Die erste Reise ist zu Ende. Ich bin da, wo ich startete; in der Bubble (genauer gesagt bei der Scully-Power Station im Ix system).

Und so sahen die Endpunkte meiner Reise aus:

An der Position des Kreises ist die Buble. Der untere Wegpunkt ist der Crab Pulsar, das eigentliche Ziel meiner ersten Reise. Wie in einem frueheren Report erwaehnt, nahm ich eine Tour de Force auf mich und legte diese Strecke an einem Tag zurueck.

Als ich dann da war stand ich vor der Entscheidung, ob ich auf dem gleichen Weg wieder zurueck soll und nach kurzer Ueberlegung dachte ich mir dann: .oO(Wenn ich schon mal hier bin, dann kann ich auch noch ’n bisschen rumcruisen). Also legte ich einen Wegpunkt abseits des Hinweges, aber irgendwie schon ein bisschen in Richtung Bubble, fest. Vøllig zufaellig wurde es das HEGUA OZ-S C3-3 System. Fuer den Weg nahm ich mir aber Zeit und legte den innerhalb von zwei Tagen zurueck. Und von dort waren es dann nochmal zwei Tage bis nach Ix.

.oO(Da war doch noch was Wichtiges?) … GENAU! DIE DATEN!!! Mal schnell abliefern.

So sieht das dann aus, wenn man der Erstentdecker ist:

Cool wa. Aber steht dann da auch wirklich mein Name dran? .o(Ich kontrollier das mal lieber fuer den neulich von mir entdeckten erdaehnlichen Planenten) … JAAAAAAAA! Es steht *grinst*:

Ich empfehle selten was, aber heute ist es mal wieder soweit. Die Kurzgeschichte „Scanners Live in Vain“ von Cordwainer Smith.

Ist zwar auf englisch, aber dafuer nicht lang.

Ihr, meine lieben Leserinnen und Leser fragt euch jetzt bestimmt, warum ich die empfehle. Nun ja, der Grund ist der Folgende: weil die einfach mal vøllig krass gut ist! Die ist aus den 40’er Jahren des letzten Jahrhunderts und ich dachte, dass es da nur Abenteuergeschichten im Weltraum gab. Nicht wenige davon auch richtig gut, ich erinnere dabei bspw. an Robert Heinleins fruehe Werke. Aber mir ist bisher keine Geschichte untergekommen, die aus besagtem „Abenteuerrahmen“ ausbrach. Heutzutage ist das voll normal, aber nicht damals. Insbesondere Kurzgeschichten wurden in den damaligen SciFi-Magazinen verøffentlicht und da ist die Auswahl natuerlich auch am potentiellen kommerziellen Erfolg ausgerichtet. Und das ist dann natuerlich eher an „leichtverdaulichem“ fuer die Massen orientiert.

Natuerlich erinnert ihr euch da bestimmt an Olaf Stapledon von neulich (hier und hier). Der zaehlt aber nicht, denn der schrieb Romane und im Jahrzehnt davor.

Wieauchimmer, „Scanners Live in Vain“ ist eine wirklich intelligente Geschichte, die sich lohnt zu lesen. Das gilt zwar im Allgemeinen, aber insbesondere, wenn man sich auch nur ein bisschen fuer Science Fiction interessiert.

Wooooooaaahhhh …

.oO(’s ist schon schøøøøøøøn hier drauszen!)

Gerade eben fiel ich aus dem Jumpspace und mir offenbarte sich dieser prachtvolle Anblick. Da konnte ich nicht widerstehen, den mit euch, meinen lieben Leserinnen und Lesern, zu teilen.

Ihr fragt euch bestimmt, ob ich zwischen den Sternen durchgeflogen bin. Die Antwort ist: aber selbstverstaendlich! .oO(Was fuer eine Frage) … warm ist’s meiner Kassandra dabei geworden. Die Strahlung zweier Sterne so nah beieinander ist dann doch ’ne ganze Menge. Aber es war ja nur fuer ein paar Augenblicke. Da geht das schon mal.

FI-NAL-LY! Ein erdaehnliche Planet, fuer den ich der Erstentdecker bin:

Ich habe da soooooo sehr drauf gewartet. Mehrere tausend Lichtjahre musste ich dafuer reisen. Aber nun steht auch eindlich mein Name an einer solch seltenen Welt dran … Jippie :)

Nu muss ich mich aber beeilen die Daten auch abzuliefern. Nicht, dass noch wer anders diesen wunderschønen Planeten entdeckt und dessen Koordinaten Universal Cartographics vor mir mitteilt. Denn nicht das Datum der eigentlichen Entdeckung ist entscheident, sondern wann man die Daten abliefert.

Dieses Prinzip ist ja auch eigentlich auch super sinnvoll! Denn die Datenbanken von Universal Cartographics sind sicher via Quantenverschraenkung miteinander in Verbindung. Da kann man also Gleichzeitigkeit definieren. Wenn nun aber eine bøswillige Entdeckerin oder verrueckter Entdecker  eine Welt entdeckt und dann jahrelang im Normalraum gerade so ein bisschen weniger als mit Lichtgeschwindigkeit durch den Weltraum schleicht, dann gehen ihre bzw. seine Uhren anders und sie oder er kønnte sich so den Titel des Erstentdeckers erschleichen.

Andererseits ist das derzeit implementierte System auch nicht vor Verrueckten sicher. Ich habe da Geschichten gehørt, dass sich Entdecker regelrechte Hetzjagden geliefert haben, nur um der oder die Erste zu sein im Universal Cartographics Buero. Es gibt gar Geruechte von Morden! … .oO(au wacker). Ich habe keine Ahnung, ob da auch Entdeckerinnen drunter waren. Achtung Vorurteil: Das hørt sich eher mann-typisch an *augenverdreh*

Und auch unter anderem deswegen zieht es mich weiter … die vielen Parsecs ziehen schlieszlich nicht von alleine an mir vorbei.

Dietmar Dath schrieb einen sehr persønlichen und bewegenden Nachruf auf Harlan Ellison. Wie bei den allermeisten Texten aus Meister Dietmars Feder lohnt sich die Lektuere.

Aber das ist nicht der Grund warum ich diesen Artikel hier erwaehne. Vielmehr geht es um das Folgende, was ich vøllig aus dem Zusammenhang reisze (was aber nicht schlimm ist, da es auch fuer sich allein stehen kann):

[…] die ästhetische Betrachtung von Horror-, Fantasy- und Science-Fiction-Filmen, […] an seinen eigenen Gesetzmäßigkeiten [messen] statt am Snobismus der Cineasten oder am leeren Enthusiasmus der Konsumidiotie […].

Dies drueckt sehr schøn aus, warum mich so viele verschiedene Filme begeistern kønnen und warum mir besagte sogenannte „Cineasten“ … also Leute die sich was drauf einbilden, dass sie sich nur „besondere“ Filme im Kino anschauen … sowas von auf den Sack gehen. Solche Leute haben naemlich keine Ahnung von Filmen, glauben aber, dass sie Ahnung haetten und schwaetzen deswegen dumm (und munter) drauf los, wenn es beispielsweise um Star Wars, die Filme im Marvel Cinematic Universe, oder viele andere geht.

Mit tun nur deren Kinder leid, denen so viel Freude und Kultur (bøswillig) genommen wird :( .

… wenn ich mich nach etlichen Spruengen von Stern zu Stern endlich zur Nachtruhe lege?

Diese Frage kann mit einem Wort beantwortet werden: beeindruckend (im Fullscreen Modus):

ENDLICH! Das Ziel meiner ersten Reise ist erreich. Der ehemalige Stern im Zentrum des Krebsnebels:

Wie man sehen kann, werden die Lichtsammelelemente meiner Auszenbordkamera deutlich gestørt, hier in der direkten Naehe des Pulsars. Das ist bestimmt dem relativistischen Wind geschuldet.
Der Pulsar rotiert und vollfuehrt eine volle Drehung ca. alle 33,3 Millisekunden. Dies ist auf dem statischen Bild leider nicht zu sehen :( . Besagter relativistischer Wind transportiert so krass viel Energie vom Neutronenstern davon, dass die Drehung sich pro Tag um 38 Nanosekunden verlangsamt! KRAAAAASS!!! Kein Wunder, dass mein Bild gestørt ist.

Aber genug mit den trockenen (wenn auch super interessanten und spannenden) Fakten.

Schau’n wir (das Kønigliche) doch mal wo wir sind:

Das ist ein Blick auf die Galaxie, mit all ihren Sternen. OK, nicht die gesamte Galaxie. Die passt nicht ins Bild, aber ein wesentlicher Teil ist doch sichtbar.
Der gelbe Pfeil ist ungefaehr wo die Erde liegt. (Fuer die ganz genauen, ich habe Barnards Stern nehmen muessen, da ich fuer das Sol-System keine Zugangsberechtigung habe.) Der blaue Pfeil ist, wo ich gerade bin. Ganz schøn weit weg, wa! Genauer gesagt 7175 und ein paar zerquetschte Lichtjahre. Das entspricht etwas weniger als 150 Jumps, mit meiner Kassandra.

Auch wenn es durch die weit auseinanderliegenden Berichten den Eindruck macht, dass ich ewig unterwegs war, seitdem ich den von Menschen bevølkerten Raum verliesz, so benøtigte ich doch fuer den Hinflug dieser ersten Reise nur ca. einen Echtzeittag. Inklusive des Abklapperns aller Sehenswuerdigkeiten.
Aber Jump, Systemscan, Jump, Systemscan, Jump … … … wird auf die Dauer etwas anstrengend. Und deswegen nehme ich mir fuer den Rueckflug mehr Zeit.

Hat sich die Reise … WAS FUER EINE FRAGE SOLL DAS DENN WERDEN!!! … Natuerlich hat sich die Reise gelohnt! :)

Und deswegen heiszt es fuer heute: gute Nacht …… … nachdem ich ein Stueck weggeflogen bin von diesem Supernovaueberrest :)

Neulich stolperte ich ueber den Artikel „Political Regime Type and Warfare: Evidence from 600 Years of European History“ von Blank, Dincecco und Zhukov, 2017 (Link fuehrt zu SSRN).

Darin werden Daten gezeigt und analysiert, welche aufzeigen, dass historische, demokratisierende Prozesse zu mehr Krieg gefuehrt haben :( .

Schon in der Kurzzusammenfassung am Anfang las ich etwas, bei dem ich nur „SHIT!“ dachte:

[…] early parliamentary regimes fought in significantly more wars than absolutist monarchies […]. Such regimes, […] had a relatively large capacity to make war, but, unlike modern democracies, not enough institutional constraints to prevent it.

Die Hypothese der Autoren ist, dass

[…] the emergence of more representative and accountable institutions made warfare more affordable, and more likely to occur. To help finance warfare, monarchs exchanged (partial) political representation for new fiscal resources […]. As the fiscal and military strength of early parliamentary regimes grew, however, the institutional constraints on the ruler’s war-making ability did not appear to keep pace. As a result, pre-modern patterns of war participation were the opposite of what we might expect today: more representative and accountable governments went to war more frequently than did absolutist ones.

Haeh?

Although early parliamentary regimes were quite effective at raising new fiscal resources for war, they did not typically possess enough institutional constraints to reduce war’s frequency. Regardless of regime type, rulers in pre-modern Europe had strong incentives to seek glory and spoils through warfare.

Und auszerdem:

Furthermore, while elites in parliament may have controlled taxation, the decision to go to war typically remained in the ruler’s hands […] [this problem is labeled] “royal moral hazard in warfare.”

Nach der Analyse ihrer Daten kommen die Autoren also zu dem (bereits gespoilerten) Schluss, dass …

[…] early parliamentary regimes were significantly more belligerent than absolutist monarchies. Although parliamentary regimes were relatively uncommon before 1800, they fought in a disproportionately high share of armed conflicts.

Oder anders:

[…] the democratic peace – which has characterized interstate conflict behavior since the nineteenth century – is a departure, rather than a continuation, of previous historical trends.

Und warum schreibe ich das hier?

Ganz einfach … weil das irgendwie nicht so richtig in den Rahmen dessen passt, was ich sonst so diesbezueglich dachte.

Zum Abschluss sei noch das Folgende gesagt:

[…] early parliamentary regimes differed in important ways from modern democracies. […] [O]pen competition and contestation, the right to participate and vote in elections, and civil liberties […]. Pre-modern parliamentary regimes, however, generally lacked such democratic practices […]. […] [M]ature modern democracies can prevent the outbreak of wars in ways that early parliamentary regimes could not.

Die Menschheit lernt ueber die Jahre. Das beruhigt dann doch wieder :) . Schlimm nur, dass der Lernprozess so lange dauert und dass dabei so viele Menschen sterben.

Das Ziel dieser Reise ist nur noch einen Sprung entfernt:

Auch wenn es hier ueber mehrere Wochen beschrieben wurde, so benøtigte ich doch nur einen Tag in Echtzeit um dorthin zu gelangen. Aber es war ein sehr langer Tag und solche eine Strapaze nehme ich nicht nochmal auf mich. Die naechste Reise werde ich gemuetlicher angehen.

Aber ich wollte weg! Und es war das erste Mal. Und was hab ich mich gefreut, als das Ziel beinahe zum Greifen nahe war :)

Neulich so beim Tanken:

Da bremste ich aber mal so schnell wie møglich, denn ausgestoszene Sternenmaterie hat natuerlich immer Vorfahrt. Ich denke nicht, dass die sonderlich heisz ist … also jedenfalls nicht im konventionellen Sinne, eher so wie in der Exoshpaere … aber Sternenmaterie ist Plasma und das besteht aus geladenen Teilchen. Im Bereich zwischen den Sternen, ja selbst in der Naehe eines Sterns ist das normalerweise kein Problem, da die Dichte dies Plasmas klein genug ist. Aber wenn das so konzentriert auftritt wie hier, dann halte ich lieber an. Ich will naemlich nicht riskieren, dass meine Elektronik gebrutzelt wird … naja … anhalten und anhalten … Ich hatte immer noch eine Geschwindigkeit von 30 m/s.

Haette ich drumrum fliegen kønnen? Na klar! Aber dann haette ich doch nie so ein schickes Selfie bekommen :) .