Parmanand Singh schreibt in der Historia Mathematica, Volume 12, Issue 3, August 1985, Seiten 229–244 in seinem Artikel „The so-called fibonacci numbers in ancient and medieval India“ (Volltext scheint fuer die Allgemeinheit verfuegbar zu sein), dass bereits Virahanka, Gopala und auch Hemachandra vor Leonardo da Pisa diese mathematische Folge von Zahlen und deren Bildungsgesetz angaben. Wohl auch in Europa war die Folge in der Antike bereits Nikomachos von Gerasa bekannt. Aber wie so oft, fallen Ruhm und Ehre wem anders zu, weil irgendwann mal irgendwer zu faul war ordentliche Literaturrecherche zu machen und hinterher will es wieder keiner gewesen sein und keiner gibt den Fehler zu und deswegen wird es bis heute nicht ordentlich gemacht. Aber letztlich ist’s ja doch auch nicht so richtig relevant, was fuer einen Namen das Kind traegt … wohohoho … DAS ist natuerlich eine ganz andere Diskussion im Zusammenhang mit wirklichen Kindern; aber darum soll es hier nicht gehen. Deswegen halte ich mich an diesen nach dem „filius Bonacii“ (Sohn des Bonacii) gegebenen Namen.

Die Fibonaccifolge ist eine so schøn einfache Folge. Das naechste Element bildet sich aus der Summe der ersten beiden Elemente. Aus 1 und 1 mach 2. Aus 1 und 2 mach 3. Aus 2 und 3 mach 5. Aus 3 und 5 mach 8 usw. ad infinitum. Hier sind mal die ersten Glieder:

1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 33, 54, 87, 141, 228, 369, 597, 966, 1563 … … …

Diese Reihe waechst also relativ rasant.

Die Zahlen alle hintereinandergeschrieben ergeben eine neue Zahl. Im obigen Beispiel waere das 11235813213354871412283695979661563. Bis zum 17. Element „bildet“ die Fibonaccifolge eine 35-stellige Zahl.

Alles klar, alles einfach. Ich erzaehle das, um das anstehende Problem besser zu verdeutlichen.

In kurz (und mathematisch nicht ganz sauber formuliert) beschaeftigte mich seit Jahren der Gedanke, ob alle Zahlen gleich haeufig in der Fibonaccifolge vorkommen.
Oder anders: wie oft kommt mein Geburtsdatum in der Fibonaccifolge bis zur 100-millionsten Stelle vor und kommt jede andere achtstellige Zahl genauso haeufig vor.

AHAHAHA! In der zweiten Formulierung steckt schon etwas korrektere Mathematik – die Haeufigkeit einer Zahl.
Natuerlich kommen nicht alle Zahlen gleich oft vor bis zu einer gegebenen Stelle der Folge.
Zur Veranschaulichung denken wir uns 4-stellige Zahlen; bspw. die 1234 oder die 9999. Dann kann es natuerlich schon sein, dass die 1234 bis zu einer bestimmten Laenge der Folge exakt genau so oft drin ist, wie die 9999, oder die 8765. Aber von allen 4-stelligen Zahlen wird sicherlich die eine oder andere øfter oder weniger oft bis zu dieser Stelle der Folge drin sein.
„Genauso haeufig“ wuerde also auf die Frage hinaus laufen, ob das Vorkommen aller Zahlen bis zu einer gegebenen Laenge der Fibonaccifolge normalverteilt ist.

Und hier kønnte ein richtiger Mathematiker mich verbessern. Zum Ersten gibt es es einen ganzen Haufen von Wahrscheinlichkeitsverteilungen. Ich habe nicht die leiseste Ahnung, ob die Normalverteilung die Richtige ist (sein kønnte). Bei der Wahl der Verteilung folgte ich dem Indifferenzprinzip (und dem Einfachheits- bzw. Faulheitsprinzip: keine Ahnung haben = nimm das was du kennst).
Zum Zweiten ist die Normalverteilung eine stetige Wahrscheinlichkeitsverteilung. Bei dem Problem handelt es sich aber um ein „diskretes Problem“. Ich sollte das also dahingehend umformulieren, ob sich das Vorkommen aller Zahlen einer Normalverteilung angleicht. Ich habe aber wiederum keinen blassen Schimmer inwiefern das gerechtfertigt ist (sein kønnte).
Das erinnert mich etwas daran, dass ich erstmal zeigen sollte, dass es eine Løsung gibt bevor ich mich an das Berechnen dieser Løsung mache.

Wieauchimmer, mich duenkt, dass dieses Problem mit dem Problem verwandt ist, ob eine Zahl normal ist. Auch bei dieser Behauptung bleibe ich mir (und euch, meinen lieben Leserinnen und Lesern) den Beweis der Richtigkeit derselben schuldig.

Im uebrigen ist das bei Pi (und anderen irrationalen Zahlen) eine offene Frage. Bis zur 100-millionsten Stelle scheint es aber wohl ganz gut zu passen.

Das Problem laeszt sich also auf zwei einfache Probleme herunterbrechen:
1.: addiere zwei Zahlen nach einem bestimmten Schema und haenge die Summe an die Kette ran; brich ab, wenn die Kette eine bestimmte Laenge hat;
2.: zaehle wie oft gewisse Zahlen vorkommen.

„Einfach“ in so fern, dass man sich das leicht vorstellen kann. Am Beispiel oben sieht man ja aber, wie rasant die einzelnen Elemente wachsen. Zur Addition wuerde ich also einen Computer empfehlen. Und eine Zahl mit 100 Millionen stellen zu untersuchen ist auch recht langwierig. Da der Computer ohnehin schon zur Hand ist, sollte der gleich auch zur Analyse benutzt werden. Schlieszlich handelt es sich um ein Zahlenverarbeitungsproblem. Dafuer wurden die Dinger schlieszlich erfunden.

Eigentlich greife ich mit all diesen Ausfuehrungen schon viel zu weit vor. Ich war ja dabei, dass mir das Problem seit Jahren im Kopf rumspukte. Ich hatte aber nie die Musze, mich da mal naeher mit zu beschaeftigen. Wusste ich doch, dass ich dafuer zumindest rudimentaere Programmierkenntnisse haben muss.

Dann aber geschah es, dass ich vor einiger Zeit bei einem Quiz dabei war. Ich will jetzt nicht sagen, dass ich „mitgeschleppt“ wurde. Ich bin da aus eigener Initiative mitgegangen. Aber mein Wissen zu norwegischen Gerichten, Werbespruechen oder anderen bei solchen Quiz‘ gefragten Sachen halten sich doch sehr in Grenzen.

Ich hatte aber einen Stift in der Hand und eine Serviette vor mir liegen. Zunaechst malte ich nur die ueblichen Krusedull (ein Wort, welches ich sehr sehr toll finde). Etwas im Geiste finge ich dann an, die ersten Elemente der Folge aufzuschreiben. Dann begann ich noch mehr Elemente ordentlich auszurechnen. Ich schrieb die Folge bis zu einer gewissen Laenge auf (mich duenkt bis zur 39. Stelle oder so) und zaehlte, wie oft die Zahlen 0 bis 9 darin vorkamen. Dannn zeichnete ich ein Histogramm.
Und dann geschah das, was i.A. als Nerd-Sniping bekannt ist. Ich fing an mir mit meinen (mittlerweile vorhandenen) rudimentaeren (wirklich nicht mehr!) Programmierkenntnissen Gedanken ueber eine Automatisierung des Ganzen zu machen. Nebenbei lief das Quiz natuerlich weiter und ich warf auch ab und zu mal ein Kommentar ein.

Hier ist die Arbeit des beschriebenen Abends zu sehen:

Fibonacci_Start

Damit løse ich natuerlich nicht das eigentliche mathematische Problem dahinter. Aber ich sage mal so. Wenn ich sehe, dass sich die Haeufigkeiten fuer bspw. alle vierstelligen Zahlen bis sagen wir zur 100-millionsten Stelle der Fibonaccifolge einer Normalverteilung genuegend angleichen, dann sehe ich das Problem fuer meine Beduerfnisse als geløst an.

Eine technische Sache noch an dieser Stelle. Bisher schrieb ich bspw. „4-stellige Zahlen“. Natuerlich sind damit 4-stellige Zeichenketten gemeint.
4-stellige Zahlen beginnen bei der 1000 und enden mit der 9999.
Bei der „0007“ hingegen handelt es sich um eine 4-stellige Zeichenkette, auch wenn die Zahl selber einstellig – die Sieben eben – ist.
Wenn man sich auf die Ziffern 0 bis 9 als Zeichen beschraenkt beginnen 4-stellige Zeichenketten bei der „0000“ und enden bei der „9999“. Man hat also insgesamt 10.000 verschiedene 4-stellige Zeichenketten.
Ich entdeckte dieses Problem erst als ich schon „mittendrin“ war. Sicherlich auch dadurch bedingt, weil ich die ganze Zeit ja irgendwie mit Zahlen  arbeite. Da musste ich durch „Fehler in den Resultaten“ erstmal auf den Unterschied zwischen Zahl und Zeichenkette gestoszen werden.

Aber genug fuer heute.
Die naechsten Beitraege werden sich zunaechst dem „technischen Hintergrund“ widmen, bevor ich mich an die Dartellung der spannenden (und schønen) Ergebnisse mache.

Das Hautgebaeude war (so weit ich weisz) das erste Gebaeude als die in Trondheim ansaessige Universitaet vor ueber 100 Jahren gegruendet wurde.

Es sieht ein bisshen aus wie bei Harry Potter.

Bei der Toilette, bzw. eine der Vielen, sind nicht nur so schick die Rohre zu sehen …

Hovedbygget

… sondern auch der Fuszboden ist in so einer herrlichen Farbe gestaltet. Und mich duenkt, dass es sich dabei auch noch um feinen, und heute immer seltener anzutreffenden, Linoleumbelag handelt.

aus diesem Beitrag, darf sich wieder ihren eigentlichen Aufgaben (Leute verfluchen) widmen. Denn ein ordentlicher B-Wing Pilot steht endlich zur Verfuegung:

B-Wing Pilot

Oder aber mal schauen, was der junge Mann, der bei mir wohnt, dazu meint, ob die Mumie nicht einfach weiterfliegen darf und diese tolle Figur (der Guertel!) stellt sich einfach nur davor hin.

Im ersten Beitrag dieser Reihe versprach ich, dass der Einfluss des hiesigen Filmfestivals in einem eigenen Beitrag betrachtet wird.

Nun ist es aber so, dass der Einfluss auf die Gesamtzahl der Kinobesuche und auf den durchschnittlichen Kartenpreis bereits in besagtem ersten Beitrag betrachtet wurde; es werden mehr Besuche insgesamt und der durchschnittliche Kartenpreis nimmt etwas ab.

Im zweiten Beitrag dann wurde klar, dass ich deswegen mehr Filme im Nova sehe, als im Prinsen. Ein Einfluss darauf, in welchem Saal ich Filme schaue gibt es nicht, da im gesamten Nova nur Festivalsfilme laufen.

Bisher war ich im Wesentlichen ohne andere Leute in Festivalfilmen. Deswegen ist der Einfluss des Festivals derart, dass der blaue Teil der Balken im erste Bild des dritten Beitrages zunimmt.
Mhm … ich bin mal positiv und nehme an, dass ich mit besagter „Newcomer(in)“ im naechsten Jahr mehrere Kosmoramafilme schauen werde. Damit duerfte oben besagter Einfluss sich ausgleichen, aber ihr Anteil an der dritten Grafik wird dadurch natuerlich rasant zunehmen.

Bei der Untersuchung der Tage und Monate im vierten Beitrag stellte sich schlieszlich heraus, dass ich durch Kosmorama ueberdurchschnittlich viele Filme im April (bzw. Mai) sehe. Dieses Jahr wird das Festival im Maerz stattfinden und sich sicherlich entsprechend bemerkbar machen.
Im allgemeinen gibt es keinen Einfluss auf die Tage, denn ich schaue an allen Festivaltagen ungefaehr gleich viele Filme.

Aufgrund des Ursachen des Resultats verzichtete ich bei der Betrachtung der Uhrzeiten im fuenften Beitrag darauf, mehr als das dort Gezeigte und Gesagte einzufuegen.

Dies wird nun hier, nachgeholt.

Da zu der Zeit als ich diesen Artikel schreibe (01. Oktober 2014) das Jahr 2014 noch nicht abgeschlossen ist, sind in folgendem die Daten fuer 2013 zu sehen.

18_Kosmo

Die blauen Balken repraesentieren ausschlieszlich die waehrend Kosmorama geschauten Filme, waehrend die roten Balken alle in 2013 geschauten Filme darstellen (inkl. der Kosmoramafilm!).

Abgesehen davon, dass Kosmoramafilme teilweise fuer die einzigen Eintraege zu gewissen Uhrzeiten verantwortlich sind, so sieht man, dass das Festival keinen (!) Einfluss auf die Lage der Hauptpeaks hat. Offensichtlich planen die Festivalverantwortlichen mit ein, dass man zwar am Beginn eines Tages immer gut durchgeplant alles schauen kann, aber dann Unregelmaeszigkeiten im Plan durchaus willkommen sind, denn man braucht ja auch mal ’ne Pause, nicht wahr.
Und selbst wenn die Kosmoramafilme zu „den ueblichen Zeiten“ gezeigt werden wuerden, so wuerde es in der Summe einem „konstanten Untergrund“ entsprechen und die Lage der Peaks nicht beeinflussen.

 

An dieser ganzen Datensammlung ist durchaus interessant, dass ich das Genre der geschauten Filme nicht angebe. Das ist fuer mich i.A. einfach nicht von Belang. Mal davon abgesehen, dass ich Schreckfilme seit einigen Jahren eher vermeide (ich bin halt nicht mehr der Juengste) und mich romantische Komødien nicht interessieren. Aber auch da gibt es Ausnahmen. Letztlich ist ein Film entweder eine gute Unterhaltung, eine „Freude fuer die Sinne, den Geist und das aestethische Empfinden“ (wie „Kunst“ im Allgemeinen) oder Beides, oder ein Film ist es nicht. Da kommt es nicht auf das Genre an.

 

Mit diesem Beitrag møchte ich diese kleine Serie abschlieszen. In zehn Jahren oder so folgt mglw. ein Update. Ich hoffe dann nicht schon wieder irgendwie im Zuge eines emotional all zu schweren Umbruchs.

Ich hoffe es machte euch, meinen lieben Leserinnen und Lesern, etwas Freude in die Welt der (meiner) Kinometadaten einzutauchen. Zumindest ich fand es schon ziemlich erstaunlich, was man so alles da heraus holen kann.

Auf seine eigene Art und Weise, hat der Jahrtausendturm in Magdeburg einen gewissen Charme. Ich muss aber gestehen, dass ich von der Ausstellung dort nie sonderlich beeindruckt war. Ist ganz gut gemacht, aber es haute mich nicht vom Hocker.

Wieauchimmer, die Ausstellung dort ist ja nur in so fern Thema dieses Beitrages, als dass es ein Artikel innerhalb der Miniserie „Toiletten in Bildungseinrichtungen“ ist.

Und hier sind drei Urinale, von vor ca. 10 Jahren oder so:

Jahrtausendturm2

Bitte gehen sie weiter, es gibt hier nichts zu sehen.

Ebensowenig beim Sitzklo:

Jahrtausendturm1

Mit solch langweiligen Toiletten schreiben sich die Beitraege schnell. Ist ja auch was Feines.

JA! Ich sehe Kinos im Algemeinen auch als Bildungseinrichtungen an.

Zum Ersten sind Filme Kunst. Selbst der duemmste Actionknaller von Jerry Bruckheimer kann das nicht komplett verstecken, egal wie sehr sich die Filmemacher auch anstrengen møgen.

Zum Zweiten wird man dort ab und zu zu „schwierigen Themen“ informiert. Beispielhaft verweise ich auf das hiesige Filmfestival. Aber natuerlich werden nicht nur dort derartige Filme gezeigt.

Und zum Dritten bringen Kinos via der dort gezeigten Filme andere Welten, Vorstellungen, Leben, Gedanken etc. zu den Menschen. Und mit etwas Anderem als dem Alltaeglichen in Kontakt zu kommen ist immer bildend. Selbst wenn es im Film vornehmlich um gigantische Roboter geht, die sich mit gigantische Monstern aus einer anderen Dimension (oder so) pruegeln. Der verlinkte Film ist im uebrigen sehenswert. Aus verschiedensten Gruenden, nicht nur der gigantischen Roboter wegen, die sich mit gigantischen Monstern pruegeln ;) .

Nur eine Toilette diesmal, das (ehemalige?) Klo fuer funktionsgehemmte Personen.

Prinsen

Das Pendant des Nova stellte ich bereits an anderer Stelle vor.

Mglw. „ehemalig“, weil ich im Moment des Schreibens gerade nicht sicher bin, ob diese Armstuetzen noch vorhanden sind. Das Bild ist naemlich schon ein paar Jahre alt.

Und dann faellt mir noch auf, dass dieser Beitrag ja sehr gut zu der nun bald abgeschlossenen Kino-Miniserie passt. Ob man da von Synergieeffekten sprechen kønnte … Mhm?

Nach den ganzen Monaten, Wochen und Tagen, zeigte sich bei der Auswertung der Stunden die Macht der Metadaten.

Aber zunaechst die Uebersicht ueber die Startzeiten der geschauten Filme:

15_Uhrzeiten_Gesamt

Wie man sieht, sah ich Filme frueh am Morgen (mich duenkt, dass es sich dabei nur um Kosmoramefilme handelte) und spaet in der Nacht. Dazwischen scheine ich drei Zeiten zu bevorzugen; um 20:00 Uhr, um 17:30 Uhr und 15:00 Uhr (und etwas spaeter).

Dies schien mir erstmal plausibel. Bis ich mir mal die Daten ueber die Jahre im Einzelnen angeschaut habe. Der Uebersichtlichkeit halber seien im naechsten Bild nur die Jahre 2007 (blau) und 2012 (rot) gezeigt:

16_Uhrzeiten_Beispiele

2007 entspricht dem, was man nach dem ersten Bild erwarten wuerde. „Hauptpeak“ um 20:00 Uhr, zweiter Peak um 17:30 Uhr. Kein dritter Peak in diesem Fall.

Bei 2012 hingegen gibt es eine Verschiebung der Peaks zu frueheren Zeiten.

Das fand ich doch aeuszerst spannend. Ich erinnerte mich naemlich, dass ich mein Kinogehverhalten in den letzten Monaten meiner Ehe (vor der Kernschmelze) doch dahin aenderte, dass ich eher waehlte frueher ins Kino zu gehen um entsprechend frueher zu Hause zu sein. Dies aufgrund meiner eigenen psychischen Unzulaenglichkeiten (a.k.a. Aengste; dazu aber nicht mehr an dieser Stelle).

So fragte ich mich, ob sich in diesen Metadaten der Zustand meiner Ehe widerspiegelte. Also untersuchte ich die Uhrzeit des 1. und 2. Peaks in allen Jahren von Hand.
Hier ist das mMn schønste aller Ergebnisse dieser vielen Stunden Datenschau:

17_Zeitpeaks

Sobald ich das Kino als mein ganz persønliches Filmzimmer okkupiert hatte, ging ich ueber viele Jahre am liebsten zu ca. 20:00 Uhr und am zweitliebsten ca. 18:00 Uhr ins Kino. Daran aenderten auch wirklich einschneidende Ereignisse in meinem Leben nichts. Weder das emotional sehr anstrengende Ende meiner ersten Beziehung (2004), noch das Beginn eines „geregelten Arbeitslebens“ nach dem Abschluss meines Studiums (2005), ebensowenig das Hinzukommen des jungen Mannes der bei mir wohnt (2007) und auch nicht der Umzug ins schøne Norwegen (2008).
Im Jahre 2009  hingegen steigt sowohl die Zeit des ersten, als auch des zweiten Peaks signifikant. Im Jahre danach pendeln sich die Zeiten zwar bei den ungefaehr gleichen Zeiten wie vorher wieder ein, aber in „umgekehrter Reihenfolge“; ich waehlte also eher ca. 18:00 Uhr im Kino zu sein. In 2012 dann sackt der 2. Peak sogar auf eine Zeit unter den 1. Peak ab.

Die Daten fuer 2012 und 2013 erklaerte ich weiter oben. Je weniger Naehe ich erlebte umso mehr wollte ich haben. Deswegen wollte (!) ich eher zu Hause sein.

Ca. 2009 erinnere ich mich, dass es haeufig „ziemlich schlechte Luft“ war. Nichts, was ich wahr haben, oder auch nur eingestehen konnte damals. Aber ich erinnere mich, dass ich durch „lange ins Kino gehen“ versuchte den damit verbundenen, unangenehmen Gefuehlen zu entkommen. Mittlerweile weisz ich, dass dies ein mir typisches Fluchtverhalten war/ist.

Dann im Jahr darauf nahmen die oben erwaehnten Aengste zu und der 1. Peak (zur Erinnerung: die „hier geh ich am haeufigsten ins Kino“-Zeit) verschob sich nach unten. Gleichzeitig ist das Fluchtverhalten noch erkennbar. Dann in 2012 die damalige (leichte) Depression, die aber nicht an die Ursache derselben ging, sondern im Wesentlichen nur die (offensichtlichsten) Symptome behandelte. Ich konnte mir das Desaster einfach noch nicht eingestehen.

Der Rest ist bekannt.

Ich fand es ganz erstaunlich, inwiefern sich mein emotionales Wohl- bzw. Unwohlsein derart auf etwas (ins Kino gehen) auwirkt, was die meisten Leute als eher weniger relevant ansehen. Aber mich duenkt, dass bereits in den vorherigen Artikeln dieser kleinen Reihe etabliert wurde, dass Kino fuer mich etwas Besonderes … nein Normales … ach, vermutlich Beides ist.

 

Insgesamt ist dies alles sehr sehr interessant, nicht wahr – was Metadaten doch alles ueber uns verraten. Dabei haben wir alle doch eigentlich ueberhaupt nichts zu verstecken!

Da haette ich doch beinahe vergessen, dass ihr, meine lieben Leserinnen und Leser, noch der anderen zwei „Unter Knochen“-Baende harrt. Hier sind diese:

Unter Knochen 3+4

Den Abenteuern des Monsieur Mardi-Gras zu folgen lohnt sich.

Selbst dem Tagesspiegel war der Abschluss der Reihe ein Beitrag wert.

Strand

Im letzten Abschnitt des Beitrages „Unumstritten?“ meine ich, dass die Darstellung von Frauen, so wie es beispielhaft in dieser Kategorie meines weblogs wiedergegeben ist, nicht hilft, bessere Verhaeltnisse zu schaffen.
Aufgrund eigener Erlebnisse fragte ich mich nun allerdings das Folgende: wuerde eine „keusche“ Darstellung mglw. eher noch mehr dem Erhalt der, von mir so oft erwaehnten, Menschen ausschlieszenden Strukturen dienen?

Bezueglich sexueller Freiheit denke ich, dass diese ja insb. fuer Frauen wichtig ist. Also Freiheit im Sinne von „wir leben im 21. Jahrhundert“, „ihr Kørper, ihre Regeln“ und „gegenseitigem Einverstaendnis“.

Ich meine, dass eine Darstellung – „keusche Kleidung“ = „schøn“ – auch immer implizieren wuerde, dass das dazu „passendes“ Verhalten erstrebenswert ist. Ich behaupte, dass dies der Freiheit der Frauen nicht førderlich waere. Diese Behauptung kann ich aber in keinster Weise wissenschaftlich stuetzen.
Ich habe es aber (wie oben geschrieben) selbst erlebt, dass durch eine „Keuschheit ist was Gutes“-Sozialisierung sich Frauen nicht trauen, sich „sexy“ anzuziehen, selbst wenn sie sich so fuehlen.
Also wieder eine Art der Unfreiheit.

Das alles ist nur so eine Ueberlegung. Noch nicht mal eine besonders weit durchdachte Ueberlegung. Und eine Løsung kann ich schon gar nicht anbieten.

Im Uebrigen wird dadurch natuerlich auch meine eigene Freiheit eingeschraenkt. Zum Beispiel die Freiheit das zu sagen, was im Bild steht: dass ich der dargestellten Frau den ganzen Tag beim Sonnebaden zusehen kønnte, ohne dass mir langweilig werden wuerde. Meine ich das auch … mhm … ich muss gestehen, dass ich dem teilweise zustimme.

Nunja … jetzt komme ich aber vom 100-sten ins 1000-ste. Das muss ich mal an anderer Stelle fortfuehren.

An den letzten Beitrag anknuepfend møchte ich euch, meinen lieben Leserinnen und Lesern, heute gerne einige der Gedanken Bernd und Hilla Bechers naeher bringen. Hier kann man mal ein Beispiel ihrer Kunst sehen. Es lohnt sich nach mehr zu suchen.

Sie selber sagen:

We were interested in architecture. But what you call „architecture“ is probably designed architecture, and we were both interested in that difference. The principle „form follows function“ is rather not in architecture but in industrial buildings.

Es ist schon ein interessanter Gedanke, stinknormale Wassertuerme (oder Getreidemuehlen, Stollenaufzeuge etc. pp. – die Beiden haben ein sehr interessantes Portfolio) zu fotografieren und dies dann als Kunst zu deklarieren.

Hier ist es deutlich einfacher zu begruenden warum dies geschieht. Handelt es sich doch zum einen schon um einen bereits als Kunst anerkannten „Gegenstand“ (Architektur) und zum anderen sind die Bilder an sich auch sehr …  mhm … ja was eigtl.? … sicherlich professionell und auch schøn anzusehen … es faellt mir immer schwer es in Worte zu fassen, was ich Angesichts von Kunst fuehle und warum ich so fuehle. Ich denke ihr, meine Leser und Leserinnen, wisst, worauf ich hinaus will … irgendwie sowas wie „aestethisch anspruchsvoller“ mein ich.

Diese Faszination fuer „Form follows Function“ kann ich zwar nachvollziehen, aber das ist nicht warum ich Toiletten fotografiere und als Kunst deklariere. Oder anders: Form ist (fast) nicht von Bedeutung. Auch nicht Funktion. Man kann diesen Alltagsgegenstand Toilette nur bedingt fuer etwas anderes gebrauchen. Die Funktion ist also klar.
Die Frage die sich mir deswegen stellt: warum sollte es NICHT Kunst sein. … Ganz perfide ueberlasse ich also den Kritikern (oder denen, die sich drueber lustig machen) die Beweislast.
Die Frage warum es Kunst sein sollte ist einfach zu beantworten: Weil Kunst (auch) im Auge des Betrachters liegt.

Und nun noch die Bilder.

TheaterOldenburg2

So allein wie es da haengt, kønnte man es fuer eine Kunstintallation halten, nicht wahr ;)

TheaterOldenburg1

Mhm … da faellt mir nix zu ein … Vielleicht: Form follows function :P