Archive for the ‘Allgemein’ Category

… ist der Titel eines interessanten und schnell gelesenen National Geographic Artikels ueber Parasiten. Der ist so interessant, weil dort ganz konkrete Beispiele der hier oder hier besprochenen Parasiten und wie diese ihren Wirt beeinflussen beschrieben werden. Und das Ganze mit wirklich tollen Photos! .oO(National Geographic eben)

Selbst wenn ihr, meine lieben Leserinnen und Leser euch nicht so sehr fuer Parasiten interessiert, so erweitert das Lesen dieses Artikels dann wenigstens die Allgemeinbildung :) .

Ja, meine lieben Leserinnen und Leser, ihr habt das richtig gelesen. … Aber der Reihe nach.

Neulich las ich „The Church, intensive kinship, and global psychological variation“ von J. F. Schulz et al. in Science, 366 (6466), 2019 … verfluchter Mistscheiszdreck mit geschlossenen Journalen! … (*hust*).
Dieser Artikel war echt urst langweilig zu lesen. Aber was der Artikel zum Inhalt hatte war ganz fantastisch auf mehrere Art und Weise.

Zunaechst wurden verschiedenste historische und psychologische Datenquellen daraufhin untersucht, inwieweit das Vorhandensein der westlichen Kirche (was spaeter die rømisch, katholische Kirche wurde) ueber viele Jahrhunderte zu einigen unserer heutigen Verhaltensweisen fuehrte. DAS ist schon eine krasse Sache an und fuer sich, denn …

[…] research suggests that populations around the globe vary substantially along several psychological dimensions […].

Krass ist das, weil die benøtigten (psychologischen) Daten  ein Albtraum an unerkannten Fehlerquellen und Korrelationen sind. Dies ist dann auch der Grund warum der Artikel so voll langeilig zu lesen ist. Die allermeiste Zeit wird detailliert begruendet wie, welche Analyse warum gemacht wurde um eben diese Korrelationen und Fehler zu erkennen. Das ist URST wichtig damit man die Ergebnisse reproduzieren kann und in den allermeisten wissenschaftlichen Artikeln wird das mitnichten ordentlich gemacht. Aber es ist halt nicht wirklich spannend zu lesen.

Der Artikel konzentriert sich dann auf die Laender welche unter dem Begriff WEIRD …

Western, Educated, Industrialized, Rich, and Democratic …

… zusammengefasst werden kønnen. der Grund dafuer ist, dass dies Menschen in diesen Laendern im globalen Vergleich besonders seltsam sind … tihihi … Wortspielkasse!

Often occupying the extremes of global distributions, Western Europeans and their cultural descendants in North America and Australia tend to be more individualistic, independent, analytically minded, and impersonally prosocial (e.g., trusting of strangers) while revealing less conformity, obedience, in-group loyalty, and nepotism […].

WEIRD Laender wurden sicherlich deshalb als Untersuchungsobjekt herangezogen, weil so krass herausstechende Merkmale leichter zu untersuchen sind.
Dazu noch zwei Kommentare. Erstens, da wir mitten drin und Teil dieser Gesellschaft sind, kommt uns das mitnichten anders, besonders oder komisch vor … ist’s aber! Zweitens, das gilt selbst dann noch, wenn wir aktuelle, furchterregende Entwicklungen bspw. in den USA, Frankreich, (bald nur noch) England, etc. pp. bedenken.

Es wurde dann untersucht, inwieweit …

[…] religions have evolved in ways that shape people’s institutions, social practices, economic outcomes, and psychology […].

Das ist immer noch ein viel zu weites Feld. Man denke nur an die vielen Religionen und wie diese durch sog. Missionierungen, oder ihren Einfluss auf Schulbildung und Politik, die im Zitat erwaehnten Bereiche beeinflussen. Deswegen beschraenkten sich die Autoren darauf, inwiefern …

[…] the Western Catholic Church, primarily through its influence on marriage and family structures during the Middle Ages, had an important impact on psychological variation.

Und das ist auch genau so gemeint! In kurz wird geschaut, wie lange die westliche Kirche in bestimmten Laendern aktiv war und wie sehr dies die Psychology der Menschen bis heute beeinflusst. Und die historischen Daten enden mit der Reformation, also dem Ende des Mittelalters, waehrend die psychologischen Daten natuerlicherweise aus unserer Zeit stammen. Krass wa!

Dabei sind drei Einsichten besonders wichtig. Zunaechst ist da die Tatsache, dass gesellschaftliche Institutionen (Politik, Handel, Schule, Krankenpflege etc. pp.) welche auf der „Verwandtschaft“ (im genetischen Sinne) beruhen, die fundamentalsten aller menschlichen Instituationen sind. Das ist so wichtig, denn diese …

[…] have long been the primary framework for organizing social life in most societies […].

Genauer ist darunter das Folgende zu verstehen:

[t]hese institutions are composed of culturally transmitted norms that influence a broad range of social relationships by endowing individuals with sets of obligations and privileges with respect to their communities […].

Ein ganz konkretes Beispiel waeren bspw. das Verheiraten mit Cousinen, damit Geld und Macht in der Familie bleiben. Oder anders:

By constructing denser, tighter, and more interdependent social networks, these kin-based institutions intensified ingroup loyalty, conformity, obedience to elders, and solidarity.

Dies wiederum …

[…] dramatically restructured people’s social environments […]

… und das soziale Habitat hat natuerlich eine Rueckkopplungsschleife auf die Psyche der Mitglieder dieses Habitats. Und dies ist dann auch schon die zweite Einsicht, naemlich inwiefern …

[…] aspects of our cognition, emotions, perceptions, thinking styles, and motivations adapt […] to the normative demands, reputational incentives, and values of the interdependent social networks threaded together by kin-based institutions […].

Krass wa! Jedes Einzelne der hier aufgezaehlten Wørter (bzw. den dahinter stehenden Interessengebieten) kønnte vermutlich den Stoff fuer mehrere Doktorarbeiten liefern. Dieser „wahnwitzige“ Versuch all dies unter einen Hut zu bringen ist uebrigens einer der Gruende, warum ich den Artikel so spannend fand … obwohl der Text selbst langweilig zu lesen war.

Mit Bezug auf Ersterem bedeutet dies, dass …

[…] within intensive kin-based institutions, people’s psychological processes adapt to the collectivistic demands and the dense social networks in which they are enmeshed […].

Und das fuehrt dann zu psychologischen Merkmalen die kontraer zu denjenigen sind welche oben als Erkennungsmerkmal der Menschen in WEIRD Laendern herausgestellt wurden:

[t]hese [kin-ship based] institutions, thus, incentivize the cultivation of greater conformity, obedience, nepotism, deference to elders, holisticr elational awareness, and in-group loyalty but discourage individualism, independence, and
analytical thinking.

Und der Grund dafuer ist die interpersonelle Einbettung eines jeden Individuums, denn die Adaptierung der Psyche an diesen Umstand …

[…] reduces people’s inclinations toward impartiality, universal (nonrelational) moral principles, and impersonal trust, fairness, and cooperation; these institutions instead foster a contextually sensitive morality rooted in in-group loyalty.

Die dritte Einsicht ist dann der Einfluss von Religionen auf verwandschaftsbasierte gesellschaftliche Institutionen. In Persien bspw. …

[…] Zoroastrians glorified the marriage of close relatives, including siblings, and encouraged widespread cousin marriage.

Der Islam …

[…] curbed polygynous marriage (limiting a man to no more than four wives) but also adopted inheritance customs that promoted a nearly unique form of cousin marriage in which a daughter marries her father’s brother’s son […].

Und hier kommt dann die westliche Kirche ins Spiel:

[b]eginning in Late Antiquity, the branch of Christianity that eventually evolved into the Roman Catholic Church […] systematically undermined Europe’s intensive kin-based institutions through a combination of religious prohibitions and prescriptions […].

Haeh? … Naja, ganz konkret bedeutet dieser Satz, dass die westliche Kirche all das verboten hat, auf dem die gesellschaftlichen Institutionen der Kulturen des antiken Europas (und anderer Agrargesellschaften der damaligen Zeit) beruhten:

[…] patrilineal clans, kindreds, cousin marriage, polygyny, ancestor worship, and corporate ownership […].

Und hier wird das _westliche_ ganz wichtig, denn …

[…] the branch of Christianity based in Constantinople that eventually evolved into the Orthodox Church […] never endorsed the Western Church’s broad taboos on cousin marriage, was slow to adopt many policies, and was unenthusiastic about enforcement.

Die Analyse der konkreten Daten legt dann das Folgende dar. Je laenger eine Gesellschaft unter dem Einfluss der westlichen Kirche war, desto offener, selbststaendiger, freiheitsliebender, etc. pp. sind die Menschen heute. Bzw. anders herum. Je kuerzer der Einfluss der westlichen Kirche war, desto mehr Angst haben heute die Menschen in diesen Regionen vor Fremden und Neuem und desto mehr folgen sie Authoritaetsfiguren.

Und das interessante ist der lineare Zusammenhang. Ein paar Jahrhunderte mehr mit dem was spaeter dann die katholische Kirche wurde und desto besser sind die Menschen. Und ich sage hier bewusst besser, denn aus unserem meinem eigenen Bezugsrahmen werte ich die obigen Eigenschaften als Gut.

Im Konkreten ist selbstverstaendlich zu bedenken, dass es sich hierbei um soziale/historische/psychologische Daten handelt und diese „wackeln“ natuerlicherweise ziemlich dolle um die Trendlinie. Wenn man sich nur ein Land oder nur eine Person anschaut, dann muss man den Einzelfall separat bewerten. Aber in der Masse ist der Trend ganz klar zu sehen!

Ich fasse all dies kurz zusammen: die Menschheit hatte sich so entwickelt, dass die Institutionen ihrer Gesellschaften (vor allem) auf Verwandtschaftsverhaeltnissen beruhten. Dies beeinflusst(e nachhaltig) die Psyche der Menschen in diesen Gesellschaften. Dann kam die Religion die wir heute „katholische Kirche“ nennen und hat das Fundament dieser Institutionen — das Verheiraten (mehr oder minder) naher Verwandter — verboten. Und deswegen sind wir so individuelle, aufgeschlossene, selbststaendig denkende, freiheitsliebende Menschen!

Ich schreibe jetzt mal meine Reaktion: ACH … DU … FUCKING (!) … MEINE … FRESSE! Ausgerechnet (!) die katholische (!) Kirche! … NICHT die Reformation! Nein, nein! Die katholische (!) Kirche ist der Grund warum die Gesellschaft in der ich lebe (im Vergleich und im Allgemeinen) so moderne Vorstellungen hat!

DAS war mal ’ne krasse Erkenntnis. Aber wenn ich mal drueber Nachdenke, dann passt das genau hiermit zusammen.

Und das was daraus folgt ist ganz ganz super dolle wichtig und (leider?) total postmodern. Ich druecke es polemisch aus:

1.: der Islam gehørt zur westlichen Kultur, eben weil unsere Kultur intrinsisch so offen ist und intrinsisch andere Sachen aufnimmt!
2.: der Islam gehørt nicht zur westlichen Kultur, eben weil er das was unsere Kultur macht intrinsisch NICHT macht.

Das ist Beides nicht falsch und Beides bekommen wir nicht unter einen Hut. Nun kønnte man ja denken, dass dies ganz furchtbar ist, und dass nationale Idioten das als „wissenschaftliche Grundlage“ fuer ihren Quatsch hernehmen kønnten. Aber nein, aber nein, es wird naemlich noch besser. Denn diese wissenschaftliche Grundlage zeigt ja ganz eindeutig, dass die (christlich, katholisch) westliche Lebensweise FUNDAMENTAL durch Offenheit etc. gepraegt ist. Somit sind besagte Idioten mit ihren abstrusen Weltvorstellungen dem Islam naeher als ihren den Kulturen die sie fuer ihre „Eigenen“ halten! Mit uns „guten Christen“ und unseren ueber tausendjaehrigen Traditionen haben die also ueberhaupt nichts zu tun!

Science! It works!

Zum Abschluss noch dies: wenn man mal drueber nachdenkt, dann bedeutet das vermutlich auch, dass diese guten Eigenschaften auch genetische Ursachen haben. Dass das also mitnichten alles nur Erziehung ist. Denn Leute die in der (damals) neuen Gesellschaft ohne verwandtschaftsbasierte Institutionen besser klargekommen sind, waren erfolgreicher und haben sich vermutlich auch mehr fortgepflanzt. Und das ist natuerlich super, denn es bedeutet, dass uns Offenheit und so „im Blute“ liegt und auf laengere Sicht nicht ausgetrieben werden kann. Das macht Mut fuer die weite Zukunft :)
Ich denke aber NICHT, dass man das nachweisen kann. Das ist mit Sicherheit nicht nur ein einziges Gen und spielt zusammen mit tausend anderen Dingen, darunter auch die jeweils gegebene (regionale) Gesellschaft und andere soziale und gesellschaftliche Umstaende. Aber spannend ist das trotzdem :)

Ach so! Katholik werde ich deswegen trotzdem nicht :)

… meine ich nicht sowas hier:

Denn dies ist nur eine Ampel, die eine menschenaehnliche Form hat.

Das bedeutet nicht, dass ich damit die Nuetzlichkeit dieser ganz speziellen Apparaturen in Frage stelle. Im Wikipediaartikel wo ich das Bild her habe steht dazu etwas mehr.
Ganz unabhaengig von der Roboterthematik lohnt es sich den mal zu lesen. Als Negativbeispiel! Nur mal schnell ueberflogen scheint es sich um einen ganz normalen Artikel (wenn inhaltlich und sprachlich auch eher duenn) zu handeln. Aber wenn man sich das mal genauer durchliest, ist das voll die Lobeshymne auf diese Frau, welche die Ampeln designed hat. Die beiden Hinweise …

This article may be written from a fan’s point of view, rather than a neutral point of view.
This article reads like a press release or a news article or is largely based on routine coverage or sensationalism.

… sind sehr berechtigt.

So, das ist also dieses beruehmte auf-wikipedia-kann-man-sich-nicht-verlassen-Dingens. Wenn man die Qualitaet und Fuelle der ueberwiegenden Mehrheit der Artikel in Betracht zieht, dann halte ich das aus. Und ehrlich gesagt ist mir das lieber als bspw. all die Probleme die mit dem Schulsponsoring kommen.

Aber eigentlich wollte ich nur mal drauf aufmerksamn machen, dass nicht ueberall wo „Roboter“ dran steht auch wirklich _Roboter_ drin ist.

Beim Beheben von Programmfehlern fuehle ich mich wie ein Detektiv der einen Mørder sucht. Nur der „Mørder“ bin ich in diesem Falle selber … witzig, wa!

In einem ganz anderen Zusammenhang bin ich auf dieses Beispiel gestoszen:

Wir alle wissen, dass der Wal kein Fisch sondern ein Saeugetier ist.
Gleichwohl, sind Wale dem Ministerium fuer Fischerei „unterestellt“ Dabei ist doch eigentlich das Landwirtschaftsministerium fuer Saeugetiere zustaendig!

Das war’s schon.

Ich weisz, dass es „technisch“ gesehen nicht richtig und all zu vereinfacht ist. Aber es verdeutlicht sehr anschaulich (und ein bisschen lustig), die Nuetzlichkeit postmoderner/-struktureller Methoden und Sichtweisen. Diese kønnen im Wesentlichen als „es kommt auf den Kontext an“ zusammengefasst werden, OHNE dabei allgemein und immer relativierend zu sein!

Es natuerlich total klar, dass Wale dem Fischereiministerium unterstellt sind, denn die (genauere) Kategorisierung als Nicht-Fisch ist in diesem Kontext irrelevant. Das bedeutet NICHT, dass die Kategorisierung im Allgemeinen falsch oder unnuetz ist, mitnichten! Faktisch kann diese sogar mehr erklaeren und ist besser fuer Vorhersagen, als „lebt im Wasser, ist ein Fisch“. Das tut bei der Fischerei aber nix zur Sache.Genau genommen waere es eine gigantische Verschwendung von Ressourcen, wenn das Landwirtschaftsministerium fuer den Walfang zustaendig waere. Denn dann muesste man Strukutren (Boote, Seeleute, Kurse, Rettungsinstruktionen, etc. pp.) die es beim Fischereiministerium schon gibt nochmal aufbauen.

Und dieses nebeneinander Existieren und richtig sein mehrer, sich scheinbar (!) widersprechender Realitaeten ist das Fundament aller post-Ueberlegungen.
Ein anderes, konkreteres, aber auch komplizierteres Beispiel waere „A feminist glaciology framework for global environmental change research„, welches ich bereits vor mehreren Jahren ansprach.

Ach ja, darunter faellt auch, dass ich denke, dass ihr, meine lieben Leserinnen und Leser, zwar wisst, dass Wale keine Fische sind. Ich bin mir aber sicher, dass eine grosze Anzahl von Menschen das nicht weisz. „Wir alle“ muss also in dem Satz oben unter einer „lokalen“ Perspektive betrachtet werden.

Dieses Datum errechnte James Ussher als den Tag an dem die Welt erschaffen wurde. Leute die sich fuer rational, skeptisch (und meist auch fuer „wissenschaftlich informiert“) halten machen sich da gerne drueber lustig.

Vor mittlerweile so einigen Jahren schrieb ich meine Science-Artikel als Kritik gegen Scott Adams „Science Biggest Fail“. Darin steckte schon der Keim dessen was ich bis heute oft als „es-gibt-keine-ganz-echte-123-prozentige-immer-gueltige-wahre-Wahrheit“ asudruecke. Dies wurde weiter „verfeinert“ und ich fasse diese Ideen und Gedanken (und vieles mehr) unter dem Begriff „Post-Dingens“ (meistens Post-Modernismus) zusammen; damit ich nicht immer so viel schreiben muss.

Vorhang auf fuer Stephen Jay Gould (der beruehmte Palaeontologe, Geologe und Evolutionsbiologe) und seine Verteidigung Usshers (braucht ’ne Weile um zu laden). An dieser Stelle møchte ich kurz einfuegen, dass das Internet Archive voll toll und super wichtig ist! Es ist total einfach denen Geld zu spenden. Ich empfehle damit aber bis zur Weihnachtszeit zu warten, denn (mindestens) die letzten drei Jahre hat ein (anonymer) reicher Dude jede Spende verdreifacht. Es ist effizienter und „more bang for the buck“ denen 25 Euro zukommen zu lassen als Wikipedia. Aber ich schweife ab und deswegen nun zurueck zu Gould’s Verteidigung von Ussher und seinem Datum.

Zunaechst sei zu sagen, dass Gould dem konkreten Resultat von Usshers Forschung vehement widerspricht. Als (moderner) Geologe hatte Gould deutlich bessere Daten und Methoden um das Alter der Welt korrekt(er) abzuschaetzen. Darauf komme ich am Ende nochmal zurueck. Aber (alle Hervorhebung in allen Zitaten sind von mir) …

I [Gould] shall be defending Ussher’s chronology as an honorable effort for its time and arguing that our usual ridicule only records a lamentable small-mindedness based on mistaken use of present criteria to judge a distant and different past […].

Und da steckte der Postmodernismus wieder seinen Kopf hervor ;) . Wahrheit ist abhaengig vom Kontext. Das bedeutet NICHT, dass alles relativ ist! Einen Menschen zu tøten weil man „Lust“ drauf hat ist unter keinen Umstaenden richtig (was immer Letzteres auch bedeuten mag). Ein Stein faengt selbst dann nicht an zu schweben wenn man es ganz dolle møchte. Und wenn ich besagten Stein auf den Kopf bekomme, dann ist der IMMER haerter als die weiche Masse die ich bin. Aber Ersteres macht es auch nicht verkehrt, die Psyche von Massenmørdern zu untersuchen. Das Zweite macht Star Wars nicht verwerflich als nette Unterhaltung. Und Letzteres ist mitnichten so, wenn ich an den massiven leeren Raum zwischen den Atomen des Steins denke. Das sind alles ganz klare Beispiele wo jeder zustimmt, dass man das unter verschiedenen Gesichtspunkten sehen muss. Schwerer wird es bei der Beurteilung von Menschenrechten in verschiedenen Gesellschaften und Zeiten. Aber ich schwoff schon wieder ab. Ich wollte eigentlich nur kurz ueber Gould und Ussher schreiben.

Es gab auch andere Versuche das Alter der Welt zu datieren. Die kamen dann auf ein paar Millionen Jahre. Das ist deutlich mehr als Usshers Datum, aber letztlich genauso weit weg vom (høchstwahrscheinlich) wahren Alter der Erde. Diese Versuche werden aber nicht so laecherlich gemacht wie Usshers Resultat.

Other worthies are praised for good tries in a scientific spirit (even if their ages are way off), but Ussher is excoriated for biblical idolatry and just plain foolishness. How could anyone look at a hill, a lake, or a rock pile and not know that the earth must be ancient?

Das ist aber nicht richtig und genau der Grund warum ich einen Teil im ersten Zitat fett machte. Denn erst das Konzept des radiaktiven Zerfalls erlaubte uns das Alter richtig zu bestimmen. Neue Konzepte? … Da war doch schonmal was … ach ja … das hier.
Oder anders:

[…] what sense can be made of blaming one age for impeding a much later system that worked by entirely different principles? […] The proper criterion must be worthiness by honorable standards of one’s own time. […]

Of course Ussher could hardly have been more wrong about 4004 B.C., but his work was both honorable and interesting […].

Und wenn man mal mehr als nur die ueblichen paar Bemerkungen ueber das Datum und Ussher liest, dann ist das ziemlich einleuchtend.

Ussher represented the best of scholarship in his time. He was part of a substantial research tradition, a large community of intellectuals working toward a common goal under an accepted methodology […]

Die akzeptierte Methodologie war natuerlich nicht die wissenschaftliche Methode so wie wir ein paar Menschen die heutezutage benutzen und von der ein paar Aspekte allgemeines Gut wurden in einigen Teilen der Gesellschaft. Ach du meine Guete! Erst wollte ich schreiben „Die wissenschaftliche Methode die wir heute benutzen“. Aber dann bemerkte ich dass dem im Allgemeinen ja gar nicht so ist und es wurde das obige Satzungetuem draus. Wieauchimmer, die akzeptierte Methodologie war damals, dass die Bibel KEINE Fehler hat, also im wesentlichen buchstaeblich zu interpretieren ist.

Today we rightly reject a cardinal premise of that methodology–belief in biblical inerrancy–and we recognize that this false assumption allowed such a great error in estimating the age of the earth.

Aber damals konnten selbst die gebildeten Leute das nicht besser wissen.
Und wenn ich mir das so ueberlege, dann frage ich mich, worueber die Leute in 500 Jahren sich lustig machen … Quantenphysik? Laecherlich! Atome? Zum schieflachen! Vierdimensionale Raumzeit? Wie suesz. Zweisamkeit und Familie? Barbaren! Beethoven, Ibsen, Warhol! Die hatten ’ne intuitive Ahnung von der Wahrheit! … Ja, ich nehme extra Beispiele die mir persønlich sehr am Herzen liegen und viel dessen ausmachen was ich als meine „Essenz“ bezeichnen wuerde.

Andere Wissenschaftler (ja ich nenne diese Leute so!) vor und nach Ussher kamen zu aehnlichen Ergebnissen. Unter ihnen der unsaegliche Newton und Kopernikus! Und das hørt sich fuer mich sehr nach Prozessen an, die heutzutage als integraler Bestandteil der wissenschaftlichen Methode angesehen werden. Ein anderes konkretes Beispiel dieser Prozesse waere das was Gould bzgl. des konkreten Datums (23. Oktober) schreibt:

[…] where did Ussher get October 23, 4004? Surely, neither the Bible nor any other source gives a specific date, even if you can estimate the year. Was this date, at least, a bow to dogma, even if the rest of the chronology has more scholarly roots?

No, not dogma, but a different style of interpretive argument–one based on symbol and eschatology rather than on listed chronology. (You cannot label this style as dogma, if only because each point became a subject of lively disagreement and fierce debate among scholars. […])

Heutzutage nennen wir das „Peer-Review“.

All dies kann in nur einem  in einem Satz zusammengefasst werden:

Ussher’s chronology is a work within the generous and liberal tradition of humanistic scholarship […].

Abschlieszen møchte ich diesen Beitrag so wie Gould seine Verteidigung Usshers abschlieszt …

[…] with a final plea for judging people by their own criteria, not by later standards that they couldn’t possibly know or assess.

Und das ist nicht nur in der Wissenschaft so.

Wait! What?

Und es gibt sogar ein Buch dazu, mit dem Titel „Atomic Gardening for the Layman„.

das hørt sich zwar total verrueckt an, Aber nicht verrueckter als sich freiwillig Wuermer zuzulegen. Letztlich sind das low-tech genmodifizierte Pflanzen. Und dabei ist natuerlich zu bedenken, dass die Pflanzen selber nicht radiokativ sind.

All dies ist Ausdruck einer einfacheren, unschuldigeren Zeit. Zumindest wenn man weisz und Mann war … fuer alle anderen war’s damals scheisze … aber darum soll’s hier nicht gehen … sondern darum, dass keine Idee schrullig genug ist, um sie nicht wenigstens mal kurz auszuprobieren … ach ja … falls ihr, meine lieben Leserinnen und leser denkt, dass das schon verrueckt genug ist, dann møchte ich bemerken, dass L. Ron Hubbard bei der ganzen Geschichte mitmischt.

Wenn das nicht wirklich passiert waere, wuerde ich’s nicht glauben!

Neulich las ich einen voll tollen Artikel von Marco Del Giudice in The Quarterly Review of Biology 94 (4), 2019, p. 249–282 mit dem Titel „Invisible Designers: Brain Evolution Through the Lens of Parasite Manipulation“ … verfluchter MISTSCHEISZDRECK mit geschlossenen Journalen! … Wenn ihr, meine lieben Leserinnen und Leser den mal lesen wollt, dann leihe ich euch gerne meine Kopie … *hust*.

Wieauchimmer, der Verfasser argumentiert, dass die Beduerfnisse von Parasiten derart sind, dass die Gegenstrategien zu komplexeren Gehirnen fuehren. Aber der Reihe nach.

Zunaechst sei an diesen Beitrag erinnert; der Mensch lebte Millionen von Jahren mit Wuermern im Darm. Entsprechend stellte sich das Immunsystem auf deren staendige Praesenz ein, was im Wesentlichen eine permanente (wenn auch geringe) „Aktivierung“ desselbigen bedeutet. Die letzten paar Jahre aber schafften wir (als Menschheit) es, zumindest in einigen Gebieten endlich die Wuermer  los zu werden. Und prompt ging die Anzahl der Autoimmunerkrankungen hoch. Ein paar davon sind genetisch, aber es gibt ernszunehmende Ueberlegungen dass das in Millionen von Jahren eingestellte Immunsystem ueberreagiert und den Kørper angreift. Letzteres, weil die Antikørper nicht mehr im Kampf gegen die Parasiten „verbraucht“ werden. Achtung: Ich vereinfache hier natuerlich!
Auszerdem hat das (fast) nichts mit dem zu tun worueber ich hier schreiben will. Aber wichtig daran ist, dass Parasiten und „Gastgeber“ sich parallel entwickeln.

Parasiten (so wie die hier) wollen ja nicht, dass der „Gastgeber“ / Wirt / das Opfer zu frueh stirbt oder sich des Parasiten entledigt. Ersteres bspw. durch Terminierung der Nahrungsaufnahme, Letzteres bspw. durch „an ’nem Stein reiben“, falls der Parasit auszen dran haengt. Deswegen muss das Verhalten des Wirtes gesteuert werden. Das Problem ist, dass das gar nicht so einfach ist. Die „Psychiaterwespe“ in einem der gegebenen Beispiele ist eine der krassen Spezialisierungen. Viel øfter sind Parasiten scheinbar unscheinbare Wuermer, oder gar nur Einzeller. Besagte Wespe is so komplex ist, dass sie Druesen hat, welche die Chemikalien ausscheiden die das Opfer willenlos machen. Solch komplizierte Organe stehen einfacheren Lebewesen nicht zur Verfuegung. Wie also kønnten diese das Verhalten des Wirts beeinflussen und was hat das mit unserem komplexen Gehirn zu tun?

Evolution passiert nicht von selbst, sondern weil es einen Selektionsdruck gibt. Bzgl. Gehirnen bedeutet das, dass nur der Mutant sich vermehrt, dessen Mutation das Gehirn davor schuetzt von einem Parasiten uebernommen zu werden. Del Giudice kommt nun auf vier grundsaetzliche Schutzmechanismen. Der Erste dieser Schutzmechanismen ist

[to] restrict access to the brain.

Da faellt einem natuerlich sofort die Blut-Hirn-Schranke ein, welche es erlaubt unabhaengige Bedingungen im Gehirn (und Rueckenmark) zu erhalten. So ziemlich alle høherentwickelten Lebewesen haben diese und die ist ziemlich effizient. Was im Uebrigen auch hinderlich sein kann, wenn man møchte, dass Medikamente das Nervensystem erreichen.

Die Blut-Hirn-Schranke ist sowohl eine physische als auch eine chemische Barriere. Ersteres ist dadurch zu erklaeren, dass die Kapillaren, welche bspw. Naehrstoffe ins Hirn transportieren, wirklich klein sind. Deutlich kleiner als in anderen Organen. Und Bakterien und Viren sind of viel zu grosz um da durch zu kommen. Oder anders, dies ist

[a] first line of defense against behavior-altering parasites […] to keep them out of the CNS [Central Nervous System].

Wenn Viren ins Gehirn gelangen, so „hangeln“ diese sich oft an den Nerven entlang. Sie umgehen die Schranke also um ins Gehirn zu kommen.

Eine chemische Barriere ist die Blut-Hirn-Schranke, weil sie beispielsweise fuer bestimmte Molekuele nur bestimmte „Eingaenge“ hat. Diese Eingaenge kønnen auch nur durch ganz spezifische Molekuele aktiviert werden.
Ein Parasit kønnte sich also derart entwickeln, dass dieser nicht selbst ins Gehirn will, sondern verhaltenssteuernde Chemikalien produziert. Ein einfaches Beispiel waere Alkohol, aber ich denke eher an Neurotransmitter. Ein Gehirn welches einen anderen Neurotransmitter benutzt wird somit immun gegenueber dieser Manipulation.

Die Chemie ist uebrigens nicht nur beim Gehirn wichtig. Das Immunsystem unterscheidet „Schaedlinge“ von „Nuetzlingen“ ebenso an bestimmten chemischen „Signaturen“. Entsprechend haben sich Parasiten derart entwickelt, die richtigen Molekuele an ihrer Oberflaeche zu haben, um unerkannt zu bleiben.

Glycine sind einer Gruppe solcher Molekuele und …

[p]arasites can mimic the composition of host glycans to escape immunedetection, synthesize toxins that bind to specific glycans expressed by the host, or exploit glycans as attachment and entry points into the host cells.

Und weiter:

[c]onflict with parasites may explain why glycans tend to evolve rapidly.

Eine anderer Schutzmechanismen der unter diese Kategorie faellt sind Kødermolekuele:

molecules that mimic those exploited by parasites, but fail to perform the same function or even trigger a defensive response when bound.

Cool wa!

Die naechste grosze Gruppe von Schutzmechanismen ist

[to] increase the costs of manipulation.

Konkret bedeutet dies, dass entweder „riesige“ Mengen eines Neurotransmitters benøtigt werden um eine Verhaltensaenderung hervor zu rufen, oder dass besagte Molekuele giftig sind. Ersteres ist ein Grund ein Gehirn grøszer zu machen. Eine paar Bakterien oder Pilzsporen produzieren genuegend von diesen Chemikalien um das kleine „Gehirn“ einer Ameise zu manipulieren. Aber bei ’nem Hamster waere das dann viel zu wenig.
Letzteres ist tatsaechlich der Fall. Ich schaute mal kurz bei den mir bekanntesten Neurotransmittern (Serotonin, Noradrenalin (ebenso Adrenalin), Histamin, Dopamin) und die sind alle als Gefahrenstoffe gekennzeichnet! Zum Teil mit Totenkopfsymbol. … … … Wait! What? Wir benutzen Gift als aktiven Teil dessen was uns ausmacht!? Ach du meine Nase!
Davon abgesehen, dass es zunaechst total unlogisch erscheint, Gift im Gehirn als unabkømmlichen Baustein zu benutzen, ist das eigentlich auch voll logisch. Eine høhere Gehirnmasse erhøht auch die letale Dosis dieser Neurotransmitter. Ein Einzeller, selbst viele Einzeller, schaffen es nicht dies zu produzieren ohne sich selbst umzubringen.

Und es wird noch spannender:

There is evidence that several enzymes involved in the synthesis and metabolism of dopamine, nitric oxide, and other neurotransmitters in animals originate from bacteria, and were acquired through horizontal gene transfer […].
Animals have a long history of co-opting microbes (and/or their genes) to combat other microbial species.

Oder anders: vor Urzeiten haben Mikroben sich so entwickelt, dass sie bspw. Dopamin ausscheiden um andere Mikroben aus ihrer Umgebung zu vertreiben. Die dafuer zustaendigen „Plaene“ wurden dann ins Genom anderer (auch deutlich høher entwickelter) Lebewesen aufgenommen.

So langsam wird euch, meinen lieben Leserinnen und Lesern, bestimmt klar, warum ich diesen Artikel so toll finde! Øffnete dieser doch die Tuer zu einer voll spannenden Welt!

Als dritte grosze Gruppe von Schutzmechanismen nennt Del Giudice

[to] increase the complexity of signals.

Zur Erklaerung zitiere ich die exzellente Zusammenfassung hochkomplexer Mechanismen aus dem Artikel:

From a computational perspective, neuroactive substances function as internal signals that transmit information between neurons, between different networks within the brain, and between the brain and other organs and tissues. Parasites can hijack a signaling pathway by producing new signals or corrupting existing ones; in either case, they need to “break” the code employed by the host. The same applies to parasites that eavesdrop on the host’s chemical signals. Since complex communication codes are harder to mimic and subvert, the host can increase the complexity of signals as a countermeasure against manipulation […].

Ein Weg dies zu tun ist die Anzahl der Chemikalien zu erhøhen, welche benøtigt werden, um eine Reaktion (bspw. die Produktion von Galle, oder die Aktivierung einer Gehirnzelle) auszuløsen. Und tatsaechlich, es gibt ’ne ganze Menge Signalmolekuele (die Liste hinter dem Link ist unvollstaendig; es gibt hunderte und nicht nur die paar dort aufgelisteten).
Dies bedeutet nicht nur, dass verschiedene Signalmolekuele benøtigt werden, fuer verschiedene Reaktionen. Die Komplexitaet kann auch (massiv) erhøht werden, wenn mehrere unterschiedliche Signalmolekuele nøtig sind, um eine Reaktion auszuløsen. Wenn bspw. eine Nervenzelle tut was sie tun soll, dann wird da nicht nur ein Neurotransmitter ausgeschuettet, sondern ein ganzer Cocktail.
Das ist zwar alles sehr energieaufwaendig (und die Evolution verhindert gnadenlos alles, was Energie braucht und nicht nøtig ist), aber

[…] combined signals are harder to mimic, making the system less vulnerable to hijacking.

Eine weiterer Mechanismus in dieser Kategorie ist die gepulste, also nicht konstante, oder einmalige, Ausschuettung von Signalmolekuelen. Verschiedene Molekuele haben verschiedene „Perioden“. Insulin wird innerhalb von Minuten nach der Nahrungsaufnahme produziert. Melatonin (welches den Schlaf-Wach-Rythmus regelt) hat eine Periode von vielen Stunden und Geschlechtshormone (bspw. Østrogene) von Wochen.
Ein Parasit kann nun diese Molekuele produzieren, aber der Kørper reagiert nicht mit der gewuenschten Reaktion darauf.
Als konkretes Beispiel fuer gepulste-Hormone-tun-was-konstante-aber-nicht nehme man den Wirkmechanismus der Antibabypille. Vereinfacht (!) gesagt enthalten diese ein Østrogen. Ein kurzer Østrogen-„Puls“ løst den Eisprung aus. Ist der Østrogenspiegel aber dauerhaft erhøht, so wird der Eisprung durch negative Rueckkopplung unterdrueckt.
Beim richtigen Funktionieren des Gehirns spielt dieser Mechanismus mglw. auch eine wichtige Rolle. Neurotransmitter werden naemlich nicht nur ausgeschuettet sondern auch wieder aufgenommen. Bei Menschen die an Krankheiten des Geistes leiden, funktioniert das oft nicht wie es soll. Das ist sicherlich ein Grund, warum selektive Serorotonin Wiederaufnahmehemmer so erfolgreich sind besagte Krankheiten zu behandeln.

Als letzte grosze Kategorie von Schutzmechanismen nennt Del Giudice

[to] increase robustness.

Im Gegensatz zu den obigen Mechanismen zielt dieser darauf ab, dass sich das Verhalten des Wirtes auch dann nicht aendert, wenn ein Parasit Zugriff auf’s Gehirn bekommt. Es handelt sich also um Schadenskontrolle. Diese kann passiv, reaktiv oder proaktiv sein.

Passive Schadenkontrolle wuerde darauf abzielen, dass gewisse Komponenten eines Systems redundant oder modular sind. Redundanz ist logisch, denn …

[w]hen multiple components perform identical or overlapping tasks, the system becomes more resistant to damage and failure.

Ebenso ist Modularitaet leicht zu verstehen, denn diese kann …

[…] promote robustness by decoupling the functions of different components (functional modularity) and/or separating them in space (anatomical modularity). In modular systems, the effect of per-
turbations can be contained and isolated, so that the system as a whole maintains a degree of functionality even if one of the components fails.

Ein Beispiel fuer Redundanz und Modularitaet waeren der Geruchs- und Geschmackssinn. Beide sind definitv dazu da giftiges Zeug nicht zu essen. Faellt einer dieser Sinne aus, ist diese Funktion zwar eingeschraenkt, aber nicht komplett verschwunden.

Reaktive Robustheit waeren bspw. negative Rueckkopplungsschleifen. Ganz allgemein ist damit gemeint, dass Størungen weg vom optimalen Punkt (das muss nicht notwendigerweise ein Equlibrium sein!) detektiert und dann korrigiert werden. Letzteres bspw. durch Ausschuettung anderer Hormone oder Signalstoffe.
Del Giudice spekuliert ueber einen anderen denkbaren reaktiven Mechanismus:

If signals are carried by partially redundant pathways, the brain may respond by silencing or attenuating the suspicious pathway — effectively switching its internal communications to safer and plausibly intact channels.

Fancypancy wa!

Ein proaktiver Mechanismus ist møglicherweise die ganz oben erwaehnte permanent erhøhte Immunantaktivitaet aufgrund der staendigen Praesenz von Wuermern im Darm. Das ist zwar nicht direkt mit dem Gehirn verbunden, veranschaulicht aber den generellen Vorgang. Wuermer im Darm sind NICHT gegeben, werden aber erwartet. Diejenigen Lebewesen, die eine Mutation haben, die permanent darauf eingestellt ist gegen Wuermer im Darm vorzugehen, haben also einen evolutionaeren Vorteil.

Nicht auf Basis von Individuen aber auf Basis von Gesellschaften (nicht nur menschlichen) waere ein anderes Beispiel, dass der Umgang mit kranken Mitgliedern besagter Gesellschaft vermieden wird um eine Ansteckung zu vermeiden. Dafuer muss aber nach auszen ersichtlich sein, dass ein Lebewesen krank ist.
Da denkt man dann daran, wie schlecht man sich fuehlt, wenn man die Grippe hat. Aber diese Verhaltensaenderung des Kørpers ist mitnichten nur wegen der Krankheit selber. Eine HIV-Infektion ist unsichtbar bis AIDS sich entwickelt. Leute mit Krebs zeigen oft keine Symptome bis es zu spaet ist. Der Kørper eines Lebewesen muss also das Verhalten bei Krankheit aktiv aendern, damit andere Mitglieder der Gruppe das erkennen. Solch eine Reaktion musste sich erstmal entwickeln und waere natuerlich reaktiv fuer das Individuum an sich, aber proaktiv fuer die Gesellschaft.

Soweit dazu. Ich kann es ausdrueklich empfehlen diesen Artikel zu lesen! Da stehen soooo viel interessante und spannende Sachen drin und hier schrieb ich nur ueber ein paar wenige (generelle) Aspekte.

Zum Abschluss møchte ich sagen, dass all die oben erwaehnten Mechanismen nicht helfen, wenn der Parasit einen Stachel hat, mit dem er die Blut-Gehirn-Schranke direkt ueberwinden und riesige Mengen an bewusstseinsveraendernden Chemikalien direkt ins Gehirn pumpen kann … so wie die Psychiaterwespe. … … … Zum Glueck bin ich keine Kakerlake.

Auf den Lagrange-Punkten L3, L4 und L5 eines Planeten kønnen Asteroiden eine stabile Bahn einnehmen und besgten Planeten folgen (oder voraus eilen). Diese Asteroiden werden ueblicherweise „Trojaner“ genannt. Die Erde hat einen (bekannten) Trojaner.

Jupiter hat Tausende. Traditionell erhalten diese Namen von Figuren des trojanischen Krieges (daher der Name). Die vorauseilenden Asterioden (L4) sind das griechische Lager und die hinterhertrabenden (L3) das trojanische Lager. Nur Patroklos und Hektor befinden sich auf der falschen Seite. Tihihihi … da versucht wohl jemand seinem Schicksal zu entkommen ;).

Pakete effizient sortieren, 24/7, ohne Ferien- oder Krankentage. Ich finde leider nicht die Originalquelle zu dem Video.

Schaut ihr, meine lieben Leserinnen und Leser, euch mal ruhig das ganze Video dort an. Es ist nur 1 1/2 Minuten lang.

Ich persønlich finde das alles ganz super. Ist das doch alles viel besser als die in diesem Artikel beschriebenen Sklavenverhaeltnisse, welche sonst in in der Branche herrschen. Ich erwaehnte es bereits vor 6 Jahren, und tue es nochmals: bitte lest den Artikel! Fuer mich war das der Grund, dass ich Amazon (oder Internetversand generell) nur dann benutze, wenn es gar nicht anders geht.

Scheisze ist natuerlich, dass der Leim der die Gesellschaft zusammen haelt immer noch die (Lohn)Arbeit ist und dass Menschen nur etwas „wert“ sind, wenn sie einer solchen nachgehen. Deswegen stimme ich dem ersten Kommentar unter dem verlinkten Originalbeitrag (im Allgemeinen) zu:

We need Universal Basic Income stat.

Der Titel meines Artikel(chen)s bezieht sich aber auf die „Qualitaet“ der aller-aller-meisten anderen Kommentare unter dem verlinkten Originalbeitrag. Sand-in-den-Kopf-stecken nenn ich das … und ja, ich schrieb das mit Absicht in dieser Reihenfolge.