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Warum? Weil’s geht und die Konstruktion dieses Taschencomputers mit Telefonfunktion vom Design so ausgelegt ist, dass man die obigen Komponenten austauschen kann (und soll!) wenn die kaputt sind. Man muss sich also kein neues Telefon kaufen, nur weil beispielsweise der USB Anschluss etwas grackelig ist. Es ist sogar ein sueszer, kleiner Schraubendreher fuer die klitzekleinen Schraeubchen mit normalem (!) Schraeubchenkopf schon beigelegt, wenn man das Fairphone kauft :) .

Toll wa! Das spart Ressourcen und ist auch gut fuer den Geldbeutel.

Neulich las ich mich zum zweiten Mal durch Sandman. Dort gibt es einen sehr interessanten Charakter — Hob Gadling — der sich eines Tages im Jahre 1389 entscheidet nicht zu sterben. Ueber die Jahrhunderte hat er natuerlich Freunde und Familie(n) und wird bekannt mit vielen Menschen … und alle diese Menschen sterben, waehrend er zurueck bleibt.

Im vierten Band der Absolute Edition ist er in der Mitte der 90’er Jahre des 20-sten Jahrhunderts angekommen und mein Lesefluss stockte bei diesem Panel:

Entnommen aus Neil Gaimans The Absolute Sandman Volume Four, DC Comics, 2006, p. 430. Urspruenglich erschienen in Sandman #73, Vertigo, 1995-10-17, Penciler + Inker: Michael Zulli, Colorist: Daniel Vozzo + Digital Chameleon, Letterer: Todd Klein, Editor: Karen Berger

Das Bild an sich ist irrelevant, nur der Text ist wichtig. Der Hintergrund zum Text ist ein Gespraech, welches Hob (weisze Kaesten) mit seiner Freundin fuehrt. … … … Mehr muss ich eigentlich gar nicht dazu sagen, denn dieses Bild spricht fuer sich selbst … bzw. sprach es fuer sich selbst als es zum ersten Mal erschien. Heutzutage haben wir (als „westliche“ Gesellschaft) aber den Hintergrund (mehr oder weniger) vergessen.

Und auch diesmal ist dies eigentlich ein Ausdruck ganz groszen medizinischen und wissenschaftlichen Fortschritts … leider nur auf diesen Gebieten, denn das furchtbare soziale Leid, welchem HIV-infizierte in den 80’ern und 90’ern ausgesetzt waren wuerde heutzutage vermutlich genauso passieren … *seufz* … immer nur ein Schritt nach dem anderen … aber so lange es ein stetiger (wenn auch langsamer) Fort_schritt_ ist kann ich wenigstens daran glauben, dass zukuenftige Generationen es besser haben werden … und wenn weniger Menschen leiden, ist’s mir auch egal wenn vergessen wird, wie es frueher war.

Heute gleich noch ein Beitrag in dieser Miniserie und ich muss etwas weiter ausholen.

Neugierde wird als eine notwendige Bedingung fuer natuerliche Intelligenz angesehen. Das Baby lernt krabbeln, weil es neugierig auf den Ball ist, der auszer Reichweite der kleinen Aermchen liegt. Viele Leute glauben, dass ich sehr intelligent bin, nur weil ich ’n paar Sachen weisz, weil ich mein Leben lang neugierig war und das Eine und Andere gelesen habe.
Es ist aber keine hinreichende Bedingung fuer die sehr limitierte Bedeutung von „Intelligenz“ die wir Menschen haben. Viele Tiere sind definitiv neugierig, es waren aber keine Delphine, die auf dem Mond gelandet sind. Tiere sind definitiv (!) intelligent, wir Menschen haben dafuer nur noch nicht das richtige (nicht nur) theoretische Rahmenwerk gefunden um das zu beschreiben.

Noch wichtiger wenn man ueber Neugier schreibt ist das Folgende: wenn man wirklich etwas lernt (also NICHT nur auswendig lernt fuer die Pruefung), dann behaupte ich, dass dies immer aus intrinsischer Motivation heraus erfolgt. Und intrinsische Motivation hat man, weil man auf etwas neugierig ist. Oft (meistens?) ist man sich dieser Verbindung nur nicht bewusst.

Intrinsisch motiviert (und damit neugierig) zu sein ist die Grundlage all dessen wie man sich die als Welt erklaert — das persønliche Weltbild. Dieses Weltbild bestimmt (direkt und indirekt), wir wir an unser Leben heran gehen und (intellektuell, emotional und spirituell) wachsen. Wenn wir mit anderen Menschen „wechselwirken“ drueckt sich unser Weltbild in den allermeisten Faellen darin aus, wie wir auf Fragen antworten. Das ist jetzt zwar sehr spezifisch, aber im Allgemeinen will ich genau darauf hinaus! Von wirklich intelligenten Menschen wird man selten ein „das ist genau so und nicht anders“ høren. Dies liegt daran, dass diese oft so neugierig ueber etwas sind, dass sie auch Sachen lesen / anhøren / anschauen, die nicht in ihr (urspruengliches) Weltbild pass(t)en. Dadurch lernt man oft (meistens?) eine gegenteilige Meinung zu verstehen.

Ein paar Beispiele:
– Ich finde die Nazis zum kotzen und deren Meinungen sind in meinem Weltbild definitiv falsch und verabscheuungswuerdig … aber bei allem wie die westliche Welt sich vielerorts entwickelt hat, kann ich verstehen, warum Menschen sich dieser Ideologie zuwenden.
– Ich kann anerkennen, ja sogar verstehen, wenn Individuen sie tief bewegende, persønliche  Erfahrungen mit der Offenbarung einer Gøttin in Verbindung bringen. In deren Weltbild stimmt das. In meinem Weltbild hat deren Gehirn auf eine ungewøhnliche Art reagiert.
– Ein Teilchen kann nicht durch eine feste Wand gehen … im Wellenbild ist die Chance, dass es pløtzlich auf der anderen Seite der Wand erscheint grøszer als Null. Nein, das øffnet nicht die Tore fuer Geistererscheinungen.
– In den letzten Jahren bin ich sehr zurueckhaltend geworden, wenn jemand meint, dass ich etwas gesagt (oder getan) haette, von dem ich ueberzeugt bin, dass ich das nicht gesagt (oder getan) habe. Meistens denke ich, dass sich dieser oder diese Jemand falsch erinnern muss. Ich habe aber gelernt, dass es so viele Sachen gibt, bei denen ich mich nicht an die Details erinnere, dass ich einraeume, dass besagter Jemand Recht haben kønnte.

Hinter all dem stehen (oft langjaehrige!) Lernprozesse, die nicht nur direkt auf eine konkrete Sachen ausgerichtet waren, sondern auch „Wege abseits“ des direkten Zielpfades „gegangen“ sind. Letzteres trotzdem dies (in den allermeisten Faellen) nicht „belohnt“ wird, auszer, dass meine Neugier befriedigt wird … was natuerlich ein Widerspruch ist, denn dies ist natuerlich ein enorme, wenn auch „nur“ interne, Belohnung.

Und damit komme ich zu kuenstlichen „Intelligenzen“ und ich werde im Folgenden aus diesem Artikel zitieren. Der Artikel selber beschreibt eine sehr spezifische Methode Computer neugierig zu machen, aber das ist nicht von Interesse, denn es geht mir nur um’s Prinzip.
In kurz: im Allgemeinen hat die Mehrheit der Bevølkerung (wenn ueberhaupt) die Vorstellung, dass kuenstliche „Intelligenzen“ (mehr oder weniger) zielorientiert trainiert werden mit (mehr oder weniger) direkter Rueckmeldung.

Learning goal-directed behavior with sparse feedback from complex environments is a fundamental challenge for artificial intelligence. Learning in this setting requires the agent to represent knowledge at multiple levels of spatio-temporal abstractions and to explore the environment efficiently.

Weiterhin ist …

[l]earning and operating over different levels of temporal abstraction […] a key challenge in tasks involving long-range planning.

Und deswegen werden kuenstliche „Intelligenzen“ von der besagten Mehrheit der Bevølkerung nicht ernst genommen, denn dafuer braucht man interne Motivation. „Seitenwege“ muessen erkundet werden um Problemstellungen in einen grøszeren Zusammenhang zu bringen. Dies ist (per definitionem) nicht direkt zielfuehrend. Eine Rueckmeldung darob des „Erfolgs“ dieser „Erkundung“ wuerde also eher negativ ausfallen. Oder anders:

The nature and origin of ‘good’ intrinsic reward functions is an open question in reinforcement learning.

Ach so, das gilt natuerlich nicht nur fuer Maschinen, sondern auch bei Menschen ist …

[t]he nature and origin of intrinsic goals […] a thorny issue.

Im Artikel werden ein paar Dinge zitiert, wie dieses Problemen einer intrinsischen Motivation angegangen werden kann. Neben dem im Artikel detailliert besrpochenen, ganz konkreten Konzept (nicht so wichtig, siehe oben) laeuft dies im Allgemeinen auf Sachen wie …

[…] the effectiveness of artificial curiosity using information gain maximization […]

… oder …

[…] the improvements to a predictive world model made by the learning algorithm […]

hinaus.

Wieauchimmer es gemacht wird, im wesentlich faellt dies unter sogenannte Meta (oder auch Mesa) Optimierer — etwas anderes als die direkte Zielfuehrung wird optimiert. Mesa-Optimierung stellt ein ernstes Problem dar, wenn man ganz sicher gehen will, dass Skynet die Menschheit nicht ausløscht … ein _sehr_ ernstes Problem, denn Ultron wollte genau dies tun, nachdem es nur 10 Minuten im Internet verbracht hatte … okok, zugegebenermaszem ist das beim heutigen Internet eine natuerliche Reaktion.

Deswegen wie immer: nur weil Computer etwas bisher nicht konnten, heiszt das noch lange nicht, dass das fuer immer so bleiben wird. Dabei ist insbesondere zu bedenken, dass der verlinkte Artikel bereits von 2016 ist und seitdem ganz viel auf diesem Gebiet passiert ist … siehe GPT-3, oder DALL-E (dazu vielleicht lieber das hier), bei denen man nicht umhin kommt sich zu fragen, wie denn die interne Repraesentation der Welt, dieser kuenstlichen „Intelligenzen“ aussieht und wie diese das erlernt haben.

Aber genug fuer heute. Dieser Beitrag ist lang genug und ich schaffe es leider nicht, dieses Konzept und worauf ich hinaus will konkreter (und besser) zu beschreiben :(

Es wird ja gerne gesagt, dass „kuenstliche Intelligenzen“ zwar durchaus ein paar Sachen kønnen (bspw. Schach spielen), aber wenn diese etwas lernen sollen, dann muessen sie dafuer viele Daten haben.
Das ist ein Grund, warum gesagt wird, dass „Daten das Øl des 21. Jahrhunderts“ sind … dass ich das hier schreibe, bedeutet nicht, dass ich denke, dass das richtig ist. Ich wollte damit nur ausdruecken, dass (aufgrund der vorherrschenden Meinung) viele maechtige Leute viele Daten haben wollen, damit deren „kuenstlichen Intelligenzen“ und Maschinenlernalgorithmen besser werden und sie dadurch noch mehr Macht bekommen kønnen.

Andererseits hørt man dann auch immer wieder, dass jedes Kleinkind „kuenstlichen Intelligenzen“ im Allgemeinen haushoch ueberlegen ist, weil Ersteres von nur ein paar Beispielen urst krass viel lernt und Neues aus der gleichen Kategorie dann erkennt.
Das ist natuerlich ein etwas unfairer Vergleich, weil das (nicht nur das) menschliche Gehirn und die (nicht nur die) menschliche Gesellschaft darauf ausgerichtet sind, (nicht nur) neue Menschen genau darauf zu „trainieren“, denn andernfalls ist’s nicht weit her mit dem Ueberleben im Universum. Deswegen konzentriere ich mich nur auf die Behauptung, dass Computer viele Daten brauchen um das Gleiche zu erreichen.

Nun ist es aber so, dass bereits heute dem nicht so sein muss! In dem verlinkten (wenn auch in einem Tagungsband erschienenen, dennoch durchaus wissenschaftlichen) Artikel zeigen die Autoren, dass (relativ komplizierte) neuronale Netzwerke nur wenige Daten brauchen um Konzepte und Kategorien generalisieren und in unbekannten Daten wiedererkennen zu kønnen.
Selbstverstaendlich sind die Autoren sich dem bewusst, dass dies sehr spezifisch ist bzgl. der Aufgaben und (Roh)Daten und mitnichten auf alles was die Welt bietet verallgemeinert werden kann.
Ebenso behaupten die Autoren auch nicht, wo, wie und wann diese neuronalen Netzwerke was und warum gelernt haben. Selbst bei kleinen und relativ unkomplizierten Netzwerken fuer einfache Aufgaben ist das nur sehr bedingt møglich … andererseits kønnen wir diese Fragen bei Tieren und Menschen ja auch nicht beantworten.

Mir geht es nun darum, dass „Big Data“ von den verschiedensten Parteien und Interessengruppen als notwendig (und oft genug auch als hinreichend) angesehen wird um einem Computer beizubringen wie man Sachen erkennt. Der verlinkte Artikel zeigt aber, dass dem nicht so sein muss.

Auch wenn ich durchaus anerkenne, dass Computer (heutzutage) viele Daten brauchen um eine Aufgabe selbststaendig erledigen zu kønnen, so finde ich es unheimlich wichtig darauf hinzuweisen, dass das nicht in Stein gemeiszelt ist! Dies schon deswegen, damit man nicht vøllig davon ueberrascht wird, wenn die Roboter (endlich) kommen.

… ist der erste Song auf dem unterschaetzten Album Mutations von Beck. Auch wenn dies eines meiner Lieblingsalben ist, welches ich waehrend des Schreibens mal wieder høre, so soll es hier nicht um Musik gehen. Vielmehr geht es um eine Sache ueber die ich in einem (sehr technischen) Essay mit dem Titel „Brain Efficiency: Much More than You Wanted to Know“ stolperte:

[t]he human brain’s output of 10W in 0.01m^2 [sic] results in a power density of 1000 W/m2, very similar to that of the solar flux on the surface of the earth, which would result in an equilibrium temperature of ≈ 375 K or 100 [degrees]C, sufficient to boil the blood, if it wasn’t actively cooled.

Das machte mich etwas stutzig, denn offensichtlich kocht mein Blut nicht. Im Artikel wird angefuehrt, dass die Kuehlung des menschlichen Kørpers super effizient ist, weil wir auf der gesamten Hautoberflaeche schwitzen kønnen (was ziemlich selten ist im Tierreich). Allerdings ist mein Kopf nun auch nicht die ganze Zeit in Schweisz gebadet.
Innerhalb des Gueltigkeitsbereichs des Artikels tut das (und was ich im Folgenden anbringen werde) nix zur Sache. Dies deswegen, weil der Artikel im Wesentlichen nur thermodynamische Abschaetzungen macht um zu sehen, was fuer generelle physikalische Eigenschaften eine kuenstliche Intelligenz haben muss, um es mit dem menschlichen Gehirn aufzunehmen. Da reicht es, wenn die Genauigkeit innerhalb von ein paar Grøszenordnungen liegt und 100 Grad Celsius liegt in dem Zusammenhang ungefaehr in der richtigen Grøszenordnung der Kørpertemperatur.

Zum Glueck habe ich ja mein Studienziel erreicht … und kann das was mich stutzig macht mal selber nachrechnen.

Zunaechst war da die Frage wieviel Energie das Gehirn „verbraucht“. „Verbraucht“ deswegen, weil im Wesentlichen alle Energie die reingeht in Waerme umgewandelt wird und somit nicht weiter „brauchbar“ ist. Der Konsenz scheint 20 Watt zu sein und ich konnte auf die Schnelle keine modernen Quellen dazu finden. Das hier sind zwar zwei neuere Artikel, aber die zitieren Beide die selbe Quelle (ein Buch) von 1960! Der zweite Artikel sagt zwischen 17 und 20 Watt.
Scientific American macht eine Ueberschlagsrechnung und kommt auf ca. 13 Watt wenn man ruht und dieser Artikel sagt 15 Watt, gibt aber keine Quelle an (die ich schnell kontrollieren kønnte).
Ich rechne erstmal mit 20 Watt weiter, denn wenn das seit 60 Jahren nicht korrigiert wurde, dann gehe ich davon aus, dass da was dran ist.

Als naechstes stellte sich die Frage wie grosz das Gehirn ist. Nun ja, eigentlich bin ich an der Oberflaeche interessiert, dazu konnte ich aber nix finden. Deswegen modelliere ich das Gehirn als eine Kugel und rechne rueckwaerts vom Volumen, denn das Volumen ist gut bekannt.
Dieser Artikel rekonstruiert das Gehirnvolumen der Hominiden (heutzutage nicht zu verwechseln mit den Hominoidea) ueber die letzten paar Millionen Jahre. Figur #1 ist das was mich interessiert und wenn ich den Logarithmus zurueckrechne, komme ich auf ein Volumen von ca. 1450 cm3 … was ungefaehr mit Wikipedias 1400 cm3 uebereinstimmt (deren Quelle aber nicht mehr verfuegbar ist *seufz*). Ich rechne mit dem Wikipediawert weiter, weil ich den ersten Wert nur so Pi mal Daumen von der logarithmischen Skala der Abbildung abgelesen habe … ich wollte aber eine ordentliche Quelle fuer den Wert haben.

Eine Abschweifung: dieser Artikel macht auf eine bemerkenswerte Reduktion der Gehirngrøsze in den letzten dreitausend Jahren aufmerksam:

[…] human brain size reduction […], occurring in the last 3,000 years. […] We suggest […] that the recent decrease in brain size may […] result from the externalization of knowledge and advantages of group-level decision-making due in part to the advent of social systems of distributed cognition and the storage and sharing of information. Humans live in social groups in which multiple brains contribute to the emergence of collective intelligence.

Das ist erstmal sinnvoll, aber mglw. wird da „das Pferd von hinten aufgezogen“. Dafuer muss ich aber noch ein bisschen mehr ausholen.
Vor ein paar Jahren las ich mal irgendwo (die Quelle muss ich leider schuldig bleiben), dass die letzten zwei Mutation die sich im menschlichen Genom durchgesetzt haben vor ca. 20-tausend und ca. 7-tausend Jahren stattfanden … Mist … die genauen Zahlen habe ich nicht mehr im Kopf, das lag aber ungefaehr in dem Zeitraum. Die vorletzte Mutation faellt erstaunlich gut mit der neolithischen Revolution zusammen; dem Uebergang zum Ackerbau. Die letzte Mutation faellt ungefaehr in die Zeit als erste Schriftsysteme in den archaeologischen Funden auftauchen. Auszerdem setzen die Autoren der obigen Studie den Anfang des Schrumpfens der Gehirngrøsze in diese Zeit (geologisch gesehen ist das alles gleichzeitig passiert).
Ich denke nun, dass es nicht zu weit hergeholt das Folgende zu vermuten. Gedanken in Schrifzeichen zu fassen erfordert, dass das Gehirn (ganz allgemein gesagt) abstrahieren kann. Dafuer benøtigt es aber mglw. modifizierte Strukturen im Gehirn, welche nur durch eine Mutation entstanden sein kønnen. Wenn ein Individuum besser abstrahieren kann, so gibt das sicherlich genuegend Vorteile im Leben, sodass die Mutation nicht gleich wieder ausstirbt und sich sogar durchsetzen kann ueber viele Generationen. Neue Strukturen im Gehirn kønnen dann aber auch Nebeneffekte haben, die andere Prozesse effizienter machen. Deswegen brauchen diese Prozesse weniger Platz, das Gehirn braucht damit weniger Energie und das ist wiederum gut fuer das Individuum und wir sehen schrumpfende Schaedel in den archaeologischen Funden der letzten 3000 Jahre. Ein Teil der Abstraktion ist die Auslagerung und Komprimierung von Wissen a.k.a. Bildung/Schule, was ja die Autoren sagen.

Eine solche Mutation kønnte eine veraenderte Faltung der Groszhirnrinde zur Folge gehabt haben. Eine (veraenderte) Faltung erlaubt kuerzere Wege (und damit Kommunikation) zwischen den Neuronen. Soweit ich weisz, erlaubt eine Faltung ueberhaupt erst komplexe Gehirnaktivitaet, weil man dafuer viele Neuronen braucht, diese bei glatten Gehirnen aber zu lange Kommunikationswege haetten. Bei einer gefalteten Oberflaeche kann man aber „schnell und einfach“ eine (kurze) Verbindung zur anderen Seite der Faltung aufbauen.
Das passt gut ins Bild des allgemeinen Wissens, dass bestimmte Bereiche der Groszhirnrinde fuer spezifische Aufgaben verantwortlich sind. Das sind dann die Teile, die in praktischer Kommunikationsdistanz liegen.
Und worauf ich hinaus will ist, dass eine subtile Veraenderung der Faltung durch eine Mutation mglw. ziemlich grosze Unterschiede im Abstraktionsvermøgen zur Folge haben kønnte. Das kønnen wir aber nicht mehr nachverfolgen weil Gehirne verrotten und nur der leere Aufbewahrungsort des Gehirns zurueck bleibt.

Das war eine etwas ausfuehrlichere Abschweifung und hatte nur bedingt mit dem eigentlich Thema zu tun.

Bei einem Volumen meiner vereinfachten Gehirnkugel von 1400 cm3 ergibt das einen Radius von ca. 7 cm … was gut mit dem Radius meines eigenen Kopfes uebereinstimmt. Daraus folgt eine Oberflaeche A von ca. 0.06 m2 und bei einer angenommenen Leistung P von 20 Watt fuehrt dies zu einer Leistungsdichte von ca. 300 Watt pro Quadratmeter. Nun kønnen wir das Stefan-Boltzmann Gesetz

… benutzen um auszurechnen, welche Temperatur T ein schwarzer Kugelkørper haben muesste, der diese Leistung in Waerme umwandelt und diese dann abstrahlt (!).

Ich komme auf ca. 276 Kelvin … oder drei Grad Celsius … … … wait! … … … what? … … … Ich dachte ich bin viel zu warm und muss schwitzen um diese ganze Waerme besser als durch Waermestrahlung los zu werden!

Nun kønnte ich argumentieren, dass mein Gehirnkugel nicht schwarz ist, sondern aus grauen Zellen besteht … sorry, konnte nicht widerstehen. Dies wuerde zu einem (vereinfacht gesagt) konstanten Faktor kleiner als eins auf der rechten Seite der obigen Gleichung fuehren und bei gleicher Leistung eine høhere Temperatur zur Folge haben. Dies spielt ganz sicher eine Rolle, ich kann das hier aber nicht quantifizieren.
Deswegen gebe ich die folgende Argumentation: das Gehirn steht nicht frei in der Luft sondern ungefaehr ein Viertel der Oberflaeche ist durch das Gesicht versperrt. Das Gesicht (und was dahinter, aber vor dem Gehirn liegt) ist sicherlich ein guter Waermeisolator. Verringere ich nun die Oberflaeche um ein Viertel, komme ich bei gleicher Leistung auf eine Temperatur von ca. 296 Kelvin oder ca. 23 Grad Celsius. Das ist zwar noch immer nicht Kørpertemperatur, aber bei all den Vereinfachungen nahe genug dran.

Schon toll, was man alles rausfinden kann, wenn man einer Sache hinterherforscht, die einen stutzig macht … auszerdem macht das auch grosze Freude :)

Das fand ich zu witzig, als das ich das nicht hier mal reinstellen muesste:

Gefunden auf dem Bahnhof in Sundsvall.

Trondheim hat im Winter richtig schlechte Luft. Das mag man gar nicht so glauben bei der Naehe zur Natur und zum Fjord.

Andererseits finden die Leute Holzøfen voll toll. Ist doch so gemuetlich und wenn man das Holz kauft wenn’s billig ist, dann kann es sogar die Stromkosten senken. Auszerdem ist’s klimaneutral! … Stimmt ja alles, aber der Rauch von zehntausenden Privathaushalten wird ja doch in die Umwelt geblasen.

Hinzu kommt, dass die Leute hier alle Auto fahren „muessen“ … der Kindergarten liegt doch so weit weg, oder die Arbeit, oder weil man am Ende des Tages doch schnell noch einkaufen fahren muss, oder weil Schnee und Eis das Vorankommen mittels anderer Verkehrsmittel so schwer machen … oder weil man ja irgendwie das Holz fuer den Ofen transportieren muss … *mit den Augen roll* … aber OK, individuelle Gruende versteh ich schon … ehrlich … ist im gesellschaftlichen Kollektiv nur suboptimal *seufz*. Jedenfalls haben wir also noch mehr Zeug in der Luft von den Abgasen und leider leider leider sind Dieselautos hier beliebt.
Das Probelm løst sich aber nur zu ca. 1/4 durch Elektroautos, denn im Winter brauchen die Autos Stachel an den Reifen. Wirklich nuetzlich sind die in der Stadt aber nur bei der Garageneinfahrt (etwas uebertrieben gesagt) und kurz nachdem neuer Schnee gefallen ist. Die meisten Straszen sind aber meist ziemlich gut freigeraeumt. Das soll bitte nicht missverstanden werden. Schon aus Sicherheitsgruenden sind Stacheln an den Reifen wichtig! Wenn aber Stacheln an den Reifen sind, dann nutzt das die Strasze mehr ab (wenn kein Eis drauf liegt wie in der Garageneinfahrt) und dieser (Fein)Staub wird dann schøn aufgewirbelt und steht dann in der Luft, fuer die Menschen zum einatmen.

Auszerdem kann es im Winter (oder im fruehen Fruehling) relativ kalt und trocken sein. Dann ist kein Schnee(matsch) (oder Wasser) auf den Straszen, der den erwaehnten Staub bindet und die Leute heizen mit den Holzøfen, damit die Elektroheizung nicht so dolle arbeiten muss. Wobei die Trockenheit sich viel mehr bemerkbar macht als die Kaelte (auszer wenn’s richtig kalt ist). Da kann man die Luft manchmal „schneiden“ wenn die Leute alle von der Arbeit nach Hause fahren :(
Und dann weht oft auch kein Wind, der den Staub aus der Stadt tragen kønnte … *seufz* … Smogcity … *doppelseufz*

Aber vor mittlerweile ueber einer Dekade, zur Zeit meiner ersten Doktorarbeit, meinte mein „Betreuer“ (die Anfuehrungszeichen deswegen, weil da nicht viel Betreuung (ohne Anfuehrungszeichen) war), dass das frueher noch viel schlimmer war.

Gesetze zur Verbesserung der Luftqualitaet fuehrten bei Autos zum weitverbreiteten Einsatz von Katalysatoren und effektiveren Motoren … wer haette das gedacht, dass die Groszindustrie was tut, wenn man sich nicht auf „Selbstkontrolle“ verlaeszt, sondern externe Anreize (in Form von Buszgeldern) schafft.
Bei der Stadtplanung fuehrten die Gesetze zu mehr verkehrsberuhigten (und -freien) Zonen, Verboten Kohle direkt zu verfeuern und zumindest in Norwegen dem Gebot bessere Øfen (welche Holz besser, weil vollstaendiger, verbrennen) zu verbauen.

Das passierte natuerlich nicht alles auf einmal in den 80’ern. Entsprechende Gesetze gab es schon vorher, doch oft nur lokal begrenzt (bspw. in London bereits in den 50’er). Ebenso war das nach den 80’ern nicht vorbei, sondern geht im Wesentlichen auch heute noch vor sich.

An die wirklich schlechte Luft erinnere ich mich nicht. Das war vor meiner Zeit (und weil ich auf’m Dorf aufgewachsen bin). Aber die Gesellschaft hat’s leider auch vergessen, was man nicht zuletzt daran sieht, dass man bei der Feinstaubdebatte viel zu oft hørt, dass das doch alles nicht so schlimm sei … und das wurde bei den Zigaretten auch schon gesagt und wer Beispiele aus noch frueheren Zeiten møchte, dem lege ich Marx‘ Das Kapital ans Herz.

Aber eigentlich ist dieses Vergessen mal wieder ein Ausdruck fuer den groszen Fortschritt den wir diesbezueglich gemacht haben.

Trotz des Gebrauchs aehnlicher Wørter im Titel, hat dieser Beitrag nix mit dem hier zu tun.

Neulich ist mir aufgefallen, dass ich vier unterschiedliche Wørter fuer Wurst (bzw. Wuerstchen) kenne. „Wurst“ an sich aus der dtsch. Sprache, „sausage“ aus der englischen Sprache (wobei ich vermute, dass es aus dem Franzøsischen uebernommen wurde), „pølse“ aus dem Norwegischen und Daenischen und in Schweden verwirrte mich zunaechst der Gebrauch des Wortes „korv“.
Ich konnte beim besten Willen keinen gemeinsamen Wortstamm entdecken. Nicht mal zwischen der norwegisch/daenischen und der schwedischen Variante. Also setzte ich mich mal hin und schaute nach wo diese Wørter herkommen.

Zunaechst war interessant, dass alle diese Wørter aus dem Mittelalter stammen. Oder naja … das was Leute wie ich uns unter „Mittelalter“ vorstellen. Das waren schlieszlich 1000 Jahre Geschichtsschreibung, in denen sehr viel passiert ist und die in unterschiedliche Phasen (keine davon „dunkel“!) eingeteilt werden kann.
Aber ich schweife ab, denn interessant fand ich das deswegen, weil die Methode Fleisch zur Haltbarmachung zu raeuchern und in Daerme zu packen, um dieses laengere Zeit aufzubewahren, ganz sicher deutlich aelter ist als das Mittelalter. Das ist dann auch als die Hypothese fuer diesen Beitrag anzusehen: die Wørter haben was mit der Herstellung oder Lagerung von „Saecken“ mit Fleisch drin zu tun.

Ich fange mal mit der „Wurst“ an.
Der Ursprung dieses Wortes ist nicht genau bekannt, aber dessen indo-germanische Wurzel gehørt in die Wortfamilie der Aktivitaeten des Drehens, Wendens und Rollens und den Produkten solcher Aktivitaeten.
Die Wurzel „uert“ scheint eine Verbindung zum lateinischen „vertere“ oder dem sanskrit „vrt“ zu haben. Beide Wørter bedeuten Drehen/Wenden. Wenn man bedenkt, wie der Inhalt der Wurst zusammengemixt wird, sehe ich dies als ersten Hinweis an, der die Hypothese unterstuetzt.

Nun zur englischen „sausage“.
Wie vermutet gelangte es in die englische Sprache via des Franzøsischen „saussiche“. Aber der Ursprung liegt im Lateinischem „salsica“ welches wiederum von „sallere“ abstammt … und das bedeutet „salzen“.
Ein weiterer Hinweis der obige Hypothese unterstuetzt, dass die Wørter was mit der Herstellung zu tun haben.
Dies ist uebrigens der gemeinsame Ursprung aller Wurstwørter in romanischen Sprachen. Als ein weiteres Beispiel gebe ich mal das portugisische „chouriça“ an.

Nun die norwegisch/daenische „pølse“.
Wie schon bei der „Wurst“ ist der Ursprung nicht ganz klar, aber es mag verwandt sein zum niederlaendischen „peul“. Letzteres ist die Erbsenschale und es hat die gleiche Wurzel „bule“ — Beule.
Die Verbindung liegt hier also nicht beim verdrehten und gesalzenem Inhalt sondern darin wie dieser gelagert wird: in laenglichen „Saecken“, so wie Erbsen.

Und zum Abschluss die schwedische „korv“.
Wiedereinmal ist der Ursprung nicht ganz klar … das scheint ein (weiteres) gemeinsames „Thema“ zu sein. Wieauchimmer, „korv“ ist aehnlich zum islaendischen „kurfr“– (ab)geschnittenes Stueck — und dem altenglischen „cyrf“ — „to carve“, schneiden.
Der folgende Schluss ist mglw. ein bisschen weit hergeholt, aber soweit ich weisz, sind Wuerste (mehr oder weniger) kontinuierlich, oder vielmehr in ziemlich laengen Daermen, und kuerzere Stuecke werden davon abgeschnitten. Dies sehe ich somit als den vierten Hinweis, der meine Hypothese vom Anfang bzgl. der Herkunft dieser vier verschiedenen Wørter unterstuetzt.

Innerhalb dieses informellen Rahmens sind weitere Untersuchungen nicht notwendig. Ich fand es interessant, dass trotz der gleichen Sache und trotz des gleichen Kulturkreises diese vier Wørter sprachlich-technisch tatsaechlich keinen gemeinsamen Ursprung haben. Die Verbindung wird erst durch die Semantik der Wørter hergestellt — was ja meine Hypothese war.

… muessen wir uns dessen anpassen. Bzgl. dieser Anpassung hørt man bisher eigentlich nur Sachen die in den Umkreis der Barrierefreiheit fallen. Das ist natuerlich ganz wichtig, allein schon deswegen, weil der Kørper mit zunehmenden Alter weniger kann.
Bisher habe ich aber nichts bzgl. der sozialen Aspekte gehørt was ueber „alte Menschen sind oft allein“ hinaus geht. Und genau darauf will ich hinaus (das alte Menschen oft allein sind), aber unter einem anderen Blickwinkel als dem, dass das traurig ist (was es natuerlich oft ist).

Zunaechst sei das Folgende gesagt: der Umstand dass immer mehr Menschen im Alter allein sind, ist eine ganz ganz ganz grosze zivilisatorische Errungenschaft! Zum Einen bedeuet dies, dass aeltere und alte Menschen nicht mehr von ihren Kindern abhaengig sind. Das ist deswegen so gut, weil dadurch (viel) mehr Menschen mehr Freiheit haben. Zum Anderen bedeutet es auch, dass Geist und Kørper fuer die Mehrzahl der Menschen im Alter noch gut genug funktioniert, sodass man bspw. noch allein einkaufen gehen und Essen kochen kann. Letzteres ist das auch wegen des oben Gesagten møglich, eben weil mehr und mehr gesellschaftliche Institutionen (bspw. der Supermarkt, das Theater, das Fliegen etc.) barrierefrei werden.

Aber dass alte Menschen mehr und besser allein leben kønnen heiszt auch, dass man sich ueber andere Dinge als (nur) Barrerefreiheit Gedanken machen. Dieses Bild …

… drueckt das was ich sagen will meiner Meinung nach sehr gut aus. Direkte Uebersetzung: Schlag dich nieder! … tihihihi

Hierbei handelt es sich um eine Art Klappstuhl im Supermarkt. Das hat ueberhaupt nix damit zu tun, dass man den Preis besser lesen kann oder alles ebenerdig ist. Es hat aber viel damit zu tun anzuerkennen, dass aelteren Menschen, auch wenn sie autonom sind, schneller die Puste ausgehen kann. Das kommt natuerlich auch anderen Menschen zu Gute; bspw. wenn einem jungen Mann mit niedrigem Blutdruck pløtzlich schwindelig wird.

Dieser Beitrag hier soll nur einen Gedanken umreiszen der mir kam, als ich das was im Bild zu sehen ist zum ersten Mal sah. Mir fehlen die richtigen Worte um dieses Themengebiet innerhalb eines uebergeordneten Rahmens erklaeren zu kønnen. Aber ich hoffe, dass ich zumindest teilweise klarmachen konnte, worauf ich hinaus will, denn es gibt sicherlich noch viel mehr als nur dass einem die Puste ausgeht, ohne dass dies unter den Schirm der Barrierefreiheit fallen wuerde.

Das ist uebrigens auch der Grund, warum ich der Meinung bin, dass die Robotisierung nicht schnell genug voran geht. Man nehme bspw. ein Mann in seinen 70’ern an, der seine Blumen umtopfe will. Er schafft es zum Baumarkt zu gehen und Blumenerde auszusuchen. Die Saecke sind aber zu schwer um diese ueber weite Strecken zu tragen. Nun kønnte man das fuer 20 Euro extra nach Hause liefern lassen. Man kønnte aber auch ein autonomes Kleinstfahrzeug (Laenge = Breite = Høhe = 50 cm) haben mit einer Belademøglichkeit fuer mittelschweres Zeug. Dieses Fahrzeug folgt dem alten Mann nach Hause, wo er die Saecke mit Blumenerde dann nur noch abladen muss. Danach faehrt (oder geht) das Kleinstfahrzeug automatisch zurueck fuer den naechsten Auftrag.

Das soll dazu reichen, wie gesagt, ich weisz das Ganze ja selber gar nicht so richtig in Worte zu fassen.

Unter jungen Menschen wird ja gesagt, dass je aelter die Leute werden, desto konservativer werden sie … gerne mit der Konnotation, dass dies schlecht sei.

Als Grund dieser Entwicklung wird dann herangezogen, dass besagte Leute das Leben was sie sich aufgebaut haben nicht verlieren wollen … und deshalb kann man mit denen keine Revolution machen.
Das scheint erstmal so logisch, dass man da nix weiter zu sagt, wohlwissend, dass man ja irgendwann selber aelter wird.

Mich duekt, dass Danigelis N. L., Hardy M. und Cutler S. J. dem nicht zustimmen wuerden, denn in ihrer Studie „Population Aging, Intracohort Aging, and Sociopolitical Attitudes“ im American Sociological Review, 2007, 72(5), pp. 812–830 kommen sie zu einem anderen Ergebniss … *hust*.

Der Artikel ist nicht so richtig spannend zu lesen, weswegen ich den hier kurz fuer euch, meine lieben Leserinnen und Leser, zusammenfasse.

Zunaechst wird dort die Problemstellung etwas wissenschaftlicher ausgedrueckt:

(1) as people age, they hold more tenaciously to their views and are more resistant to change […] and (2) older people’s attitudes are more stable than those of younger people […].

Die Untersuchung selber basiert auf Daten zwischen den Jahren 1972 und 2004. Bei den Ergebnissen muss man unterscheiden zwischen intrinsischer und extrinsischer Aenderung der Meinung innerhalb einer Altersgruppe. Ersteres bedeutet, dass die Menschen waehrend sie aelter wurden wirklich ihre Meinung geaendert haben. Letzteres bedeutet im Wesentlichen, dass die Rassisten und Homophoben wegsterben und durch Menschen die vor 20 Jahren noch jung waren (jetzt aber alt sind), und eine andere Meinung haben, ersetzt werden.

Die Autoren benutzen Mathematik um diese zwei Effekte zu trennen und kommen zum Schluss, dass, entgegen der obigen alten Volksweisheit junger Menschen, die Leute im Allgemeinen liberaler werden mit zunehmendem Alter (mit ein paar Ausnahmen) … (cf. Bild 1 auf Seite 822).

Das ist aber NUR eine Aenderung zum Ausgangszustand und heiszt NICHT, dass, die alten Leute pløtzlich, gesehen vom Standpunkt unserer heutigen, moralisch-ethischen Rahmenbedingungen, supertolle Menschen werden. Oder anders: wenn wer in den 60-er Jahren sagte, dass er oder sie jeden Schwulen in der Nachbarschaft lynchen wuerde und heute aber meint, dass das OK ist so lange die das keinem sagen, dann ist das noch lange keine Unterstuetzung fuer die Schwulenehe! Oder noch anders:

But even when the 60+ group moves toward more tolerant attitudes, we find no case where they end the observation period by overtaking the younger age group. At best the “tolerance gap” between the older and younger groups collapses, and no significant gap remains. In other cases the gap narrows, and occasionally both age groups become more tolerant, but the “gap” between them remains roughly the same.

Juengere Menschen werden auch liberaler und darin liegt der Irrtum obiger „Volksweisheit“. Diese wird naemlich mit „modernen Augen“ gesehen … und da ist jede Veraenderung immer viel zu langsam. Deswegen ist das gut, dass wir damit mal aufgeraeumt haben.