „Futuristischer Kommunismus“ ist so was Ähnliches, als würde man einem Kranken „futuristische Heilung“ versprechen: Wenn die Schäden behoben sind, ist der Blick freier. Da will ich hin.

WELT ONLINE: Wie meinen Sie das?

Dath: Die Lösung eines Gegenwartsproblems liegt immer in der Zukunft, das Adjektiv „futuristisch“ soll diesen Umstand als Träumerei anschwärzen. Der Kommunismus wird durchgesetzt oder nicht.

Und:

WELT ONLINE: Sie schreiben viel, sehr viel. Pro Jahr gern auch mehrere Bücher und unzählige Artikel. Was macht das Schreiben mit Ihnen? [Anm.: Hiermit soll er ganz klar dargestellt werden, als jemand der in seiner eigenen Traumwelt lebt und von den Prolemen der richtigen Welt gar keine Ahnung hat.]

Dath: Leute, die sagen, ich sei verrückt, sollten erst mal erleben, wie verrückt ich bin, wenn ich längere Zeit nicht arbeiten darf.

Eine perfekte Antwort, auf eine Frage mit dummer Intention.

Ich schrieb ja bereits: lesenswert :)

 

Irgendwie laeszt mich das Thema gerade noch nicht nicht los.

Impfgegner, Esoterik, die Pharmamafia, erschlichene Doktorarbeiten etc. pp. und alles auch noch zusammengequirlt mit den Medien und unseren (typisch menschlichen) Verhaltensmustern.

In den vorherigen Beitraegen versuchte ich anhand von Beispielen zu erklaeren, warum nicht die Wissenschaft an sich falsch ist.
Auszerdem versuchte ich zu zeigen, dass fuer viele Dinge in der alltaeglichen Welt ueberhaupt erstmal was gemacht werden musste (weil es vorher noch nichts gab). Erst allmaehlich sieht man die Schattenseiten der groszen Erfolge. Und hier dann eben hilft die Wissenschaft wieder auch diese (neuen oder immer noch vorhandenen alten) negativen Begebenheiten zu korrigieren.

Neulich stolperte ich ueber einen etwas laengeren Artikel mit dem Titel „The Irrationality of Alcoholics Anonymous„.

Dort sind all die von mir angesprochenen Wirkmechanismen zu finden. Ganz konkret am Beispiel der anonymen Alkoholiker.

Der Artikel ist wirklich lesenswert. Zum Einen, weil die eigene Auffassung zu diesem Thema massiv auf die Probe gestellt wird. Wirklich ueberraschende Dinge werden dort gesagt. Am ueberraschendsten war fuer mich, dass die Heilung vom Alkoholismus nur in ca. 10 % aller Faelle darin besteht, dass der Betroffene den Rest des Lebens abstinent sein muss.
Zum Anderen, weil man da viel ueber uns, als Gesellschaft mit bestimmten Mechanismen, lernen kann.

Auszerdem kommt Lieutenant Commander Susan Ivanova drin vor :) .
Doppelt witzig ist, dass ein gewisser Sinclair im selben Kontext mit ihr genannt wird … tihihi.

… wenn 23 Zeilen Code auf 7 Zeilen reduziert und dabei 3 Funktionen auf eine allgemeinere Funktion zurueckgefuehrt werden. Das allein ist schon Grund zur Freude. Und weil nicht nur die direkt modifizierten Teile, sondern der ganze Abschnitt deutlich uebersichtlicher und besser zu verstehen ist dadurch, entzueckt mich das nochmal extra :)

… sind so einige Sachen. Aber man geht sozusagen vom Gegenteil aus, weil man so wenig drueber nachdenkt, ueber das, was schon seit der Kindheit immer und immer wieder gesagt wird.

Aber zum Glueck gibt es das Internet und da stolpert man dann ab und zu ueber etwas, was der Wahrheit deutlich naeher kommt; denn eigentlich benutzen wir 100% unseres Gehirns.

Ich weisz beim besten Willen nicht, um wessen Wohnung es sich hier handelte. Meine eigene(n) war(en) es nicht.

WohnungMD

Ich bitte um sachdienliche Hinweise. Mglw. kommt ja wem dieser Toilettenvorlerger bekannt vor.

Jaja, auch wenn ich niemals auf dieser Toilette „war“, so habe ich doch eine Beziehung zu ihr, weil die zugehørige WG mich so oft aufnahm. Irgendwann verschwand sie dann, diese Toilette.

Alt

12 Monkeys Style. Also wenn man an die Luxuszonen der dort gezeigten Zukunft denkt.

Und zwei letzte Zitate aus „SF im Allgemeinen und Lem im Besonderen„.

In Huxleys Version [Anm.: gemeint ist der Roman „A Brave New World“] […] bedarf es keines Großen Bruders […]. Er rechnete mit der Möglichkeit, daß die Menschen anfangen, ihre Unterdrückung zu lieben und die Technologien anzubeten, die ihre Denkfähigkeit zunichte machen. […]

Orwell fürchtete jene, die dem Menschen Informationen vorenthalten; Huxley die, die die Öffentlichkeit mit Informationen so überhäufen, daß man sich vor ihnen nur in Passivität und Selbstbespiegelung retten kann.

Selbstbespiegelung und Passivitaet – Trotz des vielen (mMn leeren) Gestammels, warum es denn so „revolutionaer“ und „wichtig fuer moderne Kommunikation“ waere, erinnert mich dies doch alles sehr an Twitter (als prominentesten Vertreter nenne ich nur dies). Als Beispiel mag da „Schneegida“ dienen. Meiner Meinung nach ein Paradebeispiel der Selbstbespiegelung und Passivitaet. Aber ich mag nicht weiter in diese Richtung abschweifen.

Denn all dies ist schøner zusammengefasst in diesem Zitat:

[…] der Menschheit [bleiben] im Umgang mit Technologie nur zwei Möglichkeiten […]: entweder muß sie „den Himmel stürmen“, oder sich abkapseln und die Technologie zur eigenen Bequemlichkeit nutzen.

Und wo ist sie denn? Die naechste Mondlandung? Diese Frage ist sowohl im technischen, als auch im gesellschaftlichen Sinne gemeint. Sind es die neuen Smart Spionagetelefone? Technisch kønnte es die Energiewende sein, aber gesellschaftlich ist sie es nicht.

Ach verdammter Mist :( … so negativ … so kompliziert … so viel … ich breche an dieser Stelle ab. Ich mag gerade nicht mehr. Die Begruendungen fuer das jeweils eigene Verhalten sind zu „wasserdicht“ … und auszerdem …

Noch ein Versuch sich gegen die sich immer noch ausbreitende Dummheit zu wehren:

03_Beta

Ich freue mich auf Teil 3. Aber das wird wohl noch ein paar Jahre dauern, bis ich den in meinen Haenden haelten werde.