Archive for the ‘Allgemein’ Category

Eines der voll tollsten Weihnachtsgeschenke ever:

Foto nicht von mir aber mit Erlaubnis hier wiedergegeben.

Urst voll geil wa! Ein Original (!!!) der Philosophiæ Naturalis Principia Mathematica!
Es war aber die zweite, erweiterte Ausgabe. Habe ich sofort daran erkannt, weil darin auch Leibniz Darstellung der Infinitesimalrechnung aufgenommen war.

Die Drake-Gleichung

… wird genommen um N,

[…] the number of civilizations in our galaxy with which communication might be possible […]

zu berechnen, als Produkt aus (alle Parameter sind anzusehen als Durchschnittswerte):
– der Rate der Sternenentstehung in unserer Galaxis, R*;
– dem Anteil der Sterne die Planeten haben, fp;
– der Anzahl der Planeten in der habitablen Zone, ne („e“ fuer „Erde“);
– der Anteil der Planeten mit Leben, fl,
– der Anteil der Planeten mit intelligentem Leben, fi;
– der Anteil der Zivilisationen mit (der Faehigkeit zu bzw. Interesse an) interstellarer Kommunikation, fc; und
– der Lebensdauer einer solchen Zivilisation, L.

Abhaengig von den Werten der Variablen kønnen da Werte von N bei rauskommen, die sich ueber hundert (!) Grøszenordnungen (!!!) unterscheiden. Das wird dann ab und zu auch kritisert, aber dafuer kann die Gleichung nix. Die ist nie dafuer gedacht gewesen um etwas exakt zu berechnen sondern zur Diskussion.
Einige der Werte kennen wir (mittlerweile) ziemlich genau (alle die mit Astronomie zu tun haben). Ueber andere wiederum wissen wir (fast) ueberhaupt nichts (alle die mit Biologie und Soziologie zu tun haben).

Im Laufe der Jahre hat die Mehrzahl der Leute, die sich darueber Gedanken gemacht haben, relativ hohe Werte fuer N ausgerechnet. Das bedeutet, dass es nach deren Berechnungen ziemlich viele Aliens um uns herum geben muesste. Und das ist das Fermi Paradoxon: wenn es so viele Aliens gibt, warum sehen wir von denen nix?

Deswegen wird spekuliert, was denn der grosze Filter sein kønnte, der diese Kommunikation von uns weg haelt?
Dadurch, dass wir (wie erwaehnt) mittlerweile ziemlich gut die astronomischen Parameter kennen, kønnten das nur noch die biologischen (also die Entstehung von Leben oder der „Aufstieg“ zur Intelligenz) oder soziologischen (Faehigkeit und Interesse an Kommunikation bzw. Lebensdauer einer Zivilisation) sein.

Sehr oft kann man das dazu zusammenfassen, dass das ja alles grundlegende physikalisch/biologische Konzepte sind, die ueberall im Universum gleich sind. Und selbst wenn wir da keine direkten Messwerte haben, kønnen wir ja von dem einen Messwert (die Erde/Menschheit) extrapolieren.
Auf dieser Basis argumentiert Whitmire, D. P. im International Journal of Astrobiology , 18 (2), 2019, pp. 183 – 188 in seinem Artikel mit dem Titel „Implication of our technological species being first and early„:

We argue […] that the Principle of Mediocrity implies that we are typical in technological age […].

Und das ist eine angebrachte, wohlerprobte und nicht zu beanstandende wissenschaftliche Herangehensweise — wir nehmen an, dass wir (und alles um uns herum) voll durchschnittlich sind. Mit Hilfe logischer und statistischer Argumente kommt Whitmire dann zum logischen Schluss:

[…] that the typical technological species has a short lifetime and that their extinction coincides with the extinction of their planetary biosphere.

Wie gesagt, das hier ist der Teil in dem alle sterben.

Eine Modifikation waere die sogenannte Dark Forest Theorie. Im Wesentlichen besagt diese, dass um uns herum keiner „Hallo“ ruft, weil das ja wer høren kønnte, der diese Wesen dann ausløscht, bzw. dass Logik diktiert, dass wenn wir einen Nachbarn høren der „Hallo“ sagt, wir den sofort umbringen muessen (was dann der Zirkel zum ersten Teil des Satzes ist), wenn wir als Zivilisation langfristig ueberleben wollen.
Dies ist natuerlich eine sehr anthropomorphe Sichtweise, aber Logik gilt doch ueberall im Universum.

Lange Rede kurzer Sinn: das Paradoxon løst sich auf, wenn man annimmt, dass alle intelligenten Zivilisationen schnell sterben und niemals die Sterne erreichen … Das ist schon ein bisschen deprimierend muss ich sagen.

Aber wie immer: (more) Science to the Rescue … beim naechsten Mal.

Die Mensch-Computer-Schnittstellen werden immer besser. Lochkarten waren eine massive Verbesserung gegenueber dem Umstecken von Kabeln. Wobei natuerlich cool ist, dass der Beruf des Programmierers damals als inhaerent weiblich angesehen war. Interessant, wie sich die Zeiten aendern. Aber ich schweife ab.

Noch besser waren dann Tastaturen und heutzutage geben die User ihren Taschencomputern oft viel mehr Liebe als anderen Menschen, denn Erstere werden ja permanent gestreichelt, und Letztere nicht so oft.
In Star Trek reden alle nur noch mit Computern, so wunderschøn ausgedrueckt in dieser klassischen Szene, und dort bewegen wir uns mit schnellen Schritten hin (ab 1:18 geht die Demonstration los).

Aber trotz ausgeklugelter Technik wie Spracherkennung, so wird die Interaktion mit Computern doch im Allgemeinen als emotionslos dargestellt und angenommen. Zum Einen, weil Computer „Gefuehle nicht kønnen“, aber zum anderen auch, weil man die Maschinen nicht mit ambivalenten Dingen verwirren møchte … hier frage ich mich, warum wir das aber unseren Mitmenschen zutrauen?

Wieauchimmer, ganz gut zusammen fasst dieser Artikel ein paar der ueblichen (und wichtigen) Punkte bezueglich der „Computer kønnen kein Mitgefuehl (und werden das auch niemals kønnen)“.

Das ist ein extrem wichtiges Thema, denn so ziemlich alle (!) Berufe haengen daran. Nicht nur Lehrer und Krankenschwestern (und -brueder), sondern natuerlich auch die Polizei und auch der Chef auf dem Bau! Das ist immer und ueberall so praesent und krass wichtig, dass wir uns (als Individuen) ueber schlechte Chefs aufregen, bzw. (als Gesellschaft) diese fundamentale Faehigkeit zur Empathie einer ganz spezifischen Berufsgruppe versuchen abzuerziehen. Letzteres damit Soldaten ungestørt ihrer „Arbeit“ nachgehen kønnen; und in den allermeisten Faellen klappt das (zum Glueck) nicht.

Aber da wird natuerlich dran geforscht und es gibt gute Ideen (nur ein Beispiel) wie man an die Sache heran gehen kann. Solche Ideen gehen von dem aus, was wir ueber die Entwicklung kleiner Kinder wissen und legen dar, wie dieses „Geruest“ (welches von der Natur wohlerprobt ist) auf Maschinen uebertragen werden kann.

Tja … da geht sie hin, unsere Menschlichkeit … oder vielmehr erweitern wir „unsere“ Menschlichkeit und ich denke, dass dies ein richtiger Schritt in die Richtung ist, nicht zu Bueroklammern reduziert zu werden.

Aehnlich dem micromort vom letzten Mal beschreibt 1 microlife das Risiko inwieweit eine gegebene Aktivitaet eine halbe Stunde der Lebenserwartung „raubt“.

Das wurde natuerlich auch genauer untersucht … ach du meine Guete … zum Glueck wird mein langes zocken (minus 1 microlife pro 2 Stunden) teilweise dadurch kompensiert, dass ich heutzutage lebe und nicht vor 40 Jahren. Ebenso ermuntert mich das auch weiterhin mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren, denn physische Aktivitaet hat einen positiven Wert. Wobei das wiederum auch total anders sein kønnte, denn zum Einen fahre ich an Straszen vorbei und bin der Luftverschmutzung ausgesetzt und zum Anderen hat Fahrradfahren einen Wert von 1 micromort pro 32 gefahrenen Kilometern … *seufz* … egal was ich mache, mich duenkt um’s sterben komm ich nicht drum herum.

… ist Americium und dessen Isotop 241Am wurde oft in Ionisationsrauchmeldern verwendet. Und so einer ist hier zu sehen:

Aufgrund offensichtlicher Gruende werden diese Art von Rauchmeldern heutzutage abgeløst durch rein optische Systeme.
Unwissend und arrogant wie ich mal war (vulgo: Alterweisheit liesz noch auf sich warten), machte ich mich frueher lustig ueber Leute, die vor „dem Atom“ Angst hatten. Aber die massenhafte Verbreitung von „solchen Atomen“ fuehrt doch unnøtige, (heutzutage) vermeidbare Risiken mit sich. Die geneigte Leserin oder der geneigte Leser møge sich nur mal den kurzen Abschnitt „Problematik“ im verlinkten Artikel anschauen.

Ich gebe aber zu, dass historisch gesehen ganz sicher viele Menschenleben durch diese Technologie gerettet wurden. Heutzutage geht das aber auch ohne 241Am.
Wieauchimmer, obiger Rauchmelder ist kaputt und deswegen habe ich den mal aufgemacht und mich begrueszte (verstaendlicherweise) dieses bekannte Symbol:

Trotz Allem, schon cool wa! … Dennoch keine Sorge, denn ich werde nicht in den Fuszstapfen dieses Individuums folgen ;)

Anders als Megacorpse vom  letzten Mal ist 1 micromort keine absolute Grøsze sondern beschreibt die Wahrscheinlichkeit, dass eine Aktivitaet zum Tode fuehrt — mit einer Chance von 1 zu einer Million (daher das „micro“).

Das Risiko einfach nur am Leben zu sein fuehrt zu 24 micromort pro Tag. Das akkumuliert sich natuerlich durch die verschiedensten Aktivitaeten, welche man pro Tag ausfuehrt. Die Frage ist, wie weit man pro micromort kommt (wenn man sich bewegt) oder wieviel Spasz man pro micromort haben kann. Ich verweise an dieser Stelle hierauf, wo sich das mal wer anders genauer angeschaut hat (mit schicken Diagrammen) :) .

Nix, aber rein gar nix Organisches bleibt erhalten. Das ist als ein groszes Kreislaufsystem gedacht, in dem neues Leben (buchstaeblich) aus altem ehemaligem Leben entsteht.
Auch Fossilien aendern da nix dran, denn da werden ja die organischen Materialien durch inorganische ersetzt. So ein Stein in Knochenform haelt sich aber ’ne Weile laenger.

Worauf ich heute hinaus will ist, dass es leider keinen einzigen natuerlichen Mechanismus gibt, der Tøne bewahren kann.
Hochtechnologie hilft hier weiter, denn wenn man die Form von (relevanten) fossilisierten Dinosaurierkøpfen hat, dann kann man berechnen, was fuer prinzipielle Tøne damit erzeugt werden konnten.
Die verlinkte Seite lohnt sich uebrigens anzuschauen. Ist diese doch selber eine Art „digitales Fossil“ aus einer Zeit, als es noch eine „Site of the Week“ gab *kicher*.

Aber nur die Tøne (also Frequenz und Amplitude) sind ja nur der allererste Schritt fuer die Geraeusche. Und Computersimulationen kønnen wenig daruber sagen, wie besagte Tøne gestaltet wurden um dann die fuer eine Art typischen Dinosauriergeraeusche zu erzeugen.

Zum Glueck leben wir ja aber mit den Nachkommen der Dinosaurier auf dem selben Planeten. Somit kønnen wir zumindest von einigen die wahren Stimmen høren.

Hier ist ein Video von einem Schuhschnabel. Was fuer ein prachtvoller Vogel … pardon, ich meine natuerlich Dinosaurier! Diese schønen Wesen werden ueber einen Meter grosz. Und wenn man sich die Krallen oder den Schnabel mal anschaut, dann faellt es gar nicht schwer, die Aehnlichkeit zu Theropoda (vulgo (und extrem veraltet und soweit ich weisz nicht mehr im wissenschaftlichen Diskurs verwendet): Raubsaurier) zu erkennen.

Und bei 43 Sekunden spricht dieses praechtige Wesen zu uns … krassomat!

Aber das ist noch nicht alles. Im verlinkten Wikipediaartikel erfaehrt man, dass diese schønen Tiere noch viel mehr mit ihren Stimmen machen kønnen:

[…] adult birds have also been noted to utter a cow-like moo as well as high-pitched whines. […] When young are begging for food, they call out with a sound uncannily like human hiccups. In one case, a flying adult bird was heard uttering hoarse croaks, apparently as a sign of aggression at a nearby marabou stork […].

Voll toll! Auch wenn man dadurch bewusst wird, dass die (ebenso tollen) Computersimulationen eben doch nicht alles aufdecken kønnen. Aber das ist eine ganz andere Diskussion und ich wollte eigentlich nur mal das Video zeigen.

1 Megacorpse beschreibt 1 Million Tote. Der Name der Einheit ist besser bekannt als 1 Megadeath und tauchte zum ersten Mal in der Diskussion der Konsequenzen eines Atomkriegs auf.

Andererseits kønnen (leider) auch die Resultate nicht kriegerischer Situationen in Megacorpse ausgedrueckt werden. Seien es AIDS, COVID-19 (zumindest zum Zeitpunkt als dieser Beitrag geschrieben wurde), Hunger, Malaria und noch so einige andere.

*seufz*

Die verstørenden „Hundebilder“ von DeepDream sind ja sicherlich bekannt. Bekannt ist auch dass das in der „offiziellen Berichterstattung“ vehement natuerlich nicht als Kunst angesehen wurde. Meist mit dem Hinweis, dass der Algorithmus das Konzept des Hundes, des Bildes, des Hundes im Bild usw. usf. gar nicht _versteht_. Oder anders: ein „richtiger“ (vulgo: menschlicher) Kuenstler begreift ein Konzept und erschafft darauf aufbauend seine Kunstwerke. Als Beispiel faellt mir dazu Warhols Marilyn Diptych ein.

Und ehrlich gesagt, ich gehe da mit.

Andererseits erwarte ich von ’nem Schulkind auch nicht, dass es mir die Formeln des harmonischen Oszillators in quantenmechanischer Betrachtung herleiten kann.
Aber ich kann das auch nicht ohne Weiteres. Ich muesste mir das vorher nochmal anzuschauen. Mit „anschauen“ meine ich natuerlich nicht nur den harmonischen Oszillator an sich, sondern auch die vielen Konzepte und Sachen „drumherum“, die man braucht um das zu … verstehen.
Und damit bin ich wieder beim Schulkind, denn um die Konzepte der Quantenmechanik zu verstehen muss ich erstmal sooooo viele andere Konzepte begriffen haben. Nicht nur Analysis und Vektorrechnung, sondern auch Addition, Multiplikation und sogar noch „tiefer“ hinab gehend, den Unterschied zwischen Symbolen und deren Bedeutung wenn die zu neuen, anderen Symbolen zusammengesetzt sind. Letzteres ist natuerlich das was wir im Allgemeinen als „Lesen lernen“ bezeichnen. Und mit dem Lesen, lernen wir auch oft genug das Schreiben. Und zack, kaum kønnen sie schreiben, denken sich manche Kinder ihre eigenen Geheimschriften aus.
Aber nicht nur Kinder erfassen das Wesen von Symbolen und machen damit neue Sachen, sondern auch Erwachsene. So stammen das lateinische, das etruskische, das gotische, das glagolitische, das kyrillische (und vermutlich noch ’n paar andere) Alphabet vom griechischen Alphabet ab.

Das ist Symbolmanipulation, welche den Charakter, das Wesen der Symbole, erhaelt aber etwas Neues dabei schafft.

Und das kønnen mittlerweile auch Computer. In dem Artikel wird darauf eingegangen, wie man einem Cimputer beibringen kann, das Konzept von (Schrift)Symbolen zu erkennen und darauf aufbauend neue (Schrift)Zeichen mit dem selben Wesen zu erfinden. Und Bild 7 ist schon ziemlich beeindruckend.

Klar, das ist noch urst weit weg von Warhols Werk, aber die Autoren des verlinkten Artikels schreiben zu Recht:

Human cultures produce many such symbol systems, including gestures, dance moves, and the words of spoken and signed languages. As with characters, these concepts can be learned […]

Und zwar offensichtlich nicht nur von Menschen, sondern auch von Computern. Und die zwei Fragen die verbleiben sind: Was meinen die Journalisten eigentlich mit „verstehen“? und Wann geben wir zu, dass wir genuegend Sachen genauso wenig „verstehen“, aber trotzdem damit umgehen und darauf unsere Leben und unsere Gesellschaft aufbauen?

Beim Uebungsbuch in der Fahrschule war eine Schablone mit der man seine eigenen Antworten kontrollieren konnte. Diese Schablone war im Wesentlichen ein Papierstreifen mit Løchern drin und einer Markierung. Besagte Markierung musste an eine andere Markierung auf die Seite mit der jeweiligen Frage gehalten werden und das Papier deckte dann die falschen Antwortmøglichkeiten ab. … Ich habe mal kurz geschaut und die gibt es sogar heutezutage noch .oO(das haette ich jetzt nicht erwartet).
Nun war aber das Lochmuster der Schablone auswendig lernen viel einfacher und schneller als sich die Fragen durchzulesen und ueber die richtige Antwort nachzudenken. Klar, im Endergebnis hilft das nicht fuer die richtige Pruefung, aber es optimiert die Aufgabe innerhalb der gegebenen Rahmenbedingungen.

Ein anderes Beispiel ist, dass heutzutage (aber mehr oder weniger auch schon bei uns) Schueler und Studenten eben gerade NICHT mehr „fuer’s Leben“ lernen, sondern das Lernen darauf optimieren gute Noten zu haben. Klar, das sieht im Zeugnis und auf dem Diplom gut aus. Aber wenn diese Leute dann das Wissen in der Praxis selbststaendig anwenden und erweitern muessen ist’s damit oft nicht weit her.

Als Letztes seien hier Steuerschlupfløcher genannt. Die Steuererklaerung kann ja vøllig legal (wenn auch nicht moralisch richtig) sein und dennoch werden der Gemeinschaft Milliarden vorenthalten, weil das Finanzverhalten insb. reicher Akteure auf die Gegebenheiten (in diesem Fall die Steuergesetze) optimiert werden.

Worauf will ich eigentlich hinaus? Ganz einfach! Die drei Beispiele (und andere Dinge die in diese Kategorie fallen) werden im Allgemeinen zwar als Schummeln angesehen, aber von der Gesellschaft oft genug mit dem Kompliment „clever nachgedacht“ bedacht (wenn auch meist nicht direkt ausgesprochen). Es ist also ein zutiefst menschlicher Wesenszug kreativ zu sein, um das Verhalten derart zu optimieren, sodass es zum besten Resultat unter den jeweils gegebenen Umstaenden fuehrt. Selbst wenn dies NICHT bedeutet, dass das langfristig gut ist und vielmehr oft ein Hinweis auf falsche Anreize in besagten Umstaenden ist.

Nun wundert es mich aber, dass zum gleichen Verhalten gesagt wird, dass dieses „laecherlich“ oder „eine schlecht definierte Zielfunktion“ waere, oder dass man daran sieht, „wie weit weg kuenstliche Intelligenz noch vom Menschen ist“. Warum wird kreative Interpretation der gegebenen Umstaende zur Optimierung des eigenen Verhaltens so unterschiedlich bewertet?

Hier gibt es einen laengeren Artikel dazu (Achtung: der scheint wissenschaftlich, ist es aber nach (gar nicht mal so) strengen Kriterien NICHT). Dort werden 32 Anekdoten diesbezueglich erzaehlt. Ich gebe ein paar Beispiele.

Die Entwicklung starrer, langer Kørper welche sich durch Rad schlagen fortbewegen (durch Impulserhaltung) anstatt der Entwicklung von Schlaengelbewegungen. Was im Uebrigen auch die Evolution getan hat.

Algorithmen mit „falschen Funktionen“ welche durch die Tests kamen, weil besagte Algorithmen „tot spielten“ waehrend des Tests. Tot spielen ist in dem Falle, dass besagte Funktionen zufaellig aktiviert wurden und manchmal eben nicht waehrend des Tests und somit wurde der „defekte Algorithmus“ dann als vøllig OK betrachtet.

Ein anderes Beispiel (nicht aus dem Artikel) ist der Algorithmus der Tetris dadurch nicht verliert, indem das Spiel kurz vor dem Game Over (fuer immer) pausiert wird.

Dann war da auch der unbrauchbare Greifarm, der durch einen Trick dennoch benutzt werden kann.
Und dies faellt dann auch schon gar nicht mehr in die Kategorie „Schummeln“, sondern wuerde bei Menschen direkt mit dem (diesmal sogar ausgesprochenen) Lob „das war eine gute Idee“ bedacht.

Ein anderes Beispiel waere auf den „Ellbogen“ laufen. Kønnte man jetzt sagen: „na so eine dumme Idee“. Bis man drauf kommt, dass ja die „Fuesze“ durch irgendwelche Umstaende mglw. unbrauchbar sind. Und wenn ein Algorithmus dann von selbst drauf kommt, ohne dass ein Mensch bei der Programmierung dran gedacht hat, dann ist das meiner Meinung nach schon eine ziemlich kreative Leistung.

Worauf ich hinaus will ist das Folgende: wenn etwas wie ein Stueck Kuchen aussieht, sich wie ein Stueck Kuchen anfuehlt und wie ein Stueck Kuchen schmeckt, dann ist es vermutlich ein Stueck Kuchen.
Nur weil bei Computern und Robotern noch nicht alles in jeder denkbaren Situation zusammenspielt, wie bei uns biologischen Algorithmen und Maschinen nach Milliarden, zumindest hunderten von Millionen von Jahren evolutionaerer Optimierung, bedeutet das nicht, dass die das niemals kønnen werden.