Wenn man durch die baulichen Sehenswuerdigkeiten Japans schlendert und dabei auch die Informationstafeln studiert, liest man eher selten, dass das Originalgebaeude sind, die man sich gerade anschaut. Wenn ich mich jetzt beim Schreiben zurueck erinnere wuerde ich sogar behaupten, dass ich das nie gelesen habe. Alles scheint da permanent abgebrannt (und dann wieder aufgebaut) zu sein. … Naja … natuerlich nicht permanent im Wortsinne … aber bei architektonischen Strukturen die es seit ein paar Jahrhunderten gibt, liest man von ungeplanten Dekonstruktionen mittels Feuer øfter mal.
Mich duenkt, dass Feuer durch umgekippte Kerzen erstaunlich selten waren. Das wundert mich gar nicht. Eine Kultur die seit Jahrtausenden in Holzhaeusern mit urst viel Papier um sich drumrum wohnt, muss wohl zwangslaeufig ein intuitives Bewusstsein fuer die Gaefaehrlichkeit von offenem Feuer entwickeln. Damit einher gehen entsprechende Verhaltensweise auf individueller Ebene (Vorsicht und Doppelchecks) und bzgl. der gesamten Gesellschaft (leider vermutlich buchstaebliches „einblaeuen“ … also verpruegeln … von Regeln im Umgang mit Feuer schon im fruehen Kindesalter).
Das heiszt natuerlich nicht, dass es keine Feuerunfaelle gab.
Ich kann mich auch nicht dran erinnern, dass ich gelesen haette, dass die Gebaeude regelmaeszig waehrend Kriegshandlungen niedergebrannt wurden. Auch das wundert mich nicht. Das lag natuerlich nicht daran, dass das alles Menschenfreunde waren — Leute umbringen war naemlich kein Problem. Aber zum Einen wollte man als Angreifer die Burg natuerlich selbst haben. Und zum Anderen kann die besiegte Seite relativ leicht ganze Staedte des Siegers niederbrennen. Dafuer braucht man keine Armee, sondern nur drei Spione (oder so), die in der Nacht durch die Stadt schleichen und an strategisch guenstigen Orten Feuer legen. Oder anders: das war wohl ein ungeschriebenes Gesetz, dass man das nicht macht (und ja, es gibt durchaus Normen im Krieg … hier eine Art Metadiskussion diesbezueglich … *hust*).
Das heiszt natuerlich nicht, dass das niemals vorhgekommen ist (ich verweise wieder auf die verlinkte Metadiskussion).
Das sind im Groben die menschlichen Ursachen von niederbrennenden Gebaeuden … da schien die japanische Gesellschaft also was gegen getan zu haben. Bleibt noch die Natur in Form von Vulkanausbruechen und Blitzschlaegen. Gegen Erstere kann man bis heute nix machen, auszer sein Haus nicht am Fusze eines aktiven Vulkans zu bauen. Gegen Letztere konnte man auch nix machen … bis der Blitzableiter in der Mitte des 18. Jahrhunderts erfunden wurde.
Ich nehme an, dass eine fuer Holz- und Papirstrukturen derart relevante Erfindung sich selbst im abgeschotteten Japan schnell herumgesprochen hat … und entsprechend schnell angewandt wurde.
Hier …
… sieht man einen historischen Blitzableiter zwischen den noch viel historischeren Gebaeuden des alten imperialen Palasts in Kyoto. Ich muss zugeben, dass der ein bisschen kurios wirkt und als ob er am falschen Platz steht. Was aber vermutlich genau der Grund war, warum ich’s fotografiert habe. Leider gab’s keine Informationstafel dazu.

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