Archive for the ‘Allgemein’ Category

Vor ca. zwei Jahren stellte ich, im Wortsinne, von einer Woche zur naechsten, in rechentechnischen Belangen komplett auf ubuntu-Linux um.

Das war dann mein dritter Versuch, der endlich glueckte.

Der erste war getrieben durch Laptops, welche wir von der Uni bekamen und auf denen war Suse-Linux drauf. Privat hab ich aber weiterhin irgendwie doch windows weiter benutzt, auch wenn ich viel Unikram auf dem Laptop machte. Das war so von ca. 2002 bis ca. 2004.

Der zweite Versuch war dann 2005/2006. Ich wollte fuer meine Dissertation alles unter Linux machen. Mich duenkt, ich probierte es da schon mit ubuntu.
Waehrend die Installation recht fix und problemlos von Statten ging, tauchten natuerlich immer wieder kleinere Problemchen auf. Fuer den versierten Informationstechnikbegeisterten waren die sicherlich alle schnell zu løsen, mit den im Netz vorhandenen Dokumentationen. Aber fuer mich „Computerdummie“ setzten viele dieser „Anleitungen“ so viel Wissen voraus, dass die Erarbeitung der Løsung immer recht viel Zeit in Anspruch nahm.
Ich gebe zu, dass ich dabei relativ viel lernte und diesen Preis fuer meine Freiheit gern zahlte. Aber Leute mit weniger Motivation als ich, schreckt dies dann natuerlich ab.
Letztlich fuehrte dann aber das fuer mich nicht løsbare Problem, wie ich denn eine vernuenftige WLAN-Verschluesselung anstelle, dazu, dass ich doch wieder fuer viele Jahre im windows verharrte.

Im Laufe der naechsten Jahre, gab es jede Menge Fortschritt im Bereich der „Standardprobleme“. (Selbst Netzwerkdrucker werden mittlerweile ohne grøszere Probleme gefunden!)
Ich merkte dann spaet in 2010, dass ich nur noch eines einzigen Programmes wegen eine „gute“ Ausrede hatte, um im windows zu verbleiben. Und dass es dafuer auch eine mittlerweile sehr gut funktionierende freie (!) Alternative gibt. Deswegen entschied ich, dass der Wechsel nur an meiner eigenen Faulheit und Bequemlichkeit, nicht aber an objektiven Gruenden scheitert. Frueh in 2011 wechselte ich dann zu ubuntu-Linux mit der KDE Desktop Umgebung. Und wie oben geschrieben, war es so gut, dass ich sofort aufhøren konnte mit windows. Die Einarbeitung in das neue Programm dauerte natuerlich einige Zeit, ca. 2-3 Wochen, aber es stellte sich tatsaechlich heraus, dass es ein vollwertiger Ersatz ist.

Kleine Probleme gibt es natuerlich immer noch. Meine Faehigkeiten sind etwas grøszer geworden, aber nicht viel. Meine Motivation freie Alternativen zu benutzen ist deutlich grøszer geworden.
Aber das was sich fundamental verbessert hat, ist die Dokumentation im Netz.
Waehrend in 2006 noch „verlangt“ wurde, in Systemdateien rumzuwurschteln und Shellkommandos beinahe kommentarlos einfach angegeben wurden, sind die Problemløsungsstrategien im Jahre 2013 beinahe durchweg fuer Leute wie mich geschrieben. Das ist mittlerweile so weit, dass ich sogar meine „Angst“ vor „der Kommdozeile“ ueberwunden habe. Der Stil ist ungefaehr zu beschreiben als „Du hast ein Problem und bist motiviert ein kleines bisschen deiner Zeit zu investieren (ca. 2 bis 10 Minuten) um die Løsung des Problems etwas besser zu verstehen? Nun hier ist die Løsung und ich schreib dir dazu, warum das so gemacht werden kann.“

Dies ist ein tyisches Beispiel. Das sieht erstmal alles nach Technobabel aus, aber man muss sich wirklich nur kurz die Zeit nehmen, sich das mal durchzulesen und auf das Problem anzuwenden.
Los ging es, dass ich endlich mal meinen Drucker/Scanner installieren wollte. Der Drucker wurde automatisch erkannt, aber vom Scanner zunaechste keine Spur. Also suchte ich erstmal danach, wie ich denn meinen Scanner/Drucker installieren kønnte. Dort wurde ich auf die Treiber verwiesen. Die hab ich runtergeladen, aber als RPM-Paket. Daraufhin kam ich zu der verlinkten Seite, welche dieses Problem geløst haette. Soweit zum Thema dieses Beitrages.
Pløtzlich aber dachte ich mir „Moment mal, vielleicht wird der Scanner ja automatisch unterstuetzt und ich habe es nur nicht bemerkt“. Eine ganz andere Frgestellung also. Und so war es auch. Es stellte sich heraus, dass das Problem an ganz anderer Stelle lag: mir fehlte ein Scanprogramm. Das hab ich dann (semi)automatisch installieren lassen und alles hat sofort mit dem bereits vorhandenen Bildmanipulationsprogramm funktioniert.

Was ich eigentlich sagen will (auch wenn es diesen Blog vermutlich nicht verlassen wird): Danke an die Linuxcommunity, dass ihr es geschafft habt, die vorhandenen Problemløsungsstrategien so zu dokumentieren, dass auch weniger begabte Menschen, wie ich, das nachvollziehen kønnen. Dies ist vermutlich einer der wichtigeren Schritte auf dem Weg in eine freiere Gesellschaft.

Im Herbst 2010 hatte ich angefangen einen Beitrag zu schreiben. Dies wurde ausgeløst von einem Artikel den ich zuvor gelesen hatte, im Zusammenhang mit einem Interview, welches mich sehr beeindruckte.

Ich erinnere mich noch, dass ich aufhørte zu schreiben, weil es schon spaet war und dass ich dann die darauffolgenden Tage einfach keinen Nerv hatte weiter zu schreiben. Und dann vergasz ich den Artikel leider ganz.

Nun habe ich mal in meine Entwuerfe geschaut und festgestellt, dass eben dieser Artikel eigtl. verøffentlicht werden kann, so wie er ist. Es fehlt der zweite Teil, aber das was ich bisher schrieb, kann auch eigenstaendig stehen, auch wenn das Ende nicht ganz „rund“ rund. Es ist deutlich zu merken, dass ich abrupt aufhørte und dass da eigtl. noch was kommen sollte. Leider weisz ich nicht mehr, was das war. Dennoch møchte ich an dieser Stelle den fast fertigen Artikel verøffentlichen.

In letzter Zeit versuche ich in Artikel mit komplizierteren Sachverhalten und „ernsten Themen“ kuerze Saetze zu verwenden. Damit das Ganze leichter lesbar und den Gedanken besser zu folgen ist. Da ich aber schreibe wie ich denke, erfordert dies immer eine Nachbearbeitung der Texte. Ich habe mich dagegen entschieden, diesen Artikel diesbezueglich nachzubearbeiten. Nicht, weil ich keine Lust oder Zeit haette. Ich denke aber, dass es wichtig ist so wenig wie møglich Geschichtsrevision zu betreiben. Auch bezueglich der eigenen Historie. Im allgemeinen Leben ist das natuerlich nur sehr bedingt møglich. Aber bei dieser Sache kann ich das machen.
Der Artikel wurde eben tatsaechlich von einem etwas anderen „ICH“ geschrieben. Vieles von dem Geschriebenen ist mittlerweile ein integraler Bestandteil meines persønlichen Narrativs. Im Sinne des „Major Consensus Narrative“ (leider, ein viel zu kurzer Wikipediaeintrag dazu). Teilweise ist das dort (oder in den Artikeln) Geschriebene auch schon Teil des „minor consensus narrative“ meines sozialen Habitats geworden.
Ich lese ja nun auch bereits seit vielen Jahren Artikel zu und Studien ueber solche Probleme. Deswegen sehe ich solche Sachen _jetzt_ zwar nicht entspannter, aber bewusster … nein, eigentlich UNTERbewusster (dennoch nehme ich es bewusst wahr … verwirrend). Es laeszt mich jedenfalls nicht mehr sofort innerlich „explodieren“. .oO(Das kann man vermutlich auch abstumpfen nennen.)
Wieauchimmer, ich habe den Artikel bewusst in der damaligen Form belassen.

Im Text hatte ich eine detaillierte Notiz, dass noch etwas einzufuegen sei. Dies ist auch das Einzige von Relevanz, was ich direkt am Artikel aenderte. Indirekt habe ich „tote Links“ entfernt bzw. an nøtigen Stellen „technische“ Anmerkung gemacht. Ebenso wurden „Ueberbleibsel“ aus dem Erstellungsprozess, wie bspw. doppelt kopierte Saetze oder Rechtschreibfehler, korrigiert.

Auch den Titel habe ich aus mir naheliegenden Gruenden beibehalten.

Nach der langen Erklaerung nun der vergessene Artikel:

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Neulich hab ich einen sehr interessanten Artikel von Frank Rieger mit dem Titel: „We lost the war. Welcome to the world of tomorrow.“ gelesen.

Und gerade bin ich fertig geworden mit dem wohl besten Interview das mir in meiner ganzen Zeit die ich schon lesen kann jemals untergekommen ist (vielleicht mal abgesehen von (fiktiven) Interviews in Lemschen Romanen). Die vorangehende Aussage bezieht sich sowohl auf Inhalt, als auch auf die interviewte Person an sich und die Art und Weise wie das Interview gefuehrt wurde (siehe dazu auch der Medienkompetenz-Grundkurs von fefe). Da das Ganze deutlich laenger ist als ein gewoehnliches Zeitungsinterview heiszt es deswegen auch: „Conversations with Daniel Ellsberg“ und ist in sechs Teilen veroeffentlicht worden (am Ende des sechsten Teils gibt es Links zu allen anderen Teilen).

Im ersten Artikel geht es um eine ganz konkrete Bedrohung (auch in Dtschl.): die Herausbildung eines (weltweiten) Ueberwachungsstaates nach 9/11, (logische) Hintergruende, dazugehoerende Technologien und wie man damit umgehen kann (wobei sich dieser letzte Teil eher an eine eher kleine Gruppe von „relevanten“ Programmierern oder Aktivisten richtet). Daraus werde ich im Folgenden am meisten zitieren, denn in dem Interview geht es eher um (fuer uns) weniger konkrete Dinge wie bspw. die Pentagon-Papiere, Whistleblowing, Hintergruende zum Vietnamkrieg oder auch Zivilcourage. Letzteres ist es was diese beiden Schriften miteinander verbindet und weswegen ich  diese in diesem Beitrag verwende.

Soweit zur Einfuehrung. Meine Empfehlung: stoppt hier und lest zunaechst den Artikel von Frank Rieger.

Am Anfang schreibt er:

[…] the western democracies have become a playground for lobbyists [and] industry interests […] that have absolutely no interest in real democracy.

Leider gibt es dafuer nur all zu viele Beispiele und das ist auch nur das was bekannt wird. (Anm.: (fast) jedes Wort ist klickbar. Tote links wurden entfernt. Der vorletzte Artikel ist leider nicht mehr in seiner Gaenze frei verfuegbar, aber ein Abriss kann unter dem gegebenen Link noch gefunden werden.)

The “democracy show” must go on nonetheless. Conveniently, the show consumes the energy of those that might otherwise become dangerous to the status quo.[…] the illusion of participation.

Wer denkt nicht auch, dass gewisse Politiker (laengst nicht alle!) mal ein paar auf die Fresse kriegen sollten um Ihnen zu zeigen was wir von ihren „Vorschlaegen“ halten? Zum Glueck gibt es doch aber Petitionen, Demonstrationen, Mahnwachen etc. pp. und so Gedanken wie „Wo bleibt eigentlich die Revolution“ werden nur still und heimlich gedacht oder nur ganz wenigen vertrauenswuerdigen Personen gegenueber geaeuszert.

Soweit zur (zugegeben pessimistischen) Einfuehrung. Dann traegt er mal fuenf Punkte zusammen aus der  Sicht eines 60-jaehrigen Buerokraten.

First: paid manual labor will be eaten away further by technology

Diese Meinung haben auch andere (deutlich bekanntere Autoren) wie bspw. dieses Interview mit Jeremy Rifkin zeigt.

Das Maerchen der Vollbeschaeftigung (unter den traditionellen Gegebenheiten) scheint fuer „uns“ ja einfach zu durchschauen zu sein. Blosz wer waehlt denn dann eigentlich CDU, FDP und SPD? Ach ja die, die es nicht treffen wird weil sie mal ’n paar Jahre studiert haben um ihr Wissen und ihre Faehigkeiten auf den aktuellen Stand zu bringen.

Und er deutet auch an wen das treffen wird:

Not only the undereducated […]

Schwer zu glauben so mit frischem Abschluss, ohne Familie, gesund, flexibel, nicht abhaengig vom System und demokratisch interessiert, nicht wahr! Und wenn doch, dann ist es woanders (wo mglw. die oben erwaehnten traditionellen Gegebenheiten nicht (mehr) in dem Masze vorhanden sind) viel zu kalt und dunkel.

Und dann folgt eine (realistische) Einschaetzung wie das gehandhabt werden wird:

This [unemployed] part of the population needs to be pacified, either by Disney or by Dictatorship, most probably by both

Unrealistisch? Keineswegs, denn dieses Prinzip ist seit Anbeginn der „Zivilisation“ bekannt, erprobt und fuer gut befunden (und zumindest der „Disney-teil“ ist etwas bekannter unter dem Ausdruck „Panem et circenses“ geworden).

Der zweite Punkt (Klimawandel, damit verbundene haeufigere Katastrophen/Disaster und die Reaktionen darauf sind so offensichtlich, dass ich auszer diesem Satz nichts weiter zu schreiben werde.

(Anm.: das folgende Zitat ist natuerlich dann bereits zum dritten Punkt.)

Third: immigration pressure from neighboring regions will raise […] The nearly unavoidable reaction will be a Fortress Europe […] once ethical hurdles have fallen.

Der Artikel ist von Anfang 2006.

(Anm.: An dieser Stelle war die erwaehnte detaillierte Notiz. Die folgenden zwei Saetze wurden erst 2012 geschrieben.)

Mittlerweile stellt sich heraus, dass es schon seit Jahren mit der „ethical burden“ nicht mehr weit her ist. Dazu sei beispielsweise auf dieses befreite Dokument mit dem Titel „EUISS: What ambitions for European defence in 2020, Jul 2009“ verwiesen und auch Frontex gehørt ja zu der gern verdraengten Realitaet, was „EU“ eigentlich wirklich bedeutet.

Der vierte Punkt (Oel wird knapp und ein schmerzhafter Uebergang zu alternativen Energielieferanten) ist wiederum einfach nachzuvollziehen.

Der fuenfte Punkt ist wohl am allerwenigsten zu verstehen wenn man keine Ahnung hat. Entweder man reagiert total panisch oder total beschwichtigend. Es geht darum, dass all diese neuen Technologien (Nanotechnologie, Biotechnologie, Informationstechnologie etc.) unheimliche Gefahren in sich bergen, an die man nicht denkt. Es wird sicherlich nicht so sein, dass winzig kleine Roboterpartikel die Weltherrschaft uebernehmen, aber eigentlich weisz keiner was fuer Gefahren bspw. Nanopartikel wirklich beeinhalten, denn es gibt so gut wie keine Forschung dazu. Bei der Biotechnologie ist dies etwas besser erforscht, aber die wenigen Sachen die ich bzgl. der Nanotechnologie gehoert habe (auf einem ganz speziellen Workshop zu diesem Thema, deswegen leider keine Quellen) zeigen, dass auch hier grosze Gefahren liegen wenn man das nicht ordentlich handhabt. So bspw.  kann in modernen Farben Titanoxid drin sein (damit das normale weisz ein superweisz wird). Diese Nanopartikel an sich sind (tatsaechlich) harmlos in jedweder Konzentration (TiO ist eins der ganz wenigen ordentlich untersuchten (Nano)Materialsysteme, da es das schon so lange gibt), allerdings ist es moeglich dass die Partikel mit Si „beschichtet“ sind. Ist dies der Fall wird das ganze karzinogen! Nun mag man sagen: „ach nicht so schlimm, die passen da schon bei der Produktion drauf auf“; darauf kann ich erwidern: stimmt nur bedingt, denn als die Forscher das der Fabrik erzaehlten waren die ganz erstaunt, dass deren Partikel diese Beschichtung haben. Dann wiederum kann man sagen: „Ach nicht so schlimm, schlieszlich lecke ich ja nicht die Tapete an“; nun ja das stimmt, aber TiO ist auch in Sonnencreme drin!

Dies ist ein schlechtes Bsp. insofern, dass TiO an sich (wie gesagt) ungefaehrlich ist und weil die Produzenten jetzt drauf aufpassen, aber ganz generell zeigt es doch die Gefahren.

Ein anderes Bsp. waere diese moderne antimikrobielle  Kleidung mit Silberpartikeln drin. Es ist erwiesen, dass diese Partikel ausgewaschen werden. Und wo landet das Ganze? Im Meer! Und wenn man mal so drueber nachdenkt kommt man drauf, dass das Meer auf „seine“ Mikroben mglw. angewiesen ist.

Das Resultat dieser Zusammenfassung der derzeitigen Zustaende ist dann:

Strategically it all points to massive investments into internal security.

Das darauf Folgende:

Presenting the problem to the population as a […] choice between an uncertain dangerous freedom and […] survival under the securing umbrella of the trustworthy state becomes more easy the further the various crises develop.

[…] the loss of rights […] is happily accepted by a majority that can easily be scared into submission.

kommt einem auch wieder seltsam aktuell vor (aber nicht bedrohlich genug um sich echte Sorgen zu machen, denn schlieszlich wird es einen selber ja nicht treffen).

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Hier hørte ich auf zu schreiben und ich erinner mich, dass ich noch viel mehr schreiben wollte. Frank Riegers Artikel nochmal anschauend, kann ich mir denken, dass ich auf die in der Einleitung des urspruenglichen Artikels erwaehnten Sachen eingehen wollte.

Ich schlage vor, nein, ich bitte euch, dass ihr, meine Leser, einfach die hinter den Links verborgenen Artikel lest und euch eure eigenen Gedanken macht. Lest wenigstens den Artikel von Frank Rieger. Der ist nicht so lang. Die Unterhaltung mit Ellsberg lege ich euch ebenso waermstens ans Herz. Es lohnt sich zu lesen, auch wenn es laenger dauert.

Manche Tage enthalten echt krasse Ueberraschungen.
Nach ueber drei Jahrzehnten, die ich nun schon in diesem Universum bin.
Nach mehr als zwei Dekaden, die ich mich fuer technisch/naturwissenschaftlichen Kram interessiere.
Und nach mehr als einer Dekade die ich behaupten kann, dass ich mehr Ahnung von Physik habe als die Meisten.
Da Lese ich dieses what-if. (Anm.: interessant uebrigens, wie Verlinkung uns Autoren eine neue „Ebene“ des Schreibens ermøglicht. Natuerlich, weil man mehr Informationen liefern kann. Aber ich meine mehr, was bspw. das Textarrangement angeht, oder die Bedeutung von Textsymbolen (einzelne Wørter, Wortgruppen, Satzfragmente etc). Klassisch haette ich da jetzt einen Doppelpunkt gemacht und den URL folgen lassen. Verlinkung macht das Unnøtig und so viel schøner. Herrlich!)
Und da lese ich das Folgende:

As [the meteor] falls, it compresses the air in front of it. When the air is compressed, it heats it up. (This is the same thing that heats up spacecraft and meteors—actual air friction has little to do with that.)

HAEH???! WHUT!??? Wieso hat mir das noch niemals jemand erzaehlt, dass Reibung ein recht unwesentlicher Faktor beim Aufheizen eines Raumschiffes beim Wiedereintritt ist?

Also befragte ich mal „dieses Internet“ da. Und es stellte sich heraus. Das wird UEBERALL, bei den von mir (Achtung! NICHT repraesentative Stichprobe) angeschauten Seiten, verkehrt erklaert. Naemlich mit Reibung. So wie ich es all die Jahrzehnte dachte (Toll, wie alt ich schon bin, nicht wahr!).

Also doch zur Tante Wikipedia schauen. Auf die Schnelle fand ich dann aber auch nur in zwei Artikeln, diesem und jenem (Huch, da war es schon wieder; dieses Verlinkungsdings), Hinweise, dass die obige Behauptung richtig sei. Aber keine genauere Erklaerung.

Hilft also nix, musste ich das mal durchdenken. Zum Glueck, wird einem das Denken heutzutage abgenommen und wieder hat Tante wikipedia alles parat. Das Ergebnis gibt es auf dtsch. hier, aber beim Verstehen hilft das natuerlich nix.

Nehmen wir mal die zweite Gleichung aus dem zuletzt verlinkten Artikel (uiuiui, Ebenen ueber Ebenen … Sprache! Fantastisch!). Die Temperaturabhaengikeit ist bei solchen Prozessen (mehr oder weniger) umgekehrt proportional zum Volumen. Wenn das Raumschiff (ein wunderschønes Wort uebrigens – Rrr aaa uuuuuuummm schschschifffffffff – lasst ihr, meine lieben Leser, euch das mal auf der Zunge zergehen; beidseitig so freiheitsversprechend – und mit so einer schøn romantisch anderen Bedeutung, als das englische „Spacecraft“; und beide haben wenig mit dem „ein bisschen an der Oberflaeche kratzen“, des heutigen Raumprogrammes aller Laender dieser Erde zu tun :( ) von der ISS kommt, dann hat es beim Wiedereintritt in die (dichtere) Atmosphaere, eine Anfangsgeschwindigkeit von ca. 7800 Meter pro Sekunde. Das bedeutet natuerlich, dass die Luft ordentlich komprimiert wird. Das Volumen wird also betraechtlich kleiner und die Temperatur somit, aufgrund dieser Volumenaenderung (!) und nicht wegen der Reibung, betraechtlich grøszer.

Das ist naturlich auch noch nicht die ganz richtige Erklaerung, aber die wichtige thermodynamische Grundlage.
In diesem Abschnitt, im oben verlinkten Artikel zum Wiedereintritt, wird erklaert, warum diese einfachen Relationen oberhalb von 550 K aufhøren eine gute Naeherung fuer das Verhalten der Luft zu sein sein und oberhalb von 2000 K ganz zusammenbrechen. Dies liegt daran, dass diese schønen Beziehungen mittels des Modells des idealen Gases hergeleitet wurden. Dieses zieht nicht in betracht, dass Gas chemisch reagieren kann, bzw. auch ionisiert. Diese Effekte treten aber erst ab einer gewissen Temperatur auf. Diese Temperatur muss aber erstmal erreicht werden und dies ist ein „klassischer Prozess“. Und auch, wenn ab 550 K das Modell nicht mehr die ganze „Wahrheit“ erzaehlt (was ein Modell ja ohnehin nie macht; auch nicht in der Physik!) so ist es doch der zugrundeliegende Mechanismus. Nur eben der Anteil anderer Prozesse nimmt signifikant zu.

Toll dieses Universum, nicht wahr! Alles (!!!) laeszt sich so prima verstehen und erklaeren, wenn man sich denn nur die Muehe dazu macht.

Wer kennt ihn denn nicht, den lieben Onkel google (in diesem Artikel konsequent klein geschrieben – aus Prinzip, warum auch sonst).

Er bringt immer so schøne Geschenke in Form von Suchergebnissen. Und er ist auch ein geliebter Onkel, weil es sich in der eigenen google-Blase so schøn, zufrieden und ohne all zu viel Størung von auszerhalb leben laeszt. Selber Informationen zu sichten und einzuschaetzen ist ja auch viel zu anstrengend. Und der Preis der (ungefilterten Informtions)freiheit ist ein kleiner, in Bezug auf den Gewinn, dass man sich bei Diskussionen so schøn selbstzufrieden zuruecklehnen und „na google das doch (du Idiot!); das ist gleich der erste Treffer“ sagen kann.

Aber dann irgenwann kommt vielleicht mal so ein Punkt, an dem man Kochrezepte sucht und was ueber Kristalle ausgeschmissen bekommt. Denn Kristallzuechtung, das passt doch viel besser in die bisherige Such- und Klickgeschichte. Und da wird der liebe Onkel dann ein bisschen offensichtlich bevormundend.
Aber mal ehrlich. Sooooo schlimm ist das doch gar nicht. Ist doch eh viel schøner, wenn man den Weg vorgegeben bekommt. … … …

.oO(… … …         … … …          … … …)

Also liebe Leser. Mal wieder soll es um dieses tollen Dingsbums genannt „Freiheit“ gehen.

Ein Aspekt von Freiheit ist auch der, dass mir ein Service nicht vorschreibt, was ich denn zu lesen habe. Egal, wie gut diese Algorithmen funktionieren. Und es ist verdammt nochmal auch scheiszegal, ob die allermeisten Leute das toll finden und sich da nie Gedanken drueber machen. Besser bekannt ist diese Freiheit unter dem Begriff „Anonymitaet“.

Eigentlich ganz offensichtlich, aber vermutlich ist es noch keinem aufgefallen: warum werden googles eigene Seiten immer so hoch gestellt in den Suchergebnissen? Warum ist youtube relevanter bei einem Thema, als eine gut gemachte Homepage?

Und auch geht es wieder um die Freiheit der persønlichen Daten. Frei NICHT in dem Sinne, dass alle frei darueber verfuegen kønnen, sondern frei, dass nur der, zu dem diese Daten gehøren dies darf.

Und wenn die Ergebnisse doch so gut passen und gut sind, dann sollte dies auch ohne meine Such- und Klickgeschichte so sein.

Aber wieso rege ich mich eigentlich schon wieder so auf. Pfffff … abstrakte Diskussion. Interessiert doch eh kein Schwein. Man ist so frei wie man sich in seinem persønlichem, sozialen Habitat fuehlt und wenn die Illusion der Freiheit gut genug ist, wer bin ich denn, mich ueber so einen Pups aufzuregen.

Deswegen suchte ich schon nach anderen Argumenten. Aber der liebe Onkel google ist eigentlich ein offensichtlicher Bøsewicht. Die lange Liste zur Kritik am Onkel und die noch laengere englische Liste dazu (und andere Artikel wie bspw. dieser hier) sprechen da eigentlich fuer sich. Deswegen muss ich aus diesem Beitrag keinen der ueblichen „Oooh google ist sooo bøse, aber kann man ja nix gegen tun“-Beitraege machen.

Sondern ich mach mal was ganz anderes. Etwas ungeweøhnliches. Etwas, was man weder in der Realitaet, noch in diesem Blog oft zu sehen, zu lesen oder zu høren bekommt..oO(Interessant wird es, wenn wir auch irgendwann vielleicht mal Gerueche zur bewussten und abstrakten Kommunikation benutzen kønnen.)

Ich schlage mal was Besseres vor.

Zunaechst ist da der offensichtliche Vorschlag, doch anonym ins Netz zu gehen. Die vermutlich bekannteste Møglichkeit dazu, ist das Tor Projekt. Ich hatte das mal laengere Zeit fuer mich angedacht, muss aber zugeben, dass das ein bisschen Overkill ist. .oO(hihi … ein „bisschen overkill“ … ist das sowas wie „bisschen schwanger?) Ganz auf Eis gelegt ist das nicht, aber ich habe das erstmal unter der Kategorie „spaeter møglicherweise mal“ eingeordnet.
Und ich gebe zu, dies waere vermutlich auch zu viel verlangt. Selbst fuer meine gebildeten und kritischen Leser :P .

Die naechstleichtere Alternative ist es, zwei verschiedene Browser benutzen. Einen, der grundsaetzliche Cookies NICHT erlaubt und einen der das tut, die dann aber auch jedes Mal beim ausmachen wieder løscht.
Fuer mich funktioniert dies prinzipiell sehr gut.
Insbesondere am Anfang (spaeter aber auch), ist es aber ein bisschen nervig, alle Cookieanfragen immer weg klicken zu muessen. Wobei das eigentlich auch mal eine gute Uebung ist. Daran sieht man naemlich mal schøn, wie sehr man eigentlich ausspioniert wird.
Aber nicht alle wollen (oder kønnen) immer unterscheiden, was denn nun in welchem Browser angeschaut werden soll. Und auch mir passiert es ab und zu mal, dass ich so „im Fluss“ bin, dass ich gar nicht merke, dass ich gerade was angeklickt habe, was eigentlich in den anderen Browser gehørt. Und dazu gehøren auch Suchanfragen. Da will auch ich nicht immer zu einem anderen Browser wechseln muessen.

Deswegen als dritte Iteration der Vorschlag, doch anonyme Suchmaschinen zu benutzen.
Ixquick ist da so eine. Und deren Philosophie gefaellt mir sehr, sehr gut.
Der Nachteil, die duerfen nicht den, zugegebenermaszen sehr gut funktionierenden, PageRank-Algorithmus benutzen. Entsprechend seltsame, aber oft auch positiv ungewøhnliche, Suchergebnisse bekommt man. Aber niemand will sich bei einer ueblichen Suchanfrage durch zehn Ergebnisseiten klicken muessen. Ein Ergbenis, welches den eigenen Anspruechen genuegt, sollte gleich auf der ersten Seite sein. Zumindest bei alltaeglichen Suchen. Das gebe ich neidlos zu, da ist google unschlagbar.
Ich habe zwei Mal eine Weile versucht, Ixquick zu benutzen, bin dann aber doch, wegen eben diesen seltsamen Suchergebnissen, wieder bei google gelandet.

Aber vor einer Weile bin ich auf eine liebe Tante getroffen. Tante Startpage. Dies ist (wie Ixquick) eine Metasuchmaschine. Es ist aber ein Ixquick „Ableger“, der ausschlieszlich google benutzt (wenn ich das richtig verstanden habe).
Durch die Benutzung von Startpage, sucht man also anonym bei google.

Waehrend Ixquick schwer gewoehungsbeduerftig ist, was die Suchergebnisse angeht (wie oben geschrieben), gilt dies nicht fuer Startpage.
Ich habe Startpage jetzt ueber ein Jahr getestet und das kann google selbst tatsaechlich ersetzen. Mindestens sind die Ergebnisse aehnlich genug (inkl. der Werbung), sodass ich da keinen
Nachteile durch die Anonymisierung erkennen kann.
Ganz im Gegenteil. Die (fuer mich) nervige Standortermittlung faellt weg und entsprechend allgemeiner sind die Ergebnisse. Zugegebendermaszen ist das in meiner Situation, hier im schønen Norwegen, vermutlich etwas wichtiger, als fuer die Mehrzahl meiner Leser. Brauche ich doch mal ein paar ortsspezifische Suchergebnisse, so hat mir eine etwas spezifischere Suche eigentlich bisher immer weitergeholfen. Und mit „spezfisch“ mein ich nix Kompliziertes, sondern nur so einfache Sachen wie bspw. die Anfuehrung eines Ortsnamens, oder schreiben auf englisch/deutsch/norwegisch.

Da meine Ixquickempfehlungen vor einigen Jahren alle nicht gefruchtet haben, wollte ich Startpage erstmal ausfuehrlich testen.
Dies ist hiermit getan und die Testergebnisse fuehren zur Aussage:

Meine lieben Mitanarchisten, benutzt Startpage, wenn euch eure Freiheit am Herzen liegt!

Es ist, einfach, schnell und sicher und hat genauso gute Suchergebnisse wie Onkel google (natuerlich, denn der wird ja schlieszlich auch gefragt).

Nachtrag (Artikel geschrieben am 23.11.2012, Nachtrag am 27.11.2012): soeben las ich diesen Artikel, der, unter einer anderen Zielstellung, im Wesentlichen das gleiche Thema hat, welches ich versuche plump und „lustig“ am Anfang darzustellen. Eine unbedingte Leseempfehlung.

Toll, nicht wahr.

Inspiriert dazu hat mich dieses Impressum.

In groszen Teilen aehnelt sich der Text, ich habe den aber soweit abgewandelt, dass der Text als auf „meinem eigenen Mist gewachsen“ gilt. Haben wir ja gelernt im Studium, ab wann etwas nich mehr ein dumpfes Plagiat ist.

Im wesentlichsten (und meiner Meinung nach einzig relevanten) Punkt habe ich aber eine schwerwiegende Veraenderung vorgenommen. Dass ich dies so (oder so aehnlich) NICHT im mich inspirierenden Text gelesen habe, verwunderte mich etwas und war der Anlass mir auch mal ein Impressum zuzulegen. Also schon wieder so eine Art ausgelagertes Kommentar – von hinten, durchs Herz, ins Auge … sozusagen. … .oO(Hmmmmm … so indirekte Psychologie funktioniert sicherlich nicht, wenn ich immer drauf hinweise. Andererseits verschleiert das dann meine eigentlichen, leisen und schleichenden Manipulationen um so besser … MUHAHAHAHA.)

Gefunden werden kann mein Impressum in der rechten Spalte unter „Pages“.

… und ziemlich genau 2 Monaten (also gestern), kam ich zum allerersten Mal in eine Fahrkartenkontrolle.

Ein einzige Fahrkartenkontrolleur machte die. Dieser war ausgesprochen høflich und wirkte nicht bedrohlich.

Schon toll dieses Norwegen.

Eben las ich einen Artikel, dem ein gewisser, missionarischer Eifer unterstellt werden kann.
„Gewisser missionarischer Eifer“ deswegen, weil auf Essverhalten, zurecht, mit der Klimakeule hingewiesen wird. Ist ja auch einfach, jetzt, wo es selbst in den USA der „major consensus narrative“ ist. Und diese kuscheligen Eisbaeren! Die wollen wir doch bewahren, nicht wahr. Also zumindest ich wuerde die gern bewahrt sehen.
Und ich fass mir auch mal an meine eigene Nase. Meine „Keule“, mit der ich meinen persønlichen Verzicht auf (die meisten) Fleischgerichte begruende, ist ja auch nicht viel besser. Hat zwar nicht so ein hehres, von allen anerkannte und bewunderte Ziel wie die Rettung des Planeten, sondern nur die Anerkennung des sozialen Vertrages auch fuer Tiere. .oO(Pfff, von was fuer einem Quatsch redet er da eigentlich gerade.)
Der in dem Artikel verlinkte (andere) Artikel, kommt auf die aktuellste Untersuchung dazu zu sprechen und ist vermutlich gerade zur Hand gewesen. Aber bekannt ist der Zusammenhang zwischen Fleischkonsum und Klimawandel schon deutlich laenger.

Aber ich schweife ab, denn darum soll es gar nicht gehen.

Es geht mir eigentlich um die in dem Artikel øffentlich gemachte Tabelle zum Essverhalten des Autors.

Eine sehr nette Statistik. Und sie unterstreicht auch die Aussage des Beitrages so schøn. Ehrlich. Wir alle kønnen dazu beitragen, dass weniger Treibhausgase ausgestoszen werden.

Mein erster Gedanke war: „hihi … witzig“

Und dann dachte ich aber mal drueber nach und wollte den folgenden Kommentar schreiben:

Nette Statistik uebrigens, und so schøn øffentlich.
Mal sehen, wann die Chips unter unserer Haut das per Gesetz mitloggen duerfen, was wir essen, damit es dann den Krankenkassen gemeldet werden kann um unseren Beitrag anpassen zu kønnen.
Offensichtlich ist die Bereitschaft jedes kleine Fitzelchen des Privaten zu verøffentlichen ja vorhanden.
Und wo kaemen wir denn da auch hin! Gesunde (!) Menschen haben ja nix zu verheimlichen! Und die fetten Menschen kosten die Gesellschaft ohnehin viel zu viel Geld. Da wir „fette Menschen“ aber nicht verbieten kønnen, muessen wir sie halt an den Pranger stellen, damit sie sich nach unseren (!!!) Vorstellungen verhalten, oder eben deren Krankenkassenbeitraege erhøhen.

Digitale Selbstverteidigung, my ass!

Intention: løblich
Umsetzung: wieso regt der Kerl sich eigentlich schon wieder, auf so eine unmøgliche Art und Weise, ueber solche Lulligkeiten auf? Ist doch _NUR_ eine Tabelle. Kann doch jeder mit machen, was er will.

Aber so ein Pranger. Oh, nee! DAS geht nun wirklich noch nicht! Das wird (noch nicht) akzeptiert von den Leuten. Das muessen wir vorbereiten. Vorratsdatenspeicherung begruenden wir ja auch mit den Nazis. Und dass ungesunde Lebensweise schlecht ist, das ist ja auch weitgehend akzeptiert. Warum also nicht dies nutzen.

Meine Leser merken sicherlich, worauf das hinaus laufen soll. Und sagt mir jetzt keiner, so ein Unsinn. Oder dass sowas ja „niemals“ passieren kann.
Einsatz der Bundeswehr im Inneren war bis vor Kurzem auch absolut nicht møglich. Erwartet wurde es schon laenger.
Und anstatt Chips unter der Haut sind es heute die Smartphones, die alles mitloggen und wo es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis man damit auch bezahlen kann. Geht ja jetzt bereits teilweise. Und dann liegt alles schøn digital und leicht auswertbar (damit „uns“ ein NOCH besserer Service geboten werden kann) vor: „Aha, im Theater war der gute Mann. Løblich! Also keiner von den ungebildeten Untermenschen. … Aber halt! Was hat er denn DORT gekauft! Eine Cola! Na und das zusammen zu der Pizza von gestern. Da muss ich Computer doch gleich mal eine Nachricht an seinen Arzt schicken, dass er naechstes Mal den Cholesterinwert testet.“

Ich rege mich nicht ueber die Tabelle an sich auf. Ich fuehre bspw. eine Kinostatistik. Ist ja auch fuer einen Selber ganz gut, um einen Ueberblick zu behalten.

Ich rege mich ueber die detaillierte, d.h. nicht zusammengefasste (Anonymisierung ist in dem Fall ja nicht møglich), wenn auch mit guter Intention, aber im weiteren Zusammenhang wenig durchdachte, Øffentlichmachung auf.

Bitte, liebe Leser, achtet auf eure Daten! Gebt den Gesetzgebern und ausfuehrenden Organen nicht noch zusaetzlich den Eindruck, dass sie mit ihrer Schnueffelei auch noch leicht durchkommen werden, weil ja ohnehin alles øffentlich ist.

Dies sollte doppelt gelten im Zusammenhang mit privaten Firmen. Denn diese unterliegen ja nicht mal auf dem Papier unserer Kontrolle.

Und ja, ich schimpfe auch aus ganz egoistischen Gruenden.
Ich will nicht verdaechtig sein, nur weil ich mein Buergerrecht auf Privatsphaere wahr nehme. Weil ich NICHT møchte, dass alle wissen (kønnen), welchen, møglicherweise gesundheitsschaedlichen, sexuellen Praktiken ich frøne.
Aber auch weil ich nicht møchte, dass der Buch- oder Kinomarkt noch weiter kaputt gemacht wird. Denn aufgrund derartiger Statistiken kommen besagte private Firmen zu dem Schluss, dass ohnehin nur „Bestseller“ gekauft werden. „Komplizierte“ Buecher in kleiner Auflage werden deswegen deutlich seltener publiziert. Dies ist uebrigens in England seit einigen Jahren der Fall.

Und zum Abschluss, um die Wogen ein wenig zu glaetten, eine „lustige“ Feststellung: heute hab ich mich nicht verzettelt ;)

Eben las ich zwei sehr plausible und gut nachzuvollziehende Beitraege ueber auszerberufliche Aktivitaeten mit Arbeitskollegen.

Interessant, wie viel mehr Zeit als ich so viele Leute brauchen, um sich zu trauen das auch mal vor sich selbst einzugestehen UND auch mitzuteilen. Wie so oft hat scheinbare soziale Inkompetenz (a.k.a. I just don’t give a fuck what the people think about me – musste auf englisch sein, denn im dtsch. kann ich das nicht mit dem schønen Wort „fuck“ schreiben; ich mag die explizite sexuelle Konnotation von „fuck“)  mir mein Leben schon viel frueher erleichterte.

Der eine Artikel schreibt so gut erkannt, wie denn ein fundamentales klassiche Dogma zur Lebensgestaltung guter Buerger auszusehen hat:

„8 Stunden arbeiten, 8 Stunden schlafen und 8 Stunden scheiszen, fressen und ficken.“

Natuerlich schøner ausgedrueckt.

Das Folgende wollte ich eigtl. als Kommentar zu besagtem Artikel schreiben, habe es dann aber wieder geløscht nach nochmaligen durchlesen.
Denn Erstens will ich ja ein ein besserer Mensch werden. In der Bedeutung, dass ich fuer „die Anderen“ ertraeglicher werde.
Und Zweitens habe nur ich das in dem Artikel „gelesen“.
Oder anders ausgedrueckt: ich wollte den guten Beitrag nicht _unnøtig_ kaputt machen. Das macht man unter Freunden so … … … hab ich gehørt.

Deswegen an dieser Stelle:

Dieses Dogma ist mitnichten „gottgegeben“, sondern wurde uns vor gar nicht all zu vielen Jahren von den Kapitalisten aufgezwungen. Im Zuge der industriellen Revolution. Wenn damals auch mit anderer Stundenverteilung.

Aber wenn „die Arbeit doch (so viel) Spasz macht“ und „man sich doch in der Arbeit auch selbst verwirkichen kann“, dann ist dieses Dogma natuerlich sehr bequem.

Ich versuche ein haeufiges Missverstaendnis an dieser Stelle auszuraeumen: natuerlich kann die Arbeit auch Spasz machen. Da hab ich gar nix dagegen. Ich kenne sogar einige Personen, bei denen das wirklich so ist. Und ich kenne auch einige Personen, die sich tatsaechlich selbst verwirklichen in ihrer Arbeit.
Arbeit soll natuerlich nicht scheisse sein, denn schlieszlich sind wir ja eben tatsaechlich gezwungen einen betrachtlichen Teil unseres Tages dort zu verbringen.
Aber wenn ich mal sage: „Ich wuerde auch zu Hause bleiben, wenn ich es mir leisten kønnte“ oder „ich geh nur arbeiten damit ich meine Rechnungen bezahlen kann“, dann sind die allermeisten Menschen dann doch ziemlich schockiert. Oder anders ausgedrueckt „Nein! DAS kønnte ich nicht! Da wuerde mir die Decke auf den Kopf fallen“.
Daraus schliesze ich, dass es mit dem „Spasz“ und der „Selbstverwirklichung“ auf Arbeit nicht weit her sein kann bei den Allermeisten, wenn sie sich denn nicht vorstellen kønnen, wie man das auch anders machen kønnte.

Jedenfalls laeuft all dies wieder auf das gefaehrliche Dogma der Leistungsgesellschaft hinaus.

Eben dieses wird durch unbedachten, verharmlosenden (weil nicht reflektierten – aber mich duenkt, dies kommt im Wort „unbedacht“ bereits zum Ausdruck) Gebrauch von Sprache unterstuetzt.

Und auch das hab ich gehørt, dass man das so macht unter Freunden: gegenseitig Kritik ueben. Auch wenn es nervt. Auch wenn es natuerlich schwer faellt Kritik „zu schlucken“.
Noch so ein Dogma. Im Allgemeinen wird dies leider von viel zu Wenigen beachtet.. .oO(Was aber natuerlich auch daran liegen kønnte, dass ich (gluecklicherweise) nur so wenige Freunde habe)

Darob positiver Emotionen hab ich mich irgendwie mit der eigentlichen Intention dieses Beitrags verzettelt.
Deswegen als Abschluss: Danke fuer’s Kritik ueben. Gern mehr davon. Ich selbst hab die Weisheit auch nicht mit Løffeln gefressen und gerade Kritik, die auf lange Sicht gesehen meine soziale Kompetenz steigert, ist mir sehr wichtig.
Oder anders: Danke fuer’s Freund sein.

 

Aufgrund starker Nachfrage, hier ein Foto des Rueckens meines Laptops. .oO(Hach, der Genitiv ist doch was Feines!)

Nur eine andere Form der politischen Aussage, dass wir doch eigtl. alle Anarchisten sein wollen.

Tux: Das Abhandensein von Beherrschten.

Nordic Garrison: Wahrnehmung sozialer Verantwortung. Trotz aller Freiheiten des Individuums ist dies nøtig, sodass menschliche Gesellschaften funktionieren kønnen. Und das kann gerne auch mit Freude und Spasz verbunden sein.

FSF: Die Notwendigkeit demokratische Prinzipien verteidigen zu muessen, weil es ansonsten auch mit dem Anarchist sein vorbei ist.

Und JA, die Anordnung ist nicht symmetrisch. Ganz bewusst ist dem nicht so.

Das beten! Gestern fing es an zu schneien, aber da war es noch zu warm, als dass der Schnee liegen bleiben konnte. Aber heute ist’s hier fein weisz. Dank der Hilfe antropomorpher Wesen.
Bitte was? Høre ich da etwa den typischen, logischen und einfach nachzuvollziehenden Einspruch: „Koinzidenz heiszt nicht Kausalitaet (!)“?
Ach so ein Quatsch! Dann bitte ich aber um eine in mein Weltbild passende Erklaerung, wieso denn dann direkt nach der Hilfe um gøttlichen Beistand das erwuenschte Resultat kam!

Ups … I’ve got carried away. Ich hoffe doch, man merkt es mir nicht an, dass ich gerade eng mit einer Person zusammenarbeiten muss, die meint, dass der Klimawandel nicht vom Menschen gemacht ist und der die KrF waehlt, weil er meint, dass die anderen Parteien keine moralische Fuehrung geben. So what??!! Du brauchst also einen blutruenstigen „gott“, der Kindern Krebs gibt, um zu „erkennen“, dass es scheisse ist Menschen umzubringen oder anderweitig schlecht zu behandlen?
So viel Ignoranz auf einmal, da kann ich mich nur wiederholen: der Kampf gegen die Dummheit hat gerade erst begonnen. … Auch wenn ich das bereit seit 10 Jahren sage.
Und ja, ich denke nicht, dass jemand nur seiner Religion wegen eine besondere „Behandlung“ verdient. Ich waere genauso zu ihm, wenn er nicht (mMn) aberglaeubisch waere.
Was nicht heiszt, dass ich nicht anerkenne, dass sein Glaube persønlich wichtig fuer ihn ist. Mein Glaube in die Menschheit ist mir auch wichtig.
Aber all dies ist natuerlich offen zu diskutieren.

Und nu hab ich aus dem schønen, alljaehrlichen, mittlerweile traditionellen, Beitrag zum ersten Schnee doch noch ’n Statement gemacht.

Und um diesen Beitrag friedlich ausklingen zu lassen ein Blick aus meinem Buerofenster:

Noch nicht viel, aber es wird wohl mit 30 cm Schnee gerechnet. Quelle: Hørensagen, ich lese ja schlieszlich keine Nachrichten.