Damit ist die (jetzt nicht mehr ganz so neue) Universitaetsbibliothek meiner Alma Mater gemeint. Der Begriff „alma mater“ kann in meinem Fall ruhig mit der wørtlichen Bedeutung (wenn auch natuerlich im uebertragenen Sinne) gesehen werden.

Interessant ist an der Namensgebung, wie sehr wir doch (natuerlich) von den gerade herrschenden Umstaenden und Zustaenden beeinflusst werden. Einfach weil man sich nicht so richtig vorstellen kann, was denn 10 oder 15 Jahre spaeter ist. Denn der Dateiname „OvGU Bibo“ (mglw. mit Datumsangabe) ist ja eigentlich nicht nur aus heutiger Sicht sinnvoller. Aber damals, waren meine Eindruecke eben gepraegt von diesem Neubau.

BiboNeu1

Eine erfrischend andere Farbgebung.
Auch finde ich diese winzigleinen, schwarzen Mosaiksteinchen so toll. Ich versuche mir immer vorzustellen, wie da jemand sich daran machte, die einzeln anzukleben. Auch so dieser ganz fuer eine Person exklusive, aus Stein gebaute Urinalsraum. Dekadent!

Dito beim Sitzklo.

BiboNeu2

Nur leider passt die Standardform nicht so recht in diese Exklusivitaet. Chance vertan. Schade drum.

… bezahle ich gerne.

Stellt euch das mal vor. Fernsehgebuehren! Die auch als genau solche bezahlt werden und nicht etwa als Kultursteuer oder sowas. Und das obwohl wir gar kein „Fernseh schauen“.

Aber ich bezahle das gern und dies merkte ich neulich mal wieder, als ich die wunderschøne Serie „Buzz Aldrin, hvor ble det av deg i alt mylderet?“ sah. Eine Umsetzung in 4 Episoden, des gleichnamigen Romans „Buzz Aldrin wo warst du in all dem Durcheinander“.
Links setze ich an dieser Stelle mal nicht, da norwegische Seiten fuer den grøszten Teil meiner lieben Leser nicht von Nutzen sind und das Buch habe ich nicht gelesen.

Diese Serie ist eine absolute Sehempfehlung.
Warum? Weil ich der Meinung bis, dass wirklich grosze Werke mit nur einem Attribut beschrieben werden kønnen. Empirisch hat sich dies bisher auch immer bestaetigt. Und hier ist es eben das Attribut „wunderschøn“, welches diese Serie ausreichend beschreibt. Obwohl man natuerlich immer noch ins Detail gehen kønnte, warum meine Meinung denn eben diese ist.
Wieauchimmer, bei Interesse wuerde ich die DVD auch verleihen, denn die hat englische Untertitel.

Aber es geht ja eigtl. um die Fernsehgebuehren und dass ich die gerne bezahle.

Mit Buzz Aldrin bin ich zum wiederholten Male auf eine norwegische Serie gestoszen, welche aus dem ueblichen Einheitsbrei deutlich heraus ragt. Aber nicht nur im Sinne von „ja, toll gemacht“ (denn „toll gemacht“ kann auch eine Castingshow sein), sondern im Sinne von „DAS hat sich wirklich gelohnt anzuschauen“.

Da die Liste der Narrative letztlich sehr kurz ist, im Wesentlichen kann alles auf Liebe, Leiden und Wissensvermittlung herunter gebrochen werden, kann es also nicht an den erzaehlten Geschichten selber liegen. Mit der relativ groszen Anzahl an Filmen, die ich bisher gesehen habe (davon bald 700 im Kino), wage ich zu behaupten, dass ich tatsaechlich mit allen grundlegenden Erzaehlungen bekannt bin.

Also kann es nur daran liegen, _wie_ die Filme erzaehlt werden.

Dies beinhaltet bspw. wie typische Gestaltungselemente genutzt werden. Und ich meine damit in den seltensten Faellen so wichtige (aber meistens indirekte) Dinge wie Beleuchtung, Kamerfahrten etc. Vielmehr meine ich bspw. Sache wie die Nutzung/Darstellung von Stereotypen oder humoristischer Situationen etc., also Dingen, die auch dem interessierten Laien (wie ich einer bin) auffallen. Bei diesem Beispiel bleibend; ist es wieder nur der „Neger mit der komichen Aussprache“ oder „der Mafiaboss der im kleinen Auto durch die Gegend faehrt“ damit die Leute etwas zum lachen (vulgo: drueber lustig machen) haben? Oder sind es genau die gleichen Elemente, aber in einer Weise dargestellt, dass es eben nicht nur fuer „den kurzen Lacher“ ausgenutzt wird.
Es faellt mir schwer dies genau zu beschreiben, da ich ja nie irgendwie Filmkritik oder -analyse genauer studiert habe.

Was ich gerade versuche zu preisen ist also die Art der Inszenierung. Man kønnte sagen, dass es weniger infantil ist. Und dies finde ich toll, denn es zeigt nicht, dass TV nur der kurzweiligen, und in einer Woche vergessenen, „Abendunterhaltung“ dienen soll, sondern, dass die Intelligenz der Zuschauer ernst genommen wird. Auch derjenigen, die nicht studiert haben!

Und dies gefaellt mir, weil die von mir so sehr verachtete, und von der sog. „Intelligenz“ so gern benutzte, These des „Unterschichtenfernsehens“ ad absurdum gefuehrt wird!

Hinzu kommt, dass diese Serien auch auf sehr hohem „handwerklichen Niveau“ sind, aber das sind heutzutage ja sehr viele Serien, selbst einige aus Dtschl.

Apropos „handwerkliches Niveau“; wenn ich denn mal ueber eine ausgesprochen positive Kritik zu einer dtsch. Serie, oder Fernsehfilm, stolpere, dann ist es fast immer nur dies, was gepriesen wird. Es ist also eine Reduktion auf die „Grøsze“ der Serie. Und verglichen wird mit amerikanischen Serien.
Dies ist nicht falsch zu verstehen. Game of Thrones bspw. ist eine ausgsprochen gut gemachte Serie, die sich wirklich lohnt zu schauen. Wenn man sich denn dafuer interessiert. Und darin liegt der Knackpunkt. Wenn einen sowas nicht interessiert, dann ist es auch kein Verlust, wenn man das nicht gesehen hat. Klar ist das sehr spannend, aber das sind auch die dazugehørenden Buecher. Das hauptsaechliche Merkmal von Game of Thrones ist dann eben „nur“, dass es eine handwerklich aeuszerst professionelle Umsetzung ist. Und ohne den Wert schmaelern zu wollen muss ich doch sagen, dass mittlerweile viele Serien dieses Merkmal haben.

Ganz im Gegensatz dazu, einige wundervoll inszenierte Aspekte bspw. innerhalb der Battlestar Galactica Serie. Natuerlich auch zu nennen an dieser Stelle ist die Serie Firefly. Oder so ziemlich alles an und innerhalb der herausragenden Serie Breaking Bad (und natuerlich diese Serie auch als Gesamtwerk); um auch ein Nicht-Science-Fiction Werk dabei zu haben.  Ich gehe hier nicht ins Detail, weil der Artikel schon lang genug ist.

Mglw. ist das was ich meine noch mit der Art der Inszenierung oder der (mangels eines bessere Begriffes) Wirkung von Monty Python’s Flying Circus (damals, aber auch noch heute) zu vergleichen. Wobei Letzteres natuerlich teilweise fast schon bis ins Extrem reicht.

Wie oben bereits erwaehnt, reichen meine Faehigkeiten nicht aus um das was ich meine besser zu „analysieren“.

Jedenfalls, sind diese Serien, welche mittels meiner Fernsehgebuehren produziert wurden, eine wirkliche Bereicherung unserer Kultur. Und anders als damals in Dtschl., aergert es mich deswegen auch nicht, diese zu bezahlen.

Eine letzte Sache noch um Buzz Aldrin etwas mehr anzupreisen: ich hatte sogar das Gefuehl, dass mein Leben durch diese Serie bereichert wurde. Was nicht zuletzt auch daran lag, dass dieses wunderschøne Lied (hier im Original) und The Cardigans musikalisch mehrfach darin vorkommen,

Ach und etwas Allerletztes kann ich mir dann doch nicht verkneifen. Eine echt toll anzuschauende Schauspielerin (vulgo: scharfe Tante) macht da mit. Und die hat sooooo einen tollen Akzent.

Update (Artikel geschrieben am 19.03.2013, Update am 23.03.2013): Robert DeLapuente findet wie so oft die besseren Worte und scheint auch die Methoden erlernt zu haben, mit denen solche Dinge analysiert werden kønnen. Hier geht er auf ein paar (wenige) Aspekte dessen ein, was ich oben mit dem allgemeinen Herziehen ueber das dtsch. Fernsehen meinte.

Update 2 (07.05.2013): Dieser Artikel wurde geschrieben, bevor ich auf die Verbindung zur Glaubwerdigkeit von Filmen stiesz. Ich wollte den Artikel jetzt aber nicht nochmal neu schreiben.

Die Desucon ist die grøszte Cosplay-Veranstaltung in Norwegen; mglw. in ganz Skandinavien. Dabei geht es vor allem um japanische Kultur (also hauptsaechlich Manga und Anime, sicherlich nicht die japanische Arbeitskultur). Aber auch Science Fiction und Fantasy, und in diesem Zusammenhang sind auch Computerspiele thematisch erfasst.

Mehrere tausend Leute besuchen diese Veranstaltung und durch mein geheimes neues Hobby bin ich einer davon.

Da es hauptsaechlich um Kostueme geht, fange ich bei dieser neuen Mini-Serie, mit der Praesentation einiger dieser Kostueme an. Wie immer gilt, dass ich die abgebildeten Person um Erlaubnis fragte, ob ich die Fotos in diesem Weblog verøffentlichen darf.

Um meinen Lesern den Bezug zu diesem Thema zu erleichtern, starte ich mit bekannten Figuren aus Comics, Film und Computerspielen.

Captain America ist ja eine durchaus bekannte Persønlichkeit, auch auszerhalb der Comicszene. Nicht so bekannt, ist die weibliche Version:

Captain America

Sehr sehr nett anzuschauen. … … … Das Kostuem mein ich! … … … Also das Kostuem an der jungen Dame mein ich in Wirklichkeit.
Schade, dass der Fotograf zu blød war, sie vollstaendig zu fotografieren und dieses dumme Schild so prominent ist.

Claire Farro, besser bekannt als Lightning in Final Fantasy XIII, ist mein (weiblicher) Lieblingscharakter aus eben dieser Computerspielserie. Als ich das Spiel spielte, war ich sogar ein klein bisschen verschossen in diese Dame. Aber das ist ein anderes, weites Themenfeld, welches ich hier nicht erøffnen møchte – .oO(schon komplex diese Menschen).
Ligthning war auch anwesend auf der Desucon. Leider entdeckte ich sie erst, als ich selber schon nicht mehr im Kostuem war:

Ligthning

Ich war ganz hibbelig, als ich sie entdeckte und hoffe, dass sie sich nicht ueberfallen fuehlte, von meiner Anfrage, ob ich sie denn fotografieren darf.
Viele, viele Kostueme waren wirklich groszartig und wussten (mich) zu begeistern. Aufgrund meiner „Beziehung“ zu diesem ganz speziellen Charakter (der alleinig das Spiel aus der Mittelmaeszigkeit rettete), war dieses Kostuem (fuer mich) die gelungenste und tollste Ueberraschung der ganzen Veranstaltung.

Groszartig fand ich auch Chell:

Portal 2

Des Kostuemes wegen natuerlich, aber eigentlich nicht so sehr dieses Charakters an sich wegen.

Chell ist die Protagonistin aus der Portal Spieleserie. Portal 2 ist meiner Meinung nach, DAS gelungenste und beste Computerspiel, welches ich bisher spielte. Und ich habe so einige gespielt. Natuerlich ist dies ein sehr subjektiver Eindruck. Einige andere Spiele kommen nahe ran, aber schaffen es nicht, Portal 2 vom Throne zu stoszen. Vielleicht werde ich mich mal an anderer Stelle etwas mehr dazu auslassen.
Møglicherweise erkennt man ja ein bisschen bereits an dem Geschriebenen, was dieses Spiel fuer mich bedeutet. Bereits frueher, liesz ich meine Begeisterung ja ein bisschen durchscheinen.
Deswegen freute ich mich so sehr, dass einige Fans sich die Muehe machten, Aspekte dieses ganz besondere Spieles in die richtige Welt zu uebertragen.

In der naechsten Folge dieser Serie, werde ich dann deutlich kompliziertere Kostueme vorstellen.

Auch fuer diesen Beitrag, kann ich wieder nur ein einziges Toilettenbild praesentieren, obwohl eine (mehr oder wenige) øffentliche Toilette fotografiert wurde.

Bei dieser handelt es sich um das Sitzklo im Restaurant Havfruen („Meerjungfrau“, bzw. wørtlich uebersetzt eigtl. nur „Meerfrau“). Dieses soll wohl das beste Fischrestaurant der Stadt Trondheim sein. Ich kann das nicht beurteilen, da ich mich nicht so richtig auskenne mit Fisch.

Restaurant Havfruen

Aufgrund der massiven Standardisierung, gibt es, wie all zu oft, leider nichts Interessantes zur Toilette zu sagen.

Deswegen schreibe ich etwas vøllig anderes.

Wenn ich mich richtig erinnere, so gibt es in Dtschl. ein Gesetz, welches die Bereitstellung sanitaerer Einrichtung den Restaurants frei stellt, solange die Anzahl der Sitzplaetze kleiner als 20 ist.
Und da ja, anders als immer behautet, der Kapitalismus nicht dem Wohlergehen, und schon gar nicht dem Wohlbefinden, bzw. den Bedurfnissen aller Menschen dient, sondern nur der Vermehrung des Vermøgens paar ganz weniger, leicht abzaehlbarer, gar fantastisch superreicher Personen, ist dies der Grund, warum der Subway am Hasselbachplatz in Magdeburg keine Toilette hat. Dort gibt es naemlich nur 19 Sitzplaetze.

Es ist schon gut zu sehen, dass es tatsaechlich stimmt, wie dieser Kapitalismus die Kreativitaet und den Geschaeftssinn førdert, nicht wahr.

Reimt sich zwar nicht, ist dafuer aber auch gar nicht wahr.

Der Titel dieses Weblogs ist ja bekanntermaszen „Søren in Norwegen“. Da es hier ganz grundsaetzlich und immer ueber mich, meinen Kram und meine Gedanken geht, und weil ich ja in Norwegen weile, ist dies ja durchaus immer richtig.

Diesen weblog fing ich tatsaechlich an, um die in Dtschl. Hinterlassenen ueber meine Abenteuer und Entdeckungen hier im schønen Norwegen zu informieren.

Dies schlief dann etwas ein und ich versuchte wenigstens einen Beitrag pro Monat zu verøffentlichen. Was mir mitnichten immer gelang.

Dann entdeckte ich mein geheimes neues Hobby und pløtzlich explodierte die Anzahl der Beitraege førmlich.

Spaeter (vor allem in letzter Zeit) kamen Entdeckungen anderer Art hinzu; ich fing an meine sich formende Weltanschauung mit euch zu teilen. Ebenso meine und Be- und Verurteilung  des „Systems“. Verbal tat ich dies zwar schon immer, aber ich hoffe, dass die schriftliche Form eher zu Kritik, oder weiterfuehrenden Fragen der Leserschaft fuehrt.

Auszerdem machte ich den lange gehegten Gedanken war, euch meine Toilettenkunst (wieder) zu praesentieren.

*kurze Pause*

Im Laufe der Jahre stolperte ich immer mal wieder ueber weblogs mit „Untertiteln“.
Oft hatte (und habe) ich den Eindruck, dass diese eine abstruse (meist nicht vorhandene) „Intellektualitaet“ des Autors des jeweiligen weblogs darstellen sollen.
Oder irgend ein „natur-mystisch-romantischer-Seelenquark“ a la „hach was sind wir heute wieder verbunden miteinander“. Auch dabei natuerlich mit dem Unterton der (meist nicht vorhandenen) „Intellektualitaet“.

Das finde ich zutiefst laecherlich!

Darum mache ich das auch :).

Denn (meist nicht vorhandene) Intellektualitaet, die gibt es auch in diesem Weblog oft genug. Das kann man jetzt auf mindestens zwei Arten interpretieren, ich ueberlasse dies dem Leser selbst.

Der Untertitel dieses Weblogs ist ab heute: „Toiletten, Star Wars und scharfe Tanten; Dogmen und Gedanken; und ein bisschen Norwegen“

Wie man sieht, fange ich mit dem am meisten mit der Natur Verbundenem an, komme dann zu Quatsch, gehe weiter zu (meist nicht) intellektuellem Kram, nutze dann noch mehr Mystik fuer mich und verschwurble dies im gleichen Atemzuge mit pseudointellektuellem Geblubber um dann tatsaechlich noch ein Kørnchen Wahrheit reinzubringen.
Fantastisch, nicht wahr! Alles auf einmal. Und dies in so einem kurzen Satz. Ich bin schon ziemlich toll, stimmts!

Auszerdem habe ich die Leiste an der rechten Seite ein wenig angepasst. Dass das zur Zeit so komisch aussieht, aendert sich høffentlich wieder, sobald ich wordpress aktualisiert habe (bin dabei).

In den allermeisten Faellen haben Hotelzimmer oder private Haushalte kein Urinal, sondern nur eine Sitztoilette. In gar nicht so seltenen Faellen ist dies auch in Restaurants und anderen Orten zur Nahrungsaufnahme der Fall.

Wie zum Beispiel bei der Brasserie Askur in Reykjavik.

Brasserie Askur Reykjavik

Ich finde, dass diese braunen Fliesen, in Verbindung mit dem hellrosa Muelleimer, einen ganz besonderen Charme haben. Wie die sanitaeren Einrichtungen von frueher, in der 3. Klasse, als wir noch in dem Land lebten, dass es jetzt nicht mehr gibt, wenn man auf Klassenfahrt im Landschulheim war.

Da sich diese Zeitangabe „3. Klasse“, genau um den Wendezeitraum herum befindet, kønnte es sein, dass ein paar meiner Leser, entweder gerade so, derartige Klassenausfluege noch erlebt haben, oder eben gerade nicht mehr. Ist Letzteres der Fall, kønnen diese Assoziation natuerlich nicht mehr auftreten.

Zumindest sagen dies die Offiziellen.

Sehen wir das Positive: manchmal ist die Meinung der Buerger tatsaechlich noch von Belang. Hoffen wir, dass es so bleibt und der Einfluss der Buerger mglw. gar noch mehr an Bedeutung gewinnt.

Und danke fuer’s mitmachen :)

Zu dem Beitrag von neulich, in dem ich mich mal ueber die „programmierende Elite“ ausliesz, passt auch dieser kurzer Kommentar des Spiegelfechters.

Warum passt dies?

Ich bin der Meinung, dass in dem Ausdruck „wir sind Elite“ auch mitschwingt, dass andere Sachen weniger wichtig sind. Denn „Elite“ ist ja auch immer etwas erhaben ueber die alltaeglichen Nichtigkeiten, nicht wahr.

Dies gilt insbesondere, wenn sich diese „Elite“ auf ein ganz spezielles, der Allgemeinheit verschlossenes, Gebiet bezieht.

Woher ich das weisz? Nun ja, ich habe Physik studiert. Da bekommt man sowas am laufenden Bande eigetrichtert. Und wenn man mal ein bisschen die Selbsbeweihraeucherung reflektiert, dann erkennt man das auch.

Nun ist es ja aber so, dass bspw. gerade die Programmierkunst auf verschiedenste Weisen mit ganz anderen Gebieten und Interessen zusammenhaengt. Und von diesen Gebieten (wie bspw. die in dem Kommentar herangezogene Økonomie) hat die „Elite“ ja dann meist nicht den blassesten Schimmer (andernfalls waere sie naemlich tatsaechlich elitaer).

In dem Artikel ist eine Art „Umkehrung“ zu sehen. Die Elite macht sich lustig ueber die Nichtelite – dass fuer die gefaehrliche Merkel das Internet „Neuland“ ist. Das hat Elite nun mal so an sich … diese Arroganz. Anstatt vernuenftige Vorschlaege zu machen, wie man den Parlamentariern diese wichtige Welt mal naeher bringt, lacht die „Elite“ sich lieber drueber kaputt, wie man denn „SOWAS“ nicht wissen kann.

Dieses Verhalten ist zutiefst laecherlich. Auszerdem ist es gefaehrlich. Denn ueblicherweise fuehrt es dazu, dass die „andere Elite“ (in dem Fall die der Politik bzw. Økonomie) sich abschottet. Aus der gleichen Arroganz heraus, denn eine „Elite“ kann nunmal nicht zugeben, dass es wichtige Sachen gibt, von denen sie keine Ahnung hat. Denn dann waere es ja keine „Elite“ mehr.
Zirkelschluss, verdammter Mist. Und deswegen aendert sich nichts in dieser Welt, bevor die „alte Garde“ ausgestorben ist.

Deswegen gilt insbesondere fuer die Studierten in dieser Welt: ausbrechen aus diesem ganz speziellen Elitemist!
Oder wie ich es neulich schrieb:

wieder ein Buerger unter Buergern sein

Ist euch eigentlich mal aufgefallen, dass Rebellenpiloten, wenn sie denn vom Imperium abgeschossen werden, irgendwie immer schreien? Die TIE-Piloten des Imperiums bleiben selbst dann ruhig.

Dieses Kostuem hat zwei grosze Vorteile.

1.: Vom Kopf mal abgesehen, ist man relativ beweglich.

2.: Wieder vom Helm abgesehen, kann das Kostuem als Basis fuer zwei weitere Kostueme genommen werden. Man erhaelt also quasi drei zum Preis von einem.

Und so sieht so ein TIE-Fliegerass aus:

TIE Pilot

Restriktion bedeutet Begrenzung, Beschraenkung, Einschraenkung.

In diesem digitalem Zeitalter wuenschen die Plattenfirmen und Hollywood (aber auch andere), unsere Rechte an von uns erworbenen Guetern einzuschraenken.

Das wird dann als Digital Rights Managment – DRM – verkauft.
In dieser ganzen Debatte werden oft die Rechte der Kuenstler heran gefuehrt. Warum dies aber eine scheinheilige Diskussion ist, und dass es dabei eigentlich nur darum geht, dass besagte Firmen weiterhin Geld scheffeln kønnen, soll an dieser Stelle nicht weiter ausgefuehrt werden.

Ich bin einig mit dem, was die Free Software Foundation dazu sagt; dass DRM – digitales Restriktions Managment – eine Technologie ist, die mir die Kontrolle ueber meine Dateien und meine (Abspiel)Geraete nimmt. „Meine“ deswegen, weil ich das ja schlieszlich bezahlt habe.
Deswegen gefaehrdet DRM meine ganz persønliche Freiheit.
In dem Umfange, in dem die Einfuehrung und Ausbreitung von DRM diskutiert wird, bedroht es auch die Freiheit aller und øffnet Zensur Tuer und Tor. Dies deswegen, weil es die unendlichen Møglichkeiten der neuen Technologien eben einschraenkt und unter die Kontrolle von nur ein paar wenigen bringen wuerde.

Dass dies eine ganz konkrete Gefahr ist, zeigt ein Vorfall aus dem Jahre 2009. Amazon løschte damals Kopien von elektronischen Buechern einfach von den Lesegeraeten der Kunden. Und es geht nicht darum, dass sie die Kunden darueber nicht informiert haben, sondern, dass dies ueberhaupt møglich ist.
Nicht nur die FSF denkt bei solchen Vorfaellen (denn dies war bei Weitem nicht der Einzge) auch an møgliche (elektronische) Buecherverbrennungen in der Zukunft.
Und dies ist alles nur møgliche, durch Digitales Restriktions Managment.

Die Auswirkungen von DRM sind viel weitreichender und aktueller, als dieses eine Beispiel aufzeigen kønnte.

Ich bin gegen DRM und møchte an dieser Stelle DefectiveByDesign.org zitieren (auch um die Einfuehrung in dieses Thema etwas abzukuerzen):

If we want to avoid a future in which all information is controlled by just a few companies and our devices serve as an apparatus to monitor and control our interaction with media, we must fight for the alternative.

Wer mehr wissen møchte, oder warum die drastischen Formulierungen der Wahrheit entsprechen, dem empfehle ich, die guten Zusammenfassungen auf der verlinkten Webseite zu lesen.
Es lohnt sich, denn es geht um eure Freiheit.

Die Frage ist nun, was man dagegen tun kann. Da gibt es vielerlei Dinge. Leider setzen aber wieder viele dieser Alternativen ein technisches Verstaendnis voraus, oder sind „unbequem“. Bspw. die Anbieter von elektronischen Buechern oder Musikdateien die DRM benutzen, nicht zu unterstuetzen.
Das geht aber nur bis zu einem gewissen Punkt, denn niemand mag bspw. auf seine Lieblingsmusik verzichten. Illegal Dinge im Internet herunter zu laden, ist auch keine wirklich brauchbare Alternative.
All dies muss letztlich jede und jeder selbst entscheiden; wie weit man bereit ist, fuer seine Freiheit einzustehen.

Andererseits sollten Aktivisten (so wie ich vllt. ein bisschen einer bin) nicht vergessen, dass man nicht automatisch fuer DRM ist, nur weil man die CD seiner Lieblingsband kauft, die mit DRM verkrueppelt wurde.

Eines gibt es aber, was jeder machen kann, der sich fuer seine digitalen Freiheiten interessiert: versuchen die Verbreitung von Digitalem Restriktions Managment zu verhindern.

An dieser Stelle muss ich ein bisschen ausholen.

Bei wikipedia kann man das Folgende lesen:

Das World Wide Web Consortium (kurz W3C) ist das Gremium zur Standardisierung der World Wide Web betreffenden Techniken.

Es gibt also eine Organisation, die dafuer zustaendig ist, dass mit eurem Kommunikations-, Arbeits- und Unterhaltungswerkzeug Nr. 1 – dem WWW – alles in Ordnung ist. Dass alles funktioniert und „gut flutscht“, wie es so schøn heiszt.

Ebenso steht bei wikipedia, dass die Grundlage des World Wide Web HTML-Dokumente sind.

[…] [HTML] ist eine textbasierte Auszeichnungssprache zur Strukturierung von Inhalten wie Texten, Bildern und Hyperlinks in Dokumenten […] [und wird] von einem Webbrowser dargestellt.

Von der „Grundlage des WWW“ zu sprechen ist also mitnichten uebertrieben.

Diese „Internetsprache“ unterliegt natuerlich Weiterentwicklungen. Aber damit da nicht jede oder jeder macht, was sie oder er will, wacht da das W3C drueber.

Was hat das alles mit digitalem Restriktions Managment zu tun? Wozu wurde also dieser lange und komplizierte Beitrag geschrieben?

Nun ja, die ueblichen Verdaechtigen – Hollywood, Google, Microsoft etc. – versuchen ihren Einfluss beim W3C zu nutzen, um DRM in die grundlegende Struktur des WWW „einzuweben“.

Dagegen gibt es eine Aktion, die dem W3C klar machen soll, dass wir das Hollyweb nicht wollen.

Wenn euch nicht egal ist, dass einige Wenige euch die Rechte an eurem Eigentum nehmen, so møchte ich euch bitten, diese Aktion zu unterstuetzen. Dies ist ganz einfach mit eurer „Unterschrift unter einer Petition“ getan.

Diese Aktion wird geleitet von Menschen, denen dieses Thema wirklich am Herzen liegt und die sich mit solchem positivem Lobbyismus (fuer unsere Rechte) auskennen. Eben von DefectiveByDesign.org. Somit also durch die Free Software Foundation, die seit nun bald 30 Jahren fuer unsere Rechte kaempft und die schon so machen Kampf (nicht nur vor den Gerichten) gewonnen hat.

Diese eure Unterschrift, meine lieben Leser, waere also mitnichten aussichstslos.