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Ein weiteres Kennzeichen in stratitgraphischen Aufzeichnungen die auf eine Zivilisation hindeuten (kønnten) ist das Auftreten von (neuen) Fossilien, bzw. das Abhandensein (von alten) Fossilien.

Ersteres bezieht sich nicht notwendigerweise auf die Mitglieder der Zivilisation an sich (wie bereits im ersten Beitrag kurz angesprochen). Vielmehr sind damit (vor allem kleine) Tiere gemeint, die uns begleiten wo immer wir auftauchen. Oder in den Worten von Schmidt und Frank:

[t]he last few centuries have seen significant changes in the abundance and spread of small animals, particularly rats, mice and cats, etc. that are associated with human exploration and biotic exchanges.

An und fuer sich gelten fuer diese die gleichen Beschraenkungen wie fuer besagte MItglieder der Zivilisation; vor allem dass der Zeitraum fuer Fossilienbildung bisher zu kurz war. Aber von diesen Tieren gibt es so krass viele mehr, sodass sich die Chancen dafuer deutlich erhøhen.

The fossil record will likely indicate a large faunal radiation of these indicator species […].

Nun stelle man sich vor, dass in vielen Millionen Jahren in verschiedensten Gegenden Katzenfossilien gefunden werden. Diese befinden sich in Gesteinsschichten, die erdgeschichtlich gesehen den selben Zeitpunkt beschreiben (diesbezueglich sind ein paar tausend Jahre Unterschied der selbe Zeitpunkt). Aber zur Zeit der Bildung dieser Schichten waren die Gegenden unueberwindbar (bspw. durch einen Ozean) getrennt. Dann weist das darauf hin, dass die Katzen mit Lebewesen kamen, die diese Hindernisse regelmaeszig und in groszer Zahl ueberwunden haben. Das wiederum weist auf eine Zivilisation hin.
Im Wesentlichen war dies eines der Argumente welches fuer die Postulierung der Plattentektonik benutzt wurde. Nur das dort natuerlich der umgekehrte Fall vorlag.

Mit der Ausbreitung solcher Spezies folgt aber auch, dass weltweit einheimische Spezies verdraengt werden:

[…] many other species […] are likely to become, extinct, and their disappearance from the fossil record will be noticeable.

Øhm ja, mehr gibt’s dazu nicht zu sagen.

Diese beiden Sachen kann man sich einfach vorstellen und deswegen soll das dazu reichen.

In Fortfuehrung des Artikels vom letzten Mal, heute weiterere Umstaende, wann man sich berechtigt Gedanken ueber Krebs machen sollte.

Zuallererst sei der regelmaeszige Konsum von Tabakprodukten genannt. Hierbei konzentriere ich mich auf das Rauchen, aber auch Kau- oder Schnupftabak sind kausal mit gewissen Krebsarten in Verbindung gebracht. Letztere sind aber deutlich weniger schlimm und wenn alle Raucher darauf umsteigen wuerden, waere das immer noch ein riesiger Gewinn fuer die Gesundheitssysteme.

Bzgl. des Rauchens gibt es einen umfassenden (sowohl was die Anzahl der Seiten, als auch die Anzahl der dort behandelten Themen angeht) Report mit dem Titel „The Health Consequences of Smoking–50 Years of Progress: A Report of the Surgeon General“ … ich gebe zu, dass ich nur Teile, davon gelesen habe. In kurz: Rauchen ist wirklich wirklich ganz furchtbar schlecht fuer den Menschen und verursacht viel mehr Krankheiten als Krebs. Aber hier geht es nur um Krebs und ich zitiere aus der Zusammenfassung zu Kapitel 6 Zeug was NICHT mit Lungenkrebs oder Krebs das Rachen und Mundraums zusammenhaengt (denn des waere zu einfach):

The evidence is sufficient to infer a causal relationship between smoking and […] [liver cancer].

The evidence is sufficient to infer a causal relationship between smoking and [colorectal cancer].

The evidence is suggestive of a higher risk of death from prostate cancer in smokers than in nonsmokers.

[etc. pp.]

Ein weiterer Risikofaktor auf derart breitem Niveau ist Alkohol (auch wenn deutlich weniger schlimm, verglichen mit dem urst krass schlechten Rauchen). Dazu sage ich aber nix, denn da gibt es eine eigene Reihe. Auch wenn es darin eigtl. um was Anderes geht, so kann der Sinn des dort Gesagten uebertragen werden, denn die Konsequenzen von Alkohol auf die Entstehung von gewissen Krebsarten ist laengst nicht mehr umstritten.

Und dann sind da natuerlich noch Faktoren fuer spezifische Krebsarten. Das offensichtliche Beispiel wenn man zu sich (zu viel) in der Sonne bewegt ist natuerlich Hautkrebs.
Weniger offensichtlich und mit laengst nicht so starken Effekten waere da Darmkrebs wegen der Ernaehrung (bspw. der Konsum von sog. „red meat„) und natuerlich auch das womit die Serie anfing: wenig Bewegung.
Womit ich bei den Ueberlegungen ganz vom Anfang der Serie bin. Dafuer folge man dem obigen Link zu „red meat“ und dort steht, dass bei „high intake“ das (lebenslange) Risiko an Darmkrebs zu erkranken bei 6.6 Prozent liegt, aber bei normalem Fleischkonsum bei 5.6 Prozent. Das ist kein Grund Vegetarier zu werden.

Lange Rede kurzer Sinn: ein Mensch der sich vor der Sonne scheut, nicht raucht, extrem wenig Alkohol trinkt und versucht den  Fleischkonsum einzuschraenken … was fuer ein Zufall, das klingt sehr nach mir … braucht sich nur wegen des vielen Sitzens Gedanken machen.
Und nach all diesen Artikel bewege ich mich beim naechstem Mal endlich wieder mehr in diese Richtung. Aber Umwege sind ja ganz normal beim verstehen komplexer Themen.

Vor vielen Jahren fragte ich

Warum zuechten wir eigentlich keine Menschen, um die dann zu essen?

Dieser Beitrag ist die dort vor so langer Zeit versprochene Fortsetzung … irgendwie … *leise wegschleich*.
Die Frage ist mitnichten banal zu beantworten, denn sie enthaelt unheimlich viele soziale und gesellschafliche „Ankerpunkte“ die unheimlich interessant zu diskutieren sind … aber ach, letztlich laeuft’s darauf raus, dass wir so erzogen sind.

Ich komme darauf zum Ende nochmal zurueck, muss aber zunaechst Churchill zitieren:

We shall escape the absurdity of growing a whole chicken in order to eat the breast or wing, by growing these parts separately under a suitable medium. Synthetic food will […] be used in the future.

Und Churchill lag nur mit der Zeit ein wenig daneben, denn bereits 40 Jahre spaeter (anstatt 50 wie der Titel seines Aufsatzes sagt) wurde zum ersten Mal Muskelfleisch kuenstlich gewachsen. Zugegeben, es dauerte dann nochmal fast 50 Jahre bevor sich um diese Sache eine Industrie anfing zu bilden.

Trotzdem (bisher!) nicht alle ethischen Bedenken mit kuenstlich hergestelltem Fleisch verschwinden, so denke ich, dass es offensichtlich ist, warum diese Umstellung der menschlichen Esskultur nicht nur wuenschenswert sondern geboten (!) ist. Deswegen werde ich das hier nicht diskutieren sondern zur Auffrischung der Offensichtlickeiten nur hierauf und hierauf und hierauf verweisen.

Neulich stolperte ich nun ueber diesen Artikel. Kurz zusammengefasst: es geht darum, dass wir nur deswegen Huhn und Kuh und Schwein essen, weil die leicht zu domestizieren waren / sind. Wenn diese Restriktion weg faellt und auch noch kein einziges Tier getøtet werden muess, dann steht nix mehr im Weg Løwenfleischburger, Tiger-Tacos und Zebrasushi zu essen.

Tja … damit komme ich auf obiges Selbstzitat zurueck und modifiziere die Frage etwas: wenn Menschenfleisch kuenstlich gewachsen wird, warum sollte man das denn dann nicht auch essen?

Und wie schon beim ersten Mal, lasse ich euch, meine lieben Leserinnen und Leser, mit dieser Frage allein :) .

Ich bleibe auch weiterhin bei den Genen … zum Glueck sind die voll spannend. Wieauchimmer, beim vorletzten Mal erwaehnte ich kurz, dass es …

[…] urst krass viele Gene [braucht] die Zeug machen nur damit die Zelle ueberhaupt funktioniert […].

Das sind also „Hausmeistergene“ und ich schrieb direkt im Anschluss, dass Hausmeistergene …

[…] weder zur Persønlichkeit, noch den zerebralen Faehigkeiten oder den Muskeln eines Menschen bei[tragen].

Nun tragen die Kinder aber die Gene der Eltern „weiter“ und besagte Hausmeistergene muessen sowohl vom Vater, als auch von der Mutter identisch sein, denn ansonsten funktionieren die Zellen (und damit das Leben) nicht (ich sehe heute von den beim letzten Mal diskutierten Einschraenkungen dieser beiden Aussagen ab).

Wenn aber die Kopie eines Hausmeistergens identisch ist, ist das doch vøllig egal woher die kommt. Und die Identitaet ist erzwungen aufgrund der Tatsache, dass diese Gene unbedingt (!) funktionieren muessen. Die Gene sind zwar nicht ununterscheidbar im physikalischen Sinne, aber das tut nix zur Sache. So wie zwei identische digitale Kunstwerke (in Form von Bits auf der Festplatte) beide als „the real deal“ und original angesehen werden, selbst wenn die fuer uns Menschen verschiedene Dateinamen haben

Das bedeutet dann aber auch, dass die Menschen die man ueberhaupt gar nicht leiden kann die gleichen Gene mit identischer Struktur haben. Daraus folgt wiederum zwangslaeufig, dass solche Gene ja ueberhaupt nicht zu dem Dingens gehøren kønnen, was die Kinder angeblich „von den Eltern weitertragen“. Die Eltern wollen ja sicherlich nix mit den Leuten die sie nicht leiden kønnen gemeinsam haben.
Schlussendlich wird’s also wieder ziemlich „duenn“ was dieses Dingens angeht.

Heute kann ich die „Salamitaktik“ der letzten beiden Male nicht zur Anwendung bringen. Aber besagtes Dingens kann wirklich nur extrem wenig sein, denn von den Hausmeistergenen gibt es sehr sehr sehr sehr viele. Das wiederum spielt direkt da rein was im Titel steht: wenn das so urst wenig ist, dann ist das bekloppt da so ein Buhei drum zu machen.

Das soll reichen fuer heute … beim naechsten Mal geht’s weiter mit … man mag es kaum glauben … noch mehr Ueberlegungen rund um Gene.

Die Argumente der letzten beiden Male basierten auf der Annahme, dass man ein vøllig durchschnittlicher Mensch ist. Wie so oft gilt das dort Gesagte unter bestimmten Umstaenden aber nicht. Derer gibt es im Wesentlichen zwei.

Zum Einen genetische Veranlagung. Auch wenn Krebs durch Fehler in der DNA ausgeløst wird, so gibt es (wenn ich das richtig verstehe) KEINE Gene, die Krebs verursachen. Vielmehr gibt es urst krass viele Gene, die dafuer Sorgen, dass ganz spezifische Krebsarten (durch besagte Fehler) erst gar nicht entstehen.
Mein Wissen auf diesem Gebiet ist unheimlich winzig, aber (wenn ich das richtig verstehe) diese Gene sorgen entweder dafuer, dass spezifisch geschaedigte DNA-Abschnitte repariert werden ODER dass bei Veraenderung spezifischer DNA-Abschnitte Apoptose eingeleitet wird … welche voll spannend ist, denn Mitochondrien wirken daran maszgeblich mit, und die hier bereits erwaehnt wurde … bevor es zu Krebs kommt.

Wenn nun diese Gene geschaedigt sind und ihre Funktion nicht mehr (richtig) ausfuehren, und wenn diese Funktion nicht von anderen Genen mit aehnlichen Aufgaben miterledigt wird, dann ist man ein nicht normaler Mutant mit einer genetischen Veranlagung zu Krebs. Letzteres ist (wenn ich das richtig verstehe) krebsspezifisch (wie die Gene) und wenn sowas „in der Familie liegt“ oder man das von woanders her gesagt bekommt, dann sollte man immer zu den Vorsorgeuntersuchungen gehen und Faktoren die das Risiko weiter erhøhen extra vermeiden.

Der bringt mich zum zweiten Umstand … fuer’s naechste Mal.

Die 22 hat ja eine besondere Bedeutung in meinem Leben. Beispielsweise schrieb ich bereits vor sehr langer Zeit:

endlich …

nach einer Dekade des drauf Wartens …

kam dieser eine, ganze besondere Zeitpunkt – …

der 22. September 2002, …

der Tag an dem ich 22 Jahre alt wurde, …

22 Uhr, …

22 Minuten …

und 22 Sekunden …

… … …

und zack … da war die Sekunde auch schon vorbei … geht ganz schøn schnell, nicht wahr.

Ein weiterer ganz besonderer, niemals wiederkehrerender Moment der die 22 enthaelt war der im Titel Enthaltene und diesmal wurde das vom jungen Mann der bei mir wohnt fuer immer festgehalten:

Ist zwar nicht die beste Qualitaet, aber die Hibbeligkeit aufgrund der Freude des Augenblicks in die Betrachtung einbeziehend, ist das gut genug.

OIOIOI … das ist voll spannend.

Schmidt und Frank bemerken in ihrem Artikel, dass die Menschheit innerhalb kuerzester Zeit (nur ein paar Jahrhunderte) detektierbar viel Kohlenstoff biologischen Ursprungs in die Umwelt „geblasen“ haben. Detektierbar bedeutet dass dieser Prozess vonstatten ging mit einer Rate …

[…] orders of magnitude faster than natural long-term sources or sinks.

Der Hinweis, dass es sich hierbei um „biologischen“ Kohlenstoff handelt ist wichtig, denn dieser ist …

[…] depleted in 13C compared with the much larger pool of inorganic carbon [….

Das ist wichtig im hier besprochenen Zusammenhang, denn das ist die Grundlage des Suess-Effekts — der Aenderung  des Verhaeltnisses von 13C zu 12C …

[…] with a current change of around -1 ‰ δ13C since the pre-industrial […] in the surface ocean and atmosphere.

Eine weitere Isotopenspur (oder vielmehr das dazugehørige delta) findet sich um Kalkstein. Ja, genau das aus Kleinstlebewesen gebildete Zeug aus dem der Kønigsstuhl auf Ruegen besteht. Der Grund liegt in der temperaturabhaengig des Einbaus von 18O — eine ein Grad høhere Temperatur fuehrt zu einem δ18O von -0.2 ‰ im „Skelett“ dieser Kleinstlebewesen.

Hierbei handelt es sich also im ein Signal welches direkt gesehen unabhaengig vom Verbrennen von Øl und Kohle ist. Vielmehr entsteht es indirekt, weil der erhøhte Ausstosz von (industriellen) Treibhausgasen (was ja mehr ist als Kohlenstoffdioxid) zu einer erhøhten Temperatur der Atmosphaere und des Ozeans fuehren.

Als Drittes bietet sich eine δ15N Anomalie an. Diese entsteht im Wesentlichen durch drei Prozesse. Der Erste ist wieder die Nutzung fossiler Brennstoffe, denn da sind auch Molekuele mit Stickstoff drin.
Der Zweite ist die Verwendung von Duengemitteln auf groszer Skala. Die Entdeckung (Erfindung?) des Haber-Bosch Prozesses ist eine der ganz groszen und wichtigsten Dinge in der bisherigen Geschichte der Menschheit. Aber dadurch wird direkt urst krass viel mehr Stickstoff im Boden deponiert, als im langjaehrigen (gemeint: viele Millionen Jahre lang!) Mittel normal ist.
Der dritte Prozess ist damit gekoppelt, kønnte aber auch unabhaengig davon stattfinden: die Stickstofffixierung durch Nutzpflanzen. Das machen normale Pflanzen auch, aber der Umsatz von Nutzpflanzen im Vergleich zum natuerlichen Umsatz ist signifikant grøszer als im bereits erwaehnten Mittel ueber die letzten Millionen Jahre. Und die Reste dieser Pflanzen landen alle wieder unter der Erde … oder im Meer, aber da faellen sie aus und werden wieder zu Erde … letztlich also wie die Kleinstlebewesen aus denen die Kreidefelsen bestehen.

Und siehe da:

[…] δ15N anomalies are already detectable in sediments remote from civilization […].

Als Letztes bieten sich langlebige Isotope von Elementen an, welche im Wesentlichen nur durch Kernspaltung zustande kommen kønnen … oder Supernovae … aber mich duenkt Letztere sind unvereinbar mit einer stratigraphischen Aufzeichnung der Aktivitaeten einer Zivilisation.

Mit Halbwertszeiten von ca. 80.8 Millionen Jahren bzw. 15 Millionen Jahren bieten sich 244Pu und 247Cm an. Der Nachteil ist, dass diese Isotope global verteilt sein muessten … in messbaren Mengen … was im Wesentlichen nur das …

[…] result of a nuclear weapon exchange

… sein kønnte. Verdammt.

Endlagerstaetten fuer nuklearen Abfall wuerden ueber viele Millionen Jahre geologisch „verschmiert“ werden, waeren aber immer noch nur „lokale“ Ursachen eines unnatuerlichen Signals. Solche lokalen Signal wurden tatsaechlich gefunden und konnten bis zu ca. 2 Milliarden (!) Jahre zurueckverfolgt werden, waren aber natuerlichen Ursprungs:

[…] lower than usual 235U ratios, and the presence of expected daughter products, in uranium ores in the Franceville Basin in the Gabon have been traced to naturally occurring nuclear fission in oxygenated, hydrated rocks […].

Das soll genug sein fuer heute. Ich werde aber auf die ersten beiden deltas an anderer Stelle nochmal zurueck kommen.

Beim letzten Mal argumentierte ich, dass man sich keine unnøtigen (!) Sorgen machen sollte, vor Krebsarten, nur weil man von denen schon mal gehørt hat. Das Argument war nicht, dass man sich ueberhaupt nicht mehr drum kuemmern soll. Vielmehr wollte ich darauf hinaus, dass man die nur menschliche Reaktion des Gruebelns anbetracht des Themas „herunterskalieren“ kann, angesichts der tatsaechlichen Daten. Das ist alles kein Hexenwerk.

Heute møchte ich auf einen weiteren Aspekt hinaus, der uns auch unnøtige (!) Sorge bereitet: weil man nunmal eine alternde, (hochfunktionelle) Ansammlung von Zellen (vulgo: ein Mensch) ist, kann man grundsaetzlich nix dagegen tun Krebs zu bekommen! Unter der Einschraenkung, dass Frauen bspw. keinen Prostatakrebs bekommen kønnen … aber ungefaehr jeder 100ste Brustkrebs tritt bei Maennern und selbst Nichtraucher erkranken an Lungenkrebs.

Worauf ich hinaus will ist, dass wir das nicht kontrollieren kønnen und das ist ein anderer Aspekt der oft zu unnøtigen Aengsten fuehrt und dass man sich Gedanken macht.
Als Gegenbeispiel møge der Straszenverkehr dienen. Der Erfolg jeder Autofahrt (oder auch jeden Spaziergangs in der Stadt) ist davon abhaengig, dass hunderte, ja tausende zufaellige Sachen passieren oder nicht passieren. Die meisten davon liegen auszerhalb meines „Wirkungsbereichs“, die passieren also auch ohne, dass ich das beeinflussen kønnte. Aber weil man ja selber am Steuer sitzt, hat man den Eindruck, dass alles unter (persønlicher) Kontrolle ist und macht sich deswegen keine unnøtigen Gedanken darueber.

Meine Hoffnung ist, dass es meinem inneren Frieden diesbezueglich hilft wenn ich mir dieser Prozesse bewusst bin. JA, Krebs kann man nunmal ohne eigenes „Verschulden“ bekommen (leider), aber daran aendert sich nix wenn ich drueber grueble und mir Sorgen mache.

Beim naechsten Mal dann zwei Ausnahmen von dieser Regel.

Wir bleiben bei den Genen und heute wird’s voll spannend, denn es geht um Mutationen. Aber dafuer muss ich etwas ausholen.

Aminosaeuren sind unentbehrlich (vor allem in Form von Proteinen) fuer das Funktionieren der Zelle, des Kørpers und des Geistes (Letzteres weil diese bspw. beim Transport von Neurotransmittern eine wichtige Rolle spielen). Die DNA (also der einzige physische Teil den die Kinder von den Eltern haben) kodiert all die fuer’s Menschenleben notwendigen Aminosaeuren.
So wie ein Byte sich (heutzutage) aus acht Bits zusammensetzt, so setzt sich eine Aminosaeure (sehr vereinfacht gesagt) aus jeweils drei Nukleotiden zusammen. Letztere sind die allgemein bekannten „Buchstaben“ (oder eben Bits) der DNA; Adenin (A), Cytosin (C), Guanin (G) und Thymin (T).

Das als Grundlage. Um weiter zu kommen nehme ich das Beispiel Serin — eine Aminosaeure die bei geistigen Funktionen eine wichige Rolle spielt. Diese setzt sich aus den Nukleotiden T-C-T zusammen … oder T-C-C … oder T-C-A … oder T-C-G. Anders als bei Bytes in der Informationstechnik kann man die „Bits“ einer Aminosaeure (bedingt!) austauschen und erhaelt trotzdem die gleiche Aminosaeure mit der selben Funktion! Das sind sogenannte neutrale Mutationen.
Das Ist natuerlich urst toll, denn das macht die Biologie verdammt robust.

Wann immer die DNA reproduziert wird, kann so ein „Bitflip“ stattfinden. Das ist natuerlich ganz wichtig bzgl. der Meiose (die hier ja auch schonmal Thema war), welche die Keimzellen zum Resultat hat, denn diese uebetragen ja die „elterliche DNA“ zum Kind.
Dank dieser Bitflips ist es nun aber nicht mehr die 100%-gleiche DNA wie die Eltern sie haben. Ihr, meine lieben Leserinnen und Leser, kønnt sicher erahnen worauf ich hinaus will.

Bei neutralen Mutationen kønnte man sich natuerlich damit rausreden, dass es bei dem „elterlichen Teil den leibliche Kinder weitertragen“ um den Phaenotyp geht. Also dass schlussendlich der Ausdruck des Genotyp entscheident ist; Serin ist Serin, egal wie es aufgebaut ist.
Hier kann man nun aehnliche Gedankengaenge (a.k.a. „Salamitaktik“) anwenden wie beim letzten Mal um die Absurditaet dieses Konzepts darzustellen. Bei einem Bitflip, insb. da die Funktion erhalten bleibt, geh ich mit besagtem Konzept mit. Aber was ist mit 100 Bitflips oder Tausenden? Das hørt sich nach viel an, aber das kann selbst bei eineiige Zwillinge nach der Geburt auftreten … *hust* … und im hiesigen Zusammenhang akkumulieren sich solche Veraenderungen auch ueber die Generationen.

Wieauchimmer, die Herangehensweise mit den Bitflips wird im naechsten Schritt erweitert zu Aminosaeuren welche dann DOCH anders sind, die aber auch keine Aenderung des Phaenotyps zur Folge haben, wenn diese sich in nichtkodierenden Abschnitten der DNA befinden. Und dann noch einen Schritt zu Mutationen die den Phaenotyp dann doch veraendern, man das aber nicht merkt. Und dann Mutationen wo man das doch merkt, das aber nicht wichtig ist (bspw. eine andere Augenfarbe) … usw. usf.
All diese Mutationen … da bleibt am Ende nicht viel uebrig von dem was die Eltern (oder Ururur…groszeltern) ausmacht(e) (egal ob Geno- oder Phaenotyp). Auszer natuerlich, dass diese Menschen sind (oder waren). Und letztlich stellt wieder die Frage ab wann dieser „Weiterggetragene Teil“ nicht mehr da ist und wo der hin ist.

Das Konzept um das diese ganze Miniserie geht, kann also nicht darin liegen, dass die Kinder die DNA der Eltern weitertragen (denn das tun sie nicht). Das fuehrt dann wieder zum Schluss, dass besagtes Konzept aufgegeben werden muss … oder dass es sich dabei eigentlich um etwas anderes handelt. In dem (geistig, gesellschaftlich, sozialem) postmodernem Fundment auf welchem ich versuche mich zurecht zu finden ist das durchaus zulaessig. Aber dann befindet man sich auszerhalb dessen mit dem ein aeuszeres, rationales, objektives Universum beschrieben werden kann.

Das soll genug sein fuer heute. Ich hoffe, dass ich’s halbwegs geschafft habe, diesen spezifischen Punkt rueber zu bringen. Beim naechsten Mal geht es um einen anderen, nicht minder spannenden, genetischen Aspekt.

Ich habe diese Miniserie nicht vergessen. Ich war nur so beschaeftigt mit anderen interessanten Sachen.
Wieauchimmer, beim letzten Mal erwaehnte ich, dass Schmidt, G. A. und Frank, A. in „The Silurian hypothesis: would it be possible to detect an industrial civilization in the geological record?“ im International Journal of Astrobiology, 18(2), 2018, pp. 142–150 ebenso wie ich zu dem Schluss kommen, dass es unwahrscheinlich ist, dass kuenstliche Artefakte (vulgo: Werkzeuge oder Haeuser) oder Fossilien als Zeugen einer Zivilisation von vor vielen Millionen Jahren herhalten kønnten.

Das heiszt aber nicht, dass eine solche Zivilisation keine Spuren hinterlaeszt. Denn …

[…] it is already clear that our human efforts will impact the geologic record being laid down today […].

Und „geologic record“ bedeutet, dass das auch in vielen Millionen Jahren noch messbar sein wird … wenn auch mit einem kleinen Signal. Aber dazu komme ich heute noch nicht. Heute geht es vielmehr darum, dass man bei laenger bestehenden Zivilisationen ein grøszeres Signal in den (geologischen) Daten erwarten wuerde. Aber …

[…] the longer a civilization lasts, the more sustainable its practices would need to have become in order to survive.

Was ja voll logisch ist und nicht weiter erklaert werden muss. Leider (nicht allgemein, sondern nur in diesem Zusammenhang) gilt auch, dass je nachhaltiger eine Zivilisation ist, umso kleiner deren „globaler Fuszabdruck“ wird. Lokal ist das nur bedingt gueltig, aber lokale Veraenderungen bleiben unbemerkt weil diese nicht gefunden werden oder kønnten einfach nur geologische Kuriositaeten sein. Am besten ist etwas das sich ueber die ganze Erde verbreitet (*hust*), aber wegen obiger Feststellung …

[…] might [the footprint of civilization] be self-limiting on a relatively short timescale.

Das bedeutet dann, dass in besagten stratigrafische Aufzeichnung …

[…] the Anthropocene will likely only appear as a section a few cm thick […].

Aber ein Ass haben zukuenftige Forscher dennoch im Aermel, denn dieses Signal …

[…] [will] appear almost instantaneously in the record.

Na das ist doch was womit man arbeiten kann. Dazu mehr in den naechsten Beitraeagen.

Zum Abschluss sei noch gesagt, dass die Autoren sich nur auf die Diskussion von Dingen beschraenken, von denen sie wissen dass diese bereits einen Einfluss auf die stratigrafische Aufzeichnung haben und wie das Signal dieser Dinge in etlichen Millionen Jahren aussehen wuerde. Coruscant Szenarios werden also nicht betrachtet.