Das Kernstueck, ja das Herz, des Triptychons, das alles zusammenhaelt und erst die Grøsze und Wichtigkeit aller drei erkennen laeszt ist Hannah Arendts, Elemente und Urspruenge totaler Herrschaft!

Soweit wie ich mich zurueck erinnern kann, dass ich (un)bewusst danach strebte, zu verstehen was es bedeutet ein Mensch zu sein, war mir bekannt, dass es dieses Buch Meisterwerk diesen Olymp des menschlichen Intellekts gibt.
Und all die Jahre fuehlte ich intuitiv, dass ich es auch mal lesen _muss_ (!), wenn ich in meinem Streben signifikant voran kommen will. Nur kam ich nie dazu es mal zu bestellen (ob in der Biblithek oder im Buchladen). Das lag natuerlich auch daran, dass ich andere „schwere Kost“ konsumierte und ganz allgemein das Leben dazwischen kam … und ich oft genug auch einfach mal nur in „leicht verdaulichen“ Welten entspannen wollte/will (vulgo: andere Buecher, Filme oder Videospiele).

Im Sommer waren wir dann aber im Sueden unterwegs und ohne dass es geplant war, kamen wir bei Fjærland vorbei, einem Buecherdorf. Ehemalige Staelle und Scheunen sind dort zu (teils riesigen) Antiquariaten umgebaut worden. Und da es ohnehin unser „Ruhetag“ war schauten wir uns das mal an.
Zu meiner Ueberraschung gab es im ersten Antiquariat das ich betrat einen Raum mit dtsch. Buechern. Nichts Spektakulaeres erwartend sah ich dort dann pløtzlich dies …

… und dachte dann: Nein! Das geht doch gar nicht! Hier? Einfach so? … Doch! Das ist tatsaechlich genau das Buch das ich schon seit so vielen Jahren lesen wollte! … Oh! Das ist ja unglaublich! Das kauf ich mir!

Man kønnte meinen, dass man gerade ueber solche Buecher nicht einfach so stolpert. Aber bei Archipel Gulag (und etlichen anderen Buechern) war’s ja auch so.

Noch am selben Tag begann ich zu lesen … und trotzdem die dort behandelten Themen sehr komplex sind, sowohl inhaltlich als auch sprachlich, war es fuer mich ganz schwer dieses Buch wieder aus der Hand zu legen!
Ueberhaupt scheint die Qualitaet des geschriebenen Wortes der Sprache ein Erkennungszeichen der wirklich wichtigen Werke der Menschheitsgeschichte zu sein (siehe auch hier). Wie schon beim Kapital musste ich viele Saetze und Abschnitte mehr als einmal lesen.
Die Informationsdichte des Textes ist extrem hoch. Das ist etwas, was ich sehr schaetze, auch wenn es bedeutet, dass ich nur langsam lesen kann. Hinzu kommt, dass viele (ich wuerde sagen, gar die allermeisten) der dort be- und angesprochenen Dinge, mir auf diese Art und unter dieser Betrachtungsweise noch nie praesentiert wurden. Zur bereits erwaehnten mentalen „Arbeit“ kam deswegen hinzu, dass mein Geist beim Lesen die ganze Zeit mit neuen Ideen konfrontiert war und versuchte diese in das bereits vorhandene Informationsnetzwerk (eigentlich so ziemlich alles, aber siehe insb. Triptychon I und II) zu integrieren.

Und genau dies fuehrte dazu, dass fuer mich das Lesen dieses Buches einer Offenbarung glich.

Ich kann gar nicht aufzaehlen, wie oft ich innehalten musste, weil mein Geist verbluefft war ueber die Klarheit, mit der diese ganz fantastische Frau (beinahe) im „vorbei gehen“ Fragen beantwortete, die mir seit mehreren Jahrzehnten auf dem Herzen lagen.
Aber der Platz zur Begruendung dieser Aussage ist nicht hier, sondern im letzten Beitrag in dieser Reihe.

Und dann sind da auch noch die langen, verwobenen Saetze. An so etwas habe ich ja immer eine grosze intellektuelle Freude (siehe auch Lem). Selbst wenn dies bedeutet, dass ich die mehrfach lesen muss, um die Information auseinander zu klamuesern

Alles in allem, wurde ich beim Lesen immer wieder „aufgehalten“. Und dennoch ist dieses Buch ein „pageturner“ … nur nicht im ueblichen Sinne, sondern eher, dass man total gespannt ist, was denn die naechste Seite an neuen Erkentnissen und geistiger Freude bringen wird.

In kurz analysiert Hannah Arendt in diesem

[…] Standardwerke der Totalitarismusforschung

…, wie es zur grøszten Katastrophe der Menschheitsgeschichte kommen konnte — der industriellen Ausrottung von Menschen, in Ost und West (!), und dies trotz aller anderen sonst die Weltgeschichte bestimmenden Strøme (vulgo: Kapitalismus) die solcherartigen Geschehnisse im Allgemeinen (nicht im Besonderen!) entgegen stehen.
Aber mehr schreibe ich dazu nicht, denn der obige Link zu Wikipedia fasst das besser zusammen, auch wenn besagte Zusammenfassung mitnichten dem Buch gerecht wird und ganz sicher kein Ersatz fuer’s selber Lesen ist.

Zum Abschluss møchte ich darauf hinweisen, dass trotz meiner obigen Schwaermereien die Themen dieses Buches (beinahe buchstaeblich) grabesschwer sind. Dies liegt nicht zuletzt an der aktuellen Relevanz. Sind doch die selben Mechanismen immer noch (und mitnichten (!) schon wieder) am Wirken. Immer wieder sasz ich beim Lasen da und kam nicht umhin die Parallelen zu heutigen Akteuren im politischen Proszess zu sehen. Dennoch liesz mich das Buch an keiner Stelle verzweifeln. Denn gleichzeitig sieht man auch, inwieweit die Zivilgesellschaft heutzutage ANDERS ist, als damals. Das bedeutet nicht, das alles knorke ist, aber mglw., dass es nicht wieder zu einer solchen Katastrophe kommen muss.

Wir sind nicht dazu verdammt, die Geschichte zu wiederholen! Das Wissen um Selbige ist dabei ausschlaggebend. Und dieses Buch ist mglw. der beste Startpunkt um sich der wichtigsten Dinge bewusst zu werden — insbesondere der uns innewohnenden Menschlichkeit und wie gewisse Akteure versuchen diese auszuløschen um uns zu Komplizen zu machen.

Deswegen: LESEN!

… und die meiste Zeit habe ich nur gelbe Orbs besucht. Aber ein nicht selbst leuchtender, nett anzuschauender Rekordhalter war auch darunter — Hypoae Aip ZL-C d13-10 A 1 a:

Der rechte der beiden Planeten im Bild ist es; die Water world mit der geringsten Gravitation von nur 0.2506646704436404 g … das ist so klein, die Bewohner dieser Welt schweben bestimmt … *tihihihi … ueber meinen eigenen lahmen Witz lachend*.

Ich befinde mich uebrigens fast an der Kante der (nahezu) sternenlosen Leere, welche ich ueberbruecken muss um vom Perseus Arm zum Outer Arm Vacuus zu kommen. Das wird spannend denn dieser spezielle Abschnitt erfordert sehr viel manuelles Kurs suchen und wird entsprechend lange dauern. Als ich es das letzte Mal versuchte (bei meiner Umrundung der Galaxis) gab ich nach 2 Tagen auf und nahm lieber den laengeren Weg auszen (oder vielmehr innen) rum in Kauf. Aber diesmal bin ich besser vorbereitet :)

Ansonsten entdeckte ich auch noch Ammoniakwelt # 130, ELW # 91, Ammoniakwelten # 131, # 132 (mit Ringen), ELW # 92 und Ammoniakwelt # 133:

So, genug mit anderen Menschen interagiert fuer ’ne Weile. Es zieht mich wieder raus in die Leere.

Bevor es los geht setzte ich mich aber nochmal in einen meiner Flitzer — Kalypso — und besuchte Tira Flirble, die Earth-like world mit der høchsten Gravitation von 2.555339847940963 g:

Ich meine natuerlich das kugelførmige Objekt und nicht den „genauso groszen“ Coriolis Starport.

Ziel meiner jetzigen Expedition ist uebrigens das Ende des Outer Arm Vacuus … da wo die die roten Punkte rechts unten auf der hier gezeigten Karte sind. Auf dem Weg dorthin werde ich (wie immer) die Rekorde die auf dem Weg liegen „abgrasen“. Und natuerlich werde ich mit Operation YELLOW ORB weitermachen.

Aber genug der Rede, nun geht’s los.

Den gibt’s naemlich in Echt:

Fotograf: Bernard Dupont, Lizenz: CC BY-SA 2.0, Quelle: Wikimedia Commons

Ich brauche (mal wieder) ein paar Materialien um mein Raumschiff weiter zu verbessern. Die Empfehlung anderer Piloten war: „Kauf das blosz nicht im Laden! Inaktive, im Weltraum treibende, verlassene Schiffe haben manchmal genau das was du suchst.“

Also schaute ich mal nach inaktiven, im Weltraum treibenden, verlassenen Schiffen. Und … naja … Truemmerfelder vergangener Kaempfe zaehlen auch dazu.

Hier suche ich zwischen den Resten eines zerschossenen Schiffes:

Und hier war der Kampf noch gar nicht so lange her:

Und das ist dann auch das gefaehrliche bei dieser Aktivitaet. Manchmal sind solche Schauplaetze die „Køder“ fuer Piraten. Deswegen mache ich mich immer schnell aus dem Staub, wenn aktive Signale auf meinem Radar auftauchen.

Ich besuchte mehrere Planeten, weil ich noch mehr Materialien fuer Verbesserungen meiner Schiffe brauchte. Auf einem dieser Planeten waren ein paar geologisch interessante Schlote in der Naehe und ich machte eine Pause mit Lagerfeuerstimmung :)

Solch unerwartete Momente, weit ab jedweder Zivilisation, sind es, weswegen ich die langen Reisen immer wieder auf mich nehme :) .

Weihnachtsbeitrag! … Und nur fuer den Fall der Faelle: Spoilerwarnung!

Game of Thrones (GoT) wird im Allgemeinen als wegweisend angesehen bzgl. der Møglichkeiten des periodischen, visuellen Erzaehlens.
Andererseits ist die Mehrzahl der Zuschauer auch der Meinung, dass die abschlieszenden Episoden eine „Shitshow“ sind:

Dem gegenueber meine ich, dass alle Episoden in allen Staffeln dem Geiste wofuer GoT _eigentlich_ (!) steht, treu bleibt und deswegen richtig gut ist. Und dies gilt insbesondere fuer die abschlieszenden Geschichten.

Bevor ich dies naeher erlaeutere zwei wichtige Anmerkungen.
Zum Einen bin ich in einer Sache mit „den Leuten“ vollkommen einig. Die vielen raffinierten Handlungsstraenge, Geschichten und Charakterentwicklungen der ersten Staffeln werden „mit Fueszen getreten“ in den letzten beiden Staffeln. Eigentlich faengt das bereits in Staffel 6 an.
Dies gilt auch fuer die „Ausfuehrung“ — Einbringung von verschiedenen Charakteren und deren Geschichten, „Geschwindigkeit“ und der „Ton“ des Erzaehlens, solch „Produktionskram“ halt.
Zum Zweiten meine ich aber auch, dass die Produktion sicherlich mit der Tatsache konfrontiert war, dass die Involvierten nach 8 Jahren einfach keine Lust mehr hatten und sich anderen Projekten widmen wollten. Das ganze Projekt musste also endlich abgeschlossen werden.
Hinzu kamen natuerlich die uebersteigerten Erwartungen der sogenannten „Fans“ und dass es kein Originalmaterial (in Form von Buechern) mehr gab.

Was ich damit sagen will: ich stimme der (objektiven) Kritik an den letzten Staffeln zu, sehe aber auch, warum es zu einem Qualitaetsverlust kam.

So, nun aber zum eigentlichen (viel interessanteren) Thema dieses Beitrags :) .

Mein Hauptargument ist das Folgende: Køniginnen und Kønige und all diese anderen Adligen haben durchaus interessantere Geschichten als ’n Bauer oder Zimmermann. Deswegen „folgen“ Geschichten der Fantasy eher Ersteren. In der Science Fiction ist dies im Allgemeinen umgekehrt (einzige Ausnahme die mir spontan einfaellt: Star Wars).
Jedenfalls sind dadurch die „Konsumenten“ viel besser bekannt mit den adligen Figuren und wuenschen deshalb, dass diesen nichts passiert. Auszer natuerlich, wenn die Figuren als Drecksaecke oder Zimtzicken beschrieben werden. Dann verdienen sie unsere Sympathie nicht und es kuemmert uns auch nicht, was Ihnen zugestoszen ist, dass sie dieses Verhalten entwickelt haben!

Wieauchimmer, die normalen Menschen verlieren in diesen Geschichten immer — ihr Leben, ihr Essen, ihre Kinder, ihren Kartoffelacker, ihr Geld, etc. pp. Und je grøszer der Erfolg und Ruhm der Adligen (bspw. auf dem Schlachtfeld), desto verheerender die Auswirkungen fuer alle Anderen.
Nur dies ist meistens NICHT Teil der erzaehlten Geschichten.

Und dann war dann kam GoT.  Und da war pløtzlich das oben Angesprochene integraler Bestandteil der Geschichten. Natuerlich nicht im „Vordergrund“ (dann wuerde sich dafuer ja niemand interessieren) aber wichtige Charaktere repraesentieren genau diesen Aspekt. Als Beispiel nenne ich Hodors Geschichte, oder die des Hound und oft die Geschichten anderer (weniger prominenter) Leute (bswp. die zwei Kinder die von Theon getøtet werden).
Und insb. der Hound spricht das natuerlich auch ganz konkret immer wieder an und gibt es als Grund warum er so ist, wie er ist.

Und meiner Meinung nach ist genau DIESER Aspekt das, was GoT _eigentlich_ erzaehlen will … aber ich greife vor.

GoT zeigt in allen Staffeln, dass die Reichen und Maechtigen ihre Macht und Reichtum nur fuer ihren persønlichen Vorteil benutzen.
Selbst Tyrion macht dies (wenn auch in deutlich geringerem Umfang verglichen mit den Anderen) ohne einen Gedanken daran zu verschwenden wo sein Reichtum _eigentlich_ herkommt. Denn dieser kommt NICHT von seinem „Haus“, oder seinem Vater, sondern von den armen Bauern welche die besagten Reichtuemer erarbeitet haben.
Ich gebe zu, dass dies fuer seinen Charakter und seine Entwicklung wichtig ist. Er sieht normale Leute wenigstens als Menschen und steht Ihnen nicht absolut gleichgueltig gegenueber. Das macht ihm im Vergleich mit den meisten anderen Protagonisten zu einem guten (im moralischen Sinne) Menschen. Aber eben nur im Vergleich und wir vergleichen hier mit machthungrigen Arschløchern.

Erst Varys macht Tyrion direkt auf die Leiden der normalen Menschen aufmerksam und dass etwas getan werden muss gegen das „Spiel der Reichen und Maechtigen“.
Dies ist dann auch eine andere (urspruengliche) Staerke von GoT. Als Charakter in einer erfundenen Geschichte ist Tyrions Wandel sehr glaubhaft. Denn auch wenn er kein kompletter Paria war, so war er doch auch nicht vollstaendig integriert in die „reiche Gesellschaft“ (ganz im Gegensatz zu seiner Schwester). Alles natuerlich aufgrund seiner Grøsze.

Neben Tyrion sind da andere, (einigermaszen) reiche und (einigermaszen) maechtige Figuren, welche versuchen normalen Menschen zu helfen. Ich denke hier bspw. an Sam und Bran … und ich schliesze hiervon mit Bestimmtheit Daenerys aus! Denn wenn man ihr Verhalten beobachtet, dann kann man ab der ersten Staffel sehen, wo das hinfuehren wird.
Andere Figuren sind „neureich“ (bspw. Bronn oder Varys) und man kann „fuehlen“ dass diese die „Altreichen“ verachten. Der Grund liegt darin, dass sie nicht vergessen haben, wo sie urspruenglich herkommen.
Bronn bspw. sagt sehr direkt, dass er nicht das „Spiel mitspielen“ will und einfach nur das gute Leben leben und genieszen will. Aber eine wirklich maechtige Person (Jamie) zwingt ihn dann doch weiter am „Game of Thrones“ teilzunehmen

Wieauchimmer, ich schwoff vom eigentlichen Thema ein bisschen ab … oder ach … vielmehr habe ich ein paar Beispiele gebracht, die mich zu dieser Meinung bzgl. GoT haben kommen lassen.
Was ich eigentlich sagen wollte ist, dass das Ende von GoT in genau die gleiche, ja gar die selbe, Richtung geht. Fuer mich (der ich fast gar keine Fantasy lese) ist es das einzige Werk im Fantasy Genre, bei dem am Ende KEINE „guetige Kønigin weise ueber alle regiert“. Mit dem Rat um Tyrion sprieszt das zarte Pflaenzchen, hin zu mehr Selbstbestimmung der normalen Leute, vorsichtig aus dem Boden.

Und DESWEGEN ist GoT bis zum Ende so richtig gut … wobei ich zugebe, dass dies eher ein Meta-argument ist.

An dieser Stelle møchte ich auch nochmal sagen, dass ich die in GoT erzaehlten Geschichten voll interessant und faszinierend fand … trotz meiner Kritik, dass wir ja nur die Geschichten der Reichen und Maechtigen sehen.

Wieauchimmer, all diese Gedanken hatte ich schon vor einiger Zeit voll entwickelt. Neulich stolperte ich aber ueber einen Essay, in dem David Brin ueber genau das Gleiche schreibt, nur im Zusammenhang mit „Herr der Ringe“ (HdR).
So wie ich GoT findet er HdR voll toll; die Buecher und die Filme. Aber er argumentiert auch, warum die Geschichte antidemokratisch und fortschrittsfeindlich ist.

Er kann seine Argumente aber viel besser darlegen als ich die Meinigen und die selbigen kønnen (fast) eins-zu-eins auf GoT uebertragen werden … natuerlich mit dem wichtigen Unterschied, dass GoT das Gegenteil von HdR macht und den guetigen Kønig NICHT an die Macht kommen laeszt.

Und DAS ist ja eine gute Nachricht (ganz richtig fuer diese Zeit), dass populaere Kunst heutzutage so viel kann … wenn sie denn nur will :) .

Zut weiteren Optimierung meiner Schiffe brauchte ich (oder vielmehr der Ingenieur) ein paar Thargoidmodule. Nun kønnte ich ein paar Thargoidsonden abschieszen. Aber das wollte ich nicht. Also fragte ich ein paar andere Piloten und nach einer Weile hørte ich von einem Planeten in dessen Orbit vor einigen Jahren ein Kampf stattfand. Entsprechend sollten sich abgestuerzte Schiffe auf der Oberflaeche finden lassen.

Also flog ich da hin und tatsaechlich, ich fand eine aussichtsreiche Stelle. Das erste Wrack war aber eins von unseren:

Das sieht aus wie mein Chicken of Doom, aber ich denke, dass es sich hierbei um die Militaerversion, den Type-10 Defender, handelt.

Ganz in der Naehe fand ich eine Thargoidsonde … oder vielleicht auch nur ein Teil eines grøszeren Schiffes, ich kenn mich da nicht so aus:

Im Hintergrund ist eine abgestuerzte Anaconda zu sehen. Deswegen hatte ich den Eindruck, dass hier ein grøszeres Thargoidschiff von (mindestens) zwei von unseren bis auf die Oberflaeche verfolgt wurde. Das hier waren also mglw. nicht nur zufaellig aus dem Orbit abgestuerzte Schiffe. Entsprechend schaute ich weiter um und tatsaechlich, ich fand ein Thargoid Mutterschiff …

… oder … nun ja … vllt. kein Mutterschiff, wie gesagt, ich kenne mich da nicht aus, aber zumindest ein dickes Aliendings.

Das ganze Gebiet verursachte mir eine Gaensehaut. Ich suchte schnell nach dem Sensormodul das der Ingenieur brauchte und war froh, als ich wieder los konnte, zurueck zur Bubble.

William Golding’s Roman „Herr der Fliegen“ ist ja sehr bekannt.
Zur Auffrischung: eine Gruppe von Jungen erleidet Schiffbruch auf einer Insel. In Abwesenheit von Autoritaetspersonen tendieren die Jungs zu ihrem „angeborenen“ Charakter. Dies hat Gewalt und Verwilderung zur Folge, bis sie gerettet werden.

Dies machte natuerlich einen starken Eindruck auf die westliche Gesellschaft, so (relativ) kurz nach dem 2. Weltkrieg und allen dort erlebten Grausamkeiten.
Entsprechend nimmt dieses Buch — oder vielmehr dessen „Botschaft“ — eine wichtige Stellung im „kollektiven Gedaechtnis“ ein und inspirierte andere Werke die auf dieser (eher negativen) Idee aufbauen.
Die Resultate des Robbers Cave Experiments taten ihr uebriges, besagte negative Vorstellung der „angeborenen“ Eigenschaften der Menschen zu verstaerken.

Soweit zum Hintergrund. Neulich las ich nun einen Artikel (durchaus lesenswert, ist auch nicht lang), welcher mich darauf aufmerksam machte, dass die Bedingungen des Buches einmal tatsaechlich vorlagen.

Auf einer Insel Pazifik — ʻAta — strandeten 1965 sechs Jungs und saszen dort fest fuer 15 Monate. Trotz des nicht Vorhandensein jeglicher Autoritaet geschah das komplette Gegenteil von dem was in „Herr der Fliegen“ beschrieben ist. Die Jungs hielten zivilisatorische Handlungen (insb. Zusammenarbeit ohne Gewalt) aufrecht.
Dies entspricht eher den „romantischen“ Beschreibungen aus „The Coral Island“ und die Ironie dabei ist, dass „Herr der Fliegen“ Letzteres zum Teil ziemlich direkt als naiv „verspottet“.

Aber ehrlich gesagt … ich finde die Resultate des „Kontrollexperiments“ in der echten Welt viel toller. Die geben mir Hoffnung fuer den weiteren Weg der Menschheit als Ganzes :) .

Bevor der Sprungantrieb erfunden wurde machten sich ein paar Menschen in sogenannten Generationenschiffen mit Unterlichtgeschwindigkeit auf den Weg zu den Sternen. „Ein paar“ gibt einen falschen Eindruck. Insgesamt starteten ueber 70-tausend Generationenschiffe! Die meisten erreichten ihr Ziel und die Menschen gruendeten Kolonien auf den Planeten die sie dort fanden. Aber etliche Generationenschiffe verschwanden ohne eine Spur zu hinterlassen.
Selbst im Jahre 3306 haben wir nicht die Mittel diese aufzuspueren, denn das Universum ist riesig und besagte Schiffe passiv. Die Strahlen also nix aus, woran man sie erkennen kønnte im Hintergrundrauschen.

Ueber die Jahre haben wir aber ein paar durch puren Zufall gefunden. Alle waren tote Huelsen frei von jeglichem menschlichem Leben. Nur die Logbuecher berichten von den Katastrophen die sich dort abgespielt haben.

Und dann tauchte pløztlich die Golconda auf! Oder vielmehr empfingen automatische Stationen einen Notruf welcher sich als ein Generationenschiff mit lebender Besatzung entpuppte! Urst krass wa!

Das war natuerlich so spannend, dass ich mir das mal aus der Naehe anschauen musste. Und hier ist sie, die Golconda:

Da wo sie sich befindet kommt nicht viel Licht hin. Damit man ueberhaupt was sieht, habe ich die Nachtsichtsensoren angeschaltet.

Die Triebwerke, …

… welche sie den langen Weg Sol hierher brachten, waren natuerlich seit langer Zeit ausgeschaltet. Die sind schon gewaltig grøszer als meine.

Dem Schutzschirm am vorderen Ende …

… sieht man die lange Reise im Normalraum zwischen den Sternen an:

Da ist zwar nicht fast nix in den gewaltigen Abgruenden zwischen den Sternen, aber in den vielen Jahren die die Golconda unterwegs war, war da eben doch ab und zu mal was. Zum Glueck haben die Ingenieure vor ueber tausend Jahren Materialien fuer einen effektiven Schutz vor (vermutlich nicht nur) Mikrometeoriten gefunden.

Auch sehr interessant ist die Tatsache, dass die Nahrungsproduktion noch intakt war:

Das trug natuerlich maszgeblich zum Ueberleben der Crew der Golconda bis zum heutigen Tage bei. Dennoch ein ingenieurstechnisches Meisterwerk unter den gegebenen Umstaenden.

Nach ueber tausend Jahren gehen nun aber, trotz Rationierung, die Materialien zur Aufrechterhaltung des Betriebs zu Ende und dies war einer der Gruende fuer den Notruf.
Der andere Grund war, dass sich ein Virus an Bord entwickelt hat und die Mediziner bekommen den nicht mit den eigenen Mitteln unter Kontrolle. Das sollte aber ueberhaupt kein Problem sein mit moderner Medizin.

Es gab an Bord natuerlich lange Diskussionen ob man Kontakt aufnehmen soll, aber die vorliegenden Tatsachen zeigen deutlich, welche Seite gewonnen hat.

Nun macht sich die galaktische Gemeinschaft daran ein neues Heim fuer die Besatzung der Golconda zu bauen. Zwei Vorschlaege liegen vor. Eine Planetenbasis oder eine eigene (kleine) Raumstation. Ich werde mich natuerlich mit Chicken of Doom an den Anstrengungen beteiligen und massenhaft Materialien liefern :) .