So einfach kann man mir grosze Freude bereiten.
So viel Freude, dass ich sogar mal zwei Beitraege an einem Tag verøffentliche.
If we have an affinely parametrised geodesic in the metric g …
So einfach kann man mir grosze Freude bereiten.
So viel Freude, dass ich sogar mal zwei Beitraege an einem Tag verøffentliche.
… seit er nicht mehr Bundeskanzler war. Haette ich Birne ueberhaupt nicht zugetraut, dass er dann doch mal was Nuetzliches und etwas mit Substanz in seinem Leben macht. Ein Lehrbch ueber Transmissionselektronenmikroskopie:
Lustig, nicht wahr. Ich glaube ich habe gejauchzt vor Freude, mich mindestens sehr amuesiert, als ich dieses Buch auf dem Schreibtisch eines Bekannten entdeckte. Als ich es dann fotografierte, stand er erstmal etwas ratlos da … tihi
Meine lieben Leser.
Unter anderem aufgrund eigener Erfahrungen, møchte ich euch einen Essay von Adorno naeher bringen. Dieser behandelt das Thema Kritik und an anderer Stelle verwies ich bereits auf diesen.
Der Natur des Artikels (und der gegebenen Kuerzungen und der eigenen Kommentare wegen), werden verschiedene Themen bunt durcheinandergewirbelt werden. Der Originalartikel handhabt das deutlich besser. Aber da kønnte ich mich ja damit rausreden, dass mir die Rhetorik eines Adornos nicht gegeben ist :P .
Soweit nicht anders gekennzeichnet, sind alle Hervorhebungen von mir.
Los geht’s:
Kritik ist aller Demokratie wesentlich. […] Demokratie […] wird durch Kritik geradezu definiert.
Warum ist dem so? Deswegen:
[…] Voraussetzung von Demokratie [ist] Mündigkeit [….]
Und an dieser Stelle nochmals das bereits vorher erschienene Zitat:
Mündig ist der, der für sich selbst spricht, weil er für sich selbst gedacht hat und nicht bloß nachredet; der nicht bevormundet wird.
Das bedeutet
[…] Kraft zum Widerstand […] gegen alles bloß Gesetzte, das mit seinem Dasein sich rechtfertigt.
Diesen Satz møge jetzt jeder bitte nochmal lesen und sich auf der Zunge zergehen lassen.
Dies wird nochmals etwas weiter ausgefuehrt:
Solcher Widerstand, als Vermögen der Unterscheidung des Erkannten und des bloß konventionell oder unter Autoritätszwang Hingenommenen, ist eins mit Kritik, deren Begriff ja vom griechischen krino, Unterscheiden, herrührt.
Kritik als Werkzeug des Erkenntnisgewinns!
Oder wie ich es so oft sage: ich stelle in Frage um zu verstehen (!), was mein Geschpraechspartner eigtl. meint.
Dies wird leider all zu oft als persønlicher Angriff angesehen und …
Verzicht auf Kritik wird in höhere Weisheit umgebogen […].
Dazu dann gleich darauf passend:
Man muß nicht Soziologe sein, um aus dem Spott gegen den Raisonneur und Weltverbesserer die salbungsvolle Predigt (Anm.: Religion! Das Gegenteil von Verstehen (wollen)) herauszuhören, die den Untertan zur Ruhe verhält, der aus einer Dummheit heraus, an deren Änderung seinem Vormund offenbar nichts gelegen ist, die über ihn ergehenden Ratschlüsse der Obrigkeit mißbilligt, unfähig zu erkennen, daß alles schließlich zu seinem Besten ist und geschieht, und daß jene, die im Leben ihm übergeordnet sind, auch geistig ihm überlegen sind.
Kritik (oder eben Verstehen) ist nicht gewuenscht, weil es ja an den herrschenden Zustaenden etwas aendern kønnte. Warum sollten wir das wollen? Uns geht es doch so gut. Und so lehrt uns die Geschichte dann, dass der …
Widerspruch zwischen der neuzeitlichen Emanzipation des kritischen Geistes und seiner gleichzeitigen Dämpfung […] gesamtbürgerlich [ist]:
Emanzipation? Daempfung? Haeh:
[…] von einer frühen Phase an mußte das Bürgertum fürchten, die Konsequenz seiner eigenen Prinzipien könnte über seine Interessenlage hinaustreiben.
Und nochmals das, was ich eben schon schrieb: der Bourgeoisie (!) liegt eigentlich nichts am kritischen Denken! *Hust* … høre ich da etwa in der Ferne Hurrarufe auf das Bildungsbuergertum von den ueblichen Verdaechtigen?
Und warum liegt uns nichts daran? Weil gerade wir Leute aus Dtschl. doch wohl z.Z. so zufrieden sind wie nie. Hab ich erst neulich in der Zeitung gelesen
Ich schweife ab; aber wo wir gerade bei Dtschl. waren:
[…] Kritik, als zentrales Motiv des Geistes, [ist] nirgends in der Welt gar zu beliebt. Aber man hat Grund, bei Kritikfeindschaft zumal im politischen Bereich auch an spezifisch Deutsches zu denken.
Dazu kommen dann im Text Gedanken, wie dies historisch enstanden sein mag. Diese waren 1969 vermutlich direkter, sichtbarer. Keine Zitate dazu an dieser Stelle. Nichtsdestotrotz, ist das dort Geschriebene durchaus auch heute noch oft (gar meistens, denke ich) anzutreffen.
Ein Bruch an dieser Stelle, um an dem weiter oben Geschriebenen anknuepfen zu kønnen.
Durch die Teilung zwischen verantwortlicher Kritik, als der von solchen, die öffentliche Verantwortung tragen, und unverantwortlicher, nämlich der, die Personen üben, die man für die Konsequenzen nicht zur Rechenschaft ziehen kann, wird vorweg Kritik neutralisiert.
Und …
All das ist unausdrücklich und nicht institutionell verankert, aber so tief im Vorbewußten Ungezählter vorhanden, daß eine Art sozialer Kontrolle davon ausgeht.
Es exisitieren also …
Mechanismen, die […] den individualistisch Unabhängigen, Dissentierenden als Narren verdächtig machen
Hørt sich hochtrabend an, aber …
Der Sachverhalt wiegt viel schwerer: durch die antikritische Struktur des öffentlichen Bewußtseins wird der Typus des Dissentierenden wirklich in die Situation des Querulanten gebracht und nimmt querulantenhafte Züge an […].
[Anm.: die kursive Hervorhebung ist nicht von mir.]
„Øffentliche Meinung“ … haeh … was soll das denn sein? Ein Beispiel:
Manche Zeitungen […] sprechen, als stünden sie über den Kontroversen […]. Ihre distanzierte Überlegenheit kommt aber meist nur der Verteidigung des Offiziellen zugute. Der Macht wird allenfalls wohlweise zugeredet, sich in ihren guten Absichten nicht beirren zu lassen.
Das Boulevardmagazin „Der Spiegel“ bspw., zehrt ja bei seinen Lesern (und nicht nur bei denen) unerklaerlicherweise immer noch vom Nimbus verganger Tage. Oder wie es hier bereits steht:
[Das] „Sturmgeschütz der Demokratie“, [wurde umgeruestet] zur Spritzpistole der Angela Merkel.
Aber weiter mit dem eigentlichen Artikel
Hinter der pontifikalen Haltung [Anm.: besagter Zeitungen] steht die autoritätsgebundene [!!!][…] bei den Konsumenten, auf die man es klug abgesehen hat.
Und da es ja in dem Artikel um Dtschl. geht, mag ich im Zusammenhang wie Dtschl. sich in Europa gebiert (man denke bspw. nur an das maszgeblich durch Dtschl. vorangetriebene Aufzwingen der katastrofalen Austeritaetspolitik auf bspw.Griechenland, Spanien, etc.) nicht auf das folgende Zitat verzichten.
Nach wie vor waltet in Deutschland Identifikation mit der Macht; darin lauert das gefährliche Potential, mit Machtpolitik nach innen und außen sich zu identifizieren.
Das galt zu der Zeit, als der Artikel verøffentlicht wurde, und das gilt auch heute noch.
Oder anders: die steuerhinterziehenden Griechen tanzen jetzt nach unserer Pfeife; „wir“ sind endlich wieder wer!
Das „wir“ soll hier die „øffentliche Meinung“ darstellen. Sowohl das dumme „Geblubber der Nachbarn am Gartenzaun“, als auch das, was als „Journalismus“ bezeichnet wird.
Und ueberhaupt? Was nehme ich mir eigentlich heraus, das zu kritisieren!
Wieder zurueck zum eigentlichen Thema – Kritik.
Adorno schreibt dann weiter:
Mir will es scheinen, als ob der Geist öffentlicher Kritik, seitdem er von politischen Gruppen monopolisiert und dadurch öffentlich kompromittiert wurde, empfindliche Rückschläge erlitten hätte; hoffentlich täusche ich mich.
Leider taeuschte er sich nicht. Denn anders kann ich mir so einige Sachen in den Medien (und die „Meinungen“all zu zahlreicher Buerger) nicht erklaeren.
Bspw. das Hinterherlaufen hinter dem was die sog. „initiative neue soziale marktwirtschaft“ so verbreitet. Oder auch die Bertelsmaenner. Oder auch … etc. pp.
Das unhinterfragte, gar freudige, Herausposaunen dieses gefaehrlichen und (of genug als falsch bewiesenen) Unfugs.
Und da war es wieder: UNhinterfragt, nicht kritisiert, nicht durchdacht, nicht verstanden.
Und wer fuehlt sich noch an den letzten „Wahlkampf“ erinnert, mit den „uns-geht-es-doch-so-gut“-Reklamen, bei diesem Zitat:
Wesentlich deutsch […] ist ein antikritisches Schema, […] die Anrufung des Positiven.
Dieses Schema aeuszert sich in Folgendem.
Stets wieder findet man dem Wort Kritik, wenn es denn durchaus toleriert werden soll, […] das Wort konstruktiv beigesellt. Unterstellt wird, daß nur der Kritik üben könne, der etwas Besseres anstelle des Kritisierten vorzuschlagen habe […].
Hørt sich doch erstmal gar nicht so schlecht an; aber man beachte:
Durch die Auflage des Positiven wird Kritik von vornherein gezähmt und um ihre Vehemenz gebracht.
Der Kritiker wird also sehr effizient von vornherein mundtot gemacht. Denn …
Tatsächlich ist es keineswegs stets möglich, der Kritik die unmittelbare praktische Empfehlung des Besseren beizugeben, […]
Und hier folgt dann das, von dem ich denke, dass ich es eben so mache:
[…] obwohl vielfach Kritik derart verfahren kann, indem sie Wirklichkeiten mit den Normen konfrontiert, auf welche jene Wirklichkeiten sich berufen […]
Und die oben erwaehnten eigenen Erfahrungen beinhalten dann u.a., dass es den Leuten anscheinend nicht passt, dass …
[…] die Normen zu befolgen, […] schon das Bessere [waere].
Der Artikel endet dann mit einem Satz, der ausdrueckt, warum ich trotz allem so hoffnungsvoll bin:
[…] das Falsche [ist], einmal bestimmt erkannt und präzisiert, bereits Index des Richtigen, Besseren […].
Und deswegen gilt:
[Kritik ist] Menschenrecht und eine Menschenpflicht des Bürgers.
Wie so oft bitte ich um Kommentare.
Ich halte mich bewusst zurueck, wenn es darum geht, Lese-, Hør-, Seh- oder Erlebnisempfehlungen auszusprechen. Mit Ausnahme der Kosmoramabegleitung natuerlich, bei der ich wiederum sehr bewusst Sehempfehlungen gebe (oder eben auch nicht).
Dies liegt daran, weil ich selber fuer genuegend Dinge eine starke Begeisterung empfinde, die andere abtun wuerden. Bspw. als „kindisch„, „Krach„, „zu kompliziert“ (Banausen!), „Zeitverschwendung“ etc. pp. Ich denke, dass dies zugespitzt ganz im Allgemeinen immer als „so’n Mist tue ich mir nicht an“ gemeint ist. Nur netter ausgedrueckt.
Das ist ok fuer mich, denn gegen den „Mist der Anderen“ straeube ich mich ja schlieszlich auch. Shakespeare mag noch so toll sein, ich verspuere kein Beduerfnis, mir das im Theater anzuschauen. Auch nicht als Film. Die Praesentation via anderer Kunstformen hingegen reizt mich durchaus.
Wiauchimmer, waehrend der Zeit, in der ich ueber die diesjaehrigen Kosmoramafilme schrieb, stolperte ich ueber das Folgende.
In der Frage der ästhetischen Wertung kann man zwei Extrempositionen einnehmen. Die eine legt (fast) alle ästhetischen Werte in das Objekt der Kunstbetrachtung, der kompetente Betrachter (Leser) braucht sie dort nur noch aufzufinden. Die andere legt den ästhetischen Gehalt völlig in das Bewußtsein des Wahrnehmenden. Seine Einstellung sei es, welche die ästhetischen Eigenschaften des Objekts hervorbringe. Im ersten Fall sind die ästhetischen Werte also objektiv im Kunstwerk verankert, im zweiten “ereignet” sich das Kunstwerk im Kopf des Rezipienten.
Das ist ja das was ich oben schrieb, nur besser ausgedrueckt.
Dies sind nun natuerlich die zwei Extrempositionen. Ich stimme eher mit dem ueberein, was der Herr Koellerer dazu dann weiter schreibt.
Vernünftiger wäre es meiner Ansicht nach, einen Mittelweg zu finden, dahingehend, daß man zwar die Rolle des Rezipienten bei der Kunstbetrachtung entsprechend würdigt, ohne deshalb jedoch dem Objekt der Anschauung vor vornherein alle ästhetischen Eigenschaften abzusprechen. Die Annahme gewisser ästhetischer Strukturen im Objekt führt nicht zwangsläufig zu einer starren ästhetischen Werthaltung, schlösse aber eine wenig erstrebenswerte Beliebigkeit des Wertens aus.
Hørt sich doch vernueftig an, nicht wahr.
Und jetzt solltet ihr, meine lieben Leserinnen und Leser, euch auf die Socken machen und endlich mal die empfohlenen Filme schauen :P
… møchte ich dem Steffen aussprechen.
Denn als diese, meine Domain verlaengert werden musste, ergab eine unwahrscheinliche Verkettung von unguenstigen Umstaenden, dass ich nicht bezahlen konnte.
Da hat er selbstaufopfernd die Kosten von 11,76 Euro uebernommen und seine wertvolle Zeit damit verbracht, eine Ueberweisung zu taetigen, die eigentlich gar nicht in seinen Aufgabenbereich faellt.
Ich bin sicher, dass auch meine Leserschaft dir sehr dankbar ist, dass sie nicht auf meine zahlreichen und spannenden Abenteuer und Gedanken verzichten musste.
In den vorherigen vier Teilen habe ich mich ueber das Folgende ausgelassen
1.: Dass wir (als Einzelne und als Gesellschaft) die ganz konkrete Gefahr, der durch Edward Snowden bekannt geworden, permanenten, staatlichen Ueberwachung nicht begreifen. Mglw. gar nicht begreifen kønnen, darob deren Ungeheuerlichkeit und weitreichenden Konsequenzen.
Dies machte ich an dem Sprachgebrauch im Umgang mit dieser Sache aus.
2.: Dass wir (als Einzelne und als Gesellschaft) nicht bereit sind, die dann nicht mehr ganz so konkrete Gefahr, all der neuen Technologien anzuerkennen. Dies, weil wir diese Technologien mit „Fortschritt“ verbinden und dieser als inherent gut angenommen wird.
3.: Gab ich zahlreiche Beispiele, wie wir durch diesen „Fortschritt“ der Ueberwachung, Kategorisierung und Algorithmisierung aller Menschen, der Gesellschaft, Tuer und Tor øffnen und warum dies schlecht ist. Wir machen dies, weil der Einzelne sich davon (kurzfristige!) Vorteile verspricht.
4.:Versuchte ich aufzuzeigen, warum diese Entwicklung nicht nur schrecklich ist fuer die Gesellschaft als Ganzes, sondern dass es das Individuum (mich und dich) auch sehr direkt und ganz konkret (und nicht nur ueber eine Statistik) negativ betreffen wird.
All dies fuehrte ich naturlich elaborierter aus und diese kurze Zusammenfassung ist sehr oberflaechlich.
Desweiteren versuchte ich klar zu machen, dass unsere Gesellschaft sich fundamental aendern wird und dass dies nicht aufzuhalten ist. Gleichzeitig muss dies aber laengst nicht so negativ sein, wie ich es darstelle.
Dafuer muss aber diese Entwicklung diskutiert und mit Hilfe eben eines øffentlichen Diskurses, in nicht Leid verursachende Bahnen gelenkt werden.
Ich habe noch mehr Notizen zum Gespraeach zwischen Ranga Yogeshwar und Frank Schirrmacher.
Aber all dies laeuft mehr oder weniger auf die bereits dargelegten Punkte hinaus.
Weil ich diese Gedanken aber nicht meinen Leserinnen und Lesern vorenthalten mag, stelle ich diese Notizen in diesem Beitrag zur Verfuegung. Dies vor allem, weil ich denke, dass es immer gut ist, viele Argumente und Blickwinkel zu einem Thema zu betrachten.
Das Folgende ist alles ist nicht detailliert ausformuliert. Falls einzelne Punkte unklar sind, so kann ich dies aber bei Interesse zu einem spaeteren Zeitpunkt nachreichen.
22:31 => Banken schauen, in welcher Umgebung man wohnt, und dies flieszt in die Entscheidung ein, ob ein Kredit vergeben wird. Es wird also nicht mehr die Kreditwuerdigkeit eines Menschen beurteilt, sondern die „Klasse“ oder „Wohngegend“ oder „Rasse“, in die er statistisch gesehen reingesteckt werden kann.
Dazu zaehlt auch dieses „Phaenomen“, wonach in den USA die „Freunde“ bei sog. „social services“ebenso ueber die Kreditwuerdigkeit entscheiden.
Ich habe gelesen, dass dies in Dtschl. auch probiert wurde, finde den Artikel dazu aber gerade leider nicht mehr.
23:25 => Die Information, welche aus dem „digitalen Ich“ gezogen wird, wird staerker gewichtet als die Realitaet. Dies ist natuerlich eine Taeuschung, aber eine mit schwerwiegenden Folgen. Ich fuehrte bereits frueher aus, dass die zahlreichen, von uns hinterlassen, digitalen Spuren, mitnichten das widerspiegeln muessen, wie wir als Mensch uns denn dann auch verhalten.
Aber was steckt denn dahinter? Warum arbeiten die „Ueberwacher“ so hart daran, und verfallen dankbar dieser Taeuschung?
Meiner Meinung nach ist dies der Traum aller bisherigen und aller zukuenftigen „Maechtigen“; seien es Regierungen, Kapitalisten, oder Familienvaeter, die ihre Tøchter ueberwachen wollen etc. Einen Menschen zu haben, der reduzierbar ist, auf wenige Eigenschaften. Oder auch viel mehr Eigenschaften, die dann aber, aufgrund høherer Rechenleistung, wieder in ein einfaches Modell, oder zumindest ein einfaches „Endresultat“ gepackt werden kønnen. Damit werden Menschen naemlich besser kontrollierbar (die Guten uns Toepfchen usw.; der Erfolg von Pre-Crime etc.). Ich habe (hoffentlich) klar machen kønnen, welch schreckliche Konsequenzen dies fuer die Freiheit im Allgemeinen, fuer die Freiheit des Einzelnen, aber auch ganz konkret auf das Verhalten jedes Einzelnen, haben wird.
24:57 =>
Das System um das es hier geht, ist ein System, von dem wir sehr wenig wissen, was sie mit uns machen (diese Firmen oder die Sicherheitsbehørden), dass wir aber zum leben, immer staerker brauchen […]
Er hat Recht. Sensoren im Auto, die Unfaelle verhindern. Sensoren im Haus, die schauen, ob der gebrechliche Mensch vllt. Hilfe benøtigt. Sensoren in der Uhr, die bei Diabetikern permanent den Blutzucker ueberwachen. Etc. pp. Das ist die wirklich tolle Zukunft, von der ich weiter oben sprach.
Ich gehe jetzt nicht (wieder) darauf ein, was damit alles noch gemacht werden wird. Aber worauf ich eingehen møchte ist das Folgende: auch wenn es stimmt, dass wir dieses „System“ immer mehr zum leben brauchen, so sind davon die Scheinargumente (das sind die, die am lautesten Vorgebracht werden) zu trennen.
Man kann bspw. sehr wohl ohne „soziale Netzwerke“ kommunizieren und in Kontakt bleiben. Noch gibt es die Kneipe um die Ecke. Und wenn der Gespraechspartner weiter weg wohnt, dann kann man auch mal einen Brief schicken, anrufen, oder gar zum Besuch hinfahren. Mir persønlich stellt sich da auch die Frage, wie viel eine Freundschaft wert ist, bei der die Beteiligten es nur schaffen, die zu erhalten, wenn ein (oder zwei) ganz definierte „Werkzeuge“ benutzt werden. Keine weiteren Beispiele an dieser Stelle, weil ich ja eigtl. nur die Stichpunkte schreiben will.
Nachtrag 20.04.2014
Hier hørte ich dann im September auf zu schreiben und nach so langer Zeit habe ich den Faden verloren. Aber wie es oben schon steht, dass Wesentliche sagte ich bereits mehrfach.
Evgeny Morozov schrieb im Zusammenhang mit den von Edward Snowden befreiten Dokumenten so aehnliche wie ich:
[…] the idea that digitization has ushered in a new world, where the good old rules of realpolitik no longer apply, has proved to be bunk. There’s no separate realm that gives rise to a new brand of “digital” power; it’s one world, one power, with America at the helm.
Von mir zum Abschluss nur noch so viel:
Seid ungehorsam im Digitalen! (Und nicht nur dort.)
Verschluesselt alle Mails! Auch wenn es sich dabei nur um Kochrezepte handelt, die ihr eurer Mutti schickt.
Weigert euch ICQ zu benutzen! Nutzt nicht Spotify und google nur wenn absolut nøtig.
Versucht wieder ein muendiger Buerger zu werden! Benutzt freie Software. Bei Fragen stehe ich gern zur Verfuegung.
Es gibt hier im schønen Norwegen echt tolle Regelungen fuer Leute wie uns, die den Kapitalisten ihre Arbeitskraft zur Verfuegung stellen.
Aber da hørt es nicht auf! Sogar Maschinen haben geregelte Arbeitszeiten:
Ubersetzung:
Kollektiver Personenfahrstuhl
6 Personen Last
Der Fahrstuhl ist geschlossen
Montag – Freitag: 17:00 Uhr bis 05:30 Uhr
Sonnabend bis Montag: 14:00 Uhr – 5:30 Uhr
Schon kurios dieses Norwegen.
Den dritten Teil dieser Artikelreihe schloss ich mit einer horrenden Frage ab:
[…] [was] bedeutet [es], wenn man voraussagen kann, dass jemand eine Handlung begeht, von der er noch nichtmal selbst weisz, dass er die møglicherweise (oder auch nicht) begehen wird?
Diese Frage wurde gestellt mit dem Hintergrund einer algorithmisierten Gesellschaft. Dazu brachte ich im letzten Beitrag ein paar Beispiele.
Aber diese im NACHHINEIN (!) algorithmisierte Gesellschaft ist nur EIN Teil.
Der andere (und unmittelbarere) Teil, sind die in Echtzeit (oder beinahe in Echtzeit) algorithmisierten Handlungen der einzelenen Menschen.
Man beachte den wichtigen Unterschied: Auch wenn die vorher besprochenen Konsequenzen einer (im Nachhinein) algorithmisierten Welt, einen sehr direkt betreffen werden (bspw. durch høhere Versicherungspraemien), so funktioniert diese Algorithmisierung im Wesentlichen nicht mit einzelnen Menschen. Nur ueber grosze Gruppen kann man ein „Raster“ von „auffaelligen“ Algorithmen legen (bspw. Pizza und Cola im Kuehlschrank) und wer sich nach einem bestimmten Muster verhaelt, faellt eben durch das Raster durch und wird bestraft werden.
Das gesamte Konzept bricht zusammen, wenn man EINE Person betrachtet OHNE „externe“ Daten, also ohne den Vergleich mit anderen Menschen. Ein einzelner Mensch ist naemlich IMMER auffaellig. Bzw. kann das selbe Verhalten gleichzeitig als niemals auffaellig betrachtet werden, solange es nicht im Kontext betrachtet wird. Als Beispiel denke man sich jemanden, der jedes Mal ein Tischgebet fuehrt. Das finde _ich_auffaellig. Wenn das aber alle machen, so ist es das nicht mehr.
Diesen Kontext jedenfalls liefern die (vielen) Daten ueber die restliche Gesellschaft und das ueber viele Menschen ausgelegte Raster bestimmt erst, was nicht in die „Norm“ faellt.
Nun aber zur in Echtzeit (bzw. Quasi-Echtzeit) algorithmisierten Handlungen.
Bei 17:40 wird dazu ein Beispiel gegeben. Ranga Yogeshwar erzaehlt ueber eine Software, welche das Verhalten der Augen algorithmisiert – eyeTrack. Die Augen druecken oft aus, was wirklich in uns Drinnen passiert. Am Beispiel des Luegens møchte ich dies verdeutlichen. Wenn wir luegen, so gilt im Allgemeinen, dass:
– man den Blickkontakt zum Gespraechspartner meidet,
– die Augen verdreht,
– haeufiger blinzelt (und die Augen dabei laenger geschlossen laeszt)
– weniger haeufig die Augen bewegt (starrer Blick), und
– die Pupillen sich vergrøszern.
Dazu dann auch bei 19:37, dass mit einer erweiterten Version dieser Software, welche dann auch das gesamte Gesicht und die Kørpersprache umfasst, man also vermutlich bald effektiv erkennen wird kønnen, ob jemand luegt.
Dies wird dann sicherlich erstmal eine „lustige Party-App“ werden.
— Kurze Pause und ganz generell mal ueber andere solche „Apps“ nachdenken. —
Dann wird es kurz darauf ernsthafter. Denn in einer Welt, in der bspw. sog. „Services“ wie facebook so unhinterfragt beliebt sind, bzw. selbt bei kritischem Betrachten, benutzt werden, ist das Kommen einer Technologie wie der google-Brille nicht aufzuhalten! Und wir alle werden diese Technologie benutzen. Denn es machen ja auch alle anderen und irgend eine Ausrede wird sich schon finden, sich nicht dagegen straeuben zu muessen. Wieder kønnte hier facebook derzeit als aktuelles Beispiel herangezogen werden.
Und so eine Brille (oder Hut, oder Ring, oder Pullover etc. pp.) kønnte einem dann gleich erzaehlen, ob der Gespraechspartner luegt. Und das laeszt sich auch super gut verkaufen! Denn das ist doch echt toll! Wir werden sehen, ob der Haendler uns ueber den Tisch ziehen will. Was werden wir alles an Geld sparen! Dafuer kann man doch ruhig ein bisschen Privatsphaere opfern.
Aber halt. Da denkt sich jetzt bestimmt jede Leserin: „Das war ja klar, dass das kommt! Aber so doof sind wir nicht, dass Ding mit der Privatsphaere ist doch total offensichtlich.“
Also hole ich etwas aus, denn aus der „lustigen Party-App“ wird nun bitterster Ernst. Ich wage naemlich zu behaupten, dass wir durch derartige Technologie die Realisierung des kategorischen Imperativs erreichen kønnten.
DAS ist doch was Tolles mag man meinen. Denn
Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.
hørt sich doch total gut an, nicht wahr.
Allgemeine und spezielle Kritik daran wurde von viel schlaueren Menschen als ich es bin geuebt. Møge die geneigte Leserin oder der geneigte Leser dies selbst nachlesen. Ich will im Zusammenhang mit bspw. solchen Brillen nur darauf hinaus, dass „du sollst nicht luegen“ darin enthalten ist.
Und ist eine Welt, in der man nicht mehr luegen kann, weil alle es sofort merken, erstrebenswert?
Wir luegen jeden Tag und die ganze Zeit!
„Hallo Chef“ … .oO(Halt die Fresse du hast doch eh keine Ahnung)
„Ach, lass die Kinder doch toben“ … .oO(Dumme Blagen! Naja, bei DEN Eltern kein Wunder.)
„Schøn dich nach so langer Zeit mal wieder zu sehen“ … .oO(Hast ja doch ganz schøn zugelegt. Aber Sex haette ich trotzdem gerne mal mit dir.)
„Nett dich kennenzulernen“ … .oO(GEILE TITTEN! Ich wuerde echt gerne mal in deinen Geburtskanal ejakulieren.)
etc. pp.
SO wird das naturlich nicht beim Gegenueber ankommen, denn das waere Gedanken LESEN. Aber die Intention kommt an, und deswegen waehlte ich diese drastische Sprache, um der Ernsthaftigkeit dieser Møglichkeit etwas Ausdruck zu verleihen.
Ich hoffe, dass die Schockwirkung einiger dieser Woerter doch immer noch vorhanden ist.
Ich denke soetwas naemlich durchaus wirklich. Aber natuerlich sage ich das nicht. … tihi … JETZT bin ich ja auf die Reaktionen gespannt, die ich bekomme, wenn ich die Leserinnen und Leser dieses weblogs irgendwann mal wiedertreffe. Wieder gilt, dass ja gerne vom Geschriebenen auf den Schreiber geschlossen wird ;) . Nun ja, mglw. ist das meiner Sache, die Ersnthaftigkeit der Lage klar zu machen, ja sogar zuarbeitend.
Dazu zum Abschluss nur noch kurz das Folgende. Die obigen Beispiele sind auf (mehr oder weniger) fremde Menschen gemuenzt. Leute also, bei der der raeumliche und zeitliche Abstand solche Faux pas auf lange Sicht weniger schlimm macht. Denkt man das aber bei der frisch gebackenen Schwaegerin oder Schwiegertochter, oder als Lehrer bzgl. eine seiner Schuelerinnen etc. pp., so wird man diesen scharlachrote Buchstaben nie wieder los.
Ich denke meine Leserschaft bemerkt, dass ich darauf hinaus will, dass eine Verwirklichung dieses Teils des kategorischen Imperativs etwas ist, was NIEMAND auch nur im Entferntesten wirklich will!
Oder kurz und knackig: Finger weg von der Realisierung des Kantschen Imperativs! (Mal davon abgesehen, dass der kategorische Imperativ bei ihm groszer, vor allem christlich gepraegter, Moralquark ist!)
Darum muessen wir das JETZT diskutieren! Nicht, wenn es zu spaet ist und keinen mehr interessiert, oder die Kritik niemanden mehr erreicht, weil alle derartige Technologie bereits benutzen.
Ein anderes Beispiel wird bei 18:48 gegeben. Es wird dort darauf hingewiesen, dass damit (aber auch mit deutlich einfacherer Technologie) Deutschlehrer sehen kønnen, welche Passagen ein Schueler im Pflichtbuch gelesen hat und welche nicht.
Was kønnte dafuer sprechen, meinem Kind nicht die gleiche, suesze Freiheit zu gewaehren, wie ich sie so sehr genossen habe? Diese Frage kann ich fuer mich nur mit „unendliche Arroganz, denn ICH habe schlieszlich die Intelligenz und Wahrheit mit groszen Suppenkellen gefressen“ beantworten.
Deswegen werde ich diese Entwicklung nicht undiskutiert zulassen!
Und bei 20:35 wird dann ganz konkret gesagt, dass all dies eine fundamentale Aenderung unserer Gesellschaft bewirken wird. Dass die Demokratie aufhøren wird zu exisitieren. Nicht, weil irgend ein Diktator das so will, sondern, weil die Leute dies so wollen, denn diese „Apps“ und „Services“ sind doch so nuetzlich und jeder macht es.
Eine Demokratie basiert grundlegend auf freien und geheimen Wahlen. Aber nicht luegen zu kønnen ist die Antithese zu „frei und geheim“.
Und auch deswegen MUESSEN wir darueber diskutieren und ganz deutlich machen, dass uns unsere Buergerrechte wichtig sind!
JETZT!
SOFORT!
Und auch mit Mutti und den Kollegen.
Irgendwie hatte ich nach den ersten zwei Artikeln keine Lust mehr weiter zu machen. Die urspruengliche Motivation, welche ich nach dem Høren des Gespraeches hatte, war verflogen. Nach all den Jahren und nachdem ich all dies schon dutzende Male sagte und immer wieder nicht mehr als ein Schulterzucken sah und schon gar keine Aenderung im Verhalten, vor allem nicht bei denen, die es eigtl. verstehen und besser machen muessten – da ist das wohl verstaendlich.
Dann aber las ich diesen Artikel. Und wenn wer Beruehmtes einem sagt „gut so! Mach weiter!“, dann motiviert das schon.
Nun ja, Bruce Schneier schrieb es etwas allgemeiner:
Generations from now, when people look back […], I hope they will not be disappointed in us. We can ensure that […] only if each of us makes this a priority, and engages in the debate. We have a moral duty to do this, and we have no time to lose.
Das mit der „moralischen Pflicht“ ist zu diskutieren, aber es geht ja um die Idee hinter dieser Phrase und der Stimme ich persønlich 100% zu (deswegen habe ich den Link dahinter auch so belassen).
Schneiers Artikel ist im Besonderen an die betreffenden Ingenieure gerichtet. Da kann ich leider nicht zu beitragen, mein Teil kann sich leider wieder nur auf dies beschraenken.
Und deswegen nun weiter mit dem, was ich im Zuge des Gespraeches zwischen Frank Schirrmacher und Ranga Yogeshwar alles sagen wollte.
Bei 9:23 wird explizit das „digitale DU“ angesprochen. Ich denke, wir alle haben irgendwie eine mehr oder weniger diffuse Vorstellung, was hinter dieser Idee steckt.
Es wird auch gesagt, dass eben dieses „digitale Du“ viel eher beim luegen und betruegen erwischt wird, als die reale Person dahinter.
Ganz offensichtlich ist dies, wenn man sog. „Tauschbørsen“ benutzt – vulgo: Musik, Filme und Spiele aus dem Internet runter laedt, ohne dafuer zu bezahlen. Das ist damit natuerlich auch gemeint, aber das ist zu offensichtlich. Deswegen zwei Beispiel worauf ich hinaus will.
1. Wenn man am Arbeitsplatz mal 10 Minuten online Zeitung liest, dann ist das dokumentiert. NOCH werden diese Daten nicht an die Chefs verkauft, aber es ist sicherlich nur noch eine Frage der Zeit, bis jemand diese Geschaeftsidee aufgreift.
2. Wenn jemand eine Berufsunfaehigkeitsversicherung abschlieszt (oder so) und dort nicht angibt, dass er oder sie seit Jahren klettert, dann ist das schon ziemlich schlecht, dass bspw. amazon weisz, seit wie vielen Jahren man schon Kletterfuehrer kauft.
Derer Beispiele gibt es viele und man kann das alles auch noch persønlicher gestalten. Was fuer Suchbgriffe gibt man denn auf den Pornsites ein? Bei wikipedia schonmal nach Geschlechtskrankheiten geschaut? Gab es dafuer einen Grund, dem man niemanden mitgeteilt hat? Oder hat man vielleicht doch mal eins der Buecher dieses unsaeglichen Sarrazin gekauft und møchte lieber nicht, dass die irgendwie linke Laientheaterschauspielgruppe das erfaehrt?
Worauf ich hinaus will ist, dass jeder von uns irgendwas zu verbergen hat, oder lieber verschweigen møchte. Seien es die sexuellen Interessen oder die Krankheit, die man keinem mitteilen will, um niemanden unnøtig zu beunruhigen. Meinetwegen auch die irgendwie frauenfeindlichen oder neoliberalen Aeuszerungen, welche man mal vor ueber einer Dekade in einem Forum hinterliesz, weil man es da noch nicht besser wusste. All dies sind irgendwie „Luegen“. Und all dies weisz „das Internet“ (also google, amazon etc.), weil unsere „digitalen Ichs“ dies herausposaunen.
Aber mit dem „digitalen Ich“ ist mehr, als nur das Verhalten im Internet gemeint.
Es ist auch der Stromverbrauch (ich sprach dies irgendwie an dieser Stelle bereits an). Warum ist der denn in der Nacht so hoch?
Oder der so oft gepriesene Kuehlschrank, der einem mitteilt, dass die Milch schlecht ist und die dann automatisch neu bestellt. Aber warum ist denn da auch immer so viel Pizza im Kuehlschrank. Da sollte man mal vorsichtshalber die Versicherungspraemie hoch schrauben, denn da braucht bestimmt irgendwann mal jemand eine Herzoperation. Wird es niemals geben? Schwarzmalerei? Mhm … da muss ich mich wohl verhørt haben, vor ein paar Jahren, als ernsthaft diskutiert wurde, „Anreize“ zu gesundem Verhalten zu geben. Mit so einer Technologie kann das auch noch schøn ueberwacht werden.
Oder die (notwendige) automatische Ortung des Standortes des Telefons. Da weisz man doch gleich wo man ist. Ist doch super praktisch, insbesondere zusammen mit der neuen, Schritte zaehlende „App“, die einen gleich zu den richtigen Laeden im Einkaufszentrum leitet.
All dies wird euphemistisch als „Internet der Dinge“ bezeichnet. Bei ca. 37:13 kommt Frank Schirrmacher auf das Beispiel einer ueberwachenden Zahnbuerste zurueck. Dabei wird auch kurz darauf eingegangen, dass eben Anreize geschafft werden, um sich ueberwachen zu lassen.
Ich male mglw. etwas grau, denn dies alles ist ja nicht notwendigerweise schlimm. Viele der potentiellen Funktionen sind eben WIRKLICH praktisch. Sei es der schnelle Zuckertest, oder die Ueberwachung des Pulses beim Lauftraining.
Immer her damit! Ohne Sarkasmus, meine ich, dass wir das wirklich gut gebrauchen kønnen. Auch eine gute Suchmaschine, oder von der Couch aus Einkaufen sind wirklich toll.
Aber aus all diesen Daten, setzt sich unser „digitales Ich“ zusammen. Und natuerlich aus noch viel mehr, wo wir im Traum nicht dran denken.
Wir kommen da nie wieder drum herum, dass wir alle „digitale Ichs“ haben und dass diese „digitalen Ichs“ schlimme Dinge ueber uns verraten, die wir mglw. gar nicht mal selbst (mehr) wissen.
Soweit erstmal zur Etablierung dieses Begriffes. Nun ist aber nicht zu vergessen, dass in einer algorithmisierten Welt; einer Welt, in der all unser Verhalten gespeichert und durch (unbekannte!!!) Algorithmen analysiert wird, diese „digitalen Ichs“ ploetzlich viel wichtiger werden, als die realen Ichs (13:58).
Und hier ist dann auch wieder die Zaesur. Dass nicht „wir“ unser „digitales Ich“ beeinflussen, sondern, dass „wir“ unser „digitales Ich“ werden.
Natuerlich gilt dies NICHT im Bekanntenkreis. (Wobei ich mir da eigtl. auch nicht so sicher bin.)
Aber fuer die Firmen, deren Sachen man kauft. Oder fuer die Buchverlage, deren Buecher man liest. Oder eben fuer die staatlichen Behørden.
Warum wird denn aber mit Hochdruck an der Etablierung einer solchen algorithmisierten Welt gearbeitet?
Die Antwort darauf ist ganz einfach: um alles noch effizienter zu gestalten. Denn mit dem „Effizienzkriterium“ hat man uns bisher noch immer alles verkaufen kønnen und ich glaube, dass die Leute die dies predigen, dies sogar wirklich glauben.
Dumm nur, dass aus einer algorithmisierten Welt auch folgt, dass man zukuenftiges Verhalten voraus sagen kann. Und diese Vorhersagen sind bereits heute verdammt effektiv. Denn was sind denn die amazon-„Dies kønnte sie auch interessieren“-Empfehlungen anderes, als die Voraussage von Kaufverhalten?
Bei 11:30 wird dann auf sog. „Pre-Crime“-Programme in den USA eingegangen. Es werden also Personen festgenommen, von denen man annimmt, dass sie in der Zukunft Verbreche begehen werden. Und das funktioniert sogar. Dadurch wurde die Verbrechensrate um 25% gesenkt.
Ist doch toll! Nicht wahr! Weniger Verbrechen.
Mal davon abgesehen, dass dies katastrophal ist fuer die Buergerrechte eines jeden Einzelnen, møchte ich dazu sagen, dass dies NOCH nur bei Verbrechern gemacht wird.
Bei stetig klammen Budget aber, wird es den Staat sicherlich brennend interessieren, ob nicht jemand die Kuendigung „provoziert“ hat und dadurch kein Recht auf Arbeitslosenunterstuetzung hat. Und da ist es schon gut zu wissen, ob der Gekuendigte schon seit ein paar Wochen 10 Minuten spaeter aufsteht. Denn das kønnte als „Unlust zu arbeiten“ interpretiert werden und somit faellt dann der Anspruech auf das Geld weg.
Irgendwie habe ich mich ein klein wenig verzettelt glaube ich.
Worauf ich hinaus will ist: ALLE unsere Handlungen hinterlassen „Spuren“, ob wir das wollen oder nicht. Ich schrieb ein paar Beispiele nieder und kønnte viele weitere anfuehren. Bis vor ein paar Jahren war das vøllig ok, weil diese Daten nicht erhoben wurden (keine derartigen Sensoren bspw. im Telefon), nicht an irgendwelche Dienste weitergesendet wurden (keine permanente Internetverbindung) und selbst wenn, dies aufgrund fehlender Rechenleistung ueberhaupt nicht haette „ausgewertet“ werden kønnen.
All dies geschieht aber mittlerweile schon bzw. wird in nicht all zu ferner Zukunft eingefuehrt werden.
Dies wiederum bedeutet, dass niemand mehr eine real existierende private Zone haben wird. (Eine imaginaere Gedachte hingegen natuerlich immer noch.) Dies wird fundamentale Auswirkungen auf unsere Leben haben. Wir werden unser Verhalten aendern (muessen). Leider nicht selbst bestimmt, sondern fremd bestimmt. Und die positiven Auswirkungen dieser Entwicklungen werden die dadurch (høchstwahrscheinlich) auch entstehenden negativen Auswirkungen mitnichten ueberwiegen.
Da bisher niemand Wichtiges ernsthaft fuer eine bessere Alternative argumentiert befuerchte ich, dass dies die Welt werden wird, in der unsere Kinder die grøszte Zeit ihres Lebens verbringen werden. Und das macht mich sehr sehr traurig.
Bei 12:19 fragt dann Frank Schirrmacher auch, was es denn bedeutet, wenn man voraussagen kann, dass jemand eine Handlung begeht, von der er noch nichtmal selbst weisz, dass er die møglicherweise (oder auch nicht) begehen wird?
Mit dieser entsetzlichen Frage, møchte ich diesen dritten Teil dann auch abschlieszen.