Geburtstagsbeitrag! Das heiszt wie immer, dass ich ueber Zeuch schreibe ueber das ich gerne schreiben will und mich dabei nicht an meine eigenen Regeln fuer Beitraege halte.
Hier schrieb ich (etwas uebermuetig):
[…] es folgt noch ein Artikel in dem ich die Reproduktion aus einer Metaperspektive kommentiere, ein Artikel der sich die „Metastatistik“ mal anschaut und ein Abschluss … oder vielmehr zwei, die bleiben aber beide noch geheim.
Dieser Beitrag gehørt nicht zu den Genannten … denn wie ich so schøn beim letzten Mal bemerkte:
Tja … wenn mir Kevin eine Sache nahe gebracht hat, dann dass immer alles viiiiiiiieeeeeeeel laenger dauert, weil er mit noch was anderem Spannendem um die Ecke kommt.
Hehe
Fuer den erwaehnten Statistikbeitrag bin ich nochmal durch alle Bilder gegangen und dabei sind mir ein paar wenige aufgefallen, die mir besonders am Herzen liegen. Weil in denen so viel von diesem Projekt, den dazu gehørenden Geschichten und irgendwie auch von mir steckt. Deswegen dachte ich mir: .oO(was fuer eine gute Idee fuer einen Geburtstagsbeitrag, da kann ich die mal alle auf einmal zeigen).
Und das ist mein Geschenk von mir an mich.Aus naheliegenden Gruenden halte ich mich heute nicht an die ansonsten ziemlich strikte „maximal-5-Bilder-pro-Beitrag“ Regel. Ebenso werde ich keine Links zu den Artikeln setzen, in denen die Bilder im Zusammenhang urspruenglich erschienen … nicht weil ich zu faul bin, sondern weil ich die besagten Illustrationen hier in einem anderen Licht praesentieren møchte.
Los geht’s gleich mit dem irgendwie wichtigsten Bild:
Das Bild liegt mir am Herzen, denn es verkørpert im Wort- und im uebertragenen Sinne, einen meiner (intellektuell und emotional so kostbaren) Heureka! Momente. Ich erzaehlte das Folgende sicher bereits, aber die Geschichte ist so schøn.
Tagelang liesz es mir keine Ruhe wie man algoritmisch effizient das „Abschreiten“ des Wikipedia Linknetzwerkes realisieren kønnte. Viele Stunden dachte ich darueber nach. Ich hatte zwar schon ’nen Algoritmus im Kopf, von dem war mir aber klar, dass der viel zu langsam fuer das Gesamtproblem ist.
Ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Durchbruch war die Umwandlung der Artikeltitel in (fortlaufende) Zahlen. Aber das war’s noch nicht ganz … und dann, eines schønen Nachmittags auf dem Fahrrad sitzend und gruebelnd den Weg von der Arbeit nach Hause radelnd, stieg da nicht langsam, aber auch nicht schlagartig, sondern durchaus bemerkbar, die Erkentnis in mir auf, dass die Links ja eine Abbildung sind … und ich wurde ganz hibbelig, denn ich fuehlte, dass mir da was Wichtiges auf der Zunge liegt. Aber worauf bilden die Links ab? … Und dann war er (dann doch schlagartig) da! Der Heureka! Moment — die bilden die Wikipedia auf sich selber ab! … WOOHOO! … Und das ist das was das Bild ganz konkret darstellt. Ich drehte die Idee viele Male in meinem Kopf hin und her wie so eine Abbildung auf sich selber wohl aussieht und in Code gefasst werden kønnte … aber die grundlegende Idee war da und in dem Moment war mir klar, dass ich eine Chance habe das alles wirklich zu analysieren.
Apropos Code, das naechste Bild verkørpert den eben erwaehnten konkreten Code fuer mich:
Das Bild liegt mir am Herzen, weil es das Zufriedenstellendste im ganzen Projekt war, jenen Code der in dieser Illustration abstrahiert, zu erstellen. Ich hatte so viele „Ich bin Gott!“ Momente waehrend des Programmierens. Natuerlich deswegen weil ich so viele neue Sachen innerhalb sehr kurzer Zeit lernte und verstand (was ja ohnehin immer sehr befriedigend ist), was bei der konkreten Implementierung besagter Sachen zu vielen Durchbruechen fuehrte. Ich sag nur: multi-threading! Ich erzaehlte das Folgende sicher bereits, aber die Geschichte ist so schøn.
Nachdem der Code zum Abschreiten des Wikipedialinknetzwerks fertig war und es sich heraus stellte dass er auch effizient ist (die Bearbeitungszeit wurde von einem halben Jahrhundert auf wenige Monate reduziert), ueberlegte ich kurz, ob ich das Projekt an dieser Stelle abbrechen sollte. Ich fuehlte, dass das der intellektuelle Høhepunkt war und nix so Geiles mehr kommen kann. Ersteres war definitiv der Fall und Letzteres eigentlich auch … aber es kamen _fast_ genauso fetzige Sachen, von denen ich halt nur noch nix wusste, weil die ja von dem Zeitpunkt gesehen noch in der Zukunft lagen.
Apropos fetzige Sachen, das naechste Bild manifestiert die erste dieser fetzigen Sachen, denn es steht beispielhaft fuer all die maechtigen Gesetze die in der Wikipedia herrschen:
Das Bild liegt mir am Herzen, weil es der erste wahrhafte „Wait! What?“ Moment in diesem Projekt war. Ich hatte naemlich mitnichten erwartet, dass im Zufall des Linknetzwerks derartig eindeutige Gesetzmaeszigkeiten stecken. Im Nachhinein ist mir natuerlich klar, dass ich insbesondere maechtige Gesetze haette erwarten kønnen … aber hinterher ist man immer schlauer.
Das Bild steht aber auch fuer einen (zugegeben eher abstrakten) intellektuellen Wachstumsprozess der i.A. immer anstrengend ist, von dem man am Ende aber sagt: das hat sich voll gelohnt. Im Falle der Potenzgesetze dachte ich mir dann irgendwann, dass mein beschraenktes Wissen nicht ausreicht und ich mir noch mehr Mathematik aneignen muss. Das Resultat dessen waren die kumulativen Histogramme, die mir halfen noch mehr aus den Analysen heraus zu holen … ich sag ja: fetzige Sachen.
Nicht minder fetzig war das (beruehmte) São-Paulo(-FC-season)-Artefakt, welches man in diesem Bild sieht … irgendwie jedenfalls:
Das Bild liegt mir am Herzen, weil es den Prozess einem (zunaechst) unerklaerlichem Phaenomen, mit den begrenzten Daten die man zur Verfuegung hat, auf die Spur zu kommen. DAS hier ist meine geliebte Wissenschaft in Aktion und da steh ich voll drauf :)
Auszerdem ist’s fetzig weil ich nicht oft die Møglichkeit habe, auch mal die selten (zum Teil fast nie) benutzten Buchstaben des griechischen Alfabets heran zu ziehen … hehe.
Das São-Paulo-Artefakt tauchte frueh im Projekt auf und „streckte seinen Kopf“ immer wieder in meinen Untersuchungen nach oben. Das war also recht wichtig zu verstehen und deswegen folgt hier die Bewegtbildvisualisierung des obigen Diagramms:
Das Bild liegt mir am Herzen, weil … ich so viel Arbeit reingesteckt habe und die hin und her wandernden Balken ziemlich geil anzuschauen fand. Aber auch weil ich maechtig stolz darauf bin dass ich es schaffte, das obige doch recht abstrakte Diagramm auf eine Art und Weise darzustellen die das Verstaendnis des Sachverhalts deutlich erleichtert.
Ebenso tritt hier das Phaenomen der gemeinsamen-Bewegung-aller-Seiten auf. Das sieht man in statischen Illustrationen nicht, aber es war zum Verstandniss vieler Sachen relativ wichtig zu erkennen, dass sich die Wikipedia in vielen Situationen solitonartig verhaelt (Stichworte waeren bspw. „Phasenuebergang“ oder „Familien“).
Eine weitere fetzige Sachen, die Entdeckung der Archipele, wird durch dieses Bild ausgedrueckt.
Das Bild liegt mir am Herzen, weil es zum Einen fuer eine (weitere) unerwartete Entdeckung steht (und die sind immer zutiefst zufriedenstellend) und zum Anderen weil es meine „Art“ vllt. mehr als alle anderen Bilder verkørpert. Ich erzaehlte das Folgende sicher bereits, aber die Geschichte ist so schøn.
Beinahe waere ich auf die Archipele gar nicht aufmerksam geworden. Aber mein „Auge fuer’s Detail“ und weil (kleine, unerklaerliche) Diskrepanzen mich kirre machen, liesz mich diesen einen, etwas zu hohen Balken (von vielen) in dem einen, ansonsten eigtl. nicht unbedingt sehr interessanten Diagramm, SEHR viel naeher untersuchen als alle anderen Balken in allen Saeulendiagrammen die ich je erstellte. Das ging einfach nicht fuer mich, dass der etwas høher war als der sein sollte. Code wurde geschrieben im heraus zu finden was da passiert. Modelle wurden erdacht um auch den letzten Zaehler der in diesem verflixten glorreichen Balken steckte zu erklaeren … und zack … da waren sie … die Archipele.
Indirekt steht dieses Bild auch fuer feine rekursive Funktionen (in besagtem Code), die braucht man naemlich um die entsprechenden Seiten den einzelnen Archipelen zuzuordnen … und rekursive Funktionen liegen mir sowieso am Herzen, denn die sind urst fetzig; ich find’s voll schade, dass man die nicht so oft braucht.
Apropos Archipelseiten, die sieht man auf der linken Seite in diesem Diagramm:
Das Bild liegt mir am Herzen, weil es vor allem (aber nicht nur) intellektuelle Mehrarbeit aufgrund meiner Neugier (mit positiver Konnotation) verkørpert. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich das Folgende noch nicht erzaehlt habe und es ist ’ne schøn Geschichte.
Urspruenglich hatte ich die Linkfrequenz ueberhaupt nicht in Betracht gezogen; die ist ja auch deutlich abstrakter als die drei anderen Grøszen von Interesse. Auszerdem ist sie nicht streng nøtig um die Frage die das Projekt in Gang setzte zu beantworten. Das war so’n (professionelles?) Bauchgefuehl was mich auf die Idee dazu brachte, noch bevor ich ueberhaupt mit irgendwas angefangen hatte, auszer dem Gruebeln darueber wie das Abschreiten des Linknetzwerks implementiert werden kønnte.
Und dann ging die (intellektuelle) Mehrarbeit richtig los. Und Junge, Junge! War das Gehirnsex! Denn in dem C-Programm welches besagtes Abschreiten durchfuehrt, musste nur wegen der Linkfrequenz so viel extra und neu in Betracht gezogen werden, dass ich nicht umhin kam, mich mal ordentlich mit Zeigerarithmetik und so zu beschaeftigen … war voll fetzig! Und das ganze threadsicher zu bekommen … ich kann mich nur wiederholen: Junge, Junge! … voll fetzig. … Oder anders: ich bin maechtig stolz auf mich, dass ich das so fein hinbekommen habe.
Desweiteren steht das Diagramm auch dafuer, wie voll toll die Linkfrequenz insgesamt ist, denn auch wenn sie nur wg. eines Bauchgefuehls mit aufgenommen wurde, so stellte sie sich letztlich als sauwichtig heraus. Damit waren etliche konkrete Fragestellungen viel einfacher zu untersuchen und durchaus auch zu verstehen (wenn man erstmal die Abstraktheit dieser Messgrøsze durchdrungen hat).
Wie erwaehnt sind mir die oben erwaehnten Artefakte fast „entwischt“ und ich habe die urspruenglich nur deswegen in muehevoller (aber fetziger) Mehrarbeit aus den Messungen der totalen Links herausgepopelt, weil mein inneres ich genug „nørgelte“, dass ich doch nicht einfach so an einem „schiefen Balken“ vorbei laufen kann. Bei der Linkfrequenz fallen die Archipele einfach so raus … ich sag ja: voll fetzig!
Das naechste Diagramm ist auch: voll fetzig:
Das Bild liegt mir am Herzen, weil ich hier die Daten habe „fuer sich sprechen lassen“ und dafuer belohnt wurde, denn sie erzaehlten mir (wieder nachdem ich aus innerer Neugier viel Arbeit reingesteckt hatte), dass das Sprichwort „vom Hundertsten uns Tausendste kommen“ ’ne mathematische Grundlage hat (wenn man die Wikipedia und die Links zwischen den Artikeln als eine abstrakte „Konversation“ annimmt).
Meist (immer?) ist es naemlich so, dass man gewisse Erwartungen an Ergebnisse hat, noch bevor man Messungen auswertet, oder gar durchfuehrt. Vom anderen Ende kommend, kønnen Ergebnisse die man sich so nicht vorgestellt hat auch eher unangenehm sein, weil sie mglw. das Gesamtbild (und damit die Theorie mit der man die ganze Zeit arbeitete) in Frage stellen oder sogar kippen kønnen. Siehe bspw. die gar winzige Diskrepanz in der Periheldrehung des Merkur; das war der erste konkrete Hinweis darauf war, dass die newtonsche Vorstellung von Raum und Zeit komplett falsch ist (selbst wenn man damit super rechnen kann).
Hier war das (zum Glueck) nicht der Fall, und das unerwartete Ergebnis wurde zu einem der Høhepunkte des Projekts … auch wenn es ziemlich fuer sich alleine steht.
Apropos das „Gesamtbild zu Fall bringen“, die allgemeine (und gern ignorierte) Furcht darob materialisiert sich in diesem Diagramm:
Das Bild liegt mir am Herzen, weil es (wieder) meinen inneren Drang nach Konsistenz ausdrueckt; man kønnte auch sagen, dass ich penibel bin (in dem Falle positiv gemeint). Hier liegt die Sache aber „konzeptuell“ anders als oben bei den Archipelen, denn das dem Diagramm zugrundeliegende Modell funktionierte gut (genug), basierte aber auf gewissen Annahmen unter denen die Rohdaten einer „Bearbeitung“ ausgesetzt wurden.
Diese Annahmen waren durchaus plausbibel, handelte es sich dabei denn im konkreten Fall wurde nur der Durchschnitt gebildet. Die „Tentakel“ traten auch nur an einer Stelle auf und ich haette das (wieder) leicht ignorieren kønnen.
Aber wie so oft liesz mir das keine Ruhe, weswegen ich mir die Arbeit machte und von den rechentechnisch leicht zu handhabenden Durchschnitten, zu den gewaltigen Rohdatenmengen zurueck ging. Ich wollte das naemlich verstehen und mglw. korrigieren und war durchaus gewillt besagte Annahmen „aus’m Fenster zu schmeiszen“. Eben weil ich nicht wollte, dass die gesamte Arbeit mglw. daran „stirbt“, nur weil man meinen kønnte, dass das ja nur ein Mal auftritt und bestimmt nicht so wichtig ist.
Die Rohdaten machten dann „schwupps“, die Tentakel verschwanden ohne weiteres Zutun und eine Erklaerung fuer dieselben ward gefunden … was die Plausibilitaet besagter Annahmen bestaetigte (trotz der hier gezeigten Ausnahme) und das mathematische Haus weiter auf einem soliden Fundament stehen liesz. Somit hatte meine Penibilitaet wieder tiefe innerer Zufriedenheit zur Folge.
Bis hierher stammten alle Illustrationen (verstaendlicherweise) aus der Analyse der originalen Daten. Das letzte Bild aber ist aus dem Reproduktionsteil und hatte damit nur bedingt was zu tun:
Das Bild liegt mir am Herzen, weil es wie kein anderes die vielen Stunden versteckt, die ich in dieses Projekt investiert habe. Tagelang hab ich daran gesessen und es haette noch laenger gedauert, wenn der linke Teil nicht schon von vorher fertig gewesen waere.
Auszerdem bin ich super zufrieden mit dem Bild, weil meine eigene „Erfindung“ der Grøszenordnungshistogramme sich hiermit endlich als nuetzlich erwiesen haben. Die ganzen Jahre schleppte ich die Idee mit mir rum, es war aber irgendwie eine Løsung-die-ein-Problem-sucht-Situation.
Hierin sind sehr abstrakt und schwer zu erklaeren Ideen verkørpert, die abseits der bisher von mir, in meinem (professionellem) Leben, benutzten Werkzeuge und Methoden zur Datenanalyse stehen. Neue Ideen die helfen Daten besser zu „durchleuchten“. Das war auch das Spannendste waehrend ich an meinen beiden Doktorgraden arbeitete; wenn ich nicht das machte was immer alle machen, weil es „ein sicherer Weg ist der irgendwie durchaus Resultate liefert“. Im Allgemeinen ist das natuerlich richtig so zu machen und zum allergrøszten Teil war das auch bei mir der Fall; ich meine mit der Aussage also mitnichten hanbuechene Ideen, die jedweder reellen Grundlage widersprechen. Vielmehr meine ich neues Zeuch auszuprobieren was nicht der Professor vorschlug … um einen gewissen Teil einer Aufgabenstellung, komplett selbstbestimmt und nur von innerem Wissensdurst getrieben, zu untersuchen und damit einen kleinen Aspekt des Universum besser zu verstehen … FETZIG!
Jetzt wo das Universum angesprochen wurde ist ein guter Punkt diesen Geburtstagsbeitrag abzuschlieszen.
Die hier gezeigten Bilder verkørpern so viel von einem wichtigen Teil der mich zu Søren macht. Es sind Bilder, die auf extrem kondensierte (und zugegeben sehr abstrakte) Art repraesentieren, warum ich so viel Arbeit meiner kostbaren Lebenszeit (nicht nur) in dieses Projekt gesteckt habe.
Dennoch ist es an der Zeit mit Kevin Bacon endlich komplett fix und fertig zu werden :) … neue Projekte warten schon seit laengerer Zeit auf meine ungeteilte Aufmerksamkeit.










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