Beim letzten Mal legte ich dar, dass die Entstehung von Deuterium erst ca. 360 Sekunden nach dem Urknall beginnen konnte, mehr als die Haelfte der Halbwertszeit des Neutrons.
Und da war’s, das VERDAMMT (!!!) knappe Ding.
Das Universum ist 13.7 Milliarden … *nachschlag, denn diese Zahl hab ich von vor 20 Jahren noch im Kopf* … das Universum ist 13.8 Milliarden Jahre alt (Tabelle 4 auf Seite 32, falls ihr, meine lieben Leser und Leserinnen nicht den ganzen Artikel lesen wollt). Das sind ungefaehr 4 × 1017 Sekunden. Am Anfang hatte das Universum ca. 2 × 4 × 102 Sekunden um was mit den vorhandenen Neutronen zu machen. Das ist ein Faktor von einer Billiarde! Von heute aus gesehen entspricht das VERDAMMT viel weniger als dem Bruchteil einer Sekunde.
Die Haelfte dieses beinahe instantanen Momentchens verbrachte der Kosmos damit „Daeumchen“ zu drehen und den Neutronen beim verschwinden zuzusehen, bevor er sich dachte dann doch endlich mal anzufangen was zu erschaffen, das die Existenz von Dingsbumsen erlaubt, welche die Eleganz der Schøpfung zu erkennen vermøgen.
Das eigentlich Verwunderliche ist also eher, dass’s uns ueberhaupt gibt. Haette das Universum doppelt so lange gebraucht um sich genuegend abzukuehlen, waeren von den urspruenglichen 20 Neutronen pro 100 Protonen weniger als 9 uebrig gewesen. Unser Universum wuerde deutlich anders aussehen in diesem Fall und die Frage steht im Raum ob buchstaeblich genuegend Material vorhanden gewesen waere, um in der „Lotterie der Existenz“ genuegend „Ziehungen“ zu erlauben, in welcher eine unglaublich unwahrscheinliche Kombination von vielen, in richtiger Reihenfolge geschehenden, zufaelligen Ereignissen „gezogen“ wird, welche die besagten, die Schønheit eben dieser Existenz bewusst wahrnehmenden, Dingsbummens zur Folge hat. .oO(Was fuer ein Satz.)
Und damit meine ich nicht unbedingt Leben an sich. Das ist mglw. gar nicht sooo selten anzutreffen. Aber waehrend die Dinosaurier hochentwickeltes Leben waren, deutet nichts darauf hin, dass sie eine Quantenfeldtheorie, Thermodynamik oder (wissenschaftliche!) Kosmologie entwickelt haben, welche das Erkennen eben dieser glorreichen Pracht erst ermøglicht. Ganz zu schweigen davon, dass jede Form von „høherem“ Leben erst sehr spaet auftauchte und viel einfacheres Zeuch wie Bakterien und Archaee die Erde fuer 3/4 der Weltgeschichte beherrschten.
Wie der Titel sagt: It’s a ginormous number’s game … and we won … wenn man die Existenz eines „Hand anlegenden Schøpfers“ aussschlieszt. Und einige wichtige Parameter dieses „Spiels“ sind von einem URST krass kurzen (VIIIIIEEEEEL weniger als ein) Augenblick in der Geschichte des Universums abhaengig.
Man kann das Ganze auch andersrum aufziehen. Nach zwei Sekunden hatte das Universum die Møglichkeit „was zu tun“ … es musste aber erstmal 200 Mal aelter werden, bevor es was getan hat. Und dann hatte es nur noch ’n Faktor zwei Zeit das was Getan werden muss, auch zu tun.
Als Menschen nehmen wir alles in linearen Abstaenden wahr; da sind 2 Sekunden zu 360 Sekunden zu 880 Sekunden jetzt kein „groszes Ding“. Manche Schueler essen zum Anfang der Abiturphysikpruefung eben erstmal gemuetlich Fruehstueck, fangen als letzte an zu schreiben und geben trotzdem als erstes ab. Man muss ja nicht immer die vollen 6 Stunden fuer etwas brauchen, manchmal reicht auch die Haelfte der Zeit.
Aber als Physiker hab ich mich in ueber zwei Jahrzehnte geringfuegig daran gewøhnt Dinge in Grøszenordnungen zu sehen und nicht nur intellektuell zu verstehen, sondern auch ein ganz klein bisschen ein Bauchgefuehl dafuer zu bekommen was das eigentlich bedeutet. Als Bild:
Und deswegen ist ein Faktor 200 (ueber zwei Grøszenordnungen) zu einem Faktor 2 (was normalerweise als „unter ferner liefen“ angesehen wird) eben doch ’n groszes … bzw. VERDAMMT (!!!) knappes Ding.
