In Trois mondes (Three Worlds) wird ein illegaler Einwanderer von einem „Aufsteiger“ ueberfahren und eine schwangere Studentin ist Zeuge.

Es entwickeln sich die ueblichen Verschlingungen um Schuldgefuehle, Darstellung der Situation des Opfers und der Familie, und natuerlich die Zwickmuehle der Zeugin, die in Kontakt mit beiden Seiten dann ist.

Nichts was man nicht kennt.

Dennoch fand ich den Film erstaunlich gut, denn er ist auf eine Art und Weise gemacht, die, natuerlich nur innerhalb des Setups des Filmes an sich, sehr glaubwuerdig ist.
Diese, fuer mich wichtige, Erkenntnis, zu der ich nur aufgrund des Trondheimer Filmfestivals 2013 gelang, ist vermutlich der tieferliegende Grund sind, warum ich neulich noch schrieb,

dass franzøsische Filme sich eigentlich immer lohnen zu schauen.

Glaubwuerdigkeit.

Glaubwuerdigkeit ist etwas, was in modernen Filmen all zu oft fehlt. Ich meine damit nicht physikalische oder philosophische Glaubwuerdigkeit. Es geht also nicht darum, ob Raumschiffe mit Ueberlichtgeschwindigkeit fliegen kønnen, oder ob der Held scheinbar einen magischen Schutzschild hat, der alle Kugeln abwehrt, oder ob alle nur dumme Sprueche aufsagen. Wenn es ins Setup des Filmes passt, mann kønnte auch sagen, dass es die zugrundeliegende „Physik“ des erdachten Univesums ist, dann ist all dies schon ok.
Ich meine aber sehr wohl all die Kampfszenen, die „in echt“ einfach nur durch einen „Schuss aus der Huefte“ erledigt worden waere, so wie Han Solo im Zugang zum Zellenblock 1138 das Mikrofon „erschieszt“, weil der imperiale Offizier seine Geschichte mit dem Strahlungsleck nicht so richtig glaubt, anstatt sich „ins System zu hacken“ um den Alarm zu verhindern.
Ich meine all dieses unmotivierte und unglaubwuerdigen „Tunnelfliegen“ oder „-rutschen“ nur um erfolglos den 3D Mist rechtfertigen zu kønnen, anstatt Luke Skywalker und seine Kumpanen einfach in der Muellpresse ankommen zu lassen in der naechsten Szene.

Ich habe jetzt mit Absicht Star Wars – Episode IV: A New Hope als gutes Beispiel genommen. Weil es ein Film mit einer hanebuechenen und sehr simplen Story ist, aber innerhalb des Setup des Filmes ist eben alles glaubwuerdig. Ein anderes gutes Beispiel waere Léon: The Professional. Aber ach … der ist ja auch aus Frankreich. Ich wuerde auch gern den so respektvollen und unglaublich guten Film Amour nennen, aber der ist auch aus Frankreich. Genauso wie Holy Motors. Der vøllig absurd ist, aber dennoch glaubwuerdig. Beide Filme haben mein Leben bereichert, da es ein Genuss war diese zu schauen.
Ah doch, Ya tozhe khochu ist auch so ein glaubwuerdiger Film. Der ist nicht aus Frankreich. Irgendwie beschaeftigte mich dieser Film, ja faszinierte er mich, dann doch noch einige Tage nachdem ich den geschaut hatte. Was erstaunlich ist, denn eigtl. war der ziemlich langweilig und ich war froh, als der zu Ende war. Aber jetzt weisz ich, warum er mich so faszinierte. Weil er trotz allem glaubwuerdig war.

All das Oben negativ Beschriebene und noch viel mehr findet sich in den allermeisten Filmen und wirkt einfach nicht glaubwuerdig in der Gesamtheit, auch wenn es passen mag, weil es ja bspw. nunmal ein Actionfilm ist. Das tut vielen Filmen keinen Abbruch, was den „Fun Faktor“ betrifft. Es ist aber sehr schade.

Bei franzøsischen Filmen konnte ich das aber bisher nicht beobachten. Und dann lohnen sich Filme auch zu schauen, selbst wenn die Geschichte nichts wirklich Neues ist und man das schon mehrfach gesehen hat.

Menatek Ha-maim (The Cutoff Man) zeigt die Zerstørung, welche die Privatisierung von Wasser, im Inneren der Menschen hinterlaeszt.

Hier aus der Perspektive desjenigen, der, aufgrund gewisser Umstaende, dazu  gezwungen ist, das Wasser abzustellen.

Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Auch deswegen nicht, weil ich dies ja bereits an anderer Stelle tat.

König des Comics ist eine Art Dokumentarfilm, ueber das bisherige Leben und einige Ansichten des Comic-Erschaffenden Ralf König.

Gerade weil es nicht nur eine Aneinanderreihung von Fakten ist, sondern sein Leben und seine (nicht nur) emotionale Entwicklung als Mann und seine Entwicklung als Mensch nachgezeichnet wird, macht diesen Film aus. Rosa von Praunheim, dessen so wichtiger Film Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt, wenigstens vom Høren bekannt sein sollte, ist damit ein hervorragendes Portraet gelungen.

Im zweiten Kosmoramabeitrag sprach ich von der Hoffnung,

dass wir als Gesellschaft, und als Individuuen, es møglicherweise doch irgendwann mal schaffen, uns und andere Menschen so ins positive zu wandeln, dass wir Dogmatismus […] ueberkommen und lernen […] [die] jeweils gueltigen moralischen Normen zu aendern.

Trotz all zu vieler gegenwirkender Versuche und „Rueckschlaege“ auf diesem ganz speziellen Gebiet, so zeigt dieser Film, dass das eben tatsaechlich møglich war und ich hoffe auch weiterhin ist, auch in und auf so vielen anderen Gebieten.

Der kleine Mann schaute  mit mir den wunderschønen Film Neko no ongaeshi (oder Katteprinsen wie er hier hiesz, bzw. The Cat Returns im Englischen). Dieser zeigt, wie majestaetisch, Katzen doch eigentlich sind. Und wie adrett angezogen sie sein kønnen. Und was fuer Gentleman sie sind, obwohl sie doch in echt wahre Anarchisten sind und sich keiner Autoritaet beugen, oder sich unsere dummen menschlichen Dogmen aufzwingen lassen; denn wie heiszt es so schøn: Hunde haben Herrchen, Katzen haben Dosenøffner.
Ich mag Katzen sehr.

Aber wir Katzenliebhaber kennen ja die Vorzuege von Katzen, gegenueber Hunden, ohnehin. Deswegen muss ich mir da jetzt nicht die Muehe machen und ins Detail gehen.

Der kleine Mann amuesierte sich køstlich, aber Kino liebt er ja sowieso, weil es da immer Naschzeug gibt. Weil die Anstrengung mich uebermannte, verschlief ich leider, leider die Haelfte dieses tollen Films. Aber so ist’s nun mal. Von morgens bis Abends im bequemen Kinosessel sitzen ist anstregend.

Dann folgte die Praesentation des Filmes Sound City im Rockmuseum. Praesentation deswegen, weil ein paar Stuehle in die dortige Konzerthalle gestellt wurden und mittels ordinaerem Beamer die DVD vorgefuehrt wurde. Aufgrund vieler Umstaende ist so etwas fuer mich kein Kino, sondern „nur“ Film schauen.

Aber auch dies gehørt zu Kosmorama dazu, die Zusammenarbeit und das Wechselspiel mit anderen kulturellen Einrichtungen dieser Stadt. Toll, nicht wahr.

Sound City sollte eigentlich eine Dokumentation ueber das gleichnamige Aufnahmestudio werden. Und schau sich mal einer an, wer da so alles was fuer geile Alben aufgenommen hat! Auch war dies wohl das Studio, mit dem besten aller Drum-sounds (schaut euch in dem gleichen Link, den Abschnitt ueber der Discography an). Auszerdem hatten die wohl ein einzigartiges, technisches Meister- und Wunderwerk von einem Mischpult.

Welch ein toller Film das haette werden kønnen!

Aber dann ging es irgendwie doch nur im Dave Grohl und wie toll er sich findet.

Jaja, auch das oben erwaehnte wurde angesprochen, gezeigt, vorgefuehrt; um dann irgendwie wieder bei besagtem Manne zu landen. Schade drum.

Das war dann Kosmorama fuer Sonnabend. Aber das war’s noch nicht mit Kino fuer diesen Tag fuer mich. Ich schaute danach dann naemlich noch den durchaus sehenswerten, weil erstaunlich gut gemachten, Film Spring Breakers im „normalen Kino“. Aber weil der nicht zum Filmfestival gehørte nichts dazu (auch keinen Link) an dieser Stelle.

Aber ich møchte gern auf das Folgende hinweisen: 6 Filme an einem Tag! WOHOOO!! Eines der Ziele zum Angeben und Eindruck schinden erreicht.

Bath in England liegt in der Naehe von Bristol. Ueber Bath kann ich nicht so viel sagen, aber Banksy kommt aus Bristol. Und wer an dieser Stelle einen Link braucht, dem hau ich ganz im Sinne der beruehmten Schneiderschen Erziehung eine runter.

Im Sinne meines eigenen Geplappers halte ich es fuer nøtig, an dieser Stelle anzufuegen, dass ich in keinster Weise, wie auch immer geartete, nicht nøtige Gewalt, gut heisze. Meiner Meinung nach ist auch dies im Sinne des groszen Helge Schneiders. Die obige Aussage wurde nur des Unterhaltungswertes wegen getaetigt und soll auch bitte nur in diesem Zusammenhang gesehen werden.

Aber zurueck zu Bath. Dort waren mal „die alten Rømer“ und die haben auch Toiletten.

Mhm … also „die alten Røemer“ hatten sicherlich auch Toiletten. Aber meinte ich nicht, denn die sind vermutlich nur noch Ruinen.

Keine Ruinen hingegen sind die Toiletten auf Baths Bahnhof. Und unter anderem die, meinte ich auch.

Bath Train Station 2

Interessant sind die in keinster Weise. Interessant ist aber, dass ich die Sitzgelegenheit im Querformat, und nicht wie sonst immer, im Hochformat, fotografierte:

Bath Train Station

Schøn, wie die Sonne da so rein scheint.
Und schon wieder so ein Tuergriff hinter dem Klo!
Mhm … mich duenkt, dass damit gar keine Tuer geøffnet werden, sondern dass damit die Toilette gespuelt werden soll.
Und wieder ein Mysterium geløst.

.oO(Toilettenbilder; eine Quell der Freude und ein Hort an Erkenntnissen)

Denn es glitzert!

BOSS

DA FUCK!!!!!!! ES GLITZERT!!!!!! WOLLT IHR MICH VERSCHEISZERN!!!!111einself! .oO(Jippie … jetzt hab ich das auch endlich mal machen kønnen)

Wenn DAS Fortschritt ist, dann ist’s kein Wunder, dass ich mich so oft wie Don Quijote fuehle *sigh*.

Und warum wird Parfuem mit Frauen beworben, die aussehen, als ob sie eigentlich immer sehr wohlriechend sind? Und die auszerdem dargestellt werden, als ob sie gleich Sex mit mir haben wollen. Waere es nicht viel sinnvoller da ’ne stinkende Biomuelltønne zu zeigen, wenn man denn die Eigenschaft „riecht gut“ des Produktes besonders heraus stellen will?

Und warum verbinde ich mit schøn anzuschauenden Damen eigtl. „wohlriechend“? Das geht doch sicherlich nicht nur mir so. Noch so ein ungerechtes Ding. Bei Maennern ist’s nicht schlimm, wenn die mal etwas riechen; womøglich ist’s gar „maennlich“ (was immer das auch sein mag). Aber Frauen haben gefaelligst „wohlriechend“ zu sein. Ansonsten kønnte es ja sein, dass wir Maenner sie nicht ficken wollen und dann waere ja die ganze. scheinbare (!) Existenzgrundlage der Frau dahin.
Eigentlich ziemlich widerlich, was fuer Gedankenmuster unserer ach so fortschrittlichen Welt zugrunde liegen.

Schon mal was von der Band „Big Star“ gehørt? Die soll wohl sehr bekannt gewesen sein, damals. Und hoch gelobt von den Kritikern, damals. Und sehr einflussreich, bis heute. Relevante Musik haben sie sozusagen gemacht.
Die Distribution ihrer Alben war aber wohl so schlecht, dass fast niemand deren Platten kaufen konnte. Was natuerlich schlecht war fuer diese Kuenstler, denn die wollten ja schon reich und beruehmt werden mit ihrer Musik, denn von nur „beruehmt“ kann man die Miete nicht bezahlen.

Big Star: Nothing Can Hurt Me dokumentiert die Geschichte dieser Band, was mit ihren Mitgliedern danach geschah, wie deren Musik einige ausgewaehlte, andere Musiker beeinflusst hat und von ihrem Plattenlabel.

Eigentlich ganz interessant und keine Zeitverschwendung. Aber irgendwie fehlte etwas, um den Film wirklich charmant oder sehenswert zu machen. Vielleicht war es, dass ich einfach das Gefuehl hatte, dass (wieder mal) alle nur sagen, wie dolle kreativ und toll doch alles war und dass sich doch eigentlich alle lieb hatten (damals). Die wohlbekannten Geschichten sozusagen. Es kønnte auch sein, dass es mehr oder weniger nur eine Aneinanderreihung von Fakten mit Bildern aus dem Archiv und dazwischengeschnittenen Interviewhappen war.

Teilweise habe ich auch den Ueberblick verloren, ueber welches Mitglied der Band bzw. welche zeitliche Periode jetzt eigentlich geredet wurde, oder warum jetzt dann schon wieder eine Geschichten ueber das Plattenlabel dazwischengeschoben wurde. Da Big Star nur drei Alben produzierte, haette es ein recht kurzer Film sein kønnen. Aber die zweite Haelfte der beinahe 2 Stunden wurde dann mit „Was kam danach“ gefuellt. Auch wenn das mglw. ganz passend ist, so haette man das meiner Meinung nach auch weglassen kønnen, denn um die Band an sich ging es nicht mehr.

Aber so schlimm war das Ganze nicht, denn so hatte ich nicht das Gefuehl, dass ich etwas verpasst haette, als ich mittendrin weggenickt bin, aufgrund einer leichten Schlaefrigkeit.

Wen man liest „<Person> ist Untot (a.k.a. Zombie), hat aber kein Verlangen nach Menschenfleisch, sondern geht ganz normal seinem Alltag nach und versucht dabei die Zeichen der Verwesung zu verdecken“, dann hørt sich das eigentlich nach einem Hintergrund fuer einen Film an, der verspricht interessant zu werden.

Halley ist nicht interessant. Ganz im Gegenteil. Halley ist stinkelangweilig. Wie vermutlich das Leben der allermeisten Menschen auf diesem Planeten.

Der Film hat auch keine schønen Bilder oder Einstellungen und auch keine tolle Untermalung mit Geraeuschen. Wie im richtigen Leben, der meisten Menschen auf diesem Planeten.

In diesem Film werden auch keine Gespraeche gefuehrt, die irgendwie interessant oder witzig waeren. So wie ich annehme, dass die meisten Menschen auf diesem Planeten dies auch nicht tun.

Bin ich froh, dass mein Leben meistens total aufregend, spannend und durchdrungen von Humor war und ist. Ganz anders als dieser Film also.

Deswegen ist dies der andere Film des Festivals, den ich mir haette sparen kønnen.

In Sayonara, Elverum wird die junge, norwegische Popband „Team Me“ begleitet bei ihrem ersten Auftritt in Japan. Da die aus Norwegen und noch recht jung sind, ist zu erwarten, dass’s ein recht duenner Film wird, denn „Sex and Drugs“ spielen leider keine Rolle. Deswegen haben die Filmmacher noch einen japanischen Fan aufgegabelt und diese vorher und auf dem Weg zum und waehrend des Konzertes und danach begleitet.

Immer noch recht duenn, nicht wahr? Gluecklicherweise haben die Filmmacher nicht den Fehler begangen und versucht all dies auszudehnen. So wurde ein ca. 30-minuetiger Film daraus. Zeitlich war das vøllig ausreichend und sehr passend. Der Film selber ist nett gemacht (was immer das auch heiszen mag, und komme mir jetzt hier keiner mit diesem dummen Spruch) und kurzweilig.

Das Highlight des Festivals war fuer mich das Stummfilmkonzert Aelita: Queen of Mars.

Der Film selber ist vermutlich der erste russische sog. „Science Fiction“ Film, obwohl es den Begriff oder die Gattung „Science Fiction“ zum Zeitpunkt der Entstehung des Filmes noch gar nicht gab.

Zurecht ist dieser Film als ein Meisterwerk angesehen.
Auch historisch ist er ein wichtiges und bedeutendes Zeignis, da ja nur wenige Jahre zuvor die Bolschewisten die Macht in (dann) Sowjetrussland uebernommen hatten. Einige der Nachwirkungen dieser Ereignisse (und natuerlich auch reichlich Propaganda) wurden hiermit filmisch aufbereitet.

Aber es war ja nicht nur der Film, warum diese Vorstellung so groszartig war.

Ein Kuenstler hat sich die Muehe gemacht und Geraeusche und Musik aus russischen Science Fiction Filmen genommen und, soweit ich es verstanden habe, diese in ihre „Grundeinheiten“ zerlegt. Diese Grundeinheiten gebrauchte er, um damit Film in Echtzeit zu unterlegen. Unterstuetzt von einer ebenso groszartigen live percussions Darbeitung, eines anderen Kuenstlers.

Nun habe ich leider nicht das auszergewoehnliche, sprachliche Talent eines Dietmar Dath. Deswegen bin ich auszerstanden mehr dazu zu schreiben.

Als Letzes nur dieses noch:
Normalerweise vermeide ich den folgenden Spruch, weil er inflationaer und vøllig unpassend gebraucht wird, aber zu dem oben Beschriebenen kan ich eigentlich nur sagen: Ganz groszes Kino!

Auch auf dem Brocken muessen die Leute mal auf Klo gehen.

Die Pissoirs sehen aus, als ob sie gebaut wurden, um sie mit ’nem Feuerwehrschlauch schnell reinigen zu kønnen. Das ist das, was ich wirklich dachte, als ich da so 2004 rum (oder so) war. Interessant, was fuer’n Scheisz man sich doch merkt. Hier jedenfalls die Brockenpissoirs:

Brocken2

Auch wenn es genauso aus sieht, als ob es auch mit einem Feuerwehrschlauch sauber gemacht wird, kann dies beim Sitzklo …

Brocken1

… nicht so sein, denn wird ja das Klopapier nass!

Zumindest ist’s nicht so ueberstandardisiert, wie der ueberwiegende Teil der von mir dokumentierten Klos.

Wie gestern angekuendigt folgen nun einige Gedanken, welche ich im Zuge des Filmes La mer à l’aube (Calm at Sea) hatte.

Zeitlich umfasst dieser Film nur knapp die drei Tage vom 20. bis zum 22. Oktober 1941. Es stehen die Geschehnisse rund um die Ermordung von 48 Geiseln im Mittelpunkt. Ermordet werden diese als „Vergeltungsmasznahme“, weil die franzøsische Résistance den Kommandanten der Stadt Nantes an eben dem 20. Oktober umbrachten.

Es geht in dem Film nicht um eine Bewertung der moralischen, ethischen oder gar juristischen Rechtmaeszigkeit.
In diesem Zusammhang sei an dieser Stelle nur gesagt, dass der Film auch die Ereignisse aus der Perspektive der involvierten Besatzungsoffiziere schildert. Diese Offiziere empfinden den Umfang der Anordnung zwar selber als unangebracht, den „Zielen“ entgegengesetzt, gar als Unrecht und versuchen diese auch durch Gesuche zu verhindern. Die Soldatenideologie (Gehorche!), bzw. besagte „Ziele“, und deren Folgen, stehen aber niemals zur Debatte. Wichtig zu erwaehnen ist in diesem Zusammenhang, dass, bis auf einer (der Anfuehrer des Erschieszungskommandos), keiner dieser Figuren eine all zu tiefe Identifikation mit der Naziideologie inne zu wohnen schien. Der Authentizitaet des Filmes wegen, empfand ich dies als sehr wichtig.

Dazu aber nicht mehr.

Von den Ermordeten wird nur die Gruppe der 27 in Châteaubriant inhaftierten kommunistischen Geiseln begleitet.

Und hier ist schon der Kern, warum ich alles immer so ausgiebig diskutiert haben will. Warum ich so viele Kleinigkeiten meiner Mitmenschen immer angreife und in einen grøszeren Zusammenhang stelle.
Es ist vermutlich niemandem meiner Leser direkt aufgefallen, bei dem oberen Satz, aber warum steht da eigentlich „kommunistische Geiseln“? Nun ja, der franzøsische Innenminister der Regierung Pétain wurde ueberzeugt von den Nazis, dass es doch besser waere, diese zu erschieszen. Anstatt 50 „guten Franzosen“.

Immer noch nicht so leicht verstaendlich nicht wahr?

Zunaechst zum „Kommunismus“. Wir alle haben da ja so eine vage Vorstellung, worum es sich dabei handeln soll, nicht wahr.
Uns allen wurde ja so ein richtig schønes Feindbild eingetrichtert. Sieht man ja am Zustand der Ueberwachung von Allem, was auch nur nach „links“ aussieht in Dtschl., waehrend man die Nazis gewaehren laeszt, gar indirekt und direkt unterstuetzt. Aber darum geht es nicht.
Damals war das ja nicht anders. Zucht, Ordnung und Autoritaet (am besten verkørpert durch’s Soldatentum) hat auch damals schon bei so Vielen die „Herzen høher schlagen lassen“. Im Gegensatz zu Naechstenliebe und selbststaendigem Denken.
Dieses Feindbild scheint sich deswegen so gut zu halten, weil alle glauben, dass die sowjetische Diktatur „Kommunismus“ war. Ich gehe hier nicht ins Detail, warum dem nicht so wahr. Dieses Feindbild wurde auch gestuetzt, durch die dann immer mehr verøffentlichten Scheuszlichkeiten dieses Regimes.

Und da sind wir schon mittendrin.

Ich selber bin kein Kommunist. Hab’s versucht, ging und geht einfach nicht. Auch wenn ich meine Anschauungen erst seit kurzer Zeit in die Wortgruppe „Anarchismus im Sinne Kropotkins“ packen kann, so galt dies doch schon immer.

Der Kommunismus ist in einigen praktischen Umsetzungen dem Anarchismus aber recht aehnlich. Deswegen verbinde ich damit all dies, was man unter dem Begriff „Naechstenliebe“ versteht, und mehr.

Und „Naechstenliebe“ ist etwas, was in dem mir wichtigsten Teil meines sozialen Umfeldes, nicht unbekannt ist. Man kønnte anstatt dessen auch sagen, dass es meinen Freunden nicht egal ist, ob es anderen Menschen viel schlechter geht, als Ihnen selber. Ob sie nun selber in einer prekaeren Situation sind, oder nicht. Ich denke nicht, dass sie laengeren Kontakt mit mir pflegen wuerden, wenn dem nicht so waere.

Und das ist der Punkt. Meine und eure Ansichten unterscheiden sich fundamental von dem, was in der „westlichen Welt“ gerade populaer ist, eigentlich schon immer populaer war. Die soziale Marktwirtschaft im Nachkriegsdtschl. oder sozialistische Tendenzen in groszen Teilen der franzøsischen, italienischen, spanischen Bevølkerung tun dem keinen Abbruch. Selbst das sog. „skandinavische Modell“ ist da nicht als permanentes gutes Gegenbeispiel geeignet. Denn auch dieses ist nur starken politischen Persønlichkeiten der Vergangenheit geschuldet. Kein sehr robustes System, wie man mehr und mehr leider auch in Norwegen sieht.
Genau deswegen sind wir ja so sehr auf eine funktionierende Demokratie angewiesen, mit ihrer bewussten (!) Meinungsfreiheit. Nicht nur auf dem Papier und in den Staatsorganen, sondern im Bewusstsein der Konstituenten der Gesellschaft.

Um es zusammen zu fassen: WIR sind KEINE „guten Franzosen“.

So wie die in dem Film dargestellten Geiseln, haben auch WIR niemanden umgebracht, Laeden ausgeraubt oder Drogen an kleine Kinder verkauft. Wir møchten nur eine andere, sozialere Gesellschaft. Und das wird nicht so gern gesehen. Wer das nicht so gern „sieht“, mag sich hier jeder selber denken; die Familie Mohn gehørt neben vielen anderen aber dazu.

Auch wenn die Nazis nur das absolute Extrem waren, so zeigt die Geschichte doch, dass Leute wie wir eben die sind, die als Erstes weggesperrt werden. Sobald sich durchgesetzt hat, dass es ja vøllig ausreicht, rein formal demokratisch zu sein (oder nicht mal mehr das).
Dies erwaehnte ich in vielfacher Form bereits mehrfach in diesem weblog.

Es sind also wir, du und ich, die da (im uebertragenen Sinne) ermordet werden. Denn es geht auch immer (meiner Meinung nach gar vor allem) um das ausrotten (!) der Idee. So zynisch es auch klingt, aber die, diesen Ideen anhaengenden, ermordeten Menschen sind dann immer nur „ein paar Wenige“ unter vielen Tausenden Toten.

Das mag ja alles nicht so schlimm sein, wenn man allein ist, groszer Schaden entsteht durch den eigenen Tod meistens nicht.

Und hier komme ich zurueck zum Anfang. Ich erziehe mein Kind so, wie ich es fuer richtig halte. Ich erziehe ihn NICHT wie ich denke, dass damit die ihn umgebende Gesellschaft (insb. „Onkel und Tanten“) am besten akzeptiert. Das bereitet mir groszes Kopfzerbrechen, weil ich weisz, dass ihm daraus vielfaeltige Probleme entstehen werden. Ich hoffe, dass ich ihm die Werkzeuge mit auf den Weg geben kann, diese Probleme fuer sich zufriedenstellend zu meistern. (Komme mir jetzt keiner mit „na du wirst dich noch umschauen, wenn er anfaengt sich Britney Spears CDs zu kaufen“. Darum geht es nicht.)
Als Mensch (!) ist es meine Pflicht, mein Kind zu einem (welt)offenen und selbstaendig denkenden Menschen zu erziehen.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass wenigstens die „Onkel und Tanten“ dies als Unangenehm und „nervig“ empfinden.
Ich glaube, dass auch mein, von mir so sehr geschaetztes, naeheres soziales Umfeld, oft genug „nicht schon wieder“ denkt. Auch wenn es dann in den allermeisten Faellen toleriert wird, gar manchmal eine Diskussion begonnen wird. Was ich im Uebrigen immer (!) sehr schaetze.

Ich selber bin vor einigen Jahren aber zu der Erkenntnis gekommen, dass ich so sein MUSS, wie ich bin. Weil ganz konkret (!) das Leben meiner Freunde und auch mein eigenes auf dem Spiel stehen, wenn die derzeitigen politisch, gesellschaftlich, sozialen Tendenzen nicht aufgehalten werden. Und das mindeste, was ich tun kann, ist darauf aufmerksam zu machen.

Es sieht sicherlich immer so einfach aus, wenn ich wieder anfange, allen vor den Kopf zu stoszen, nicht wahr?

 

Guy Môquet war 17 Jahre alt, als er ermordet wurde. Als Geisel genommen aufgrund seiner politischen und gesellschaftlichen Ansichten. Diese fuehrte er direkt auf den Einfluss seines Vaters zurueck.

 

Braucht man mehr als die Sorge um das Wohlergehen des eigenen Kindes, um in dieser sich abzeichnenden Welt alles ins Politische zu ziehen?

In Don’t Expect Praises nimmt der Filmschaffende uns mit auf’s Dorf, um zu zeigen, was „China“ eigentlich auch bedeutet. Anhand des Ferienalltags zweier Jungen.

Es ist kein Dokumentarfilm und da Filme ja eigtl. immer eine Geschichte erzaehlen wollen (muessen?), ist es nicht ganz so langweilig wie das echte Leben auf’m Dorf mglw. waere.

Wie bei allen Laendern, erzaehlt das, was man ueblicherweise als „Tourist in der Hauptstadt“ erlebt, nur einen Bruchteil dessen, was dieses Land eigentlich aus macht. Und deswegen ist dieser Film so interessant. Weil er Aspekte Chinas zeigt, die den allermeisten unbekannt sein duerften.

Am allerinteressantesten aber ist die, aus der dargestellten Relativitaet des Reichtums folgende, Frage, ob wir es kønnten so leben zu wollen um die Eisbaeren zu retten? Denn einen anderen Weg gibt es nicht.

La mer à l’aube (Calm at Sea) … ich schaffe es nicht, diesen Film kurz abzuhandeln. Deswegen mehr zu diesem zu einem spaeteren Zeitpunkt.

Nur so viel sei gesagt, dass dieser Film mich so sehr emotional bewegte, dass ich danach erstmal eine Pause brauchte und erst am spaeten Nachmittag die naechste Vorstellung besuchte.

Rentaneko (Rent-A-Cat) war genau das Richtige nach dem Vorhergehenden. Ein freundlicher Film. Ruhig und klar. Mit liebenswuerdigen und sympathischen Figuren … und mit Katzen. Fuer Liebhaber von Katzen und freundlichen Filmen, ist dieser Film lohnenswert.

Ein wenig witzig war, dass die eigentliche Kopie des Filmes es nicht rechtzeitig zur Vorstellung schaffte. Deswegen wurde nur wenige Stunden vorher beschlossen, eine digitale Kopie des Filmes ueber das Netz zu verschicken. Eigentlich bin ich ja gegen diese allumfassende Digitalisierung des Kinos. Weniger Farbe und Leuchtstaerke und mistiger 3D-Kram. Es spricht wenig fuer digitales Kino, wenn man denn der Zuschauer ist (im Gegensatz zum Heimkino, aber da ist man ja auch gleichzeitig der Vorfuehrer). Aber wenn der Film zum Festival mal nicht rechtzeitig ankommt, dann hat die digitale Kopie den Vorteil, dass diese nicht direkt an Versandmethoden gebunden ist, welche auf der Verbrennung veredelter, fossiler Rohstoffe beruht.

Anschlieszend gab es eine Diskussion dazu. Ich nahm teil, weil das naechste, auf einer Festplatte gespeicherte, Abenteuer im selben Saal gezeigt wurde. .oO(Hach, wie viel schøner klingt doch „auf Zelluloid gebannt“).
Dort erfuhr ich, dass derartige japanische Filme als „geruchslos“ bezeichnet werden.
Einerseits ein durchaus passender Begriff, denn wie der Leser merkt, bin ich nicht in der Lage, mehr zm Film zu schreiben, ohne in die sonst so oft als „Rezension“ angepriesene Inhaltsangabe zu verfallen, oder das all zu Offensichtliche wiederzugeben.
Andererseits gibt die Konnotation des Begriffes „geruchslos“, welche ja aehnlich wie „steril“, oder „sauber“ durchaus auch „wenig interessant“ ist, nicht wieder, wie toll dieser Film ist.
Schade eigentlich. Leser die Katzen und freundliche Filme møgen, muessten also mal auf mein „Urteil ohne Begruendung“ vertrauen und sich diesen Film anschauen, so sie denn geneigt sind.

Tráiganme la cabeza de la mujer metralleta lief unter dem Titel Bring Me the Head of the Machine Gun Woman. WOHOO!!

Man kønnte sagen, dass es sich um einen Exploitation Film handelt und damit haette dieser „man“ vermutlich sogar recht (ich kenn mich da nicht so genau aus). Aber es ist mitnichten ein „billiger“ Film, auch wenn die Produktionskosten mglw. nicht sehr hoch waren, verglichen mit den ueblichen Actionknallern.

Es geht um einen Zocker (a.k.a. Computerspielefan), der in die Wege des lokalen Verbrecherbosses geraet. Deswegen versucht er besagte Machine Gun Woman (eine durchaus scharfe Tante) zu finden. Im GTA-Style. Dumm nur, dass er trotz allem immer noch ein Zocker und weder Verbrecher oder unsterbliche Videospielfigur ist.
Darauf basiert der Charme des Films, denn es gibt zwar viele Verfilmungen von Computerspielen, aber dies ist der, mir bekannte, erste Film, der das Genre mehr oder weniger direkt uebertraegt.

Auch wenn der Film fern vom Urteil „hey supertoll, unbedingt schauen“ ist, so kønnte ich mir vorstellen, dass Personen, die selber gerne zocken, diesem Film auch etwas abgewinnen kønnen.

Der letzte Film des Tages war dann Lemale et ha’halal (Fill the Void). Ein Film, auf den ich sehr gespannt war, denn mir war, als ob ich eine sehr interessante Kritik Dietmars darueber las. Es stellte sich heraus, dass dem nicht so war. Nichtsdestotrotz war dieser Film erstaunlich interessant, wenn man bedenkt, dass es ueber die religiøsen Praktiken rund ums Verheiraten, aber nicht nur darum,  innerhalb sehr glaeubiger juedischer Gemeinschaften geht. Dies liegt mglw. daran, dass es das andere Ende des Spektrums ist, von welchem „wir“ meist nur Life of Brian kennen. Ohne, dass es dabei laecherlich wird, selbst nicht fuer mich ollen Religionsfanatiker.

Letzteres liegt vermutlich daran, dass ich ohnehin seit einigen Jahren ein gesteigertes Interesse an der Religion dess Judentums habe (verglichen mit den, in meinen Augen durchaus berechtigten, pauschalen Verurteilungen anderer Religionen, insb. des Christentums). Selbstverstaendlich sind der Dogmatisus, die Strukturen des Machterhalts und die Anleitung zum nichtselbststaendigen Denken genauso zu verurteilen. Aber ich finde die Juden gut, denn so weit ich weisz, ist dies die einzige Religion, die NICHT missioniert und auch gar nicht missionieren will. Will man Jude werden, so muss man førmlich drum betteln, das auch werden zu duerfen. Auszerdem saufen und singen die die ganze Zeit. Und da waere ich wieder. Ich kann beim Thema Religion einfach nicht mit meiner Meinung hinter dem Berg halten, dass ich das alles ganz pauschal wenn dann høchstens lustig finde, meistens Religion aber fuer prinzipiell gefaehrlich halt.

Ich versuche es nochmal.
Wer einen kleinen, sehr gut gemachten, ernsthaften und respektvollen Einblick erhalten møchte, in einige Aspekte des Judentums, fuer den lohnt es sich, diesen Film zu schauen. Und aufgrund gewisser Unterschiede in der Praxis der Religionsausuebung (und damit einiger fundamentaler Dogmen) kann ich es es nur jedem empfehlen sich mal etwas naeher mit der Religion des Judentums zu beschaeftigen.

Piramida ist eine aufgegebene Bergarbeiterstadt auf Spitzbergen, die mit den Leben und Traeumen der ehemaligen Bewohner (wie alle Staedte) verwoben ist.

Ein Teil des Filmes Efterklang: The Ghost of Piramida wird von der Erzaehlung und den privaten Filmaufnahmen des ehemaligen Stadtfotografen gestaltet. Zum Einen ist dies sehr erbauend, von dem Pioniergeist und dem Versuch der Verwirklichung eines Traumes, welcher dies ist, wird offen gelassen, aber es ist ein groszer und wichtiger Traum, dieser Menschen zu høren und zu sehen. Zum Anderen ist die Dokumentation des (erzwungenen) Zusammenbruchs natuerlich sehr traurig; mit der Hoffnung, dass dieser Traum zu einer anderen Zeit (und mglw. an einer anderen Stelle) einen naechsten Versuch seiner Erfuellung erfahren kann.

Der andere Teil des Films zeigt die Suche nach Soundbytes der Band Efterklang fuer ihr Album Piramida.

Kuenstlern bei der Arbeit zuzuschauen und dadurch mehr ueber das Werk zu erfahren, kann dazu fuehren, dass man dieses Werk dann auch gern selbst in den Haenden halten (und in diesem Falle: høren) møchte.
Ein schønes Resultat fuer einen Film, wenn dieser Lust auf etwas macht, fuer das man sich sonst nicht im Geringsten interessiert haette.
Fuer (musikinteressierte) Traeumer ein Film der sich lohnt zu schauen.

Kibô no kuni (The Land of Hope) handelt davon evakuiert zu sein nach einem Atomunfall. Oder eben gerade nicht, da man nur wenige Meter hinter der 20 km Evakuierungsgrenze wohnt. Dieser Film ist eigtl. sehr schøn gemacht. Insbesondere die Figur des Vaters gefaellt mir sehr gut. Die ist sehr glaubwuerdig dargestellt. Aber der Film ist auch sehr langsam. Ich weisz nicht, was mich eigentlich an dem Film interessierte, aber dies wurde jedenfalls nicht gezeigt. Mglw. war es mal wieder meine uebliche Sensationslust, die mich in diesen Film trieb. Und so war es denn einer der zwei Festivalfilme, von denen ich der Meinung bin, dass ich mir den den auch haette sparen kønnen.
Andererseits begannen die Anstregungen und der wenige Schlaf ihren Tribut zu fordern. So ein Festival kann ganz schøn anstrengend sein. Deswegen war das eigentlich gar nicht so schlimm, denn so konnte ich waehrend dieses Filmes ohne ein schlechtes Gewissen ein Nickerchen halten. Es sollte nicht das letzte Mal gewesen sein. Und von was ich so beobachtet habe, war ich auch nicht der Einzige, der in diesen Tagen ein wenig Schlaf im Kino nachholen musste.

Trattoria ist ein Film ueber leckeres Essen. Ich mag leckeres Essen. Und seitdem ich letztes Jahr Noma at Boiling Point sah schaue ich mir auch ganz gern mal waehrend des Festivals einen guten Restaurantfilm an.

Ueber den Film selber gibt es eigtl. nichts zu sagen, da es die uebliche Schmonzette des lange in der Welt herum wandernden Sohnes ist, der zurueckkehrt und den gleichen Beruf wie der Vater erlernen will (beim Vater), worueber es zu Konflikten … bla … blubb … inklusive Romanze natuerlich.

Aber das gezeigte Essen in dem Film sah soooooooooooo lecker aus. Mich duenkt, danach wurde, im Rahmen des Festivalprogramms, ein Kochkurs in einem der equisiteren Restaurants der Stadt angeboten. Dieser war ausgebucht; bei nur 15 Plaetzen vermutlich kein groszes Problem. Ich bin am ueberlegen, naechstes Jahr daran teil zu nehmen, selbst wenn dies bedeutet, dass ich dadurch einige Filme nicht schauen kann.

In Ekspeditionen til verdens ende (The Expedition to the End of the World) wird eine bunt zusammengestellte Crew, neben dem Captain und dem Rest der Schiffsbesatzung bestehend aus einem Kunstfotografen, einem Geochemiker, einem Archaeologen, einem Zoologen, einem Geographen, zwei weiteren Kuenstlern, einem Geologen und einer Meeresbiologin, in die, durch die Klimaerwaermung nun zugaenglichen, bisher unerforschten Fjorde Grønlands geschickt.

Einer der Wissenschaftler drueckt seine Begeisterung darueber aus, dass er NICHT nach einem vorgegebenen Programm forschen muss, sondern einfach „drauf los forschen“ kann um zu sehen was dabei raus kommt. Sehr nachvollziehbar fuer mich.

Es sind Menschen, die sich øfter mal „Gedanken machen“ auch ueber ihr enges Fachfeld hinaus. Dies fuehrt zu so einigen sehr interessanten Fragen und ausgesprochenen Fakten, allein derer wegen es sich lohnt den Film zu schauen.
Einiges dessen was gesagt wird, insb. von dem dtsch.-sprachigen Kuenstler, geht wenig ueber das blosze Wiedergeben von eben diesen Fakten, die sich allerdings kaum einer traut so auch auszusprechen, hinaus und es macht den Eindruck, als ob diese Gedanken nie richtig zuende gedacht werden. Im Angesicht des Endes der Welt (ich denke doch, dass meinen Lesern die Doppeldeutigkeit mittlerweile aufgefallen ist) wird natuerlich auch religiøs und philosophisch Angehauchtes diskutiert (vor allem vom Kunstfotografen).

Im Kontrast dazu sind insbesondere die sehr tiefgreifenden Gedanken des Geologen Minik Thorleif Rosing hervorzuheben.

Aber trotz der oben erwaehnten Schwaechen, kann so ziemliche alles Angesprochene als Ausgangspunkt fuer weitere, oft als unangenehm empfundene, nichtsdestotrotz interessante und mglw. fruchtbare Diskussion dienen.

Als weiteres sind natuerlich die wunderschønen Natur- und Landschaftsportraets erwaehnenswert an diesem Film. Aber da Worte inadaequat sind um diese Schønheit auch nur ansatzweise zu beschreiben, werde ich dies hier nicht tun.

Alles in allem ein empfehlenswerter Film, der sich wirklich lohnt zu schauen.

Der letzte Film des Mittwochs war der animierte Film Dwae-ji-ui wang (The King of Pigs). Harter Tobakk. Es geht um brutale Hackordnungen, Gewalt und Missbrauch unter Schuelern an der Schule und das Ignorieren eben dieser Zustaende durch die Lehrer, Anerkennung, sowohl innerhalb der Schulgebildes, aber auch unter Freunden. Auch geht es einerseits um den Versuch der Anpassung bzw. des Aufstiegs in diesem System und andererseits um die Nichtanerkennung bzw. den Versuch des Ausbruchs aus diesem System.

In Anbetracht des Letzten dachte ich øfter mal: Endlich kriegen die Bullies mal ordentlich eins auf die Fresse. Aber es gibt immer einen grøszeren Fisch der dich fressen wird. Und da ist natuerlich die Frage im Raum, ob man mit Gewalt, inherent gewaltbehaftete Systeme ueberkommen kann (oder darf). Einige grosze Denker haben das auf die verschiedensten Arten beantwortet. Aber das gehørt nicht hierher.

Ein guter und wichtiger Film. Stellenweise aber nur schwer zu ertragen, angesichts der durchaus nachzuvollziehenden, wenn auch nur entfernt, darob des Grades der Gewalt, da nicht unbekannten, Ohnmacht der Opfer dieses Systems.

Du vent dans mes mollets (oder The Dandelions wie er hier hiesz) war die Ueberraschung des Festivals fuer mich.

Beim Lesen der Kurzbeschreibung hørte sich „matriarchalische, ueberfuersorgliche Mutter … bla bla … im Laufe des Films stellt sich raus, dass doch alle nicht so gewøhnlich sind … bla bla“ eher langweilig an. Gluecklicherweise hatte ich mich dann doch entschieden, den Film morgens frueh 9:00 Uhr zu schauen; dass er aus Frankreich ist, hatte daran einen groszen Anteil. Am Ende stellte sich heraus, dass es der Film war, der mir von allen 28 geschauten Filmen, am besten gefallen hat. Es geht unter anderem naemlich um Kinder, die im Bewusstsein der sie umgebenden Welt erzogen werden (kønnen); und auch unsere romantischen Vorstellungen von der Liebe werden auf zuckersuesze, dabei nicht aufdringliche, Art bedient. Man kønnte sagen ein „Feel good“ Film. Und lustig ist er an vielen Stellen auch noch.
Was das mit dem „Socks to suck“ zu tun hat, møge jeder selber rausfinden, denn dieser Film lohnt sich durchaus zu schauen :) .

Der naechste Film war auch aus Frankreich; Dans la maison (I de beste hjem wie er hier hiesz).

Ein begabter Schueler, der seinem Franzøsischlehrer jede Woche Aufsaetze gibt, die von des Schuelers Abenteuern im Heim eines Freundes handeln. Durch das offensichtliche Talent erhaelt er dann Spezialunterricht, in dem es vor allem um das Erlernen des Schreibens von Romanen geht. Und dies fuehrt zum Brechen der ueblicherweise nicht durchdringbaren vierten Wand. Innerhalb des Filmes natuerlich, zwischen dem, verstaendlicherweise etwas voyeuristischen, Lehrer und dem schreibenden Schueler.
Der Zuschauer befindet sich eher in der Position des Lehrers; so ist da aber eben doch immer noch jene vierte Wand, die eigentlich nicht ohne weiteres ignoriert werden kann, um dem Medium Film auch weiterhin gerecht zu werden. Aus diesem Grund sollte auch gesagt werden, dass auch die erwartete, eigentliche Handlung das Begehr erwachen laeszt, zu wissen, wie es denn weiter und letztlich aus geht.

Ein guter gemachter Film und fuer mich endlich nach all den Jahren des skeptischen „ich bin ja jetzt nicht so richtig mitgerissen von der Filmbeschreibung, aber ich schau den mal, da mir bisher franzøsische Filme immer ganz gut gefallen haben“, die Erkenntniss, dass franzøsische Filme sich eigentlich immer lohnen zu schauen.

Nicole Kidman … was kønnte ich denn zu dieser Dame schreiben?
Ich fand sie schon immer nett anzuschauen. Vor allem der Faszination wegen, wie eine Frau auf den ersten Blick und von weitem wie eine Pueppie aussehen kann, dies dann aber von Nahem mitnichten ist. Das Gegenteil eigentlich ist. Selbst im vielgescholtenen The Stepford Wives Remake oder Bewitched.
Nett anzuschauen ist sie auch in Stoker. Dies gilt auch fuer die Hauptdarstellerin des Filmes, Mia Wasikowska.

Dies traegt dann auch hauptsaechlich diesen, wohl schaurig sein wollenden, Film.

Den Film wollte ich eigentlich gar nicht schauen. Bin dann aber, weil nichts anderes von Interesse lief, doch reingegangen und muss zwar sagen, dass man diesen Film nicht unbedingt gesehen haben muss, aber wenn nichts Besseres kommt, so kann man den ruhig schauen, denn er ist wenigstens keine Zeitverschwendung.

Ich bin halt schwer zu beeindrucken, wenn eine bekannte Geschichte zum wiederholten Male auf, wenn auch solide, doch uebliche Weise in Szene gesetzt wird. Da ist der vorhergehende Satz eigtl. schon als Kompliment einzustufen.

Belyy tigr (White Tiger) ist ein Film ueber einen fiktiven, (im Sinne des Krieges) erfolgreichen, weiszen dtsch. Panzer, in Russland waehrend des zweiten Weltkrieges und wie dieser von einem russischen Panzerf(ahrer) gejagt wird. Die Parallelen zu Moby Dick sind oft sehr plump und zu offensichtlic.

Natuerlich sieht man auch viel von dem ganzen ueblichen „Kriegsdrumherum“; Soldaten beim essen, Plaene schmiedende Offiziere, Einsatzbesprechung usw.
Der Film enthaelt ebenso viel Mystizismus und, gluecklicherweise recht offensichtliche, Propaganda. Denn in Wahrheit war die russische Armee nunmal nicht gut ausgeruestet und die bedauernswerten Maenner hatten auch nicht genug zu essen. Und sauber ist Krieg auch nicht. Und die Politoffiziere waren meistens auch nicht die ordentlichen Kumpelsoldaten, sondern sie hatten dafuer zu sorgen, dass

die Strøme flieszen.
(frei nach Alexander Solschenizyns „Der Archipel Gulag„)

Aber davon abgesehen, bedient dieser Film auf gelungene Art und Weise Faszinationen von (ueblicherweise) Maennern: (im Wortsinne) grosze Technik die im Konflikt aufeinandertrifft.

In Hollywood wird dies alles am PC gemacht. Mit schnellen Schnitten, wo man dann letztlich nichts mehr richtig erkennt.
Die Macher dieses Films konnten aber echte Panzer auftreiben. Dies lag mglw. an der Hilfe, die sie vom Staate bekamen. Und anscheinend sind die Umweltauflagen in den ausgedehnten russischen Sumpf- und Waldgebieten nicht so strikt. Deswegen konnten sie die Fahrer auch ausgiebig durch’s Gemuese fahren und dort ordentlich explodieren lassen.
Ausschlieszlich wegen dieser Techniken der alten Schule, ist es durchaus von Interesse fuer Filminteressierte, dieses Werk zu schauen.

Am Ende dieses Tages schaute ich dann doch Danny Boyles neuen Film Trance.

Diesem gingen natuerlich Reden voraus. Die der Buergermeisterin war trotz vieler Worte eigentlich inhaltslos; wie man es eben kennt. Der Obrigkeitshørigkeit wegen wurde dennoch geklatsch.
Der Film selber war … hmmm … zwar kein Hollywoodmist, die musikalische Begleitung war sehr gelungen, aber eigentlich hat er keinen groszen Eindruck gemacht auf mich. Eben ein konventioneller Film. Auch wenn ich nicht dachte, dass meine Zeit verschwendet war, haette ich mich doch lieber fuer einen der anderen, parallel laufenden Filme, entscheiden sollen.
Eigentlich kein so richtig guter Erøffnungsfilm. Mglw. gab es aber gerade nichts Besseres; entsprechend war der Applaus recht mau.

Normalerweise vermeide ich es ja, Bilder, auf denen Mitglieder meiner Familie zu sehen sind, hier auf diesem weblog zu zeigen.

Mit der Ausnahme, wenn deren Gesichter nicht zu erkennen sind. Das folgende Familienbild ist so eine Ausnahme und ich find es sooooooo toll, deswegen møchte ich euch, meine lieben Leser, gerne daran teilhaben lassen:

007_Familienbild

Der Helm, welchen die liebste Frau auf hat, ist geborgt, denn die liebste Frau baut sich ja gar keine Stormtrooperruestung.

Wie so oft ist auch dieses Bild wieder eben dieser liebsten Frau zu verdanken.