Ich weisz nicht warum, aber obwohl das „Realfagbygget“ ziemlich neu ist, gibt es da einen funktionstuechtigen Bunker unten drin. So als ob Bestimmungen aus dem kalten Krieg immer noch gueltig sind.

Soweit ich das mitbekommen habe, wird der von den Reinigungs- und Hausmeisterkraeften als Umkleide gebraucht.

Dort war ich mal schnueffeln.

Ein Urinal konnte ich leider nicht finden, dafuer aber diese exklusive Sitztoilette.

Bunkerklo Realfagbygget

Ich finde, dass die Art und Weise des Bildes (grobkørnig und grau) sehr gut zur Bunkeratmosphaere passt.

… aber der Hintergrund ist etwas verworren und kompliziert.

In seinem Artikel „Der autistische Messias“ meint Dietmar:

Wenn Evolution Schicksal ist, führt sie unter den gegebenen Vorzeichen zum arbeitsfähigen Autisten. Wenn man sie aber steuern kann, führt sie vielleicht zur Solidarität, das heißt zu einer Welt, in der die Angst nicht deshalb verschwindet, weil ihre biologische Grundlage entfällt, sondern weil wir ihre soziale abgeschafft haben.

In besagtem Artikel geht Dietmar auf ein Buch ein, welches erklaert, warum Menschen die Merkmale des Asperger-Syndroms zeigen  die „moderneren“ Menschen sind, in unserer Zeit. Unter anderem, weil diese eben ihre Aufgaben so sachgerecht und effiziente verfolgen. In unserer Leistungsgesellschaft ist dies natuerlich als positive Mutation anzusehen.

Auch wenn ich kein Freund von Verschwørungstheorien bin (die sind meist viel zu kompliziert um funktionieren zu kønnen), wird durchaus plausibel dargelegt, warum dies mglw. auch eine gesteuerte Entwicklung sein kønnte, weil Kapitalisten ja „effiziente Menschen“ wollen.
Lest euch den Artikel aber selber durch, wenn ihr das durchschauen wollt.

Wieauchimmer, wenn man Evolution aber steuern kann, MUSS man ja nicht dem „Pfade der Natur folgen“. Man kønnte den Menschen ganz allgemein auch empathischer, eben sozialer, machen, anstatt egoistischer.
UIUIUI … ein gewagter Gedanke. Aber ein interessanter, der prinzipiell davon ausgeht, dass Menschen Gutes tun kønnen und wollen.

Uh Oh, Uh Oh … der Abgrund einer Moraldisukussion tut sich hier auf. Das wuerge ich mal ab Besten gleich ab.

Gebaeude 03 an der Uni in Magdeburg. Ich habe keine Ahnung mehr, was dort untergebracht ist und warum ich dort war.

Aber so sahen die Toiletten dort vor ueber 10 Jahren aus:

Uni_G03_Erdgeschoss2

Bitte gehen sie weiter, es gibt hier nichts zu sehen.

Leider auch nicht beim Sitzklo.

Uni_G03_Erdgeschoss1

Vielleicht mal davon abgesehen, dass die Kabine ungewøhnlich grosz wirkt.

Da entdeckte ich doch vor einiger Zeit diese zwei Grafiken in einer Zeitung:

Arbeitszeiten

In der ersten sieht man die Entwicklung der durchschnittlichen Anzahl Arbeitsstunden pro Woche. Die geht runter und das ist prinzipiell natuerlich erstmal eine gute Entwicklung. Dahinter steckt, dass immer mehr Frauen hier am Berufsleben teilhabe und deswegen alle insgesamt weniger arbeiten muessen.

Natuerlich ist es eine riesige Sauerei, dass deutlich mehr Frauen als Maenner nur Teilzeit arbeiten (siehe die zweite Grafik, linker Teil: Anteil Maenner die Teilzeit arbeiten, rechter Teil: Anteil Frauen, die Teilzeit arbeiten). Vermutlich, weil sie sich um die Familie kuemmern muessen.

Andererseits ist es gesamtgesellschaftlich sehr gut, dass verglichen mit Europa in Norwegen doppelt so viele Maenner Teilzeit arbeiten. Ich møchte dies gern damit begruenden, dass sie Familie und eigenes Leben als wichtiger empfinden als zu racken. Inwiefern ich damit richtig liege und dies nicht doch nur Anzeichen einer nicht so leicht zu erkennenden prekaeren Entwicklung sind, kann ich leider nicht beurteilen. Schon gar nicht aus nur diesen zwei Grafiken.

Karl-Markus Gauß schreibt in „Befreiung durch Lesen„:

Literatur […] als Gegengift gegen das zwanghafte Nützlichkeitsdenken unserer Zeit ist und bleibt […] unabdingbar.

Und dies aus folgendem Grund:

[…] der Einzelne [erschafft sich] lesend eine eigene Welt […], die mit der seinen vielfältig zu tun hat und auf diese auch zurückwirkt, die aber eben doch eine andere, eine Gegen-Welt darstellt, die ihm in seinem Denken und Empfinden einen weiten Raum der Erfahrung wie der Vorstellung öffnet; dass er lesend in einen anderen Zustand gerät, in dem er, mit fremden Schicksalen befasst, sein eigenes neu sehen lernt.

Oder etwas romantischer:

Wer liest, führt viele Leben, probeweise, tageweise, und da ihm biologisch doch immer nur dieses eine bleibt, das er hat, wird er es, durch die Lektüre bestärkt oder verunsichert, womöglich anders zu gestalten versuchen, als es ihm vorgegeben wurde.

Dies kann ich so direkt bestaetigen. Auch wenn ich mir dem nicht direkt bewusst war/bin. Aber dazu schrieb ich ja schon neulich was.

Dewegen als Plaedoyer:

[Wir brauchen] Literatur […] deren Notwendigkeit gerade in ihrer praktischen Überflüssigkeit besteht […], eben weil sie unmittelbar zu gar nichts nütze ist und uns dadurch von dem Zwangsdenken befreit, dass alle Dinge, Begabungen, Tätigkeiten, Beziehungen immer etwas nützen, einen Vorteil eintragen müssen[.] Die uns aus der Bahn wirft, […] und uns auf neue Spuren setzt […].

 

StillHot

In seinem Artikel „Wer Zukunft zeugt“ zitiert Dietmar  die britische Science-fiction-Autorin Gwyneth Jones:

Wenn man Sie bittet, auf einem Formular Ihr Geschlecht anzukreuzen, dann will man nicht unbedingt wissen, ob Sie Eierstöcke haben, sondern ob sie zu Hause bleiben und auf die Kinder aufpassen werden, beziehungsweise ob Sie vorhaben, auf Kosten von Arbeitgebern plötzlich ihrer soziopathischen Sucht nach Kindern nachzugehen.

Weiter bringt Dietmar dann einen Teilaspekt dazu wie immer auf den Punkt.

[…] Boulevardzeitungen und seriöse Meinungsumfragen werfen ihre Sozialabtastungsmaschinen an, um zu ermitteln, warum Frauen keine Kinder kriegen. Damit kommt eine Debattenatmosphäre auf, in der plötzlich wieder von Reproduktionsverpflichtungen gesprochen werden kann, die erfüllt werden müssen […]

Er schreibt dann weiter bzgl. der „demographischen Front“.

Mich seiner Meinung anschlieszend ist diese Entwicklung aber ein Zeichen des Fortschritts. Es ist ueberhaupt nicht schlimm, wenn Frauen sich so weit wie møglich von dieser biologischen Notwendigkeit (und damit auch von den Maennern und deren Machtstrukturen) befreien!

Oder wie Dietmar es so viel schøner ausdrueckt:

Wir müssen die Gesellschaft so einrichten, daß sie ihre eigenen Fortschritte erträgt […]

Mein Lieblingsmuseum. Natuerlich wegen den Dinoskeletten.Wobei ich gestehen muss, dass der Louvre dicht ran kommt. Mhm … Im Naturkundemuseum war ich schon … *ueberleg ueberleg, rechne rechne* … 5 Mal. Aber mich duenkt, dass ich 6 Mal da war, mir faellt nur gerade nicht das 6. Mal ein. Im Louvre war ich ja erst zwei Mal. Aber ich habe vor, den noch oefter zu besuchen.

An den Fotos kann man sehen, dass die mit einer Filmkamera gemacht wurden. Hach das waren noch Zeiten! Also durchaus passend zum Titel dieses Beitrages.

Naturkundemuseum1

Schick, schick (?). Die Farbe der Fliesen ist im uebrigen ein dunkles Gruen. Nur fuer den Fall, dass das schwer zu erkennen ist.

Naturkundemuseum2

Oehm ja … dank schlechter Lichtverhaeltnisse und Entwicklungsfehler gibt’s leider nicht so viel zu erkennen beim Sitzklo.

In diesem Artikel von John Updike stiesz ich auf das Folgende Zitat

Nach und nach wird die Bibliothek zum Symbol der Inhalte eines Geistes.

Dem wuerde ich zustimmen, auch wenn man meine paar Buecher schwerlich als Bibliothek bezeichnen kann. Aber Lem, Heinlein, Solschenizyn, Russel und auch Tolkien, Brin etc. pp. haben meine Einstellungen und Ansichten doch wesentlich gepraegt. Obwohl es sich bei den meisten von deren Buechern um Unterhaltungsliteratur handelt.
Eine andere Art der Bibliothek enthaelt die (fiktive) Person, die mich vermutlich am meisten praegte: Captain Picard. Aber auch James Bond, natuerlich Captain Sheridan, Praesident Muffley und so viele andere sind fuer meinen Geisteszustand mitverantwortlich.

Deswegen ist lesen so wichtig fuer mich, denn

Bücher [und Filme] legen unser Hirn offen und verwandeln unser Zuhause in einen denkenden Körper.

 

<kurze Pause in den Gedanken>

 

In dem verlinkten Artikel ist noch etwas anderes, was mir sooooo bekannt vorkommt:

Bücher, die darauf warten, gelesen zu werden, so verführerisch wie nicht abgeerntete Früchte, der Staub von Jahren in der Sekunde eines überraschenden Pflückens weggeblasen, der triumphale Moment, da sie ergriffen und einverleibt werden, ist endlich gekommen.

Ich habe Buecher seit ueber einem Jahrzehnt stehen, und freue mich, die irgendwann mal zu lesen :)
Das gleiche gilt natuerlich fuer die vielen noch nicht gesehenen Filme und Serien.
Und das mit dem Staub wegblasen ist uebrigens wørtlich zu nehmen … tihihi

 

Und abschlieszend sei dies noch erwaehnt:

Ihretwegen überlegen wir uns einen Ortswechsel zweimal.

Au ja … in den allermeisten Bananenkisten beim Umzug waren Buecher. Das muss ja ausbalanciert werden und darf nicht zu schwer sein. Bei ca. fuenf bis sechs Kubikmetern prall gefuellten Bananenkisten was das eine kleine planerische Herausforderung.

Buecher, Filme, andere Welten, Ideen, Fakten etc. pp. … Yippie!

Beim ersten Betrachten dieses Warnschildes:

Gasalarm

… dachte ich, dass das Maennchen die Figur darauf pupst.

Insgesamt bekommt der Begriff „Gasalarm“ mit einer derartigen Sicherung eine unerwartet neue Bedeutung … tihihi.

Robert Musil meinte wohl:

… beinahe kein Mensch liest heute noch, jeder benützt den Schriftsteller nur, um in der Form von Zustimmung oder Ablehnung auf eine perverse Weise seinen eigenen Überdruß an ihm abzustreifen.
(via)

So ganz bereife ich das auch nach mehrmaligem durchlesen nicht. Ich interpretiere das so, dass Leute lesen um ihre eigenen Urteile und Vorurteile bestaetigt zu sehen.

Das ist eine interessante Beobachtung und ich frage mich, inwiefern die auf mich zutrifft. Denn auch wenn dies bei mir bzgl. Dietmar sehr ausgepraegt ist, so geniesze ich doch bspw. die aestethische Seite seiner Texte so sehr, dass diese der eigentliche Grund wurden, warum ich mit Begeisterung neue Texte von ihm aufnehme.

Lese ich hingegen fefe, die NDS oder viele der Texte die ich mir ausdrucke, dann ist das schon, um mich bestaetigt zu sehen.

Und was ist ueberhaupt „lesen“? Diese Fragestellung streifte ich ja etwes versteckt bereits im einleitenden Artikel dieser Kategorie. Offensichtlich ist es mehr, als nur den Symbolen auf dem Papier (oder der Wand, der Haut, in der Luft etc.) ihre Bedeutung zu geben.

Uh Oh … ich ertappe mich gerade dabei, wie ich anfange vom Hundertsten ins Tausendste zu kommen.
Da habe ich aber ausnahmsweise keine Lust drauf.
Deswegen sei an dieser Stelle Schluss mit diesem Beitrag.