Plipoe DL-Y f299 B ist der erste G (White-Yellow) Star auf meiner Reise. Es ist der schnellste Stern dieses Typs in Periapsis, mit einer Geschwindigkeit von 682,424.2504230621 m/s (ca. 2,456,727.30 km/h). Dieser Stern ist im Orbit um ein schwarzes Loch und nur 14 Lichtsekunden entfernt findet sich ein Neutronenstern. Es ist also ziemlich voll auf kleinem Platz. Eigentlich wollte ich alle drei Schwestern ins Bild bekommen, aber dann sah ich, das dieser Stern gepfurzt hat …

… und konnte mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen, die gruenlichen Gase anstatt dessen zu fotografieren

Irgendwie im Sinne des Obigen ist auch Nyuenooe FL-P e5-1380 2

… denn hier scheint nie die Sonne … tihihihi.
Solch schwarze Ringe hatte ich so noch nicht vorher gesehen, wobei das natuerlich nur gegen den Hintergrund der Galaxis so schick aussieht. Und dabei ist das noch nicht mal ein Rekordhalter. Dieser Planet hat zwar die tiefste registrierte Oberflachentemperatur von nur einem Kelvin, aber es gibt etliche andere Planeten, bei denen das auch so ist.

Dann war ich noch bei Sgr A*. Dieses Supermassive Black Hole haelt offensichtlich alle Rekorde dieses „Sternen“typs. Diese Rekorde sind (Werte in Klammern):
– absolute Helligkeit (20)
– Alter (486 million Jahre … das muss ein Fehler in der Datenbank sein)
– Achsenneigung (8.826357538210237 Grad)
– Umfang des Orbits (2,489,972,142.3838534 m … was super wenig ist, was aber daran liegt, dass es so krass viel schwerer ist verglichen mit dem Begleiter)
– Exzentrizitaet des Orbits (0.881)
– Umlaufzeit fuer einen Orbit (57,710,156.0 s oder ca. 667.9 Tage)
– die grøszte Halbachse (521,224,189.561082 m oder ca. 0.0035 au)
– Geschwindigkeit in Periapsis (225.61766482130255 m/s oder ca. 812.22 km/s … was natuerlich am schnellsten und am langsamsten gleichzeitig ist, da es keine anderen Supermassiven Schwarze Løcher in der Galaxis gibt)
– und von allen „Sternen“-typen hat es natuerlich die grøszte Masse (516608 Solmassen)

Und wenn man das Bild sieht, wird auch (ohne weitere Worte) klar, warum es in diesem Logbucheintrag aufgefuehrt ist und keinen eigenen Eintrag bekommt … tihihihi:

Aber das war’s noch nicht! Denn in dem selben System gibt es mit Source 2, ein B (Blue-White) Star, einen weiteren Rekordhalter! Dieser ist von allen Sternen diesen Typs am schnellsten in Periapsis mit 7,770,391.919128156 m/s oder ca. 27,973,410.91 km/h). Und das ist ein zweifacher Rekord, dann damit ist es auch der schnellsten Stern von ALLEN Sternen im Sternenatlas. Hier ein Bild …

… auf eine Art und Weise, die diesen Eintrag etwas erwachsener abschlieszt *kicher*.

Das was hier angefangen wurde benøtigt natuerlich auch etwas um es voran zu treiben. Das Etwas ist hier zu sehen:

Naaaaaa? Aufmerksame (und treue) Leserinnen und Leser meines weblogs kønnen nun møglicherweise bereits erahnen was es am Ende mal wird. Falls nicht, dann bleibt die Spannung noch ein bisschen erhalten :)

Dryao Chrea AZ-Y c1-3721 7 a ist etwas ganz Besonderes! Seit einigen Monaten habe ich mich gefreut diesen Mond zu besuchen. Endlich war ich in der Naehe.

Aber ich fange besser am Anfang an.
Als ich damit begann in den Daten des galaktischen Atlas zu støbern kam ich zu dem Punkt, an dem ich die Geschwindigkeit eines jeden katalogisierten Himmelskørpers in Periapsis (und anfangs auch in Apoapsis) wissen wollte. Weil das hunderte von Millionen von Berechnungen sind schrieb ich ein Program und fuer alle anderen Rekorde funktionierte das auch ganz gut.

Aber dann … … … ganz pløtzlich … … … explodierte besagtes Programm! … … … Wait! What? … Hææh? … Wieso denn das?

Ich setzte mich daran dem Fehler auf die Spur zu kommen und Ausnahmsweise hatte es nichts mit meinem Code zu tun. Der war richtig. Ich wurde bei dem Prozess aber darauf aufmerksam, dass ich implizit annahm, dass der Orbit aller himmlischen Kørper eine angemessene Exzentrizitaet hat. „Angemessen“ bedeutet zwischen Null und Eins aber OHNE die Grenzen!

Und jetzt war da Dryao Chrea AZ-Y c1-3721 7 a. Dieser kleine Mond ist zwischen ca. 100 Millionen katalogisierten Himmelskørpern der einzige mit einem hyperbolischen Orbit!

WHOA!!!!!! Ist ja geil! … … … Aber leider nur in den Daten des galaktischen Atlas :( .
Als ich hinflog war der Orbit beinahe ein perfekter Kreis. Da hat vielleicht kosmische Strahlung ein Bit geflippt … oder so.

Wieauchimmer, ich habe diesen Mond dennoch gescanned, gemapped und ich landete natuerlich auch. Und hier ist nun endlich der einzige „hyperbolische“ Mond in der Galaxis:

Ach ja … ich erwaehnte es nicht, aber im Bild sieht man es: Kassiopeia hat ein neues Kleid bekommen :) … das leuchtet! Cool wa!

Eotchops AA-A h446 1 ist der White Dwarf (DCV) Star mit der høchsten Rotationsperidoe … vulgo: der dreht sich am langsamsten von allen (ehemaligen) Sternen dieses Typs. Fuer eine komplette Umdrehung braucht der ganze 2.290086082175926 Tage. Entsprechend scheinen die Jets still zu stehen, was auf diesem Bild gut gesehen werden kann:

Ach ja, dieser weisze Zwerg hat auch einen Ring und somit habe ich eine etwas andere Methode um dieses doofe Blenden zu unterdruecken.

Myrielk WY-Y d1-3655 A blendet nicht, ist es doch „nur“ der CN Star mit der grøszten Exzentrizitaet des Orbits von 0.753341. Das ist nicht so richtig beeindruckend im Orrerey. Also man sieht schon, dass der Orbit nicht rund ist … es ist halt nur nicht beeindruckend. Deswegen mal wieder — ein Sonnenaufgang :) :

Ich stoppte dann kurz bei Explorers Anchorage, um das abzuholen was ich das letzte Mal dort vergessen hatte, und machte mich gleich wieder auf den Weg. Als Letztes fuer heute, kurz und schmerzlos, Phroi Pri IH-V f2-3853 B 5 a:

Dies ist der Class IV gas giant mit der geringsten Gravitation von nur 0.4418467960471249 g. Das ist mehr als zwei Grøszenordnungen kleiner als der høchste Wert fuer Planeten in dieser Kategorie.

Ach doch, eins zwei noch — ELW #71 und Ammoniakwelt #99:

Dieses Datum errechnte James Ussher als den Tag an dem die Welt erschaffen wurde. Leute die sich fuer rational, skeptisch (und meist auch fuer „wissenschaftlich informiert“) halten machen sich da gerne drueber lustig.

Vor mittlerweile so einigen Jahren schrieb ich meine Science-Artikel als Kritik gegen Scott Adams „Science Biggest Fail“. Darin steckte schon der Keim dessen was ich bis heute oft als „es-gibt-keine-ganz-echte-123-prozentige-immer-gueltige-wahre-Wahrheit“ asudruecke. Dies wurde weiter „verfeinert“ und ich fasse diese Ideen und Gedanken (und vieles mehr) unter dem Begriff „Post-Dingens“ (meistens Post-Modernismus) zusammen; damit ich nicht immer so viel schreiben muss.

Vorhang auf fuer Stephen Jay Gould (der beruehmte Palaeontologe, Geologe und Evolutionsbiologe) und seine Verteidigung Usshers (braucht ’ne Weile um zu laden). An dieser Stelle møchte ich kurz einfuegen, dass das Internet Archive voll toll und super wichtig ist! Es ist total einfach denen Geld zu spenden. Ich empfehle damit aber bis zur Weihnachtszeit zu warten, denn (mindestens) die letzten drei Jahre hat ein (anonymer) reicher Dude jede Spende verdreifacht. Es ist effizienter und „more bang for the buck“ denen 25 Euro zukommen zu lassen als Wikipedia. Aber ich schweife ab und deswegen nun zurueck zu Gould’s Verteidigung von Ussher und seinem Datum.

Zunaechst sei zu sagen, dass Gould dem konkreten Resultat von Usshers Forschung vehement widerspricht. Als (moderner) Geologe hatte Gould deutlich bessere Daten und Methoden um das Alter der Welt korrekt(er) abzuschaetzen. Darauf komme ich am Ende nochmal zurueck. Aber (alle Hervorhebung in allen Zitaten sind von mir) …

I [Gould] shall be defending Ussher’s chronology as an honorable effort for its time and arguing that our usual ridicule only records a lamentable small-mindedness based on mistaken use of present criteria to judge a distant and different past […].

Und da steckte der Postmodernismus wieder seinen Kopf hervor ;) . Wahrheit ist abhaengig vom Kontext. Das bedeutet NICHT, dass alles relativ ist! Einen Menschen zu tøten weil man „Lust“ drauf hat ist unter keinen Umstaenden richtig (was immer Letzteres auch bedeuten mag). Ein Stein faengt selbst dann nicht an zu schweben wenn man es ganz dolle møchte. Und wenn ich besagten Stein auf den Kopf bekomme, dann ist der IMMER haerter als die weiche Masse die ich bin. Aber Ersteres macht es auch nicht verkehrt, die Psyche von Massenmørdern zu untersuchen. Das Zweite macht Star Wars nicht verwerflich als nette Unterhaltung. Und Letzteres ist mitnichten so, wenn ich an den massiven leeren Raum zwischen den Atomen des Steins denke. Das sind alles ganz klare Beispiele wo jeder zustimmt, dass man das unter verschiedenen Gesichtspunkten sehen muss. Schwerer wird es bei der Beurteilung von Menschenrechten in verschiedenen Gesellschaften und Zeiten. Aber ich schwoff schon wieder ab. Ich wollte eigentlich nur kurz ueber Gould und Ussher schreiben.

Es gab auch andere Versuche das Alter der Welt zu datieren. Die kamen dann auf ein paar Millionen Jahre. Das ist deutlich mehr als Usshers Datum, aber letztlich genauso weit weg vom (høchstwahrscheinlich) wahren Alter der Erde. Diese Versuche werden aber nicht so laecherlich gemacht wie Usshers Resultat.

Other worthies are praised for good tries in a scientific spirit (even if their ages are way off), but Ussher is excoriated for biblical idolatry and just plain foolishness. How could anyone look at a hill, a lake, or a rock pile and not know that the earth must be ancient?

Das ist aber nicht richtig und genau der Grund warum ich einen Teil im ersten Zitat fett machte. Denn erst das Konzept des radiaktiven Zerfalls erlaubte uns das Alter richtig zu bestimmen. Neue Konzepte? … Da war doch schonmal was … ach ja … das hier.
Oder anders:

[…] what sense can be made of blaming one age for impeding a much later system that worked by entirely different principles? […] The proper criterion must be worthiness by honorable standards of one’s own time. […]

Of course Ussher could hardly have been more wrong about 4004 B.C., but his work was both honorable and interesting […].

Und wenn man mal mehr als nur die ueblichen paar Bemerkungen ueber das Datum und Ussher liest, dann ist das ziemlich einleuchtend.

Ussher represented the best of scholarship in his time. He was part of a substantial research tradition, a large community of intellectuals working toward a common goal under an accepted methodology […]

Die akzeptierte Methodologie war natuerlich nicht die wissenschaftliche Methode so wie wir ein paar Menschen die heutezutage benutzen und von der ein paar Aspekte allgemeines Gut wurden in einigen Teilen der Gesellschaft. Ach du meine Guete! Erst wollte ich schreiben „Die wissenschaftliche Methode die wir heute benutzen“. Aber dann bemerkte ich dass dem im Allgemeinen ja gar nicht so ist und es wurde das obige Satzungetuem draus. Wieauchimmer, die akzeptierte Methodologie war damals, dass die Bibel KEINE Fehler hat, also im wesentlichen buchstaeblich zu interpretieren ist.

Today we rightly reject a cardinal premise of that methodology–belief in biblical inerrancy–and we recognize that this false assumption allowed such a great error in estimating the age of the earth.

Aber damals konnten selbst die gebildeten Leute das nicht besser wissen.
Und wenn ich mir das so ueberlege, dann frage ich mich, worueber die Leute in 500 Jahren sich lustig machen … Quantenphysik? Laecherlich! Atome? Zum schieflachen! Vierdimensionale Raumzeit? Wie suesz. Zweisamkeit und Familie? Barbaren! Beethoven, Ibsen, Warhol! Die hatten ’ne intuitive Ahnung von der Wahrheit! … Ja, ich nehme extra Beispiele die mir persønlich sehr am Herzen liegen und viel dessen ausmachen was ich als meine „Essenz“ bezeichnen wuerde.

Andere Wissenschaftler (ja ich nenne diese Leute so!) vor und nach Ussher kamen zu aehnlichen Ergebnissen. Unter ihnen der unsaegliche Newton und Kopernikus! Und das hørt sich fuer mich sehr nach Prozessen an, die heutzutage als integraler Bestandteil der wissenschaftlichen Methode angesehen werden. Ein anderes konkretes Beispiel dieser Prozesse waere das was Gould bzgl. des konkreten Datums (23. Oktober) schreibt:

[…] where did Ussher get October 23, 4004? Surely, neither the Bible nor any other source gives a specific date, even if you can estimate the year. Was this date, at least, a bow to dogma, even if the rest of the chronology has more scholarly roots?

No, not dogma, but a different style of interpretive argument–one based on symbol and eschatology rather than on listed chronology. (You cannot label this style as dogma, if only because each point became a subject of lively disagreement and fierce debate among scholars. […])

Heutzutage nennen wir das „Peer-Review“.

All dies kann in nur einem  in einem Satz zusammengefasst werden:

Ussher’s chronology is a work within the generous and liberal tradition of humanistic scholarship […].

Abschlieszen møchte ich diesen Beitrag so wie Gould seine Verteidigung Usshers abschlieszt …

[…] with a final plea for judging people by their own criteria, not by later standards that they couldn’t possibly know or assess.

Und das ist nicht nur in der Wissenschaft so.

Nach zehntausenden Spruengen finde ich solch einen Anblick immer noch spektakulaer:

Im Bild kann Byoomu AA-A h408 B gesehen werden. Und dies ist der Wolf-Rayet O Star mit dem kuerzesten Abstand nach der Ankunft im System (nur 30 ls). Ebenso ist es in Periapsis der schnellste Stern dieses Typs mit einer Geschwindigkeit von 1,174,639.8629348418 m/s oder ca. 4,228,703.51 km/h.

Apropos Apsis … die Vorsilbe ist ja peri- oder oder apo- und bezeichnet konkrete Punkte des Orbits. Die Nachsilbe (also das -apsis an sich) hingegen haengt davon ab, was im Zentrum des Orbits des betreffenden Himmelskørpers ist. Am besten finde ich peri⁠galacticon … Science tihihihi.

Nicht allzuweit abseits des Weges zu Explorers Anchorage stoppte ich um mir Egnaix AA-A h132 4 anzuschauen:

Dies ist der M (Red dwarf) Star mit der laengsten Rotationsperiode. Ganze 1141.3011111111111 Tage werden fuer eine Umdrehung benøtigt. Im Bild ist besagter Stern durch die Ringe des begleitenden Planeten zu sehen.

Ich besuchte noch weitere Rekordhalter aber nur bei Myumbau XU-O e6-1164 4 machte ich ein halbwegs interessantes Bild:

Der Rekordhalter ist der L (Brown dwarf) Star mit der grøszten Achsenneigung von 89.99717378282958 Grad … was man im Bild natuerlich nicht sieht. Ich fand nur cool, wie der braune Zwerg beinahe genauso grosz scheint wie der Mutterstern des Systems mit einem Radius von fast 50 Solradii.

Ansonsten ist nicht viel weiter passiert. Ach doch … ich entdeckte Ammoniakwelt #98 … aber das faellt ja mittlerweile unter „nicht viel“:

Wait! What?

Und es gibt sogar ein Buch dazu, mit dem Titel „Atomic Gardening for the Layman„.

das hørt sich zwar total verrueckt an, Aber nicht verrueckter als sich freiwillig Wuermer zuzulegen. Letztlich sind das low-tech genmodifizierte Pflanzen. Und dabei ist natuerlich zu bedenken, dass die Pflanzen selber nicht radiokativ sind.

All dies ist Ausdruck einer einfacheren, unschuldigeren Zeit. Zumindest wenn man weisz und Mann war … fuer alle anderen war’s damals scheisze … aber darum soll’s hier nicht gehen … sondern darum, dass keine Idee schrullig genug ist, um sie nicht wenigstens mal kurz auszuprobieren … ach ja … falls ihr, meine lieben Leserinnen und leser denkt, dass das schon verrueckt genug ist, dann møchte ich bemerken, dass L. Ron Hubbard bei der ganzen Geschichte mitmischt.

Wenn das nicht wirklich passiert waere, wuerde ich’s nicht glauben!

Hier bin ich bei Egnaicy BY-T c3-12 A 1

… dem Class III gas giant mit der schiefsten Achse. Selbige steht mit einem Winkel von 89.99986668446671 Grad beinahe senkrecht auf dem Orbit. In diesem Fall kann die Neigung sogar im Orrery gesehen werden, denn der Stern um den dieser Planet kreist hat eine Ringsystem. Und Letzteres ist natuerlich senkrecht zu den Ringen des Planeten:

Cool wa! Da habe ich mich drueber gefreut :)

Dies schlieszt (mehr oder weniger) den ersten Teil meiner Reise ab. Ich bin ungefaehr da wo der blaue Punkt in der Karte ist:

Quelle, Lizenz: unbekannt. Die galaktische (Hintergrund) Karte wurde angefertigt von CMDR Finwen und CMDR Corbin Moran, kuenstlerische Beschriftung der Regionen und Platzierung der Koordinatengitter durch CMDR Corbin Moran mit Namen vom Galactic Mapping Project. Punkte von Interesse wurden von mir hinzu gefuegt. Ebenso ist die hier zu sehende Karte aus technischen Gruenden von mir verkleinert worden. Das Original (ohne meine Hinzufuegungen und in korrekter Grøsze) kann unter dem angegebenen Quellen-Link gefunden werden.

Ein Vergleich mit der Karte am Start der Reise zeigt, dass ich bereits so einiges geschafft habe. Wobei natuerlich eine nicht unbetraechtliche Menge an den dort noch gezeigten Rekorden einfach „verschwanden“, weil die Kriterien sich (aufgrund mangelhafter Daten) nach dem Start aenderten.

Den Rekord nahe The Bleak Lands habe ich nicht vergessen. Der tauchte erst mit einer Aktualisierung der Daten auf … *seufz* … naja … den spare ich mir fuer wenn ich mal wieder in der Gegend bin.

Die Rekorde am Ende des Perseus Arm spare ich mir ebenso fuer einen anderen Teil meiner Reise. Denn seit meiner Umrundung der Galaxis wollte ich dorthin zurueck und das ist ein guter Vorwand.

Jetzt kehre ich mehr oder weniger direkt zu Explorers Anchorage in der Mitte der Galaxis zurueck. Ich hatte dort was bei meinem letzten Besuch vergessen und muss das abholen. Alle Rekorde die nicht zu weit abseits dieser Linie sind werde ich mir anschauen, aber nicht notwendigerweise hier dokumentieren.

Bis dahin dauert’s noch ’ne Weile, aber ich freu mich schon jetzt auf ein Glas kalte Milch in der dortigen Bar :) … wobei ich mich frage, ob die das ueberhaupt haben … so weit weg jeglicher anderer menschlichen Siedlungen.

Neulich las ich einen voll tollen Artikel von Marco Del Giudice in The Quarterly Review of Biology 94 (4), 2019, p. 249–282 mit dem Titel „Invisible Designers: Brain Evolution Through the Lens of Parasite Manipulation“ … verfluchter MISTSCHEISZDRECK mit geschlossenen Journalen! … Wenn ihr, meine lieben Leserinnen und Leser den mal lesen wollt, dann leihe ich euch gerne meine Kopie … *hust*.

Wieauchimmer, der Verfasser argumentiert, dass die Beduerfnisse von Parasiten derart sind, dass die Gegenstrategien zu komplexeren Gehirnen fuehren. Aber der Reihe nach.

Zunaechst sei an diesen Beitrag erinnert; der Mensch lebte Millionen von Jahren mit Wuermern im Darm. Entsprechend stellte sich das Immunsystem auf deren staendige Praesenz ein, was im Wesentlichen eine permanente (wenn auch geringe) „Aktivierung“ desselbigen bedeutet. Die letzten paar Jahre aber schafften wir (als Menschheit) es, zumindest in einigen Gebieten endlich die Wuermer  los zu werden. Und prompt ging die Anzahl der Autoimmunerkrankungen hoch. Ein paar davon sind genetisch, aber es gibt ernszunehmende Ueberlegungen dass das in Millionen von Jahren eingestellte Immunsystem ueberreagiert und den Kørper angreift. Letzteres, weil die Antikørper nicht mehr im Kampf gegen die Parasiten „verbraucht“ werden. Achtung: Ich vereinfache hier natuerlich!
Auszerdem hat das (fast) nichts mit dem zu tun worueber ich hier schreiben will. Aber wichtig daran ist, dass Parasiten und „Gastgeber“ sich parallel entwickeln.

Parasiten (so wie die hier) wollen ja nicht, dass der „Gastgeber“ / Wirt / das Opfer zu frueh stirbt oder sich des Parasiten entledigt. Ersteres bspw. durch Terminierung der Nahrungsaufnahme, Letzteres bspw. durch „an ’nem Stein reiben“, falls der Parasit auszen dran haengt. Deswegen muss das Verhalten des Wirtes gesteuert werden. Das Problem ist, dass das gar nicht so einfach ist. Die „Psychiaterwespe“ in einem der gegebenen Beispiele ist eine der krassen Spezialisierungen. Viel øfter sind Parasiten scheinbar unscheinbare Wuermer, oder gar nur Einzeller. Besagte Wespe is so komplex ist, dass sie Druesen hat, welche die Chemikalien ausscheiden die das Opfer willenlos machen. Solch komplizierte Organe stehen einfacheren Lebewesen nicht zur Verfuegung. Wie also kønnten diese das Verhalten des Wirts beeinflussen und was hat das mit unserem komplexen Gehirn zu tun?

Evolution passiert nicht von selbst, sondern weil es einen Selektionsdruck gibt. Bzgl. Gehirnen bedeutet das, dass nur der Mutant sich vermehrt, dessen Mutation das Gehirn davor schuetzt von einem Parasiten uebernommen zu werden. Del Giudice kommt nun auf vier grundsaetzliche Schutzmechanismen. Der Erste dieser Schutzmechanismen ist

[to] restrict access to the brain.

Da faellt einem natuerlich sofort die Blut-Hirn-Schranke ein, welche es erlaubt unabhaengige Bedingungen im Gehirn (und Rueckenmark) zu erhalten. So ziemlich alle høherentwickelten Lebewesen haben diese und die ist ziemlich effizient. Was im Uebrigen auch hinderlich sein kann, wenn man møchte, dass Medikamente das Nervensystem erreichen.

Die Blut-Hirn-Schranke ist sowohl eine physische als auch eine chemische Barriere. Ersteres ist dadurch zu erklaeren, dass die Kapillaren, welche bspw. Naehrstoffe ins Hirn transportieren, wirklich klein sind. Deutlich kleiner als in anderen Organen. Und Bakterien und Viren sind of viel zu grosz um da durch zu kommen. Oder anders, dies ist

[a] first line of defense against behavior-altering parasites […] to keep them out of the CNS [Central Nervous System].

Wenn Viren ins Gehirn gelangen, so „hangeln“ diese sich oft an den Nerven entlang. Sie umgehen die Schranke also um ins Gehirn zu kommen.

Eine chemische Barriere ist die Blut-Hirn-Schranke, weil sie beispielsweise fuer bestimmte Molekuele nur bestimmte „Eingaenge“ hat. Diese Eingaenge kønnen auch nur durch ganz spezifische Molekuele aktiviert werden.
Ein Parasit kønnte sich also derart entwickeln, dass dieser nicht selbst ins Gehirn will, sondern verhaltenssteuernde Chemikalien produziert. Ein einfaches Beispiel waere Alkohol, aber ich denke eher an Neurotransmitter. Ein Gehirn welches einen anderen Neurotransmitter benutzt wird somit immun gegenueber dieser Manipulation.

Die Chemie ist uebrigens nicht nur beim Gehirn wichtig. Das Immunsystem unterscheidet „Schaedlinge“ von „Nuetzlingen“ ebenso an bestimmten chemischen „Signaturen“. Entsprechend haben sich Parasiten derart entwickelt, die richtigen Molekuele an ihrer Oberflaeche zu haben, um unerkannt zu bleiben.

Glycine sind einer Gruppe solcher Molekuele und …

[p]arasites can mimic the composition of host glycans to escape immunedetection, synthesize toxins that bind to specific glycans expressed by the host, or exploit glycans as attachment and entry points into the host cells.

Und weiter:

[c]onflict with parasites may explain why glycans tend to evolve rapidly.

Eine anderer Schutzmechanismen der unter diese Kategorie faellt sind Kødermolekuele:

molecules that mimic those exploited by parasites, but fail to perform the same function or even trigger a defensive response when bound.

Cool wa!

Die naechste grosze Gruppe von Schutzmechanismen ist

[to] increase the costs of manipulation.

Konkret bedeutet dies, dass entweder „riesige“ Mengen eines Neurotransmitters benøtigt werden um eine Verhaltensaenderung hervor zu rufen, oder dass besagte Molekuele giftig sind. Ersteres ist ein Grund ein Gehirn grøszer zu machen. Eine paar Bakterien oder Pilzsporen produzieren genuegend von diesen Chemikalien um das kleine „Gehirn“ einer Ameise zu manipulieren. Aber bei ’nem Hamster waere das dann viel zu wenig.
Letzteres ist tatsaechlich der Fall. Ich schaute mal kurz bei den mir bekanntesten Neurotransmittern (Serotonin, Noradrenalin (ebenso Adrenalin), Histamin, Dopamin) und die sind alle als Gefahrenstoffe gekennzeichnet! Zum Teil mit Totenkopfsymbol. … … … Wait! What? Wir benutzen Gift als aktiven Teil dessen was uns ausmacht!? Ach du meine Nase!
Davon abgesehen, dass es zunaechst total unlogisch erscheint, Gift im Gehirn als unabkømmlichen Baustein zu benutzen, ist das eigentlich auch voll logisch. Eine høhere Gehirnmasse erhøht auch die letale Dosis dieser Neurotransmitter. Ein Einzeller, selbst viele Einzeller, schaffen es nicht dies zu produzieren ohne sich selbst umzubringen.

Und es wird noch spannender:

There is evidence that several enzymes involved in the synthesis and metabolism of dopamine, nitric oxide, and other neurotransmitters in animals originate from bacteria, and were acquired through horizontal gene transfer […].
Animals have a long history of co-opting microbes (and/or their genes) to combat other microbial species.

Oder anders: vor Urzeiten haben Mikroben sich so entwickelt, dass sie bspw. Dopamin ausscheiden um andere Mikroben aus ihrer Umgebung zu vertreiben. Die dafuer zustaendigen „Plaene“ wurden dann ins Genom anderer (auch deutlich høher entwickelter) Lebewesen aufgenommen.

So langsam wird euch, meinen lieben Leserinnen und Lesern, bestimmt klar, warum ich diesen Artikel so toll finde! Øffnete dieser doch die Tuer zu einer voll spannenden Welt!

Als dritte grosze Gruppe von Schutzmechanismen nennt Del Giudice

[to] increase the complexity of signals.

Zur Erklaerung zitiere ich die exzellente Zusammenfassung hochkomplexer Mechanismen aus dem Artikel:

From a computational perspective, neuroactive substances function as internal signals that transmit information between neurons, between different networks within the brain, and between the brain and other organs and tissues. Parasites can hijack a signaling pathway by producing new signals or corrupting existing ones; in either case, they need to “break” the code employed by the host. The same applies to parasites that eavesdrop on the host’s chemical signals. Since complex communication codes are harder to mimic and subvert, the host can increase the complexity of signals as a countermeasure against manipulation […].

Ein Weg dies zu tun ist die Anzahl der Chemikalien zu erhøhen, welche benøtigt werden, um eine Reaktion (bspw. die Produktion von Galle, oder die Aktivierung einer Gehirnzelle) auszuløsen. Und tatsaechlich, es gibt ’ne ganze Menge Signalmolekuele (die Liste hinter dem Link ist unvollstaendig; es gibt hunderte und nicht nur die paar dort aufgelisteten).
Dies bedeutet nicht nur, dass verschiedene Signalmolekuele benøtigt werden, fuer verschiedene Reaktionen. Die Komplexitaet kann auch (massiv) erhøht werden, wenn mehrere unterschiedliche Signalmolekuele nøtig sind, um eine Reaktion auszuløsen. Wenn bspw. eine Nervenzelle tut was sie tun soll, dann wird da nicht nur ein Neurotransmitter ausgeschuettet, sondern ein ganzer Cocktail.
Das ist zwar alles sehr energieaufwaendig (und die Evolution verhindert gnadenlos alles, was Energie braucht und nicht nøtig ist), aber

[…] combined signals are harder to mimic, making the system less vulnerable to hijacking.

Eine weiterer Mechanismus in dieser Kategorie ist die gepulste, also nicht konstante, oder einmalige, Ausschuettung von Signalmolekuelen. Verschiedene Molekuele haben verschiedene „Perioden“. Insulin wird innerhalb von Minuten nach der Nahrungsaufnahme produziert. Melatonin (welches den Schlaf-Wach-Rythmus regelt) hat eine Periode von vielen Stunden und Geschlechtshormone (bspw. Østrogene) von Wochen.
Ein Parasit kann nun diese Molekuele produzieren, aber der Kørper reagiert nicht mit der gewuenschten Reaktion darauf.
Als konkretes Beispiel fuer gepulste-Hormone-tun-was-konstante-aber-nicht nehme man den Wirkmechanismus der Antibabypille. Vereinfacht (!) gesagt enthalten diese ein Østrogen. Ein kurzer Østrogen-„Puls“ løst den Eisprung aus. Ist der Østrogenspiegel aber dauerhaft erhøht, so wird der Eisprung durch negative Rueckkopplung unterdrueckt.
Beim richtigen Funktionieren des Gehirns spielt dieser Mechanismus mglw. auch eine wichtige Rolle. Neurotransmitter werden naemlich nicht nur ausgeschuettet sondern auch wieder aufgenommen. Bei Menschen die an Krankheiten des Geistes leiden, funktioniert das oft nicht wie es soll. Das ist sicherlich ein Grund, warum selektive Serorotonin Wiederaufnahmehemmer so erfolgreich sind besagte Krankheiten zu behandeln.

Als letzte grosze Kategorie von Schutzmechanismen nennt Del Giudice

[to] increase robustness.

Im Gegensatz zu den obigen Mechanismen zielt dieser darauf ab, dass sich das Verhalten des Wirtes auch dann nicht aendert, wenn ein Parasit Zugriff auf’s Gehirn bekommt. Es handelt sich also um Schadenskontrolle. Diese kann passiv, reaktiv oder proaktiv sein.

Passive Schadenkontrolle wuerde darauf abzielen, dass gewisse Komponenten eines Systems redundant oder modular sind. Redundanz ist logisch, denn …

[w]hen multiple components perform identical or overlapping tasks, the system becomes more resistant to damage and failure.

Ebenso ist Modularitaet leicht zu verstehen, denn diese kann …

[…] promote robustness by decoupling the functions of different components (functional modularity) and/or separating them in space (anatomical modularity). In modular systems, the effect of per-
turbations can be contained and isolated, so that the system as a whole maintains a degree of functionality even if one of the components fails.

Ein Beispiel fuer Redundanz und Modularitaet waeren der Geruchs- und Geschmackssinn. Beide sind definitv dazu da giftiges Zeug nicht zu essen. Faellt einer dieser Sinne aus, ist diese Funktion zwar eingeschraenkt, aber nicht komplett verschwunden.

Reaktive Robustheit waeren bspw. negative Rueckkopplungsschleifen. Ganz allgemein ist damit gemeint, dass Størungen weg vom optimalen Punkt (das muss nicht notwendigerweise ein Equlibrium sein!) detektiert und dann korrigiert werden. Letzteres bspw. durch Ausschuettung anderer Hormone oder Signalstoffe.
Del Giudice spekuliert ueber einen anderen denkbaren reaktiven Mechanismus:

If signals are carried by partially redundant pathways, the brain may respond by silencing or attenuating the suspicious pathway — effectively switching its internal communications to safer and plausibly intact channels.

Fancypancy wa!

Ein proaktiver Mechanismus ist møglicherweise die ganz oben erwaehnte permanent erhøhte Immunantaktivitaet aufgrund der staendigen Praesenz von Wuermern im Darm. Das ist zwar nicht direkt mit dem Gehirn verbunden, veranschaulicht aber den generellen Vorgang. Wuermer im Darm sind NICHT gegeben, werden aber erwartet. Diejenigen Lebewesen, die eine Mutation haben, die permanent darauf eingestellt ist gegen Wuermer im Darm vorzugehen, haben also einen evolutionaeren Vorteil.

Nicht auf Basis von Individuen aber auf Basis von Gesellschaften (nicht nur menschlichen) waere ein anderes Beispiel, dass der Umgang mit kranken Mitgliedern besagter Gesellschaft vermieden wird um eine Ansteckung zu vermeiden. Dafuer muss aber nach auszen ersichtlich sein, dass ein Lebewesen krank ist.
Da denkt man dann daran, wie schlecht man sich fuehlt, wenn man die Grippe hat. Aber diese Verhaltensaenderung des Kørpers ist mitnichten nur wegen der Krankheit selber. Eine HIV-Infektion ist unsichtbar bis AIDS sich entwickelt. Leute mit Krebs zeigen oft keine Symptome bis es zu spaet ist. Der Kørper eines Lebewesen muss also das Verhalten bei Krankheit aktiv aendern, damit andere Mitglieder der Gruppe das erkennen. Solch eine Reaktion musste sich erstmal entwickeln und waere natuerlich reaktiv fuer das Individuum an sich, aber proaktiv fuer die Gesellschaft.

Soweit dazu. Ich kann es ausdrueklich empfehlen diesen Artikel zu lesen! Da stehen soooo viel interessante und spannende Sachen drin und hier schrieb ich nur ueber ein paar wenige (generelle) Aspekte.

Zum Abschluss møchte ich sagen, dass all die oben erwaehnten Mechanismen nicht helfen, wenn der Parasit einen Stachel hat, mit dem er die Blut-Gehirn-Schranke direkt ueberwinden und riesige Mengen an bewusstseinsveraendernden Chemikalien direkt ins Gehirn pumpen kann … so wie die Psychiaterwespe. … … … Zum Glueck bin ich keine Kakerlake.