Beim letzten Mal ging ich auf „komische Sachen“ in der Darstellung der komprimierten Daten ein. Dabei handelte es sich im Allgemeinen um helle oder dunkle Streifen und Gebiete die irgendwie nicht ins Gesicht passten. Ich versuchte auch kurz darzulegen, warum es so wichtig ist, dass man sowas diskutiert — damit man Fehler in der Analyse erkennt und nøtigenfalls berichtigen kann, damit die Resultate am Ende kein Humbug sind.
Im selben Artikel sieht man einen „Blob“. Um die Besprechung dieses Blobs zu vereinfachen, rede ich heute ueber eine weitere Anomalie. Denn wenn ich diese zuerst behandel, dann sind die „Vorgaenge“ die zum Blob fuehren etwas besser zu verstehen (hoffe ich). Historisch war die Bearbeitung dieser zwei Sachen aber umgekehrt.

Wieauchimmer, bei meinen Untersuchungen zu den „komischen Sachen“ in den komprimierten Daten, schaute ich mir auch nochmal die nicht komprimierten Daten an. Und wenn man sich das vierte Bild im dazugehørigen Beitrag genau anschaut, dann sieht man da eine helle duenne Linie um einen Relefanzwert von ca. 2500 „hochlaufen“. (Und auch eine um einen Relevanzwert von ca. 4000 (und kuerzere Linien bei anderen Werten), aber die bei ca. 2500 ist mehr prominent.) Hier habe ich hereingezoomt:

.oO(Nanu? Was ist denn das?) dachte ich da und wollte gerne herausfinden, worum es sich hierbei handelt.

Als erstes konnte ich hier erkennen, dass der wahre Relevanzwert nicht „ca. 2500“ ist, sondern ganz genau bei 2589 liegt. Da Relevanzwert und Anzahl Zitierungen bei diesen Werten nicht mehr uebereinstimmen, ist zu sagen, dass dies bedeutet, dass alle Seiten die zum Signal beitragen jeweils 2622 mal zitiert wurden.

Ich war mir ziemlich sicher, dass das echt ist, aber ein „ich bin mir ziemlich sicher“ kann einen gehørig in die Irre fuehren. Deswegen schaute ich mir die Daten mal im Vergleich zu Relevanzwerten an, die in der Naehe liegen …

… und siehe da, das war tatsechlich anders (und tatsaechlich echt).
Ich gebe zu, dass der Relevanzwert (!) der schwarzen Kurve mit 2622 aeuszerst unguenstig gewaehlt wurde. Ist doch dieser Wert genauso grosz wie die Anzahl der Zitierungen (!), welche die Seiten die zum Signal beim Relevanzwert 2589 beitragen erhalten haben. Es gibt natuerlich einen Grund warum ich diesen Wert waehlte und darueber spreche ich ganz am Ende. Insgesamt bedeutet das, dass ich dann halt immer sagen musswas ich meine, wenn die Zahl 2622 auftaucht. Andererseits verdeutlicht dies nochmals den Unterschied zwischen diesen beiden Grøszen.

Wieauchimmer, erwartet haette ich sowas wie die schwarze oder blaue Kurve: (mehr oder weniger) grosze Werte um kleine Relevanzwerte, sowohl in den normierten, als auch in den NICHT normiert Haeufigkeitskurven. (Im Grunde genommen sind obige Kurven Histogramme, nur eben als Kurven und nicht als Balken.)
Anstatt dessen ist die nicht normierte Kurve der Anomalie (rot) super flach, aber langgestreckt. Ein kleiner „Huppel“ (bei dieser Skalierung der Ordinate) scheint bei Relevanzwerten (der zitierenden Seite) von ca. 50 zu liegen. Und tatsaechlich, in der normierten Darstellung tritt der „Huppel“ deutlich hervor.

Das ist also gleich zweifach ungewøhnlich. Zum Einen, dass sich die 2622 Zitierungen so breit ziehen ueber viele viele verschiedene Relevanzwerte (der zitierenden Seiten). Zum Zweiten, dass das Maximum nicht bei kleinen Werten liegt, sondern zwischen Relevanzwerten (der zitierenden Seiten) von 30 bis ca. 130.

SPANNEND!

Zunaechst schaute ich mir an, welche Seiten denn genau 2622 mal zitiert wurden. Und siehe da, es war nur eine einzige Seite: CinemaScore.
Das ist gut, macht es den Rest doch gehørig einfacher.

Nun schaute ich, welche Seiten diese Seite zitieren. Von Interesse sind eigentlich nur Seiten die zum Peak im rechten Diagramm beitragen. Die Grenzen dieses Peaks setzte ich (durch scharfes Hingucken) bei Relevanzwerten von 30 bzw. 130 fest. Innerhalb dieser Grenzen liegen mehr als 1800 der 2622 Zitate. Dass mich nur der Peak interessiert liegt daran, dass dieser Peak ja gerade die Anomalie ist. Sehr viele Wikipediaseiten werden von (meist wenigen) (anderen) Seiten mit Relevanzwerten von weniger als 30 oder mehr als 130 zitiert … das ist also das „Normalsignal“ … aber ich bin ja gerade an dem nicht normalen Signal interessiert.

Ich schaute zwar nicht alle ueber 1800 Seiten an, aber es stellte sich heraus, dass alle die ich anschaute zu Filmen gehørten. Und na klar, das ist ja sinnvoll, dass Filme CinemaScore zitieren.
Zur Sicherheit im schaute ich dann doch noch auf die Seiten auszerhalb dieser Grenzen und es stellte sich heraus, dass es sich bei den Stichproben auch ausschlieszlich um Filme handelte. … naja … das war eigentlich nicht mit Absicht, sondern ich hatte einen logischen Fehler im Programm weswegen ich mir das anschaute … aber das Resultat stellte sich ja dann als „hey gute Extrainformation“ heraus … noch mal Glueck gehabt ;)

Dann fragte ich mich aber, wer zitiert eigentlich Filme so oft. OK, 30 Zitate kann ich mir durchaus vorstellen: (mehr oder weniger) beruehmte Leute wirken in Filmen mit und auf deren Seiten wird dann der Film genannt. Und sehr beruehmte Filme werden bestimmt auch øfter als 130 mal zitiert. Aber die Mehrzahl der Filme ist ja eben mehr als 30 und weniger als 130 mal zitiert worden.

Das machte mich stutzig und ich nahm (ziemlich zufaellig ) drei Stickproben: The Astronaut Farmer (31 Zitierungen), America’s Sweethearts (81 Zitierungen) und The Faculty (130 Zitierungen).
Es stellte sich heraus, dass die Seiten welche diese Filme zitieren grob gesagt in drei Kategorien eingeordnet werden kønnen:

1.: Zeug, welches direkt dem Film zuzuordnen ist und eine eigene Wikipediaseite hat. Das sind natuerlich Schauspieler, Regisseure und andere Menschen die am Film mitwirken. Aber dazu gehøren auch die verschiedenen Studios, einzelne Songs (es gibt echt viele Lieder die ihre eigene Wikipediaseite haben), Drehorte und so’n Zeug halt.

2.: Im wesentlichen Listen, in denen der Film auftaucht. Das ist so trivial wie 2007 in home video oder List of films shot in Las Vegas kann aber auch sowas nicht ganz so offensichtliches wie Deaths in June 2014  oder List of films featuring extraterrestrials sein. Und dann natuerlich auch die Filmografien der beteiligten Leute (oder manchmal auch die Diskographien von Musikern, wenn die am Soundtrack mitgewirkt haben).
Bei all meinen Untersuchungen zur Wikipedia ist das eine der Sachen die mir am wenigsten bekannt waren: wie krass viele (teils bizarre) Listen es auf der Wikipedia gibt.

3.: Anderes Zeug wie bspw. andere Werke (meist Buecher) die den Film beeinflusst haben oder Filme deren Einkommen an der Kinokassen mit dem Film in Frage verglichen werden. Manchmal wird der Film auch einfach nur erwaehnt (und beim schnell drueber schauen habe ich den Zusammenhang zum Film nicht unbedingt erfassen kønnen) oder eine Sache mit Wikipediaseite passiert so selten, dass deren auftreten in einem Film von Interesse ist (bspw. Fatsuit).

Der Anteil dieser Kategorien an den Zitaten ist erstaunlich konstant (zugegeben, meine Stichprobe ist aeuszerst klein!).
Bei The Astronaut Farmer stammten jeweils 21, 7 und 3 Zitierungen aus den entsprechenden Kategorien. Bei America’s Sweethearts sind die Werte 57, 21 und 3 Zitierungen und bei The Faculty 75, 32 und 23 Zitierungen. Die Anteile sind in diesem, fuer diese Art von Information (beinahe) vøllig unbrauchbarem, Tortendiagramm zu sehen:

Hæhæ … JA, ich habe da extra Zeit reingesteckt um endlich auch mal diesen haesslichsten aller Diagrammtypen zu benutzen. Aber mit viel Muehe kann man sehen, was es ausdruecken soll.

Es geht also doch alles mit linken Dingen zu. Ich hatte mir nur nie Gedanken darueber gemacht, wie viele Leute (oder Orte, oder Songs etc.) bei selbst relativ unbekannten Filmen mitwirken. Ebenso dachte ich auch nie darueber nach, wie die Gesamtheit der an der Erschaffung dieses Werkes beteiligten „Objekte“ (im weitesten Sinne!) dann „zurueck wirken“ auf den Rest der Kultur.
Und da sage nochmal wer, dass Filme nur „wichtig“ sind, wenn sie was „Besonderes“ sind … siehe auch hier.

Im Endeffekt fuehrt das dazu, dass Filme eine Kuriositaet an sich sind. Dies deswegen, weil sie in ihrer Gesamtheit im Durchschnitt mehr Zitierungen auf sich vereinen als die „durschnittliche Wikipediaseite“ (was immer das auch sein mag). Denn Letztere wird eher selten zitiert.

All das fuehrt zur Anomalie, denn alle diese Film zitieren CinemaScore.

Und ich habe damit wieder ’n Stueck der Hintergrundzusammenhaenge in der (westlichen) Gesellschaft fuer mich sichtbar gemacht (vulgo: wieder was gelernt). Alles nur, weil es mir keine Ruhe gelassen hat, dass da was in den Daten war, was (erstmal) nicht rein zu passen schien.

Ganz zum Abschluss dann noch die dunkle Linie beim Relevanzwert (!) von 2622 (ich schrieb doch, dass ich darauf nochmal zurueck komme) . Dabei handelt es sich auch um nur eine Seite, naemlich: Świętokrzyskie Voivodeship. Soweit ich das verstehe, entspricht ein Land in Dtschl. geografisch drei Voivodeship in (nicht nur) Polen. Das sind also so ’ne Art Verwaltungsbezirke.
Wenn ich ehrlich bin, hatte ich schon vermutet, dass genau sowas hinter der „dunklen Anomalie“ liegt. Wusste ich ja von vorher, dass in Polen mal wer urst viele Wikipediaseiten geschrieben hat. Die zitierenden Seiten sind dann (beispielhaft) so wichtige Sachen wie Tomaszów, Gmina Opatów, Tomaszów, Gmina Tarłów oder Tomaszów, Pińczów County, die alle nur ein Zitat auf sich vereinen und Świętokrzyskie Voivodeship zitieren. Und weil das mehrere tausend Mal passiert, hat man dann den duennen roten Strich ganz dicht an der Abszisse in der Linie des Relevanzwertes (!) 2622 in der Falschfarbendarstellung … bzw. den langen duennen „Peak“ in der schwarzen Kurve in der Haeufigkeitsdarstellung.

Aber genug fuer heute. Dieser Beitrag ist schon wieder laenger als urspruenglich geplant. Aber ’s ist nunmal alles so spannend :)
Naechstes Mal wird’s ein bisschen komplizierter … aber nicht dolle.

Ich hatte bereits frueher Bekanntschaft gemacht mit Kristalle der Sorte Purpureum bzw. Flavum. Aber diese waren vom „Ice“-Typ. Jetzt begegnete ich Kristallen vom Typ Metallic. Hier die Sorte Purpureum Metallic …

… und dieser ist von der Sorte Flavum Metallic.

Da fror mir nicht die Frontscheibe ein, als ich nahe ranflog.

Ansonsten entdeckte ich auch noch ELW #111:

Beim letzten Mal unterzog ich die Daten einer mathematischen Transformation um aus dem „Rauschen“ noch mehr Information heraus zu holen. Weil der Artikel schon so lang war verschob ich die Diskussion der zeilenweise normierten Daten  …

… auf einen anderen Beitrag (diesen hier), denn durch diese Darstellung muss ein vorheriges Resultat etwas modifiziert werden.

Aber der Reihe nach. Zunaechst springt einem die rote und ueberhaupt die vertikalen Linien ins Gesicht. Das sind wieder besagte Artefakte der Komprimierung. Das ist ueberhaupt nicht schlimm, denn wir wissen ja, wie diese Linien entstehen: Zusammenfasung der Werte zweier Spalten die mehr Zitierungen repraesentieren als „normale“ Spalten. Dadurch sind besagte (zusammengefasste) Werte grøszer als im Durchschnitt in den anderen („normalen“) Spalten. Das extreme Beispiel der roten Linie kommt durch die Komprimierung zweier (urspruenglicher) Spalten zustande (alle Seiten mit 9 oder 10 Zitierungen, siehe die Tabelle vom letzten Mal). Die Farbe Rot entspricht nun dem Wert 1. Wenn ich das halbiere (wg. zwei urspruenglichen Spalten), lande ich bei 0.5 und das wuerde der Farbe Gruen entsprechen und in die Umgebung passen. Alles ist also knorke.
Analog kann man fuer alle vertikalen Linien argumentieren, nur muss man aufpassen, dass man nicht die Anzahl der urspruenglichen Spalten betrachtet, sondern die Anzahl der Zitierungen, die diese repraesentieren.

Als naechstes sind die „invertierten Artefakte“ am linken und rechten Rand zu besprechen. Diese Spalten sind blaeulich, reprasentieren also geringe Werte. Das ist dadurch zu erklaeren, das der erste und letzte Wert auf der Abzsisse nur „halbe Prozente“ sind. Alles von 0.0 % bis 0.5 % wird zu Null komprimiert, waehrend fuer Eins alles von 99.5 % bis 100.0 % herangezogen wird. Dito zum Ende der Ordinate. Entsprechend weniger Gesamtzitate sind in diesen Spalten vereint und deswegen wir das blau in der zeilenweise normierten Darstellung.
In Analogie zu obigen Aussagen kønnte man hier den „Blauwert“ verdoppeln und dann wuerde man auch wieder ungefaehr bei Gruen landen.

Nun eine kleine Peinlichkeit: die Linie die einmal quer uebers Bild geht bei Feldern wo der Wert auf der Ordinate, dem Wert auf der Abszisse entspricht; bspw. (23, 23). Diese Linie sieht man sogar schon in den urspruenglichen, nicht normierten Daten. Der Grund dafuer geht ganz weit zum Anfang dieser Untersuchungen zurueck, als ich versuchte so viel wie møglich uninteressante Sachen aus den Rohdaten zu løschen.
Dabei ist mir entgangen, dass manche Seiten (mit einem gewissen Wert auf der Abzsisse) sich selbst zitieren (was dem selben Wert auf der Ordinate entspricht). Oder vielmehr Abschnitte im selben Artikel zitieren, aber das kommt auf’s Gleiche hinaus. Ich wuerde sagen der Anteil der Seiten die das machen ist ca. 10 Prozent … ich schiebe das also in den Fehler … gebe aber zu, dass das eine Sache ist, die man heraushalten kønnte.

Das ist sehr wichtig solche Sachen zu besprechen, denn wenn man nicht weisz wo das herkommt, dann kønnte es sein, dass die Resultate an denen man interessiert ist selber auch nur ein Artefakt (und damit Humbug) sind.

Als Letztes dann der „rote Blob“ beim Wert (61, 61). Zunaechst dachte ich, dass dieser durch die zwei obigen Erklaerungen erklaert werden kønnte (Komprimierung + Peinlichkeit). Und waehrend diese beiden Dinge da sicherlich mit reinspielen, sollte deren Einfluss nicht so grosz sein, dass dieser Blob so krass dominiert in der Region. Also untersuchte ich das weiter und es stellte sich heraus, dass das KEIN Artefakt ist! Vielmehr ist das eine echte Anomalie und man sieht das auch in den urspruenglichen Daten, wenn man weisz wo man schauen muss. Ich brauchte drei Wochen um rauszufinden was das ist (zugegeben, unterbrochten durch total viel Sci-Fi Serien schauen und zocken). Und weil das laenger dauert zu erklaeren und dieser Artikel hier eh schon so lang ist wird die Erklaerung dieses Blobs auf’s naechste Mal verschoben.

Zieht man die Artefakte in Betracht und ignoriert erstmal den Blob, dann bleiben drei echte Beobachtungen zurueck:
1.: das Meiste ist gruen,
2.: im oberen Bereich hat man ein rotes Gebiet,
3.: in der rechten unteren Ecke ist’s rot und die entsprechenden Spalten werden blau zum oberen Ende hin.

Ersteres bedeutet, dass (relativ gesehen) unabhaengig vom Relevanzwert jede Seite gleich haeufig zitiert wird unabhaengig von der Relevanz der zitierenden Seite. Das deutete sich bei den urspruenglichen zeilenweise normierte Daten, bereits an, weil dort der gruen/rote „Streifen“ sich so verschmiert. Das ist mir an der Stelle nur nicht aufgegangen. Somit hat die Komprimierung nicht nur Information aus dem „Rauschen“ gezogen sondern auch dies deutlich gemacht.

Punkte 2 und 3 schraenken diese Aussage etwas ein. Das rote Gebiet bei Relevanzwerten ueber 80 auf der Ordinate und Relevanzwerten zwischen 30 und 90 auf der Abszisse deutet darauf hin, dass oft zitierte Seiten haeufiger ueber andere mittel und oft zitierte Seiten reden. Das ist die erwaehnte Modifikation des vormaligen Ergebnisses und genau das was ich meinte, als ich sagte, dass im „Rauschen“ noch was zu holen ist. Cool wa!
Aber Achtung:  „irrelvante“ Seiten machen weiterhin einen signifikanten Teil des Signals in diesem Bereich aus.

Punkt 3 zeigt dann nochmals deutlich, dass die Relevanz insb. der meistzitierten Seiten nur dadurch kommt, dass diese von „extra irrelevanten“ Seiten ueberproportional haeufig  zitiert werden. Das ist schon ein bisschen ironisch, nicht wahr.

Alles in allem kann die Relevanzdiskussion damit abgeschlossen werden. Man kann relevante Seiten nicht ohne „irrelevante“ Seiten haben. Und das ist voll messbar.
Aber ja, ich weisz, dass die Relevanzdiskussion eigentlich gar nicht darum geht.

Auch wenn dies damit erledigt ist, bin ich noch nicht fertig mit diesen Analysen. Beim naechsten Mal diskutiere ich eine weitere Anomalie in den (nicht komproimierten) Daten. Dieser erklaert die Methodik mit welcher ich den Ursprung besagter Anomalie aufklaeren konnte, aber am Beispiel nur einer Seite. Im Beitrag danach diskutiere ich den „Blob“ bei dem diese Methodik auf tausende (im Allgemeinen) bzw. hunderte (im Speziellen) Seiten gleichzeitig angewendet wird. Und dann kommen zwei Artikel mit anderen Kuriositaeten. Diese Daten sind voll ’ne Schatztruhe und ich stosze auf Dinge die ich nie erwartet haette. Aber dann bin ich damit fertig und es geht nach einem fast fuenfrmonatigen „Einschub“ endlich weiter mit den urspruenglichen Betrachtungen zum Linknetzwerk.

Realgeschichtlich begegnen wir in diesen Jahren dem (mal wieder) verkuendeten „End of history„. Waehrend dies realgeschichtlich (mal wieder … leider… ?) nicht eingetreten ist, so macht es sich in den Peanuts doch bemerkbar.

Besagtes philosophisches Argument geht in groben (!) Zuegen davon aus, dass die Menschheit gesellschaftsentwicklungstechnisch einen Punkt erreicht (hat), an dem es keinen Grund gibt was Neues zu machen. Dies liegt daran, weil alles so knorke ist. Dagegen gibt es viele Argumente, aber die Ereignisse der gegebenen Jahre in Betracht ziehend, wundert es mich ueberhaupt nicht, dass dieser Essay so viel beachtet wurde.

Waehrend ich oben auf den beruehmten Artikel von Francis Fukuyama verweise so ist die Idee nicht neu. Spontan faellt mir da als weiteres Beispiel, philosophisch/politisch aus einer anderen Ecke kommend, „der Kommunismus“ als „Endform der Gesellschaft“ ein.

Ich erwaehne das nicht nur, weil es zeitlich passt, sondern auch weil ich den Eindruck hatte, dass bei den Peanuts dieser Zustand eingetreten ist. Ende der 80’er waren sowohl die Peanuts als auch deren Autor, Charles M. Schulz, professionell, monetaer und gesellschaftlich seit vielen Jahren etabliert. Oder anders gesagt: die Figuren hatten in diese Jahren laengst ihre eigenen Wesenszuege ausgebildet. Dies wiederum wirkt darauf zurueck, wie Schulz die Geschichten schreibt — zwar jedesmal neu, aber dennoch irgendwie bekannt … ja mglw. gar vorhersagbar.

Das mindert in keinster Weise die Relevanz der Peanuts als kulturelles und gesellschaftliches Gut. Ebenso ist es auch NICHT „die alte Leier“. Vielmehr ist es so, dass man weisz, was man mit und an den Peanuts hat.

Ich gebe aber zu, dass ich ungefaehr ab hier anfing mehr aus „kultureller Pflicht“ und „intellektuellem Interesse am Gesamtwerk“ die Baende gelesen habe, als aus innerer Freude darob der Abenteuer der Kinderschar.

Kurze Wiederholung (weil’s immer noch etwas kompliziert ist):
i.: Alle Seiten werden am haeufigsten von „irrelevanten“ Seiten zitiert und alle Seiten reden (zitieren) am haeufigsten ueber „irrelevante“ Seiten.
ii.: Der Relevanzwert entspricht bei kleinen Werten der Anzahl der Zitierungen und ist bei grøszeren Werten eine Abbildung einer Zaehlweise mit Luecken (Anzahl der Zitierungen) auf eine Zaehlweise ohne Luecken (Relevanzwert)
iii.: Aus dem zweiten Punkt folgt (indirekt), dass die Daten bei kleinen Relevanzwerten aus (sehr sehr) vielen Seiten zusammengesetzt sind. Hingegen bei groszen Relevanzwerten wird das „Signal“ von nur wenigen Seiten generiert. Bei ganz groszen Werten gar nur von einzelnen Seiten. Dadurch entsteht der Eindruck, dass das „Signal“ in diesem Bereich nur „Rauschen“ ist.
iv.: Zeilenweise Normierung zeigte beim letzten Mal, dass im „Rauschen“ bei groszen Relevanzwerten vermutlich noch Information steckt und dass dies dort nur deswegen als „Rauschen“ scheint, wegen dem was im dritten Punkt steht.

Heute folgt nun, wie man mittels einer weiteren (ich wage zu sagen: geschickten) Abbildung die Information aus dem Rauschen „ziehen“ kann.
Es wird etwas technisch am Anfang. Aber das ist wichtig um zu verstehen, dass die qualitativen Schlussfolgerungen gueltig sind, trotz der „Artefakte“ welche besagte Abbildung hinterlaeszt.

Zunaechst muss ich zu dem im dritten Punkt Zusammengefassten zurueckkehren um zu erklaeren wie das Problem zu løsen ist. Dafuer schaue man auf diese Tabelle, welche das Problem verdeutlicht.

So oft zitiertAnzahl SeitenAnzahl ZitateProzentanteil (Seiten)Prozentanteil (Zitate)kumulativer Prozentanteil (Seiten)kumulativer Prozentanteil (Zitate)
0320,08905.520
5.520
1793,588793,58813.690.4819.210.48
2601,7621,203,52410.380.7329.591.20
3483,3861,450,1588.340.8737.922.08
9162,916
1,466,2442.810.88
64.457.64
10142,2691,422,6902.450.8666.90
8.49
528,950465,4000.150.2892.2828.50(539)
538,565453,9450.150.2792.4328.78
548,241445,0140.140.2792.5729.04
557,967438,1850.140.2692.7129.31
187,5901187,5900.000017
0.1199.99(9965507)99.66
231,1961231,1960.000017
0.1499.99(9982753)
99.80
325,1281325,1280.000017
0.20
100100

In der ersten Spalte ist die Anzahl der Zitierungen welcher identisch ist mit dem Relevanzwert bis zu einem Wert von 2075. Da die Bedeutung dieser beiden Begriffe die selbe ist, benutze ich diese beiden synonym an dieser Stelle.
In der zweiten Spalte sieht man die Anzahl der Seiten die so oft zitiert wurden wie in der ersten Spalte angegeben. In der vierten Spalte steht dann wie vielen Seiten das prozentual entspricht und der aufaddierte Anteil an Seiten ist in der sechsten Spalte zu sehen.
Das Produkt aus der ersten und zweiten Spalte ergibt die Anzahl der Zitate, die diese Gruppe auf sich vereint (dritte Spalte). Der entsprechende Prozentanteil (an der Summe aller Zitate) ist in der fuenften Spalte und der kumulative Anteil in der siebten Spalte zu sehen.

Die prozentualen Anteile verdeutlichen das Problem ganz gut. Bei kleinen Relevanzwerten befinden sich im Gesamtsignal deutlich mehr „Treffer“ (ausgedrueckt durch den Prozentanteil der Zitate) als bei groszen Relevanzwerten. Das ist das was ich mit ungleicher Schrittweite meine und das aendert sich auch nicht durch eine Normierung. Das Problem kønnte entsprechend durch eine gleiche Schrittweite geløst werden und da kommen die Prozentanteile ins Spiel. Es ist naemlich so, dass dieser Wert bei den Zitaten (anders als bei den Seiten) niemals grøszer als 1 wird und der Unterschied von „Schritt zu Schritt“ auch nicht so grosz ist. Vielmehr ist es so, dass der Unterschied mit grøszeren Relevanzwerten abnimmt. Das ist toll, denn bedeutet dies doch, dass ich die Daten von mehreren Relevanzwerten zusammenfassen kann um „Meta-Gruppen“ zu erstellen, die alle eine mehr oder weniger gleiche Schrittweite und damit „Signalstaerke“ haben. Das „mehr oder weniger“ wird nochmal wichtig.

Zur Veranschaulichung nehme man die Werte bei 52, 53, 54 und 55 Zitierungen. Wenn ich diese vier Zeilen zusammenfasse, erhalte ich die „Meta-Gruppe“ mit dem Namen 29. Der Name kommt daher, dass alle diese Werte beim kumulativen Prozentanteil (der Zitate) auf 29 % gerundet werden.
Bei kleinen Relevanzwerten bis 8 entspricht auch hier wieder der Name der „Meta-Gruppe“ der Anzahl der Zitierungen. Aber bereits ab 9 Zitierungen muss ich anfangen Zeilen zusammen zu fassen.

Wie angesprochen wird nun aber das „mehr oder weniger“ nochmal wichtig.
Im Durchschnitt repraesentiert jede Meta-Gruppe ca. 1.6 Millionen Zitierungen (der Median ist aehnlich). Aber insbesondere bei den ersten Meta-Gruppen (also bei kleinen Relevanzwerten) kann diese Zahl deutlich grøszer werden.
Zur Veranschaulichung nehme man die Werte bei 9 und 10 Zitierungen. Diese „komprimieren“ zu Meta-Gruppe 8 %. Aber die Menge an Zitaten die dadurch repraesentiert wird ist mit 2,888,934 Zitaten fast doppelt so grosz wie der Durchschnitt.
DAS wiederum fuehrt im (normierten) Falschfarbenbild zu Streifen; den oben erwaehnten Artefakten. Die Anzahl dieser „Grenzfaelle“ ist zum Glueck gering und die Artefakte aendern an der Nuetzlichkeit dieser Abbildung auf Meta-Gruppen, welche ungefaehr gleich grosze Mengen an Zitierungen repraesentieren, nichts.

Aber nun endlich die Falschfarbenbilder. Zunaechst die totalen Zahlen und die spaltenweise normierten Daten:

Ich habe diese beiden Darstellungen in ein Bild gepackt, weil sich keine neuen Erkentnisse ergeben. Immer noch gilt, dass die Relevanz aller Seiten durch Zitierungen von „irrelevanten“ Seiten kommt. Durch die Komprimierung sieht man es diesmal sogar schon in der totalen Anzahl der Zitierungen im linken Diagramm (gruener Streifen parallel zur Abzsisse bei kleinen Relevanzwerten). Dort sieht man ebenso rechts unten einen roten Punkt. Das liegt daran, dass die wenigen Seiten hin zum 100 % Wert so krass viele Zitate auf sich vereinen, dass dies in den (totalen) komprimierten (a.k.a. zusammengefassten) Zahlen dann deutlich auffaellt.
Auszerdem treten die erwaehnten horizontalen und vertikalen Streifen auf; besagete Artefakte. Im linken Bild sind diese Linien sowohl auf der Abzsisse als auch auf der Ordinate den selben Werten zuzuordnen. Durch die spaltenweise Normierung „verschwinden“ die vertikalen Streifen im rechten Diagramm, denn alle Spalten sind ja auf den selben maximalen Wert normiert.

Das soll genug sein fuer heute. Dieser Beitrag sollte vor allem das Prinzip der Komprimierung der Daten klar machen und was das fuer die Resultate bedeutet. Beim naechsten Mal zeige ich dann die zeilenweise normierten Daten und da gibt es einiges zu diskutieren.

Nachdem ich im Solsystem fertig war mit der Besichtigung von Sehenswuerdigkeiten, machte ich mich wieder auf den Weg zu ein paar Rekorden in der Galaxis.

Bleia Dryiae PD-E c1-2 16 haelt 6 dieser Rekorde … und alle folgen, weil dies von allen entdeckten Planeten DER Planet (auf dem man landen kann) mit der laengsten Halbachse des Orbits ist. Mit 106,129,094,372,391.58 m. oder ca. 709.43 au ist die so grosz, dass der Planet im Urpsrungssystem weit hinter der Heliopause liegen wuerde.
Damit folgen dann (wie so oft) die Rekorde fuer den grøszten orbitalen Umfang (666,692,700,281,545.0 m) und die laengste orbitale Periode (725,315,485,696.0001 s oder fast 23 k Jahre).

Das sind drei von sechs … die anderen drei sind Rekorde in den selben Characteristiken, aber fuer den spezifischen Planetentyp — Icy body (auf dem man landen kann).

Desweiteren ist dies der Ursprungsplanet fuer das galaktische Band — der dicke Stein auf der rechten Seite — wie man in diesem Beweisphoto sehen kann:

Die letzte „ancient probe“ im Ursprungssystem war …

Voyager 1. Naja, streng genommen ist keine dieser Sonden mehr im Ursprungssystem. Und diese Probe hier war ueberhaupt das allererste menschliche Stueck Kultur welches die Grenzen des Solsystems passierte. Schon krass, was man damals vor ueber 1000 Jahren schon alles erreicht hat, trotz der primitiven Technologie.
Aber so richtig in der „Nachbarschaft“ sind die Sonden auch noch nicht angekommen. Das dauert noch 50-tausend Jahre oder so.

Apropos primitive Technologie. Das was da so „raus guckt“ war die Energieversorgung der Sonde — drei Radionuklidbatterien. Die sind natuerlich laengst nicht mehr aktiv und man kann sich das ohne Gefahren aus der Naehe anschauen:

Hach … da kommen mir ja fast die Traenen, wenn ich an all die Traeume und Hoffnungen der Mensche von damals denke, welche mit den „Weltraumabenteuern“ verbunden waren. Aber auch wie grosz der Jubel und die Freude gewesen sein muss, als diese Sonden Daten aus der groszen unbekannten Leere schickten. Das muss schon eine Zeit der (wissenschaftlichen) Wunder gewesen sein.

1 Megacorpse beschreibt 1 Million Tote. Der Name der Einheit ist besser bekannt als 1 Megadeath und tauchte zum ersten Mal in der Diskussion der Konsequenzen eines Atomkriegs auf.

Andererseits kønnen (leider) auch die Resultate nicht kriegerischer Situationen in Megacorpse ausgedrueckt werden. Seien es AIDS, COVID-19 (zumindest zum Zeitpunkt als dieser Beitrag geschrieben wurde), Hunger, Malaria und noch so einige andere.

*seufz*

Die verstørenden „Hundebilder“ von DeepDream sind ja sicherlich bekannt. Bekannt ist auch dass das in der „offiziellen Berichterstattung“ vehement natuerlich nicht als Kunst angesehen wurde. Meist mit dem Hinweis, dass der Algorithmus das Konzept des Hundes, des Bildes, des Hundes im Bild usw. usf. gar nicht _versteht_. Oder anders: ein „richtiger“ (vulgo: menschlicher) Kuenstler begreift ein Konzept und erschafft darauf aufbauend seine Kunstwerke. Als Beispiel faellt mir dazu Warhols Marilyn Diptych ein.

Und ehrlich gesagt, ich gehe da mit.

Andererseits erwarte ich von ’nem Schulkind auch nicht, dass es mir die Formeln des harmonischen Oszillators in quantenmechanischer Betrachtung herleiten kann.
Aber ich kann das auch nicht ohne Weiteres. Ich muesste mir das vorher nochmal anzuschauen. Mit „anschauen“ meine ich natuerlich nicht nur den harmonischen Oszillator an sich, sondern auch die vielen Konzepte und Sachen „drumherum“, die man braucht um das zu … verstehen.
Und damit bin ich wieder beim Schulkind, denn um die Konzepte der Quantenmechanik zu verstehen muss ich erstmal sooooo viele andere Konzepte begriffen haben. Nicht nur Analysis und Vektorrechnung, sondern auch Addition, Multiplikation und sogar noch „tiefer“ hinab gehend, den Unterschied zwischen Symbolen und deren Bedeutung wenn die zu neuen, anderen Symbolen zusammengesetzt sind. Letzteres ist natuerlich das was wir im Allgemeinen als „Lesen lernen“ bezeichnen. Und mit dem Lesen, lernen wir auch oft genug das Schreiben. Und zack, kaum kønnen sie schreiben, denken sich manche Kinder ihre eigenen Geheimschriften aus.
Aber nicht nur Kinder erfassen das Wesen von Symbolen und machen damit neue Sachen, sondern auch Erwachsene. So stammen das lateinische, das etruskische, das gotische, das glagolitische, das kyrillische (und vermutlich noch ’n paar andere) Alphabet vom griechischen Alphabet ab.

Das ist Symbolmanipulation, welche den Charakter, das Wesen der Symbole, erhaelt aber etwas Neues dabei schafft.

Und das kønnen mittlerweile auch Computer. In dem Artikel wird darauf eingegangen, wie man einem Cimputer beibringen kann, das Konzept von (Schrift)Symbolen zu erkennen und darauf aufbauend neue (Schrift)Zeichen mit dem selben Wesen zu erfinden. Und Bild 7 ist schon ziemlich beeindruckend.

Klar, das ist noch urst weit weg von Warhols Werk, aber die Autoren des verlinkten Artikels schreiben zu Recht:

Human cultures produce many such symbol systems, including gestures, dance moves, and the words of spoken and signed languages. As with characters, these concepts can be learned […]

Und zwar offensichtlich nicht nur von Menschen, sondern auch von Computern. Und die zwei Fragen die verbleiben sind: Was meinen die Journalisten eigentlich mit „verstehen“? und Wann geben wir zu, dass wir genuegend Sachen genauso wenig „verstehen“, aber trotzdem damit umgehen und darauf unsere Leben und unsere Gesellschaft aufbauen?

Kurze Wiederholung, weil es etwas komplizierter ist: beim letzten Mal stellte ich vor, dass sich die Relevanz von Wikipediaartikeln im Wesentlichen dadurch ausdruecken laeszt, indem man zaehlt wie oft ein Artikel zitiert wird. Der Einfachheit halber nenne ich hier Wikipeidaseiten mit kleinen Relevanzwerten „irrelevant“ (mit Anfuehrungszeichen). Das bedeutet nicht, dass die irrelevant (ohne Anfuehrungszeichen) sind.
Desweiteren stellte ich fest, dass die Wikipediartikel an den beiden Enden der Relevanzskala (die Artikel mit den kleinsten bzw. grøszten Relevanzwerten) vor allem von „irrelevanten“ Seiten zitiert werden. Daraus folgte, dass zumindest fuer die zwei meistzitierten Artikel die Relevanz nur deswegen zustande kommt, weil es die „irrelevanten“ Seiten gibt.
Das waren aber nur vier Beispiele und ich setzte mich mal hin und schaute mir das fuer _alle_ Wikipediaseiten an. Dies hier ist das Ergebnis:

Wenn das Bild geklickt wird, dann wird das grøszer.

Was sieht man hier eigentlich? Die Abszisse repraesentiert den oben erwaehnter Relevanzwert einer Seite. Bis 2075 Zitierungen entspricht das der Anzahl der Zitierungen die eine Seite erhalten hat. Danach weichen die Relevanzwerte von der Anzahl der Zitierungen ab. Der Grund ist, dass die Werte der Abszisse das Resultat einer Abbildung einer Grøsze mit ungleicher „Schrittweite“ (Anzahl der Zitierungen) auf eine Grøsze mit konstanter „Schrittweite“ (Relevanzwert) ist. Ein kurzes Beispiel: es gibt keine Seite die 2076 mal zitiert wurde aber 2 Seiten die 2077 mal zitiert wurden. Der Relevanzwert zaehlt also „OHNE Luecken“.
Von der Bedeutung aendert sich aber nichts: je mehr Zitierungen eine Seite hat, desto relevanter ist diese (wohl) und entsprechend grøszer ist der Relevanzwert.

Die Ordinate repraesentiert im Wesentlichen die gleiche Grøsze, aber fuer die zitierende Seite.

Der Farbwert entspricht nun wie oft Seiten gefunden wurden, die einen bestimmten Relevanzwert haben und von einer (anderen) Seite mit einem (anderen) bestimmten Relevanzwert zitiert wurde.
Wenn also Seite A drei mal zitiert wurde von drei anderen Seiten die selber drei, elf und siebzehn mal zitiert wurden, dann zaehlt der Wert bei den „Koordinaten“ (3, 3), (3, 11) und (3, 17) ein mal hoch.
Wenn nun Seite B auch drei mal zitiert wurde, von Seiten die drei, sechs und sieben mal zitiert wurde, zaehlen die Werte bei den entsprechen „Koordinaten“ eins hoch. Der Wert bei (3, 3) ist nun zwei.
Diese Zaehlung habe ich nun fuer alle Wikipediaseiten gemacht und tritt fuer eine „Koordinate“ kein „Ereigniss“ auf, so bleibt das „Pixel“ fuer diese Koordinate schwarz.

Achtung: das obige Bild ist eine quadratische Matrix! Aufgrund gegebener Limitierungen in der Praesentation habe ich mich aber entschieden die Abszisse „laenger“ zu machen als die Ordinate.
Nochmal Achtung: Das ist zwar eine quadratische, aber keine symmetrische Matrix! Auch wenn auf den Achsen beide Male Relevanzwerte dargestellt sind, so ist die Bedeutung geringfuegig anders (wie oben beschrieben).

Wir sehen im Bild nun, dass das ueberwiegend schwarz ist. Bei den meisten Koordinaten zaehlt also nix hoch, weil es keine Seiten mit dem jeweiligen Relevanzwert gibt, die zitiert werden von Seiten mit dem (anderen) jeweiligen Relevanzwert. Schaut man genau hin, ist da „Rauschen“ drin. Ich komme da spaeter drauf zurueck.

Desweiteren sieht man, dass sich alles an der linken und unteren Kante abspielt — der blaue „Saum“. Das ist wichtig, denn dies ist eine Bestaetigung der beim letzten Mal getroffenen Aussage. Egal wie wichtig eine Seite ist (Wert auf der Abszisse), diese erhaelt ihre Wichtigkeit vor allem dadurch, weil sie von „irrelevanten“ Seiten zitiert wird (Wert auf der Ordinate). Das ist das blaue Band am unteren Rand.

Das blaue Band am linken Rand besagt nun, egal wie wichtig eine Seite (Ordinate) ist, diese zitiert vor allem „irrelevante“ Seiten (Abszisse). Und das ist krass!
Warum ist das krass? Nun ja, die erste Aussage (Wichtigkeit nur durch die Zitierung von „irrelevanten“ Seiten) ist ja eindeutig. Aber das Ganze geht noch weiter! Denn die zweite Aussage bedeutet, dass selbst die relevantesten Seiten ueber irrelevante Sachen schreiben (weil man ja zitieren muss worueber man schreibt).
Und DAS bedeutet dann nicht nur, dass relvante Seiten nur durch die Zitierungen irrelvanter Seiten relevant werden, sondern dass es relevante Seiten gar nicht geben wuerde, wenn diese nicht ueber „irrelevante“ Seiten schreiben kønnten!

DAS ist so krass, denn dies setzt der Relevanzdiskussion ein Ende und die Inkludisten sind die eindeutigen Gewinner!

Das ist das Resultat. Nun ist’s aber nicht ganz so einfach … und warum geht die Farbskala eigentlich bis ueber 120-tausend Ereignisse, wenn im Bild entweder alles schwarz oder blau (ein paar tausend Ereignisse) ist?
Nun ja, deswegen ist da ein Pfeil im Bild.

Ich zoome mal rein:

AHA! Da wird’s rot. Im Bereich bis zu Relvanzwerten von 100 passiert alles … bzw. nix, denn der schwarze Balken bei einer Relevanz von Null liegt natuerlich daran, dass diese Seiten null mal zitiert werden … aber ich schwoff ab.
Koordinaten fuer Seiten die ein bis zehn mal zitiert werden, von Seiten die selber null bis zwei Zitierungen haben sind im gelb/roten Bereich. Das sind also 10 mal 3 mal 100-tausend „Ereignisse“ die sich dort „versammeln“. Diese Gruppe ist umgeben von einem deutlich breiteren, gruenen „Halo“ welche Ereignisse mit Zaehlungen bis ca. 60-tausend beinhaltet.
Die Vielzahl der „irrelevanten“ Seiten die sich selber zitieren fuehrt zu so krass vielen Zitierungen (Ereignissen), dass das was in diesem Bereich angehaeuft ist vom absoluten Wert alles andere in den (blauen) Schatten stellt. Und weil die „Ausdehnung“ dieser Gruppe so klein ist, sieht man das im ersten Bild nicht.

Das ist jetzt natuerlich ein Problem in Bezug auf die obigen Aussagen. Die schiere Menge an Zitaten von (und an) „irrelevante(n)“ Seiten erdrueckt das Signal der Seiten mit grøszeren Relevanzwerten.

Aber zum Glueck ist dies mit einer simplen mathematischen Transformation sehr leicht in Betracht zu ziehen: jede Spalte muss normiert werden.
Das hørt sich jetzt fancy-pancy an, was das bedeutet ist aber, dass alle Werte in einer Spalte durch den grøszten Wert dieser Spalte geteilt werden. Besagter grøszter Wert wird dann natuerlich zu 1. Das Gute ist nun, dass ALLE grøszten Werte ALLER Spalten den Wert 1 haben. Dadurch wird das „Gewicht“ von der Farbskala genommen und Spalten mit groszen Relevanzwerten kønnen mit Spalten mit kleinen Relevanzwerten verglichen werden. Dabei ist natuerlich immer im Hinterkopf zu behalten, dass dies relative Vergleiche sind, im Gegensatz zum Vergleich der absoluten Werte in den obigen beiden Bildern.
Und so sieht das dann aus:

Haeh? What? Das ist doch das Gleiche! … Nun ja, nicht, wenn man ganz genau auf den unteren Rand schaut (ACHTUNG: die Ordinate geht nur noch bis 200 „Ereignisse“):

AHA! Das sieht doch schon ganz anders aus. Durch die Normierung wird (wie vorgesehen) der erdrueckende Anteil der Ereignisse bei kleinen Relevanzwerten irrelevant (tihihi). Das Resultat ist nun das rot gruene Band am unteren Rand. Dieses haelt die obige (erste) Aussage aufrecht: fuer ALLE Seiten, vøllig unabhaengig davon wie grosz (oder klein) die absolute Anzahl der Zitierungen ist, gilt, dass diese hauptsaechlich von „irrelevanten“ Seiten zitiert werden.
Das ist zwar das Selbe wie oben schon erkannt, aber es ist gut, dass diese Kontrolle nicht zu einem anderen Ergebis gefuehrt hat.

Aufmerksamkeit møchte ich richten auf die Tatsache, dass ein mal zitierte Seiten (Relevanzwert = 1, auf der Abszisse)  interessanterweise weniger haeufig andere Seiten zitieren als null mal bzw. drei mal zitierte Seiten. Dies drueckt sich in dem duennen gruenen Streifen parallel zur Abszisse aus, der eingequetscht ist zwischen den roten Streifen bei Relevanzwerten (der zitierenden Seiten, also auf der Ordinate) von null bzw. zwei.
Man sieht das auch bereits in den nicht normierten Daten im obigen Bild. Dort sieht man dann auch einen Grund: der Wert bei der Koordinate (1, 1) hebt sich deutlich hervor im Vergleich zu den Werten bei (1, 0) bzw. (1, 2).
Dies wiederum deutet darauf hin, dass meine Erklaerung des „im Kreis zitieren“ vom letzten Mal …

[s]ozusagen wenn Hintertupfingen Vordertupfingen zitiert, weil’s das Nachbardorf ist (und umgekehrt), aber beide von keiner anderen Seite zitiert werden

… schon in die richtige Richtung geht fuer viele dieser Seiten. Denn wenn die ihr eines Zitat fuer die „Nachbardorfseite“ verbrauchen und umgekehrt, dann fehlt das „Signal“ natuerlich an anderer Stelle.

Dies wiederum waere dann aber auch ein Hinweis auf (mehr oder weniger) tataechliche Nichtrelevanz, da diese Seiten dann ja in keinem Diskurs teilnehmen, sondern nur eine Nabelschau sind. Ich persønlich wuerde die aber trotzdem drin behalten.

Genug dazu … wie sieht das nun mit der zweiten Aussage aus? Ueber was schreiben die (nicht nur relevanten) Seiten eigentlich? Dafuer muss man natuerlich alle Zeilen normieren und das sieht dann so aus:

Aha! Ein bunter Streifen, der sich an die Ordinate schmiegt. Wenn man rein zoomt, dann sieht das so aus:

Im Allgemeinen bleibt also auch die zweite Aussage bestehen: ALLE Seiten zitieren hauptsaechlich „irrelevante“ Seiten. Das ist die Bedeutung des gruen-roten Bereichs am linken Rand. Aber das muss etwas genauer betrachtet werden.

Zum Ersten ist das, anders als beim obigen Fall, kein eindeutiges „rotes Band“ (parallel zur Ordinate in diesem Fall). Das „duennt aus“ je grøszer die Relevanzwerte der zitierenden Seite wird. Dies wiederum bedeutet, dass das „Signal“ bei høheren Relevanzwerten (auf der Abszisse) grøszer werden muss zu høheren Relevanzwerten auf der Ordinate. Nun sieht man das im Gesamtbild aber wieder nicht, weil das Gesamtsignal bei kleinen Relevanzwerten von vielen Seiten stammt, waehrend es bei groszen Relevanzwerten von wenigen, oft nur einer Seite „generiert“ wird. Die angesprochene Beobachtung geht also im „Rauschen“ unter.

Aber tatsaechlich, schaut man sich mal die Ecke bei den 1000 grøszten Relevanzwerten an …

… dann scheint sich da Information zu verstecken! In den zeilenweise normierten Daten geht das „Rauschen“ oft in den blauen und gar gruenen Bereich (manchmal gar in den roten). Hier ist also noch „was zu holen“.
Aber darum soll es beim naechsten Mal gehen: wie man das Mehr an Information aus den Daten kitzeln kann :)

Zum Zweiten liegt das Maximum des „roten Bereichs“ nicht bei Relevanzwerten von 1 oder 2 sondern eher bei Relevanzwerten von 5, 6 und 7. Dies ist zum Glueck einfach zu erklaeren.
Seiten mit den kleinsten Relevanzwerten werden zwar total gesehen am haeufigsten zitiert (die Anzahl der Seiten die nur ein mal zitiert werden ist grøszer als fuer alle anderen Relevanzwerte), aber wenn eine Seite mit Relevanzwert 1 ihr eines Zitat erhalten hat, dann ist diese Seite „verbraucht“. Die naechste Zitierung muss also zu einer anderen Seite mit Relevanzwert 1 gehen. Bis wir durch sind mit denen. Dadurch „verschmiert“ sich das Gesamtsignal fuer alle Seiten mit Relevanzwert ueber den kompletten Wertebereich.
Hingegen wenn eine Seite mit Relevanzwert 6 eine Zitierung bekommt, dann kann die noch fuenf weitere Male zitiert werden. JA, die Anzahl der Seiten mit Relevanzwert 6 ist geringer, aber das Produkt aus erhaltenen Zitaten und Anzahl der Seiten ist grøszer. Bei Relevanzwerten ueber sieben ist’s dann aber wieder so, dass die Anzahl der Seiten so stark abnimmt, dass besagtes Produkt wieder kleiner wird.
Das sieht man uebrigens auch im Bild mit dem „reingezoomten“ Bild mit den total Zahlen und deswegen erscheint das Maximum des „roten Bereichs“ der (zeilenweise) normierten Daten eher dort.

Dieses Wechselspiel aus totalen und normierten Zahlen bzw. vielen Seiten und vielen Zitierungen (bzw. dem Produkt aus beiden) muss alles im Kopf behalten werden waehrend der Interpretation dieser Diagramme. Ich gebe zu, dass dies nicht immer einfach ist. Ich sasz oft laenger da, ohne dass mir die Erklaerungen „ins Gesicht gesprungen“ ist. Vielmehr musste ich alle Gegebenheiten auseinanderklamuesern, mir genau ueberlegen was die Normierung (oder die Achsen, oder der Farbwert) eigentlich bedeutet, und total aufpassen, dass mir da nix durcheinander kommt um das Signal zu interpretieren und die Zusammenhaenge zu erkennen.
Und das ist einer der Gruende, warum ich das so toll finde. Einfach, kann ja jeder :)