Hier in Japan gibt’s sie noch, die Monchichis … aber nicht nur irgendwelche, sondern ich habe „The mother of all Monchichis“ gesehen:
Krass wa!
Mindestens genauso krass (aus heutiger Perspektive) ist das Monchichilied … o.O
If we have an affinely parametrised geodesic in the metric g …
Hier in Japan gibt’s sie noch, die Monchichis … aber nicht nur irgendwelche, sondern ich habe „The mother of all Monchichis“ gesehen:
Krass wa!
Mindestens genauso krass (aus heutiger Perspektive) ist das Monchichilied … o.O
Ich esse Blumenkohl sehr gerne. Aber die mglw. grøszte Freude bereitet es mir, beim Schnippeln die rohen Stueckchen zu futtern.
Vor ein paar Jahren ging ich gar so weit, dass ich mir einen ganzen Kopf kaufte um den als Snack zu verspeisen. … Ich gebe zu, das war zu viel des Guten. Zum Glueck habe ich mich nicht derart ueberfressen wie an Bananen kurz nach der Wende, denen ich seitdem eher abgeneigt bin … naja … alle paar Jahre esse ich mal eine … aber das waere sehr schade, wenn mir das mit Blumenkohl passiert waere.
Brokkoli esse ich mittlerweile auch ganz gerne (bevorzuge aber Blumenkohl). Dem war aber nicht immer so, denn Brokkoli gab’s in dem Haushalt in dem ich aufwuchs nicht … bzw. so selten, dass ich mich nicht dran erinnere. Wenn mir dieses Gemuese dann ab dem Studium ueber den Weg lief, hab ich’s immer gemieden, denn man kann den Jungen zwar aus dem Dorf treiben, aber das Dorf nicht aus dem Jungen … bzw. was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht.
Es dauerte noch ein paar Jahre laenger, bevor ich mehr oder weniger gezwungen wurde Stockholm Syndrom bzgl. Brokkoli zu entwickeln … wobei das natuerlich auch ohne Zwang recht lecker ist … was aber natuerlich jemand mit Stockholm Syndrom auch sagen wuerde.
Das letzte Blumenkohlding das mir bekannt ist, ist Romanesco. Mit der fraktalen Anordnung der Knospen sieht’s definitiv am schicksten aus … sozusagen piekfein … tihihi … Wortspielkasse … wg. spitz = pieksen … okok, ich gebe zu, dass ist etwas weit hergeholt. Mich duenkt, ich habe das nur ein oder zwei Mal (oder so ungefaehr und definitiv nicht deutlich øfter) gegessen. Das liegt daran, weil ich Gerichte wo das „dazu gehørt“ nicht in meinem Repertoir habe und wenn ich traditionell eher ’n Blumenkohl fuer den gleichen Zweck (als Gemuesebeilage) nehmen kann, dann wird’s der Blumenkohl … weil ich schon beim Einkaufauf das schnabulieren waehrend des Schnippelns freue.
Auszerdem liegt Romanesco auch im „Spezialgemuese(kuehl)regal“ im Supermarkt und da geh ich nur sehr selten hin … man sieht, da beiszt sich die Katze in den Schwanz.
Ich erzaehle das alles, denn ich finde es interessant, dass diese Gemuese alle von der selben Art sind — Brassica Oleracea. Die Pflanzen kønnen also „Kinder“ miteinander haben die NICHT unfruchtbar sind (also anders als bei Nachkommen von Pferd und Esel, die ja beide unterschiedlichen Arten angehøren) … da frag ich mich doch, was ein Blumescoli ist … tihihi.
Fuer mich als Mensch, dem eine gewisse Ess(en)kultur anerzogen, wurde sind diese drei Kultivare aber so unterschiedlich, dass ich deutlich unterschiedliche Esserlebnisse mit diesen verbinde.
Beim naechstem Mal wird’s bleibt’s lecker, wird aber zum Teil etwas „verrueckt“.
Im Diagramm vom letzten Mal finden sich viele Partikelereignisse, die ueber die Nullinie hinaus gehen. Um euch, meine lieben Leserinnen und Leser nicht all zu lange warten zu lassen, geht’s heute sofort um die offensichtlichsten Ererignisse. Hier ist gleich das Erste im Detail:
In den Partikelkurven zeichnen sich solche Ereignisse durch die sprunghaft ansteigende Partikeldichte aus, welche dann ueber viele Stunden exponentiell abfaellt. Der sprunghafte Anstieg geschieht innerhalb von ca. fuenf bis zehn Minuten. Die rote rote Kurve ist „kleiner“, aber davon abgesehen im Wesentlichen nicht „andersgeartet“ als die schwarze Kurve. Ich stelle das so heraus, weil das ein Unterscheidungsmerkmal zu einem anderen Ereignis wird.
Weiterhin finden diese Ereignisse immer nur Abends oder in der Nacht statt und sind begleitet durch einen (ebenso) sprunghaften Anstieg der Temperatur.
Letzteres ist hier ueberlagert durch das „Lueftungsereigniss“ (ausgezeichnet durch die abrupte Spitze nach unten, wie beim letzten Mal erklaert). Der Anstieg ist nicht riesig und man muss das vom Wert vor’m Lueften betrachten. Auf das Lueften komme ich gleich nochmal zurueck.
Weil der Sensor auf dem Kuechentisch lag, liegt eine Erklaerung fuer diese Ereignisse nahe (und der Titel dieses Beitrags hat’s eigtl. schon verraten): da hab ich wohl was in der Pfanne gebraten. Von der Zeit haut das hin (auch wenn das manchmal sehr viel spaeter als halb sieben stattfindet) und das erklaert auch den Sprung in der Temperatur, denn Ofen und Herd sind heisz.
Nun ist das erste derartige Ereignis etwas Besonderes, ist es doch ein „Paradebeispiel“. Das lag nicht zuletzt daran, dass ich VOR dem Kochen lueftete … eben weil ich sehen wollte, wie stark die Luft in der Wohnung durch’s kochen verschmutzt wird.
Meistens luefte ich jedoch NACH dem Kochen, was den Temperatureinbruch entsprechend verschiebt (hier nochmal ganz kurz nach Mitternacht) … und manchmal gar nicht (wenn nicht so viel Rauch entsteht).
„Richtig“ kochen tue ich nur jeden zweiten Tag (zumindest, wenn der junge Mann nicht bei mir ist). Die Tage dazwischen waerme ich die Reste vom Tag zuvor auf. Das hat (zum Teil gewaltig) geringere Partikelbildung zur Folge, insbesondere bei Teilchen kleiner als 2.5 µm (das meine ich mit „andersgeartet“ weiter oben). Aber die Temperatur steigt in der Kueche natuerlich dennoch an … auch wenn das oft nicht ganz so eindeutig zu erkennen ist. Beides ist hier natuerlich nicht zu sehen, weil der 28. Oktober 2020 ein „richtiger“ Kochtag war.
Mit diesem Wissen kann man das Kochen (K) und Aufwaermen (A) im Diagramm vom letzten Mal kennzeichnen:
Man sieht, dass nicht alles Kochen mit gewaltigen Rauchmengen verbunden ist … aber der Temperaturanstieg (und die ungefaehre Zeit) verraten solche Ereignisse. Das Aufwaermen ist schwerer zu identifizieren, geschieht aber im Wesentlichen auch durch die Kombination aus erhøhtem Partikelsignal, Temperatur und Uhrzeit (i.A. etwas spaeter als „richtiges“ kochen).
Und ja am 01. November 2020 hab ich erst ’ne Stunde vor Mitternacht mit dem Essen machen angefangen … manchmal wird’s nicht nur etwas spaeter (wie man an ein paar Tagen sieht), sondern viel spaeter.
Zwei deutliche Ereignisse habe ich mit Fragezeichen versehen. Auf den ersten Blick sehen die wie eben besprochen aus … aber … oh … ich eile voraus … das decke ich beim naechsten Mal auf.
Beim inflationsjustierten Wachstum der Gehaelter in Japan hab ich sie gefunden, die „verlorenen Dekaden“:
Ach du Kacke! … war da natuerlich meine erste Reaktion, denn das duempelt seit 1998 um ca. den Wert Null rum! Und die 5 Jahre vorher lag es im Schnitt auch nur bei ein bisschen ueber 1 %. Und in den 10 Jahren davor wurde gerade mal die Inflation ausgeglichen. Andererseits war das vermutlich nur eine Rueckkehr zum Normalzustand im Vergleich zum Jahrzehnt davor. Und dann hab ich keine Daten mehr.
Nun ist das aber nicht all zu verwunderlich, denn geringes Gehaltswachstum ist ein Kennzeichen einer Deflation und Japan hat seit Jahrzehnten Deflation. Desweiteren muss das prinzipiell auch nicht schlecht sein. Wenn die Lebenshaltungskosten gering und stabil sind, dann braucht man naechstes Jahr nicht mehr Geld als dieses Jahr … und bei ’ner Deflation steigen die Preise nicht (die kommt aber mit anderen Nachteilen).
Dennoch ist’s natuerlich eine gigantische Sauerei, wenn man den Zuwachs der Produktivitaet bedenkt. Aber so ist das ja eigtl. ueberall auf der Welt; die Arbeiter produzieren mehr, werden dafuer aber nicht proportional mehr entlohnt … ich sag da jetzt mal nicht mehr dazu … *seufz*
In dieser Analyse (PDF) wird das Phaenomen des langanhaltenden (nicht vorhandenen) Trends des Gehaltswachstums untersucht. Das ist recht informativ und der Autor geht auch auf etliche (durchaus plausible) Erklaerungsversuch ein. Aber Achtung! Das ist vom IMF … man muss also bei (fast) jeder Formulierung mitdenken um nicht deren Agenda all zu sehr auf den Leim zu gehen.
Wieauchimmer, letztlich zeigen die Daten, dass das auch hier wieder langanhaltende Trends sind und das was die (Vulgær)Økonomen mit „verlorene(n) Dekade(n)“ versuchen herbeizureden kann ich eigtl. auch hier nicht sehen.
Damit schliesze ich das Unterthema ab und komme beim naechsten Mal endlich wieder zur Japanreiseberichterstattung zurueck :) .
Wenn ich sage, dass Doom Turing-komplett ist, dann meine ich damit (oder vielmehr der Autor von dem ich das geklaut habe mich habe inspirieren lassen) dass man ein Doom-Level derart bauen kann, dass alles was passiert das gleiche Resultat zur Folge hat, wie logische Bauelemente.
In kurz, hat der Autor ein Level gebaut, in dem die Bewegung von (zur Vereinfachung erstmal nur zwei) Monstern stark eingeschraenkt ist. Im Wesentlichen kønnen die nur in einem Tunnel geradeaus laufen.
In einem Doom-Level kann man unsichtbare Linien installieren, die beim Uebertreten ein Ereigniss irgendwo anders ausløsen. Wenn die Monster von eben ueber so eine Linie treten, kann man die besagten Ereignisse so gestalten, dass eine Tuer die ein drittes Monster einsperrt geøffnet wird. Das waere dann ein OR-Gatter. Bei einem AND-Gatter muessen zwei Tueren geøffnet werden und bei einem NOT-Gatter muss eine Tuer geschlossen werden.
Dieses dritte Monster laeuft los (in die Richtung des Spielers) und ueberschreitet eine weitere Linie und diese løst dann das je nach Logikgatter richtige Resultat aus (in der Implementierung wird eine Saeule hoch oder runter gefahren).
Der Autor hat ein Video eines Halbaddierers als Machbarkeitsnachweis erstellt. … Geil wa!
Wie bei allen Beispielen hat die konkrete Implementierung Nachteile. Der grøszte liegt darin, dass aufgrund der Limitierungen von Doom an sich, allerhøchstens ca. 65-tausend von diesen Logikgattern in Doom selber implementiert werden kønnten … was aber wohl ausreichend waere fuer eine (SEHR) kleine CPU.
Mit diesem Leckerbissen schliesze ich die Miniserie ab. Es gibt natuerlich noch jede Menge andere Turing-komplette Systeme. Ich weisz aber keine mehr, bei denen das so dermaszen unerwartet ist, wie die vorgestellten Beispiele.
Man kennt das ja, ein Diagramm wird gezeigt und irgendwer dem das nicht in’n Kram passt (oder der’s nicht versteht sich aber (pseudo) intellektuell geben will) sagt dann sowas wie „nur weil es auf dem Land mehr Størche gibt und auf dem Land mehr Kinder geboren werden, heiszt das nicht, dass Størche die Kinder bringen“ … oder „die Dinosaurier konnten nicht lesen und jetzt sind sie ausgestorben, das bedeutet aber nicht, dass sie ausgestorben sind, weil sie nicht lesen konnten“ … oder „der Wind weht kraeftiger, wenn die Windturbinen sich schneller drehen, das bedeutet aber nicht, dass Windturbinen Wind produzieren“ … oder „je mehr Eis am Strand verkauft wird umso mehr Menschen ertrinken, das bedeutet aber nicht, dass Eis dafuer verantwortlich ist, dass Leute ertrinken“ … usw. usf.
Und bei diesen Beispielen gebe ich den erwaehnten Personen sogar Recht … es sind aber alles reichlich bekloppte (wenn auch sehr illustrative, den Punkt der Kritik klar machende) Beispiele die mir in die Haende spielen bzgl. dessen, was ich mit diesem Beitrag ausdruecken will.
Zunaechst sollte ich sagen, dass es richtig und voll gut ist, dass Leute sich bewusst sind, dass man bei Diagrammen gut aufpassen muss. Leider werden (pseudo)wissenchafltiche Resultate oft genug derart verpackt, sodass sie authoritaer aussehen um damit Menschen ohne wissenschaftliche (Grund)Ausbildung (und oft genug auch solche mit; ich mag mich davon nicht ausnehmen) von bestimmten (meist falschen) Behauptungen zu ueberzeugen. Dagegen ist zurecht die Aussage cum hoc ergo propter hoc — Obacht! Scheinkausalitaet! — anzufuehren!
Was in den Faellen in denen die Kritik berechtigt ist fehlt, sind plausible (und ehrliche!) Modelle, die den behaupteten Zusammenhang erklaeren kønnten. In ernsthaften (und ehrlichen) wissenschaftlichen Publikationen wird so’n Quatsch aber gar nicht erst gezeigt, eben weil man kein plausibles Modell dafuer finden wuerde. Vielmehr werden Diagramme erst dann verøffentlicht, wenn andere, unabhaengige Variablen gefunden sind, die dann einen (modellabhaengigen) Kausalzusammenhang plausibel machen.
Das bedeutet NICHT, dass ein Modell welches die Daten plausibel erklaeren wuerde auch richtig ist. Und selbst wenn es das ist, so bedeutet das dennoch NICHT, dass ein einziges Diagramm ausreicht um die Richtigkeit zu beweisen. Aber ich will hier nicht abschweifen.
Worauf ich hinaus will ist, dass man, wenn man ein Diagramm sieht und ein Kausalzusammenhang behauptet wird, sehr oft erstmal davon ausgehen sollte, dass das so stimmt.
Es sei denn wenn man:
– ein besseres Modell hat, welches die Daten besser erklaeren wuerde (bspw. dass mehr Leute an heiszen Tagen Eis essen UND baden gehen, wenn aber mehr Leute baden gehen, dann ertrinken auch mehr Menschen),
– bessere Daten hat (bspw. Windmessungen in Gebieten ohne Windturbinen ODER ausgeschaltete Windturbinen bei all zu starkem Wind), oder
– ein Schwurbler die (zu kritisierende) Behauptung aufstellt … Schwurbler (Klimaspinner, Impfspinner, Scheisz-Nazis etc. pp.) benutzen aber leider oft genug richtige Daten, interpretieren die aber dann nur so, wie es denen in den Kram passt (haben also ein Modell, das nur in derem Weltbild richtig ist … was (schon wieder) eine gute Ueberleitung zu einer massiv Abschweifung waere).
Andererseits bin ich auch verwøhnt mit dem was ich aus der Physik kenne … ich hoffe aber, dass die Wissenschaftler bspw. in der Psychologie oder der Soziologie einem aehnlichen, wissenschaftlichen Ethos unterliegen … bzw. weisz ich, dass der Mechanismus der wissenschaftlichen Selbstkorrektur ueber laengere Zeitraeume ganz gut funktioniert (und davon ist die Physik (trotz i.A. guter Daten und Modelle) nicht ausgenommen).
… … …
Jetzt aergert’s mich, dass ich hier mehr bzgl. dessen schreibe was ich eigtl. kritisiere. Das liegt natuerlich daran, weil heutzutage so urst viel Quark behauptet wird und man bei Daten und Diagrammen aufpassen muss.
Deswegen schliesze ich so ab: die Person von ganz oben hat einen durchaus berechtigten Punkt; aber dieser muss natuerlich ebenso mit einer Begruendung (bspw. ein besseres Modell) untermauert werden, bevor der Warnung gefolgt und das urspruengliche Ergebniss verworfen wird.
In meiner Japanreiseberichterstattung schwoff ich in den letzten Beitraegen etwas ab, weil ich die Fetzigkeit des Landes nicht mit der oft gelesenen Aussage von Økonemen bzgl. Japans sogenannte(n) „verlorene(n) Dekade(n)“ in Einklang bringen konnte. Bisher konnte ich diesbezueglich eigtl. ganz gut zeigen, dass diese Aussage ziemlicher Quark ist, wenn man mal das Gesamtbild anschaut (und nicht nur, den Teilaspekt, wie reiche Leute noch schneller noch reicher werden kønnen).
Zwei Beitraege møchte ich noch bei dem Thema verweilen (bevor ich endlich wieder zur Reiseberichterstattung an sich zurueck kehren werde) und heute geht’s um die Produktivitaet; oder in lang (und all zu vereinfacht): dem Verhaeltniss der Menge aller produzierten Gueter zur Menge der dafuer benøtigten Arbeit
Diese Grøsze wird von Økonomen als super wichtig betrachtet … und von dem Wenigen das ich diesbezueglich weisz, gehe ich da (ausnahmsweise) mit. Mit dem Wissen wuerde ich bei der Phrase „verlorene(n) Dekade(n)“ denken, dass die Produktivitaet Japans in der Zeit nicht oder nur sehr schwach gewachsen, ja mglw. sogar schlechter geworden ist. Leider habe ich Daten dafuer erst ab Anfang den 90’er Jahren. Ich kann das also nicht mit dem Zustand davor vergleichen. Aber das deckt auf jeden Fall den in Frage kommenden Zeitraum ab und so sieht die Entwicklung dieser Grøsze aus („gemessen“ im Vergleich zum Oktober 2023):
Mhmmm … also mit Augen zudruecken (damit ich den kleinen Buckel nicht sehe) wuerde ich vielleicht sagen, dass die Produktivitaet Anfang der 90’er Jahre flach verlaeuft. Das waere interessant gewesen zu sehen, wie das vorher aussieht. Aber ab 1994 setzte dann ein (ueber) zehn Jahre anhaltendes Wachstum ein … was ja øhm … æhm … *Papierraschel* … mittendrin in den „verlorene(n) Dekade(n)“ liegt.
Der starke Einbruch folgt den Geschehnissen der Finanzkrise 2007-2008, aber die Produktivitaet erholt sich dann schnell bis 2009 wieder auf (beinahe) „Vorkrisenniveau“ um seitdem (relativ) stabil zu bleiben. Letzteres ist im vorherschenden Wirtschaftsparadigma des ewigen Wachstums tatsaechlich beunruhigend, denn da passiert im Wesentlichen nix nun schon seit 1 1/2 Dekaden. Andererseits ist das ja ohnehin eine offene Frage, ob das anhaltende Wachstum immer so weiter gehen muss … es ist definitiv KEINE offene Frage, ob das immer so weiter gehen kann, denn die Antwort darauf ist definitiv ein klares NEIN! … Es sei denn es kommt wieder eine coole, in massiver Breite anwendbare Technologie von dir wir heute noch gar nix ahnen (wie der elektrische Strom vor ueber 100 Jahren, oder (mit signifikant minderer „Staerke“) der (Personal)Computer vor noch nicht ganz 50 Jahren).
Aber ich schweife ab. Die flache Kurve seit der Finanzkrise wuerde irgendwie in die „erweiterte“ Phrase der „verlorenen Dekaden“ (Plural) fallen. Das wuerde allerdings weiterhin voraussetzen, dass das schon vorher nicht so lief wie es „sollte“. Die Daten zeigen aber wiederum, dass dem nicht nur nicht so war, sondern dass es sogar innerhalb des vorherschenden Wirtschaftsparadigmas echt knorke lief in Japan.
Bei der Produktivitaet sehe ich (aufgrund des Datenmangels) keine seit langem anhaltenden Trends. Aber die Trends die ich sehe sind mitnichten kurzfristig und sprechen auch hier wieder weitestgehend gegen das Gebrabbel der Økonomen.
So, damit kann das auch „eingetuetet“ werden.
Im selben Supermarkt von neulich (der mit der Sitzmøglichkeit) gibt es auch eine supertolle Einrichtung, die von jung und alt mit groszer Freude benutzt wird:
Das ist der Korbfahrstuhl aus dem Titel. Den Korb (mit Rollen dran) schiebe ich rein und der faehrt ganz von alleine auf Arbeitshøhe. Fetzt wa! Leider gibt’s den nur an einer Kasse. Aber wenn da nicht zu viele Menschen anstehen, dann warte ich gerne etwas laenger um den benutzen zu kønnen :) .
Manche (viele?) Dinge die urspruenglich fuer alte Leute erdacht wurden sind auch voll toll fuer nicht ganz so alte Menschen :) .
Die beim letzten Mal vorgestellte Messstation stand dann auf dem Kuechentisch und ich liesz die ohne weitere Umschweife ueber ein paar Tage laufen um zu schauen ob das ueberhaupt funktioniert. Alle drei Minuten wurde eine Messung gemacht und das Ergebniss …
… uebertraf alle meine Erwartungen.
Das Gesamtbild ist schnell erklaert. Die Partikeldichtemessungen sind die schwarze (PM10) und die rote (PM2.5) Kurve. „PM“ steht fuer „Particular Matter“ und die Zahl gibt die Grøsze der gemessenen Partikel an. Wie man sieht, kann der Sensor Partikel zweier unterschiedlicher „Klassen“ messen. Man kønnte „Grøsze“ sagen, aber die Messung findet nicht nur fuer Partikel genau einer definierten Grøsze statt, sondern vielmehr werden bei PM10 (PM2.5) alle Partikel mit Grøszen unter 10 µm (2.5 µm) gemessen.
Und das ist alles was ich dazu fand … was total unbefriedigend ist, denn weder weisz ich ob die PM2.5 Partikel bei PM10 mit drin, wo die unteren Messgrenzen liegen. Die Nachteile eines kommerziellen Instruments, denn das soll halt nur eine Zahl ausspucken, damit durchschnittliche Nutzer und Nutzerinnen nicht verwirrt sind.
Letztlich ist’s auch nicht zu wichtig, ich will ja nur wissen, ob die (Fein)Partikeldichte bestimmte Grenzwerte ueberschreitet und wann dem so ist. Im obigen Diagramm sieht man, dass die Grenzwerte (nach europaeischem Standard) fuer moderate Luftqualitaet zwei Mal ueberschritten werden.
Mehr sage ich dazu heute nicht und ich schaue mir die Partikelereignisse in den naechsten Eintraegen genauer an um deren Ursachen herauszufinden.
Die Temperaturkurve ist von dem was gemessen wurde selbsterklaerend (… nun ja … unter Vorbehalt … aber das gehørt hier nicht her). Im Groszen und Ganzen liegt die Temperatur um ca. 22 °C. Die Spitzen nach unten sind schnell aufgeklaert, denn das ist wenn ich’s Fenster zum Lueften aufgemacht habe. Auch dazu erstmal nichts weiter, aber auch hier gibt es ein paar Detail die erklaerungswuerdig sind.
Die relative Luftfeuchte wurde auch gemessen, aber wegen verschiedenen (technischen) Gruende liefern diese Messungen keine zusaetzlichen Informationen (bestaetigt aber in vielen Faellen die Ueberlegungen und Schluesse).
Alles in allem sind die zu diskutierenden Details fuer sich genommen nix Neues. Ich fand das aber recht spannend, weil dabei so schøn zu sehen ist, wie komplex das „Klima“ einer Wohnung ist und wie sehr das mit allem Møglichem interagiert, von dem man aber normalerweise (fast) nix mitbekommt. Deswegen geh ich da ab dem naechsten Mal etwas ins Detail..
Vor einiger Zeit schrieb ich einen Artikel darueber, wie das beruehmte Milgram Experiment eigentlich zu interpretieren ist. Zur Erinnerung: es belegt NICHT das „inhaerent Bøse“ in jedem Menschen, sondern vielmehr, dass Menschen etablierten Autoritaeten folgen. In dem dazugehørigen wissenschaftlichen Artikel geht es auch im das beruehmte Stanford Prison Experiment. Da die Schlussfolerungen die gleichen (mich duenkt gar die selben) sind, ging ich darauf nicht weiter ein.
Nun stolperte ich vor Kurzem aber ueber den Artikel „Debunking the Stanford Prison Experiment“ von Thibault Le Texier in American Psychologist, 74(7), 2019, p. 823–839 … (hier in vollstaendig (PDF)). Dort legt der Autor dar, warum das gesamte Experiment mindestens wissenschaftlich fragwuerdig ist und mitnichten den hohen Stellenwert haben sollte den es sowohl in der Psychologie als auch in allgemeineren, gesellschaftlichen Kontexten hat.
Die ethischen Bedenken sind praktisch von Anfang an diskutiert worden.
Mir bisher nicht bekannt, wurde bereits 1975 bemaengelt, dass aus den Instruktionen an die Teilnehmenden vor dem eigentlichen Experiment, Letztere mit groszer Sicherheit erraten konnten, wie sie sich zu verhalten haben. Das fand man heraus, indem man Studenten besagte Instruktionen zu lesen gab (ohne weiteren Kontext) und diese sollten dann beschreiben, wie die Waechter bzw. Gefangenen sich zu verhalten haben:
[o]f the students tested, 81% accurately figured out […] that guards would be aggressive and that prisoners would revolt or comply […].
Das kann also definitiv NICHT mal als einfache Blindstudie angesehen werden.
Spaeter hinzu kamen Hinweise, dass die Teilnehmer vermutlich selbstselektiert waren (mit dem ganzen Rattenschwanz an Problemen fuer insb. psychologische Studien der daraus folgt). Ebenso nahm der Professor (namens Zimbardo, der natuerlich mit dem Experiment beruehmt wurde) die Rolle des Gefaengnisvorstehers (anstatt des auszenstehenden, neutralen Beobachters) an. Diesen Fakt liesz er aber wohl unter den Tisch fallen bei der Praesentation der Ergebnisse.
Der Verfasser des obigen Artikels hat sich nun durch die Originaldaten gearbeitet und weitere Hinweise darauf gefunden, dass dieses Experiment NICHT in die Psychologiebuecher gehørt sondern in die Geschichtsbuecher unter dem Stichpunkt „schlechte Wissenschaft“.
So zum Beispiel erzaehlten der Professor und seine Assistenten …
[…] the objectives of the experiment to the guards during their orientation day […].
Ebenso haben die Waechter die schlimme soziale Situation nicht spontan selbst „gebaut“ sondern …
[…] were given clear instructions for how to create it.
Im (verallgemeinerten) Sinne dessen was ich in meinem Artikel zum Milgram Experiment schrieb (Akzeptanz von Autoritaeten) ist die verherrschende Interpretation der Ergebnisse sehr sehr fragwuerdig, wenn man in Betracht zieht, dass …
[i]n order to get their full participation, Zimbardo intended to make the guards believe that they were his research assistants.
Aber nicht nur die Waechter wurden fuer ihre Rolle „praepariert“. Auch …
[t] he Prisoners were Conditioned by the Experimenters.
Und waehrend Zimbardo immer wieder behauptete, dass die Bedingungen urst realistisch waren (Zitate von ihm) …
[b]y the end of the week, the experiment had become a reality. […]
[I]n a very short time most of the subjects ceased distinguishing between their prison role and prior self-identities. […]
Findet der Autor des Artikels in den Rohdaten, dass …
[…] on the contrary, […] the participants almost never lost touch with reality and were conscious of participating in an experiment.
Da wundert es mich ueberhaupt nicht, dass Zimbardo sehr gerne mit den nicht-wissenschaftlichen Medien sprach war und die Schlussfolgerungen im Wesentlichen schon vor dem Ende des Experiments fertig geschrieben (und auf nichtakademische Ziele; Gefaengnisreform) gerichtet waren:
The press release that Zimbardo disseminated on the second [!] day of the experiment states in conclusion that it aimed at making us aware of the prison reforms needed […].
Und um die Liste voll zu machen wird auch noch Zimbardos Behauptung, dass die Resultate auf …
[…] systematic record keeping and data collection […]
beruhen zunichte gemacht. Der Autor fand vielmehr, dass die Daten …
[…] are neither complete nor uniform.
So fehlen Aufzeichnungen jeglicher Art (egal ob vom Professor selbst oder von seinen Assistenten) vom dritten Tag und von den 150 Stunden die das Experiment lief, gibt es weniger als 10 % auf Video- oder Tonaufnahmen. Und
[…] these 6 hr of video recorded during the experiment are unrepresentative […].
Das soll reichen. Alles in allem ist meine Interpretation, dass das Stanford Prison Experiment nicht nur fragwuerdig, sondern wissenschaftliche gesehen nutzlos, gar absichtlich irrefuehrend ist. Weil das aber so weit weg geht von der etablierten Meinung bin ich mehr als offen die Gegenargumente zu høren.
Hier gibt es wohl einige Gegenargumente von Zimbardo zu obigem Artikel. Leider habe ich darauf keinen Zugriff (und meine uebliche Quelle hat das leider auch nicht). Es gibt eine aeltere Version (PDF) die nicht direkt auf Le Texier eingeht (da vorher erschienen), aber einige der Punkte anspricht.
Le Texier gibt hier eine relativ bissige Antwort. Ich gebe zu, dass die nicht dem wissenschaftlichen Umgangston entspricht (weswegen das wohl auch nie offiziell in einem peer review Journal verøffentlicht wurde). Ich gehe aber nach dem was ich gelesen habe mit seiner Meinung mit, dass Zimbardo nur drumherum redet und die eigentlichen (wesentlichen!) wissenschafltichen Maengel nicht schafft auszuraeumen.
Der Artikel von Le Texier ist jetzt nur ein Artikel, scheint aber in einen grøszeren Zusammenhang zu fallen, in dem die Ergebnisse solcher (falschen!) Leuchtturmexperiment neu betrachtet und vøllig anders interpretiert werden. Es wird also nur noch ein paar Jahrzehnte dauern, bis sowohl das Milgram Experiment, als auch das Stanford Prison Experiment ihren verdienten Platz im wissenschaftlichen Kanon einnehmen … naemlich als Datenpunkte in der Sektion „(langsame) Selbstkorrektur der Wissenschaft“.
Eine ganz andere Sache noch zum Abschluss, weil mir das am Herzen liegt:
[…] the [Stanford Prison Experiment] survived for almost 50 years [among other things] because no researcher has been through its archives. This was, I must say, one of the most puzzling facts that I discovered during my investigation.
Das wundert mich ehrlich gesagt ueberhaupt nicht. Es ist viel „sexier“ neue Behauptungen raus zu hauen als sich alte Sachen mal genau anzuschauen. Insb. dann, wenn es um scheinbar vom ganzen wissenschaftlichen Feld etablierte Fakten geht.
Das ist in der Wissenschaft nicht anders als auszerhalb davon. Unter anderem auch deswegen lese ich Originalartikel und will ab und zu auch gerne die Rohdaten haben um die selbst zu analysieren. Weswegen mein Plan fuer die Rente ja auch ist, dass ich versuche werde in den Archiven von Museen zu forschen :) … aber das war’s nun wirklich fuer heute.