Vor einiger Zeit stolperte ich ueber dieses Bild bzgl. der Kostueme  in (Computer)-Rollenspielen (aber nicht nur dort):

Is it sexist

Und erstmal dachte ich „Hey, das ist super :) „.

Dann aber wollte ich einen kurzen Weblogartikel draus machen und recherchierte dem Bild hinterher. Waehrend ich nicht das Original finden konnte, so stiesz ich doch auf einen Artikel mit dem Titel „When Is It Sexist?: A Chart That Doesn’t Get It Quite Right„. Und der hat ein paar gute Argumente, die meinem weniger gut qualifizierten ersten Gedanken teilweise widersprechen.

So steht dort:

The first set is definitely sexist […] and the second set is definitely one of the better, non-sexist ways to go about creating armored characters […]

The third set of characters are supposed to be the non-sexist way […][of] “we have magic barriers and don’t need no stinking armor […]“ […].

Aber dann geht’s los:

The problem […] with the [third] picture, and with that whole mindset in general [!], is that the sexual objectification and sexiness aren’t equalized between the genders.

Wait, what? Mal schnell weiterlesen.

[…] clothing (or lack thereof) is not the end-all-be-all measure of sexual objectification.

Auch wenn Kleidung das offensichtlichste Merkmal bei dieser Diskussion ist, so gibt es doch andere Dinge, die auch dazu gehøren:

In this particular case, there are four distinct things that keep the sexualization unequal (and therefore sexist): pose, type of clothing worn, facial expression, and anatomy.

Das hørt sich interessant an, nicht wahr. Fangen wir mit der Anatomie an. Zunaechst der Mann:

[…] the man […] is very much idealized. […] [He] has a body that would only be attainable by a select few men in the real world […].

Bei der Frau hingegen ist es deutlich schlimmer:

The woman’s body, however, is not an idealized body, but a body that has been distorted out of normal proportions into a sexual object that approximates a hyper-real idea of what a ‘Sexy Woman’ looks like. Her body is not even physically possible for humans outside of some pretty radical surgery: she’s missing parts of her rib cage and her waist is smaller than her head. There is also something to be said for the fact that the woman’s breasts are very exaggerated […].

Ok, da waeren meine Leserinnen und Leser (und auch ich) mglw. auch selber drauf gekommen, wenn man das mal analysiert haette. Aber es geht ja nocht weiter:

[…] their poses, [are] also unequal. The man is in a passive pose that suggests sexual objectification, but he’s also still standing at the ready. The only thing the woman appears to be ready for is knee pain and toppling over at the slightest breeze.

Als drittes dann:

[…] the issue of clothing. […] the man is […] not wearing much of anything at all, but the woman’s outfit far out strips (ha!) him in objectification. The man’s outfit, […] still somewhat looks like actual armor with it’s studded belt, large shoulder guards, and normal boots.

Die Frau hingegen …

[…] has almost nothing approaching real armor […] but does have components that would actively get in her way during combat or any sort of vigorous movement: high heeled boots, long hair that hangs loose in and around her face, and that strappy contraption trying to pass as a bra.

Und fuer heute als Letztes die Gesichtsausdruecke:

The man has got some vague bored/nonchalant/neutral expression on his face. The woman is in the middle of having a… really nice time.

Mhm … schon interessant all diese Punkte, die so schwer wahrzunehmen sind.

Zusammenfassend kann gesagt werden …

[…] the man in this picture is being sexually objectified what with his lack of clothing, idealized body, and passive stance.

Aber …

[…] the woman is far more objectified because her body has been distorted to non-human proportions, she is wearing very little clothing that also restricts her ability to be active, and has an overtly sexualized facial expression.

Deswegen sind diese zwei Charaktere nicht gleich, und anders als es in der dritten Zeichung steht …

[…] this pairing is actually sexist as well.

Wenn auch nicht mal in der Naehe des ersten Zeichnung, aber …

[…] it definitely does still have some lingering sexism in it.

Interessant fand ich auch den Abschluss des Artikels:

[…] for the last panel of this chart to be true […] We would need to see a man in heels and a skimpy, flimsy loin cloth that lifts and separates his balls, posed  in an odd, unbalanced way that best shows off his impossibly tiny hips and waist and perfectly sculpted pecs while making a face better reserved for the bedroom than the battlefield.

Das ist aber nicht so gezeichnet, denn …

[…] it would look freaking ridiculous, just like the woman already does.

Und hier kommt das Wichtige:

We’re just so used to ridiculously sexualized images of women that it doesn’t even register as such anymore.

So von wegen, wenn mal wieder ein Spinner behauptet, dass wir ja laengst Gleichstellung haetten.

Und wie immer noch mein eigenes Bild; sozusagen als (einfache) Hausfaufgabe:

Arcor3

Auch wenn ich fast nichts von Wolfgang Jeschke gelesen habe, so war mir doch immer bewusst, wie wichtig er fuer die Science Fiction in Dtschl. war. Dietmars kurzer und wuerdevoller Nachruf mit dem passenden Titel „Herr Zukunft ist fort“ ist lesenswert. Auch wenn man sich nicht dafuer interessiert.

Die Erwaehnung des Buches „Der letzte Tag der Schøpfung„, brachte mich mal dazu darueber nachzudenken, welche von mir gelesenen Sci-Fi Buecher ich denn NICHT-Sci-Fi Fans empfehlen wuerde (und warum).

– Das bereits erwaehnte „Der letzte Tag der Schøpfung“ muss ich hier nochmals nennen. Es ist definitiv eines der spannendsten Buecher mit Science Fiction Thema. Dies ohne sich dabei auf epische Laenge auszudehnen. Die Staerke liegt gerade in der Beschraenkung auf wesentliche Dinge. Dadurch liest es sich schnell, weil man unbedingt wissen møchte, wie es weiter geht.

– „Der ewige Krieg“ von Joe Haldeman, ist ebenso ein erstaunlich duennes Buch, welches einen durchgehend die ganze Zeit fesselt. Ich habe mich lange Jahre vor der Lektuere gedrueckt, aber als ich es denn endlich las, war ich innerhalb eines Tages fertig. Ein interessantes Setting, und auch auch wichtige und spannende ethische Fragen kommen nicht zu kurz. Letzteres aber ohne den erhobenen Zeigefinger.

Und hier war ich durch mein Buecherregal durch und fand keine weiteren Buecher, die unter die oben genannte Praemisse fallen.

Na klar, es sind so einige andere Buecher in meinem Regal, die ich empfehlen wuerde. Ganz oben auf der Liste steht der Dune-Zyklus von Frank Herbert. Der ist aber ziemlich Hardcore ;) .

Als Letztes møchte ich noch erwaehnen, dass die oben genannten Buecher davon ausgehen, dass die Leser selber denken kønnen. Mglw. deren grøszte Staerke.

Dort speiste ich mal mit einem Freund :)

Restaurant Trattoria MD

Eine nicht so gewøhnliche Urinalform. Auch der Marmor an der Wand ist cool :) .

Restaurant Trattoria MD 2

Nichts erwaehnenswertes beim Sitzklo.

Die Etablierung, dass auch „normale“ Dinosaurier Federn hatten, passt gut in diese fortlaufende Miniserie „Science Works“. Vor einigen Jahren hatte das Museum fuer Naturkunde in Berlin (immer mal wieder einen Besuch wert :) ) dazu eine sehr gute Sonderausstellung.

Anstatt an dieser Stelle nochmals auf die Dinge einzugehen, welche so zentral waren in vorherigen Beitraegen in dieser Miniserie, lasse ich einen Cartoon sprechen:

Heute mal wieder eine schønere Toilette im alten klassischen Stil:

Lukasklause2

Und auch die Sitztoilette hat einen gewissen (Toiletten)-Charme:

Lukasklause1

Vor allen Dingen die Bodenfliesen tragen zum Flair bei :) .

Aber eigentlich wollte ich mal Peter Hacks zitieren:

Mit dem Fortschritt kann es jeder halten, wie er will, ausgenommen die Künstler. Das Prinzip Hoffnung mag ein Weltprinzip sein oder auch keines; jedenfalls ist es ein Kunstprinzip. Indem einer Kunst macht, verrät er, dass er mit dem Weltende nicht rechnet. Er gibt sich nicht die ganze Mühe, um einen befristeten Stoff für einen befristeten Verbraucher herzurichten. Würde er mit dem Weltende rechnen, würde er die Sache lassen.

Entdeckt habe ich dieses Zitat in Dietmars Artikel „Peter Hacks II Ihm war zeit seines Lebens kalt„.

Dieser Ort ist meinen Leserinnen und Lesern ja bereits bekannt aus dieser Miniserie.

Hier nun die Toiletten:

StockholmsmässanUnd das Sitzklo:

Stockholmsmässan 2

Dietmar schrieb 2005 im Artikel „Wo der Daumen rechts ist

In Wirklichkeit ist die größtenteils verklärte bis imaginäre gute alte Zeit, in der „die Wirtschaft“ das Gemeinwesen allein über die Lohnarbeit konstituieren konnte, wohl vorbei.

Ehrlich gesagt hoffe ich das doch stark. Siehe auch bzgl. dem was ich als „Das Ende der Arbeit“ bezeichne.

Dann schreibt er weiter:

In absehbarer Zukunft gibt es nur noch zwei Wege, den Fliehkräften der sozialen Desintegration zu begegnen, […]. Man kann entweder eine Art Zweistufenplan aus Leitkultur und Kontrollgesellschaft durchprügeln, der das Gemeinwesen mit Propaganda- und Arbeitsdienstmaßnahmen zwangsvergesellschaftet und erbarmungslos alle durchs Netz fallen läßt, die da nicht mitspielen […]

… meiner Beobachtung nach, scheint es leider genau in diese Richtung zu gehen; Stichwørter waeren da „Ueberwachung“, „Griechenland“, „Hartz-IV“ …

[…] oder man muß sich programmatische Gedanken und politische Handlungen dazu einfallen lassen, welche Art von Ökonomie eventuell doch wieder imstande wäre, ein lebensfähiges Gemeinwesen zu stiften, wenn es denn die vorhandene evidentermaßen nicht mehr ist.

Diesen Satz møgen sich meine Leserinnen und Leser bitte mal nochmal durch den Kopf gehen lassen. Der ruettelt naemlich so sehr an dem, was uns die ganze Zeit eingetrichtert wird und an das wir so bereitwillig glauben.

Weiter dann dazu (Hervorhebungen von mir):

Daß statt der Gratisverteilung schöner Ausdrücke und damit verhübschter strafferer Almosenprogramme die Gesellschaft so einzurichten sei, daß es niemandem mehr einen Vorteil bringt, Leute aus der Vergesellschaftung fallen zu lassen.

… … …

Eine kurze Pause hier.

Das hørt sich doch irgendwie vernuenftig an, nicht wahr.

… … …

Aber wie geht es denn weiter? Was kønnte diese Idee denn eigtl. sein?

Dies kønnte es sein:

[…] war einmal die positive Idee derer, welche die „soziale Frage“ stellten. Diese Idee hatte einen Namen, […] [und der] heißt „Sozialismus“.

Leider gilt, dass es …

[…] so etwas wie eine Sozialdemokratie in irgendeinem programmatisch kohärenten und politisch nachvollziehbaren Sinn derzeit nicht [gibt].

In 2005 konnte Dietmar dann abschlieszend noch hoffnungsvoll schreiben:

[…] der Kunde [will] sich aber andererseits mit der Abschaffung des Produkts [der sozialen Gesellschaft] keineswegs abfinden und erst recht nicht mehr den Quatsch kaufen […], der von der alten Firma unter schicken Bauernfängernamen wie „Neue Mitte“ unters staunende Volk gebracht werden sollte.

Wir wissen ja, wie die Realitaet sich dann leider entwickelte und wie es heute aussieht in Dtschl. und Europa.

Ich finde es so schade, dass die Menschen so eine Angst haben vor ihren Mitmenschen :( .

Im letzten Beitrag in dieser Kategorie beschrieb ich ja ein bisschen, warum ich denke, dass unsere Gesellschaft schon ein beachtliches Stueck auf dem Weg zur Gleichstellung zwischen Mann und Frau gekommen ist. Dies natuerlich nur, wenn man in Betracht zieht, wie es „frueher“ war. Wir haben noch einen weiten Weg vor uns diesbezueglich!

Wieauchimmer; Gleichstellung gilt es natuerlich nicht nur zwischen den verschiedenen Geschlechtern herzustellen.
Mit der Legalisierung der Ehe zwischen homosexuellen Partnern (noch nicht in Dtschl.) sind wir auf dem Papier ja schon ziemlich weit. Und wie dieser xkcd Cartoon …

… zeigt, ist auch die Gesellschaft schon weiter als zum Zeitpunkt unserer Geburt.

Umfragen sind das Eine. Die Meinung in unserem sozialen Habitat sind etwas Anderes.

Aber wenn der „Terminator“ die Legalisierung der Eheschlieszung zwischen homoexuellen Menschen (in den USA), ganz offen und weithin sichtbar unterstuetzt, dann sagt dies mehr (positives) ueber die Gesellschaft aus als die zwei erstgenannten Dinge.

Dies deswegen, weil der Terminator ein (gesamt) gesellschaftlicher Ausdruck „purer Maennlichkeit“ ist.

Und hier øffnete ich gerade eine neue alte Buechse voll mit Wuermern. Schnell wieder zu machen und nicht weiter drueber reden … .oO(„pure Maennlichkeit“ … was fuer ein Quatsch!).

Dennoch, wie oben geschrieben haben wir noch einen langen Weg vor uns. Deswegen:

hm5

 

Normalerweise fotografiere ich die Toiletten an einem Platz nicht mehrfach. Nicht einmal dann, wenn es dort mehrere Toiltten gibt und die unterschiedlich sind. Als ich das zweite Mal auf dem Flughafen in Bergen war, war mir wohl entfallen, dass ich bereits Bilder der Toiletten dort hatte. Darum gibt es diesmal vier Bilder.

Die Urinale des ersten Sets:

Bergen Flughafen2

So eine feine Abstellflaeche fuer den Diplomatenkoffer.

Und hier die Sitztoilette:

Bergen Flughafen

Das wirkt dann weniger diplomatenhaft.

Hier die Urinale des zweiten Sets von Fotos:

Bergen Flyplass

Die Urinale selber sind zwar die Gleichen, aber der Architekt der Toilettenraeumlichkeiten liesz seiner Fantasie wohl freien Lauf und gestaltete die Architektur dieses Klos anders.

Ebenso beim Sitzklo:

Bergen Flyplass2

Wie wird eigentlich entschieden, ob die Klorolle links oder rechts an der Wand haengt?

… um die dann zu essen?

Das ist eine ernstgemeinte und sehr interessante Frage.

Technisch und moralisch (mglw. gar ethisch) gesehen denke ich, ist die Konstruktion von Rahmenbedingungen die dies ermøglich, vorstellbar.

Mich wuerde die Meinung meiner Leserinnen und Leser dazu aber mal interessieren.

Von wegen Denkverboten und so.

Es wird irgendwann ein zweiter Beitrag folgen. Mit ein wenig Glueck, dann mit Zitaten von euch :) .

Insgesamt ist dies hier einzuordnen wie bspw. dieser Beitrag, oder der hier, oder auch der … uns selbst als Menschen kennenlernen, durch das Evaluieren der uns bekannten Normen. Mehr ueber unsere Position innerhalb der (gesamten) menschlichen Gesellschaft erfahren. Position im historischen, sozialen, technischen, ethischen, politischen, emotionalen etc. pp Sinne.