Das „Pair’n’Dice“ ist ein laengliches Restaurant, mit „amerikanischem Flair“. Weder die Burger noch die Pommes sind dort besonders gut. OK, aber nicht begeisterungswuerdig.

Die Toiletten hingegen sind eine wahre Pracht. Aber ohne weitere viele Worte, urteilt selbst:

Pair'n'Dice

JAAAAAA! Das sind wirklich die Urinale! Toll wa! Sooooooooooooo geil!

Und auch die Sitztoilette ist fantastisch:

Pair'n'Dice 2

So einfach kann es sein, ein Klo zu gestalten und aus dem Einheitsbrei heraus zu heben. Einfach eine haessliche Tapete an die Wand, die Gegenstaende der letzten Entruempelungsaktion dort aufstellen und gut ist’s.

Normalerweise versuche ich mich zurueck zu halten. Mit der Keule zu schwingen bringt ja sowieso alles nichts.

Neulich aber hørte ich, und dies leider nicht zum ersten Mal, das Folgende (verallgemeinert) und das laeszt mich innerlich immer etwas in einen Zustand der Verzweiflung fallen:

Ich habe nicht die Zeit/Musze/Energie/Interesse/Intelligenz/Eier in der Hose etc. mich mit dem Konflikt in der Ukraine/in Palaestina/der Eurokrise/Fragen zur Gleichberechtigung/dem Ueberwachungsstaat/Bildung in øffentlichen Schulen etc. zu beschaeftigen.

Was soll ich eigentlich gegen sowas sagen?

Das was ich immer sage: betrifft mich nicht direkt, deswegen interessierts mich ’n Scheiszdreck was die Gruende dafuer sind, warum andere Leute leiden oder verrecken.

Oder wie waere es hiermit: Tralala, mir gehts so gut, und auszerdem kauf ich ja schon Bioobst.

Oder hiermit: Geh weg!

Also sag ich lieber nix …

Nun befuerchte ich aber, dass Krieg kommen wird in Europa.

 

<Pause zum mal drueber Nachdenken ueber diesen letzten Satz.>

 

Timothy Snyder schreibt in seinem Artikel „Ukraine: The Haze of Propaganda“ etwas, was mich dann dazu brachte, doch mit der „Moral- und Anschuldigungskeule“ zu kommen (weil ich mir nicht anders zu helfen weisz):

Insofar as we wish for peace and democracy, we are going to have to begin by getting the story right.

WIE ZUM VERFLUCHTEN TEUFEL NOCHMAL SOLLEN WIR ABER DIESE DRECKSVERFLUCHTE „STORY“ RICHTIG HINBEKOMMEN, WENN ES UNS EINEN SCHEISZDRECK INTERESSIERT UND UNS DIE 10 MINUTEN AUF DEM KLO VERSCHWENDET VORKOMMEN WENN MAL EIN  ARTIKEL HIER UND EIN ARTIKEL DA ZU GEWISSEN THEMEN GELESEN WERDEN WUERDE!

So wichtig ich das auch (ehrlich) mit Freifunk, guten Unterrichtsunterlagen, „good feel“-Stimmung, Sport, die naechste Trophy im Spiel, das Feierabendbier, die naechste Comicverfilmung etc. pp. auch finde … irgendwie komme ich von dem eben geaeuszerten Gedanken trotzdem nicht los.

 

Die Themenvielfalt ist beliebig grosz, bleiben wir aber bei meiner zur Zeit grøszten, ganz realen Sorge, der weiteren Eskalation der Krise in der Ukraine.

Wir konsumieren ja alle meist nur unsere Lieblingsquellen. Das ist ja schon mehr als genug zu lesen und auch hiervon nehme ich mich nicht aus. Und gerade in meinem sozialen Umfeld, gibt es gewisse, schøne „Feindbilder“. Die ueblichen Verdaechtigen halt: die Bundesregierung, die EU, die Geheimdienste, die Pruegelpolizisten, die Kapitalisten usw. usf. Und die sind ja auch berechtigterweise die „ueblichen Feindbilder“.

Dies fuehrte aber leider dazu, dass das folgende Zitat auf mich gut passt(e):

Plenty of people in the West now spread Russian propaganda, sometimes for money, sometimes from ignorance […]

So geschrieben im Artikel „Crimea: Putin vs. Reality„.

(NB: Meine Leserinnen und Leser møgen sich mal das Erscheinungsdatum der Artikel zu gemuete fuehren … ich haenge so verdammt weit mit dem Lesen hinterher.)

Und auch dies passt auf mich:

If people […] have their discussions framed for them […],then they will not notice the history unfolding around them (a revolution just happened in Europe!) or sense the urgency of formulating policy in a desperate situation (a European country has just invaded another!).

Stimmt, SO kann man die Ereignisse auch sehen.

Aber Haeh? Revolution? Waren das nicht Nazis, die die Macht uebernommen haben in der Ukraine? Siehe dazu der erste Artikel in dieser dreiteiligen Serie: „Fascism, Russia, and Ukraine„.

Leider hat Propaganda noch eine andere, wichtigere Funktion, als nur die Vorurteile von uns reichen Saecken im Westen zu bestaetigen:

[…] a crucial part of […] [propaganda is] to create a different reality.

Schwer zu verstehen, nicht wahr? Gegenmittel: die verlinkten Artikel lesen um das einordnen zu kønnen, denn:

When we refute propaganda with facts and arguments, […] we are inhabiting a certain mental world; we accept the constraints of observation and reason at the outset and seek to change our situation on the basis of what we think we can see and understand.

Dafuer muessen wir uns aber selbst informieren. Also das was fefe sagt. Nur wer liest sich schon alle Links durch, die er so postet oder geht dann gar noch weiter? Ich jedenfalls eher selten. Wobei die hier verlinkten Artikel auch nicht von ihm sind, denn die wuerden ja nicht in sein „Konzept“ passen.

Oder in Kurz: Mglw. ist es ja doch besser, dass die EU (und mglw. auch Dtschl.) sich so verhaelt, wie sie es tut. Natuerlich ist nicht alles super, aber die Alternativen mit einem sich ausweitenden Club der Diktaturen, waeren langristig mglw. deutlich schlimmer. … … … HAEH? was’n das schon wieder? … … … *hust* Links *hust* lesen.

Propaganda hier, Propaganda da. Die eine schmeckt besser als die andere. Aber was _wissen_ wir eigtl. schon wirklich ueber die Anfaenge und Gruende dieses Konflikts?

 

Zurueck zum eigentlichen Aufhaenger:.

Muessen wir allumfassend informiert sein?
NEIN! Geht ja gar nicht! Da geht man ja kaputt! Ich zumindest muss auch mal auf zeitfressende Trophaeenjagd mit meiner Playstation gehen. Oder klettern, oder ein Dokument „sinnlos“ schøn machen (sieht doch eh keiner!), weil ich Freude daran habe mit LaTeX zu arbeiten. Oder ein Sandtrooperkostuem bauen etc. pp.  Andere Leute haben andere Leidenschaften.

Sollten wir versuchen uns, mit den gegebenen Møglichkeiten (Lesefaehigkeit + Internet + begrenzte Zeit), so weit wie møglich ueber wichtige Sachen zu informieren?
Selbstverstaendlich! Denn ansonsten ist es bald vorbei mit der Demokratie.

Muss man jeden Artikel zu einem Thema lesen, dem man habhaft werden kann?
Ich denke nicht, dass man das machen sollte. Weltgeschichte passiert auf taeglicher Basis gesehen dann doch recht langsam. Da liest man immerzu nur das Gleiche nach einer Weile.
Aber ein Artikel ueber Thema X auf dem Klo und ein Artikel ueber Thema 54 die letzten 10 Minuten vor dem zu Bett gehen, das schadet sicher nix.

Und was ist ueberhaupt wichtig?
Tja, da bin ich ueberfragt.

 

So … genug geschimpft … ich versuche es in Zukunft nicht so direkt mit dem ganzen Zaun winkend zu wiederholen.

Sollte Interesse daran geaeuszert werden, koennte ich hier die neue Kategorie  „Mal ’n Artikel hier und mal ’n Artikel da“ einfuehren. Oder an den Anfang jedes meiner Artikel einen Link zu einem (meist vøllig) anderem Thema stellen. Dies dann ohne weitergehende Kommentare und natuerlich erst nachdem ich besagte Texte selber gelesen habe.
Bisher habe ich das vermieden und nur ca. jeden 10. oder gar nur jeden 20. von mir gelesenen Text etwas ausfuehrlicher vorgestellt. Damit ich meinen eigenen Senf dazu geben kann. In der Hoffnung, dass die Chance dann etwas grøszer ist, dass das Verlinkte auch wer liest. Aber das ist ja mglw. schon Zensur, damit mein eigenens Weltbild immer schøn passt.
Auszerdem gebe ich ja auch nur weiter, was ich woanders aufschnappe.
Ach verdammt … Metafragen … Ich werde an dieser Stelle lieber stoppen und diesen Beitrag als fuer beendet ansehen.

Fahrradparken im Gang ist nicht erlaubt:

Syklister 2

Aber wir wissen ja, dass Verkehrsregeln nicht fuer Fahrradfahrer gelten. Weswegen sollten denn dann andere Regeln gueltig sein:

Syklister 1

Das ist vermutlich in Dtschl. nicht anders, nehme ich an.

Mglw. wuerde so etwas besser funktionieren, wenn man begruendet warum. Bspw. damit die Fluchtwege im Falle eines Brandes nicht blockiert sind.

Das Land aus dem diese Firma kommt soll doch sooooooo toll sein und alle wollen da hin … soso

hm8

Aber um auf den Titel dieses Artikels zurueck zu kommen:

23017 wird (mal wieder) geknutscht

Nicht nur Damen møgen’s mir nahe zu kommen. Naechstes Mal nehm ich’s wieder mit zum Hacken.

Es gibt Studien, da machen die Autoren was um dann festzustellen, dass es das schon gibt. Also wird kurz „was Neues“ dazu geschrieben damit man das verøffentlichen kann.

Ein urst langweiliger Artikel mit dem Titel „About “Nerds” and “Geeks” as an Identified Subculture“ arbeitet sich am Thema Mobbing ab und nimmt „als Neues“ eben „Geeks“ und „Nerds“ dazu.

Ich sehe mich selbst als Geek. Denke aber, dass ich freuher eher ein Nerd war.
Zunaechst ein Bild, ueber was ich hier eingentlich schreibe.

Geek-vs-Nerd

Dazu die Studie:

Nerds are primarily perceived as “academics” […] supremely good at schoolwork, good at everything except physical education.

Das stimmt bei mir nicht so, ich war nicht gut in allem. Denke aber mittlerweile, dass ich mich unbewusst „duemmer gemacht“ habe als nøtig. Dies in dem vermutlich unbewussten Versuch, igrendwie dadurch doch ein bisschen „dazu zu gehøren“.

However, nerds are often alone […]

Das habe ich SO nicht empfunden damals, stimmt aber vermutlich.

There is often only one nerd in a class, and often he or she has no complete membership in a friendship group.

Absolut.

[…] the favorite room, the school library. […]

Tihi … ich mag Bibliotheken schon sehr :)

Weiter geht es dann mit etwas, was mich bis heute charakterisiert.

What makes people insiders in high school is their ability to intuitively figure out how the hierarchies work. Some nerds can’t follow the hierarchies, don’t know how, and sometimes don’t even perceive them. Other nerds are unwilling to follow them.

Frueher habe ich die Hierarchien so wirklich nicht bemerkt. Mittlerweile folge ich dem mit Absicht nicht (so weit møglich).

Dann zu Geeks:

Wikipedia stresses that “the traditional accepted definition of the term distinctly refers to persons who are noticeably above average intelligence, usually more adept in technically demanding fields, and socially awkward or alienated to some degree.”

Das konnte ich zwar so nicht bei Tante Wikipedia finden, aber ich hatte keine Lust mir die komplette Versionsgeschichte des Artikels zu Gemuete zu fuehren. Deswegen glaube ich das jetzt mal.
Passt ja irgendwie schon, auch wenn das jetzt nicht viel anders als bei Nerds ist. Deswegen geht es weiter mit …

[…] A person who has chosen concentration rather than conformity; one who passionately pursues skill (especially technical skill and imagination, not mainstream social acceptance.

*Hust* … stimmt schon

A person with a devotion to something in a way that places him or her outside the mainstream. This could be due to the intensity, depth, or subject of their interest.

*Hust*

Weiter dann:

The geek never makes a spectacle of himself […]

HAHA … DAS passt ja nun gar nicht … aber hey … man kann ja nicht alles haben.

In dem Abschnitt stehen in der Studie dann noch mehr Sachen, die so irgendwie eher nicht auf mich passen, zumindest nicht zu Schulzeiten.

Andererseits dann darunter, die Beschreibung:

The author Julie Smith in her 1995 novel New Orleans Beat provides the following perspective:

„He was the very personification of a ‚geek‘, a bright young man turned inward, poorly socialized, who felt so little kinship with his own planet that he routinely traveled to the ones invented by his favorite authors, who thought of that secret, dreamy place his computer took him to as cyberspace — somewhere exciting, a place more real than his own life, a land he could conquer, not a drab teenager’s room in his parents‘ house.“

Das hatte ich schonmal bei einem Beitrag zur Desucon und das stimmt durchaus.

Denn:

Subculture members often seek fantasy in their video, board and roleplaying games, comic books, and TV and films; they draw on these sources in embracing specific fantasy characters (e.g., superheroes, sci fi personae).

Wieauchimmer, mglw. bin/ war ich Beides. Eher nerdy-Tendenzen zu Schulzeiten, mittlerweile dann eher „geeky“,

Dies alles ist ja durchaus wichtig, aufgrund der Definition des Selbst und das ist EIN Teil meines Selbst.

Interesant auch:

Both males and females in these subgroups generally are seen as not attractive to the opposite sex; however, there are suggestions that this changes for some in college.

Auch dies stimmt durchaus … Beides ;)

Und falls ihr es sehen duerft, møchte ich euch, meine liebe Leserschaft, auf diesen epischen Rap Battle hinweisen. … Witzig!

After all … die Unterschieden sind mglw. doch nicht so grosz.

Olavs Pub ist hier gleich neben dem Nova Kino. Und das Nova Kino kenne ich ganz gut. An manchen Tagen im Jahr verbringe ich da mehr Zeit als zu Hause.

Ich muss aber sagen, dass ich dort noch nie speiste oder trank. Zumindest kann ich mich nicht erinnern. Also im Pub, nicht im Kino. Also da ja sowieso nicht. Ist ja ein Kino und kein Platz zum lustigen Beisammensein! Wo kaemen wir denn da hin!

Ganz toll, wie mir das Stehklo begegnete:

Olav's Pub

Mal von den schønen Fliesen abgesehen, scheint dort wer kurz vorher ein bisschen zu feste gefeiert zu haben. Aber naja, Scherben bringen Glueck. Und zum Polterabend haben wir frueher auch Waschbecken geschleppt.

Zunaechst interessant ist diese „Black Box“, die offensichtlich Chemikalien ins Wasser leitet. Aber ich mag den sprøden Charme von Urinsteinen lieber.

Das Sitzklo wurde aufgehuebscht von Gaesten:

Olav's Pub 2

So muss das sein! Pappt die Aufkleber dahin wo Platz ist, bekritzelt die Waende und hinterlasst das Klo so, wie ihr es selber gerne vorfinden wuerdet.

WATT? WIE? Ich putz hier doch nicht! … *lacht*

Nachdem das Religionsbedürfnis aber anthropologisch ein solides Fundament aufzuweisen scheint, ist ein Ende dieser Emanationen geistiger Schlichtheit leider nicht absehbar.
(von hier)

Die Kunst zu beleidigen, ohne dass es sofort so aufgefasst wird … tihihi.

Den Heisenberg hatten wir ja neulich schon. Da bietet es sich natuerlich an zu zeigen, dass seine Wirkstaette auch auf meinem Arbeitsweg liegt:

Methlab

Tihihi

Und nein! Keine Links fuer die Banausen an dieser Stelle. Immer nur Løten … da wird man doch bekloppt!

Es wird so oft in einigen Teilen „meiner Kreise“, immer auch etwas abschaetzig, rueckstaendig und unmodern meinend, als „totes Holz“ bezeichnet. Sei’s drum.

Das Buch ist aber nicht nur Lesestoff oder Informationsquelle. Durch das Umblättern der Seiten, den teilweise muffigen Geruch alter Bücher, das Wissen darum, wie viele Jahre so ein Werk bereits überdauert hat, wird das Lesen zu einem Erlebnis für alle Sinne.

Eine kleine Insel im Fjord. Wobei die waehrend der Eiszeit sicherlich unter Wasser lag und damit (noch) keine Insel war. Also unter festem Wasser natuerlich. Sehr viel festem Wasser. So ca. 1000-1500 Meter unter Wasser lag die Insel (siehe hier oder hier).

Aber das meinte ich nicht. Ich meinte, wenn all das feste Wasser damals nicht auf Norwegen gelegen und dieses wunderschøne Land heruntergedrueckt haette, dann waere die Oberflaeche von Munkholmen unter Wasser gewesen.

Anderseits, wenn all das feste Wasster einfach nur nicht da gewesen waere, also auch nicht im fluessigen Zustand, dann waere der Meeresspiegel natuerlich viel niedriger und ich wuesste nicht, ob meine obige Aussage noch gelten wuerde.
Aber wenn wir mal annehmen, dass eine wieauchimmer geartete Entitaet in der Lage gewesen waere innerhalb kurzer Zeit, sagen wir mal 100 Jahre, aber 1 Tag fetzt natuerlich mehr, genuegend Energie zuzufuehren kønnte, um all das feste Wasser zu schmelzen, dann … … … uiuiui … ueberschlagen wir das mal kurz …Erstmal ein paar vereinfachende Annahmen.

Die Dicke des festen Wassers wird als homogen angenommen und die Zahl setze ich auf den Wert auf Trondheimhøhe – 1500 Meter. Was im Uebrigen relativ genau der Haelfte der maximalen Dicke des damals real existierenden festen Wassers entspricht.
Das geht, wenn man ein lineares Dickenprofil des festen Wasser annimmt. Also duenn im Sueden und dick im Norden. Das ist natuerlich ad hoc um’s mir hier einfacher zu machen. Rein intuitiv kønnte ich mir denken, dass das richtige Profil sowohl eher eine logarithmische als auch eine exponentielle „Form“ gehabt haben kønnte. Aber ich kønnte nicht schluessig begruenden warum. Und „nur so ein Gefuehl“ hørt sich fuer mich schlimmer an als „ad hoc“.

Die vom festen Wasser bedeckte Landflaeche ist recht genau bekannt – 32 Prozent.

Bei einem Erdradius von ca. 6400 km, wobei 71 % von fluessigem Wasser bedeckt sind, macht das ca. 7500 von festem Wasser bedeckte Quadratkilometer.

Meerfestwasser muessen wir nicht beruecksichtigen, da es ja nicht wirklich beitraegt zur Erhøhung des Meeresspiegels.

Trotz der massiven Ausdehnung des festen Wassers, muss ich die (ungefaehre) Kugelform der Erde hier nicht in Betracht ziehen, weil ja sowohl die Unter- als auch die Oberseite der Gravitation folgten.

Unter den obigen Annahmen folgt daraus, dass ca. 1016 g – 10 Petagram oder gern auch 10 Pg – festes Waser zu schmelzen sind.

Wie wir ja schon aus der Schule wissen, ist die benøtigte Energie um einen Stoff zu erwaermen abhaengig von der spezifischen Waermekapazitaet.
Bei festem Wasser ist dieser Wert relativ stark temperaturabhaengig. Ich nehme an, dass das feste Wasser keine Temperatur von -100 Grad Celsius hatte. Ad hoc lege ich den Wert auf -20 Grad Celsius fest (ich hab da so’n Gefuehl … *lacht*) und die spezifische Waermekapazitaet betraegt dann ca. 2,06 kJ pro kg und Kelvin.
Das bedeutet, man muss ca. 40 kJ Energie zufuehren um 1 kg festes Wasser von -20 Grad Celsius auf null Grad Celsius zu erwaermen.
Und nun haben wir immer noch festes Wasser, nur dass das jetzt waermer ist.

Die Schmelzwaerme von Wasser betraegt 333,5 kJ pro kg.
Holy mackerel! Um das selbe Kilogramm Wasser nun zu schmelzen benøtigt man also fast zehn mal so viel Energie.
Oder anders: wenn man so viel Energie zufuehren kann, um das viele feste Wasser in den fluessigen Aggregatzustand ueberzufuehren, dann muss man sich sicherlich um die Energie fuer die zuvor zu erfolgende Temperaturerhøhung des festen Wassers keine Sorgen machen.

Mit diesen Werten kann ich jetzt behaupten, dass die oben angenommene Entitaet ca. 3,5 mal 1018 kJ – 3,5 Exajoule oder gern auch 3,5 EJ – dem festen Wasser zufuehren muss, um es zu schmelzen.

Wie kønnte man nun diese Energie zufuehren?
Als erstes faellt einem natuerlich ein (oder eine Million) Laser ein. … *ein leises, leicht entruecktes Kichern ist zu høren* … tihihi

Schauen wir uns doch mal an, wie Wasser elektromagnetische Strahlung absorbiert, damit wir die Eigenschaften der Laser optimieren kønnen.

Absorption Wasser

Dieses Bild zeigt die Absorptionskurve fuer elektromagnetische Strahlung von festem (rote Kurve) und fluessigem Wasser (schwarze Kurve).
Man beachte, dass es sich um eine doppellogarithmische Darstellung handelt.
Die Daten fuer festes bzw. fluessiges Wasser kønnen hier und hier gefunden werden.
Fuer festes Wasser fand ich dazu auch einen Artikel. Fuer fluessiges Wasser sind diese wohl aus: D. J. Segelstein, „The complex refractive index of water,“ University of Missouri-Kansas City, (1981). Das habe ich aber nicht ueberprueft.

Zunaechst faellt auf, dass sich das Absorptionsverhalten von festem und fluessigem Wasser sehr aehnelt.
Das ist nicht so toll, denn das feste Wasser soll ja geschmolzen werden und nicht das gerade fluessig gewordene Wasser aufgewaermt. Gluecklicherweise kommt da ein anderes Naturphaenomen zu Hilfe: Gravitation. Das fluessige Wasser flieszt einfach ab. Gut wa!
Die Unterschiede bei groszen Wellenlaengen kønnten ausgenutzt werden. Allerdings ist die Absorption dort vier oder mehr Grøszenordnungen geringer, als bei anderen Wellenlaengen. Deswegen betrachtete ich dies nicht weiter. Nuetzt ja schlieszlich auch nichts, wenn das fluessige Wasser zwar nicht so stark aufgewaermt, das feste Wasser aber auch nicht geschmolzen wird.

Im Weiteren wird nur noch die Absorptionskurve des festen Wassers betrachtet.
Bei sehr kleinen Wellenlaengen ist die Absorption i.A. grosz. Das merken wir uns fuer spaeter.
Es gibt mehrere markante Linien in der Absorptionskurve. Relevant sind die bei ca. 3 µm, 12 µm und 47 µm. Das merken wir uns auch fuer spaeter.

Um die Verfilmung dieses Ereignisses noch spektakulaerer zu machen als es an sich schon ist, postuliere ich, dass die Entitaet diese vielen Laser im Weltraum positionieren wird. Ist ja auch praktischer.

Das bedeutet aber, dass die Opazität (Absorption und Streuung) in der Atmosphaere beruecksichtigt werden muss.
Dazu habe ich leider keine zusammenhaengenden Originaldaten gefunden. Alles was ich fand waren nur Ausschnitte in kleinen Wellenlaengenbereichen.
Die NASA hat aber diesen schønen Plot erstellt. Nach zwei Tagen Sucherei und absolut keiner Lust, die Kurve aus den vielen Verøffentlichungen zusammenzustueckeln, da dachte ich mir: „NASA … ach der kønnen wir schon mal unhinterfragt alles glauben, nicht wahr“.

Hier ist der fuer meine Zwecke angepasste Plot .oO(Public Domain ist schon was Feines):

Opazitaet der Atmosphaere

Wir sehen die Opazitaet der Atmosphaere, welche umgekehrt proportional ist zur Durchlaessigkeit (fuer die jeweilige Wellenlaenge).
Eine hohe Opazitaet bedeutet also, dass die jeweilige Strahlung nicht durch kommt.
Ein Glueck, dass dies fuer kleine Wellenlaengen gilt.
Damit ist aber die Idee einen Gammastrahlenlaser zu benutzen leider dahin :(. … … … .oO(Gammastrahlenlaser … wie geil! *lacht* … ich mach doch immer noch die besten Gags selber)

Das „optische Fenster“ zwischen ca. 2 cm und ca. 15 m bietet sich erstmal an. Aber zum einen ist da die Absorption des festen Wassers nicht mehr so gut (siehe Bild oben) und zum anderen sollte die Erde lieber nicht auch noch als Mikrowellenofen herhalten muessen.

Schauen wir uns den Bereich um die drei oben erwaehnten, markanten Linien etwas genauer an.

Absorption Eis + Atmosphaere

Hier zu sehen ist die bekannte Kurve des Absorptionsverhaltens festen Wassers (rot) aus dem Bild weiter oben, im Wellenlaengenbereich zwischen 0,2 µm und 70 µm. Liebe Leserinnen, liebe Leser, bitte beachtet, dass die Absorption jetzt linear dargestellt ist. Die linke Ordinate ist die fuer diese Kurve zu Gebrauchende.
Im Hintergrund ist die totale Absorption (und Streuung) der Atmosphaere dargestellt. Die rechte y-Achse ist fuer diese Kurve zu gebrauchen.
Das Bild habe ich schamlos geklaut.

Auch hier gestaltete sich die Suche nach Rohdaten als letztlich dann zu aufwendig. Die Absorption und Streuung in der Atmosphaere ist naemlich verdammt kompliziert, weil das alles abhaengig ist von den verschiedenen Gasen, Druecken, Temperaturen und was weisz ich noch alles.
Aber diese Gestalt der Kurve begegnet einem øfter, wie bspw. hier, oder hier, oder hier, oder hier. Und auch an anderen Stellen. Ich hoffe meine Leserinnen und Leser nehmen mir es nicht all zu uebel, dass ich deswegen nicht weiter nach Originaldaten suchte.

Leider muss festgestellt werden, dass ausgerechnet die prominentesten Linien bei 3 µm bzw. 47 µm vollstaendig auch von der Atmosphaere absorbiert werden.
Mhm … hat ja auch was Gutes, denn damit liegt die Laserwellenlaenge fest: 12 µm.

Das Licht wird zwar ein paar Mikrometer weiter eindringen in das feste Wasser, aber dieses ist ja so dick, dass letztlich doch alles absorbiert wird.
Wir brauchen also keine høhere Laserleistung.
Ach was rede ich denn hier???
SELBSTVERSTAENDLICH brauchen wir eine høhere Laserleistung! Und mehr Laser! VIEL MEHR Laser … MUAHAHAHAHAHA.

Bei einer Wellenlaenge von 12 µm ist das Spektakel leider nicht zu sehen *weep*.
In der Multi-Milliarden-Dollar-Verfilmung werden wir da aber groszzuegig drueber hinwegsehen.
Auszerdem duerften aufgrund der benøtigten Leistung der Laser Ionisierungseffekte in der Atmosphaere auftreten. Wir koennen also doch alles sehen.
Was das fuer die Absorption der Laserstrahlung bedeutet, werde ich an dieser Stelle nicht diskutieren. Stellt euch einfach vor, dass das keinen Unterschied macht … *Bauchschmerzen bekomm*

Apropos Laserwellenlaenge. Wenn wir nicht auf eine wieauchimmer geartete Entitaet warten wollen, so kønnten wir das mit vorhandener Lasertechnologie auch heute schon realisieren. Kohlenstoffdioxidlaser strahlen zwar bei 10,6 µm (was einer weiteren Verminderung der Absorption im festen Wasser um ca. den Faktor drei bedeuten wuerde), aber es sind die Laser mit den heutzutage høchsten realiserbaren Leistungen im Dauerstrichbetrieb.
.oO(Mhmmmm … das bringt mich auf eine Idee … brauch ich blosz noch jemanen, der mir das finanzieren wird) … MUAHAHAHAHAHA.

Nun zur bereits erwaehnten Leistung der Laser.

3,5 EJ muessen innerhalb eines Tages darnieder ins feste Wasser gebracht werden. Das sind 1014 Wh – 0,1 Petawattstunden oder gern auch 0,1 PWh.
Bei einer Million Lasern entspricht das einer Leistung von 4 MW pro Laser.

Megawattlaser … Ist das realistisch? … *hust*.
Oder wir nehmen handelsuebliche CO2-Laser wie bspw. diesen hier, der eine Leistung bis 10 kW hat.

Da braeuchten wir dann zwar 4 Milliarden von, aber mehr Laser … das ist immer gut.
Diese Zahl verdopple ich mal lieber und runde auf zur naechsten Grøszenordnung. Ist immer wichtig! Um bspw. auf der sicheren Seite zu sein bzgl. solcher Dinge wie Ausfall, Schwankung in der Leistung, Erringung der Weltherrschaft etc. pp.
Also wir (wie immer, das Kønigliche) braeuchten nur 10 Milliarden handelsuebliche CO2-Laser um all das feste Wasser zu schmelzen, welches in der letzten Kaltperiode auf den Landflaechen lastete.

Kleine Notiz am Rande: die radioaktiven Prozesse im Erdkern haben eine konstante Leistung von ca. 3,5 TW.
Der geneigte Leser møge den interessanten Rest selbst ausrechnen.

 

Aber ich schwoffte ab.

Auf Munkholmen gibt es eine Art „Stube“, wo man auch was Essen und Trinken kann. Auszerdem gibt es dort auch Toiletten, die auch von den Besuchern dieser Staette benutzt wird.
Und das Urinal ist gar wunderschøn anzusehen:

Munkholmen1

Hach … diese schicken Abflussrohre, Fliesen und „Frischesteine“. Auch die Form des Urinals passt dazu. Und zwei unterschiedliche Spuelknøpfe. Da kønnte man glatt auf die Idee kommen, dass sich da jemand mal Gedanken gemacht hat.

Auch das Sitzklo passt sich gut ein.

Munkholmen2

Insbesondere die Klobrille. Wobei natuerlich die schicken Details etwas fehlen. Aber da sind Urinale ja ohnehin im Vorteil.

 

Eine Metabemerkung zum Abschluss.

Ich hoffe dass ihr, meine lieben Leserinnen und Leser so viel Freude beim Lesen dieses Artikels hattet, wie ich beim Schreiben.
Erst dachte ich, dass es schnell geht, wie eigtl. fast alle Artikel in dieser Kategorie. Aber dann hatte ich so ’ne Idee … und dann war ich drei Tage mit recherchieren, Daten aufarbeiten und diskutieren beschaeftigt.
Das fetzt zwar, aber bei dieser Rate an geschriebenen Artikeln, wuerde es ewig dauern euch, meiner lieben Leserschaft, alle meine Toilettenbilder zu praesentieren.