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Heute geht es um die einzige Methode Strom zu produzieren, bei der nicht nur der Anteil relativ abnimmt sondern die Zahlen auch absolut weniger werden. Strom aus Kernkraft:

Toll wa!

Zwei Dinge sind hier wiedergespiegelt:
1.: Reduzierung der insgesamt installierten Leistung — a.k.a. Abschaltung. Dies passierte 2011 und 2015 und ist hier direkt zu sehen. Dort sieht man ebenso, dass eine weniger auffaellige Abschaltung 2018 passierte. Wenn man das weisz, dann sieht man das auch in den Daten.

2.: Auch ohne die Abschaltungen wird weniger Strom ueber die Jahre durch Kernkraft produziert. Das ist natuerlich logisch. Eine abrupte Abschaltung geht nicht, weil der Strom ja gebraucht wird.
OK OK … diese Aussage stimmt wahrscheinlich nicht so direkt. Vor etlichen Jahren hatte ich das mal nachgeschaut und rausgefunden, dass alle Kernkraftwerke in Dtschl. sofort stillgelegt werden kønnten, ohne dass der Strom ausfaellt. Die anderen Kraftwerke haetten dann eben mehr produzieren muessen.
Aber ganz so einfach alles abschalten von jetzt auf gleich geht bestimmt auch nicht, weil ja dann eben der Strom von woanders herkommen muss. Und so auf die Schnelle vertraegt das die restliche Infrastruktur mglw. nicht gut. Deswegen das kontinuierliche Herunterfahren der produzierten Leistung, damit sich „das Netz“ anpassen kann. Und dann eben die Abschaltung wenn „das Netz“ damit klar kommt.
Andererseits wird ja deutlich weniger Strom im Sommer durch Kernkraft produziert. Und da kommt das ja dann doch auch woanders her … mhmmmmmmmm … ach was weisz ich … es wuerde mich auch nicht wundern wenn das einfach nur so gemacht wird, damit die ueblichen Verdaechtigen sich mit Kernkraft møglichst lange Geld in die Taschen schaufeln kønnen. Aber dafuer habe ich jetzt keine Beweise.

Wieauchimmer, (semi-)interessant ist, dass die kontinuierliche Verminderung des produzierten Stromes Sommers wie Winters, vor und nach Abschaltungen, gleich ist. Angedeutet durch die gestrichelten Linien, die alle den gleichen Anstieg haben. Im Durchschnitt verringert sich der durch Kernkraft produzierte Strom zwischen zwei Abschaltungen um ca. 0.1 GWh pro Tag.

Und dann … ja dann høre ich schon wieder die bereits erwaehnten ueblichen Verdaechtigen. Dass die Lichter ausgehen ohne Kernkraftwerke! Und dass die saudummen Buerger in Dtschl. ja total bescheuert und sowieso maximal unintelligent sind, denn mit weniger Strom durch Kernkraft muessen ja die Kohlekraftwerke mehr Strom produzieren und deswegen wird ja mehr Kohlenstoffdioxid ausgestoszen und deswegen … … … … øhm … åhm … æhm … wir werden alle støøørben.
Aber oh … mich duenkt, dass das noch so eine Sache ist, die euch, meinen lieben Lesern, und mir ins Gesicht gelogen wird, trotz besseren Wissens.
Denn die Lichter brennen noch und bzgl. Kohlekraftwerken hatte ich schon was.

Deswegen: weiter so … nur etwas schneller als die -0.1 GWh pro Tag.

… und anders als die Missionen die ueblicherweise folgen, diesmal wirkliche gute Neuigkeiten, die aber vøllig verdreht als schlecht dargestellt werden.

Ich habe das Folgende aus dem Teknisk Ukeblad. Das ist aber auf Norwegisch und die Originalquelle versteckt sich hinter einer Paywall. Aber der lesbare Schnipsel am Anfang ist schon die Information auf die ich hier eingehen werde. Und der Anfang eines Artikels ist ja auch oft das Einzige was gelesen wird.

Also, die guten Neuigkeiten sind diese hier:

Self-driving cars will only last four years because they will be used so much, a Ford executive has predicted.

Da setzen dann zwei Reflexe ein:
1.: WAAAAAAAAAS!!!! Mein Auto geht dann schneller kaputt? So ein Økomistdreckding will ich nicht haben! Mein naechstes Auto wird wieder einen Verbrennungsmotor haben!

Ihr, meine lieben Leserinnen und Leser, seht bestimmt, dass ich hier zwei Argumente miteinander verwurschtelt habe. Selbstfahrend und Elektro. Dies ist durchaus berechtigt, denn Ersteres wird’s auf groszer Skala nur mit Letzterem geben. Dies insbesondere, weil gefaehrliche Chemikalien in den (leeren) Tank pumpen das Anstøpseln eines Schlauches erfordert. Eine Batterie hingegen kann induktiv aufgeladen werden. Fuer Ersteres muesste man anfaellige (weil mechanische Elemente enthaltend) Technologien entwickeln. Letzteres kann man schon machen und die Induktionsspulen muessen nur im Boden eingebuddelt werden.

Aber ich schwoff ab. Das Problem ist, dass Elektroautos immer noch i.A. schlecht gemacht werden. Meistens mit Luegen, die den Fakten (natuerlich) widersprechen.

Das war aber nur die Das-ist-meins-und-ich-will-das-behalten-Seite. Die andere Seite offennbart sich in dieser Reaktion:
2.: WAAAAAAAAAS!!!! Dann wird ja noch mehr weggeschmissen! Das ist doch voll schlecht fuer die Umwelt.

Scheint ja auch erstmal so auszusehen.

Beide Reflexreaktionen basieren auf der falschen Grundannahme, dass dann immer noch alle Leute eigene Autos haben werden.

Aber nehmen wir mal an, dass innerhalb von zwei Minuten nach der Bestellung ein (selbstfahrendes) Auto vor der Tuer steht. Ich sage zwei Minuten, weil das dem „runter und zum Auto gehen“ entspricht. In der Wirklichkeit reicht es aus, wenn es innerhalb von ca. 10 Minuten da ist. Denn das ist die Zeit die man braucht um die Pfandflaschen einzupacken, schnell noch mal auf’s Klo zu gehen, sich anzuziehen, und den Muell weg zu bringen.
Wenn das so ist, braucht man dann noch ein eigenes Auto?

Die Antwort ist: JA, wenn man auf dem Lande lebt … bis dort auch genuegend selbstfahrende Autos rumfahren.
Die Antwort ist: NEIN, wenn man auf eine laengere Tour in den Urlaub will, denn das Auto faehrt 200 km bis zur naechsten Tankstelle, wo dann schon das naechste Auto auf einen wartet … bis die Batterien doppelt so gut sind wie jetzt und 1000 km durchhalten.

Der Punkt ist, wenn genuegend selbstfahrende Autos vorhanden sind, dann braucht man keine eigenes Auto mehr.

Und hier setzt das zweite Argument an.
Autos stehen sich kaputt! Autos rosten, auch wenn sie nicht fahren. Der kleine Mann hatte mir mal erzaehlt, dass seine Bremsen mal getauscht (?) werden mussten, weil er vorbildlich und energiesparend gefahren ist und die dadurch nicht genuegend abgenutzt waren … oder so aehnlich. Marder nisten sich im Motorraum ein, in stehende Autos wird eingebrochen etc. pp.

Natuerlich nutzen sich selbstfahrende Autos schneller ab, aber das liegt daran, weil die auch tatsaechlich fahren! Und ich bin mir ziemlich sicher, dass die pro tatsaechlichem „Transportkilometer“ letztlich weniger Abnutzung haben. Dies weil sie sich nicht kaputt stehen und aus dem Grund, dass all die nicht gekauften Autos (weil man braucht ja keins mehr) sich nicht kaputt stehen und dadurch die Statistik runter ziehen.

Und dann ist da noch ein dritter Punkt. Wenn Autos ohnehin innerhalb von vier Jahren ausgetauscht werden dann verbreitet sich neue, noch effizientere Technologie schneller. Und hierbei ist nicht zu vergessen, dass „ausgetauscht“ in diesem Falle nicht das „Apple-Modell“ meint, wo gute Geraete weggeschmissen werden, nur weil es was Neues gibt. In diesem Falle sind die Autos ja wirklich am Ende ihrer Lebenszeit.

Ich gebe zu, dass dies auf etlichen Annahmen basiert. Die Schwerwiegendsten sind, dass selbstfahrende Autos in genuegend groszer Zahl vorhanden sind und dass der Service gut genug ist, damit die Leute einsehen, dass sie kein eigenes Auto brauchen. … Aufgrund der vøllig anders gelagerten Situation schaffen Busse das z.Z. nicht (das war aber auch mal anders).

Und guter Service liegt auch daran, wie die Nutzer dann die Autos nutzen. Wenn die sich da unmøglich drin benehmen, dann will da natuerlich keiner mitfahren. Aber man weisz ja, wer ein Auto gebucht hat und das Saubermachen kann dann in Rechnung gestellt werden. Das sollte solches Verhalten ganz schnell beenden. Und „abgenutzte“ aber noch nicht kaputte Autos kønnen ja dann zum Frachttransport (Pizza, Pakete, etc.) benutzt werden.

Oh Mensch … das sind alles Ideen, die mir einfach so zufallen, wenn ich kurz drueber nachdenke. Und deswegen ist das obige Zitat eine gute Nachricht. Dann im Groszen und Ganzen ist das alles besser, sowohl fuer die Umwelt, als auch fuer die Menschen … weniger Stress, mehr Platz in der Stadt und høhere Sicherheit aufgrund weniger Autos im Verkehr, bessere Luft (da Elektro), mehr Geld im Porte­mon­naie (weil man keine Versicherung bezahlen muss) … … … Uh Oh … die Ideen und Argumente sprudeln einfach immer so weiter … ich oller Technooptimist ich ;)

Beim letzten Mal hatte ich zunaechst dort nur die Behauptung stehen, dass Braun- und Steinkohlekraftwerke nicht fundamental anders sind. Ohne das weiter untersucht zu haben. Aber dann bekam ich davon Bauchschmerzen und schaute mir das mal genauer an. Und darin habe ich mich verloren und pløtzlich war der Artikel schon viel laenger als geplant und ich entschied mich einen „Zweiteiler“ draus zu machen.

Heute also nun kurz die fuenf anderen Stromerzeugungsmethoden, bei denen sich in den letzten (fast zehn) Jahren nichts geaendert hat.

Zunachst der Strom produziert aus Biomasse, Gas und Wasserkraft (pro Woche):

Wie zu erwarten, wird durch diese Methoden weniger als die Healfte des Stroms produziert den wir durch Verbrennen von Kohle erhalten.

ABER: Durch diese drei Quellen werden ca. 20 % des Gesamtstroms in Dtschl. erzeugt.

Interessant ist dabei, dass allein Biomasse ca. 8 % davon traegt!
Biomasse? Biomasse??? Haeh?? … Mhmmmm … ich mach das Fass jetzt nicht auf und empfehle dazu mal den Wikipediaartikel zu lesen. Insgesamt denke ich, dass Strom aus Biomasse elf Schritte in die richtige Richtung sein kønnten.
1.: Eine sichtbare Alternative zur Kohle.
2.: Eine sichtbare Alternative zum obsoleten „wenige-grosze-Kraftwerke“-Modell.
3.: Dadurch wuerde Macht besser verteilt werden.
4.: Weitere Sachen die ich oller Anarchist (im kropotkinschen Sinne) fuer gar nicht so dumm halte.

Aber wie so oft kønnten negative kapitalistische Wirkmechanismen diese schøne Idee ins Negative verkehren. Geht ja schon damit los, dass das laengst nicht so sichtbar ist, wie es sein sollte :( .

Ebenso Interessant ist, dass auch nur ca. 8 % des Stroms durch Gas erzeugt wird. Mir klingen da noch die Aussagen der ueblichen Verdaechtigen im Ohr, dass Gas so wichtig waere, weil man nur diese Kraftwerke schnell An- und Abschalten kønnte, wenn der Wind pløtzlich nicht mehr weht … oh … Moment mal … das kønnte ja auch ’ne Luege sein. Und in Wirklichkeit ist Gas zwar durchaus wichtig, und wie die Spitzenwerte im Winter zeigen stimmt sicherlich auch das mit dem schnellen An- und Abschalten, aber laengst nicht so wichtig, wie man versucht uns weis zu machen. Møge das jeder sich selbst mal durchdenken.

Und dann waere da noch die Wasserkraft. Die fast im naechsten Graphen gelandet waere, denn man sieht, dass sie dtschl.-weit eine eher kleine (wenn auch nicht untergeordnete) Rolle spielt. Lokal hingegen (also da wo die Staudaemme sind) duerfte deren Rolle aber durchaus ins Gewicht fallen.

Das sieht man ja hier in Norwegen, wo das fast die einzige Methode ist, mit der Strom produziert wird. In Dtschl. gibt es nur halt nicht so viele Plaetze wo man Wasserkraftwerke bauen kønnte.

Die Stromerzeugung durch Biomasse und Gas folgt dem bereits erwaehten Mehr-im-Winter-weniger-im-Sommer-Zyklus. Bei der Wasserkraft hingegen scheint das Maximum im Fruehling zu liegen. Wegen der Schneeschmelze ist das sinnvoll. Wobei dann natuerlich die Frage ist, wie sich das die naechsten Jahre entwickeln wird.

Eine untergeordnete Rolle an der Stromerzeugung in Dtschl. spielen Øl und Saisonspeicher:

Man beachte, dass die Ordinate hier wieder in GWh ist.

Zu meinem Erstaunen sind Saisonspeicher NICHT Wasserbecken die vollgepumpt werden sondern tatsaechlich Waermespeicher. Da habe ich wohl zu „norwegisch“ gedacht ;). Auf diesen Fehler wurde ich aufmerksam, weil das Maximum auch im Sommer liegt. Was ja aber dann logisch ist. Ich denke, dass hier insb. im Zusammenhang mit Waermepumpen, langfristig ein ganz groszes Potenzial liegt fuer umweltschonende Energieerzeugung. Das erfordert aber natuerlich einen massiven Ausbau dieser Technik in und unter und auf alle unsere Haeuser (und Schulen und Banken und Regierungsgebaeude und Lagerhallen etc. pp). Andererseits haben wir auch ueberall geteerte Straszen, Tankstellen und Telefone. Und das musste ja auch alles mal gebaut werden.

Erfreulich ist, dass Øl im Wesentlichen keine Rolle bei der Stromerzeugung in Dtschl. spielt. Anders sieht es mglw. bei der Waermeerzeugung aus. Aber darum geht es in dieser Serie nicht.

Das war’s fuer heute. War dann doch nicht so kurz wie ich dachte. … .oO(Ist’s ja nie) … Naechstes Mal dann Produktionsmethoden deren Anteil an der Stromerzeugung sich verringert hat … auszer ich habe ’ne bessere Idee.

Gefunden auf einer Toilette in der Good Omens Bar in Trondeim. Fand ich voll lustig … so wie das Original :)

In der Einleitung zu dieser Miniserie habt ihr, meine lieben Leserinnen und Leser, gesehen, dass in Dtschl. Strom auf 16 verschiedene Arten produziert wird … plus der Export, aber auf den gehe ich gesondert in einem eigenen Beitrag ein.

Heute møchte ich kurz die 7 Produktionsmethoden vorstellen, bei denen sich seit 2010 keine Veraenderungen gezeigt haben.

Zunaechst haette ich da die Stromproduktion durch Braun- oder Steinkohle. Und hier ist schon der erste Sache, die mich ein bisschen erstaunt hat. Braun- und Steinkohlekraftwerke scheinen exklusiv fuer jeweils eine der Gesteinsarten zu sein. Also irgendwie hatte ich dieses Wissen schon, aber das ist mir so nicht wirkich bewusst gewesen vorher.

Wieauchimmer, hier ist der Graph (wobei ein Teil der Daten ja bereits in Teil II zu sehen war):

Wie bereits frueher erwaehnt, liegt die Maxima der Stromproduktion durch Kohle im Winter und im Sommer wird weniger Strom durch Kohle produziert.

An den Maxima sieht man, dass die installierte Kapazitaet fuer beide Gesteinsarten ungefaehr gleich grosz ist. Dennoch sind die Schwankungen der Steinkohlewerte (Winter vs. Sommer) grøszer.
Die ueblichen Verdaechtigen (korrekt, ich versuche hier ueberhaupt nicht unparteiisch zu sein!) wuerden jetzt bestimmt was von „Grundlast, runterfahren, nicht møglich, bla blubbs“ sabbeln, aber das hatte ich ja bereits in der Einleitung als Luege dargestellt. Auszerdem, warum sollten Steinkohlekraftwerke so fundamental anders sein, als Braunkohlekraftwerke? Mhmmm … die Asche ist mglw. anders … und Braunkohle muss wohl getrocknet werden (was natuerlich den Wirkungsgrad maechtig verringert). Mhmmmmmmm … Letzteres kønnte durchaus erklaeren, warum die konstanter laufen und vielleicht tatsaechlich nicht so schnell abgeschaltet werden kønnen … ich schau mal in den Datan … … … AHA … das war einfach und ich musste nicht mal lange suchen.

2018, Woche 4, in der Nacht vom 27. zum 28. Januar faengt der Wind „pløtzlich“ an zu blasen. Steinkohlekraftwerke werden krass herrunter gefahren, aber das hatte ich vorher schon behandelt.
Der Wind ist so stark, dass auch die Braunkohlekraftwerke heruntergefahren werden. Produzierte Leistung (nur durch Braunkohle) 19 Uhr: 16,93 GWh und 23 Uhr: 7,05 GWh. Das entspricht einer Drosselung von 2,47 GWh pro Stunde und ist beinahe genauso schnell wie beim Steinkohlebeispiel in der Einleitung zu dieser Serie.
Und das ist auch keine Ausnahme. Man kann mehrere solcher schnellen Abschaltvorgaenge finden. Schaut mal im selben Jahr, bspw. in den Wochen 8, 25 oder 27 (mehr hatte ich keine Lust zu suchen).

Aber! … ABER! … AAAABBBBBEEEERR!!! DAS WIEDER ANFAHREN! UND SOWIESO! DER WIND MACHT ALLES KAPUTT!

Ich habe jetzt konkret nach einem schnellen Anschaltvorgang gesucht und in 2018, Woche 18 am Abend des 1. Mai einen gefunden. Dort steigt die durch Braunkohle produzierte Leistung von 6,35 GWh (17 Uhr) auf 10,88 GWh (19 Uhr). Das entspricht einem Anstieg von 2.265 GWh/h und ist somit ungefaehr genauso schnell wie bei der Steinkohle.

Also … obige Spekulationen, dass Braunkohlekraftwerke møglicherweise fundamental anders funktionieren ist somit wiederlegt.

Wieauchimmer, ich behaupte hier jetzt einfach mal, dass das konstante „Durchfahren“ der Braunkohlekraftwerke Wirtschaftsførderung der alleruebelsten Sorte ist. Uebel ist dies auf mehreren Ebenen. Lebensraeume gehen durch den Abbau kaputt. Braunkohle hat einen geringeren Brennwert und produziert somit mehr Kohlendioxid(equivalent) als Steinkohle. Zudem muss sie vor der Verbrennung noch getrocknet werden, was den Wirkungsgrad weiter verringert. Braunkohle ist auch dreckiger (wobei dieses Problem durch Filter weniger stark ins Gewicht faellt). Und das ist ’ne Industrie die (zumindest in Dtschl.) schon lange tot ist und kuenstlich (durch hohe Summen an Steuergeldern) am Leben erhalten wird … Capitalism, my ass!

OK, jetzt hab ich mich hier erstmal genug aufgeregt.

Zwei positive Sachen fallen einem auf, wenn man mal drueber nachdenkt.
1.: Møglicherweise sinken die Zahlen seit 2018. Ich bin da aber ganz verhalten dies zu verkuenden. Ich hatte bereits erwaehnt, dass dies durch einen warmen Sommer/Winter/Sommer verursacht sein und naechstes Jahr schon wieder ganz anders aussehen kønnte. Aber man kann ja hoffen :)

2.: Die Werte bleiben konstant! Das ist POSITIV! Denn mit dem Wegfallen von Atomstrom (die Daten dazu in einem zukuenftigen Beitrag) schimpfen die ueblichen Verdaechtigen ja immer „bla blubbs ABER NUN MUESSEN WIR MEHR KOHLE VERBRENNEN!“ … Und wenn man das so hørt, dann hørt sich das ja auch erstmal logisch an. Und dann schaut man auf die konkreten Zahlen und sieht, dass das eine weitere LUEGE ist, die einem wieder besseren Wissens von den ueblichen Verdaechtigen ins Gesicht gespuckt wird!

Und man stelle sich das mal vor, dass man solche Daten einfach so findet und sich nur hinsetzen muss um das mal genauer anzuschauen. Entgegen so einiger anderer Entwicklungen kønnte man meinen, dass man im 21. Jahrhundert lebt. Krass wa!
Und nun habt auch ihr, meine lieben Leserinnen und Leser, die nøtigen Daten um solchen Luegen entschlossen entgegenzustehen :)

So … das ist jetzt deutlich laenger geworden als erwartet. Deswegen behandle ich den Rest im naechsten Beitrag.

denn es gibt ja online-gaming :)

Der Artikel ist jetzt nichts Besonderes aber durchaus lesenswert. Denn er zeigt schøn auf, dass einige Probleme des Alters (bspw. Einsamkeit oder Hand-Auge-Koordination) durch Gaming vermindert werden (kønnen).

Und wenn man im Hinterkopf behaelt, dass es sich bei den Interviewten um Rentner handelt, dann sind solche Zitate …

[…] I often play with a fine whiskey by my side […]

… oder …

[u]nfortunately, I’ve had to be hospitalized for injuries and other health issues […] [b]ut I almost always bring my gaming rig with me

… oder …

[p]erhaps you’ll get a chance to write a piece in 20 years on the booming trend of LAN parties in nursing homes!

… echte Perlen, die man man so selten liest :)

Und auch der Abschluss des Artikel ist total schøn (und das spoiler ich jetzt mal nicht), liefert er doch ein tolles Argument fuer die ewige „Werd doch endlich mal erwachsen“-Diskussion … Ich bin jetzt bald 40, mehr „erwachsen“ als das habe ich nicht vor zu werden!

In der Einleitung habe ich Stunde fuer Stunde Daten fuer jeweils eine Woche gezeigt. Das ist toll, wenn man Rekorde sehen will. Diese Darstellung eignet sich aber nicht um langfristige Trends darzustellen. Die Information ist zu detailliert. Dadurch wird es zum Einen zu viel und zum Anderen gehen besagte Trends unter in den vielen (natuerlichen) Schwankungen.

Am Beispiel der Stromproduktion durch Steinkohle gehe ich in diesem Beitrag ein bisschen darauf ein, was eine Zusammenfassung der Daten bewirkt. Dies ist wichtig, da folgende Beitraege darauf fuszen.

Fuer dieses Bild habe ich die Daten eines gesamten Tages zusammengefasst:

Jede Farbe stellt ein Jahr dar. Denn ich nehme an, dass dies ein ganz neues Thema ist und ich habe das gemacht, damit ihr, meine lieben Leserinnen und Leser, es etwas einfacher habt euch damit zurecht zu finden. In spaeteren Bildern ist dann alles einfarbig.

Die taeglichen Unterschiede (bspw. Mittag vs. Mitternacht) sind jetzt natuerlich nicht mehr zu sehen. Aber die Stromproduktion schwankt noch von Tag zu Tag. Die Punkte nehmen jeden Wert an zwischen dem Maximum und dem Minimum. Das ist unabhaengig von der Jahreszeit. Eine wichtige Erkenntnis, auf die ich spaeter zurueck kommen werde.

Diese Zusammenfassung erlaubt allerdings eine kompaktere Darstellung. Im Sommer scheint weniger Strom durch Steinkohle produziert werden. Ich komme weiter unten darauf zurueck. Dazu erstmal nur so viel, dass im Allgemeinen so ist … also auszer fuer Solarstrom natuerlich; davon gibt’s im Sommer mehr. … und mich duenkt Pumpkraft ist im Sommer auch weniger, weil die Speicher eben vollgepumpt werden um damit im Winter Strom zu produzieren … was im Uebrigen eine der effizientesten (groszskaligen) Methoden ist um ueberschuessige Energie zu speichern … die Quelle muss ich dafuer leider schuldig bleiben.

Wieauchimmer, das „Rauschen“ von Tag zu Tag ist noch zu viel unnuetze Information. Deswegen habe ich im naechsten Bild die Daten ueber einen ganzen Monat gemittelt.

Man beachte, dass die Ordinatenachse jetzt in Terawattstunden ist!
Zunaechst: bzgl. der Verringerung der Stromproduktion durch Steinkohle ab 2017 wuerde ich erstmal vorsichtig sein. Das ist zwar ganz genau was wir haben wollen, aber das kønnte auch durch warme Winter (weniger Heizen) und Sommer (viel Sonne) zustande gekommen sein. In 2 Jahren kønnte man mal schauen, ob das ein langfristiger Trend ist.

Der jaehrliche Trend ist hier zwar noch zu erkennen, wenn man will, aber es ist definitiv zu viel „weggemittelt“. Ich kønnte da durchaus auch eine Gerade parallel zur Abszisse durch legen und mit genausoviel Ueberzeugung behaupten, dass das alles konstant ist ueber’s Jahr.
Letzteres ist EXTREM wichtig! Denn die ueblichen Verdaechtigen machen Aussagen wie „Solarstrom bringt eh nix“ und mit diesem Graphen kann man das auch gut begruenden. Denn wenn Solarstrom was bringen wuerde, muesste man ja weniger Kohlestrom im Sommer brauchen. Aber dieses Bild zeigt ja ganz klar, dass (von natuerlichen Schwankungen abgesehen) immer gleich viel Strom durch Kohle produziert wird!

Und genau das ist der Grund, warum ich der Datenaufbereitung einen ganzen Beitrag widme.

Nun aber endlich — Woche fuer Woche:

Da ist jetzt wieder mehr „Gezappel“ drin, ABER Maxima sind eindeutig dem Winter und Minima eindeutig dem Sommer zuzuordnen! In der Tag-fuer-Tag-Darstellungen waren die Minima im Sommer nur fuer die Maximalwerte zu erkennen. Die Minimalwerte waren immer ungefaehr gleich.

Solche Trends richtig zu erkennen und einzuordnen ist ganz wichtig.
Wobei mit „einzuordnen“ hier nicht gemeint ist zu wissen was der Grund fuer bspw. die Minima im Sommer ist. Wie bereits erwaehnt kønnte das durch mehr Solarstrom sein, oder aber auch durch weniger Heizen, oder Beides und noch ganz andere Gruende.
Vielmehr meine ich mit „einzuordnen“ genau das was ich oben schrieb, dass man (in diesem Beispiel) Minima in der Gesamtheit erkennt. Man das also nicht nur so interpretiert, wie es einem in den Kram passt (Minima in den Maximalwerten der Tag-zu-Tag Darstellung herauspicken und dabei nicht beachten, dass sich das nicht in den Minimalwerte niederschlaegt). Denn das kønnen die ueblichen Verdaechtigen auch.

Warum die Woche-zu-Woche-Darstellung am besten erscheint erklaere ich mir durch die folgenden Argumente.
Ueber eine Woche bleiben Bedingungen insgesamt relativ konstant. Eine wolkenfreie Sommerwoche gefolgt von einer bewølkten Woche. Dadurch haben taegliche Schwankungen einen deutlich geringeren Einfluss. Gleichzeitig mittelt sich dadurch aber nicht weg, wenn ein Sommermonat zwei Sonnen- und zwei Regenwochen hat, wie in der Monatsdarstellung. Deswegen bleiben Eigenheiten erhalten ohne in zu viel Information unterzugehen oder durch zu viel Mittelung zu verschwinden.

Deswegen werde ich in weiteren Beitraegen diese Darstellung beibehalten. Auszer natuerlich, wenn ich Informationen aus anderen Plots ziehen kann.

Das soll’s dazu gewesen sein. In den naechsten Beitraegen werde ich auf langfristige Trends in der Stromproduktion eingehen.

# I don’t need this information but since I’m already going through
# the huge file, why shouldn’t I pick up that information and store
# it for a later purpose.

Nun ja, das Projekt entwickelte sich in eine deutlich andere Richtung. Letztlich wurde die hier noch als „nicht wirklich von Interesse aber faellt mit raus“ bezeichnete Information dann das was mich hauptsaechlich interessierte und mit der ich dann ausschlieszlich arbeitete.
Diese Aenderung des Programmzwecks fuehrte natuerlich dazu, dass das Selbiges (beinahe) komplett umgeschrieben werden musste. Dabei entdeckte ich obiges Kommentar und fand es witzig.

Geburtstagsbeitrag! Da dies mein Geschenk von mir an mich ist, bedeutet dies wie immer, dass ich mir erlaube so lange und komplizierte Saetze zu schreiben, und auf das gewaehlte Thema so detailliert und langatmig einzugehen, wie ich Lust drauf habe.

Das Thema dieses Jahr ist die Einleitung zu einer neuen Miniserie und es wird darum gehen, wie in Dtschl. elektrischer Strom produziert wird.

Aber der Reihe nach.

Vor ueber einem Jahr stolperte ich ueber diese Seite und war schwer begeistert. Die Stromproduktion in Dtschl. … Stunde fuer Stunde … aufgeteilt in die verschiedenen Produktionsmethoden … und das Ganze seit 2010! … GEIL!

Auf das was ihr, meine lieben Leserinnen und Leser, dort seht, gehe ich spaeter im Detail ein.

Zunaechst einmal versuchte ich die Daten auf die uebliche Weise aus der Seite zu „ziehen“. Die „uebliche Weise“ ist STRG + U um den Quelltext der Seite angezeigt zu bekommen. Spaeter haette ich das dann natuerlich automatisiert. Das funktionierte leider nicht, denn im Quelltext stehen die Zahlen nicht drin. Das war also ’ne Sackgasse :(
Da ich keine Ahnung habe, wie auf der Seite die Graphen hergestellt werden, dachte ich mir, dass ich mir die Rohdaten dann eben direkt aus der Quelle hole. Letztere sind mehrere und auf der Seite unten angegeben. Also suchte ich danach und es stellte sich heraus, dass das ebenso gar nicht so einfach ist. Da fuer mindestens einen Teil der Daten auch bezahlt werden musste, schloss ich auch diesen Weg aus.

„Was nun?“ dachte ich da. Und mir kam die Idee, dass ich die Maus langsam ueber den Graphen fahren lassen kann und dann die Zahlen fuer jede Stunde ablese. … … … Kurzer Ueberschlag … 9 Jahre … jeweils 365 Tage … mit 24 Stunden … 12 Produktionsmethoden (plus Import) … das macht … ca. 1 Million Datenpunkte!
Tja … das ganze musste also automatisiert werden.

Die Maus automatisch ueber den Bildschirm ziehen ist einfach. Die jeweils neachste Woche auf der Webseite „anzuschalten“ ist auch einfach. Dito bzgl. des Erstellens eines Screenshots
Aber dann musste ich erstmal ein Program schreiben, welches erkennt wo die Zahlen zu finden sind und diese dann identifiziert. Dabei ist nicht zu vergessen, dass die Zahlen ja keine Zahlen, sondern Bilder sind, die wie Zahlen aussehen.
Das war eine interessante Aufgabe und hat mir grosze Freude, und beim Programmieren natuerlich auch øfter mal Frustration, bereitet. Frustration deswegen, weil das mitnichten immer alles auf dem gleichen Platz ist. Das sieht nur so aus und bringt einfache Ansaetze gehørig durcheinander.

Am Ende liesz ich meinen Computer dann ein paar wenige Tage (und Naechte) laufen und *zack!* hatte ich die Daten. Toll wa! So einfach geht das.

War natuerlich nicht so einfach und geradlinig, aber das ist ja schlieszlich mein Geburtstagsbeitrag. Da bin ich der Held der Geschichte :) .

 

Aber nun zu den Daten. Was sehen wir hier eigentlich? Hier ist ein aufbereitetes Beispiel (klick auf’s Bild fuehrt zu einer grøszeren Version):

Dies ist die Stromproduktion in Woche 17 des Jahres 2011. Dieser Zeitraum wurde semi-zufaellig gewaehlt, denn er ist relativ repraesentativ und zeigt keine Besonderheiten.

Jede Farbe repraesentiert eine Methode der Stromproduktion. Tieflblau ist die Menge des importierten Stromes.

Die Høhe einer jeden Saeule ist die Menge des produzierten Stromes in einer gegebenen Stunde.

Mehrere Sachen fallen ins Auge. Da diese wichtig sind fuer viele weiteren Betrachtungen in spaeteren Folgen dieser Serie, møchte ich hier kurz darauf eingehen.

Zunaechst einmal ist dieser Graph anders als die, die ich ueblicherweise verwende.
Es faellt sofort auf, dass ich mich dafuer entschieden habe, den Graphen in die Laenge zu ziehen. Dies tat ich schweren Herzens, aber aufgrund der Tatsache, dass andernfalls alles so gequetscht waere und man nicht viel erkannt haette.

Die Daten jeder Produktionsmethode sind hier aufsummiert. Dies erlaubt es leicht zu sehen, wie hoch die gesamte Stromproduktion ist. Gleichzeitig sieht man auch auf einen Blick, wenn zu viel Strom produziert und dieser exportiert wurde. Der Export sind dann die negativen Zahlen.

Man sieht dadurch allerdings nicht auf einen Blick wieviel Strom ganz konkret von bspw. Kohlekraftwerken produziert wurde. Oder … nun ja … man sieht es, aber man bekommt nur so ein „Bauchgefuehl“, denn da „zappelt“ alles.
Womit ich auch beim naechsten Nachteil waere. Es scheint, als ob die Produktion total schwankt. Dem ist aber mitnichten so. Viele der bunten Baender sind ziemlich gerade und deren „Dicke“, also die Menge des mit dieser Methode produzierten Stromes, aendert sich nur minimal. Das „Zappeln“ kommt dadurch zustande, dass _alles_ aufsummiert wird. Insbesondere die Schwankungen des Stromimports fuehrt zum zappeln. Bei der Besprechung einzelner Produktionsmethoden werde ich dann natuerlich die NICHT aufsummierten Zahlen zeigen.

Desweiteren sehen wir zwei starke (reale) Schwankungen. Die erste ist Tag und Nacht. Tagsueber muessen mehr Straszenbahnen fahre, Bueroraeume geheizt werden, Licht angeschaltet und Maschinen in Betrieb sein, etc. pp. Das ist der „sinusartige“ Verlauf der gesamten einhuellenden Kurve. Die zweite grosze Schwankung ist der Unterschied zwischen Woche und Wochenende. Ich bin mir nicht sicher warum das so ist, denn die Industrie steht ja nicht still. Es kønnte mglw. dadurch kommen, dass Bueroraeume nicht geheizt werden muessen und die Leute weniger mit Straszenbahnen fahren, da sie nicht zur Arbeit muessen. bzgl. des Heizens bin ich unsicher, denn im Sommer sieht es ganz genauso aus. Aber da werden Bueros ja vielleicht gekuehlt. Oder die Luftzufuhr wird am Wochenende gedrosselt. Oder es hat gar nix mit Bueros zu tun und vielleicht steht ja doch ein guter Teil der Industrie still am Wochenende.
Jedenfalls wasauchimmer die Ursachen sind, am Wochenende wird weniger Strom benøtigt.

Eine weitere Schwankung betrifft bestimmte Produktionsmethoden. Besonders ins Auge faellt Solarstrom. Die Sonne scheint naemlich nur am Tage. Aenderungen im Wind sieht man aber auch, die sind aber nicht periodisch. Am Montag und Sonntag der dargestellten Woche blies der Wind staerker als an den anderen Tagen. Das wird weiter unten nochmal wichtig, denn hier hørt man gleich wieder die ueblichen Verdaechtigen den ueblichen Unsinn rufen.

Ansonsten ist die Stromproduktion (und dadurch indirekt die Umwandlung in andere Energieformen oder Arbeit … vulgo: Verbrauch) sehr stabil fuer gegebene Zeitraeume! Die Tagesspitze ist ungefaehr immer gleich hoch und das naechtliche Tief immer ungefaehr gleich tief. Ebenso der „Anlauf“ am Morgen und das „Beruhigen“ zum Abend. Das war zu erwarten, aber ich hatte das noch nie so direkt gesehen.

Als Letztes, generelles Merkmal sieht man, dass manche Methoden fuer ganz Dtschl. nicht so super wichtig sind; bspw. Saison- oder Pumpspeicher. Man beachte, dass diese _lokal_ von groszer Bedeutung sein kønnen! Das sieht man hier natuerlich nicht.

Aufgrund der Nachteile werde ich derartige Graphen selten (wenn ueberhaupt) zeigen. Aber manchmal (wie bspw. in dieser Einfuehrung in das Thema) ueberwiegen die Vorteile.

NICHT von Interesse in dieser Serie sind sind Spitzen- und Rekordwerte. Das interessiert mich nicht, ob und wann besonders viel Strom aus Wind produziert wurde. Das kann man in der Zeitung lesen und hat ungefaehr gar keine Aussagekraft.

Diese Serie soll aber anhand der Daten dazu dienen, mal mit ein paar Mythen aufzuraeumen. Ebenso møchte ich auf ein paar tolle Sachen bezueglich der Stromproduktion hinweisen, die man sonst so nicht auf dem Radar hat.

 

Dies ist ja mein Geburtstagsbeitrag. Deswegen war es das noch nicht … denn das waere ja viel zu kurz.
Der vorletzte Satz ist der Stichpunkt fuer den Rest dieses Beitrags: Mythen bzgl. der Stromversorgung.

Ein wohlbekannter Mythos ist, dass wir ja die sog. „Grundkraftwerke“ nicht einfach an und ausschalten kønnen, wenn „pløtzlich“ der Wind weht.

Nun ja, Grundkraftwerke sind Kohlekraftwerke und hier ist fuer Woche 36 des Jahres 2015 die produzierten Leistung aller Steinkohlekraftwerke aufgetragen.

Von Freitag zu Sonnabend faellt die produzierte Leistung von 15,89 GWh Abends um Acht auf nur 3,87 GWh nur vier Stunden spaeter. Das entspricht einer durchschnittlichen Drosselung der produzierten Leistung von 3 GWh pro Stunde. Im ersten Bilde dieses Beitrags sehen wir, dass die Leistung die „immer“ „verbraucht“ wird pro Stunde ca. 50 GWh sind. Solch eine Drosselung entspricht ueber 5 % der Gesamt(!)produktion ueber ALLE(!) Produktionsmethoden! Also NUR die Steinkohlekraftwerke werden so krass gedrosselt, dass das deutlich an der Gesamtproduktion gemessen werden kann!
Als ich das sah wusste ich, dass mir mit obiger Aussage ins Gesicht gelogen wird. Ich hatte echt gedacht, dass das stimmt.

Nun kønnte man ja sagen: Ausnahmesituation!
Aber dann schauen wir mal auf die Nacht vom Dienstag zum Mittwoch. Da wird die Produktion gedrosselt von 18,33 GWh Abends um Neun auf 9,03 GWh Nachts um Eins. Das ist immer noch ein Gradient von deutlich ueber 2 GWh/h. Und dieser Gradient bewegt sich im gleichen Rahmen auch fuer alle anderen Werktage.
Ach ja, das wieder Anfahren geht fast genauso schnell.

Nun ist die Frage, warum die Produktion von Strom mittels Steinkohle so drastisch runter gefahren wurde. Dafuer schauen wir mal auf die Gesamtproduktion besagter Woche (Achtung: Import ist weggelassen):

Von Freitag zu Sonntag hat tatsaechlich der Strom „pløtzlich“ angefangen zu wehen. Und da sind wir gleich bei der zweiten, immer wieder unhinterfragt wiederholten Luege, welche sich in der Aussage von oben versteckt. Es gibt keinen „pløtzlichen“ Wind! Wann und wo Wind auftritt kann relativ genau vorhergesagt werden. Vermutlich nicht mit 1 Woche Vorsprung, aber wir sehen hier ja, dass ein paar Stunden schon ausreichen. Denn von Freitag zu Sonnabend nimmt die produzierte Leistung aus Steinkohle im gleichen Masze ab, wie die produzierte Leistung aus Wind zu nimmt!
Krass wa! Wie weit Technik und Wissenschaft und die Zusammenarbeit verschiedener Sektoren der Gesellschaft (Stromproduktion und Wetterdienst) schon funktionieren. Da kønnte man fast meinen, dass wir schon im 21. Jahrhundert leben!

Aber das war’s nocht nicht. Denn nur mit den Daten von Freitag zu Sonnabend høre ich die ueblichen verdaechtigen schon wieder „Ausnahmesituation!“ rufen. Und man kønnte fast denken, dass das stimmt, denn hier faellt der niedrigere Verbrauch durch das Wochenende mit niedrigem Verbrauch in der Nacht und starkem Wind zusammen.
Genau deswegen hatte ich oben auch die Zahlen fuer einen normalen Wochentag angegeben. An der Gesamtproduktion sehen wir, dass der Wind sich nicht stark veraendert in besagter normaler Wochentagsnacht. Ebenso muss ja am Mittwoch wieder „volle Pulle“ produziert werden, denn es ist ja ein normaler Wochentag. Dennoch geschieht die Drosselung der Stromproduktion durch Steinkohle fast ebenso schnell.

Daraus kann man also schlieszen, dass die „Grundlast“ durch klassische (!) Grundkraftwerke NICHT langsam von statten gehen muss UND dass „schnelles Abschalten“ alltaeglich geschieht und NICHT NUR in Ausnahmesituationen.
Deswegen wiederhole ich das hier nochmal ganz deutlich: dass das schnelle Abschalten (oder Anschalten) der Grundkraftwerke nicht møglich oder mindestens sehr schwer und schaedlich sein soll, ist nur ein Mythos! … Ach was , das hørt sich viel zu niedlich an. Vielmehr ist es so, dass euch, meinen lieben Leserinnen und Lesern, mit dieser Aussage mit voller Absicht und trotz besseren Wissens ins Gesicht gelogen wird!

Ich møchte noch hinzufuegen, dass ich diese Woche ganz konkret nahm, da sie das Geschriebene gut illustriert, weil drei Sachen gleichzeitig passieren (Wochenend, Nacht und viel Wind), und damit tatsaechlich eine ungewøhnliche Situation vorliegt, aber dennoch eine normale Situation ohne grosze ungewøhnliche Aenderungen in der selben Woche zu sehen ist.
Ich musste aber nicht lange danach suchen und aehnliche Situationen finden sich sehr oft ueberall in den Daten. Es handelt sich hierbei also nicht um Rosinenpickerei.

Nun aber! Jetzt hat dieser Beitrag eine adaequate Laenge. Und ihr meine lieben Leserinnen und Leser kønnt euch auf weitere Artikel in dieser Miniserie schon freuen. Denn es kommen viele gute Nachrichten, die gut gegen die allgemeine duestere Stimmung genutzt werden kønnen und die so ganz generell ein „wir kønnen das schaffen, die Technologie ist dafuer da, wir muessen nur wollen“-Bild vermitteln. Toll wa :)

Hier und hier und noch viel øfter in meinen Gedanken und Gespraechen habe ich Platon hingestellt als Verfechter von Diktaturen. Dies auch, weil ich nie seine originalen Schriften las, sondern dies alles nur mittelbar nachvollzog durch Artikel wie bspw. diesen hier.

Mir scheint, dass ich damit aber in die Falle der multiplikativen Fehlerzunahme gefallen bin, vor der ich ausdruecklich hier und hier warne.

Gleucklicherweise lese ich mich (noch immer) durch sam[]zdat und in seinem Artikel „Notes on Values“ fand ich das Folgende (welches hier vøllig aus dem Zusammenhang gerissen ist):

For a whole host of reasons scattered throughout other dialogues, it’s clear that Plato doesn’t buy this at all.

Bzw.:

Nobody reads the Timaeus anymore, which is a shame because it takes place the next day. Socrates brings up the Republic’s city, other things happen, one of those things is Atlantis, and Socrates all but outright states that the Republic’s city will fall to pieces.

Politeia (besser bekannt als das latinisierte Res Publica) und Timaeus sind verschiedene Dialoge in denen Platon Staatsformen diskutiert. So viel weisz ich … … … glaube ich zu wissen, auf Leute vertrauend die schlauer sind als ich.

Politeia ist vermutlich das bekannteste Werk Platons und wenn ueberhaupt, dann haben die Leute nur davon gehørt und gehen von dem aus, was ich hier zu korrigieren versuche.
Wie immer umfasst „die Leute“ explizit auch mich.

Mist :(

Im uebrigen kønnte es sein, dass ich meine Meinung bzgl. Nietzsche (ausgerechnet!) auch revidieren muss … aber da muss ich erstmal ueber ein bisschen mehr Informationen stolpern.