Auf seine eigene Art und Weise, hat der Jahrtausendturm in Magdeburg einen gewissen Charme. Ich muss aber gestehen, dass ich von der Ausstellung dort nie sonderlich beeindruckt war. Ist ganz gut gemacht, aber es haute mich nicht vom Hocker.

Wieauchimmer, die Ausstellung dort ist ja nur in so fern Thema dieses Beitrages, als dass es ein Artikel innerhalb der Miniserie „Toiletten in Bildungseinrichtungen“ ist.

Und hier sind drei Urinale, von vor ca. 10 Jahren oder so:

Jahrtausendturm2

Bitte gehen sie weiter, es gibt hier nichts zu sehen.

Ebensowenig beim Sitzklo:

Jahrtausendturm1

Mit solch langweiligen Toiletten schreiben sich die Beitraege schnell. Ist ja auch was Feines.

JA! Ich sehe Kinos im Algemeinen auch als Bildungseinrichtungen an.

Zum Ersten sind Filme Kunst. Selbst der duemmste Actionknaller von Jerry Bruckheimer kann das nicht komplett verstecken, egal wie sehr sich die Filmemacher auch anstrengen møgen.

Zum Zweiten wird man dort ab und zu zu „schwierigen Themen“ informiert. Beispielhaft verweise ich auf das hiesige Filmfestival. Aber natuerlich werden nicht nur dort derartige Filme gezeigt.

Und zum Dritten bringen Kinos via der dort gezeigten Filme andere Welten, Vorstellungen, Leben, Gedanken etc. zu den Menschen. Und mit etwas Anderem als dem Alltaeglichen in Kontakt zu kommen ist immer bildend. Selbst wenn es im Film vornehmlich um gigantische Roboter geht, die sich mit gigantische Monstern aus einer anderen Dimension (oder so) pruegeln. Der verlinkte Film ist im uebrigen sehenswert. Aus verschiedensten Gruenden, nicht nur der gigantischen Roboter wegen, die sich mit gigantischen Monstern pruegeln ;) .

Nur eine Toilette diesmal, das (ehemalige?) Klo fuer funktionsgehemmte Personen.

Prinsen

Das Pendant des Nova stellte ich bereits an anderer Stelle vor.

Mglw. „ehemalig“, weil ich im Moment des Schreibens gerade nicht sicher bin, ob diese Armstuetzen noch vorhanden sind. Das Bild ist naemlich schon ein paar Jahre alt.

Und dann faellt mir noch auf, dass dieser Beitrag ja sehr gut zu der nun bald abgeschlossenen Kino-Miniserie passt. Ob man da von Synergieeffekten sprechen kønnte … Mhm?

Nach den ganzen Monaten, Wochen und Tagen, zeigte sich bei der Auswertung der Stunden die Macht der Metadaten.

Aber zunaechst die Uebersicht ueber die Startzeiten der geschauten Filme:

15_Uhrzeiten_Gesamt

Wie man sieht, sah ich Filme frueh am Morgen (mich duenkt, dass es sich dabei nur um Kosmoramefilme handelte) und spaet in der Nacht. Dazwischen scheine ich drei Zeiten zu bevorzugen; um 20:00 Uhr, um 17:30 Uhr und 15:00 Uhr (und etwas spaeter).

Dies schien mir erstmal plausibel. Bis ich mir mal die Daten ueber die Jahre im Einzelnen angeschaut habe. Der Uebersichtlichkeit halber seien im naechsten Bild nur die Jahre 2007 (blau) und 2012 (rot) gezeigt:

16_Uhrzeiten_Beispiele

2007 entspricht dem, was man nach dem ersten Bild erwarten wuerde. „Hauptpeak“ um 20:00 Uhr, zweiter Peak um 17:30 Uhr. Kein dritter Peak in diesem Fall.

Bei 2012 hingegen gibt es eine Verschiebung der Peaks zu frueheren Zeiten.

Das fand ich doch aeuszerst spannend. Ich erinnerte mich naemlich, dass ich mein Kinogehverhalten in den letzten Monaten meiner Ehe (vor der Kernschmelze) doch dahin aenderte, dass ich eher waehlte frueher ins Kino zu gehen um entsprechend frueher zu Hause zu sein. Dies aufgrund meiner eigenen psychischen Unzulaenglichkeiten (a.k.a. Aengste; dazu aber nicht mehr an dieser Stelle).

So fragte ich mich, ob sich in diesen Metadaten der Zustand meiner Ehe widerspiegelte. Also untersuchte ich die Uhrzeit des 1. und 2. Peaks in allen Jahren von Hand.
Hier ist das mMn schønste aller Ergebnisse dieser vielen Stunden Datenschau:

17_Zeitpeaks

Sobald ich das Kino als mein ganz persønliches Filmzimmer okkupiert hatte, ging ich ueber viele Jahre am liebsten zu ca. 20:00 Uhr und am zweitliebsten ca. 18:00 Uhr ins Kino. Daran aenderten auch wirklich einschneidende Ereignisse in meinem Leben nichts. Weder das emotional sehr anstrengende Ende meiner ersten Beziehung (2004), noch das Beginn eines „geregelten Arbeitslebens“ nach dem Abschluss meines Studiums (2005), ebensowenig das Hinzukommen des jungen Mannes der bei mir wohnt (2007) und auch nicht der Umzug ins schøne Norwegen (2008).
Im Jahre 2009  hingegen steigt sowohl die Zeit des ersten, als auch des zweiten Peaks signifikant. Im Jahre danach pendeln sich die Zeiten zwar bei den ungefaehr gleichen Zeiten wie vorher wieder ein, aber in „umgekehrter Reihenfolge“; ich waehlte also eher ca. 18:00 Uhr im Kino zu sein. In 2012 dann sackt der 2. Peak sogar auf eine Zeit unter den 1. Peak ab.

Die Daten fuer 2012 und 2013 erklaerte ich weiter oben. Je weniger Naehe ich erlebte umso mehr wollte ich haben. Deswegen wollte (!) ich eher zu Hause sein.

Ca. 2009 erinnere ich mich, dass es haeufig „ziemlich schlechte Luft“ war. Nichts, was ich wahr haben, oder auch nur eingestehen konnte damals. Aber ich erinnere mich, dass ich durch „lange ins Kino gehen“ versuchte den damit verbundenen, unangenehmen Gefuehlen zu entkommen. Mittlerweile weisz ich, dass dies ein mir typisches Fluchtverhalten war/ist.

Dann im Jahr darauf nahmen die oben erwaehnten Aengste zu und der 1. Peak (zur Erinnerung: die „hier geh ich am haeufigsten ins Kino“-Zeit) verschob sich nach unten. Gleichzeitig ist das Fluchtverhalten noch erkennbar. Dann in 2012 die damalige (leichte) Depression, die aber nicht an die Ursache derselben ging, sondern im Wesentlichen nur die (offensichtlichsten) Symptome behandelte. Ich konnte mir das Desaster einfach noch nicht eingestehen.

Der Rest ist bekannt.

Ich fand es ganz erstaunlich, inwiefern sich mein emotionales Wohl- bzw. Unwohlsein derart auf etwas (ins Kino gehen) auwirkt, was die meisten Leute als eher weniger relevant ansehen. Aber mich duenkt, dass bereits in den vorherigen Artikeln dieser kleinen Reihe etabliert wurde, dass Kino fuer mich etwas Besonderes … nein Normales … ach, vermutlich Beides ist.

 

Insgesamt ist dies alles sehr sehr interessant, nicht wahr – was Metadaten doch alles ueber uns verraten. Dabei haben wir alle doch eigentlich ueberhaupt nichts zu verstecken!

Da haette ich doch beinahe vergessen, dass ihr, meine lieben Leserinnen und Leser, noch der anderen zwei „Unter Knochen“-Baende harrt. Hier sind diese:

Unter Knochen 3+4

Den Abenteuern des Monsieur Mardi-Gras zu folgen lohnt sich.

Selbst dem Tagesspiegel war der Abschluss der Reihe ein Beitrag wert.

Strand

Im letzten Abschnitt des Beitrages „Unumstritten?“ meine ich, dass die Darstellung von Frauen, so wie es beispielhaft in dieser Kategorie meines weblogs wiedergegeben ist, nicht hilft, bessere Verhaeltnisse zu schaffen.
Aufgrund eigener Erlebnisse fragte ich mich nun allerdings das Folgende: wuerde eine „keusche“ Darstellung mglw. eher noch mehr dem Erhalt der, von mir so oft erwaehnten, Menschen ausschlieszenden Strukturen dienen?

Bezueglich sexueller Freiheit denke ich, dass diese ja insb. fuer Frauen wichtig ist. Also Freiheit im Sinne von „wir leben im 21. Jahrhundert“, „ihr Kørper, ihre Regeln“ und „gegenseitigem Einverstaendnis“.

Ich meine, dass eine Darstellung – „keusche Kleidung“ = „schøn“ – auch immer implizieren wuerde, dass das dazu „passendes“ Verhalten erstrebenswert ist. Ich behaupte, dass dies der Freiheit der Frauen nicht førderlich waere. Diese Behauptung kann ich aber in keinster Weise wissenschaftlich stuetzen.
Ich habe es aber (wie oben geschrieben) selbst erlebt, dass durch eine „Keuschheit ist was Gutes“-Sozialisierung sich Frauen nicht trauen, sich „sexy“ anzuziehen, selbst wenn sie sich so fuehlen.
Also wieder eine Art der Unfreiheit.

Das alles ist nur so eine Ueberlegung. Noch nicht mal eine besonders weit durchdachte Ueberlegung. Und eine Løsung kann ich schon gar nicht anbieten.

Im Uebrigen wird dadurch natuerlich auch meine eigene Freiheit eingeschraenkt. Zum Beispiel die Freiheit das zu sagen, was im Bild steht: dass ich der dargestellten Frau den ganzen Tag beim Sonnebaden zusehen kønnte, ohne dass mir langweilig werden wuerde. Meine ich das auch … mhm … ich muss gestehen, dass ich dem teilweise zustimme.

Nunja … jetzt komme ich aber vom 100-sten ins 1000-ste. Das muss ich mal an anderer Stelle fortfuehren.

An den letzten Beitrag anknuepfend møchte ich euch, meinen lieben Leserinnen und Lesern, heute gerne einige der Gedanken Bernd und Hilla Bechers naeher bringen. Hier kann man mal ein Beispiel ihrer Kunst sehen. Es lohnt sich nach mehr zu suchen.

Sie selber sagen:

We were interested in architecture. But what you call „architecture“ is probably designed architecture, and we were both interested in that difference. The principle „form follows function“ is rather not in architecture but in industrial buildings.

Es ist schon ein interessanter Gedanke, stinknormale Wassertuerme (oder Getreidemuehlen, Stollenaufzeuge etc. pp. – die Beiden haben ein sehr interessantes Portfolio) zu fotografieren und dies dann als Kunst zu deklarieren.

Hier ist es deutlich einfacher zu begruenden warum dies geschieht. Handelt es sich doch zum einen schon um einen bereits als Kunst anerkannten „Gegenstand“ (Architektur) und zum anderen sind die Bilder an sich auch sehr …  mhm … ja was eigtl.? … sicherlich professionell und auch schøn anzusehen … es faellt mir immer schwer es in Worte zu fassen, was ich Angesichts von Kunst fuehle und warum ich so fuehle. Ich denke ihr, meine Leser und Leserinnen, wisst, worauf ich hinaus will … irgendwie sowas wie „aestethisch anspruchsvoller“ mein ich.

Diese Faszination fuer „Form follows Function“ kann ich zwar nachvollziehen, aber das ist nicht warum ich Toiletten fotografiere und als Kunst deklariere. Oder anders: Form ist (fast) nicht von Bedeutung. Auch nicht Funktion. Man kann diesen Alltagsgegenstand Toilette nur bedingt fuer etwas anderes gebrauchen. Die Funktion ist also klar.
Die Frage die sich mir deswegen stellt: warum sollte es NICHT Kunst sein. … Ganz perfide ueberlasse ich also den Kritikern (oder denen, die sich drueber lustig machen) die Beweislast.
Die Frage warum es Kunst sein sollte ist einfach zu beantworten: Weil Kunst (auch) im Auge des Betrachters liegt.

Und nun noch die Bilder.

TheaterOldenburg2

So allein wie es da haengt, kønnte man es fuer eine Kunstintallation halten, nicht wahr ;)

TheaterOldenburg1

Mhm … da faellt mir nix zu ein … Vielleicht: Form follows function :P

Auszer ihn hier, interssierts vielleicht auch die hier:

Waynes Coffee

Oder mglw. auch die hier:

Wayne's Express

Der letzte Beitrag in diesem ereignisreichen Jahr.

Vor einiger Zeit erhielt ich diesen Kommentar.

Den lasse ich nicht gelten!
Folgt man naemlich dem dort angegebenen Link, so kommt man zu etwas, was mit Graffiti (ja Mehrzahl, schlieszlich findet man auch nur aeuszerst selten nur ein einziges Spaghetto) zu tun hat. Diese sind eindeutig ungewøhnlich, einzigartig. Und das steht dort ja auch … „immer neu, immer anders“ … aber die Toiletten sind bei den Bildern ja nicht mal richtig drauf und stehen auch nicht im Mittelpunkt.

Wie bereits neulich angedeutet, geht es mir aber eigentlich bei meiner Kunst ueberhaupt nicht um das Besondere. Gerade das Gewøhnliche, das Alltaegliche ist es, was ich einfangen will. Dazu zaehlt auch die Art der Aufnahme der Toiletten. Auch wenn ich keine wirklich professionellen Aufnahmen machen kønnte (mangels Ausruestung), so kønnte doch die Qualitaet der Bilder besser sein als Mobiltelefonkamerequalitaet. Meine kleine Taschenkamera kønnte ich jederzeit bei mir haben. Bei den „Klassikern“ war das ja auch so. Da hatte ich meine (Film)Kamera immer dabei. Also auch in der Form der Aufnahme (sich widerspiegelnd in der Qualitaet der Bilder) steckt das Alltaegliche, das Gewøhnliche.

Auf einer Zugfahrt nach Wien im Sommer lernte ich ein Kuenstlerpaar aus Australien kennen. Als die von meiner Kunst hørten, machten sie mich auf Marcel Duchamp aufmerksam. Von dem hatte ich vorher noch nie was gehørt, aber sein Werk „Fountain“ ist nicht nur in seiner Bedeutung, sondern gar in seinem Gegenstand meiner Kunst sehr aehnlich.

Duchamp described his intent with the piece was to shift the focus of art from physical craft to intellectual interpretation.

Kunst ist also abhaengig vom Betrachter. Oder wie es in Blindman No. 2 (New York, May 1917) auf Seite 5 steht:

He took an article of life […] [and] created a new thought for that object.

Diese Meinung war zu dieser Zeit nicht so weit verbreitet:

Nach dem [sic] sich die Society darauf geeinigt hatte, dass dieser maschinengefertigte Alltagsgegenstand keinesfalls Kunst sei, wurde Fountain von der Ausstellung ausgeschlossen.

Mit „Society“ ist die Society of Independent Artists gemeint.

Toiletten als Kunstgegenstand … SKANDAL! … Und ein Skandal wurde es dann tatsaechlich.

Wie auch immer, es geht mir darum, dass Graffito gerade KEINE „article of life“ sind. Keine Massenproduktion. Das sind i.A. Einzelstuecke. Und auch wenn Graffiti die Umgebung verschønern, sind sie doch nicht der Fokus meiner Kunst. Sie kønnen aber unter Umstaenden integraler Bestandteil derselben sein, finden sich diese doch auch (leider viel zu selten) auf Toilettenwaenden.

Beim naechsten Mal møchte ich hieran anknuepfen. Fuer dieses Jahr soll es aber gut sein. Fehlt nur noch das Bild (Ausnahmsweise mal nur eines). Hier ist es:

HiVe

Urspruenglich waehlte ich dieses Bild gerade wegen der einem ins Gesicht springenden Gewøhnlichkeit aus. Als ich es einfuegte, sah ich aber dieses wunderschøne Zusammenlaufen der Geraden. Schon schick anzusehen, wa!

Eigentlich bin ich kein Freund von Zoos. Aber manchmal gehen mir die Ideen aus, was ich denn mit dem jungen Mann der bei mir wohnt in einer fremden Stadt, in der ich mich nicht auskenne, so machen soll.

Ich hatte den Eindruck, dass der Zoo in Amsterdam zu den besseren Einrichtungen dieser Art zaehlt.

Hier zwei Fotos der dort zahlreich zu findenden Toiletten.

Artis Royal Zoo Planetarium 2, Amsterdam

Nicht gerade etwas Besonderes.

Artis Royal Zoo Planetarium, Amsterdam

Auch das Sitzklo ist nichts Besonderes. Aber darum geht es mir im Grunde genommen ja gar nicht. Sondern eigentlich um das genaue Gegenteil. Dazu in einem spaeteren Beitrag in dieser Kategorie mehr. Letztlich ist es doch so, dass das „aesthetische Wesen“ in mir immer nach dem Besonderen sucht.
Und das fand ich auch. Naemlich an der Platzierung der Toilettebuerschte. Eleganter Zufall oder provozierende Absicht?

Munter weiter fragte ich mich dann inwiefern mein Kinogehverhalten durch die zeitliche Situation gepraegt wurde.

Im folgenden Bild sieht man, wie sich meine Kinobesuche auf die Monate verteilen.

Abgesehen von zwei Peaks sind meine Kinobesuche erstaunlich gleichmaeszig ueber das Jahr verteilt.

Der Peak im April ist wiederum durch Kosmorama zu erklaeren. Ziehe ich von dem Wert die ca. 50 Kosmoramafilme der letzten zwei Jahre ab, dann lande ich beim Durchschnittswert. Die leichte Erhøhung im Mai ist ebenso durch Kosmorama zu erklaeren. War doch in diesem Jahr das Festival teilweise im Mai.

Bleiben der Maerz- und der August-Peak.

August ist „leicht“ zu erklaeren durch „Sommerblockbuster“ und „Zeit haben“. Im Maerz duerfte vor allem Letzteres der Fall gewesen sein. Ist dies doch der Monat im Studium gewesen, wo alle Pruefungen ueberstanden waren, das neue Semester aber noch nicht angefangen hat.

Nun interessierte es mich, inwiefern sich das bemerkbar macht, wenn man die Anzahl der Kinobesuche pro Monat normiert auf die Gesamtzahl der Kinobesuche des jeweiligen Jahres. Dies deswegen, weil statistisch signifikante Unterschiede dadurch u.U. leichter erkennbar sind. Hier ist das Ergebnis:

11_Monate_normiert

Wie man sieht, sieht man nix! Die Majoritaet der Daten befindet sich in einem Band zwischen ca. 0,04 und  0,12. Das bedeutet im Wesentlichen das oben bereits Gesagte: Ich gehe ungefaehr jeden Monat gleich oft ins Kino. Heraus sticht der April (blaue Kurve) in den letzten zwei Jahren (und der Mai (gruene Kurve) in 2014) – Kosmorama.
Witzig ist der Peak im Februar 2008. Das konnte ich mir beim besten Willen zunaechst nicht erklaeren. Dann erinnerte ich mich aber an eine Tagung in Berlin. Und da hatte ich auch Zeit ein paar Mal mehr ins Kino zu gehen als durchschnittlich in dem Jahr. Ein „klassischer Ausreiszer“ also.

Es verwunderte mich zunaechst, dass sich die Maerz- und August-Peaks nicht so eindeutig bemerkbar machen. Das haette ich anders erwartet. Wenn man sich aber die Daten des ersten Bildes nochmal anschaut, so sieht man, dass es nur ca. 20 Kinobesuche mehr in diesen beiden Monaten sind. 20 Kinobesuche ueber 16 Jahre; das ist ca. ein Kinobesuch mehr pro Jahr fuer diese beiden Monate.
Ist das relevant? Gute Frage, in der Summe schon, das sieht man ja. Im „alltaeglichen Leben“ macht sich das nicht bemerkbar.
Das ist wie bei Statistiken zur Klimasituation. Da sieht auch jeder die eindeutigen Daten, aber ’s kuemmert keinen so richtig, denn „2 Grad mehr“ ist doch nun wahrlich nichts, was mich negativ beeinflusst, nicht wahr.
Statistik ist schon was Feines.

Nun zu den Tagen.

So verteilten sich meine Kinobesuche auf die einzelnen Wochentage:

12_Tage

Abgesehen von Dienstag und Mittwoch sind meine Kinobesuche wiederum ziemlich gleich verteilt auf die einzelnen Wochentage. Schauen wir mal gleich auf die normierten Daten.

Auch hier befindet sich die Mehrzahl der Datenpunkte in einem relativ engen Band zwischen ca. 0,04 und  0,16. Was das bedeutet schrieb ich bereits oben.
Eindeutig heraus hebt sich der Dienstag (rote Kurve) zwischen den Jahren 2001 bis 2004. Dies lag daran, dass Dienstag „Kinotag“ im Cinemaxx war und jeder Film einen Euro (glaub ich) billiger war. Wenn ich mich richtig erinnere, so verschob sich dieser Tag dann auf den Mittwoch (blaue Kurve). Das passte mir irgendwie gar nicht so richtig in den Kram damals. Und so wie die Kinobesuche am Mittwoch zunehmen, so nehmen sie an den Dienstagen ab.

Mittwoch als beliebtester Tag haelt sich dann ziemlich gut ueber dem Durchschnitt. Dass dies in Trondheim so blieb lag daran, dass Mittwochs haeufig die Filmklubbfilme liefen.

Interessant ist die „Sonntagserhøhung“ (gruene Kurve) in den Jahren 2006 – 2008. Aus den kumulativen Daten haette man zunaechst das Gleiche schlieszen kønnen was ich bzgl. Maerz und August in der Diskussion der vorhergehenden Ergebnisse sagte. Hier sieht man aber, dass in diesen drei Jahren die „kleine (kumulative) Haeufung“ sehr wohl einen Effekt auf das taegliche Leben hatte. Ging ich doch mit einer doppelt bis dreifach høheren Wahrscheinlichkeit an einem Sonntag ins Kino anstatt an einem Wochentag (ausgenommen Mittwoch).

Witzig finde ich den Verlauf „Sonnabendkurve“ (lila). Scheinbar (!) folgt diese in den Jahren 1999 – 2007 einem gewissen mathematisch exakt angebbaren Zusammenhang. Dem war natuerlich nicht so. Purer Zufall. So wie wenn man eine eingebildete antropomorphe Entitaet um genug Essen auf’m Tisch bittet und es Duenger vom Himmel regnet. Da war es auch pure Zufall, dass ’n Wirbelsturm kurz vorher durch die entpsrechende Lagerhalle fegte.

Eine Grafik habe ich noch und dann ist Schluss fuer heute.

„Normale Leute“ (wer immer das auch sein mag) gehen meist Freitag oder Sonnabend ins Kino. Weil ’s wissen schon … naja … eigtl. nicht … warum eigentlich? Mir faellt beim besten Willen kein Grund ein, warum ich diese zwei Tage bevorzugen sollte um ins Kino zu gehen. Hingegen faellt mir ein gewichtiger Grund ein NICHT an diesen zwei Tagen ins Kino zu gehen: Horden von anderen Menschen … da kønnt ick ja jleich uff’n Rummel jehn, wenn mir daran was liegen wuerde.

Also schaute ich mir mal an inwiefern „das Wochenende“ (Freitag und Sonnabend) bei mir gegen die anderen Tage abschneidet.
Nun kann ich da natuerlich nicht nur den simplen Quotienten aus der Summe der Kinobesuche an den entsprechenden Tagen bilden. Bei einer einfachen Summe ueber 5 Tage zu einer einfachen Summe ueber 2 Tage ist ja recht klar, dass „das Wochenende“ nicht vernuenftig repraesentiert wird. Auch wenn ich mir damit die Taschen selber vollhauen kønnte, wie man so schøn sagt, da wo ich urspruenglich herkomme.
Die entsprechenden Summen muessen natuerlich noch durch die Anzahl der Tage ueber die summiert wurde geteilt werden, bevor das Verhaeltnis gebildet wird. Das nennt man auch „Wichtung“ .oO(duenkt mich).
Hier ist das Ergebnis:

Bei einem Verhaeltnis von eins (blaue Linie) waere ich genausooft am Wochenende wie in der Woche im Kino zu finden. Ist das Verhaeltnis kleiner, war ich øfter am Wochenende als an den anderen Tagen im Kino. Das kam tatsaechlich fuenf mal vor. (Zunaechst) Erstaunlicherweise auch in einem Jahr, in dem ich sehr haeufig (91 mal) im Kino war – 2013. Wenn man mal drueber nachdenkt, dann ist das gar nicht so erstaunlich, denn ich bin natuerlich mittlerweile gehaeuft mit dem jungen Mann der bei mir wohnt im Kino. Und da muss dann (noch) das Wochenende fuer herhalten.

Im Allgemeinen wuerde ich sagen, dass ich bisher tatsaechlich die Wochenenden eher vermieden habe um ins Kino zu gehen. Sehr auffaellig ist dies  im Jahre 2007 gewesen. Zum Glueck war ich da ein Mal an einem Freitag im Kino. Waere dem nicht so gewesen, so waere das Universum explodiert … tihihi.