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Beim letzten Mal identifizierte ich das abendliche Kochen des Mittags als Ursache der offensichtlichsten Ereignisse (und solche die von der gleichen „Art“ sind). Heute behandle ich andere Ereignisse, welche jeden zweiten Tag auftreten. Der Titel verraet es schon (aber nur zur Haelfte): es geht um Dampf der beim Duschen entsteht (aber nicht beim gruendlichen Waschen die anderen Tage). In der Gesamtuebersicht ist die Zeitaufløsung der Abzisse zu grob, weswegen ich hier mal in ein Paradebeispiel „reinzoome“:

Zur Diskussion nehme man als Orientierung die Spitze um ca. 1:15 Uhr in den PM10 Werten. Bevor ich zu denen komme, handle ich erstmal die anderen beiden Kurven ab, denn das geht schneller.

Man sieht, dass die PM2.5 Werte sich im Wesentlichen nicht aendern. Es gibt ein bisschen „Aktivitaet“ aber das kommt gerade so vom Nullwert weg. Das wunderte mich zunaechst, wuerde ich doch vermuten, dass auch kleinere Wassertropfen beim Duschen produziert werden. Dem ist tatsaechlich so, aber ungefaehr ’ne halbe Grøszenordnung weniger als PM10 (siehe Fig. 5 in diesem Artikel … nicht im Detail gelesen, weil ich nur Messdaten brauchte um eine Idee zu bekommen).
Auszerdem ist der Sensor ziemlich weit weg von der Dusche. Die Partikel muessen da also erst durch Diffusion hingelangen und dabei verduennen die sich. Obwohl ich immer ziemlich heiszes Wasser benutze und das Badezimmer eine regelrechte Waschkueche wird, ist das anscheinend nicht ausreichend die Konzentration der PM2.5 in der Kueche hoch zu halten. Da ist also nix zu holen.
Eine Ausnahme sieht man in der Gesamtuebersicht am 2020-11-03. Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich da die Badezimmertuer extra aufgelassen (und mglw. auch nicht gelueftet), weil ich mal sehen wollte wie sich das in den Messungen bemerkbar macht.

Bei der Temperaturentwicklung kønnte man meinen, dass eine langfristige Abkuehlung um den Zeitraum der Spitze eingeleitet wird. Das ist sogar richtig, hat aber nix mit dem zur Diskussion Stehenden zu tun. Die laengerfristige Abkuehlung ist der Waermeverlust durch die Auszenwaende, weil ich in der Nacht nicht so „aktiv“ heize, es im November aber doch schon relativ kuehl ist.
Vielmehr ist es so, dass man oft (aber nicht immer … wie bspw. hier) auch eine (ganz) leichte, aber nur kurz anhaltende Temperaturerhøhung beobachten kann. Ich nehme an, dass der Wasserdampt anfangs noch ziemlich viel Waerme „in sich traegt“, das aber sehr fix an die relativ kalte Luft abgibt. Das geht sehr schnell, weil das Volumen des Hauptraumes sehr viel grøszer als das des Badezimmers ist.
Beim Kochen ist der Temperaturanstieg bemerkbarer, weil der Sensor viel naeher an der Waermequelle ist und Letztere viel mehr Waerme produziert. Ebenso faellt die Temperatur nicht ab, weil ich Abends immer noch aktiv heize und die Kochwaerme da nur mit zu beitraegt.
Auch hier gibt es wieder eine Ausnahme, naemlich am 2020-11-05. Da gibt es ein kleine Spitze nach unten in der Temperaturkurve, die verdaechtig nach einer Lueftung aussieht. Das ist durchaus møglich, denn allermeistens mache ich das kleine Badfenster sofort zu, wenn ich aus dem Badezimmer und direkt ins Bett gehe. Deswegen sieht man in Verbindung mit der hier besprochenen „Affaere“ normalerweise kein Lueftungsereignis. Wenn ich aber an dem Tag noch ein paar Minuten was in der Stube oder Kueche rumgewurschtelt habe, dann war die Tuer schon auf, der Dampf kam also schon raus, aber das Fenster war noch nicht geschlossen (denn ich ging ja nicht sofort ins Bett) und der kalte „Novemberwind“ ist in den Daten zu sehen.

So … nun ist das doch schon so viel, dass ich den Rest auf das naechste Mal verschiebe.

Die folgende Situation ist euch, meinen lieben Leserinnen und Lesern mglw. bekannt: ein Beispiel aus dem eigenen Leben wird gegeben um eine allgemeinere Beobachtung (mglw. gar ein Modell welches (besagte) Beobachtungen erklaert) zu illustrieren, mit dem Hinweis darauf, dass andere Menschen das in der gleichen Situation auch bemerkt / beobachtet / gemacht / erlebt haben.

Die ueblichen (oft genug pseudointellektuellen) Verdaechtigen sagen dann sowas wie „Die Mehrzahl von Anekdote ist nicht mit Daten gleichzusetzen“ … und ich gebe zu, dass ich verstehe, worauf diese Leute hinaus wollen und ich gebe denen damit eigtl. Recht. Nur weil ’ne Gruppe von Mønchen gnostische Erfahrungen beim Fasten haben, heiszt das noch lange nicht, dass das als Datengrundlage ausreicht um deswegen auf eine allgemeine Existenz einer Gøttin zu schlieszen.

Aber wenn man sich mal die vielen Millionen Datenpunkte die bspw. am CERN „produziert“ werden im einzelnen anschaut, dann sind das auch alles nur „Anekdoten“. In dem Sinne, dass der Detektor zu dem bestimmten Zeitpunkt ein „Erlebnis“ hatte in Form eines registrierten Teilchens. Und dann erzaehlt ein anderer Detektor eine aehnliche „Anekdote“.
Der Vergleich einzelner Datenpunkte mit einer Anekdote ist gar nicht so weit hergeholt. Messerereignisse sind nie identisch, denn die „zappeln“ alle ein bisschen um den sog. „wahren Wert“. Aus der (gewaltigen) Mehrzahl all dieser „Anekdoten“ werden dann aber Daten (mit Fehlerbalken).

Ein anderes Beispiel sind die (Neben)Wirkungen neuer Medikamente. Beim Testen werden die Erlebnisse (vulgo: Anekdoten) von vielen (aber nicht super mega vielen) Menschen betrachtet und in ihrer Mehrzahl als Daten fuer eine statistische Beurteilung besagter (Neben)Wirkungen genommen. Das bedeutet dann aber noch lange nicht, dass andere Individuen welche die gleichen Medikamente nehmen aehnliche „Anekdoten“ erzaehlen kønnen. Die Medizin ist voll von Beispielen, wo das eine Medikament bei vielen Menschen gut funktioniert, aber bei manchen (oder gar gleich vielen … oder gar viel mehr) Menschen ueberhaupt nicht. Das ist also die „Umkehrung“ der obigen Aussage: trotz guter Daten(grundlage) sind die eigenen „Anekdoten“ ganz anders.

Ja man braucht nichtmal eine Mehrzahl von Anekdoten um ordentliche (und wichtige!) Wissenschaft zu machen. Paul Martin Neuraths Doktorarbeit …

… ist (all zu) nuechtern (und viel zu verkuerzend) betrachtet nur eine Aneinanderreihung von (furchtbaren) „Anekdoten“. Aber die Bewertung, Einordnung und Analyse der gesamten Umstaende macht es zu einem wichtigen, wissenschaftlichen Werk.
Ersteres war damals, als er all dies schrieb, leider ein riesiges Problem fuer ihn, das als Doktorarbeit  anerkannt zu bekommen. Letztlich (mit)begruendete er damit aber eine neue wissenschaftliche Herangehens- und Arbeitsweise, in der selbst erlebte „Anekdoten“ eben die DATENgrundlage fuer wissenschaftliche Erkenntnisse dienen.
Worauf ich hinaus will ist, dass Wissenschaft erstaunlich gut mit Anekdoten funktioniert.

Nota bene: Das ist uebrigens ein Buch, dass man wegen (und nicht trotz) des schwer zu verdauenden Inhalts mal lesen sollte.

Das soll ausreichen, um meinen Punkt klar zu machen. JA, die Mehrzahl von Anekdoten (meist (aber nicht nur) von den ueblichen Verdaechtigen wie bspw. Impf- oder Klimaspinner) sind oft genug laengst keine Daten und man muss darauf aufpassen … aber alle Daten sind streng genommen eine Mehrzahl von Anekdoten.

Hier in Japan gibt’s sie noch, die Monchichis … aber nicht nur irgendwelche, sondern ich habe „The mother of all Monchichis“ gesehen:

Krass wa!

Mindestens genauso krass (aus heutiger Perspektive) ist das Monchichilied … o.O

Ich esse Blumenkohl sehr gerne. Aber die mglw. grøszte Freude bereitet es mir, beim Schnippeln die rohen Stueckchen zu futtern.
Vor ein paar Jahren ging ich gar so weit, dass ich mir einen ganzen Kopf kaufte um den als Snack zu verspeisen. … Ich gebe zu, das war zu viel des Guten. Zum Glueck habe ich mich nicht derart ueberfressen wie an Bananen kurz nach der Wende, denen ich seitdem eher abgeneigt bin … naja … alle paar Jahre esse ich mal eine … aber das waere sehr schade, wenn mir das mit Blumenkohl passiert waere.

Brokkoli esse ich mittlerweile auch ganz gerne (bevorzuge aber Blumenkohl). Dem war aber nicht immer so, denn Brokkoli gab’s in dem Haushalt in dem ich aufwuchs nicht … bzw. so selten, dass ich mich nicht dran erinnere. Wenn mir dieses Gemuese dann ab dem Studium ueber den Weg lief, hab ich’s immer gemieden, denn man kann den Jungen zwar aus dem Dorf treiben, aber das Dorf nicht aus dem Jungen … bzw. was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht.
Es dauerte noch ein paar Jahre laenger, bevor ich mehr oder weniger gezwungen wurde Stockholm Syndrom bzgl. Brokkoli zu entwickeln … wobei das natuerlich auch ohne Zwang recht lecker ist … was aber natuerlich jemand mit Stockholm Syndrom auch sagen wuerde.

Das letzte Blumenkohlding das mir bekannt ist, ist Romanesco. Mit der fraktalen Anordnung der Knospen sieht’s definitiv am schicksten aus … sozusagen piekfein … tihihi … Wortspielkasse … wg. spitz = pieksen … okok, ich gebe zu, dass ist etwas weit hergeholt. Mich duenkt, ich habe das nur ein oder zwei Mal (oder so ungefaehr und definitiv nicht deutlich øfter) gegessen. Das liegt daran, weil ich Gerichte wo das „dazu gehørt“ nicht in meinem Repertoir habe und wenn ich traditionell eher ’n Blumenkohl fuer den gleichen Zweck (als Gemuesebeilage) nehmen kann, dann wird’s der Blumenkohl … weil ich schon beim Einkaufauf das schnabulieren waehrend des Schnippelns freue.
Auszerdem liegt Romanesco auch im „Spezialgemuese(kuehl)regal“ im Supermarkt und da geh ich nur sehr selten hin … man sieht, da beiszt sich die Katze in den Schwanz.

Ich erzaehle das alles, denn ich finde es interessant, dass diese Gemuese alle von der selben Art sind — Brassica Oleracea. Die Pflanzen kønnen also „Kinder“ miteinander haben die NICHT unfruchtbar sind (also anders als bei Nachkommen von Pferd und Esel, die ja beide unterschiedlichen Arten angehøren)  … da frag ich mich doch, was ein Blumescoli ist … tihihi.
Fuer mich als Mensch, dem eine gewisse Ess(en)kultur anerzogen, wurde sind diese drei Kultivare aber so unterschiedlich, dass ich deutlich unterschiedliche Esserlebnisse mit diesen verbinde.

Beim naechstem Mal wird’s bleibt’s lecker, wird aber zum Teil etwas „verrueckt“.

Im Diagramm vom letzten Mal finden sich viele Partikelereignisse, die ueber die Nullinie hinaus gehen. Um euch, meine lieben Leserinnen und Leser nicht all zu lange warten zu lassen, geht’s heute sofort um die offensichtlichsten Ererignisse. Hier ist gleich das Erste im Detail:

In den Partikelkurven zeichnen sich solche Ereignisse durch die sprunghaft ansteigende Partikeldichte aus, welche dann ueber viele Stunden exponentiell abfaellt. Der sprunghafte Anstieg geschieht innerhalb von ca. fuenf bis zehn Minuten. Die rote rote Kurve ist „kleiner“, aber davon abgesehen im Wesentlichen nicht „andersgeartet“ als die schwarze Kurve. Ich stelle das so heraus, weil das ein Unterscheidungsmerkmal zu einem anderen Ereignis wird.
Weiterhin finden diese Ereignisse immer nur Abends oder in der Nacht statt und sind begleitet durch einen (ebenso) sprunghaften Anstieg der Temperatur.
Letzteres ist hier ueberlagert durch das „Lueftungsereigniss“ (ausgezeichnet durch die abrupte Spitze nach unten, wie beim letzten Mal erklaert). Der Anstieg ist nicht riesig und man muss das vom Wert vor’m Lueften betrachten. Auf das Lueften komme ich gleich nochmal zurueck.

Weil der Sensor auf dem Kuechentisch lag, liegt eine Erklaerung fuer diese Ereignisse nahe (und der Titel dieses Beitrags hat’s eigtl. schon verraten): da hab ich wohl was in der Pfanne gebraten. Von der Zeit haut das hin (auch wenn das manchmal sehr viel spaeter als halb sieben stattfindet) und das erklaert auch den Sprung in der Temperatur, denn Ofen und Herd sind heisz.
Nun ist das erste derartige Ereignis etwas Besonderes, ist es doch ein „Paradebeispiel“. Das lag nicht zuletzt daran, dass ich VOR dem Kochen lueftete … eben weil ich sehen wollte, wie stark die Luft in der Wohnung durch’s kochen verschmutzt wird.

Meistens luefte ich jedoch NACH dem Kochen, was den Temperatureinbruch entsprechend verschiebt (hier nochmal ganz kurz nach Mitternacht) … und manchmal gar nicht (wenn nicht so viel Rauch entsteht).

„Richtig“ kochen tue ich nur jeden zweiten Tag (zumindest, wenn der junge Mann nicht bei mir ist). Die Tage dazwischen waerme ich die Reste vom Tag zuvor auf. Das hat (zum Teil gewaltig) geringere Partikelbildung zur Folge, insbesondere bei Teilchen kleiner als 2.5 µm (das meine ich mit „andersgeartet“ weiter oben). Aber die Temperatur steigt in der Kueche natuerlich dennoch an … auch wenn das oft nicht ganz so eindeutig zu erkennen ist. Beides ist hier natuerlich nicht zu sehen, weil der 28. Oktober 2020 ein „richtiger“ Kochtag war.

Mit diesem Wissen kann man das Kochen (K) und Aufwaermen (A) im Diagramm vom letzten Mal kennzeichnen:

Man sieht, dass nicht alles Kochen mit gewaltigen Rauchmengen verbunden ist … aber der Temperaturanstieg (und die ungefaehre Zeit) verraten solche Ereignisse. Das Aufwaermen ist schwerer zu identifizieren, geschieht aber im Wesentlichen auch durch die Kombination aus erhøhtem Partikelsignal, Temperatur und Uhrzeit (i.A. etwas spaeter als „richtiges“ kochen).
Und ja am 01. November 2020 hab ich erst ’ne Stunde vor Mitternacht mit dem Essen machen angefangen … manchmal wird’s nicht nur etwas spaeter (wie man an ein paar Tagen sieht), sondern viel spaeter.

Zwei deutliche Ereignisse habe ich mit Fragezeichen versehen. Auf den ersten Blick sehen die wie eben besprochen aus … aber … oh … ich eile voraus … das decke ich beim naechsten Mal auf.

Beim inflationsjustierten Wachstum der Gehaelter in Japan hab ich sie gefunden, die „verlorenen Dekaden“:

Ach du Kacke! … war da natuerlich meine erste Reaktion, denn das duempelt seit 1998 um ca. den Wert Null rum! Und die 5 Jahre vorher lag es im Schnitt auch nur bei ein bisschen ueber 1 %. Und in den 10 Jahren davor wurde gerade mal die Inflation ausgeglichen. Andererseits war das vermutlich nur eine Rueckkehr zum Normalzustand im Vergleich zum Jahrzehnt davor. Und dann hab ich keine Daten mehr.

Nun ist das aber nicht all zu verwunderlich, denn geringes Gehaltswachstum ist ein Kennzeichen einer Deflation und Japan hat seit Jahrzehnten Deflation. Desweiteren muss das prinzipiell auch nicht schlecht sein. Wenn die Lebenshaltungskosten gering und stabil sind, dann braucht man naechstes Jahr nicht mehr Geld als dieses Jahr … und bei ’ner Deflation steigen die Preise nicht (die kommt aber mit anderen Nachteilen).

Dennoch ist’s natuerlich eine gigantische Sauerei, wenn man den Zuwachs der Produktivitaet bedenkt. Aber so ist das ja eigtl. ueberall auf der Welt; die Arbeiter produzieren mehr, werden dafuer aber nicht proportional mehr entlohnt … ich sag da jetzt mal nicht mehr dazu … *seufz*

In dieser Analyse (PDF) wird das Phaenomen des langanhaltenden (nicht vorhandenen) Trends des Gehaltswachstums untersucht. Das ist recht informativ und der Autor geht auch auf etliche (durchaus plausible) Erklaerungsversuch ein. Aber Achtung! Das ist vom IMF … man muss also bei (fast) jeder Formulierung mitdenken um nicht deren Agenda all zu sehr auf den Leim zu gehen.

Wieauchimmer, letztlich zeigen die Daten, dass das auch hier wieder langanhaltende Trends sind und das was die (Vulgær)Økonomen mit „verlorene(n) Dekade(n)“ versuchen herbeizureden kann ich eigtl. auch hier nicht sehen.

Damit schliesze ich das Unterthema ab und komme beim naechsten Mal endlich wieder zur Japanreiseberichterstattung zurueck :) .

Wenn ich sage, dass Doom Turing-komplett ist, dann meine ich damit (oder vielmehr der Autor von dem ich das geklaut habe mich habe inspirieren lassen) dass man ein Doom-Level derart bauen kann, dass alles was passiert das gleiche Resultat zur Folge hat, wie logische Bauelemente.

In kurz, hat der Autor ein Level gebaut, in dem die Bewegung von (zur Vereinfachung erstmal nur zwei) Monstern stark eingeschraenkt ist. Im Wesentlichen kønnen die nur in einem Tunnel geradeaus laufen.
In einem Doom-Level kann man unsichtbare Linien installieren, die beim Uebertreten ein Ereigniss irgendwo anders ausløsen. Wenn die Monster von eben ueber so eine Linie treten, kann man die besagten Ereignisse so gestalten, dass eine Tuer die ein drittes Monster einsperrt geøffnet wird. Das waere dann ein OR-Gatter. Bei einem AND-Gatter muessen zwei Tueren geøffnet werden und bei einem NOT-Gatter muss eine Tuer geschlossen werden.
Dieses dritte Monster laeuft los (in die Richtung des Spielers) und ueberschreitet eine weitere Linie und diese løst dann das je nach Logikgatter richtige Resultat aus (in der Implementierung wird eine Saeule hoch oder runter gefahren).

Der Autor hat ein Video eines Halbaddierers als Machbarkeitsnachweis erstellt. … Geil wa!
Wie bei allen Beispielen hat die konkrete Implementierung Nachteile. Der grøszte liegt darin, dass aufgrund der Limitierungen von Doom an sich, allerhøchstens ca. 65-tausend von diesen Logikgattern in Doom selber implementiert werden kønnten … was aber wohl ausreichend waere fuer eine (SEHR) kleine CPU.

Mit diesem Leckerbissen schliesze ich die Miniserie ab. Es gibt natuerlich noch jede Menge andere Turing-komplette Systeme. Ich weisz aber keine mehr, bei denen das so dermaszen unerwartet ist, wie die vorgestellten Beispiele.

Man kennt das ja, ein Diagramm wird gezeigt und irgendwer dem das nicht in’n Kram passt (oder der’s nicht versteht sich aber (pseudo) intellektuell geben will) sagt dann sowas wie „nur weil es auf dem Land mehr Størche gibt und auf dem Land mehr Kinder geboren werden, heiszt das nicht, dass Størche die Kinder bringen“ … oder „die Dinosaurier konnten nicht lesen und jetzt sind sie ausgestorben, das bedeutet aber nicht, dass sie ausgestorben sind, weil sie nicht lesen konnten“ … oder „der Wind weht kraeftiger, wenn die Windturbinen sich schneller drehen, das bedeutet aber nicht, dass Windturbinen Wind produzieren“ … oder „je mehr Eis am Strand verkauft wird umso mehr Menschen ertrinken, das bedeutet aber nicht, dass Eis dafuer verantwortlich ist, dass Leute ertrinken“ … usw. usf.

Und bei diesen Beispielen gebe ich den erwaehnten Personen sogar Recht … es sind aber alles reichlich bekloppte (wenn auch sehr illustrative, den Punkt der Kritik klar machende) Beispiele die mir in die Haende spielen bzgl. dessen, was ich mit diesem Beitrag ausdruecken will.

Zunaechst sollte ich sagen, dass es richtig und voll gut ist, dass Leute sich bewusst sind, dass man bei Diagrammen gut aufpassen muss. Leider werden (pseudo)wissenchafltiche Resultate oft genug derart verpackt, sodass sie authoritaer aussehen um damit Menschen ohne wissenschaftliche (Grund)Ausbildung (und oft genug auch solche mit; ich mag mich davon nicht ausnehmen) von bestimmten (meist falschen) Behauptungen zu ueberzeugen. Dagegen ist zurecht die Aussage cum hoc ergo propter hoc — Obacht! Scheinkausalitaet! — anzufuehren!

Was in den Faellen in denen die Kritik berechtigt ist fehlt, sind plausible (und ehrliche!) Modelle, die den behaupteten Zusammenhang erklaeren kønnten. In ernsthaften (und ehrlichen) wissenschaftlichen Publikationen wird so’n Quatsch aber gar nicht erst gezeigt, eben weil man kein plausibles Modell dafuer finden wuerde. Vielmehr werden Diagramme erst dann verøffentlicht, wenn andere, unabhaengige Variablen gefunden sind, die dann einen (modellabhaengigen) Kausalzusammenhang plausibel machen.
Das bedeutet NICHT, dass ein Modell welches die Daten plausibel erklaeren wuerde auch richtig ist. Und selbst wenn es das ist, so bedeutet das dennoch NICHT, dass ein einziges Diagramm ausreicht um die Richtigkeit zu beweisen. Aber ich will hier nicht abschweifen.

Worauf ich hinaus will ist, dass man, wenn man ein Diagramm sieht und ein Kausalzusammenhang behauptet wird, sehr oft erstmal davon ausgehen sollte, dass das so stimmt.
Es sei denn wenn man:
– ein besseres Modell hat, welches die Daten besser erklaeren wuerde (bspw. dass mehr Leute an heiszen Tagen Eis essen UND baden gehen, wenn aber mehr Leute baden gehen, dann ertrinken auch mehr Menschen),
– bessere Daten hat (bspw. Windmessungen in Gebieten ohne Windturbinen ODER ausgeschaltete Windturbinen bei all zu starkem Wind), oder
– ein Schwurbler die (zu kritisierende) Behauptung aufstellt … Schwurbler (Klimaspinner, Impfspinner, Scheisz-Nazis etc. pp.) benutzen aber leider oft genug richtige Daten, interpretieren die aber dann nur so, wie es denen in den Kram passt (haben also ein Modell, das nur in derem Weltbild richtig ist … was (schon wieder) eine gute Ueberleitung zu einer massiv Abschweifung waere).

Andererseits bin ich auch verwøhnt mit dem was ich aus der Physik kenne … ich hoffe aber, dass die Wissenschaftler bspw. in der Psychologie oder der Soziologie einem aehnlichen, wissenschaftlichen Ethos unterliegen … bzw. weisz ich, dass der Mechanismus der wissenschaftlichen Selbstkorrektur ueber laengere Zeitraeume ganz gut funktioniert (und davon ist die Physik (trotz i.A. guter Daten und Modelle) nicht ausgenommen).

… … …

Jetzt aergert’s mich, dass ich hier mehr bzgl. dessen schreibe was ich eigtl. kritisiere. Das liegt natuerlich daran, weil heutzutage so urst viel Quark behauptet wird und man bei Daten und Diagrammen aufpassen muss.
Deswegen schliesze ich so ab: die Person von ganz oben hat einen durchaus berechtigten Punkt; aber dieser muss natuerlich ebenso mit einer Begruendung (bspw. ein besseres Modell) untermauert werden, bevor der Warnung gefolgt und das urspruengliche Ergebniss verworfen wird.

In meiner Japanreiseberichterstattung schwoff ich in den letzten Beitraegen etwas ab, weil ich die Fetzigkeit des Landes nicht mit der oft gelesenen Aussage von Økonemen bzgl. Japans sogenannte(n) „verlorene(n) Dekade(n)“ in Einklang bringen konnte. Bisher konnte ich diesbezueglich eigtl. ganz gut zeigen, dass diese Aussage ziemlicher Quark ist, wenn man mal das Gesamtbild anschaut (und nicht nur, den Teilaspekt, wie reiche Leute noch schneller noch reicher werden kønnen).
Zwei Beitraege møchte ich noch bei dem Thema verweilen (bevor ich endlich wieder zur Reiseberichterstattung an sich zurueck kehren werde) und heute geht’s um die Produktivitaet; oder in lang (und all zu vereinfacht): dem Verhaeltniss der Menge aller produzierten Gueter zur Menge der dafuer benøtigten Arbeit

Diese Grøsze wird von Økonomen als super wichtig betrachtet … und von dem Wenigen das ich diesbezueglich weisz, gehe ich da (ausnahmsweise) mit. Mit dem Wissen wuerde ich bei der Phrase „verlorene(n) Dekade(n)“ denken, dass die Produktivitaet Japans in der Zeit nicht oder nur sehr schwach gewachsen, ja mglw. sogar schlechter geworden ist. Leider habe ich Daten dafuer erst ab Anfang den 90’er Jahren. Ich kann das also nicht mit dem Zustand davor vergleichen. Aber das deckt auf jeden Fall den in Frage kommenden Zeitraum ab und so sieht die Entwicklung dieser Grøsze aus („gemessen“ im Vergleich zum Oktober 2023):

Mhmmm … also mit Augen zudruecken (damit ich den kleinen Buckel nicht sehe) wuerde ich vielleicht sagen, dass die Produktivitaet Anfang der 90’er Jahre flach verlaeuft. Das waere interessant gewesen zu sehen, wie das vorher aussieht. Aber ab 1994 setzte dann ein (ueber) zehn Jahre anhaltendes Wachstum ein … was ja øhm … æhm … *Papierraschel* … mittendrin in den „verlorene(n) Dekade(n)“ liegt.

Der starke Einbruch folgt den Geschehnissen der Finanzkrise 2007-2008, aber die Produktivitaet erholt sich dann schnell bis 2009 wieder auf (beinahe) „Vorkrisenniveau“ um seitdem (relativ) stabil zu bleiben. Letzteres ist im vorherschenden Wirtschaftsparadigma des ewigen Wachstums tatsaechlich beunruhigend, denn da passiert im Wesentlichen nix nun schon seit 1 1/2 Dekaden. Andererseits ist das ja ohnehin eine offene Frage, ob das anhaltende Wachstum immer so weiter gehen muss … es ist definitiv KEINE offene Frage, ob das immer so weiter gehen kann, denn die Antwort darauf ist definitiv ein klares NEIN! … Es sei denn es kommt wieder eine coole, in massiver Breite anwendbare Technologie von dir wir heute noch gar nix ahnen (wie der elektrische Strom vor ueber 100 Jahren, oder (mit signifikant minderer „Staerke“) der (Personal)Computer vor noch nicht ganz 50 Jahren).

Aber ich schweife ab. Die flache Kurve seit der Finanzkrise wuerde irgendwie in die „erweiterte“ Phrase der „verlorenen Dekaden“ (Plural) fallen. Das wuerde allerdings weiterhin voraussetzen, dass das schon vorher nicht so lief wie es „sollte“. Die Daten zeigen aber wiederum, dass dem nicht nur nicht so war, sondern dass es sogar innerhalb des vorherschenden Wirtschaftsparadigmas echt knorke lief in Japan.
Bei der Produktivitaet sehe ich (aufgrund des Datenmangels) keine seit langem anhaltenden Trends. Aber die Trends die ich sehe sind mitnichten kurzfristig und sprechen auch hier wieder weitestgehend gegen das Gebrabbel der Økonomen.

So, damit kann das auch „eingetuetet“ werden.

Im selben Supermarkt von neulich (der mit der Sitzmøglichkeit) gibt es auch eine supertolle Einrichtung, die von jung und alt mit groszer Freude benutzt wird:

Das ist der Korbfahrstuhl aus dem Titel. Den Korb (mit Rollen dran) schiebe ich rein und der faehrt ganz von alleine auf Arbeitshøhe. Fetzt wa! Leider gibt’s den nur an einer Kasse. Aber wenn da nicht zu viele Menschen anstehen, dann warte ich gerne etwas laenger um den benutzen zu kønnen :) .

Manche (viele?) Dinge die urspruenglich fuer alte Leute erdacht wurden sind auch voll toll fuer nicht ganz so alte Menschen :) .