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Neulich las ich einen wichtigen wissenschaftlichen Artikel, den ich euch, meinen lieben Leserinnen und Lesern, waermstens ans Herz lege. Dabei handelt es sich um „Secure Communications Over Insecure Channels“ von Ralph C.  Merkle in Communications of the ACM, volume 21, number 4, p. 294–299.
Zum Einen ist der Artikel ganz vorzueglich geschrieben. Ich habe das auf die lange Bank geschoben, aber es war die reinste intellektuelle Freude den zu lesen. Zum Anderen ist das aus historischen Gruenden von Interesse, weil hier zum allerersten Mal øffentlich die Idee der Publc-Key Kryptographie diskutiert wird.

Nun dachte ich jahrelang, dass ich da nicht schlau genug fuer bin. Und fuer die ganz spezifischen Protokolle und Methoden, die heutzutage verwendet werden, ist diese Einschaetzung sicherlich auch weiterhin gueltig. Aber die Grundidee ist ganz einfach.

Ihr, meine lieben Leserinnen und Leser kennt sicher normale Kryptographie. Jeder Buchstabe eines Klartextes wird um eine gewisse Position im Alphabet verschoben. Um es schwerer zu machen kann man sagen, dass bspw. ein „E“ um 14 Stellen nach rechts verschoben wird, ein „M“ um 7 Stellen nach links, ein „V“ um 2 Stellen nach rechts usw. usf. Selbst normale Kryptographie ist deutlich komplizerter als dies, aber als Idee soll das reichen.
Diese Verschiebungsanweisung ist nun (mehr oder weniger) der sogenannte Schluessel. Es ist superwichtig, dass dieser Schluessel geheim gehalten wird. Und darin liegt das Problem. Denn um dem Gespraechsteilnehmer vertrauen zu kønnen, muss ich den Schluessel persønlich abgeliefert haben. Das ist ein bisschen komplizierter, wenn ich in Norwegen, und die zweite Person in Kanada ist.

Die revolutionaere (und wahrlich geniale) von Merkle war nun, dass man den Schluessel in der Zeitung verøffentlicht und dass trotzdem sichere Kommunikation møglich ist. Wie geht das?

Nun, das Prinzip ist ganz einfach. Anstatt eines Schluessels generiere ich 1 Million durchnummerierte Schluessel. Das geht schnell. Dann bringe ich diese Schluessel mittels eines einfachen Algorithmus „durcheinander“. Dabei ist zu beachten, dass die Nummerierung erhalten bleibt. Im Wesentlichen verschluessele ich also den Schluessel (und dessen Nummer); oder wie Merkle es schreibt: die Information (der Schluessel + Nummer) wird „verpuzzelt“. Ach ja, Schluesselnummer und Puzzlenummer haben NIX miteinander zu tun. Schluessel #23 kønnte bspw. in Puzzle #23017 verborgen sein.

Das Puzzle zu løsen dauert nun aber VIEL laenger als besagte Information zu verpuzzeln. Man stelle sich ein ganz normales tausend Teile Puzzle vor. Das dauert ewig um es fertig zu bekommen. Aber erst wenn es fertig ist, liegt das Bild (die Information) vor. Aber es dauert nur die kurze Zeitspanne vom Tisch runter auf den Fuszboden um die Information wieder durcheinander (und somit unleserlich) zu machen.

Soweit das Prinzip. In der Kryptographie sind das natuerlich mathematische Funktionen, die in eine Richtung (Verpuzzelung) leicht und in die andere Richtung (Entpuzzelung) unheimlich schwer sind. Ein Beispiel waeren Exponentialfunktionen. Die gehen schnell zu berechnen. Die Umkehroperation (den Logarithmus berechnen) dauert im Vergleich ewig. In Wahrheit werden nicht Exponentialfunktionen sondern urst krasse mathematische Badonkadonks benutzt.

Nun haben wir aber nicht nur einen verpuzzelten Schluessel + Nummer, sondern eine Million davon. Man nehme an, dass es ca. eine Stunde dauert diese zu erzeugen. Diese 1 Million Puzzle werden in der Zeitung verøffentlicht. Der richtige Gespraechspartner nimmt sich davon EIN EINZIGES Puzzle heraus und løst es. Man nehme an, dass die Løsung eines Puzzles auch eine Stunde dauert. Also 1 Million mal laenger, als es zu erstellen, aber der richtige Gespraechsteilnehmer muss es ja nur ein einziges Mal machen. Damit hat besagter Gespraechsteilnehmer einen Schluessel. Jetzt muss ich nur die Nummer dieses Schluessels wissen und dann kønnen wir verschluesselt kommunizeren. Denn ich habe ja alle Schluessel unverpuzzelt bei mir rumliegen und mein Gespraechsteilnehmer hat den gleichen Schluessel eben gerade entpuzzelt.

Falls ein bøswillig Teilnehmer die Nummer „abfaengt“ tut das nichts zur Sache, denn die Nummer ist ja nicht der Schluessel selber. Der bøswillige Teilnehmer hat zwar auch alle Puzzle aber im Schnitt muss die Haelfte davon geløst werden um die richtige Information zu erhalten. Das waeren dann fuenfhunderttausend Stunden oder ca. 57 Jahre.

Obercool wa! Aber wie gesagt, das ist nur das Grundprinzip an und fuer sich und in der Praxis ist das alles viel krasser.

Damit habe ich zwei Gruende gegeben, warum es sich lohnt diesen Artikel zu lesen. Der dritte Grund ist, dass ich in dem dort gegebenen (Pseudo)Code etwas sah, was heutzutage bestimmt nicht mehr durch den sog. „Review“-prozess gehen wuerde:

*lacht* … allein dafuer lohnt sich das zu lesen :)

O! M! G! Ich hatte davon schon vorher gelesen, aber dachte, dass das Original fuer immer auszerhalb meiner Reichtweite sein wird. Aber hier ist es.

Warum hatte ich von so einem eher obskuren Comic bereits gehørt? Nun ja:

[…] [It] was a key visual reference for Blade Runner.

Und der bekannte Probe Droid aus „The Empire Strikes Back“? In diesem Panel ist das Original im Hintergrund zu sehen und …

George Lucas directly copied the launchpad sentinel for the look of the probe droid in The Empire Strikes Back, completely preserving Moebius‘ original design.

Warum finde ich das so toll? Ganz einfach: dies ist der Ursprung vieler Dinge, die aus dieser sehr begrenzten Sphaere in die echte Welt uebergingen. Massiv katalysiert durch eben auch Blade Runner und Star Wars.
Oder wie William Gibson es besser formulierte:

[…] I started to take a certain delight in the way the film [Blade Runner] began to affect the way the world looked. Club fashions, at first, then rock videos, finally even architecture. Amazing! A science fiction movie affecting reality!

Und heutzutage … nun ja … der Ursprung der Hackerkultur ist ganz massiv von diesen Quellen beeinflusst. Und Hacker regieren heute die Welt! Sei es mehr oder weniger direkt via bswp. google oder einfach nur die Hacker, welche die ganzen grundlegenden Technologie programmieren, und frei zur Verfuegung stellen, auf denen ueber 90 % unserer (westlichen) Welt basiert.

Schon geil, dass ich, und ab heute auch ihr, meine lieben Leserinnen und Leser, jetzt endlich mal das Original bewundern konnte :) .

Erinnert ihr, meine lieben Leserinnen und Leser, euch noch an die Zombiefliegen? Falls ja, dann ist gut, falls nein, dann ist’s nicht so schlimm. Denn heute møchte ich euch die Gehirnchirurgwespe vorstellen.

Erstmal nicht weiter verwunderlich ist, dass es sich bei diesem Tier um einen Parasiten handelt. Parasit einfach aus der Tatsache heraus, dass die Wespe andere Lebewesen (Kakerlaken in diesem Falle) zum Ueberleben benøtigt; ganz ohne Wertung. … … … Das wird so oft vergessen, dass Wørter auch Bedeutungen jenseits den „ueblichen“ Interpretationen haben. Die Nazis (ja, die ganz Alten aus den kuerzesten 1000 Jahren der Weltgeschichte) haben das echt gut geschafft, dass solche Begriffe mit Menschen negativ verknuepft werden. Ueberhaupt haben die Nazis da ganze Arbeit geleistet und das wirkt bis heute nach :( …
Aber ich schwoff ab, denn es soll ja um die Wespe gehen.

Diese Wespen sind deshalb Parasiten, weil die Eier auf besagten Kakerlaken abgelegt werden. Die dann schluepfenden Larven fressen die Kakerlake dann bei lebendigem Leibe auf. So weit, so normal … wer jemals behauptete, dass Natur romantisch ist, dem fehlte nur die nøtige Allgemeinbildung (und Selbsteinsicht).
Zur Eiablage muessen die Kakerlaken still halten und deswegen werden die paralysiert.
Auch dies ist nicht ungewøhnlich.

Das Ungewøhnliche ist, dass die Kakerlake sich sehr wohl bewegen kann. Ihre Muskeln sind NICHT (permanent) paralysiert. Nur am Anfang, nach dem ersten Stich der Wespe. Aber das haelt nur fuer ein paar Minuten an.
Vielmehr ist es so, dass die Wespe nach besagtem ersten Stich dann der Kakerlake noch einen zweiten Stich ins Gehirn versetzt. Aber nicht nur einfach so. Nein, nein! Die Wespe sticht gezielt in das Gebiet des Gehirns welches fuer die _selbstbestimmte_ (!) Bewegung verantwortlich ist. Alles andere bleibt intakt. Das Kaklerlakengehirn kann also weiterhin Impulse an die Beine senden, die dann auch ganz normal funktionieren.
Die Wespe macht das Gehirn aber nicht einfach kaputt sondern ein Chemikaliencocktail wird in diesen Bereich des Gehirns injiziert. Diese Chemikalien mindern die Effektivitaet des Neurotransmitters, welcher die spontanen (!) Muskelkontraktionen kontrolliert. Das ist wichtig. Denn spontan bedeutet selbstbestimmt, und nicht induziert durch andere.

Krass wa! Diese Wespe hat sich so entwickelt, dass sie nicht nur eine ganz bestimmte Gehirnregion findet und beeinflusst, sondern auch, dass der Chemikaliencocktail so krass spezifisch ist, dass nicht die komplette Bewegung gehemmt ist.

Und das ist wichtig, denn die Wespe ist zu klein um die Kakerlake in die „Bruthøhle“ zu transportieren. Die muss da schon von alleine hingehen. Und dafuer nimmt die Wespe sie an die Leine … oder vielmehr schnappt die Wespe sich einen der Fuehler und dirigiert damit die Bewegungen der Kakerlake.

Und warum nun Psychiaterwespe? Naja, die Kakerlake kann sich ja weiterhin bewegen … die hat nur keine Lust. Und keine Lust hat die Kakerlake aufgrund einer veraenderten Gehirnchemie. Und das ist was Psychiater machen: die gezielte Kalibrierung der Gehirnchemie, sodass die Patienten ein normales Leben fuehren kønnen.
Im Falle von Depressionen bedeutet dies, die inhibierenden Auswirkungen einer (selbststaendig) veraenderten Gehirnchemie mittels induzierter Chemikalien (vulgo: Medikamente) zu negieren, damit der Patient wieder motiviert ist Dinge zu tun. Hingegen im Falle manischer Episoden aehnelt diese Kalibrierung eher dem was die Wespe macht. Naemlich soll dann unangebrachte und undurchdachte und oft schaedliche „Uebermotivation“ gedaempft werden.
Und wenn ich das so schreibe, bin ich mal wieder super froh in der heutigen Zeit zu leben. Vor nur ca. 50 Jahren gab es zwar schon Atomkraft, aber diese Medikamente noch nicht. So unmessbar viel Leid ist seitdem durch diese fantastischen Chemikalien gemindert, verhindert und letztlich sehr sehr oft auch geheilt worden.

Damit schliesze ich den Artikel ab. Ist schon toll, wie viele Faesser auf so kleinem Raum aufgemacht werden kønnen :)

Zheleznogorsk, Krasnoyarsk Krai war eine geheime Stadt in der Sowjetunion. Aber darum soll es hier nicht gehen. Vielmehr geht es um das Wappen der Stadt:

Quelle des Originals; der Rand wurde getrimmt. Das Bild unterliegt keinem Copyright und die genaue Lizenz kann auf der Seite hinter dem Link gelesen werden.

Ein Baer, der ein Atom spaltet! WIE GEIL!

Ihr, meine lieben Leserinnen und Leser, møget doch mal in der Suchmaschine eurer Wahl nach „Kuschelhormon“ suchen. Da sollte sofort „Oxytocin“ auftauchen. Und das stimmt ja auch alles und das ist eine ganz wichtige Funktion, die dieses Hormon da ausuebt.

Nun las ich aber vor einer Weile „Oxytocin promotes human ethnocentrism“ von Carsten K. W. De Dreu, et al. in PNAS, 2011, 108 (4), p. 1262–1266.

Um eine lange Geschichte kurz zusammen zu fassen zitiere ich das Ende des besagten Artikels:

There is no doubt that oxytocin is implicated in the development of trust […], empathy, and prosociality […], but these tendencies appear limited to individuals belonging to one’s in-group […]. Thus, rather than making humans prosocial, oxytocin functions to strengthen an evolutionary evolved and rather functional tendency to discriminate between in-group and out-group as well as to give members of one’s own group preferential treatment. Such ethnocentrism has adaptive value to individuals and their groups but, unfortunately, also paves the way for intergroup bias, conflict, and violence.

Oder anders:

This possibility questions the rather widespread view of oxytocin as a “cuddle chemical” or “love drug” […].

Und somit schliesze ich einen weiteren Artikel in der Reihe „lange akzeptierte, ganz wahre Wahrheiten mal genauer betrachtet“ ab.

Dies ist vermutlich der letzte Beitrag in dieser Miniserie. Ich schreibe „vermutlich“, weil ich in der Vergangenheit ja øfter mal Nachtraege schrieb zu anderen Miniserien, welche ich als abgeschlossen betrachtete.
Aber genug der Vorrede, los gehts.

Im allerersten Beitrag sieht man die stuendliche Stromproduktion in Dtschl. fuer eine ganze Woche. Zwei Schwankungen fallen direkt ins Auge: Tag-Nacht und Woche-Wochenede. Beide Phaenomene sind plausibel dadurch zu erklaeren, dass man in der Nacht / am Wochenende nicht so viel Strom braucht, denn die Leute sind da nicht auf Arbeit.

Nun hat mich mal interessiert, inwieweit sich die Stromproduktion in der Woche von der am Wochenende unterscheidet.

Fuer jede Woche summierte ich deswegen den, waehrend den Wochentagen produzierten, Strom auf und dividierte die Zahl durch fuenf. Dito, fuer die Wochenenden, nur dass ich da natuerlich nur durch zwei dividierte.
Und siehe da, die oben erwaehnte Beobachtung ist nicht einmalig, sondern systematisch — am Wochenende (rote Punkte) wird weniger Strom produziert als in der Woche (schwarze Punkte):

Das hørt sich jetzt total trivial an, aber es ist unglaublich wichtig, solche „logischen“ Phaenomene, die einem sofort ins Auge fallen, auch im Gesamtzusammenhang ueber den kompletten Datensatz zu pruefen. Obiges ist nur ein „Bauchgefuehl“, auch wenn es sich plausibel anhørt. Das kann nicht aus Grundprinzipien abgeleitet werden so wie physikalische Gesetze. Ebenso basiert es auf Annahmen, die vøllig falsch sein kønnten. Mein Arbeitsleben findet im Buero statt. Ich habe bswp. keine Ahnung davon, inwieweit am Wochenende produzierende Fabriken mehr oder weniger Strom brauchen. Und dann kønnte das zwar meistens stimmen, aber nicht immer. Mit Letzterem meine ich keine „Ausreiszer“, sondern es kønnte ja sein, dass die obige Aussage mglw. niemals in den Sommerferien gilt. Bei den paar zufaelligen kompletten Wochendaten die ich mir anschaute haette ich das nicht gesehen. Ebenso haette ich das nicht in den bisherigen Analysen gesehen, weil die Datenpunkte immer die Wochenenddaten mit enthielten.

Die Aussagen von Authoritaeten nicht unhinterfragt hinnehmen ist eines der wesentlichen Merkmale der wissenschaftlichen Methode. Und das betrifft insb. auch die eigene Authoritaet!

Dies war aber nur die Stromproduktion. Ein Resultat der bisherigen Analysen war aber, dass Dtschl. unheimlich viel Strom exportiert und es als „Import“ bezeichnet und mit negativen Vorzeichen versieht. Denn wir wissen ja alle, dass nur der Export das Heil. Aber der ganze Wind- und Solarstrom ist bøse bøse bøse und darf ueberhaupt niemals nicht mit etwas Gutem identifiziert werden … .oO(oopsie … da hatte ich wohl den Aluminiumhut noch auf) … Aber ich schweife schon wieder ab und deswegen lieber hier sofort die Unterschiede zwischen durschnittlichem Import pro Wochentagtag und Wochenendetag pro Woche ueber den gesamten Beobachtungszeitraum:

Wait! What? … Das ist das Gleiche!? … ??? … !!!

Was bedeutet das? Nun ja, es bedeutet zum Einen, dass man Wind und Sonne am Wochenende tatsaechlich nicht abstellen kann. … Aber warte! Die Braunkohlekraftwerke kønnte man doch am Wochenende dann noch mehr runter fahren! … Ja, kønnte man, wir aber tun das aber nicht. Ist ja lukrativer den Strom zu verscherbeln.

Um diese Miniserie aber etwas positiver abzuschlieszen proklamiere ich hier einfach mal (ohne es weiter zu untersuchen), dass dadurch in anderen Laendern Kohlestrom nicht produziert wird. Ist ja auch was Gutes.

Und das war’s dann endlich …  vielleicht mache ich das Ganze nochmal in 10 Jahren oder so.

Nichts ahnend kommentiere ich meinen Sourcecode. Ohne weiter drueber nachzudenken schrieb ich den ersten Satz des folgendes Zitats … dann stockte ich kurz … und schrieb den Rest … tihihihi

# Here the random order is created. … *lol* … a nice way of
# saying bring this list deliberately into disorder :P
random.shuffle(locations)

Da sich das ohnehin durch diese Artikel zieht, fange ich heute mal mit einer ueblichen Aussage der ueblichen Verdaechtigen an: wenn wir auf Baumumarmerenergien umstellen, dann muessen wir total viel Strom importieren, weil der Wind nicht immer weht. Und dieser Strom kommt aus Frankreich, wird also aus Kernenergie gewonnen. Hah! Ihr Økofuzzies seid so blød!

Und ja, ich komme hier immer wieder mit den gleichen Argumenten, denn die ueblichen Verdaechtigen tun das auch … frei nach dem Prinzip: steter Tropfen høhlt den Stein … und seien wir mal ehrlich … gerade wir Abiturienten ich Studierter glaube den Technokraten doch gern … und mein Bauchgefuehl sagt mir, dass da schon was dran sein muss … natuerlich meistens ohne, dass ich das pruefe … denn die ueblichen Verdaechtigen, die sind doch vom gleichen „Stamm“ wie ich … und dann wiederholte ich das frueher gerne und dachte es seien ganz echte und wahre Tatsachen die ich da nachplapperte … tja … falsch gedacht :( … ganz schøn peinlich fuer mich … … …
Aber ich greife vor, denn heute soll es um den Strom gehen, den Dtschl. importieren muss … wann immer der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint.

Dazu gleich vorneweg: JA! Dtschl. muss ab und zu Strom importieren. Man suche sich aus den Rohdaten willkuerlich einer Woche heraus und da gibt es dann (fast) immer ein paar Stunden in denen Strom importiert wird. Interessanterweise liegen die oft in den fruehen Morgen- und Abendstunden. Ersteres wundert mich nicht unbedingt, aber fuer Letzteres faellt mir einfach kein Grund ein, warum dem so sein sollte. „Ueberhang“ vom Tage wuerde ja eher in zu viel produziertem Strom (also Export) resultieren. Aber darueber soll es hier nicht gehen.

Ich finde das wichtig, dass hier steht, dass Dtschl. tatsaechlich auch Strom importiert. Aber mir geht es in diesen Artikeln (meist) um die langfristige Entwicklung und nicht was mal ein paar Stunden am Abend an ein paar Tagen in der Woche passiert. Deswegen sind  hier die wøchentlichen Daten bzgl. des importierten Stroms:

Wait! What? Wieso ist’n das negativ? Das hat mich anfangs ein bisschen verwirrt. Aber negativer importierter Strom ist natuerlich exportierter Strom. Das das so gemacht wird hat bestimmt was mit Buchhaltung zu tun. Warum zwei Begriffe mitschleppen, wenn man den Anderen einen als das negative des Einen ausdruecken kann. Aber wenn man sich da keine Gedanken drueber macht, oder die Journalisten das nicht ordentlich erklaeren, dann laeuft man gedanklich schnell in eine falsche Richtung, selbst mit den Daten, und dann sind wir wieder ganz am Anfang dieses Artikels.

Und warum wird das immer „negativer“ ueber die Jahre? Nun ja, wenn eine negative Grøsze noch weniger wird, dann wird das ja eigentlich mehr. Ich halte hier also fest: DTSCHL. IST EIN GEWALTIGER STROM EXPORTEUR!!!!1111einseinself

Nee, das reicht nicht … deswegen nochmal: DTSCHL. IST EIN GEWALTIGER STROM EXPORTEUR!!!!1111einseinself

Und damit ihr, meine lieben Leserinnen und Leser das auch nie wieder vergesst, lieber nochmal: DTSCHL. IST EIN GEWALTIGER STROM EXPORTEUR!!!!1111einseinself

In diesem Weblog habe ich mittlerweile fast 1400 Artikel geschrieben. Aber das ist das erste Mal, dass ich etwas derart klar und brachial darstellen wollte. Muss die Wut darob der staendigen Luegen der ueblichen Verdaechtigen sein … wohl auch deswegen, weil das studierte Leute (wie ich) und oft auch Physiker (wie ich) und Ingenieure (wie ich) sind, die sich ueberhaupt nicht um die Fakten kuemmern. Und weil dieses Thema so krass wichtig ist, ekelt mich so ein Verhalten an … ich ekel mich selber an diesbezueglich, weil ich diese Luegen jahrelang glaubte und zu faul war das mal alles zu ueberpruefen :( … deswegen vielleicht die Wut :(

OK … ich glaube ich musste das mal externalisieren. Ich mach mal weiter mit dem was in den Daten ist.

Eine kurze Bemerkung: die Skalierung der Ordinatenachse des obigen Bildes ist mit Absicht so gewaehlt. Um deutlicher zu machen, dass mit Fug und Recht behauptet werden kann, dass in den letzten 8 Jahren die allermeisten Datenpunkte negativ sind und dass sich das NICHT ueber das Jahr ausgleicht (so wie man das noch fuer 2010 und 2011 sagen kønnte).

Ich erinnere daran, dass in Dtschl. nur der Strom aus erneuerbaren Energien zunimmt. Und dem europaeischen Verbundnetz sei Dank, kann dadurch auch in anderen Laendern weniger Kohle verbrannt werden. Unter der Annahme, dass das auch gemacht wird (fuer die ich keine Beweise habe) ist das eine ganz toll Erkenntnis, die aus dem obigen Bild folgt.

Apropos Strom aus Kohle. An den Daten kann man (im Vergleich) sehen, dass Dtschl. so viel Strom exportiert wie ungefaehr 1/3 der Braunkohlekraftwerke. Nur unter der obigen (nicht geprueften) Annahme kann ich da halbwegs ruhig bleiben und mich nicht wieder in Rage schreiben, dass bei dieser Datenlage doch eigentlich gefaelltigst weniger Braunkohle zu verbrennen ist! … *seufz*.

Nun jedoch komme ich dann endlich auf die Gesamtstromproduktion von neulich zurueck … das war die urspruengliche Idee fuer diesen Artikel, aber als ich erstmal angefangen hatte zu schreiben flossen die Worte einfach aus meine Fingern und ich konnte wollte mich nicht bremsen.

Wieauchimmer, die Gesamtstromproduktion steigt pro Jahr um ca. 4.2 TWh an. Andererseits sehen wir hier, dass der Export zunimmt. Nun fragte ich mich natuerlich ob sich das ausgleicht und tatsaechlich …

… das gleicht sich fast aus.

.oO(UI … hier passiert viel) … In dem Bild sieht man den total produzierten Strom (ohne Import) in schwarz (und schon bekannt von vorher). Der importierte Strom ist in Rot dargestellt und die Summe der Beiden (sozusagen der „Verbrauch“) in Blau. Die rote Ordinate gilt nur fuer den importierten Strom, waehrend die linke Ordinate fuer die beiden anderen Grøszen gilt.

Bis 2013 war der „Verbrauch“ konstant. Dann geschah etwas 2014 und der Gesamt“verbrauch“ reduzierte sich ca. 5 Prozent. Das ist ziemlich viel! In den Jahren danach stieg der „Verbrauch“ … als Physiker kann ich nicht anders als das in Anfuehrungszeichen schreiben … aber „Umwandlung in andere Energieformen“ ist so lang … meine Physiklehrer haben da also ganze Arbeit geleistet … jedenfalls steigt der „Verbrauch“ dann wieder auf das alte Niveau an. Mit den vorhanden Daten wuerde ich da eine Linie, parallel zur Abszisse durchlegen; der Verbrauch ist also konstant.
Das ist interessant, denn das war ja im Oben verlinkten vorherigen Artikel meine erste Annahme, die ich dann aber korrigierte. Wobei die Korrektion natuerlich eher der Interpretation der Gesamtstromproduktion als „Stellvertreter“ des „Verbrauchs“ gilt. Als erste nullte Naeherung und auf den ersten Blick stimmt das schon. Aber anderweitige Prozesse (eben der Export durch erhøhte Stromproduktion) machen sich ueber die Jahre bemerkbar, weil sich (relativ) kleine Effekte aufsumieren.

Der Import nimmt pro Jahr um ca. 5.5 TWh ab. Das heiszt natuerlich, dass jedes Jahr ca. 5.5 TWh mehr exportiert werden! Laeszt man den Ausreiszer 2018 weg, dann kommt man sogar auf eine Erhøhung des Exports um ca. 7.9 TWh pro Jahr. Aber 2018 war mglw. kein Ausreiszer, so wie die 2019-Daten bisher aussehen. Die Zeit wird’s zeigen.

Das Wachstum des Stromexports hat sich mglw. „abgeflacht“ in den Jahren 2015 bis 2017, aber ich denke nicht, dass dem so ist, denn im groszen Verlauf liegt das fein mit den anderen Punkten um eine Gerade mit negativen Anstieg. Das muesste also die naechsten Jahre mal beobachtet werden.
Fuer mich sieht das eher so aus, als ob das „2014-Ereignis“ die beruehmte „unsichtbare Hand des sog. Marktes“ erschreckte und der Ausbau der erneuerbaren Energie gedrosselt wurde, denn „pløtzlich“ wurde ja nicht mehr so viel Strom gebraucht. Falls dem so ist, so ist eine „Verzøgerung“ zu erwarten, denn alle Wind- und Solaranlage die bereits im Bau waren, wurden auch zu Ende gebaut. Und das sieht man auch, denn die Importpunkte werden erst ab 2015 „flach“. Solch eine Erklaerung wuerde auch erklaeren, warum 2018 zum ersten Mal der Stromexport wieder abnimmt. Durch den „pløztlichen“ høheren Verbrauch wird das alles innerhalb von Dtschl. benøtigt.
Ich gebe aber zu, dass das eine persønlich gefaerbte Meinung ist, die ich mit keinen Daten untermauern kann.

Es ist also festzuhalten, dass in Dtschl. der „Verbrauch“ gleich bleibt. Dann muessten aber Anstieg im Export und Anstieg im der Gesamtstromproduktion gleich sein. Sind sie aber nicht. Ersterer ist ein bisschen mehr als 1 TWh pro Jahr grøszer. Ich weisz nicht, ob ich so einen kleinen Effekt herausklamuesern kønnte.
Verdammte Axt! Hier spielt zu viel zusammen und nur mit diesen Daten bekomme ich das nicht analysiert. Fuer gesellschaftliche Entwicklungen ist der Beobachtungszeitraum zu kurz. Insbesondere in Zeiten des raschen Umbruchs. Und dies ist der Ausbau der erneuerbaren Energien … irgendwie jedenfalls und trotz aller Unkenrufe. Ebenso scheint, dass wasauchimmer 2014 passierte zeitlich deutlich weiter reicht und mglw. auch politische/økonomische Konsequenzen hatte, deren Effekte sich immer noch bemerkbar machen. Gleichzeitig passieren andere Dinge die auch mit reinspielen.

So viel kann aber gesagt werden: Dtschl. ist zum ersten Mal in seiner Geschichte Exporteur eines Grundstoffes, den die ganze Welt braucht. So weit ich mich erinnere war das noch niemals vorher der Fall! Kohle, Eisen, Weizen etc. wurde immer hauptsaechlich von der dtsch. Industrie selbst verbraucht. Das war nie genug und deswegen war Dtschl. immer Importeur von Grundstoffen. Aber nun ist das anders!
Und Strom wird in der Zukunft mehr und mehr gebraucht. Zuerst waermte uns die Kohle und trieb die (Dampf)Maschinen und Transportmittel (Zuege) an. Das wurde ersetzt durch Øl (im allerweitesten Sinne) … und in der Zukunft wird dies alles mittels Strom gemacht.
Und wer da zuerst an der Quelle sitzt hat gewonnen. „Quelle“ nicht in Form von „in der Sonne sitzen und Strom produzieren lassen“, sondern in Form von Industrie die Komponenten fuer die gesamte „erneubare-Energien-Kette“ liefern kann. Letzteres betrifft insb. auch Wissen in Form von Ingenieuren die das alles bauen und weiterentwickeln.

Ich bitte zu entschuldigen, dass ich mich so sehr ausgelassen habe und vom Hunderststen ins Tausendste gekommen bin. In diesem Zusammenhang (Klima und erneuerbare Energie) frustriert mich so viel und es gibt hier keine klare und eindeutige „Mutti wird’s schon richten“ Strategie … deswegen kann man nur machen, gucken was bei raus kommt und hoffen dass dabei nicht zu viele „auf der Strecke“ bleiben … im Wesentlichen ein postmoderner Ansatz, weil’s keinen modernen (im Sinne von Wahrheit verkuenden und das ist’s dann und funktioniert ganz bestimmt und immerzu … das was die Moderne halt charakterisierte) Weg gibt … trotz aller Modernisierung.

Zum Abschluss: die Daten stehen fuer sich … mag jeder zu eigenen Interpretationen kommen … im Groszen und Ganzen kann ich mich aber nur wiederholen: wir kønnen das schaffen, wenn wir nur wollen … DAS zeigen die Daten ganz eindeutig.

Oh verdammt, das bringt die ganze Zaehlung durcheinander. Aber eben schaute ich mir mal an, zu welcher Tageszeit Pumpspeicherkraftwerke eigentlich Strom liefern. Das ist eine Sache bei der ich die zeitlich detaillierteste Information haben møchte. Bei der ueblichen Wochendarstellung buegel ich da naemlich drueber. Hier muss also mal eine Ausnahme von der Regel gemacht werden, wobei ich mir aber natuerlich nicht alle Wochen anschauen will, sondern nur mal eine. Naemlich diese hier:

Die Woche habe ich semi-zufaellig herausgegriffen. Das einzige Kriterium war, dass ich eine Fruehlingswoche wollte, denn von vorher wissen wir ja bereits, dass Pumpspeicherkraftwerke besonders im Fruehling aktiv sind.

Wie zu erwarten war … war es? … antikorelliert die Stromproduktion durch Pumpspeicherkraftwerke mit der durch Solarkraftwerke. Der viele Solarstrom gegen Mittag wird benutzt um die Reservoire vollzupumpen. Da sind die Støpsel dann natuerlich zu und die Pumpspeicherkraftwerke produzieren (fast) nichts.

Die Peaks zu den Morgen- bzw. Abendstunden sind auch logisch. Warum sollte Strom in der Nacht produziert werden, wenn den keiner braucht (und tagsueber sind ja die Støpsel zu).

Ich habe mir dann auch mal eine Fruehlings und eine Sommerwoche bei der Wasserkraft angeschaut. Da gibt es keine so deutlichen, tageszeitlichen Peaks. Warum auch? Der Staudamm ist voll oder nicht. Ein bisschen wird natuerlich geregelt aber das war laengst nicht so ausgepraegt.
Hingegen kann die Produktion ueber mehrere Tage kraeftig zunehmen. Das kommt sicherlich durch Regen zustande. Ansonsten sieht man nur, dass in der Sommerwoche in der Gesamtheit weniger Strom produziert wurde. Aber das war ja bereits bekannt.

Soviel zu diesem kleinen Nachtrag. Tut mir leid mit dem Huepfen der Nummerierung im Titel. Aber ich wusste mir nicht anders zu helfen.

Bemerkung: das hier ist NICHT der versprochene Artikel in dem es um den Stromimport geht ;). Der kommt naechstes Mal. … Und bitte beachtet die unterschiedlichen Skalierungen der zwei Ordinaten. Pumpspeicherkraftwerke produzieren deutlich weniger Strom als Solaranlagen! Und ich spare mir mal hier zu schreiben, dass die Farben eine Bedeutung haben … die rote Achse gehørt also zu den Solaranlagen und die blaue zu den Pumpspeicherkraftwerken … .oO(Ooopsie ;) )

Ich finde schøn, dass die Daten an und fuer sich immer relativ einfach zu erklaeren und zu verstehen sind. Dass man aber immer noch ein bisschen mehr an Information rausziehen kann, wenn man sich mal Gedanken drueber macht. Heute geht es um den gesamten in Dtschl. produzierte Strom seit 2010:

Im Weiteren stehen die Daten fuer sich allein. Ich brauche aber eine Erkenntis daraus im naechsten Artikel, wenn ich naeher auf den importierten Strom eingehen werde.
Der importierte Strom ist hier nicht mit drin, denn importierter Strom wurde ja nicht in Dtschl. produziert. Das wird aber auch erst im naechsten Artikel wichtig.

Zunaechst faellt (wieder mal) auf, dass im Winter mehr Strom produziert wird als im Sommer. Vermutlich bedingt durch das Heizen der Bueroraeume. Wobei es mich allerdings ein bisschen wundert, dachte ich doch, dass in Dtschl. nicht so viel mittels Strom geheizt wird.

Interessant ist, dass das auch mit einem anderen Informationsbit zusammenfaellt, welches ich neulich las: Raeume kuehlen ist besser fuer die Umwelt als Raeume aufheizen.
Das wollte ich erst nicht glauben … denn in meinem Dogma machen die dicken Amerikaner die alle in die Wueste ziehen und sich dann fette Klimaanlagen hinstellen die Erde kaputt … aber wenn man drueber nachdenkt, dann ist das durchaus logisch.
Ein Argumtent waere, dass eine Klimaanlage mit Strom arbeitet. Wird der Strom bspw. durch Windturbinen und Solaranlagen erzeugt, dann ist das kein zusaetzliches Kohlenstoffdioxid. Dieses faellt hingegen an, falls man bspw. mit Øl heizt.
Ein weiteres (und vermutlich viel wichtigeres, aber technisches) Argument ist der Temperaturgradient zwischen Innen und Auszen. Wenn wir annehmen, dass die Temperatur im Buero immer ca. 20 Grad Celsius sein soll, dann betraegt dieser Gradient im Sommer ca. 10 Grad Celsius. Das ist der (gefuehlte) Durchschnitt fuer Dtschl. und ich gebe zu, dass es in Arizona eher 20 Grad Celsius sind.
Im Winter wird in Arizona nur sehr wenig geheizt (oder gekuehlt) wohingegen der Temperaturgradient in Dtschl. dann im Schnitt mit 20 Grad Celsius doppelt so hoch wie der Sommerwert ist. Ergo, kuehlen ist besser fuer die Umwelt als Heizen.
Die Stromdaten (als indirekter Indikator fuer den „Verbrauch“) scheinen dies zu bestaetigen.

Weiterhin faellt auf, dass die Stromproduktion immer zum Jahresende einen deutlichen Peak nach unten zeigt. Damit man das besser sieht, bin ich hier von der ueblichen „Punktdarstellung“ abgewichen und zeige die Daten als eine Linie … normalerweise vermeide ich das, weil es suggeriert, dass es Daten „zwischen“ den diskreten Messpunkten gibt.
Wieauchimmer, ich fand das kurios, als ich es das erste Mal bemerkte, und schaute es mir mal naeher an.
Es handelt handelt sich dabei um die 2 Wochen um die Weihnachtszeit und Silvester. Man sieht auch, wenn Weihnachten in eine halbe Woche faellt und die Leute da dann schon frei nehmen. Dann vermindert sich der Verbrauch schon ein Woche vorher. Letzteres ist bemerkbar, aber nicht so stark wie die eigentliche Verminderung ueber die tatsaechliche freie Woche nach dem Auspacken der Geschenke.

Um die Jahreswende 2010 zu 2011 geht dieser „umgedrehte Peak“ sogar auf Null. Das liegt aber daran, dass die letzten Tage von 2010 in der gleichen Woche liegen wie die ersten Tage von 2011. Kein Jahr beansprucht dort also eine volle Woche fuer sich und die Daten fuer diese Woche fehlen einfach. In spaeteren Jahren ist alles OK.
Und weil ich kurz einen Schreck bekam, schaute ich eben nochmal nach ob mein Analyseprogramm das richtig macht. Es macht :)

An dieser Stelle habe ich dann die Daten beaeugt und hatte das Gefuehl, dass sich in der letzten Dekade die Stromproduktion in Deutschland nicht aenderte. Liegt ja auch erstmal nahe das zu denken, denn die Høhe der „Winterbuckel“ bleibt ja ungefaehr gleich. Ich hatte diesen Beitrag schon zuende geschrieben mit dieser Aussage … um dann einen Tag spaeter (in einem anderen Zusammenhang) nochmal drauf zurueck zu kommen.

Es stellte sich heraus, dass in diesem Fall die wøchentlichen Daten immer noch zu viel Information (vulgo: Rauschen, aber es ist mehr als das) in sich tragen. Dadurch gehen kleine Veraenderungen unter und unser mein Gehirn wird zur Mustererkennung eingeladen und zieht Schlussfolgerungen die so nicht stimmen. Wenn man die Gesamtstromproduktion ueber die kompletten Jahre summiert, dann sieht sind diese Fallstricke nicht mehr vorhanden, weil Variationen sich „rausmitteln“ und kleine Effekte bemerkbar werden. Und das sieht dann so aus:

Die Stromproduktion nimmt in Dtschl. im Schnitt mit 4.2 TWh pro Jahr zu!

Und dies, meine lieben Leserinnen und Leser lasst euch mal auf der Zunge zergehen.

Denn wir wissen das Folgende: Strom aus Kerkraft nimmt ab, Strom aus regenerativen Energien nimmt zu und alles andere aenderte sich nicht.

Aber ich høre die ueblichen Verdaechtigen immer noch prophezeien … man denke sich hier einen dieser Propheten aus Monty Python’s Life of Brian … dass doch das Licht aus geht wenn wir die Kernkraftwerke abschalten. Und ueberhaupt ist die Welt dem Untergang geweiht ist, wenn  man auf erneuerbare Energien umstellt. … Mhmmmm … Ich finde es interessant, wie sich die „die luegen mir doch wider besseren Wissens ins Gesicht“-Erkenntis sich durch diese Artikel zieht. Das war nicht meine Absicht, als ich anfing darueber zu schreiben. Aber diese Schlussfolgerung schreit mir immer deutlich aus den Daten entgegen.

Und jetzt beachte man bitte die Ordinatenachse. In zehn Jahren ist das ein Anstieg von weniger als 10 Prozent. Da wunder ich mich nicht, dass das in den Wochendaten nicht zu sehen war. Wobei das natuerlich dennoch beachtlich ist, dass fast 10 Prozent mehr Strom produziert wird, verglichen mit 2010.
Ach ja … der Anstieg wurde ohne die zwei „Ausreiszer“ (2011 und 2014) ermittelt. Dies erschien mir ehrlicher, denn wenn ich die drin lasse, dann betraegt der Anstieg sogar 5.1 TWh pro Jahr.

Wieauchimmer, fuer Oben angekuendigten naechsten Artikel merkt euch bitte, dass die Menge des tatsaechlich in Dtschl. produzierten Stromes seit einer Dekade leicht zunimmt. Denn im naechsten Artikel geht es um den Stromimport. Wer will kann sich ja mal vorher Gedanken drueber machen, wie sich der Stromimport entwickelt hat. Unter der Voraussetzung, dass heutzutage elektrischer Strom fuer immer mehr Sachen gebraucht wird und dass mehr Strom aus Wind und Sonne kommen, die ja pløtzlich nicht mehr da sein kønnen und sowieso vøllig unverhersehbar sind [Mehrheits-, aber nicht meine Meinung]. … Aber nicht in den Daten luchsen … oder ach … macht ruhig … das hier soll ja keine Maerchenstunde sein, sondern ich hoffe, dass ich euch, meinen lieben Leserinnen und Lesern, vermitteln kann, dass sich jeder ohne viel Aufwand selbst informieren kann. Ich bereite das hier nur ein bisschen auf.