Mein letzter Stop, bevor ich mich direkt „nach links“ zum Rand der Galaxis (den westlichen Meridian) bewegte,war Pleia Eun BL-E d12-2 4 f. Von allen Rocky bodies auf denen man landen kann dreht sich dieser am langsamsten um seine Achse. Ganze 102,916.37333333334 Tage (oder fast 282 Ursprungsweltjahre) benøtigt eine Umdrehung. Das war dann auch der Grund, warum ich nicht auf den Sonnenaufgang ueber diese Schlucht …

… wartete.

Es dauerte dann noch eine ganze Weile, aber irgendwann war ich am Ziel dieser Expedition, das Cyuefoo LC-D d12-0-System, angekommen. Dort fand ich zu meiner Ueberraschung Lindigoticum Silicate Crystals …

… und LO9-Type Anomalien:

Wenn ich mich richtig erinnere, gab es solch interessante Lebens(?)formen doch auch am aeuszersten suedlichen Zipfel. Ich kann mich aber nicht erinnern sie am nørdlichen Ende gesehen zu haben.

Wieauchimmer, das war’s nicht, warum ich hierher kam, sondern dies:

Nach auszen, in die wahre Leere starren, mich fragend, ob dieser Abgrund jemals ueberwunden werden wird.

Ich befinde mich mittlerweile wieder auf dem Weg zurueck nach Colonia. Wie immer werde ich andere Rekordhalter besuchen, so diese denn auf dem (mehr oder weniger) direkten Weg liegen.

Ansonsten fand ich noch Ammoniakwelten #150 & #151 (beide im selben System), ELW #97, Ammoniakwelten #152, #153, #154, #155, #156 und ELW #98:

Der Besuch des Ellaid AA-A h5-Systems war ein weiterer Punkt auf meiner Reise zu den galaktischen Rekorden, auf den ich mich seit dem Anfang der Reise freute.

Der Grund ist, dass dies hier das System mit den meisten T Tauri und Herbig Ae/Be Sternen ist. 23 (von 24 insgesamt) gehøren zu dieser jungen Sternensorte. Das schwarze Loch des Systems wird dann wohl die Omi sein, die auf die „jungen Leute“ aufpasst :)

Wieauchimmer, hier ist ein Bild der kompletten jungen Bande:

Ein paar sind wohl in so ’ner Art Goth-Phase … tihihihi.

Ansonsten entdeckte ich auch noch ELW #96:

Schon vor einer ganzen Weile wurde mir ein Artikel von A. M. Stauffer mit dem Titel „Legends of the Mummy Paper“ in Printing History (new Series) no. 8, 2010, pp. 11-16 zugespielt.
Ich erhielt den als eine Papierkopie. Faktisch sah meine Kopie sogar aus wie eine Kopie einer Papierkopie. Zu dem Zeitpunkt bemerkte ich das nicht weiter, nichtsahnend, dass dies ein deutlicher Hinweis darauf ist, wie schwer an eine digitale Kopie zu kommen ist.
Das ist so ein obskures Journal, dass deren Webseite aussieht wie vom Anfang des Jahrtausends. Und die haben nicht mal Abrisse der Artikel!
Die uebliche Quelle konnte auch nicht liefern.
Beim Autor selbst steht das zwar in der Liste seiner Publikationen, aber kein Link zu einer Preprint-Version. Da haette ich sicherlich nach einer Kopie fragen kønnen, aber das waere ja unnuetz gewesen fuer euch, meine lieben Leserinnen und Leser.
Selbst die Internetsuche nach genau diesem Titel ergab nur 6 Treffer. Aber da hatte ich endlich Glueck. Ist zwar nur der Text des Artikels, aber das ist besser als nix, nicht wahr. Ich versuche ja immer meine Quellen anzugeben, wenn ich ueber was schreibe.

Soweit zur Vorrede.

Eigentlich ging es mir aber gar nicht um den Artikel an sich.
Die Legende, dass fuer eine zeitlang in Amerika Papier aus Mumien gemacht wurde ist kurzweilig und interessant und Tante Wikipedia gibt eine gute Zusammenfassung. Zum Verstaendnis des Weiteren reicht es aus zu wissen, dass frueher Lumpen ein wichtiger Bestandteil bei der Herstellung on Papier waren. Daher war ja auch der Lumpensammler ein echter (wie so viele andere, stigmatisierter) Beruf.
Aufgrund des gewaltigen Anstiegs der Papierproduktion in der Mitte des 19. Jahrhunderts, wurden Lumpen aber knapp und da haben die Kapitalisten sich nach neuen Quellen dafuer umgeschaut. Eine davon waren Mumien.
Aber auch darum geht es mir nicht (obwohl es sich durchaus lohnt den Links zu folgen.

Vielmehr geht es mir darum, dass mich dieser Artikel (bzw. die ganze Sache) auf ein maechtiges Loch in meinem Verstaendnis des Geschichte der Menschheit aufmerksam gemacht hat.

Denn wenn ich so an „Mumien“ denke und mir dann mal ueberlege, wie viele es davon geben kønnte, so wuerde ich sagen: vermutlich ’n paar Tausend … mglw. ’n paar Zehntausend.
Aber dann las ich in besagtem Artikel dies:

[…] [19th century capitalists] looked upon mummy-paper as a reasonable possibility and pursued it–however far it was pursued–in a spirit of entrepreneurship, or strip-mining.

Wait! What?

Strip mining!???!!!

DAS hier …

Autor: Raimond Spekking, Quelle, Lizenz: CC BY-SA 4.0

… verstehe ich unter „strip mining“ … und der Rest der Welt anscheinend auch.

Wieviel Mumien gibt es, dass ueberhaupt jemand auf die Idee gekommen ist, die im Tagebau „abzubauen“?

Diese Frage irritierte mich etwas. Also setzte ich mich mal hin (im uebertragenen Sinne) und ueberlegte mal.
Ægypten hat schon etliche tausend Jahre auf dem Buckel. Auszerdem war die Nahrungsversorgung in Ægypten ueber diese Jahrtausende aeuszerst stabil. Die hatten also nicht wirklich Probleme ihre Bevølkerung auch schon vor 5000 Jahren stabil (und hoch) zu halten. Und tatsaechlich, es wird geschaetzt, dass es damals ’n paar Millionen alte Ægypter gab.

Eine Tatsache die mir aber so nicht bekannt war, ist, wie populaer es war sich mumifizieren zu lassen.
Zum Einen liegt es sicherlich daran, dass man in der Schule und im Museum immer nur die Mumien der Obrigkeit sieht. Das aber macht ueberhaupt nicht klar, dass Mumifizierung ein kompletter (sehr wichtiger) Industrizweig war und ganze Zulieferindustrien (bspw. fuer Salz zur „Entwaesserung“ des Kørpers) brauchte. Erst ein neuartiger Bildungskanal (Computerspiele) brachte mir dies mittels Assassin’s Creed Origins nahe. Ueberhaupt ist dieses Spiel ziemlich gut darin, den Alltag im alten Ægypten so genau wie es das Medium zulaeszt darzustellen.
Zum Anderen liegt der Ursprung meiner (laengst nicht vollstaendig gefuellten) Wissensschlucht bestimmt auch in dem Folgenden begruendet. Eine religiøse Herangehensweise an meine Leben geht mir total ab. Bzw. in diesem Fall die Herangehensweise an das was was nach dem Tode des Kørpers Gehirns passiert (siehe bspw. hier). Und deswegen konnte ich das auf dieser Ebene auch gar nicht verstehen, wie wichtig das fuer die alten Ægypter war, sich mumifizieren zu lassen.

Mit all diesen Informationsfetzen in der Hand, war dann die Vorstellung des „Mumientagebaus“ gar nicht mehr so weit hergeholt.

Und persønlich war ich sehr erfreut, diese Bildungsluecke geschlossen und dem Verstaendnis der Menschheit an sich wieder ein klitzekleines Stueckchen naeher gekommen zu sein :) .

Ach ja, Fasern aus Lumpen werden auch heute noch zur Papierherstellung benutzt. Insbesondere fuer Papier mit høherer Qualitaet. Aber der Anteil ist deutlich geringer als frueher (im unteren einstelligen Prozentbereich).

Flyiedgiae LO-H b42-2 4 a habe ich besucht, weil es einen interessanten Rekord haelt: von allen Metal-rich bodies auf denen man landen kann ist dieser an der Oberflaeche am kaeltesten — nur frostige 48 K.

Ich finde das aus zwei Gruenden interessant.
Zum Einen sind Tieftemperaturrekorde sehr oft unter diesem Wert. Somit ist es ein eher „hoher“ Tieftemperaturrekord.
Zum Anderen sind Tieftemperaturrekorde allermeistens nicht einzigartig. Genau gesagt ist dies der Erste von nur zwei Oberflaechentieftemperaturrekorden (fuer Planeten auf denen man landen kann). Hochtemperaturrekorde gibt es viel mehr.
Der Grund ist natuerlich, dass es auf der Temperautrskala einen kleinsten, aber keinen grøszten Wert gibt. Deswegen „scharen“ sich kalte Himmelskørper um diese untere Grenze.

Dort ist’s so kalt, weil der Mond sich so weit weg befindet vom waermespendenden Stern. Deswegen ist’s da auch dunkel und meistens sehe ich dann nur wenig. Aber dieses Mal beleuchtete meine Kassiopeia die Szene des Planetenaufgangs:

Ansonsten entdeckte ich nur noch Ammoniakwelt #149:

… hier …

… meine Kassiopeia und Welch’s Red Variable A. Letzterer war urspruenglich nur als eine Station in Operation YELLOW ORB gedacht. Es ist naemlich mit einer absoluten Helligkeit von -3.85849 der leuchtendste aller  S-type Stars.

Als ich ankam war der Stern nicht gelb … Frechheit. Dieses Phaenomen habe ich frueher schon erlebt und ’s kuemmert mich nicht mehr. Aber dieses mal kam Kassiopeia in einem anderen Kleid. Eines, in dem sie versucht den Stern in den Schatten zu stellen (tihihi … Wortspiel), wie man auf dem Bild deutlich sieht.

Ansonsten entdeckte ich noch Ammoniakwelt #147, ELW #95 und Ammoniakwelt #148:

Vor mittlerweile ein paar Jahren las ich, dass man mit einer nur zweiprozentigen Beimischung von speziellem Seegras, die Methanproduktion von Kuehen massiv reduzieren kann.

Da freute ich mich sehr und dachte, dass ich das mal als gute Laune Artikel zum Ende eines meiner zahlreichen Doomsday!-The-end-is-nigh!-Wir-werden-alle-sterben!-Es-gibt-keine-Arbeit-mehr!-Hail-to-our-Robot-Overlords!-Artikel bringen werde … aber irgendwie hatte ich dann immer was Anderes und dann ging die Anzahl besagter Artikel zurueck.

Nun stolperte ich aber vor ein paar Tagen ueber diesen Artikel in dem gesagt wird, dass eine australische Firma Kuhfutter hat, welches die Methanproduktion massiv reduziert.
Mir scheint, dass die ueber eine sehr aehnliche Sache dort schreiben …wenn nicht gar die Selbe. Ist zwar doof, dass das kommerzialisert und nicht allen Bauern ohne Kosten zur Verfuegung gestellt wird, aber Kuhfutter waechst nun mal nicht auf den Baeumen … aehm ich meine Kuehe muessen ohnehin zugefuettert werden (mindestens im Winter). Und da kann man dann auch das Seegras beimischen!

Beim letzten Mal fragte ich:

[…] wie [konnte] das vermutlich gebildetste Volk der Welt (zu der Zeit), dieser [Nazi] Ideologie so schnell verfallen […]?

Darauf ging ich erstmal nicht weiter ein, bemerkte aber …

[…] [dies] ist wichtig liegt doch darin das Wohl und Wehe eines potentiellen Mechanismus (Bildung) um derartige Katastophen in der Zukunft zu verhindern.

Mit dem Vorbehalt dass …

[…] aber Goebbels […] auch studiert [war] (mit Doktorgrad) und somit gebildet […].

Dies sollte im Weiteren im Hinterkopf behalten werden denn Marx liefert in „Das Kapital“ zwar keine _direkte_ Antwort auf die obige Frage (die es vermutlich auch so direkt gar nicht gibt), aber stellt die Hintergruende wieso das passieren konnte sehr detailliert bereit.

Bei der Einordnung dieses Werkes im Triptychon ist zu beachten, dass es das Einzige der drei Buecher ist, welches NICHT im Nachhinein geschrieben wurde. Wie Solschenizyn konnte er also nur beobachten und direkt das beschreiben, was er „vor der Nase“ hatte. Eine Einordnung des Dargestellten in das grøszere Gesamtgeschehen geschieht zwar, aber natuerlich vor allem innerhalb der von ihm entwickelten økonomischen Theori.
Bei der Einordnung dessen was ich darueber schreibe ist zu beachten, dass ich NUR Das Kapital und keine weiteren seiner Schriften gelesen habe. Auszerdem werde ich wieder Erkenntnisse die aus aus der Lektuere von Hannah Arendts Werk stammen hier verknuepfen.

Das Kapital ist so wichtig im Triptychon, weil es das allgemeine Hintergrundwissen bzgl. der økonomischen und sozialen Verhaeltnisse liefert. Erst dies ermøglicht eine Analyse besagter Verhaentisse, welche weniger als 100 Jahre nach Marx zur industriellen Vernichtung menschlichen Lebens fuehrten.

Relativ klar ist dabei die Darstellung der kapitalistischen Produktionsverhaeltnisse und wie deren „Evolution“ zum Imperialismus fuehrt. Imperialismus soll hier verstanden werden als dass das Kapital im Inland (der jeweiligen Laender) sich nicht mehr vermehren konnte und deshalb die „(nicht nur monetaeren) Abenteuer im Ausland“ (mit all ihren Greueln und Schlaechtereien) notwendig waren, damit das Kapital weiter wachsen kann. Dies hatte dann natuerlich wieder Rueckwirkungen auf die jeweiligen Laender und alles zusammen traegt dazu bei, dass der Totalitarismus Fusz fassen kann unter den Menschen. Was ich eben schrieb ist selbstverstaendlich eine unzulaessige Verkuerzung und Vereinfachung, aber das geht an dieser Stelle nicht anders. Karl Marx und Hannah Arendt analysieren die angesprochenen Aspekte aber punktgenau in ihren jeweiligen Buechern.

Wichtiger hingegen sind die Zeugnisse die Marx als Zeitgenosse der voranschrteitenden Industrialiserung ablegt ueber die damit einhergehenden massenhaften Greuel an den Menschen. DAS ist dann auch, eine der zwei Sachen, welche ich _eigentlich_ aus der Lektuere dieses Buches mitgneommen habe — viele ungeschønte Geschichtsstunden ueber Sachen, die einem sonst keiner erzaehlt. Die andere Sache ist ein massiv verbessertes Verstsaendnis der, der Gesellschaft zugrundeliegenden, økonomischen Verhaeltnisse und Prozesse (auch super spannend).
Nun kønnte man sich’s einfach machen und besagte Greuel als Grund nehmen, warum die Leute erst dem Antisemitismus auf den Leib gingen und dann den Nazis bzw. den Bolschewiken: die brauchten einen Suendenbock. DAS ist aber im Grundlegenden (wenn auch nicht notwendigerweise im Speziellen) vøllig falsch und eine der ganz groszen und wichtigen Erkenntnisse die ich dann aus Hannah Arendts Buch zog.
Vielmehr ist es so, dass das herrschende økonomische und gesellschaftliche System den Menschen den „Sinn des Lebens“ genommen hat. Hannah Arendt bezeichnet diesen Prozess als „Vermassung“ der Gesellschaft und Marx zeichnete ganz genau auf (und nach), wie es dazu kam durch die Wirkmechanismen des Kapitalismus.

An dieser Stelle erlaube ich mir wieder ein Verweis auf ein anderes Werk. Friedrich Nietzsches beruehmtester Ausdruck …

Gott ist tot!

… ist gleichzeitig eine Wehklage dieses „verlassenen“ Zustands, dieses allein Seins des Menschen in der Masse des Volkes, und eine Anerkenung der Møglichkeiten die daraus fuer die zukuenftigen Menschen folgt.
Auch wenn dieser Ausspruch am bekanntesten ist aus seinem Also sprach Zarathustra, so ist doch eher das Wehklagen des tollen Menschen aus dem dritten Buch in Die frøhliche Wissenschaft ausschlagggebend:

[…] »Wohin ist Gott?« rief er [der tolle Mensch], »ich will es euch sagen! Wir haben ihn getötet – ihr und ich! Wir alle sind seine Mörder! Aber wie haben wir dies gemacht? Wie vermochten wir das Meer auszutrinken? Wer gab uns den Schwamm, um den ganzen Horizont wegzuwischen? Was taten wir, als wir diese Erde von ihrer Sonne losketteten? Wohin bewegt sie sich nun? Wohin bewegen wir uns? Fort von allen Sonnen? Stürzen wir nicht fortwährend? Und rückwärts, seitwärts, vorwärts, nach allen Seiten? Gibt es noch ein Oben und ein Unten? Irren wir nicht wie durch ein unendliches Nichts? Haucht uns nicht der leere Raum an? Ist es nicht kälter geworden? Kommt nicht immerfort die Nacht und mehr Nacht? Müssen nicht Laternen am Vormittage angezündet werden? Hören wir noch nichts von dem Lärm der Totengräber, welche Gott begraben? Riechen wir noch nichts von der göttlichen Verwesung? – auch Götter verwesen! Gott ist tot! Gott bleibt tot! Und wir haben ihn getötet! Wie trösten wir uns, die Mörder aller Mörder? Das Heiligste und Mächtigste, was die Welt bisher besaß, es ist unter unsern Messern verblutet – wer wischt dies Blut von uns ab? Mit welchem Wasser könnten wir uns reinigen? Welche Sühnefeiern, welche heiligen Spiele werden wir erfinden müssen? Ist nicht die Größe dieser Tat zu groß für uns? Müssen wir nicht selber zu Göttern werden, um nur ihrer würdig zu erscheinen? Es gab nie eine größere Tat – und wer nur immer nach uns geboren wird, gehört um dieser Tat willen in eine höhere Geschichte, als alle Geschichte bisher war!«

Die hierin zum Ausdruck kommende Verzweiflung darob der Richtungs- und Bedeutungslosigkeit des modernen Lebens kann man beinahe mit Haenden fassen. Beides muss innerhalb der Zeit gesehen werden in der diese Saetze geschrieben wurden (die selbe Zeit zu der auch Das Kapital geschrieben wurde). Ebenso muss der Vergleich zum Zustand der Gesellschaft und des Menschen dieser Zeit gezogen werden zu jener Zeit bevor die Industrialisierung einsetzte. Und die letzten Bemerkungen sind durchaus auch in die Richtung eines „Uebermenschen“ gerichtet. Aber mitnichten in der perversen Form wie die Nazis das Werk Nietzsches mit ihrer hirnrissigen „Interpretation“ besudelten. Sondern eher in der Form, dass der moderne Mensch (nach Nietzsche) aufgrund der „gesprengten Ketten“ Seuchen und Hunger und Elend geschafft hat auszurotten und auf dem Mond zu landen. Dies gerade WEIL der Mensch ab diesem Zeitpunkt _selbst_ Richtung und Bedeutung seines Lebens bestimmen konnte.
Nichtsdestotrotz, diese tollen Sachen brauchten Zeit, waehrend die Vermassung der Menschen bereits in vollem Gange war.

Dies war eine etwas ausfuehrlichere Abschweifung, die aber sehr gut hierher passt.

Wenn man nun Marx liest dann erkennt man (150 Jahre spaeter), dass Dtschl. zwar  die gebildetste Nation der Erde war zu dem Zeitpunkt als die totalitaeren Ideen populaer wurden bei den Vølkern Europas, aber dass es damit nicht weit her war. Wenn es den meisten Menschen so elendig geht wie in Das Kapital beschrieben (oder nur wenig besser), dann macht auch eine høhere durchschnittliche Bildung, oder eine gebildete sog. Mittelklasse, nichts aus.
Die vermassten Menschen kønnen leicht benutzt werden im Sinne weniger bøser Menschen. Siehe Goebbbels weiter oben und dies ist dann auch die direkte Verbindung zu Der Archipel Gulag in welchem ja die Antwort auf die Frage wie bøse man eigentlich ist, gegeben wird. Da hilft es dann auch nicht, wenn besagte Mittelklasse gebildet ist aber nix dagegen tut (siehe, persønliche Verantwortung).

Das Selbe passierte auch bei den Bolschewiken! Die haben zwar keine Rassenideologie benutzt als Grundlage ihrer Weltanschauung aber eine perverse Interpretation der Marxschen Theorien — „absterbende Klassen“ und sich immer aendernde Definitionen der Selben um „die Strøme flieszen zu lassen“.
Hannah Arendt hat uebrigens die groszen Leistungen Marx absolut anerkannt, war aber auch eine der Ersten die auf den Missbrauch dieser Ideen durch die Bolschewiken hingewiesen hat. Das machte sie nicht gerade beliebt zu ihrer Zeit, in der viele sog. Intellektuelle die Sowjetunion noch als toll ansahen (bevor Solschenizyn die Verbrechen fuer alle sicht- und unleugbar machte).

Soweit zur Stellung von Das Kapital im Triptychon. Es gibt keine direkte Verbindung zu den mich plagenden grundlegenden Fragen, da es geschrieben wurde bevor die Katastrophen geschahen welche diese Fragen ueberhaupt erst in mir provoziert haben. Aber es wird dort sehr wichtiges Hintergrundwissen geliefert welches benøtigt wird um die Fragen (und Antworten) richtig einordnen zu kønnen. Dieses Wissen ist sozusagen das „Substrat“ welches eine ernsthafte Behandlung dieses Themas (und eine Verortung des Individuums darin) erst ermøglicht.
Auszerdem hilft das Lesen dieses Buches ungemein, unsere heutige Welt und die darin herrschenden Verhaeltnisse besser zu verstehen :) .

Die obige Erkenntnis, dass Bildung keinen Unterschied macht, wenn die persønliche Verantwortung nicht wahrgenommen wird, verstaerkte die Furcht in meinen Knochen, welche durch die Lektuere des Werkes Solschenizyns induzierte wurde. Es brauchte Jahre (und wieder Hannah Arendt) bis ich den „Knoten“ schaffte zu løsen.

Deswegen møchte ich auch diesen Beitrag mit einem positiven Ausblick abschlieszen. Denn auch wenn es erstmal nicht so scheint, denke ich, dass Bildung vermutlich DOCH einen Unterschied macht.
Mir scheint, dass der Druck und Protest gegen den ganzen Mist der derzeit in der Welt passiert _relevanter_ ist, als der Widerstand gegen die Nazis oder Bolschewiken am Anfang des 20. Jahrhunderts. Das soll in KEINSTER Weise die Opfer und Arbeit der damaligen Widerstandskaempfer klein machen! Ich kann das leider nur so diffus ausdruecken und vielleicht hilft es, wenn ich ein paar Beispiele gebe.
Ich meine das Aufbegehren gegen die Missstaende des eiternden Kapitalismus, die Klimakatastrophe oder auch der gegen die Versuche die totalitaeren Ideologien wieder auferstehen zu lassen (und viele andere Dinge). Ich meine damit nicht unbedingt Proteste und Straszensperren aber die øffentliche Diskussion. Es wird endlich ernsthaft eine 4-Tage-Woche oder das Grundeinkommen diskutiert! Die (nicht nur) jungen Menschen lassen sich nicht mehr mit (falschen!) Versprechenungen auf Tinnef und ein bequemes Leben abspeisen und sagen den Maechtigen (was auch die Eltern sind, also wir!) direkt ins Gesicht, dass sie inkompetent sind und abgewaehlt gehøren, wenn sie nichts tun gegen die Klimakatastrophe! Oder auch der Wahlerfolg Trumps! Klar er hat verloren in 2020, aber wenn man sich die Zahlen mal ansieht, dann sieht man, dass er fast 12 Millionen mehr Stimmen bekommen hat als 2016! Das heiszt, dass ihn und seine Weltanschauung fast 20 % MEHR Menschen toll fanden als bei der letzten Wahl. Das ist natuerlich scheisze! Aber wenn man besagte Zahlen sieht, dann erkennt man, dass NOCH VIEL MEHR Menschen ganz bewusst GEGEN diese Ideologie standen. Und Anfang des 20 Jahrhunderts war es eben nicht so, dass 15 Millionen zusaetzliche Menschen innerhalb von 4 Jahren ihre eigene Verantwortung erkannten und wahrgenommen haben! Und solche Sachen sind der Grund, warum ich darob der Lage der Welt nicht total am verzweifeln bin :)

Schøn, nicht wahr! Das Lesen des Triptychon hat Relevanz weit ueber das intellektuelle Vergnuegen hinaus :)

Ich konnte nicht widerstehen Uranus mit meinen Proben zu „kartographieren“:

*lacht* … war dann auch das Letzte was ich in der Bubble tat, bevor ich auf meine jetzige Reise aufbrach … *lacht immer noch*

Die Peanuts wollte ich in meinem Leben alle mal gelesen haben … all 17,897 Strips.

Entsprechend freute ich mich als ich auf meiner ersten Amerikareise … vor vielen, vielen Monden im Jahre 2004 … dies hier fand:

Die Peanuts komplett!
Aber ich war etwas verwirrt, denn ueber die Jahre habe ich immer mal wieder Sammelbaende gesehen und die waren nie komplett. Und waren das wirklich die Peanuts? Irgendwie schien die Figur etwas anders auszusehen, als mir Charlie Brown bekannt war. Ich drehte den Schuber um und sah diese Portraits:

Das half ein bisschen mit der Verwirrtheit, denn die unteren zwei Charaktere sehen auch bekannt aus.

Als ich reinschaute begrueszte mich dies …

… und das:

Ich blaetterte ein bisschen drin rum und freute mich mehr und mehr, hatte ich zu dem Zeitpunkt doch gerade die allerersten Peanut Strips entdeckt.
Ich taetigte ganz hibbelig (wie ich halt so war um die Zeit rum) die Investition und dachte, dass ich nun bald mein Ziel erreicht haben werde … … …

… … …nicht ahnend, dass es deutlich mehr als eine Dekade dauern wird, bis alle Schuber erschienen sind … und noch laenger, bis ich auch alle 17,897 Strips gelesen haben werde.

… rostet nicht. Geht ja auch gar nicht, denn im Vakuum des Weltraums gibt es ja gar keinen Sauerstoff.

Aber der Reihe nach. Nachdem ich dabei half einige Stationen im Zuge der Operation Ida zu reparieren habe ich erstmal Material fuer die Ingenieure und Chemikalien zur Synthese gesammelt. Im Moment habe ich zwar nix was verbessert werden muss, aber es ist immer gut einen Vorrat dieser Stoffe zu haben.

Nun ist’s an der Zeit wieder raus zu fliegen. Der Ruf der Leere ist unueberhørbar. Fuer ’ne ganze Weile konnte ich mich nicht entscheiden in welche Richtung ich fliegen soll. Nicht nach Sueden, so viel war klar. Gestern dann entschied ich mich den østlichen Meridian zu besuchen. Auf dem Weg dorthin werde ich (wie immer) die Rekorde „einsammeln“, die (mehr oder weniger) auf dem Weg liegen. Bevor es nach Osten geht, werde ich aber einen kurzen nordwestlichen Abstecher machen um ein paar gelbe Orbs zu besuchen. Wenn ich am Meridian war, geht’s weiter nach Colonia und da ueberlege ich mir was danach geschieht. Soweit ist’s erstmal ’n Plan.

Aber bevor’s los geht habe ich mich entschieden mir ein paar Rekorde in der Bubble anzusehen. Denn da konnte ich meine erste Liebe — Kassandra — mal wieder ausfuehren :) .

Ich besuchte mit ihr bspw. HR 6680 A, …

… den A (Blue-White) Star welcher mit 1 Lichtsekunde laut den Daten des galaktischen Atlas die kuerzeste Entfernung zum Ankunftspunkt um System hat. Das muss aber ein Fehler in den Daten sein, denn besagter Stern ist auch der Ankerpunkt fuer den Jumpdrive was normalerweise eine Distanz von 0 Lichtsekunden bedeutet. Nun ja, was soll’s.

Im Dabih Major System gab es drei unabhaengige Rekordhalter. Hier zeige ich nur Dabih Major D 7 a, den Icy body auf dem man landen kann (und ebenso von ALLEN Himmelskørpern auf denen man landen kann) der am weitesten weg ist vom Ankunftspunkt im System. Ganze 15,653,170 ls.
Es dauerte entsprechend lange, bevor ich den erreichte. Viel zu sehen gab’s dann nicht (es war schlieszlich „nur“ ’n oller alter Eisklumpen), aber ich finde dieses Bild …

… recht nett, macht es doch den Grøszenunterschied zwischen Kassandra und Kassiopeia deutlich :)

Und dann war ich auch noch hier:

WOW! Was fuer ein Anblick! Ich befinde mich hier auf einem Mond zu einem beringten Gasriesen (die hintere der beiden Kugeln). Besagter Mond ist in einer Binaerkonfiguration mit einem zweiten Mond (die vordere Kugel im Bild). Das gibt es nicht am laufenden Bande, aber wirklich selten ist es auch nicht. WAS hingegen selten ist, ist der Umstand, dass diese beiden Monde sehr nahe beieinander sind. Auf Dauer ist die Gesamtkonfiguration nicht stabil, aber ’n paar Milliønchen Jahre haelt sich das schon. Das gibt mir genug Zeit mir den Mondaufgang bei simultanem Planetenaufgang anzuschauen und darob der Schønheit, die dieses Universum ganz zufaellig zum drueber stolpern bereit haelt, beeindruckt zu sein :) .