Archive for Oktober, 2016

Da es um’s Spielen von Spielen geht, komme ich nicht umhin, ein anderes groszes „Ding wo man spielt“, zu behandeln: Brett- und Gesellschaftsspiele.

Ich bin nicht so der Riesenfan davon. Jedenfalls nicht so, wie ich zu Computerspiele stehe.
Ja, ich spiele die durchaus ganz gerne, also scheut ihr, meine lieben Leserinnen und Leser, euch nicht, zu fragen ob ich mitspielen mag. Aber so beim Schreiben dieser Zeilen faellt mir zum ersten Mal auf, dass ich mehrere Aspekte, welche ganz charakteristisch und ausschlaggebend fuer den Erfolg vieler Gesellschaftsspiele sind, nicht mag.

Zum Einen ist da der namensgebende Aspekt der Gesellschaft.
Ich kann solche Spiele nicht zum „Zeitvertreib“ spielen. Ich bin auf Mitspieler angewiesen. Und Mitspieler bedeutet auch immer soziale Interaktion. Und das Befolgen der Regeln sozialer Interaktion ist sehr energiezehrend fuer mich. Ganz davon abgesehen, dass ich besagte Regeln mglw. nicht kenne.
Eine gut „eingespielte“ Gesellschaft mit dem richtigen Spiel ist etwas ganz Fantastisches und ich habe das auch erlebt, bzw. erlebe es auch mit dem jungen Mann, der bei mir wohnt. Es erfordert aber das gleichzeitige Zusammenkommen vieler Unwahrscheinlichkeiten.

Ein ander Aspekt den ich nicht mag ist der, dass ich keine, oder nur relativ begrenzte Kontrolle habe ueber das was passiert. In viel zu vielen Faellen spielt der Zufall eine Rolle. Sei es durch Wuerfel, oder gemischte Karten,  oder durch die Reihenfolge in der man … nun ja, eben an der Reihe ist.
Klassische Stift und Papier Rollenspiele haben diesen Aspekt nur bedingt, aber der oben erwaehnte Aspekt der Gesellschaft kommt auch hier zum Tragen. Auszerdem ist es „typisch Nerd“ und Partner dafuer zu finden kann sich als noch schwieriger herausstellen, als fuer normale Gesellschaftsspiele.

Wenn man in Computerspielen mal was zusammen machen muss, dann findet man schon wen in Argentinien, Australien, Irland oder Dtschl. oder so, der einem dabei hilft. Vielen Dank an dieser Stelle fuer eure Hilfe, auch wenn nur der kleine Mann das lesen wird.

Der wichtige Aspekt ist aber, dass es dann _selbstbestimmt_ ist, wenn ich mit wem anders zusammen spiele.

Auch mangelt es Gesellschaftsspielen am Entdecken einer Welt. Es wird keine Geschichte erzaehlt, es wird kein Character aufgebaut, sondern es werden Regeln befolgt.
Es gibt wirklich schøne Spiele, die viel Spasz bereiten und die ich gerne spiele, aber die dort bspw. gebauten Staedte oder kaempfenden Helden bleiben namenslos. Und im naechsten Spiel sind sie schon vergessen.
Schade eigentlich. Ist doch die Identifizierung mit dem Helden und seiner Geschichte ein bestimmendes Element in Computerspielen. Fuer seinen (!) Helden auf die Suche nach genau diesem einen Ausruestungsgegenstand zu gehen ist alles worauf eines der erfolgreicheren Spiele des letzten Jahrzehnts (bald der letzten 2 Jahrehnte) basiert.
Eine Ausnahme sind Kartenspiele wie bspw. Magic: The Gathering in der die Karten eine Art „Ausruestung“ des Spielers darstellen, mit denen man mglw. zahlreiche Duelle bestanden  also eine „Beziehung“ zu eben diesen  hat.

Als Letztes møchte ich das Fehlen interessanter Geschichten erwaehnen.

Lesen ist wie Atmen.
Und auch wenn Sprache und Sprachgebrauch, anstatt einer spannenden Geschichte, mitunter ausmachen, warum ein ein Buch gut ist so sind spannende Geschichten doch die Regel.

Diese fehlen im Wesentlichen vøllig bei Brett und Gesellschaftsspielen. Sind ja auch nicht wesentlich, liegt doch der Fokus dieser Spiele nicht auf dem Erzaehlen einer Geschichte. Ja, kann gar nicht darauf liegen, weil damit die Wiederspielbarkeit verloren gehen wuerde.

Eine spannende Geschichte muss auch nicht zentral sein, warum Computerspiele gut sind. Ja, ich wuerde sogar behaupten, dass auch dort andere Sachen ausmachen, warum ein Spiel ganz besonders gut ist. Aber hilft eine Geschichte, sich mit der Spielwelt oder den Avataren verbunden zu fuehlen.

Dies alles sind nur so ein paar lose Gedanken.

Als Abschluss ein Bild, welches einen Teil des hier Geschriebenen veranschaulichen soll:

Quelle, Kuenstler: Miranda Harmon, Grøsze des gesamten Bildes wurde angepasst.

Quelle, Kuenstler: Miranda Harmon; Grøsze des gesamten Bildes wurde angepasst.

Single Player als Chance um „unter die Leute zu kommen“ und Welten zu erkunden :) .

DAS war auf beim Klettern in Suedfrankreich … Lang lang ist’s her.

Wohnmobiltoilette

Und das war’s dann auch schon mit der Minserie „Toiletten in Fortbewegungsmitteln“ :) .

Zug

Mhm … mhm … mhm … welcher Zug? Welcher Zug? … Mglw. auf dem Weg nach Oldenburg, wo ich ein Jahr lang hinfuhr, um mich zu  streiten und zu aergern, wegen Brøtchenkruemel.

Zug

… aber das passt ja immer:

[Es] kommt […] darauf an, […] immer offen zu sein für die Möglichkeit, sich zu irren.

Gelesen bei Thomas Fischer.