Bevor ich mich raus ins (buchstaeblich) Unbekannte wage, wollte ich erstmal eines der interessanteren Objekte in unserem galaktischen Hinterhof besuchen: Antares.

Dieser Stern liegt zwar in der entgegengesetzten Richtung in die ich eigentlich wollte, aber Antares ist deswegen von so hohem Interesse fuer mich, weil es mit 680 Sonnendurchmessern, einer der grøszten uns bekannten Sterne ist. Und DAS wollte ich unbedingt mal sehen!

Also setzte ich Kurs auf diesen Riesen und als ich aus dem Hyperraum sprang, starrte ich hierauf:

WHOA! Suesze kleine Kassandra vor diesem sehr, sehr heiszen und groszen Stern. Ok, zugegeben, alle Sterne sind ziemlich grosz.

Wie ueblich, scannte ich schnell mal das gesamte System und entdecke in den Daten, dass es hier noch einen Stern gibt! Und dieser Stern ist DEUTLICH grøszer als das Ding vor meiner Nase?

Eine kurze Suche in den Archiven ergab, dass ich vor dem falschen Stern stehe! Antares ist ein Doppelsternsystem. Das wusste ich bisher nicht. Und aus den Archivinformationen erfahre ich, dass ich gerade mit der kleinen Schwester „rede“. Dass es die kleine Schwester ist, sehe ich an der Farbe. Nun ja, im (ungefaehr) korrekten Abstand von so ca. 190.000 Lichtsekunden wartet der eigentliche Grund meines Besuches.

Also flog ich mal in diese Richtung. Auf dem Weg wird Antares A immer grøszer und grøszer und mir daemmert so langsam, dass mein urspruenglicher Plan, mir diese grosze Dame mal aus dem Ursprungsweltorbit anzuschauen, møglicherweise nicht funktionieren wird.
Mal kurz ueberschlagen … die Ursprungswelt hat einen Durchmesser von 40.000 Kilometern … der Sol-Durchmesser entspricht ungefaehr 109 Ursprungsweltdurchmessern … eine Astronomische Einheit sind ca. 150 Millionen Kilometer … … …ACH DU SCHEISZE! Der Orbit der Ursprungswelt liegt INNHERHALB von Antares A! … Øhm … Æhm … da halte ich doch lieber ungefaehr im Abstand des Jupiterorbits an.

Und so sieht das gesuchte Ziel dann aus:

„Och ist ja nich so doll, sieht ja aus wie jeder andere doofe Stern“ kønnte ein uninteressierter Beobachter jetzt verlauten lassen. Deswegen habe ich zum Vergleich den Orbit der Ursprungswelt als blauen Kreis eingezeichnet. Und der uninteressierte Leser møge sich auch Sols Grøsze aus Jupiterentfernung in Erinnerung rufen.

Schon ziemlich fetzig dieses Universum. Deswegen fliege ich so gern drin rum :) .

Heute geht die erste groeszere Reise los und schon nach nur ein paar Spruengen, stolperte ich ueber diese zwei Schwestern:

Echt schøn anzuschauen, nicht wahr.

Aber wer genau hinschaut sieht die dritte Schwester. Die ist nur so weit weg.

Ein Scan des gesamten Systems offenbart dann, dass die Familie sogar noch grøszer ist:

WAUI! Das erste Pentasternsystem in dem ich lande. Da habe ich schon laenger drauf gehofft. Unter anderem, damit ich endlich dieses Wortspiel vom Stapel lassen konnte :P .

Ich betrachte sehe das als gutes Omen fuer die Reise.

Ich habe mir einen Taschencomputer gekauft:

Naja … eher „besorgt“ … also schon gekauft, aber wenn ich fuer ein Stueck so krass hypermoderner Technologie nur ca. 30 Euro bezahlen muss, dann passt da das Wort „besorgt“ eher. Auszerdem hab ich das nicht im Laden bekommen. Jaja, es gibt Gebrauchttaschenelektronikgeschaefte, aber da waere das mehr als 3 mal so teuer geworden. Auszerdem brauchte ich ein ganz bestimmtes Modell dieser Taschencomputervariante — das dargestellte i9300. Ich habe also ueber mehrere Wochen (mehr oder weniger zufaellig) Kollegen gefragt ob die genau dieses Modell vielleicht noch rumliegen haben. Und dann asz ich Mittag mal mit Kollegen mit denen ich nicht so oft Mittag esse und das Thema kam auf und siehe da: einer von denen hatte das und der hat mir das dann auch gegen besagten geringen Obolus vermacht :) .

Aber ich schwiffte ab.

un schon seit bald 2 Jahren habe ich mich øfter mal das Folgende gefragt: .oO(Ach … das geht doch bestimmt auch ohne den ganzen proprietaeren Kram da drauf … ich frage mich, ob ich das selber hinbekomme.)

Und siehe da: ich bekomme:

Jaja … es gibt ’ne ganze Menge weniger restriktiver Betriebssysteme fuer Taschencomputer, aber ICH wollte das so frei (wie in Redefreiheit!) wie absolut møglich haben, selbst wenn das bedeutet, dass der Funktionsumfang eingeschraenkt ist. Und da Replicant von der Free Software Foundation … .oO(ja was eigentlich … unterstuetzt wird *kopfkratz*) … unterstuetzt wird, habe ich natuerlich das genommen. Und deswegen brauchte ich auch das i9300-Modell. Denn dafuer ist Replicant getestet.

Am Ende war’s super einfach das in Gang zu bekommen; einfach nur den Instruktionen folgen und im Internet herausfinden, dass man manchmal den Taschencomputer neu starten muss, ohne dass USB-Kabel abzuziehen, damit das von gewissen Programmen automatisch erkannt wird.

Leider, leider, leider musste ich am Ende dann doch zwei nicht freie Treiber installieren, damit die beiden Kameras funktionien :( . Aber das war mir wichtig.

Ich møchte auch sagen, dass zwei Funktionen die anderen Leuten wichtig sind, auch nur mit (nachinstallierbaren) unfreien Treibern funktionieren: GPS und internes WiFi. Aber im Gegensatz zu den Kameras brauche ich Beides nicht unbedingt.

Und warum beharre ich darauf, dass es ein Taschencomputer ist?

Deswegen:

Ich habe ein Terminal :) … Nicht, dass ich das wirklich benutzen wuerde — das Eingabeinterface ist zum verrueckt werden! — aber ich habe eins.

Und mit dem Terminal kommen viele Programme die Telefone einfach mal nicht haben!

Auszerdem sehe ich, dass die Leute klassische Mobiltelefonfunktionen am allerwenigsten mit diesen Geraeten benutzen. Deswegen genauer: Taschencomputer mit Telefonfunktion.

… … …

Aber … jajaja … ich versuche mich nicht mehr als nøtig unbeliebt zu machen und werde auch øfter mal den Begriff „Smartphone“ benutzen :P .

Und ja, ich habe eine neue Nummer dafuer. Aber mein eigentliches Mobiltelefon verbleibt mein Hauptkommunikationskanal mit der Welt.

Die erste laengere Reise steht an. Und weil das was Besonderes ist, habe ich Kassandra ’n neuen Anstrich verpasst:

Und jetzt steht auch endlich ihr Name und ihre Kennung ganz ordentlich auf der Auszenhuelle.

Und deswegen nehme ich das Ganze auf mich:

Nur zu Nahe darf ich natuerlich nicht kommen. Dann werde ich naemlich an die Masse „gebunden“ und aus dem Hyperraum katapultiert. Kassandra mag das gar nicht, denn das schaedigt ihre Systeme.
Klar, das ist nicht uebermaszig viel, aber auf einer laenger dauernden Fahrt passiert sowas schonmal. Sei es weil ich verschlafe meine Geschwindigkeit rechtzeitig zu reduzieren, oder weil ich meine Trajektorie falsch einschaetze, oder weil ich zu muede bin und den falschen Knopf druecke. Und wenn wir ganz weit drauszen sind, dann ist der naechste Starport, wo sie repariert werden kønnte, sehr sehr weit weg.
Und deswegen muss ich auf meine Kassandra gut aufpassen. Denn ohne sie kann ich buchstaeblich nicht (ueber)leben.

Dort drauszen.

Zwischen den Sternen.

:)

Neulich stolperte ich ueber den Artikel „Cognitive Sophistication Does Not Attenuate the Bias Blind Spot“ von R. F. West, R. J. meserve und K. E. Stanovich im Journal of Personality and Social Psychology, volume 103, issue 3, p. 506–519.

Kognitive Gewandtheit (oft gleichgesetzt mit Intelligenz, aber andere Sachen wie bspw. Offenheit fuer neue Ideen gehøren auch dazu) wirkt sich meist positiv, zumindest nie negativ bezueglich der ueblichen Voreingenommenheiten aus. Kognitiv gewandte Menschen fallen also nicht so haeufig auf Praevalenzfaehler, Ankereffekte, Framing und dem Konjunktions Trugschluss herein. Ebenso sind solche Personen im Allgemeinen weniger anfaellig bzgl. der sogenannten Ergebnis und Bestaetigungs Voreingenommenheiten.

Nur bzgl. eines einzigen Vorurteils ist es hinderlich intelligent zu sein: wenn es darum geht den Balken im eigenen Auge wahrzunehmen. Oder konkret: je intelligenter ein Mensch ist, umso eher ist er oder sie der Meinung, dass andere zwar voreingenommen sind bzgl. einer Sache, sie oder er selber das aber nicht ist. Das ist der sogenannte „Bias Blind Spot“.

Møgliche Erklaerungen fuer dieses Phaenomen sind:

[…] naive realism and overreliance on introspective evidence of one’s own biases […].

Haeh?

Naive realism involves the belief that one perceives and responds to the world objectively. A result of this belief is that responses by others that differ from one’s own tend to be attributed to the other’s biases.

Aha!

Overreliance on introspective evidence fosters the bias blind spot because of people’s false belief that biasing processes can be detected by introspection. When introspective effort fails to detect biasing processes, one may erroneously conclude that they are free of these processes.

Zur Erklaerung inwiefern das zusammen haengt, muss ich erstmal was zu den zwei Systemen des Denkens zitieren:

Type 1 […] processing is fast and automaticheuristic processing that is not computationally demanding. Type 2 […] is slow, analytic, and computationally expensive.

Evolutionspsychologisch hat sich System 1 vermutlich eher entwickelt. Ist also tiefer in unseren Ueberlebensroutinen vernagelt. Ist ja auch logisch, wer aus dem Augenwinkel einen sich bewegenden Busch automatisch fuer einen Saebelzahntiger haelt und weglaeuft, lebt im Allgemeinen laenger, als jemand der bei einem Saebelzahntiger innehaelt mit dem Gedanken .oO(Erstmal Ruhe bewahren und Nachdenken, Panik bringt mich nicht weiter, rein statisitsch gesehen ist das bestimmt nur ’n Busch).

Oder anders:

The defining feature of Type 1 processes is their autonomy—their execution is mandatory when the triggering stimuli are encountered.

Bzw.

Type 2 processing is relatively slow and computationally expensive. One of the most critical functions of Type 2 processing is to occasionally override Type 1 processing.

Im Wesentlichen gilt also: Thinking impossible!

Und was hat das damit zu tun, dass intelligente Menschen sich fuer was Besseres halten, obwohl dem gar nicht so ist?
Nun ja, hier ist die Verbindung zur Intelligenz:

In order to override and improve upon Type 1 processing, Type 2 processing must display a host of capabilities in the domains of inhibition, decoupling, and cognitive simulation. Because Type 2 processing involves working memory and processes of inhibition and cognitive simulation, heuristics and biases tasks that implicate Type 2 processing tend to be correlated with intelligence […].

Und deswegen ist das kontraproduktiv:

[…] when a heuristics and biases task is translated into an “evolutionarily friendly” format, correlations with intelligence attenuate because Type 1 processes tend to trigger the correct response and do not need to be overridden […]. Thus, if it is assumed that naive realism and introspection are evolutionarily basic Type 1 processes not prone to be overridden, then the bias blind spot might not correlate with intelligence or thinking dispositions (both of which are individual difference properties of Type 2 reflective mind[…]).

Die Autoren der Studie fuehrten nun Experimente durch und eines der Resultate ist wie schon geschrieben …

[…]  that more cognitively sophisticated subjects had larger bias blind spots […].

Und es wird noch schlimmer, denn leider gilt auch:

[…] the analyses […] provide[s] no evidence whatsoever for the notion that people who are more aware of their own biases are better able to overcome them.

Shit!

Und warum schreibe ich diesen Artikel und dieser Kategorie. Nun ja, wir ich selber sehe ja die ganzen problematischen Dinge, also kann es nur an den Anderen liegen, dass der ganze Mist immer noch irgendwie da ist. Und zur Erinnerung deswegen auch heute wieder:

Ihr, meine lieben Leserinnen und Leser, fragt euch bestimmt, wie man eigentlich in solche, wie bspw. in meinem letzten Logbucheintrag gezeigten, Raumstationen rein kommt. Durch den sogenannten „Mailslot“:

Und JA, man muss das immer noch so machen wie damals vor 1003 Jahren. An den Gesetzen der Physik zwischen verschiedenen Bezugssytem hat sich nichts geaendert seitdem. Die Historiker waren uebrigens im Stande die damals ueblicherweise beim Andocken gespielte Musik rekonstruieren (siehe das verlinkte Video). Nach all der Zeit sind selbst die entferntesten Verwandten des urspruenglichen Kuenstlers verstorben und sie ist damit natuerlich in der „public domain„. Deswegen ist diese Musik bei jedem „Auto Docking“-Modul dabei und wird abgespielt, wenn man sich lieber gemuetlich zuruecklehnen und nicht selber landen mag.

Apropos Bezugssytem. Wenn man wieder raus will, dann dreht man sich natuerlich mit … von auszerhalb der Raumstation gesehen, von drinnen gesehen dreht sich der Rest des Universums:

Deswegen muss man sich nur auf die Høhe des Mailslot begeben und kann einfach davon fliegen. Dabei sind natuerlich die Geschwindigkeitsbegenzungen zu beachten. Sonst gibt es naemlich einen Strafzettel.

… sieht man eine noch im Bau befindliche Raumstation:

Nun ist das schon die zweite Raumstation mit ’nem „gruenen Ring“ die ich euch, meinen lieben Leserinnen und Leser, zeige.
Dabei haben die am haeufigsten anzutreffenden Sternenbasen eine vøllig unspektakulaere Form und sind eigentlich voll haesslich von auszen. Aber die Aesthetik kuemmert einen Raumpiloten weniger, wenn dringend nøtige Reparaturen anstehen, oder wenn man mal wieder Credits braucht und die Passagiere halt von dort abholen muss.

Es fuehlt sich (noch) komisch an, wenn ich mich total freue, wenn ich verstehe, warum

PORTB |= _BV(PORTB5);
PORTB &= ~_BV(PORTB5);

die LED zum blinken bringt :) … natuerlich mit ’nem Delay drin.

Nach den ganzen Rufen immerzu, dass doch alle bitte Programmieren lernen sollen, frage ich mich mittlerweile, wann die Programmierer anfangen die Schrødingergleichung des Wasserstoffatoms zu berechnen … mhmmm … viel schwerer als I0-register in ’ner MCU zu verstehen ist das auch nicht … .oO(vielleicht doch)

… will ich dir geben und deinen Nachkommen ewiglich:

So steht es in meiner Bibel, im 1. Buch Mose 13:15.

Und unter anderem wegen solch fantastischer Ausblicke mache ich dies Alles!

Wer genau hinsieht kann im Cockpit, vor dem Licht der Galaxis, meine Fuesze sehen :) .