Zu derartigen Zentren der Kinder- und Erwachsenenbelustigung mit „Bildungsanspruch“  schrieb ich ja bereits hier etwas.

Besagte Einrichtung ist nur ziemlich neu und in einem Protzbau untergebracht.So auch die Toiletten:

Nemo Amsterdam

Und ungefaehr so ist auch das Programm: standardisiert, leicht zu verstehen, auf den kleinsten gemeinsamen Nenner gebracht … gut zur Erleichterung, aber es bleibt nichts Dauerhaftes zurueck. … uiuiui … das war jetzt sehr doppeldeutig geschrieben.

Der Vollstaendigkeit halber wie (fast) immer das Sitzklo:

Nemo Amsterdam 2

Aehm ja … ich sagte ja: standardisiert … mit allen negativen Konnotationen, die dieses Wort haben kann.

Ich wollte bereits seit laengerer Zeit mal wieder meine Kinostatistik auf den neuesten Stand bringen. Einige meiner Leser (mich duenkt, keine der potentiellen Leserinnen) møgen sich noch an meinen Beitrag vor vielen Jahren auf der Webplattform (mich duenkt das nennt man so) webuni.de errinern. Wer das nachlesen mag, kann dies hier tun.

Aber nun geht es  los mit dem ersten Teil in dieser neuen Miniserie.

Die Rohdaten sehen bspw. so aus:

Rohdaten

Ok ok, ich gebe es zu. Dies ist ein ganz besonderes Exemplar. Zum ersten ist der Teil noch dran, der ueblicherweise abgerissen werden soll. Da freu ich mich dann immer besonders. Dann fehlt die Information ueber Reihe und Sitz. Dies liegt daran, weil es ein Kosmoramafilm war und dort freie Platzwahl ist. Extra besonders ist es dadurch, weil ich bei Kosmorama eigtl. immer einen Spezialpass habe und der auf der Karte angegebene Kaufpreis dann null ist. hier ist er ungleich null, weil ich mir diese Karte extra dazukaufte.
Wieauchimmer, Kleinigkeiten, an denen sich der Begeisterte erfreut.

In eine grosze digitale Tabelle pflegte ich dann folgende Informationen (so weit vorhanden) ein:
– Filmtitel,
– Preis,
– Datum und Startzeit,
– welches Kino, Saal und Sitz und
– mit wem ich diesen Film sah. Hier erlebte ich uebrigens eine grosze Ueberraschung, dazu aber spaeter mehr

Aus dieser Datenwuestenei extrahierte ich dann so schøne Grafike wie bspw. diese hier – die Anzahl der Kinobesuche pro Jahr:

01_kinobesuche pro Jahr

Der beruehmte „2005-war-ich-100-mal-im-Kino“-Peak, auf den ich oft und stolz verweise, ist klar zu erkennen. In den zwei Jahren darauf gab es dann einen starken Rueckgang der Kinobesuche. Der ursaechliche Hauptgrund wird sicherlich gewesen sein, dass pløtzlich ein junger Mann auf der Welt war und der Umzug ins schøne Norwegen. Spaeter kam dann hinzu, dass ich auch einfach nicht mehr jeden Film schauen wollte.
Dennoch war ich in dieser Zeit und in den darauffolgenden 5 Jahren im Schnitt drei mal pro Monat im Kino.
Ein wesentlicher Grund fuer den starken und pløtzlichen Anstieg im Jahre 2013 ist Kosmorama. Der Einfluss dieses Festivals wird aber in einem Beitrag gesondert evaluiert.

Fuer diese Grafik und alle weiteren gilt, dass die Daten fuer 2014 nur aktualisiert wurden bis zum 15. September (ungefaehr der Zeitpunkt an dem ich all dies schreibe).

Nun ist natuerlich die naechste Frage, wieviel Geld ich so fuer die Tickets ausgegeben habe. Dies kann an dieser schønen Visualisierung der entsprechenden Daten gesehen werden:

02_Summe kinotickets

Insgesamt habe ich fuer meine Tickets bis September 2014 ca. 5400 Euro ausgegeben. Diese Zahl enthaelt viele Rabatte und der Normalpreis waere sicherlich deutlich høher gewesen. Andererseits geht man mglw. nicht so oft ins Kino, wenn man immer nur den Normalpreis bezahlt. Bzw. umgekehrt funktioniert das Argument, wer so oft ins Kino geht, versucht alles, um nicht den Normalpreis bezahlen zu muessen.

Hat sich das gelohnt? Auf jeden Fall!
Das sind ca. 3,50 € pro Stunde Unterhaltung. Mich duenkt klettern oder bouldern gehen ist ungefaehr gleich teuer.
Ich bezweifle, dass „In Urlaub fahren“ so einen guten Durchschnittspreis hat.

Interessant ist, dass bei vergleichbarer Anzahl Kinobesuchen in den Jahren 2005 und 2013 die Gesamtsumme fuer alle Tickets sich mehr als verdoppelt hat.
Dies liegt natuerlich daran, dass ich in 2005 vor allem in Dtschl. und 2013 hauptsaechlich in Norwegen im Kino war.
Die prinzipielle Gestalt der Daten aehnelt aber natuerlich der vorherigen. Handelt es sich doch um korrelierte Summen in beiden Faellen.

Den durchschnittlichen Preis pro Kinokarte pro Jahr, kann man an dieser schønen Torte ablesen:

03_Torte

LMAO … gnihihi … SCNR … … … *feiert immer noch*

Ok Ok, bevor es wieder zu langen Diskussionen kommt hier nochmal in Ordentlich:

04_Ticket Durchschnittspreis

Die Jahre vor 2000 sind nur der Vollstaendigkeit halber aufgenommen, haben aber aufgrund der schlechten Statistik hier und im Weiteren keine Bedeutung. Man sieht, wie die Cinemaxx AG versuchte durch zahlreiche (und signifikante) Rabattaktionen ab ca. dem Jahre 2001 Kunden an sich zu binden. Fuer mich relevant waren die Rabattkarte, wodurch die Tickets immer einen Festbetrag billiger waren (glaube ich), und die „Stempelkarten“. Dadurch konnte man jeden 8. Film umsonst schauen. Oder war es jeder 7. Film? Oder jeder 10.? Jedenfalls Eindeutig NICHT geschaffen fuer „Vielgeher“ wie mich.
Dadurch blieb der durchschnittliche Ticketpreis fuer mich relativ stabil ueber einige Jahre.

Dann im Jahre 2008 der (hier noch nicht vollstaendige) Anstieg auf das neue, norwegische Preisniveau. Der lineare Anstieg desselben kann ab dem Jahre 2009 angenaehert werden mittels der Funktion:

Ø-Preis pro Karte = 0,188*Jahr – 368

Das bedeutet, dass man im Jahre 1957 in Trondheim umsonst ins Kino gehen konnte und in den Jahren davor dafuer bezahlt wurde, wenn man sich Filme im Kino ansah. Toll wa!

Im Jahre 2013 gibt es einen relativ abrupten Rueckgang des Kartenpreises. Dies ist wiederum Kosmorama geschuldet. Dadurch dass ich da eine Woche lang alle Filme vor 16 Uhr fuer insgesamt weniger als 40 Euro schauen kann, und ich statistisch signifikant viele Filme in dieser Woche vor 16 Uhr schaue, schlaegt sich dies so sichtbar nieder.

Aber genug fuer heute. Mehr dann beim naechsten Mal.

Das Immatrikulationsamt meiner Alma Mater. Als ich zum ersten Mal dort war, war ich noch lange kein Student. Ich dachte, dass die dort alles wissen. … Tihihi … Ungefaehr so wie ich spaeter im Studium dann dachte: „Boah! Der ist Doktor! Der muss es ja wohl mal voll drauf haben“ BWAHAHAHAHAHAHAHAHAHA.

Und dann musste ich da jedes Jahr hin, um meine Unterlagen abzuholen. Hach … da werden so warme Erinnerungen wach *traeum* … ich war soooooo gerne Student.

Die Besucher des Immatrikulationsamtes muessen auch auf Toilette gehen. Vor ca. 10 Jahren so es dort so aus:

Uni_G06_ImmaAmt2

Am coolsten finde ich die Tretdinger da unten zum Spuelen. Was fuer eine tolle Idee! Ist mir so bisher auch nie wieder begegnet. Der Aufkleber darueber zeigt uebrigens nur an, dass man da drauftreten soll, aber nicht warum man dies gewuenscht ist.
Auch der originale DDR-Heizkørper ist schøn anzuschauen.

Uni_G06_ImmaAmt1

Das Bild der Sitztoilette ist vor allem uberbelichtet. Aber das macht nix. Gab hier ohnehin nichts Besonderes zu sehen.

Verweisend auf einige in diesem Artikel geaeuszerten Meinungenen (bspw. dass wir mehr Zeit nicht arbeitend verbringen sollten), møchte ich euch, meinen lieben Leserinnen und Lesern diese Schlagzeile der Trondheimschen Lokalzeitung praesentieren:

Fredadg er fridag

Grobe Uebersetzung: Freitag ist frei-Tag. – Das Arbeitsleben veraendert sich und immer mehr machen „ovale“ Wochenenden. An Freitagen ist die Buerolandschaft halb leer und viel Platz in der Kantine. Und das ist vøllig ok sagen Arbeidslebensforscher.

Da kønnte ich jetzt viel zu schreiben. Bspw. bzgl. Solidaritaet. Oder politischem Willen zum Ausgleich zwischen Arm und Reich. Dtsch. Arbeits“moral“ und andere Propaganda. Aber das kennt ihr, meine lieben Leserinnen und Leser, ja schon alles. Deswegen lasse ich diesmal die Schlagzeile fuer sich sprechen.

Jeannie Marshall schrieb in ihrem Artikel „This late in history, what shall we choose to read?

I feel anxious, I feel anxious, […] I think the reason for the anxiety has changed, though. When I was younger, I read looking for some kind of central truth, some sort of wisdom. If I just read the right stuff, I thought, I would be able to figure everything out. Now I read because I need information. I use the information as tools to write a paper, to contribute to a conversation and just to broaden my knowledge base.

Das sind drei, mir durchaus sehr bekannte Gefuehle. Sorge, nicht genug zu finden bzw. zu verstehen, das (mittlerweile nicht mehr so stark ausgepraegte) Suchen nach Weisheit und das heftige Verlangen nach Information.

Mittlerweile zwinge ich mich, nicht zu viel zu lesen einzupacken, wenn ich auf Reisen gehe. Und trotzdem (oder vielleicht deswegen) gehe ich tagelang vor jeder Reise ungezaehlte Male im Kopf meinen Lesestoff durch, ob ich auch genug dabei habe.
Zum Glueck ist da dann der eher rationale Teil meines Geistes, der versucht dieses Gefuehl zu beruhigen: „Ja Søren, es ist genug. Und wenn nicht, dann kaufst du dir eben eine Zeitung.“

FiestaKlein

In der bereits hier vorgestellten Studie „Geeks at Play: Doing Masculinity in an Online Gaming Site“ schreibt Natasha Chen Christensen auch

[…] sexuality is used as a tool to maintain dominance.

Homophobie und sexuelle Darstellung von Frauen in der Werbung „visualisieren“ diese Meinung sehr gut, denke ich.

Diese Toilette …

Åsveienskole - Musikkrommet

… gibt es mittlerweile nicht mehr. Die ganze Schule wurde abgerissen und wid gerade neu gebaut. Im naechsten Jahr soll sie wohl fertig sein. Inklusive eines neuen Musikraumes denke ich mal.

Wie meine Leserinnen und Leser laengst wissen, ist in diesem wunderschønen Lande hier im Allgemeinen ja alles besser.

Im Speziellen sieht das natuerlich auch mal anders aus. Auch hier gibt es wohl vergammelnde Schulen.

Aber ich møchte gern auf das „im Allgemeinen Bessere“ zurueck  kommen.

Das erkennt man bspw. an einem Titelblatt einer der hiesigen ueberregionalen Boulevardzeitungen:

forskjeller i skole Norge

grobe Uebersetzung: „Enorme Unterschiede in Schul-Norwegen“

Und warum ist das Jammern auf hohem Niveau? Weil sich drueber aufgeregt wird, dass sich hier einige Schueler ihre Bleistifte selbst kaufen muessen, waehrend andere eigene PCs und gratis Schulessen bekommen.

Wenn das die „enormen Unterschiede“ sind, dann bin ich da ehrlich gesagt eher beruhigt.

Bruce Schneier schrieb einen Essay mit dem Titel „You Have No Control Over Security on the Feudal Internet„.

„Feudales Internet“ deswegen, weil wir unsere Daten Leuten anvertrauen, die wir in keiner Weise kontrollieren kønnen. Anders als die Institutionen in einer Demokratie. Der „liebe Kønig“ wird schon keinen Unfug damit anstellen.

Etwas weiter ausgreifend schrieb ich dazu ja auch schonmal was.
Aber darum geht es nicht. Heute geht es um einen ganz konkreten Tip:

So how do we survive? […]
[…] don’t be extreme in any way: politically, socially, culturally. […] it’s usually those on the edges that are affected.

Na man gut, dass ich mich da dran halte. Ich hab ja schlieszlich auch nichts zu verbergen. Also von gewissen sexuellen Vorlieben abgesehen.

Ich sage ja, dass ich Anarchist im kropotkinschen Sinne bin. Um dann manchmal gleich noch mit anzufuegen, dass ich kein Anhaenger der Schule des kommunistischen Anarchismus bin. (Eine kurze Anmerkung an dieser Stelle: die deutsche Wikipedia ist mindestens bei diesem Thema beschaemend!)

Wenn ich insb. Letzteres sage, macht das auf mich immer den Eindruck, als ob es da miteinander konkurrierende „Weltmodelle“ gibt. Das stimmt so zwar durchaus aber wie bereits Voline zusammen mit anderen schrieb:

To maintain that anarchism is only a theory of classes is to limit it to a single viewpoint. Anarchism is more complex and pluralistic, like life itself.

Es gibt aber ein paar Hauptaspekte, die in diesem weblog bereits øfter zur Sprache kamen.
Oder anders:

Its class element is above all its means of fighting for liberation; its humanitarian character is its ethical aspect, the foundation of society; its individualism is the goal of mankind.

Wenn man denn wollte, kønnte man als die drei „grøszten Strømungen“ kommunistischen Anarchismus, Anarchosyndikalismus und individualistischen Anarchismus ansehen.

Ich selber sehe dies aber eher so wie auch Sébastien Faure das ausdrueckt:

[…] these currents were not contradictory but complementary, each having a role within anarchism: anarcho-syndicalism as the strength of the mass organisations and the best way for the practice of anarchism; libertarian communism as a proposed future society based on the distribution of the fruits of labour according to the needs of each one; anarcho-individualism as a negation of oppression and affirming the individual right to development of the individual, seeking to please them in every way.

Man kønnte es auch so ausdruecken, wie Fred Woodworth es tut, als Anarchismus ohne Adjektive:

I have no prefix or adjective for my anarchism. I think syndicalism can work, as can free-market anarcho-capitalism, anarcho-communism, even anarcho-hermits, depending on the situation.

Um aber bei dem anschaulichen Bild der Schulen zu bleiben, so weisz ich doch, was ich NICHT vertrete:
– Extremen individualistischen Anarchismus,
– Insurrektionalismus insofern er die gewalttaetigen Auswuechse der „Propaganda der Tat“ des spaeten 19. und des fruehen 20. Jahrhunderts bedeutet.
Anarchokapitalismus, aus naheliegenden Gruenden. Meiner Meinung nach wird zu Recht diskutiert,ob es sich hierbei ueberhaupt um Anarchismus handelt, oder ob die Vertreter nicht einfach nur gierige Menschenfeinde, also Arschløcher, sind.
Paläolibertarismus, weil diese Ideologie meiner Meinung nach nicht weit von der der Nazis ist. Im Wesentlichen also nichts mit (nicht nur meinen) anarchistischen Idealen zu tun hat.
– Und i.A. mag ich von eigentlich jeder Schule so ein paar Aspekte nicht.

Aber das ist ja das Schøne am Anarchistendasein. Man kann sich die Kirschen herauspicken — und danach handeln.