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Manchmal, da sieht man so ein Schild und denkt sich erstmal nichts dabei. So wie dieses Schild in einem Baumarkt:

Truckkjøring

Man geht ein paar Schritte, wird langsamer, und auf einmal macht das Gehirn: „HAEH!??!“ und fragt sich kurz darauf: „Was fuer Leute nehmen sich einfach die Fahrzeuge des Baumarktes (wie bspw. Gabelstapler) und fahren damit rum?“

Anscheinend genuegend viele Leute, dass sich das Aufstellen eines solchen Schildes lohnt. Dort steht naemlich: Achtung! Gabestaplerfahren nur fuer Angestellte.

Das erinnert etwas an Klaus.

Das Moonlight ist eine kleine Kaschemme in Magdeburg.

Ich sollte sagen, dass diese Etablissement eigentlich gar nicht so verrufen ist, wie der Ausdruck „Kaschemme“ dies mglw. ausdrueckt.
Andererseits ist es auch nicht so vornehm, wie der Ausdruck „Etablissement“ vermuten lassen kønnte.

Wieauchimmer, die haben dort schlecht beleuchtete Toiletten.

Moonlight

Schon wieder so eine winzige Ablage ueber den Urinalen. Das ist bestimmt eine Verschwørung!

Und dass diese Ørtlichkeiten schlecht ausgeleuchtet sind, sieht man am Bild des Sitzklos:

Moonlight 2

Voll verwackelt ist es, weil ich die Kamera das Telefon nicht so lange stillhalten kann, wie es braucht um ein Bild zu machen.

So einfach kann man mir grosze Freude bereiten.

So viel Freude, dass ich sogar mal zwei Beitraege an einem Tag verøffentliche.

Siehe auch hier.

In einem Ort mit diesem Namen:

Steinkot

Entdeckt habe ich dies uebrigens auf Island. Grosze Freude erlebte ich, als ich zum ersten Mal an diesem Schild vorbei fuhr. Um euch, meine liebe Leserschaft, an diesem freudigen Moment teilhaben lassen zu kønnen, machte ich auf dem Rueckweg extra ein Foto.

… seit er nicht mehr Bundeskanzler war. Haette ich Birne ueberhaupt nicht zugetraut, dass er dann doch mal was Nuetzliches und etwas mit Substanz in seinem Leben macht. Ein Lehrbch ueber Transmissionselektronenmikroskopie:

Birne

Lustig, nicht wahr. Ich glaube ich habe gejauchzt vor Freude, mich mindestens sehr amuesiert, als ich dieses Buch auf dem Schreibtisch eines Bekannten entdeckte. Als ich es dann fotografierte, stand er erstmal etwas ratlos da … tihi

Meine lieben Leser.

Unter anderem aufgrund eigener Erfahrungen, møchte ich euch einen Essay von Adorno naeher bringen. Dieser behandelt das Thema Kritik und an anderer Stelle verwies ich bereits auf diesen.

Der Natur des Artikels (und der gegebenen Kuerzungen und der eigenen Kommentare wegen), werden verschiedene Themen bunt durcheinandergewirbelt werden. Der Originalartikel handhabt das deutlich besser. Aber da kønnte ich mich ja damit rausreden, dass mir die Rhetorik eines Adornos nicht gegeben ist :P .

Soweit nicht anders gekennzeichnet, sind alle Hervorhebungen von mir.

Los geht’s:

Kritik ist aller Demokratie wesentlich. […] Demokratie […] wird durch Kritik geradezu definiert.

Warum ist dem so? Deswegen:

[…] Voraussetzung von Demokratie [ist] Mündigkeit [….]

Und an dieser Stelle nochmals das bereits vorher erschienene Zitat:

Mündig ist der, der für sich selbst spricht, weil er für sich selbst gedacht hat und nicht bloß nachredet; der nicht bevormundet wird.

Das bedeutet

[…] Kraft zum Widerstand […] gegen alles bloß Gesetzte, das mit seinem Dasein sich rechtfertigt.

Diesen Satz møge jetzt jeder bitte nochmal lesen und sich auf der Zunge zergehen lassen.

Dies wird nochmals etwas weiter ausgefuehrt:

Solcher Widerstand, als Vermögen der Unterscheidung des Erkannten und des bloß konventionell oder unter Autoritätszwang Hingenommenen, ist eins mit Kritik, deren Begriff ja vom griechischen krino, Unterscheiden, herrührt.

Kritik als Werkzeug des Erkenntnisgewinns!
Oder wie ich es so oft sage: ich stelle in Frage um zu verstehen (!), was mein Geschpraechspartner eigtl. meint.
Dies wird leider all zu oft als persønlicher Angriff angesehen und …

Verzicht auf Kritik wird in höhere Weisheit umgebogen […].

Dazu dann gleich darauf passend:

Man muß nicht Soziologe sein, um aus dem Spott gegen den Raisonneur und Weltverbesserer die salbungsvolle Predigt (Anm.: Religion! Das Gegenteil von Verstehen (wollen)) herauszuhören, die den Untertan zur Ruhe verhält, der aus einer Dummheit heraus, an deren Änderung seinem Vormund offenbar nichts gelegen ist, die über ihn ergehenden Ratschlüsse der Obrigkeit mißbilligt, unfähig zu erkennen, daß alles schließlich zu seinem Besten ist und geschieht, und daß jene, die im Leben ihm übergeordnet sind, auch geistig ihm überlegen sind.

Kritik (oder eben Verstehen) ist nicht gewuenscht, weil es ja an den herrschenden Zustaenden etwas aendern kønnte. Warum sollten wir das wollen? Uns geht es doch so gut. Und so lehrt uns die Geschichte dann, dass der …

Widerspruch zwischen der neuzeitlichen Emanzipation des kritischen Geistes und seiner gleichzeitigen Dämpfung […] gesamtbürgerlich [ist]:

Emanzipation? Daempfung? Haeh:

[…] von einer frühen Phase an mußte das Bürgertum fürchten, die Konsequenz seiner eigenen Prinzipien könnte über seine Interessenlage hinaustreiben.

Und nochmals das, was ich eben schon schrieb: der Bourgeoisie (!) liegt eigentlich nichts am kritischen Denken! *Hust* … høre ich da etwa in der Ferne Hurrarufe auf das Bildungsbuergertum von den ueblichen Verdaechtigen?
Und warum liegt uns nichts daran? Weil gerade wir Leute aus Dtschl. doch wohl z.Z. so zufrieden sind wie nie. Hab ich erst neulich in der Zeitung gelesen

Ich schweife ab; aber wo wir gerade bei Dtschl. waren:

[…] Kritik, als zentrales Motiv des Geistes, [ist] nirgends in der Welt gar zu beliebt. Aber man hat Grund, bei Kritikfeindschaft zumal im politischen Bereich auch an spezifisch Deutsches zu denken.

Dazu kommen dann im Text Gedanken, wie dies historisch enstanden sein mag. Diese waren 1969 vermutlich direkter, sichtbarer. Keine Zitate dazu an dieser Stelle. Nichtsdestotrotz, ist das dort Geschriebene durchaus auch heute noch oft (gar meistens, denke ich) anzutreffen.

Ein Bruch an dieser Stelle, um an dem weiter oben Geschriebenen anknuepfen zu kønnen.

Durch die Teilung zwischen verantwortlicher Kritik, als der von solchen, die öffentliche Verantwortung tragen, und unverantwortlicher, nämlich der, die Personen üben, die man für die Konsequenzen nicht zur Rechenschaft ziehen kann, wird vorweg Kritik neutralisiert.

Und …

All das ist unausdrücklich und nicht institutionell verankert, aber so tief im Vorbewußten Ungezählter vorhanden, daß eine Art sozialer Kontrolle davon ausgeht.

Es exisitieren also …

Mechanismen, die […] den individualistisch Unabhängigen, Dissentierenden als Narren verdächtig machen

Hørt sich hochtrabend an, aber …

Der Sachverhalt wiegt viel schwerer: durch die antikritische Struktur des öffentlichen Bewußtseins wird der Typus des Dissentierenden wirklich in die Situation des Querulanten gebracht und nimmt querulantenhafte Züge an […].
[Anm.: die kursive Hervorhebung ist nicht von mir.]

„Øffentliche Meinung“ … haeh … was soll das denn sein? Ein Beispiel:

Manche Zeitungen […] sprechen, als stünden sie über den Kontroversen […]. Ihre distanzierte Überlegenheit kommt aber meist nur der Verteidigung des Offiziellen zugute. Der Macht wird allenfalls wohlweise zugeredet, sich in ihren guten Absichten nicht beirren zu lassen.

Das Boulevardmagazin „Der Spiegel“ bspw., zehrt ja bei seinen Lesern (und nicht nur bei denen) unerklaerlicherweise immer noch vom Nimbus verganger Tage. Oder wie es hier bereits steht:

[Das] „Sturmgeschütz der Demokratie“, [wurde umgeruestet] zur Spritzpistole der Angela Merkel.

Aber weiter mit dem eigentlichen Artikel

Hinter der pontifikalen Haltung [Anm.: besagter Zeitungen] steht die autoritätsgebundene [!!!][…] bei den Konsumenten, auf die man es klug abgesehen hat.

Und da es ja in dem Artikel um Dtschl. geht, mag ich im Zusammenhang wie Dtschl. sich in Europa gebiert (man denke bspw. nur an das maszgeblich durch Dtschl. vorangetriebene Aufzwingen der katastrofalen Austeritaetspolitik auf bspw.Griechenland, Spanien, etc.) nicht auf das folgende Zitat verzichten.

Nach wie vor waltet in Deutschland Identifikation mit der Macht; darin lauert das gefährliche Potential, mit Machtpolitik nach innen und außen sich zu identifizieren.

Das galt zu der Zeit, als der Artikel verøffentlicht wurde, und das gilt auch heute noch.

Oder anders: die steuerhinterziehenden Griechen tanzen jetzt nach unserer Pfeife; „wir“ sind endlich wieder wer!
Das „wir“ soll hier die „øffentliche Meinung“ darstellen. Sowohl das dumme „Geblubber der Nachbarn am Gartenzaun“, als auch das, was als „Journalismus“ bezeichnet wird.
Und ueberhaupt? Was nehme ich mir eigentlich heraus, das zu kritisieren!

Wieder zurueck zum eigentlichen Thema – Kritik.
Adorno schreibt dann weiter:

Mir will es scheinen, als ob der Geist öffentlicher Kritik, seitdem er von politischen Gruppen monopolisiert und dadurch öffentlich kompromittiert wurde, empfindliche Rückschläge erlitten hätte; hoffentlich täusche ich mich.

Leider taeuschte er sich nicht. Denn anders kann ich mir so einige Sachen in den Medien (und die „Meinungen“all zu zahlreicher Buerger) nicht erklaeren.
Bspw. das Hinterherlaufen hinter dem was die sog. „initiative neue soziale marktwirtschaft“ so verbreitet. Oder auch die Bertelsmaenner. Oder auch … etc. pp.
Das unhinterfragte, gar freudige, Herausposaunen dieses gefaehrlichen und (of genug als falsch bewiesenen) Unfugs.
Und da war es wieder: UNhinterfragt, nicht kritisiert, nicht durchdacht, nicht verstanden.

Und wer fuehlt sich noch an den letzten „Wahlkampf“ erinnert, mit den „uns-geht-es-doch-so-gut“-Reklamen, bei diesem Zitat:

Wesentlich deutsch […] ist ein antikritisches Schema, […] die Anrufung des Positiven.

Dieses Schema aeuszert sich in Folgendem.

Stets wieder findet man dem Wort Kritik, wenn es denn durchaus toleriert werden soll, […] das Wort konstruktiv beigesellt. Unterstellt wird, daß nur der Kritik üben könne, der etwas Besseres anstelle des Kritisierten vorzuschlagen habe […].

Hørt sich doch erstmal gar nicht so schlecht an; aber man beachte:

Durch die Auflage des Positiven wird Kritik von vornherein gezähmt und um ihre Vehemenz gebracht.

Der Kritiker wird also sehr effizient von vornherein mundtot gemacht. Denn …

Tatsächlich ist es keineswegs stets möglich, der Kritik die unmittelbare praktische Empfehlung des Besseren beizugeben, […]

Und hier folgt dann das, von dem ich denke, dass ich es eben so mache:

[…] obwohl vielfach Kritik derart verfahren kann, indem sie Wirklichkeiten mit den Normen konfrontiert, auf welche jene Wirklichkeiten sich berufen […]

Und die oben erwaehnten eigenen Erfahrungen beinhalten dann u.a., dass es den Leuten anscheinend nicht passt, dass …

[…] die Normen zu befolgen, […] schon das Bessere [waere].

Der Artikel endet dann mit einem Satz, der ausdrueckt, warum ich trotz allem so hoffnungsvoll bin:

[…] das Falsche [ist], einmal bestimmt erkannt und präzisiert, bereits Index des Richtigen, Besseren […].

Und deswegen gilt:

[Kritik ist] Menschenrecht und eine Menschenpflicht des Bürgers.

Wie so oft bitte ich um Kommentare.

Ich halte mich bewusst zurueck, wenn es darum geht, Lese-, Hør-, Seh- oder Erlebnisempfehlungen auszusprechen. Mit Ausnahme der Kosmoramabegleitung natuerlich, bei der ich wiederum sehr bewusst Sehempfehlungen gebe (oder eben auch nicht).

Dies liegt daran, weil ich selber fuer genuegend Dinge eine starke Begeisterung empfinde, die andere abtun wuerden. Bspw. als „kindisch„, „Krach„, „zu kompliziert“ (Banausen!), „Zeitverschwendung“ etc. pp. Ich denke, dass dies zugespitzt ganz im Allgemeinen immer als „so’n Mist tue ich mir nicht an“ gemeint ist. Nur netter ausgedrueckt.

Das ist ok fuer mich, denn gegen den „Mist der Anderen“ straeube ich mich ja schlieszlich auch. Shakespeare mag noch so toll sein, ich verspuere kein Beduerfnis, mir das im Theater anzuschauen. Auch nicht als Film. Die Praesentation via anderer Kunstformen hingegen reizt mich durchaus.

Wiauchimmer, waehrend der Zeit, in der ich ueber die diesjaehrigen Kosmoramafilme schrieb, stolperte ich ueber das Folgende.

In der Frage der ästhetischen Wertung kann man zwei Extrempositionen einnehmen. Die eine legt (fast) alle ästhetischen Werte in das Objekt der Kunstbetrachtung, der kompetente Betrachter (Leser) braucht sie dort nur noch aufzufinden. Die andere legt den ästhetischen Gehalt völlig in das Bewußtsein des Wahrnehmenden. Seine Einstellung sei es, welche die ästhetischen Eigenschaften des Objekts hervorbringe. Im ersten Fall sind die ästhetischen Werte also objektiv im Kunstwerk verankert, im zweiten “ereignet” sich das Kunstwerk im Kopf des Rezipienten.

Das ist ja das was ich oben schrieb, nur besser ausgedrueckt.

Dies sind nun natuerlich die zwei Extrempositionen. Ich stimme eher mit dem ueberein, was der Herr Koellerer dazu dann weiter schreibt.

Vernünftiger wäre es meiner Ansicht nach, einen Mittelweg zu finden, dahingehend, daß man zwar die Rolle des Rezipienten bei der Kunstbetrachtung entsprechend würdigt, ohne deshalb jedoch dem Objekt der Anschauung vor vornherein alle ästhetischen Eigenschaften abzusprechen. Die Annahme gewisser ästhetischer Strukturen im Objekt führt nicht zwangsläufig zu einer starren ästhetischen Werthaltung, schlösse aber eine wenig erstrebenswerte Beliebigkeit des Wertens aus.

Hørt sich doch vernueftig an, nicht wahr.

Und jetzt solltet ihr, meine lieben Leserinnen und Leser, euch auf die Socken machen und endlich mal die empfohlenen Filme schauen :P

… møchte ich dem Steffen aussprechen.

Denn als diese, meine Domain verlaengert werden musste, ergab eine unwahrscheinliche Verkettung von unguenstigen Umstaenden, dass ich nicht bezahlen konnte.

Da hat er selbstaufopfernd die Kosten von 11,76 Euro uebernommen und seine wertvolle Zeit damit verbracht, eine Ueberweisung zu taetigen, die eigentlich gar nicht in seinen Aufgabenbereich faellt.

Ich bin sicher, dass auch meine Leserschaft dir sehr dankbar ist, dass sie nicht auf meine zahlreichen und spannenden Abenteuer und Gedanken verzichten musste.

In den vorherigen vier Teilen habe ich mich ueber das Folgende ausgelassen

1.: Dass wir (als Einzelne und als Gesellschaft) die ganz konkrete Gefahr, der durch Edward Snowden bekannt geworden, permanenten, staatlichen Ueberwachung nicht begreifen. Mglw. gar nicht begreifen kønnen, darob deren Ungeheuerlichkeit und weitreichenden Konsequenzen.
Dies machte ich an dem Sprachgebrauch im Umgang mit dieser Sache aus.

2.: Dass wir (als Einzelne und als Gesellschaft) nicht bereit sind, die dann nicht mehr ganz so konkrete Gefahr, all der neuen Technologien anzuerkennen. Dies, weil wir diese Technologien mit „Fortschritt“ verbinden und dieser als inherent gut angenommen wird.

3.: Gab ich zahlreiche Beispiele, wie wir durch diesen „Fortschritt“ der Ueberwachung, Kategorisierung und Algorithmisierung aller Menschen, der Gesellschaft,  Tuer und Tor øffnen und warum dies schlecht ist. Wir machen dies, weil der Einzelne sich davon (kurzfristige!) Vorteile verspricht.

4.:Versuchte ich aufzuzeigen, warum diese Entwicklung nicht nur schrecklich ist fuer die Gesellschaft als Ganzes, sondern dass es das Individuum (mich und dich) auch sehr direkt und ganz konkret (und nicht nur ueber eine Statistik) negativ betreffen wird.

All dies fuehrte ich naturlich elaborierter aus und diese kurze Zusammenfassung ist sehr oberflaechlich.

Desweiteren versuchte ich klar zu machen, dass unsere Gesellschaft sich fundamental aendern wird und dass dies nicht aufzuhalten ist. Gleichzeitig muss dies aber laengst nicht so negativ sein, wie ich es darstelle.
Dafuer muss aber diese Entwicklung diskutiert und mit Hilfe eben eines øffentlichen Diskurses, in nicht Leid verursachende Bahnen gelenkt werden.

 

Ich habe noch mehr Notizen zum Gespraeach zwischen Ranga Yogeshwar und Frank Schirrmacher.

Aber all dies laeuft mehr oder weniger auf die bereits dargelegten Punkte hinaus.

Weil ich diese Gedanken aber nicht meinen Leserinnen und Lesern vorenthalten mag, stelle ich diese Notizen in diesem Beitrag zur Verfuegung. Dies vor allem, weil ich denke, dass es immer gut ist, viele Argumente und Blickwinkel zu einem Thema zu betrachten.

Das Folgende ist alles ist nicht detailliert ausformuliert. Falls einzelne Punkte unklar sind, so kann ich dies aber bei Interesse zu einem spaeteren Zeitpunkt nachreichen.

 

22:31 => Banken schauen, in welcher Umgebung man wohnt, und dies flieszt in die Entscheidung ein, ob ein Kredit vergeben wird. Es wird also nicht mehr die Kreditwuerdigkeit eines Menschen beurteilt, sondern die „Klasse“ oder „Wohngegend“ oder „Rasse“, in die er statistisch gesehen reingesteckt werden kann.
Dazu zaehlt auch dieses „Phaenomen“, wonach in den USA die „Freunde“ bei sog. „social services“ebenso ueber die Kreditwuerdigkeit entscheiden.
Ich habe gelesen, dass dies in Dtschl. auch probiert wurde, finde den Artikel dazu aber gerade leider nicht mehr.

23:25 => Die Information, welche aus dem „digitalen Ich“ gezogen wird, wird staerker gewichtet als die Realitaet. Dies ist natuerlich eine Taeuschung, aber eine mit schwerwiegenden Folgen. Ich fuehrte bereits frueher aus, dass die zahlreichen, von uns hinterlassen, digitalen Spuren, mitnichten das widerspiegeln muessen, wie wir als Mensch uns denn dann auch verhalten.
Aber was steckt denn dahinter? Warum arbeiten die „Ueberwacher“ so hart daran, und verfallen dankbar dieser Taeuschung?
Meiner Meinung nach ist dies der Traum aller bisherigen und aller zukuenftigen „Maechtigen“; seien es Regierungen, Kapitalisten, oder Familienvaeter, die ihre Tøchter ueberwachen wollen etc. Einen Menschen zu haben, der reduzierbar ist, auf wenige Eigenschaften. Oder auch viel mehr Eigenschaften, die dann aber, aufgrund høherer Rechenleistung, wieder in ein einfaches Modell, oder zumindest ein einfaches „Endresultat“ gepackt werden kønnen. Damit werden Menschen naemlich besser kontrollierbar (die Guten uns Toepfchen usw.; der Erfolg von Pre-Crime etc.). Ich habe (hoffentlich) klar machen kønnen, welch schreckliche Konsequenzen dies fuer die Freiheit im Allgemeinen, fuer die Freiheit des Einzelnen, aber auch ganz konkret auf das Verhalten jedes Einzelnen, haben wird.

24:57 =>

Das System um das es hier geht, ist ein System, von dem wir sehr wenig wissen, was sie mit uns machen (diese Firmen oder die Sicherheitsbehørden), dass wir aber zum leben, immer staerker brauchen […]

Er hat Recht. Sensoren im Auto, die Unfaelle verhindern. Sensoren im Haus, die schauen, ob der gebrechliche Mensch vllt. Hilfe benøtigt. Sensoren in der Uhr, die bei Diabetikern permanent den Blutzucker ueberwachen. Etc. pp. Das ist die wirklich tolle Zukunft, von der ich weiter oben sprach.
Ich gehe jetzt nicht (wieder) darauf ein, was damit alles noch gemacht werden wird. Aber worauf ich eingehen møchte ist das Folgende: auch wenn es stimmt, dass wir dieses „System“ immer mehr zum leben brauchen, so sind davon die Scheinargumente (das sind die, die am lautesten Vorgebracht werden) zu trennen.
Man kann bspw. sehr wohl ohne „soziale Netzwerke“ kommunizieren und in Kontakt bleiben. Noch gibt es die Kneipe um die Ecke. Und wenn der Gespraechspartner weiter weg wohnt, dann kann man auch mal einen Brief schicken, anrufen, oder gar zum Besuch hinfahren. Mir persønlich stellt sich da auch die Frage, wie viel eine Freundschaft wert ist, bei der die Beteiligten es nur schaffen, die zu erhalten, wenn ein (oder zwei) ganz definierte „Werkzeuge“ benutzt werden. Keine weiteren Beispiele an dieser Stelle, weil ich ja eigtl. nur die Stichpunkte schreiben will.

Nachtrag 20.04.2014

Hier hørte ich dann im September auf zu schreiben und nach so langer Zeit habe ich den Faden verloren. Aber wie es oben schon steht, dass Wesentliche sagte ich bereits mehrfach.

Evgeny Morozov schrieb im Zusammenhang mit den von Edward Snowden befreiten Dokumenten so aehnliche wie ich:

[…] the idea that digitization has ushered in a new world, where the good old rules of realpolitik no longer apply, has proved to be bunk. There’s no separate realm that gives rise to a new brand of “digital” power; it’s one world, one power, with America at the helm.

Von mir zum Abschluss nur noch so viel:

Seid ungehorsam im Digitalen! (Und nicht nur dort.)
Verschluesselt alle Mails! Auch wenn es sich dabei nur um Kochrezepte handelt, die ihr eurer Mutti schickt.
Weigert euch ICQ zu benutzen! Nutzt nicht Spotify und google nur wenn absolut nøtig.
Versucht wieder ein muendiger Buerger zu werden! Benutzt freie Software. Bei Fragen stehe ich gern zur Verfuegung.

Es gibt hier im schønen Norwegen echt tolle Regelungen fuer Leute wie uns, die den Kapitalisten ihre Arbeitskraft zur Verfuegung stellen.

Aber da hørt es nicht auf! Sogar Maschinen haben geregelte Arbeitszeiten:

Fahrstuhl mit Øffnungszeiten

Ubersetzung:
Kollektiver Personenfahrstuhl
6 Personen Last

Der Fahrstuhl ist geschlossen
Montag – Freitag: 17:00 Uhr bis 05:30 Uhr
Sonnabend bis Montag: 14:00 Uhr – 5:30 Uhr

Schon kurios dieses Norwegen.