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Ein Kindeheitstraum … oder vielmehr ein Traum meiner fruehen Jugend, denn Sat.1 kam spaeter in unseren Haushalt als bei anderen … wird wahr. Endlich kann ich alle Episoden der ThunderCats schauen:

Toll wa!

Im Sommer waren wir in Uppsala und weil Stockholm nicht weit weg ist, haben wir zwei Tagesausfleuge dorthin gemacht. Und wenn man als Nerd in Stockholm ist, dann ist ein Besuch im Science Fiction Bokhandeln Pflicht!
Besagten Laden kønnte ich jedes Mal wenn ich da bin leer kaufen. Dieses Mal ging ich (wie jedes Mal) rein, mit dem festen Vorhaben, dass ich nur gucken will, denn ich habe ja noch so viele andere Sachen zu lesen/schauen. Aber dann entdeckte ich obiges Komplettset einer Serie, die ich als junger Jugendlicher voll toll fand, von der ich aber nur ein paar Episoden gesehen habe.
Deswegen nahm ich mir vor ueber 25 Jahren vor, dass ich als Erwachsener dann mal alle Episoden auf Videokasette haben will. Nun ja, aus der Videokassettensammlung wurde (zum Glueck!) nichts. Aber als ich dann die oben gezeigte Box dort im Laden stehen sah, wurde (mal wieder) nix aus meinem Vorhaben. Ich habe (buchstaeblich) drei oder fuenf Sekunden gezøgert, weil ich in meinem Geiste die Frage ob ich das denn wirklich jetzt braeuchte logisch zu beantworten. Aber meine Freude darob dieses Fundes hatte laengst alle logischen Argumente ueberstimmt.

Deswegen wiederhole ich es nocheinmal: Thunder! Thunder! Thunder! Thundercats, Ho!
Die zweite Serie deren Eingangssequenz im verlinkten Video gezeigt ist — SilverHawks — ist ein weiterer Kindheistraum … ich bin gespannt, wann ich mir diese Kollektion zulegen werde … tihihihi.

Ansonsten wuensche ich ein ganz fantastisches 2022.

Realgeschichtlich begegnen wir in diesen Jahren dem (mal wieder) verkuendeten „End of history„. Waehrend dies realgeschichtlich (mal wieder … leider… ?) nicht eingetreten ist, so macht es sich in den Peanuts doch bemerkbar.

Besagtes philosophisches Argument geht in groben (!) Zuegen davon aus, dass die Menschheit gesellschaftsentwicklungstechnisch einen Punkt erreicht (hat), an dem es keinen Grund gibt was Neues zu machen. Dies liegt daran, weil alles so knorke ist. Dagegen gibt es viele Argumente, aber die Ereignisse der gegebenen Jahre in Betracht ziehend, wundert es mich ueberhaupt nicht, dass dieser Essay so viel beachtet wurde.

Waehrend ich oben auf den beruehmten Artikel von Francis Fukuyama verweise so ist die Idee nicht neu. Spontan faellt mir da als weiteres Beispiel, philosophisch/politisch aus einer anderen Ecke kommend, „der Kommunismus“ als „Endform der Gesellschaft“ ein.

Ich erwaehne das nicht nur, weil es zeitlich passt, sondern auch weil ich den Eindruck hatte, dass bei den Peanuts dieser Zustand eingetreten ist. Ende der 80’er waren sowohl die Peanuts als auch deren Autor, Charles M. Schulz, professionell, monetaer und gesellschaftlich seit vielen Jahren etabliert. Oder anders gesagt: die Figuren hatten in diese Jahren laengst ihre eigenen Wesenszuege ausgebildet. Dies wiederum wirkt darauf zurueck, wie Schulz die Geschichten schreibt — zwar jedesmal neu, aber dennoch irgendwie bekannt … ja mglw. gar vorhersagbar.

Das mindert in keinster Weise die Relevanz der Peanuts als kulturelles und gesellschaftliches Gut. Ebenso ist es auch NICHT „die alte Leier“. Vielmehr ist es so, dass man weisz, was man mit und an den Peanuts hat.

Ich gebe aber zu, dass ich ungefaehr ab hier anfing mehr aus „kultureller Pflicht“ und „intellektuellem Interesse am Gesamtwerk“ die Baende gelesen habe, als aus innerer Freude darob der Abenteuer der Kinderschar.

Spike

… ist einer von Snoopies Geschwistern und er wohnt in der Wueste in einer Wohngemeinschaft mit einm Saguarokaktus.

Spike war mir immer sympathisch. Er ist ein bisschen weltfremd, aber meist zufrieden mit seinem Leben fernab der Krach machenden Zivilisation.

Am Anfang ist mir das gar nicht so aufgefallen, aber Snoopies Geschwister interagieren fast nie mit den restlichen Charakteren.

Es wuerde mich nicht wundern, wenn das bei mir unterbewusst auch dazu beitraegt, dass ich Geschichten rund um die hochantropomorphisierten Hunde immer mit am besten fand :)

Der zweite Band (hier der Schuber) …

… kam ein Jahr nach dem ersten Band heraus. Mittlerweile ist fast noch ein Jahr vergangen und ich freue mich total auf den dritten Band.

Alan Moore war der Schreiber hinter den in diesen Baenden gesammelten Geschichten. Er hat aber auch Ideen von seinen Mit-Kuenstlern angenommen und ausgearbeitet. Diese waren derer eine ganze Menge ueber die Jahre, aber heute von Interesse ist Stephen R. Bissette, der Penciller besagter sumpfiger Kunstwerke.

Als Autor von Comics schreibt man nicht nur die Geschichte „runter“, sondern man muss sich auch ueberlegen, wie eine Bildkomposition aussehen soll, wie die Panels angeordnet sein sollen, ob die Grenze eines Panels durchbrochen werden soll usw. usf. All dies traegt dazu bei, dass Comics ein viel dynamischeres Medium sein kønnen, als Buecher (und somit „naeher“ an Filmen).
Aber die Umsetzung all dieser Dynamik haengt massiv an den mitschaffenden Kuenstlern neben dem Autor. Und hier ist die Verbindung zu Stephen R. Bissette. Denn das tolle an diesen Swamp Thing Ausgaben ist, dass Alan Moore das nicht nur geschrieben hat, sondern er hat das geschrieben mit den speziellen Talenten der Anderen im Hinterkopf.

Im Nachwort zum ersten Band beschreibt Stephen R. Bissette die Arbeit an Swamp Thing als einen „Tanz“ in dem die teilnehmenden Taenzer (der dritte wird beim naechsten Mal wichtig) aufgingen, weil es fuer sie so natuerlich war diese Kunstwerke jeden Monat zu erschaffen.

Und das sieht und fuehlt man! Man kønnte einzelne Panele oder ganze Seiten dieser Swamp Thing Ausgaben nehmen und ohne Weiteres ins Museum haengen. Und dank der Sammelbaende kann nun auch ich an dieser Kunst teilhaben :)

Auf dem Schuber …

… ist dieses Mal Schroeder zentral.

Aber diese Figur ist gar nicht soooo prominent in den Strips, wie ich immer dachte. Womit ich wieder bei dem waere, was ich im allerersten Beitrag dieser Serie bzgl. der kulturellen Relevanz der Peanuts sagte.

Ansonsten bin ich damit bei den 80’er Jahren angelangt und meiner Meinung nach ist die beste Zeit der Peanuts vorueber.

Es gibt noch ’ne ganze Menge echt tolle Geschichten und Momente, aber man kønnte sagen, dass die Peanuts sich zu diesem Zeitpunkt „niedergelassen“ haben. Oder anders: professionell (auf hohem und høchstem Niveau), aber Unerwartetes …

… habe ich nicht mehr erwartet (und auch nicht erhalten). Wobei das sicherlich auch an mir, dem Leser, liegt. Ich habe die Peanuts zu diesem Zeitpunkt jeden Tag seit (ueber) dreiszig Jahren begleitet. Da weisz ich halt auch schon was zu erwarten ist. So ist das eben im Leben. Das mindert nicht meine Freude an den Figuren, den Geschichten … der Kunst :) .

Peppermint Patty

… fand ich frueher immer doof. Das lag bestimmt daran, …

… weil ihre Noten in der Schule schlecht waren und sie Sport toll fand. Aber …

… beim Lesen aller Peanut Strips wurden sie und Marcie zu meinen Lieblingscharakteren. Dies lag nicht zuletzt daran, …

… dass ich sie als eine sehr ehrliche und ehrlich positive Persønlichkeit, trotz aller Widrigkeiten, wahrnnehme :) .

Wenn ich ehrlich bin, dann waren mir die Peanuts urspruenglich vor allem dadurch „bekannt“, dass sie auf total viel Zeug raufgepappt waren. T-Shirts, Brotbuechsen, Buchumschlaege etc. pp. Die Strips erschienen nicht so richtig in Dtschl. und die Filme hatte ich auch nicht gesehen (auszer vielleicht mal einen Schnipsel hier und da). Im Wesentlichen war das „damals“ so, wie Hello Kitty heute ist. Vor mich duenkt mehr als 15 Jahren las ich in diesem Zusammenhang mal einen Artikel der dies als „Infantilisierung der Gesellschaft“ beschrieb. Wobei dies nicht nur mit der negativen Konnotation zu lesen ist, sondern einfach nur als Zustandsbeschreibung, dass (anders als frueher) Elemente der Kindheit heutzutage auch als Teil des Erwachsenenleben bestehen bleiben.

Wieauchimmer, ich schrieb „Hello Kitty“ oben und bei den Peanuts ist ein vergleichbarer Charakter Woodstock … Verglichen mit seiner (ja, er ist maennlich) Praesenz in den Strips ist dieser uberproportional haeufig auf Merchandise gedruckt. Das liegt sicherlich daran, dass er von allen am niedlichsten ist.
Woodstock tauchte erstmals zum Ende der 60’er Jahre auf, aber wenn ich mich richtig erinnere, erschien er øfter erst ab den 70’er Jahren. Trotz seiner Beliebtheit ist er mglw. deswegen erst jetzt auf dem Schuber praesentiert:

Hier dann auch als das zentrale Element in der Portraitcollage, …

… aber interessanterweise nicht als Cover des Schutzumschlags des ersten Bands (das ist naemlich Sally), …

… sondern erst als Coverillustration des zweiten Schutzumschlags des zweiten Bandes:

Schøn gemacht finde ich in dem ganzen Zusammenhang mit ihm, wie er bei der Illustration klein bleibt, aber sein Schatten grøszer ist als er selbst … ganz dem entsprechend was ich oben schrieb :) .

Nun sehen sie aus, wie wir sie kennen …

… und wie man an Linus Kuscheldecke sieht, haben sich auch ihre Erkennungsmerkmale und spezifischen Verhalten eingestellt … wenn auch noch nicht voll ausgepraegt.

Wenn ich mich richtig erinnere, dann waren es ca. 2(+) Jahrzehnte, in denen ich die Peanuts richtig gut. Ja durchaus bewegend und auch abseits der, im ersten Artikel hierzu erwaehnten, Langlebigkeit der Serie auch vom Inhalt relevant fand … selbst mehr als ein halbes Jahrhundert spaeter. Und die hier gezeigten Jahre …

… waren mittendrin in diesen 2(+) Jahrzehnten.

Heute nur ganz kurz die Bilder, weil ich keine Lust habe viel dazu zu schreiben (und das wird in Zukunft bestimmt noch øfter passieren).

Sowohl die Illustrationen auf dem Schuber …

… als auch auf den beiden Baenden an sich …

… gehen schon viel deutlicher in die Richtung der Peanuts wie wir sie kennen. Noch nicht komplett, aber das Meiste ist jetzt da. Im Laufe der naechsten Jahre und Jahrzehnte kommt es zwar noch zu Veraenderungen, diese sind aber nicht so stark wie vom Anfang bis zu diesem Zeitpunkt. Charles M. Schulz hatte dann wohl seinen Stil gefunden (und beibehalten) :) .

Die kulturelle Relevanz der Peanuts, auch heute noch, liegt nicht zuletzt daran, dass es seit von Tage des ersten Erscheinens derselbigen, bis zum Tode Charles M. Schulz‘, an jedem Tag ein neuer Strip erschienen ist. Das Vorhandensein von Kunst als eine Konstante in unserem Leben, ja Kunst als staendiger Begleiter, gibt uns Halt und Orientierungspunkte im Leben … und das ist psychologisch fuer das Individuum unheimlich wichtig … und damit fuer die Gesellschaft als Ganzes.
Sei es der Theaterbesuch mit der Freundin oder der Konzertbesuch mit dem Bekannten. Sei es das Kino oder das Zocken, welches einem hilft persønlich schwierige Zeiten besser durchzustehen. Seien es Comics oder Buecher die einem Helfen die Menschheit besser zu verstehen. Und ueber einiges von dem Gesehenen/Erlebten/Gehørten/Gefuehlten wird danach mit Anderen geredet.

Durch alltaegliche Kunst werden soziale Bindungen  geschaffen, gepflegt, erweitert.

Und deswegen sind die Peanuts (auch heute noch) so relevant. Denn diese waren fuer ueber 50 Jahre ein staendiger Begleiter in der Gesellschaft in der wir leben und haben allein schon deswegen die Menschen beeinflusst.

Die Illustration des zweite Schubers, welcher alle Peanuts Comic Strips der vier Jahre von 1955 bis 1958 enthaelt, zeigt deutlich, dass wir noch ganz am Anfang dieser Entwicklung sind. Hier ist die eine Seite zu sehen …

… und hier die andere Seite:

Die zwei Baende an sich sind dieser …

… und der hier:

Jung waren sie da noch, die Peanuts.