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Beim letzten Mal versuchte ich eine Erklaerung zu finden fuer einen der drei (hauptsaechlichen) Prozesse, welche die Verteilung der Laenge der Wikipediaartikel beschreiben. Ich dachte es liegt an der englischen Sprache an sich, dem war aber nicht so. Damit habe ich nur noch eine Idee: Personennamen.

Ich kann gar nicht sagen, wie ich darauf kam. Poppte einfach so in meinem Geist auf. Ist allerdings auch nicht zu weit hergeholt. Ein Name sind zwei Woerter und prinzipiell kønnte das Maximum der Verteilung der Laenge von Personennamen zu mehr Buchstaben verschoben sein.

Nun brauchte ich also nur noch rausfinden, was Wikipediaseiten zu Personen sind … und da ging’s dann auch schon los. Wie soll ich sowas aus nur dem Titel ausmachen? Klar, ich kønnte ein paar Heuristiken herausfinden, aber das waere laengst nicht adaequat.
Aber dann dachte ich das Folgende.
1.: Eine Person bekommt einen Eintrag auf Wikipedia, wenn diese einigermaszen interessant ist (mit einer _sehr_ weit gefassten Definition des Wortes „interessant“).
2.: Ob eine Person von Interesse ist, ist zwar abhaengig vom Erfolg (dito, bzgl. der Grenzen der Definition dieses Wortes) der Person und Erfolg ist definitiv abhaengig von der Persønlichkeit (und ich wuerde auch die Gene nicht unbedingt ausschlieszen), aber Beides ist vøllig unabhaengig vom Namen. Klar, es gibt Kuenstlernamen, aber das ist darob der Menge aller (mehr oder weniger) interessanten Personen nicht ausschlaggebend.
3.: Die Wikipedia konzentriert sich vor allem auf „den Westen“.

Mit diesen drei (ich denke doch durchaus plausiblen) Annahmen dachte ich mir dann weiter, dass ich ja dann nur ’ne Liste aller (westlichen) Personennamen braeuchte und dass die Verteilung der Laenge der Namen repraesentativ fuer die Laengen der Titel der Wikipediapersonenseiten sein sollte.

Das Dumme ist nun, dass es solche Listen ganz sicher gibt, dass die aber zu Recht (!) nicht øffentlich zugaenglich sind. Aufgrund von Annahme #3 kann ich aber auf zwei andere schøne Quellen zurueckgreifen:
Listen von Babynamen und wie haeufig diese vergeben wurden … zurueck bis 1880 o.O
Eine Liste von Familiennamen und wie haefig diese existieren.

Damit hatte ich zwar immer noch nicht das was ich wollte, ABER weil die Haeufigkeiten mit angegeben sind, konnte mir damit einen Namensgenerator bauen. Die Haeufigkeiten sind so wichtig, weil ich Namen ja gerade NICHT rein zufaellig erstellen will, sondern mit einer Wahrscheinlichkeit wie diese in der Bevølkerung auch tatsaechlich vorkommen, damit ich Annahme #2 nicht verletze. Einen John Smith, gibt es nunmal viel haeufiger, als den bereits erwaehnten Donald Fraser.

Bzgl. der generierten Namen sind mehrere Sachen zu bemerken.
I.: Der Namensgenerator erstellt keine Doppelnamen, auch keine die nur mit einem Buchstaben abgekuerzt sind. Mal schauen wieviel das ausmacht.

II.: Aufgrund des historischen, generationenuebergreifenden und laengst nicht ueberwundenen Sexismus gibt es vermutlich viel mehr (mehr oder weniger) beruehmte Maenner die eine Wikipediaseite haben. Das wird (hoffentlich) in 100 Jahren anders aussehen. Wieauchimmer, das sollte nix ausmachen, denn ich gehe erstmal davon aus, dass Maennernamen in ihrer Gesamtheit nicht laenger (oder kuerzer) sind als Frauennamen. Zumindest bei den Fantasienamen stellte sich diese Aussage im Nachhinein als richtig heraus.

III.: Vornamen sind Moden unterlegen … aber Moden sind zyklisch. Wenn man das ueber mehrere Jahrzehnte betrachtet, dann sollte sich da nicht viel aendern. … Das nahm ich zunaechst an, wusste aber auch, dass dies ein schwacher Punkt ist. Deswegen schaute ich mir die Aenderung der 13 meistvergebenen Vornamen in den letzten 140 Jahren mal genauer an und muss sagen, dass diese Annahme so nicht ganz richtig ist. Moden scheinen traditionelle Namen zwar nicht zu verdraengen, aber gesellschaftliche Entwicklung schon.
Da mache ich aber mal am besten einen eigenen Beitrag draus. Fuer die Argumentation hier ist das aber dennoch nicht relevant, denn die Verteilung der Laenge der Namen wird durch die Moden nicht signifikant beeinflusst. Wie gesagt, die Daten dazu liefere ich in einem kommenden Beitrag.

IV.: Zu Familiennamen habe ich leider keine Jahresdaten … ABER, ich gehe davon aus, dass die meisten Familiennamen deutlich stabiler sind als Vornamen, da diese von Gesetz (Heirat und Kinder muessen den Zunamen der zumindest eines Elternteils haben) und Gesellschaft (Erwartung den Namen des Mannes anzunehmen) massiv „geførdert“ werden. Deswegen sollten etwaige Aenderungen diesbezueglich nicht von Bedeutung sein. Zumindest nicht im relevanten Zeitraum, denn ich nehme an, dass die meisten Personenseiten von relativ modernen Menschen (die letzten ca. 150 Jahre) sind.
Ein Vorbehalt ist allerdings zu erwaehnen: Einwanderung. Da ich die Namenslisten der USA benutze, sollten nicht typisch westliche Namen durchaus vorkommen. Aufgrund der demographischen Entwicklung in den USA sollte deren Vorkommen sogar zunehmen die letzten paar Jahrzehnte. Durch historischen, generationenuebergreifenden und laengst nicht ueberwundenen Rassismus werden Personen mit nicht typisch westlichen Namen allerdings systematisch vom reich und beruehmt werden im sog. „Westen“ abgehalten. Und reiche und beruehmte Leute in anderen Laendern werden systematisch von den Leuten die die Wikipedia schreiben ignoriert, weil das besagte Schreiber (aus naheliegenden, nicht (!) unbedingt rassistischen Gruenden) nicht interessiert. Auch hier kann ich wieder nur sagen: das wird (hoffentlich) in 100 Jahren anders aussehen.
Ich bin nun aber nur an der Laenge der Namen interessiert und nehme an, dass es zu jedem „Hernandez“ auch einen „Li“ gibt, so wie es zu jedem „Williams“ einen „Lee“ gibt. Apropos „kein Interesse drueber zu schreiben“ und „(historischer) Rassismus (im Westen)“ … schaut ihr, meine lieben Leserinnen und Leser euch mal die Laenge der jeweiligen verlinkten Namenslisten an und denkt euch den Rest selber.

Nun habe ich jeweils 1 Million Frauen- und Maennernamen generiert und gehe mit den obigen Annahmen davon aus, dass die Verteilung der Laenge dieser Fantasienamen durchaus repraesentativ ist fuer die Laenge der Titel der Wikipediapersonenseiten … und tatsaechlich …

… zum Einen kann man die Verteilung der Laenge der Namen (schwarze Vierecke) wieder mit einer Gaussverteilung (gelbe Kurve) hinreichend gut beschreiben. Das bestaetigt mal wieder, dass ich gut damit fahre, meistens erstmal ’ne Normalverteilung mir unbekannter Vorgaenge anzunehmen. Zum Anderen stimmt das Maximum dieser Gaussverteilung weitestgehend ueberein mit dem Maximum des staerksten (die Laenge der Wikipediatitel bestimmenden) „Prozesses“ (gruene Kurve).

HURRA!

Einige Dinge fallen an diesen Daten auf. Aber es soll genug sein fuer heute. Weitere Betrachtungen zu dieser Problematik beim naechsten Mal.

Ich hatte zwei Ideen bzgl. der drei Gaussverteilungen welche die Verteilung der Laenge der Wikipediatitel beschreiben. Heute geht es um eine er beiden Ideen: die Verteilung der Laenge der Wørter der englischen Sprache.

Dafuer brauchte ich aber den englischen Duden, das Merriam-Webster Dictionary. Dieses Buch ist gemeinfrei und bei Project Gutenberg erhaeltlich. Allerdings sind da auch die Definitionen der Wørter mit dabei; die brauche ich aber nicht. Ja, die mit zu betrachten waere sogar schaedlich, denn bestimmte Wørter kommen viel øfter in Texten vor als andere Wørter. Das wuerde die Verteilung kaputt machen, da die Laenge dieser Wørter viel zu oft gezaehlt werden wuerde. In anderen Zusammenhaengen ist das bestimmt von Interesse. Bspw. wenn man die durchschnittliche Anzahl der Buchstaben in einem Buch abschaetzen will. Oder wenn man wissen will, welche Wørter besonders oft gebraucht werden. Aber nicht bei der Problemstellung die hier betrachtet wird.

Zum Glueck hat sich jemand anders bereits die Muehe gemacht und die Wørter von den Definitonen getrennt. Diese Datei nahm ich mir her und schaute mir mal die Verteilung der Laenge der Wørter der englischen Sprache im Vergleich zur Laenge der Wikipediatitel an:

Bekannt vom letzten Mal sind die roten Balken (Verteilung der Laenge der Wikipediatitel, diesmal nur bis 30 Buchstaben), die gelbe Kurve (dies ist die erste, der drei oben erwaehnten, Gausskurven) und die blaue Kurve (die Summe besagter drei Gausskurven). Neu sind die schwarzen Punkte, welche die Verteilung der Laenge der Wørter im Merriam-Webster Dictionary darstellen und die gelbe Kurve.

Bevor ich zum Offensichtlichen komme ist zu sagen, dass die Verteilung der Laenge der Wørter der englischen Sprache tatsaechlich mit einer Normalverteilung zu beschreiben ist. Das dem so ist war meine Vermutung, denn ansonsten haette ich die Betrachtungen hier gar nicht ausfuehren muessen. Aber nach der Ueberraschung mit der „unnormalen“ Verteilung der Laenge der Wikipediatitel war ich mir gar nicht so sicher ob diese Vermutung ueberhaupt stimmt.

Das Offensichtliche ist nun, dass die englische Sprache viel zu wenige Wørter enthaelt um die roten Balken auch nur unter der gruenen Kurve zu fuellen. In dem oben verlinkten Wørterbuch befinden sich etwas mehr als 300-tausend Wørter. Weniger als in jedem einzelnen der vier laengsten Balken sind. Neuere Editionen umfassen ca. 470-tausend Wørter. Aber selbst wenn wir das auf 600.000 erweitern, wuerde das nicht ausreichen.

Nicht ganz so offensichtlich, aber beim zweiten Blick sieht man’s … naja … das war ehrlich gesagt das Erste, was mir aufgefallen ist … was wollte ich jetzt eigentlich sagen … ach ja: das Maximum der Verteilung der Laenge der Wørter in Merriam Webster liegt bei 10 Buchstaben. Das Maximum der gruenen Kurve liegt aber bei 13 Buchstaben. Das ist jetzt zwar kein himmelweiter Unterschied, aber dennoch deutlich. So deutlich, dass ich das nicht in irgendeinen „Fehler“ wuerde schieben wollen.

Lange Rede kurzer Sinn, die Laenge der Wørter der englischen Sprache an sich ist NICHT verantwortlich fuer den Verlauf der Verteilung der Laenge der Wikipediatitel. Das spielt sicherlich eine Rolle, aber die ist nicht ausschlaggebend im Groszen und Ganzen.

Bei anderen Wikipedias mag das anders sein. Ich habe aus Interesse mal die Wørter der dtsch. Sprache untersucht. Ganz den Vorurteilen entsprechend scheint die dtsch. Sprache  eher laengeren Wørtern zugeneigt zu sein. Bei kurzen Wørtern gibt es keinen signifikanten Unterschied zwischen dtsch. und englisch im Verlauf der Verteilungen. Aber rechts vom Maximum (also zu laengeren Wørtern hin) hat die dtsch. Sprache (rote Punkte im unteren Bild) definitiv einen Ueberschuss verglichen mit Englisch (schwarze Punkte im unteren Bild).

Ich denke, dass dies daran liegt, dass es im dtsch. viel mehr Kompositwørter gibt. OK, ich gebe zu, dass dieser Gedanke naheliegend war. Unterstuetzt wird diese Vermutung, dass sich die dtsch. Verteilung NICHT durch nur eine Gaussverteilung beschreiben laeszt, aber perfekt durch zwei. Das sind die  beiden orangen Kurven im Bild. Aber ACHTUNG: die høhere orange Kurve beschreibt NICHT die Verteilung der Laengen der Wørter im Englischen, sondern ist die erste Gausskurve zur Beschreibung der Verteilung der Laenge der Wørter in der dtsch. Sprache.
Das Maximum dieser ersten Gausskurve liegt dann bei wie beim englischen bei ca. 10 Wørtern und die Form aehnelt sehr dem Verlauf der englischen Verteilung. Diese Kurve scheint also die Verteilung normaler „Einzelwørter“ zu sein. Die Amplitude der zweiten Gausskurve ist viel kleiner und Selbige sehr breit, mit einem Maximum bei 17 Buchstaben. Und 10 Buchstaben plus 7 Buchstaben … das fuehlt sich an, als ob das durchaus so’n durchschnittliches zusammengesetztes Wort charakterisiert.
Ach so, ich habe die Funktionswerte normiert, damit ich die Verteilungen besser vergleichen konnte. Aber das steht ja auch an der Ordinate.
Nochmal ach so: die Verteilung der Laenge der Wørter der dtsch. Sprache ist nur ’ne (zugegeben gar nicht so schlechte) Abschaetzung, denn ich habe nur eine Quelle mit einem relativ limitierten Wortschatz (ca. 88-tausend) benutzt. Eben das, was ich mal schnell im Internet, ohne lange Suche, gefunden hatte.

Wieauchimmer … schade eigentlich, dass die Laenge der Wørter der englischen Sprache NICHT die Laenge der Titel der Wikipedia erklaeren. Denn damit habe ich nur noch eine Idee, Namen von Personen, zur Erklaerung der Form der Verteilung … dazu mehr beim naechsten Mal.

Rekorde bzgl. des laengsten bzw. kuerzesten Titel sind zwar nett, aber die haben wenig Aussagekraft, was man denn prinzipiell erwarten kann. Deswegen schaute ich mir mal die Verteilung der Laenge aller Titel aller Wikipediaseiten an. Diese Verteilung sieht so aus …

… und das ist ganz bestimmt keine Normalverteilung, denn die habe ich zum Vergleich mit eingezeichnet.

So richtig verwundert war ich erstmal nicht, denn ich hatte nix erwartet. Aber dann fragte ich mich doch, warum das keine Normalverteilung ist.
Prinzipiell muss das keine Gaussverteilung sein. Die Geschwindigkeitsverteilung der Konstituenten eines idealen Gases folgen einer Maxwell-Boltzmann-Verteilung. Wie oft die Erde pro Jahr von Meteoriten getroffen wird, die grøszer sind als 1 m folgt einer Poisson-Verteilung. Aber wenn ich nix weiter weisz, dann nehme ich erstmal eine Gaussverteilung an. Das war schon bei meinen vielen Muenzwuerfen und auch bei meinen Untersuchungen der Fibonaccifolge erfolgreich.
Mit dem „dicken“ Teil rechts vom Peak kønnte es eine Maxwell-Boltzmann-Verteilung sein. Ich habe versucht die Daten mit dieser Funktion anzupassen und das funktioniert nicht. Gut so, denn dann haette ich mir Gedanken machen muessen, warum die Verteilung der Anzahl der Buchstaben der Titel der Wikipediaseiten ausgerechnet einer Maxwell-Boltzmann-Verteilung folgt.

Wenn man sich die Verteilung aber nun genau anschaut, dann sieht man zwei „Schultern“. Die eine bei ca. 35 Buchstaben sieht auch das ungeuebte Auge. Die andere um ca. 23 Buchstaben sieht man eigentllich nur, weil die roten Balken nicht der blauen Kurve folgen.
Schultern sind oft ein Zeichen dafuer, dass das Gesamtsignal durch mehrere Prozesse zustande kommt. Ich persønlich kenne das aus der Halbleiterphysik, in der das Gesamtsignal optischer Halbleiter oft aus Rekombinationskanaelen unterschiedlicher Energie (vulgo: unterschiedliche Wellenlaenge) stammt.

Zur besseren Veranschaulichung stelle man sich eine RGB-Leuchtdiode vor. Diese besteht eigentlich aus drei Leuchtdioden, einer roten, einer gruenen und einer blauen, die nahe beineinander sind. Wenn nun alle drei von denen gleichzeitig an sind, nimmt das Auge das Gesamtsignal als weiszes Licht wahr. In dem Fall haben wir also drei Prozesse die unabhaegig voneinander sind und in der Summe etwas sehr anderes ergeben als einzeln betrachtet — naemlich besagtes weiszes Licht anstatt einer wohldefinierten Farbe.
Das Licht welches jede einzelne Leuchtdiode aussendet ist nun aber nicht streng „einfarbig“. Die Leuchtdioden emittieren nicht bei nur einen einzelnen Wellenlaenge sondern das Maximum der Emission liegt auf einem gewissen Wert (den wir dann bspw. als „rot“ sehen) und mit geringerer Wahrscheinlichkeit wird Licht høherer und niedrigerer Wellenlaenge ausgestrahlt. Die Wahrscheinlichkeit welche Wellenlaenge ausgestrahlt wird ist normalverteilt.
Kurzer Abstecher: ein Laser emittiert auf einer einzigen Wellenlaenge … naja, streng genommen emittiert auch ein Laser nicht auf ganz genau auf nur einer einzigen Wellenlaenge, aber fuer die meisten praktischen Betrachtungen ist das nicht so wichtig, denn die „Streuung“ um die Zentralwellenlaenge ist viel geringer als bspw. bei Leuchtdioden.
Lange Rede kurzer Sinn: man kann das weisze Licht einer RGB-Leuchtdiode mittels drei unabhaengigen normalverteilten Prozessen erklaeren.

Wenn ich nun die Daten mittels drei Gaussverteilungen anpasse, erhalte ich dieses Bild:

Die blaue Kurve entspricht der Summe der drei unabhaengigen Gaussverteilungen (gelb). Dass die Anpassung so gut ist, deutet darauf hin, dass meine Annahme dreier unabhaengiger (gaussverteilter) Prozesse mglw. richtig ist … andererseits, wenn man genuegend Normalverteilungen nimmt, kann man alles mehr oder weniger gut anpassen.

Die erste unabhaengige Verteilung dominiert den Peak und das Zentrum dieser liegt bei ungefaher 13.23 Buchstaben. Der zweite Prozess ist deutlich schwaecher (die Amplitude der Gaussfunktion ist nur ca. ein drittel so grosz) und das Zentrum liegt bei ca. 21.07 Buchstaben. Der dritte Prozess liegt mit einem Zentrum von ca. 25.81 Buchstaben allerdings ziemlich weit entfernt von den oben erwaehnten ca. 35 Buchstaben. Von der „Staerke“ aehnelt dieser dem zweiten Prozess, ist aber deutlich weniger „definiert“. Die, diesen Prozess beschreibende, Gausskurve ist sehr breit und ueberlappt signifikant die beiden anderen Prozesse.

Das ist natuerlich nicht „die ganze Geschichte“. Wenn die Tittellaenge deutlich mehr als 50 betraegt wird die Verteilung ueberhaupt nicht gut mit diesen drei Prozesen beschrieben. Das ist aber nicht unerwartet und tut relativ wenig zur Sache. Letzteres liegt natuerlich daran, weil es davon insgesamt so wenige gibt und die fallen dann unter das was ich im allerersten Satz bereits schrieb.

Nun ist natuerlich die Frage, was diese drei Prozesse sein kønnten?
Ehrlich gesagt, habe ich ueberhaupt keine Idee, was der dritte Prozess ist. Aber bei so einer breiten Gausskurve kønnte da alles møglich mit dazu zaehlen. Bei den ersten beiden Prozessen habe ich aber eine Vermutung: die englische Sprache an sich und Namen. Dazu mehr beim naechsten Mal.

Beim letzten Mal schaute ich mir die Wikipediaseiten mit den kuerzesten Titeln an.

Auf der anderen Seite gibt es Wikipediaseiten mit echt langen Titeln. Das Subcommittee on International Organizations of the Committee on International Relations hat 87 Buchstaben. Ein anderes Subcommittee, das United States Senate Foreign Relations Subcommittee on Multilateral International Development, Multilateral Institutions, and International Economic, Energy and Environmental Policy, hat fast 100 Buchstaben mehr (181 um genau zu sein). Aber den ersten Preis (oder vielmehr die Blume) nimmt, mit 250 Buchstaben, nach Hause die Wikipediaseite mit dem Titel: Cneoridium dumosum (Nuttall) Hooker F. Collected March 26, 1960, at an Elevation of about 1450 Meters on Cerro Quemazón, 15 Miles South of Bahía de Los Angeles, Baja California, México, Apparently for a Southeastward Range Extension of Some 140 Miles … das ist uebrigens der Titel einer wissenschaftlichen Arbeit *lol*.

Beim naechsten Mal schaue ich mir dann mal genauer an, wie sich die Verteilung der Laenge der Titel aussieht.

Nun hatte ich endlich die Rohdaten zur Analyse des Linknetzwerks fertig. Aber bevor ich dazu komme (und wieder erstmal ein paar technische Details besprechen werde), dachte ich mir, dass ich ja schonmal das was ich habe untersuchen kønnte.

Dabei musste ich mir auch keine Sorgen darum machen, ob das alles in den Arbeitsspeicher passt. Der Grund ist, dass ich immer nur ca. 100,000 Titel (mit den dazugehørigen Links) in eigenen, kleinen Dateien gespeichert habe. Die Daten darin passen garantiert in den Arbeitsspeicher und ich kann die der Reihe nach abarbeiten.
Das Linknetzwerk wird dadurch in keinster Weise analysiert, denn dafuer muss ich ALLES gleichzeitig bearbeiten … dazu aber mehr zu einem spaeteren Zeitpunkt.

Heute nun interessierte mich, was denn die kuerzesten Titel sind. Es stellte sich heraus, dass viele Buchstaben (im weitesten Sinne) und Zahlsymbole der Sprachen dieser Welt eigene Wikipediaseiten haben. Naja … wenn man alle Sprachen in Betracht zieht, dann haben nur ganz wenige Buchstaben eine eigene Seite … aber darauf will ich nicht hinaus.

Ein Beispiel ware die Nummer 5, der Buchstabe P, oder das umgedrehte S.
Die Laenge dieser Titel ist … eins … und davon gibt es 234 Seiten … das war einfach … tihihi.

„Tote Links“, also links die zu Seiten „fuehren“ die es gar nicht gibt, sind rot unterstrichen. Auf dieser Seite findet man einige Beispiel dafuer. Um die zu finden, oder vielmehr um nicht aus Versehen echte Links diesen zuzuordnen, musste ich (fast) alles von dem machen, was ich in vorherigen Artikeln dieser Reihe beschrieben habe.

Weil dies aber nun fertig war, wurde die Aufgabe relativ einfach, denn ich brauchte nur fuer die verbliebenen 181,064,753 Links schauen, ob es eine Wikipediaseite mit dem selben Titel gibt. Dadurch fielen fast 10 % dieser Links weg und zurueck blieben 165,913,569.

Eine zweite Art von „Leiche“ sind Artikel die keine Links (im Text) enthalten. Zunaechst kønnte man denken, dass es sich dabei nur um sehr kurze Artikel zu obskuren Themen wie Vehicle registration plates of Qatar handelt. Das gibt es aber auch bei laengeren Seiten mit durchaus relevantem Thema. Ein Beispiel waere Organizational change fatigue. Und ebenso gibt es Artikel die so lang sind, dass ich mich frage, wie die KEINE Links haben kønnen; bspw. Ahn Sanghak.

Wieauchimmer, wenn solche „leeren“ Seiten NICHT woanders verlinkt waren, habe ich die rausgeschmissen. Das waren nicht viele. Gerade mal 2802.
Viele von diesen gehen zum Wiktionary; als Beispiel soll Flitterjigs genuegen. Aber oft sind es auch richtige Seiten; beispielsweise Phalke oder Prestwich Camera. Sollte ich jemals einen eigenstaendigen Wikipediaartikel schreiben (anstatt nur mal hier und da ’n Fehler zu berichtigen), muss ich dafuer sorgen, dass der an anderer Stelle zitiert wird.

Das war’s dann nun endlich mit den Vorbetrachtungen zu den Rohdaten und dem „Aufraeumen“ in diesen. Und hier sind die endgueltigen Zahlen, bzgl. der Daten an denen ich in die Analyse vollzogen habe: 5,798,312 Wikipediaseiten auf denen insgesamt 165,913,569 Links erscheinen und die Grøsze der strukturierten Daten betraegt 4.1 GB.
Aber bevor ich mit der eigentlichen Analyse anfangen konnte, musste ich noch ein paar … mhmmm … ich sag mal technische Probleme løsen. Dazu mehr in den kommenden Beitraegen in dieser Serie.

Abschlieszend zu den Rohdaten sei an dieser Stelle erwaehnt, dass ich in all den bisher beschriebenen Aktionen definitiv echte Links faelschlicherweise geløscht habe. Dies kann mehrere Gruende haben. Einer ist natuerlich, dass ich nur einen Teil der von Nutzern eingefuehrten Fehler berichtigt habe. Wikipedias interne (Such)Funktionen habe damit dann aber keine Probleme. Ein anderer Grund waere bspw. wenn ein (aelterer?) Artikel einen Link zu einem anderen Artikel hat, dieser aber nun zu etwas anderem umgeleitet wird. Eigentlich habe ich solche Umleitungen in Betracht gezogen, aber manchmal scheint das nicht geklappt zu haben. Die Prestwich Camera die ich oben verlinke ist so ein Fall.
Wieauchimmer, ich setze ja sowieso bei Daten aus der echten (Menschen)Welt einen Fehler von 10 % an und ich denke nicht, dass solche Faelle diesen uebersteigen.

Das Bild von gestern ist natuerlich manipuliert. Aber mitnichten so sehr wie man erstmal denkt. Dem Original …

Author: unbekannt, Lizenz: unbekannt … Dazu sagte ich ja beim letzten Mal schon was. Ich habe es hierher: Quelle.

… wurden nur ein paar Schatten hinzugefuegt, die Beine etwas retuschiert und auf“s Wasser ein paar Kringel gemalt. So wenige Sachen trickst unser Gehirn bereits dahin, die Perspektive (und damit die Grøszenverhaenltnisse) als ganz anders wahrzunehmen, selbst wenn am Hauptelement des Bildes gar nix veraendert wurde.

Hierbei handelt es sich uebrigens um einen (mehr oder weniger) frisch geschluepften Kanadareiher.
Interessant ist, dass die Manipulation dieses Bildes durchaus ausdrueckt, dass wir (als Gesellschaft und als Individuen) ca. 25 Jahre nachdem Jurassic Park im Kino kam, mehr und mehr akzeptieren, dass Dinosaurier Federn hatten und dass Vøgel die weiterentwickelten Dinos sind. Aber so ist das nunmal mit dem Fortschritt (wenn auch nur im Kleinen wie hier). Nur weil Wissenschaftler ’ne Sache schon lange wissen und akzeptieren, heiszt das noch lange nicht, dass das auch bei allen anderen Menschen angekommen ist.

Aus Interesse habe ich mal ein animiertes PNG erstellt, welches die (Geringfuegigkeit der) Manipulation (und deren Einfluss) sichtbarer macht als zwei statische Bilder:

Und zum Abschluss verdeutlicht dieser eher … mhm … auch wenn man kein Blut sieht, sag ich jetzt mal dieser eher blutige Videoschnipsel nochmals die Verwandtschaft zwischen dem wie wir denken, dass sich (kleinere) Raubsaurier verhalten haben und wie sich (manche) Vøgel verhalten.

Der Beweis:

Author: unbekannt, Lizenz: unbekannt … Trotz Suche habe ich das echt nicht rausfinden kønnen … hach wie ich den allgemeinen Umgang mit Daten/Material/Ideen/etc. im Internet nicht gutheisze. Wenigstens kann ich angeben wo ICH’s herhabe: Quelle (aber das wird bestimmt auch irgendwann geløscht … *seufz*)

Zu meiner Ueberraschung gibt’s das Wort tatsaechlich in der dtsch. Sprache und ich meine damit solche Seiten — eine andere Art der hier besprochenen „Abkuerzungen“.

Fuer die Analyse des Linknetzwerkes sind mir diese ein Dorn im Auge. Denn was haben Donald Fraser (der Geologe) und Don Fraser (der Eiskunstlaeufer) gemeinsam? Vermutlich nix, aber auf solchen Seiten werden die (beinahe) direkt miteinander verbunden. Im gesamten Linknetzwerk „treffen“ die beiden sicherlich frueher oder spaeter aufeinander, aber durch diese Seiten passiert das viel zu frueh. Das ist Schummeln und deswegen will ich die weg haben.

Zum Glueck gibt es zwei interne Wikipediaseiten die (fast) alle Dis­am­bi­gu­ie­rungsseiten auflisten. Hier ist die eine und dort ist andere. Also baute ich mir erstmal einen Datenmaehdrescher der mir die relevante Information von den beiden Seiten beschaffte.
Apropos, als Data Scientist ist es total normal fuer mich, spezielle, der Aufgabe angepasste, Werkzeuge zu schreiben um die Analyse ueberhaupt erst durchfuehren zu kønnen. Das war ja bei den Stromdaten damals genauso. Was der Unterschied zu den Data Analysts ist, kønnt ihr, meine lieben Leserinnen und Leser, euch sicher selber denken.

Wieauchimmer, auf diese Art und Weise fand ich mehr als 400,000 Dis­am­bi­gu­ie­rungsseiten.

Das Problem ist nun, dass die beiden Seiten NICHT alle Dis­am­bi­gu­ie­rungsseiten auffuehren. Denn dafuer muss bei der Erstellung einer solchen Seite eine bestimmte Markierung gesetzt werden und das machen Nutzer manchmal nicht.

Ganz im Allgemeinen ist das uebrigens ein zweigeteiltes Elitenproblem! Zum Einen muss man wissen wie man die Wikipedia schreibt. Somit findet Wissen welches die sog. Elite nicht interessiert keinen Eingang. Ein Beispiel waere Folklore in den Favelas. Ich bin ueberzeugt, dass es die gibt, konnte dazu aber auf die Schnelle nix finden. Und was man nicht schnell findet gibt’s nicht — genauso wie die Ergebnisse auf Seite 2 der Suche nicht existieren.
Zum Zweiten werden „kuenstliche“ „Intelligenzen“ mit diesen Daten trainiert! Und die Wikipedia ist vornehmlich Cisgender, maennlich und europid. Aber ich schwiffte ab.

Ich habe dann ein paar Tage einen ursten Aufwand betrieben, um Heuristiken fuer Dis­am­bi­gu­ie­rungsseiten zu finden, die nicht in den beiden erwaehnten Listen zu finden sind. Ich fand so ca. 15,000 … und ich fand auch etliche Seiten die von diesen Heuristiken falsch erkannt wurden. Weil ca. 15,000 verglichen mit 400,000 zum Glueck nicht richtig viel ist, entschied ich mich deswegen die alle drin zu lassen und dem bereits mehrfach erwaehnten Fehler zuzufuehren … *seufz* … lieber lasse ich einen Schuldigen, dessen Schuld nicht eindeutig bewiesen ist gehen, als dass ich einen Unschuldigen aus Versehen einsperre … diese Meinung habe ich uebrigens auch bei anderen Themen.

Unter den Seiten die ich drin lasse, fallen leider auch solche Seiten wie die Alphabetical list of municipalities of Italy (7963 Links) oder die IUCN Red List vulnerable species (Animalia) (5244 Links) oder der Index of Singapore-related articles (welche mit 11,521 bei Weitem die meisten Links hat).
Ebenso fand ich mehr als 286-tausend Artikel die als erstes eine Jahreszahl in sich haben und welche die Events in bestimmten Bereichen fuer jedes Jahr aufzaehlen. Als Beispiele seien 1966 in film (1043 Links), 1985 in music (1477 Links), 2017–18 Isle of Man Football League (47 Links) genannt. Mit 2027 in rail transport (33 Links) laeszt sogar die Zukunft schon von sich høren.

Dann dachte ich (wieder einmal), dass ich alle Listen, Indices und Titel die mit Jahren anfangen rausfiltern kønnte, und verbrachte einige Zeit damit Heuristiken dafuer zu finden. Leider fand ich auch hier wieder heraus, dass es da so viele Ausnahmen gibt, dass das unpraktisch war.
Andererseits, kønnte bei all diesen Seiten durchaus argumentiert werden, dass die eine Berechtigung in der Analyse haben, weil sie thematisch sortiert sind. Anders als das Mr. Fraser Beispiel oben schaffen diese Seiten also keine „Abkuerzungen“ zu thematisch nicht zusammenhaengenden Dingen. Dieser ad hoc Grund reichte mir, denn ich hatte genug davon davon mir Wikipediaseiten anzuschauen und rauszufinden warum die eine Ausnahme sind … *seufz*.

Jut, nun hatte ich also alle Dis­am­bi­gu­ie­rungsseiten gefunden und konnte die (und Links dorthin) løschen. An dieser Stelle habe ich mich dann auch nochmal um die Umleitungen gekuemmert. Die allermeisten hatte ich schon frueh mit den richtigen Links erstattet (bzw. geløscht). Ein paar Sachen waren aber noch offen (bspw. hatte ich Umleitungen ganz am Anfang noch ohne Ersetzung der Spezialbuchstaben betrachtet). Auszerdem habe ich noch ein zweites Mal interne Seiten geløscht (prinzipiell konnten welche auftauchen nach der Erstattung der Umleitungen) und mich auch nochmal um die Korrektur von Nutzerfehler gekuemmert.
Durch all das war aber nicht mehr viel zu holen. Die genauen Zahlen habe ich vergessen, aber mich duenkt die zuletzt beschriebene Aktion verkleinerte die Anzahl der Links um 12 … oder 16 oder so eine andere kleine Zahl. Aber ’s ist natuerlich immer schøn, wenn die Daten eine etwas bessere Qualitaet haben.

Nach dieser Saeuberung der Daten blieben noch 5,801,114 Seiten zurueck (von ehemals 6,212,282) in denen insgesamt 181,064,753 Links erscheinen (von ehedem 188,777,960).
Die Grøsze der strukturierten Daten konnte von 4.9 GB geringfuegig auf 4.5 GB verringert werden. Aber gerade hier zaehlt jedes bisschen :)

Somit war ich beinahe am Ende der Vorbetrachtungen der Rohdaten angekommen. Es verblieben nur noch zwei Sachen. Links die keiner Wikipediaseite zugeordnet werden kønnen und Seiten die keine Links haben und auch nicht zitiert werden. Beides kommt vor und keines davon muss ich mitschleppen. Erstere nicht, weil es da nix zu untersuchen gibt. Letztere nicht, weil deren Linknetzwerk genau null Verbindungen hat. Aber mehr dazu beim naechsten Mal.

Urspruenglich dachte ich mir, dass ich bei meinen Betrachtungen einfach alles klein schreibe. Der Grund ist, dass Menschen dazu tendieren, Grosz- und Kleinschreibung wild durcheinander zu wuerfeln und auf diese Art und Weise wollte ich diese Fehlerquelle vermeiden.

Die Suchfunktion in Wikipedia kuemmert das nicht. Aber bei meiner Analyse ist das wichtig in Betracht zu ziehen, damit ein verlinkter Link richtig einem Titel zugeordnet werden kann.

Doch dann stolperte ich ueber JoAn Wood der ueberhaupt nichts mit Joan Wood zu tun hat … Oder war es der Unterschied zwischen UMBEL und Umbel? … Ach nein, mich duenkt es war Testing the waters vs. Testing the Waters … *seufz*.
Davon gibt es nicht viele Faelle, weniger als 2200. Aber schon einer haette gereicht um meine obige Annahme als nicht brauchbar hinzustellen. Somit musste ich also doch das (ungleich schwerere) Problem der Nutzerschludrigkeiten løsen.

Meine erste Idee war, dass ich mir den Hamming-Abstand zunutze machen kønnte. Dieser misst …

[…] the minimum number of substitutions required to change one string into the other […].

Die oben erwaehnten ca. 2200 Beispiele wo das-Gleiche-blosz-anders richtig ist, sind mir bekannt. Die kann ich also einfach auslassen bei der Berechnung des Hamming Abstands (damit da nix falsch gemacht wird).
Ich programmierte das dann fix und zunaechst schien das auch zu funktionieren. Bspw. erkannte der Algorithmus, dass „Takashi Fujiwara“ vermutlich eigentlich „Takeshi Fujiwara“ sein soll. Doch dann stolperte ich ueber Voss IL, welches zu Moss IL werden sollte. Ich bemerkte das natuerlich nur, weil ich „lokales Wissen“ habe, denn ich wohne in Norwegen. Voss und Moss sind Ortsnamen und „IL“ bedeutet „idrettslag“ — Sportverein. Zwar hat nur Moss IL eine Seite in Wikipedia, aber Voss IL wird hier zumindest erwaehnt.
Ein anderes (lustiges) Beispiel warum der Hamming-Abstand fuer meine Zwecke nicht brauchbar ist, ist die Umwandlung von „Macon, Ohio“. Dies kønnte entweder „Mason, Ohio“ werden oder „Bacon, Ohio„. Welches ist richtig?
Satz mit ‚X‘: das war wohl nix … *seufz*.

Der Grund warum mir das so am Herzen liegt ist folgender. Ganz am Ende werde ich alle Links die keiner echten Wikipediaseite entsprechen rausschmeiszen. Und die hier beschriebenen Faelle wuerden alle faelschlicherweise als „gibt’s nicht“ erkannt und damit zu Unrecht ausgespart werden.

Ich machte mich nun also (wieder einmal) daran (semi-)manuell zu schauen, was Nutzer denn falsch schreiben kønnten und Heuristiken zu finden die dies verallgemeinern.
Den ganz oben beschriebenen Fall der falschen Grosz- und Kleinschreibung konnte ich mit genau der Methode (Vergleich mit Wikipediatiteln wenn alles klein geschrieben ist) auch løsen.
Ein weiterer Fall war, dass anstelle eines Leerzeichens ein Untersrich < _ > verwendet wurde. Und ein letzter Fall war, dass Leerzeichen vor oder nach dem eigentlichen Link folgten.
All diese Faelle (insb. Letzterer) werden vom menschlichen Gehirn sofort und (meist) ohne Weiteres erkannt und dem eigentlichen Fall zugeordnet. Aber wenn man einer Maschine das nicht sagt, dann ist fuer diese < FooBar > etwas ganz anderes als < Foo Bar >, < foobar > oder < foo_bar >.
Das ist ein schøn einfaches Beispiel, welches einen wichtigen Teil meiner Arbeit beschriebt. Dieser Teil besteht darin, dass ich die parallelen Prozesse im Gehirn in ihre fundamentalen Einzelteile „zerpfluecke“. Diese werden dann linearisiert, damit der Gesamtprozess von einer Maschine ausgefuehrt werden kann. Und das ist genau das was ich als Physiker gelernt habe: Modellbildung.

Dies ist eine gute Gelegenheit, mal wieder ueber den Unterschied zwischen Data Scientists und (vielen) Data Analysts herzuziehen. Ich als Data Scientist sehe es als integralen Bestandteil meiner Arbeit an immer und immer wieder durch die Rohdaten durchzugehen um diese zu verstehen. Letzteres hilft mir Muster zu erkennen um dann verallgemeinerte Modelle zu erstellen, die besagte Rohdaten beschreiben (und nicht vom Quatsch der Nutzer verwirrt werden). Diese Modelle muessen dann in langer (semi-)manueller Arbeit getestet, erweitert und verfeinert werden. Und all dies bevor ueberhaupt eine einzige Analyse stattgefunden hat. Analyse in dem Sinne, wie es der Auftraggeber (vulgo: die Chefin) versteht. All dies erfordert natuerlich meist selbstgeschriebene Programme.
Data Analysts hingegen bekommen die Rohdaten und wenden dann die bekannten Modelle darauf an. Letztere wurden bspw. im Studium erlernt oder sind in der benutzten Software eingebaut.
Der Unterschied ist also, dass ich nicht weisz was ich habe und das erstmal beschreiben muss. Data Analysts hingegen haben bereits eine (mindestens ungefaehre) Vorstellung davon was die Rohdaten beschreiben und finden dann halt „nur“ die Parameter der beschreibenden Modelle die am besten zu den Rohdaten passen.
Bitte nicht missverstehen, das kann auch super komplex sein. Ist aber eine fundamental andere Herangehensweise an Problemstellungen, die sich fuer normale Menschen erstmal voll gleich anhøren.

Aber genug dazu … ach so, beinhae haette ich vergessen es zu sagen. Die letzten beiden Faelle wurden dann auch noch fuer den alles-ist-klein-geschrieben Fall untersucht.

Ein Problem verblieb: Sonderzeichen … (die schon wieder *seufz*). Ihr, meine lieben Leserinnen und Leser, møget bei Wikipedia doch mal nach „Zaprezyn“ suchen. Dort werdet ihr dann direkt auf die Seite von „Zaprężyn“ umgeleitet (man beachte den Haken unter dem „e“ und dem Punkt ueber dem „z“). Umleitungen hatte ich vor einer Weile behandelt, es ist also alles richtig und dieses spezifische Beispiel ist auch kein Problem. Das Problem besteht fuer solche Falle wo die Falschschreibung keine Umleitung hat. Denn „Kringel unter dem e“ kønnte ich zwar fuer diesen speziellen Fall programmieren, aber nicht fuer alle møglichen Sonderzeichen.
Nun ja, wieder einmal musste ich auf das alte Statstikmantra zurueckfallen: wenn-das-haeufig-vorkommen-wuerde-dann-waere-ich-viel-øfter-drueber-gestolpert-aber-so-kann-ich-diese-Faelle-einfach-nicht-beachten-und-in-den-Fehler-druecken. … Bin ich froh, dass es dieses Mantra gibt ;) .

Zum Abschluss seien die konkreten Zahlen genannt. Insgesamt hatte ich anfangs 189,887,300 Links. Davon wurden ca. 71% erkannt (134,489,097 um genau zu sein). Die waren also richtig geschrieben. Mit den oben beschriebenen Methoden konnten weitere 16,909,568 Links richtig zugeordnet werden. Damit fallen die dann am Ende nicht weg. Toll wa! Mal wieder kann ich sagen: Science to the Rescue :)

Aber Moment … da fehlen doch noch 38,488,635 um auf die erwaehnte Gesamtzahl der Links zu kommen. Ein Grund fuer die Diskrepanz ist, dass nach der Korrektur 1,109,340 weniger Links vorhanden waren. Es war zu erwarten, dass es ab und zu vorkommt, dass ein Link von einer Seite einmal richtig und ein anderes Mal „falsch“ geschrieben ist. Vor der Korrektur wird das als zwei unterschiedliche Links angesehen und danach ist das ein und dasselbe und wird somit nur einmal gezaehlt. Fuer den Rest … Nun ja, diese Miniserie ist ja auch noch nicht beendet :P

Ach ja, als Letztes sei gesagt, dass dadurch die Grøsze der (strukturierten) Rohdaten ein kleines bisschen auf 4.9 GB reduziert wurde. Das ist doch auch was :)

Und als Allerletztes sei gesagt: alle „Takashi / Takeshi“ Faelle konnte ich damit natuerlich nicht finden und musste sie dem alle Reste verschlingenden Fehler uebergeben.