Zumindest sagen dies die Offiziellen.

Sehen wir das Positive: manchmal ist die Meinung der Buerger tatsaechlich noch von Belang. Hoffen wir, dass es so bleibt und der Einfluss der Buerger mglw. gar noch mehr an Bedeutung gewinnt.

Und danke fuer’s mitmachen :)

Zu dem Beitrag von neulich, in dem ich mich mal ueber die „programmierende Elite“ ausliesz, passt auch dieser kurzer Kommentar des Spiegelfechters.

Warum passt dies?

Ich bin der Meinung, dass in dem Ausdruck „wir sind Elite“ auch mitschwingt, dass andere Sachen weniger wichtig sind. Denn „Elite“ ist ja auch immer etwas erhaben ueber die alltaeglichen Nichtigkeiten, nicht wahr.

Dies gilt insbesondere, wenn sich diese „Elite“ auf ein ganz spezielles, der Allgemeinheit verschlossenes, Gebiet bezieht.

Woher ich das weisz? Nun ja, ich habe Physik studiert. Da bekommt man sowas am laufenden Bande eigetrichtert. Und wenn man mal ein bisschen die Selbsbeweihraeucherung reflektiert, dann erkennt man das auch.

Nun ist es ja aber so, dass bspw. gerade die Programmierkunst auf verschiedenste Weisen mit ganz anderen Gebieten und Interessen zusammenhaengt. Und von diesen Gebieten (wie bspw. die in dem Kommentar herangezogene Økonomie) hat die „Elite“ ja dann meist nicht den blassesten Schimmer (andernfalls waere sie naemlich tatsaechlich elitaer).

In dem Artikel ist eine Art „Umkehrung“ zu sehen. Die Elite macht sich lustig ueber die Nichtelite – dass fuer die gefaehrliche Merkel das Internet „Neuland“ ist. Das hat Elite nun mal so an sich … diese Arroganz. Anstatt vernuenftige Vorschlaege zu machen, wie man den Parlamentariern diese wichtige Welt mal naeher bringt, lacht die „Elite“ sich lieber drueber kaputt, wie man denn „SOWAS“ nicht wissen kann.

Dieses Verhalten ist zutiefst laecherlich. Auszerdem ist es gefaehrlich. Denn ueblicherweise fuehrt es dazu, dass die „andere Elite“ (in dem Fall die der Politik bzw. Økonomie) sich abschottet. Aus der gleichen Arroganz heraus, denn eine „Elite“ kann nunmal nicht zugeben, dass es wichtige Sachen gibt, von denen sie keine Ahnung hat. Denn dann waere es ja keine „Elite“ mehr.
Zirkelschluss, verdammter Mist. Und deswegen aendert sich nichts in dieser Welt, bevor die „alte Garde“ ausgestorben ist.

Deswegen gilt insbesondere fuer die Studierten in dieser Welt: ausbrechen aus diesem ganz speziellen Elitemist!
Oder wie ich es neulich schrieb:

wieder ein Buerger unter Buergern sein

Ist euch eigentlich mal aufgefallen, dass Rebellenpiloten, wenn sie denn vom Imperium abgeschossen werden, irgendwie immer schreien? Die TIE-Piloten des Imperiums bleiben selbst dann ruhig.

Dieses Kostuem hat zwei grosze Vorteile.

1.: Vom Kopf mal abgesehen, ist man relativ beweglich.

2.: Wieder vom Helm abgesehen, kann das Kostuem als Basis fuer zwei weitere Kostueme genommen werden. Man erhaelt also quasi drei zum Preis von einem.

Und so sieht so ein TIE-Fliegerass aus:

TIE Pilot

Restriktion bedeutet Begrenzung, Beschraenkung, Einschraenkung.

In diesem digitalem Zeitalter wuenschen die Plattenfirmen und Hollywood (aber auch andere), unsere Rechte an von uns erworbenen Guetern einzuschraenken.

Das wird dann als Digital Rights Managment – DRM – verkauft.
In dieser ganzen Debatte werden oft die Rechte der Kuenstler heran gefuehrt. Warum dies aber eine scheinheilige Diskussion ist, und dass es dabei eigentlich nur darum geht, dass besagte Firmen weiterhin Geld scheffeln kønnen, soll an dieser Stelle nicht weiter ausgefuehrt werden.

Ich bin einig mit dem, was die Free Software Foundation dazu sagt; dass DRM – digitales Restriktions Managment – eine Technologie ist, die mir die Kontrolle ueber meine Dateien und meine (Abspiel)Geraete nimmt. „Meine“ deswegen, weil ich das ja schlieszlich bezahlt habe.
Deswegen gefaehrdet DRM meine ganz persønliche Freiheit.
In dem Umfange, in dem die Einfuehrung und Ausbreitung von DRM diskutiert wird, bedroht es auch die Freiheit aller und øffnet Zensur Tuer und Tor. Dies deswegen, weil es die unendlichen Møglichkeiten der neuen Technologien eben einschraenkt und unter die Kontrolle von nur ein paar wenigen bringen wuerde.

Dass dies eine ganz konkrete Gefahr ist, zeigt ein Vorfall aus dem Jahre 2009. Amazon løschte damals Kopien von elektronischen Buechern einfach von den Lesegeraeten der Kunden. Und es geht nicht darum, dass sie die Kunden darueber nicht informiert haben, sondern, dass dies ueberhaupt møglich ist.
Nicht nur die FSF denkt bei solchen Vorfaellen (denn dies war bei Weitem nicht der Einzge) auch an møgliche (elektronische) Buecherverbrennungen in der Zukunft.
Und dies ist alles nur møgliche, durch Digitales Restriktions Managment.

Die Auswirkungen von DRM sind viel weitreichender und aktueller, als dieses eine Beispiel aufzeigen kønnte.

Ich bin gegen DRM und møchte an dieser Stelle DefectiveByDesign.org zitieren (auch um die Einfuehrung in dieses Thema etwas abzukuerzen):

If we want to avoid a future in which all information is controlled by just a few companies and our devices serve as an apparatus to monitor and control our interaction with media, we must fight for the alternative.

Wer mehr wissen møchte, oder warum die drastischen Formulierungen der Wahrheit entsprechen, dem empfehle ich, die guten Zusammenfassungen auf der verlinkten Webseite zu lesen.
Es lohnt sich, denn es geht um eure Freiheit.

Die Frage ist nun, was man dagegen tun kann. Da gibt es vielerlei Dinge. Leider setzen aber wieder viele dieser Alternativen ein technisches Verstaendnis voraus, oder sind „unbequem“. Bspw. die Anbieter von elektronischen Buechern oder Musikdateien die DRM benutzen, nicht zu unterstuetzen.
Das geht aber nur bis zu einem gewissen Punkt, denn niemand mag bspw. auf seine Lieblingsmusik verzichten. Illegal Dinge im Internet herunter zu laden, ist auch keine wirklich brauchbare Alternative.
All dies muss letztlich jede und jeder selbst entscheiden; wie weit man bereit ist, fuer seine Freiheit einzustehen.

Andererseits sollten Aktivisten (so wie ich vllt. ein bisschen einer bin) nicht vergessen, dass man nicht automatisch fuer DRM ist, nur weil man die CD seiner Lieblingsband kauft, die mit DRM verkrueppelt wurde.

Eines gibt es aber, was jeder machen kann, der sich fuer seine digitalen Freiheiten interessiert: versuchen die Verbreitung von Digitalem Restriktions Managment zu verhindern.

An dieser Stelle muss ich ein bisschen ausholen.

Bei wikipedia kann man das Folgende lesen:

Das World Wide Web Consortium (kurz W3C) ist das Gremium zur Standardisierung der World Wide Web betreffenden Techniken.

Es gibt also eine Organisation, die dafuer zustaendig ist, dass mit eurem Kommunikations-, Arbeits- und Unterhaltungswerkzeug Nr. 1 – dem WWW – alles in Ordnung ist. Dass alles funktioniert und „gut flutscht“, wie es so schøn heiszt.

Ebenso steht bei wikipedia, dass die Grundlage des World Wide Web HTML-Dokumente sind.

[…] [HTML] ist eine textbasierte Auszeichnungssprache zur Strukturierung von Inhalten wie Texten, Bildern und Hyperlinks in Dokumenten […] [und wird] von einem Webbrowser dargestellt.

Von der „Grundlage des WWW“ zu sprechen ist also mitnichten uebertrieben.

Diese „Internetsprache“ unterliegt natuerlich Weiterentwicklungen. Aber damit da nicht jede oder jeder macht, was sie oder er will, wacht da das W3C drueber.

Was hat das alles mit digitalem Restriktions Managment zu tun? Wozu wurde also dieser lange und komplizierte Beitrag geschrieben?

Nun ja, die ueblichen Verdaechtigen – Hollywood, Google, Microsoft etc. – versuchen ihren Einfluss beim W3C zu nutzen, um DRM in die grundlegende Struktur des WWW „einzuweben“.

Dagegen gibt es eine Aktion, die dem W3C klar machen soll, dass wir das Hollyweb nicht wollen.

Wenn euch nicht egal ist, dass einige Wenige euch die Rechte an eurem Eigentum nehmen, so møchte ich euch bitten, diese Aktion zu unterstuetzen. Dies ist ganz einfach mit eurer „Unterschrift unter einer Petition“ getan.

Diese Aktion wird geleitet von Menschen, denen dieses Thema wirklich am Herzen liegt und die sich mit solchem positivem Lobbyismus (fuer unsere Rechte) auskennen. Eben von DefectiveByDesign.org. Somit also durch die Free Software Foundation, die seit nun bald 30 Jahren fuer unsere Rechte kaempft und die schon so machen Kampf (nicht nur vor den Gerichten) gewonnen hat.

Diese eure Unterschrift, meine lieben Leser, waere also mitnichten aussichstslos.

In dieser Kategorie hatte ich bisher nur Bilder gezeigt, die aus der Zeit stammten, als ich noch dachte, dass ich der Kønig der Welt bin – a.k.a. Student.

Heute denke ich nur noch, dass ich der tollste Kerl bin, der jemals auf diesem Planeten wandelte.

Aber dies ist ein anderes Thema. Eigentlich wollte ich sagen, dass heute mal ein Foto einer Reklame gezeigt wird, welche aus neuerer Zeit stammt. Ansonsten habe ich weder Ahnung, wofuer die gute Dame eigtl. werben soll, noch wo ich das Bild gemacht habe. Ich weisz auch nur deswegen, dass es aus juengerer Zeit sein muss, weil es im Ordner „NEU“ lag.

Nur gut aussehen

… … … Nun habe ich dann doch mal nachgeforscht und es stellte sich heraus, dass fuer sogenannte „Schønheitsprodukte“ geworben wird. Das passt mir gut, denn so kann ich tatsaechlich das proklamieren, was ich eigentlich sowieso proklamieren wollte: die Dame auf dem Bild soll nur schøn aussehen.

„Schønheitsprodukte“, das passt ja fein in die „westliche Welt“. Ein Haufen, eigentlich unnøtiger Tand, der uns allen immerzu angedreht wird. Und wir kaufen den Mist auch tatsaechlich und halten damit immer schøn den Motor am Laufen. Wen interessieren da schon die Eisbaeren?

Da ich mich gerade nicht noch mehr wiederholen mag, schreibe ich nicht auf, was mir sonst noch zu diesem Bild einfaellt.

Heiszt „Mündigkeit im Zeitalter des Internet […] Linux beherrschen, Programmieren können“?

Und dass alle anderen „ausgeliefert sind“?

(Achtung, der originale Artikel zu dem Zitat ist hinter dem ersten Link, in dem von mir verlinkten Beitrag).

Ich stimme dem (originalen) Autor durchaus zu, dass das eine elitaere Meinung ist.

Aber dazu sage ich nur: Elitaer – Schmelitaer!

Das hinter dem Link stehende Video ist natuerlich nicht wørtlich, aber im uebetragenen Sinne zu verstehen. Meiner Meinung nach, sagt der Autor damit zwar teilweise die Wahrheit (dass man sich nicht mehr vor Technologie verstecken kann, weil sie sonst gegen einen eingesetzt wird), aber es schwingt auch das Folgende mit: was kuemmert mich, dass die Freiheit meines Nachbarn eingeschraenkt wird? Wenn der nicht programmieren lernen will, dann ist das doch nicht meine Schuld. Die Elite kann doch nichts fuer die im Dreck!
Oder anders: That’s not my department.

Ich møchte an dieser Stelle dem originalen Autor ENTSCHIEDEN widersprechen, dass Muendigkeit im sog. „digitalen Zeitalter“ elitaer ist!
Muendigkeit an sich war noch NIEMALS auf die Elite beschraenkt. Die Elite hatte es nur unendlich viel einfacher die Muendigkeit auch wahr zu nehmen.

Oft genug werden Menschen Opfer der Umstaende, aber ganz prinzipiell kønnen immer alle Menschen muendig werden. Denn nach Adorno ist

„Mündig […] der, der für sich selbst spricht, weil er für sich selbst gedacht hat und nicht bloß nachredet […]. Das erweist sich aber an der Kraft zum Widerstand gegen vorgegebene Meinungen […] Solcher Widerstand, […] ist eins mit Kritik, deren Begriff ja vom griechischen ‚krino‘, Entscheiden, herrührt.“

Inwiefern soll dies auf die Elite beschraenkt sein? Seit wann ist selber denken nur den 0,1% vorbehalten. Die Sache mit dem „entscheiden“ kann dann nochmal schwerer werden. Aber deswegen schrieb ich ja, dass viele Menschen „Opfer der Umstaende“ werden und, dass es fuer der Elite so viel einfacher ist, die Muendigkeit auch wahr zu nehmen.

Aber hieraus folgt dann auch, warum ich so ENTSCHIEDEN gegen das bin, was der (originale) Autor schrieb.

Durch den Computer im Zusammenhang mit dem Internet gibt es zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit ein Werkzeug um seiner Muendigkeit Ausdruck zu verleihen, welches NICHT elitaer ist.
Man braucht nicht zur „programmierenden Elite“ gehøren, um dieses Werkzeug gebrauchen zu kønnen!
KEINE andere Technologie vorher erlaubte dies. Auch der Buchdruck nicht. Und wenn man mal bedenkt, was die Erfindung des modernen Buchdrucks ermøglichte  (naemlich das Zeitalter der Aufklaerung), dann kann man schon sehr gespannt in die Zukunft blicken. Trotz all der Rueckschlaege der letzten Jahre auf diesem Gebiet.

Weder Computer noch das Internet werden jemals wieder den Menschen entzogen werden. Auch wenn es vielleicht so aussieht.
Dadurch kann dieses maechtige, nicht elitaere Werkzeug auch bis in alle Ewigkeit von Oma und Opa gebraucht werden um deren Muendigkeit Ausdruck verleihen.

Beweise? Mhm … ich kann nicht programmieren und ich wage auch nicht zu behaupten, dass ich „Linux kann“. Das hat mich aber nicht davon abgehalten, meiner Muendigkeit Ausdruck zu verleihen.

Um dies abzuschlieszen: JA, es ist NICHT Aufgabe der „programmierenden Elite“, dazu beizutragen, dass die Buerger ihre Muendigkeit wahrnehmen kønnen.
Das waere allzu schrecklich, denn dadurch wuerde naemlich nur die naechste Elite ausgebildet werden, die genau so weiter macht, wie bisher. Dieses Verhalten haben Eliten so an sich.

Um den Buergern zu helfen ihre Muendigkeit wahr zu nehmen, muss man aber bereit sein anzuerkennen, dass das eigene Steckenpferd eben gerade NICHT die Welt von sich allein rettet. Dass es eben NICHT ausreicht, selbst fuer sich alleine bspw. programmieren zu lernen.
Politische und gesellschaftliche Aktionen weit abseits des Programmierens (oder aller anderen Technologie) sind naemlich zwingend (!) nøtig. Sei es allgemein verstaendliche Vortraege halten oder Demonstrationen organisieren, das Aufstellen von Hackercamps und Hackerspaces oder das Schreiben von Pressemitteilungen, oder auch auf Kinder aufpassen, damit die Eltern technologische Vortraege besuchen kønnen etc. Und all dies muss zuerst geschehen, bevor man ueberhaupt damit anfangen kann, den Buergern die Technologie naeher zu bringen.
Man muss also von dem ganzen „Elitescheisz“ Abstand nehmen und wieder ein Buerger unter Buergern sein, trotzdem man programmieren kann.
Denn ansonsten kommt all dieses Wissen nicht zum Buerger, sondern die „programmierende Elite“ haelt Selbstgespraeche.
Oder anders: OF COURSE it is my department!

Interessant ist uebrigens, wie der (originale) Autor sich anscheinend auch zur Elite zaehlt. Ich denke die wahren 0.1% werden sich schøn eins ins Faeustchen lachen darob solcher Hybris.

Und ach so … Negativbeispiele kønnen ja auch zu was gut sein. Deswegen an dieser Stelle (auch wenn es dem (originalen) Autor sicherlich nicht zukommen wird): danke fuer den Arschtritt, dass ich endlich mal das gemacht habe, was ich schon laenger machen wollte. So schwer ist das naemlich gar nicht, und das trotzdem ich nicht zur „Elite“ gehøre.

Zunaechst wurde ich wach.

Dann putzte ich Zaehne.

Dann schmierte ich mir Brote und asz auch eins. Mit Honig drauf.

Dann radelte ich zur Arbeit.

Dort arbeitete ich etwas.

Dann gruendete ich die LibrePlanet Norge Gruppe.

Ich freue mich auf das Abendbrot und den Film, den ich nachher vielleicht noch schauen werde.

„RegensburgUniPizzeria“, so ist der Dateiname. Denn „Pizzeria auf dem Campus der Universitaet in Regensburg“ war mir zu lang.

Diese spezielle Universitaet ist so dermaszen abgrundtief haesslich, dass ich das gar nicht beschreiben kønnte. Toiletten aber sollten ein Ort sein, an dem man sich halbwegs wohl fuehlen møchte; schlieszlich soll man sein Geschlechtsteil dort entbløszen und sich einer doch sehr intimen Handlung hingeben. Deswegen ist es in diesem Falle eher erfreulich, und kein Grund zum rummosern, wie sonst immer, dass die Toiletten standardisiert und langweilig sind, denn das bedeutet, dass sie aus neuerer Zeit stammen und wenigstens einen hygienischen Eindurck machen.

RegensburgUniPizzeria2

Aber wenn ich so an die alten Toiletten im Gebauede der Geisteswissenschaftler an Ottos Uni denke; das laeszt mein Herz gleich høher schlagen.
Im Gegensatz zu diesen Toiletten hier.

RegensburgUniPizzeria1

Supergeil allerdings ist der Hinweis auf die Buerste!
Was wohl passiert, wenn die jemand auf die andere Seite stellt?
Noch lustiger waere es, wenn da noch mehr Hinweise waeren, bspw. so wie „Spuelknopf“, „Klo“, „Toilettenpapier“, „blaue Fliese“, „Pfeil“ etc. … tihi.

Ueberschriften, welche mit so drastischem, religiøsem Aberglauben daherkommen, mag ich sehr.

Hier ist es sogar passend, denn es soll heute um die fantastisch interessante Substanz Disauerstoffdifluorid – O2F2 – gehen.

Dazu angeregt, mich mit diesem Stoff mal naeher zu beschaeftigen, wurde ich durch Randall Munroes exzellenten what-if Artikel zu Schnellkochtoepfen.

Dort gab es einen Link zu einem, von einem Chemiker geschriebenen, Artikel mit dem Titel: „Things I Won’t Work With: Dioxygen Difluoride

Dort wiederum standen so neugierig machende Dinge wie

[…] violently hideous […],

[…] deeply alarming […],

[…] chemicals that I never hope to encounter […]

Grund genug also, sich mal den Originalartikel von A. G. Streng mit dem Titel „The Chemical Properties of Dioxygen Difluoride“ zu Gemuete zu fuehren.

Dieser nach Wissen strebende Forscher hat nicht nur immer wieder und wieder dieses Teufelszeug hergestellt (was an sich schon ein Prozess ist, der sich nicht so ganz  ungefaehrlich anhørt), nein, er wollte auch noch wissen, was es so macht, wenn man es mit allem møglichem anderem (gefaehrlichem) Zeug in Beruehrung bringt.

Die Experimente musste er bei tiefen Temperaturen ausfuehren. So bspw. 90 K. Das sind -183 Grad Celsius! Weiter unten wir dem Leser sicherlich klar, warum er das so kalt machen musste.
Dabei sollten wir unsere eigenen chemischen Experimente (kochen, grillen, Chemiunterricht in der Schule) und technische Groszprozesse (die Herstellung von Duenger, oder der Katalysator im Auto) immer im Kopf behalten. Da passiert eigentlich NIE was, solange man das nicht ueber einen Bunsenbrenner haengt.
Die gar winzigliche Energie, welche noch bei -183 Grad Celsius vorhanden ist, reicht aber aus, um O2F2 noch gar fantastische Reaktionen zu entlocken. Von selbst, ganz ohne Starthilfe via „Feuer“.

Genug der Vorrede. Im folgenden zitiere ich aus dem oben verlinkten Artikel von A. G. Streng (Hervorhebungen sind von mir).

Und nicht vergessen: MINUS 183 Grad Celsius!

Ethanol  Feuer

It reacted instantaneously with solid ethyl alcohol, producing a blue flame and an explosion.

Methan  Feuer

When a drop of liquid O2F2 was added to liquid methane […] a white flame was produced […]
[unter anderen Bedingungen (aber immer noch 90 K!)] a violent explosion occurred.

– keine Reaktion mit CO2 (Trockeneis)

When added to Dry Ice, dioxygen difluoride did not react and was only absorbed by the solid.

– aber wehe, es wird Aceton  Feuer  Reizend dazu gegeben

Addition of acetone to this mixture resulted in sparking accompanied by an explosion.

– Und da das noch nicht reicht, muss natuerlich auch noch die Reaktion mit Flusssaeure (HF)  sehr giftig  Aetzend untersucht werden. Wie zu erwarten:

A 2% [!!!] solution  of O2F2 in HF reacted violently […]

Eine 2%-Løsung! Das ist wie wenn man ein Trinkpaeckchen verduennt mit zwei voll gefuellten Wassereimern.

Ammoniak  sehr giftig  Umweltgefaehrlich

Liquid dioxygen difluoride reacted vigorously when added to solid anhydrous ammonia […]

– Wasser (in Form von Eis natuerlich)

It caused explosions when added to ice […]

Was macht man, wenn man Flusssaeure schon ausprobiert hat und die Verbindung die man untersucht schon eine Fluorverbindung ist?
RICHTIG! Man schielt verstohlen zu den Chlorverbindungen.

Chlor  sehr giftig  Umweltgefaehrlich

A rapid addition of chlorine to dioxygen difluoride […] caused a violent explosion.

Nein, nein, warum denn langsam, wenn man es auch schnell machen kann? Die Kollegen warten sicher schon am Mittagstisch. Aber keine Sorge, denn beim zweiten Mal (!) hat er das Chlor langsamer einstrømen lassen um die Reaktionsprodukte besser untersuchen zu kønnen.

Chlorfluorid  (keine Einstufung verfuegbar!!! – Das Zeug ist von sich aus schon so reaktiv und unter widrigen Umstaenden herzustellen, dass das noch nicht mal in ausreichenden Mengen produziert wurde um es zu klassifizieren!)

The study of the reaction […] showed that if the reaction is carried out without special precautions […] the two substances react violently […]

Es waren sicherlich immer noch die wartenden Kollegen am Mittagstisch, die ihn zur besonderen Eile antrieben. Da kann man dann auch schon mal zwei Experimente gleichzeitig machen.

Mhm … Nix weiter beim Chlor. Na dann nehmen wir doch

Brom  sehr giftig  Aetzend  Umweltgefaehrlich. Der aufmerksame Leser ahnt es bereits

Liquid O2F2 […] reacted vigorously when added to solid bromine […]

Da die Reaktionen mit Bromtrifluorid (fuer das es auch noch keine Einstufung gibt) nur als

proceeded rapidly

beschrieben ist, sehe ich dies als eher uninteressant an und møchte meine Leser nicht weiter damit langweilen.

Mhm … was fuer andere, an sich schon reaktionsfreudige Substanzen enthaelt denn das Periodensystem sonst noch? Richtig!

Phosphor  Feuer  sehr giftig  Aetzend  Umweltgefaehrlich

With red phosphorus, O2F2 reacted vigorously when added rapidly […]

Manchmal kann es aber auch verdammt schwierig sein, den Zufluss einer Substanz klein zu halten.
Aber nach all den vorherigen Ergebnissen ist eine nur „lebhafte Reaktion“ ja ein bisschen langweilig. Let’s spice it up a little with:

Phosphor(III)-fluorid  sehr giftig  Aetzend

[…] the reaction proceeded with flame […]

Nun ja, Teufelszeug schrieb ich ja schon. Da liegt es nahe, es auch mit Schwefel und seinen Verbindungen zu testen.

Schwefel  Reizend

When added rapidly to sulfur […] liquid O2F2 reacted instantaneously with a flash.

Der Mann muss echt unter Zeitdruck gestanden haben, musste ja immer alles „schnell, schnell“ gehen.

Schwefeltetrafluorid  sehr giftig  Aetzend

Sulfur tetrafluoride, SF4, reacted violently with concentrated O2F2 […]

Mglw. um die Reaktion etwas zu verlangsamen, wurde das SF4 verduennt (nicht mit Wasser, denn das vertraegt sich nicht so gut, wie wir oben gelernt haben).
Wenn man bedenkt, mit welchem verve so Begriffe wie „instantaneously“, „with flame“, „reacted vigorously“ oder „added rapidly“ bisher benutzt wurden, so wirkt die Beschreibung der Reaktion des verduennten SF4 møglicherweise etwas alarmierend auf den Laien:

[…] the reaction went out of control with an explosively violent evolution of gas and heat.

Aber keine Sorge: es bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr fuer die Bevølkerung.

Und dieses „out of control“ spornt einen Forschergeist ja manchmal noch so extra an. Das muss ja systematisch untersucht werden. Deswegen wurden die Experimente mit dem verduennten SF4 weiter gefuehrt, selbst wenn

This reaction […] even more difficult to control [is] […].

Als Resultat konnte bestaetigt werden:

In most cases it proceeds directly […] to an explosion.

Na man gut, dass wir das bestaetigt bekommen haben. Haette ja sein kønnen, dass die erste Explosion nur ein dummer Zufall war.

Aber es gibt auch gute Nachrichten. Denn wenn man ein anderes Verduennungsmittel nimmt, so gilt

[…] explosions could be avoided in some cases […]

Nochmal Glueck gehabt!

Zur Reaktion mit Schwefelwasserstoff  Feuer  sehr giftig  Umweltgefaehrlich steht zwar nicht, wie das ausgegangen ist, aber dabei entsteht eine Waerme von 433 kcal pro mol. Eine Kalorie ist die Menge an Waerme, die man braucht um 1 kg Wasser um ein Grad Celsius zu erwaermen. Hierbei wird beinahe eine halbe Million Kalorie an Energie frei! Zu recht wird dies in dem „Things I Won’t Work With„-Artikel beschrieben als

[…] which is the kind of every-man-for-himself exotherm that you want to avoid at all cost.

Wir alle haben ja sicherlich noch die Knallgasexplosion im Chemiunterricht im Kopf. Wo ein winzig kleines bisschen Waserstoff in eine Blechdose geleitet und da dann mal ein Streichholz heran gehalten wurde. Die Dose flog mit ziemlicher Wucht zur Decke. (Jup, ich hatte ’ne coole Chemielehrerin :) ). Dort wird weniger als ein Drittel dieser Energie frei!

Dem Forscherdrang war damit aber kein Ende gesetzt, denn er untersuchte auch noch die Reaktionen mit Stoffen, die er einfach nur als

some other substances

bezeichnet. Da muss noch was uebrig gewesen sein, von dem Teufelszeug und der A. G. Streng konnte wohl nicht der Neugierde widerstehen, dass dann auch an allem auszuprobieren, was seine Kollegen so im Lab haben rumliegen lassen.
Ich denke, dass der aufmerksame Leser sich selbst ausmalen kann, wie diese Reaktionen abgelaufen sind. Stichworte sind da bspw. „reacted vigorously“ oder „exploded“.

 

Genug dazu.

Ich hatte grosze Freude beim Lesen des Artikels von A. G. Streng und die Leute in der Straszenbahn werden sich sicherlich gefragt haben, worueber ich mich denn so amuesiere. Auch das Schreiben dieses Artikels machte mir Spasz.
Wer ebenso Freude am Lesen des meinigen Artikels hatte, dem empfehle ich wirklich die Lektuere des „Things I don’t want to work with“ Artikels. Ich kønnt mich wegschmeiszen vor lachen, wie der Chemiker sich dort dazu ausdrueckt.

Im Ernst møchte ich aber das folgende noch dazu sagen bzw. aus dem empfohlenen Artikel zitieren:

If the paper weren’t laid out in complete grammatical sentences and published in JACS, you’d swear it was the work of a violent lunatic.

Absolute Zustimmung! ABER an dem Paper sieht man, dass tatsaechlich ordentlich und auch vernuenftig gearbeitet wurde.
Auch wenn mir bei den beschriebenen Reaktionen Bilder von in Flammen aufgehenden und explodierenden Laboren vor Augen kamen, so war es letztlich doch „halb so schlimm“. Den Sicherheitsstandards (und vermutlich der Liebe zum eigenen Leben) wegen, wurden naemlich nur kleine Mengen dieses Teufelszeugs benutzt und sicherlich auch alle anderen, nøtigen Vorsichtsmasznahmen ergriffen.

Ich wollte das ganze etwas humoristisch praesentieren. Aber der Umgang mit gefaehrlichen Stoffen, ist mitnichten witzig. Auch wenn die Chemikalien nicht mal einen Bruchteil so gefaehrlich sind, wie O2F2, so gilt dennoch, dass man vorsichtig und ordentlich zu arbeiten und auch die erforderlichen Schutzmasznahmen zu ergreifen hat. Es ist naemlich ganz und gar nicht mehr komisch, wenn einem der Erlenmeyerkolben ins Gesicht explodiert und man die Schutzbrille nicht aufgesetzt hat, weil ja all die letzten Jahren auch nie was passiert ist. Alles schon erlebt, zum Glueck nicht persønlich.

Nachtrag: ich sehe gerade, dass der Originalartikel von A. G. Streng nicht frei zugaenglich ist. Bei Interesse kann ich den natuerlich dem interessierten Leser zukommen lassen.

In zwei Beitraegen gebrauchte ich etwas drastische Umschreibungen.

Hier schrieb ich

Mhm … tiefste Ueberzeugung … stellt euch das so vor, dass nur die Liebe zum eigenen Kind (mglw. dem geliebten Partner) euch dazu bringen kønnte, diese Ueberzeugung zu verstecken bzw. dagegen zu handeln. Das eigene Leben? Was ist es wert ohne die Leidenschat dieses auch leben zu wollen?

Das ist natuerlich nicht so zu sehen, dass ich zu ’ner Gruppe Nazis gehen wuerde, um mit denen munter ueber meine Weltanschauung zu diskutieren.

Ebenso gehe ich damit natuerlich ganz grundsaetzlich nicht hausieren. Weil man sich damit unbeliebt macht, aufgrund der Un- und Falschinformiertheit der meisten Menschen, beim Thema Anarchie. Anerzogenes, reflexhaftes Verhalten, stehen den meisten Menschen leider im Weg, wenn dieses Thema auf den Tisch kommt. Das war bei mir frueher ja nicht anders.

Die letzte Aussage ist mehr in dem Sinne zu sehen, wie bspw. die Kommunisten, ueber die ich an dieser Stelle schrieb, die aufgestanden und eingetreten sind fuer ihre Weltanschuung.

In eben jenem Artikel schrieb ich auch

Auch wenn ich meine Anschauungen erst seit kurzer Zeit in die Wortgruppe “Anarchismus im Sinne Kropotkins” packen kann, so galt dies doch schon immer.

Da bin ich mir etwas unsicher, ob dem wirklich so war.

Ich denke schon, dass dem so ist. Historisch gesehen, ist aber das Folgende zu erinnern.
Lange Zeit habe ich wirklich das vertreten, was die Apologeten bspw. des Neoliberalismus (aber auch anderer, brutal-individualistischer Ideologien) predigen.
Deswegen wurde ich ja so, was die Mehrheit als „erfolgreich“ bezeichnen wuerde. Weil ich (mindestens scheinbar) „ohne Ruecksicht auf Verluste“ dem nachgegangen bin, was diese Ideologien wollen. Ein sozial vertraeglicheres Verhalten (unreflektiert) bewusst abweisend. Gar mein emotionales, psychologisches Wohlbefinden (scheinbar begruendet) vernachlaessigend.
Das nach auszen gerichtete Verhalten begann sich ja erst ca. um 2005 herum zu aendern. Dann aber letztlich fundamental.
Herbeigefuehrt (aber nicht in Gang gesetzt) wurde dies durch eine persønliche, (nicht nur) emotionale Krise UND weil ich mit vielerlei, vernuenftigen Gedanken in Beruehrung kam, die ich so vorher noch nicht kannte.

Die Krise ist in dem Zusammenhang hier nicht von Interesse. Diese wurde ueberwunden und ich lernte die Auswirkungen dieser Krise als Teil meines Selbst zu akzeptieren.
Von Interesse im weiteren Sinne ist aber Letzteres. Denn es ist der Grund, warum ich dies hier semi-øffentlich vortrage und vortragen werden: um berichtigt zu werden, falls nøtig.
Und genau deswegen habe ich auch immer so wirklich grosze Freude an Kommentaren und Fragen diesbezueglich, weil ich dadurch gezwungen bin, meine sich bildende Weltanschauung zu reflektieren.

Wie oben geschrieben, denke ich, dass ich trotz dieser Historie eigtl. schon immer ein Anarchist war. Nur drueckte sich dies nicht immer auch in meinem Verhalten aus, weil ich eben lieber das wiederkaeute, was mir zu gegebenen Zeitpunkten am besten in den Kram passte.

Was aber irgendwie auch wieder, via den Ideen Max Stirners, insbesondere zu einer gewissen Schule des Anarchismus (dem egoistischen Anarchismus) passt. Von der ich mich aber im Allgemeinen distanziere.
Auch wenn die Freiheit des Individuums natuerlich ganz konkret immer Bestandteil aller anarchistischen Ideologien ist, wird es hier sehr komplex und diese Diskussion muss an anderer Stelle gefuehrt werden.

Ich denke Eintraege wie diesen, werde ich in der Zukunft zwangslaeufig øfter mal schreiben muessen.
Ich tendiere manchmal dazu, mich drastisch bis romantisch auszudruecken. Wenn ich dann spaeter der Meinung bin, dass dies ist nicht dem Zwecke zutraeglich war, so werde ich mich naeher dazu erlaeutern.