In kurz geht das Argument so:

[Computers] can only match the patterns they have learned, and they have limited capacity to learn more than just a few patterns. Humans are optimized for learning unlimited patterns, and then selecting the patterns we need to apply to deal with whatever situation we find ourselves in.

Der verlinkte Artikel fasst ziemlich gut einige der grøszeren bestehenden Herausforderungen diesbezueglich zusammen. Dort werden auch zwei Artikel von bzw. bzgl. Douglas Hofstadter verlinkt. Im ersten schreibt, dieser ueber die „Flachheit“ von google translate. Der zweite geht ueber seine jahrzehntelange Arbeit an sich. Beide lohnen sich zu lesen.

Aber dann ist da auch AlphaGo Zero.

The neural network initially knew nothing about Go beyond the rules. […] [it] only perceived the board’s stones, rather than having some rare human-programmed edge cases to help recognize unusual Go board positions. The AI […] [played] against itself until it could anticipate its own moves and how those moves would affect the game’s outcome.

Das was oben steht ist (mindestens heutzutage), im Allgemeinen richtig. Aber AlphaGo Zero hat von alleine Strategien erlernt wie man Go gewinnt. Und zwar nicht nur gegen einen anderen „dummen“ Computer, sondern gegen menschliche Meisterspieler. Und bereits die Vorgaengerversion hat Strategien gefunden, die in tausenden von Jahren, wer weisz wie viele Spieler und Meisterspieler die Go in-und-auswendig konnten und kannten und im Detail analysiert hatten, nicht gefunden haben!

Und Strategien sind nichts anderes als abstrakte Konzepte.
Sicherlich! Dieses Beispiel ist domaenenspezfisch, aber wenn man Erfahrung in genug Domaenen zusammen nimmt, hat man etwas, was mehr und mehr dem menschlichen Gehirn gleicht, aber dennoch ganz anders ist.
Voll spannend! Und der Mangel an Fantasie sollte uns nicht verfuehren zu glauben, dass das niemals passieren wird.

In den letzten Eintraegen in dieser Reihe legte ich dar, was ich alles tat im herauszufinden, ob das Projekt prinzipiell durchzufuehren ist. Dabei habe ich so einiges ueber die Struktur der Daten (an denen ich interessiert war) in der Wikipedia gelernt. Mit dem neuen Wissen machte ich mich nun daran noch mehr Sachen zu finden den ich „wegschmeiszen“ konnte.

Weil die Løschung der internen Wikipediaseiten so ein Erfolg war, dachte ich, dass da vielleicht noch sehr viel mehr zu holen ist. Ich schrieb Programme die mir halfen potentielle interne Seiten zu finden und diese danach zu bewerten ob es auch tatsaechliche interne Seiten sind. Trotz des (semi) automatisierten Prozesses verbrachte ich einige Tage viele Male damit durch die Daten zu gehen und (hunderte tausende) Wikipediaseiten anzuschauen. Dies natuerlich um sicher zu gehen, dass ich auch alles alles Interne finde bzw. dass ich nicht aus Versehen Seiten wegschmeisze, die wie interne Seiten aussehen, aber eigentlich keine sind. Letzteres ist wichtig, weil sich interne Seiten durch einen Doppelpunkt auszeichnen. Leider reicht das nicht aus, denn es gibt auch legitime Wikipediatitel die einen Doppelpunkt enthalten. Wissenschaftlich gesprochen wollte ich also Typ I und Typ II Fehler so weit wie møglich reduzieren.

Und au wacker! Ich fand so viele verschiedene „Kategorien“ von internen Seiten (oder solchen die dazu aehnlich sind). Beim letzten Mal verlinkte ich zu zwei der grøszten Kategorien, aber ich fand insgesamt 74 Schluesselwørter die interne Seiten auszeichnen. Wobei da auch ein paar externe Seiten dabei sind; bspw. zum Internet Archive oder zur IMDB und andere solche etablierten Quellen fuer Information im Netz. Hinzu kamen Links zu fremdsprachigen Wikipedias. Das waren zusaetzliche 336 (!) Schluesselwørter.

Das Resultat all der Arbeit war dann sehr enttaeuschend, denn ich konnte die Anzahl der erfassten Wikipediaseiten nur um drei (in Zahl(en): 3) und die darin erfassten Links nur um 380,231 auf 190,909,589 reduzieren. Wenn man nur das betrachtet, haette ich mir das auch sparen kønnen. Andererseits macht mich das auch ein bisschen stolz zu sehen, dass meine „Instinkte“ als Data Scientist so gut sind, dass ich schon fruehzeitig, ohne detaillierte Analyse, ein Gefuehl dafuer habe was wirklich relevant ist. Andererseits war es auch ein zu erwarten, dass die Reduzierung eher minimal ausfallen muss, denn ansonsten waere ich da viel eher drueber gestolpert (und es waere gar nicht bis zu diesem Schritt mitgeschleppt worden).

Eine weitere Sache auf die ich durch die „ist-das-Projekt-ueberhaupt-durchzufuehren“ Betrachtungen aufmerksam wurde ist, dass es ja Sonderzeichen gibt. Diese kønnen ganz normal geschrieben sein oder in HTML kodiert … *seufz*. Ein Beispiel waere das Ampersand welches manchmal so aussieht: < & > … und andere Male so: < &amp; >. Insgesamt erkannte ich 171 solcher Zeichen als relevant an. Gesehen habe _deutlich_ mehr. Am Ende hat mich das _sehr_ frustriert und um nicht noch verrueckter zu werder habe ich dann entschieden, dass alles was nicht unter diese 171 faellt wenig relevant sein muss und ich die in den 2%-10%-Fehler-oder-so packe wenn es das eine Mal normal und das andere Mal als HTML geschrieben ist.
An den obigen Zahlen veraenderte sich dadurch natuerlich ueberhaupt nichts. Aber die Qualitaet Rohdaten konnte ich damit steigern.

Desweiteren lernte ich dass Links direkt zu (den relevanten) Abschnitten eines Artikels gehen kønnen. Dies ist durch ein Octothorpe (lohnt sich zu lesen, ist kurz) auf diese Weise gekennzeichnet: Seite#Abschnitt … und hier ist ein Beispiel. Nun bin ich aber nur daran interessiert, wie die Seiten an sich untereinander verlinkt sind. Also ersetzte ich alle „Abschnittslinks“ mit den relevanten „Hauptseitenlinks“. Wenn dann auf einer Seite Letztere mehrfach auftreten (bspw. weil zu mehreren Abschnitten ein und derselben Wikipediaseite verlinkt wurde), dann habe ich das nur einmal in den Links fuer besagte Seite belassen.

Die Anzahl der insgesamt zu untersuchenden Wikipediaseiten veraenderte sich wiederum nicht und verblieb bei 6,212,282. Aber die Anzahl der insgesamt darin verlinkten Links konnte ein bisschen reduziert werden auf 189,887,300.

Wie gezeigt, hatten all die hier beschriebenen Aktionen nur relativ kleine Auswirkungen. Die Grøsze der Rohdaten (mit Struktur) konnte nur geringfuegig reduziert werden. So geringfuegig, dass sich dies auf der GB-Grøszenskale nicht bemerkbar machte und die Zahl bei 5.2 GB verblieb.

Diese Reise zum Ende des Perseus Arms wird etwas anders als ueblich. Der Grund ist, dass ich dieses Mal vorhabe, jedes System welches mindestens eine Welt mit hohem Metallgehalt beinhaltet komplett zu scannen. (Aller)Meistens „hupe“ ich nur um das Signal aller Himmelskørper in einem System aufzufangen. Verschiedene Typen haben verschiedene Signale und wenn ich eine Ammoniak-, Wasser-, oder erdaehnliche Welt sehe, dann scanne ich die auch. Erstere und Letztere kartographiere ich sogar. Aber einen kompletten Systemscan mache ich _sehr_ selten. Das dauert zu lange und ist’s nicht wirklich wert. Meine persønliche Zeit zum Ziel zu kommen ist mir da wertvoller und deswegen springe ich lieber schnell zum naechsten System auf meiner Reise.

Wieauchimmer, dieses Mal scanne ich (fast) alles und durch diesen veranderten modus operandi komme ich natuerlich viel langsamer voran. Aber das ist OK. Ich brauche das Geld, denn ich ueberlege, ob ich ich mir einen Flottentraeger zulegen soll.

Aber nun zu den Rekordhaltern. Heute sind es keine richtigen Rekordhalter, denn es ist in dem Sinne kein Rekord. Aber die orbitale Peridoe mit der Sleguae WG-Y c3-5 B und Sleguae WG-Y c3-5 C

… umeinander tanzen ist sehr sehr nahe am Wert der Gaskonstante. Der Unterschied betraegt nur gar winzigliche 0.00000004288195043500309. Und das fand ich interessant mal besucht zu haben.

Beim letzten Mal erwaehnte ich interne Wikipediaseiten und dass ich die nicht in die Analyse mit einbeziehen will. Aber was ist das ueberhaupt? Zum Glueck ist das allgemeine Konzept erstmal ganz einfach zu erklaeren. Das sind bspw. Seiten wie diese hier, die Artikel zu spezifischen Kategorien auflisten. Das sind Entwuerfe von (nocht nicht publizierten) Artikeln oder Vorlagen zu bestimmten nuetzlichen Konzepten oder immer wiederkehrenden Dingen auf Wikipedia; diese Seite ist ein Beispiel fuer Letzteres. Das kønnen auch „Metawiki“-Seiten wie diese sein, die oft interne Diskussionen enthalten. Andere interne Links gehen bspw. zu Nutzern, zu Dateien, zum Mediawiki und sehr vielen anderen … øhm … Dingen.

Und alle diese Dinge will ich nicht mit dabei haben. Kein einziges davon faellt unter die Kategorie „Weltwissen und wie dieses verknuepft ist“. Blosz weil ich meine LaTeX Vorlagen toll finde, heiszt das noch lange nicht, dass das Weltwissen ist. Nicht mal dann, wenn andere die nuetzliche finden wuerden. Das Gleiche gilt fuer Dokumente die neue Angestellten einer Firma lesen muessen, um sich mit den Interna vertraut zu machen. Und all so’n Kram sind diese internen Seiten.
Manche Sachen sind nicht ganz so eindeutig (bspw. interne Links zum wiktionary) aber man kann auch da diskutieren, warum das allerhøchstens mittelbar mit dem Weltwissen verknuepft ist. Deswegen habe ich micht entschieden auch solche Grenzfaelle wegzulassen … … … aber ach, im Eifer eile ich zu weit voraus … denn eine genaue und (ziemlich) vollstaendige Untersuchung was denn nun wirklich alles zu internen Seiten gehørt geschah erst zu einem spaeteren Zeitpunkt.

Im wesentlichen war ich immer noch dabei zu schauen, ob die Analyse ueberhaupt durchgefuehrt werden kann. Deswegen entschied ich mich nur jene Links zu internen Seiten auszuschlieszen, ueber deren Schluesselwørter (bsw. Category, Template, User, Help etc.) ich bisher gestolpert bin. Der Hintergrund ist, dass wenn ich bereits in den „Voruntersuchungen“ ueber diese stolperte, denn muessen die sehr oft vorkommen.

Gluecklicherweise haben alle Links zu internen Seiten ein Erkennungszeichen, dass ihnen gemein ist: einen Doppelpunkt im Titel und davor das bereits erwaehnte Schluesselwort. Die waren also einigermaszen leicht auszumachen.

Zu meiner groszen Ueberraschung gibt es in der Wikipedia sehr viel intern zu besprechen, denn ich konnte die Anzahl der zu untersuchenden Seiten von 11,435,116 auf nur 6,212,285 reduzieren. AHA! Jetzt kommen wir in die Regionen, die als offizielle Anzahl aller Wikipediaseiten angegeben ist. Die Zahl der Links in diesen Seiten konnte betraechtlich reduziert werden auf 191,289,820 (von vorher 267,204,162).
Der grosze Sprung nach unten fuer Letzteres ist natuerlich dadurch zu erklaeren, dass Links doppelt wegfallen. Zum einen „fehlen pløtzlich“ alle Links auf den internen Seiten selbst (da Letztere komplett nicht weiter in Betracht gezogen werden). Zum anderen „fehlen“ dann damit die Links zu internen Seiten in normalen Wikipediaartikeln. Andererseits ist der Sprung auch nicht soooo grosz. Besagt die Verminderung um ca. 75 Millionen Links doch nur, dass jede interne Wikipediaseite im Durchschnitt 14 Links enthielt. Und Letzteres kann ich mir durchaus vorstellen.

Zum Abschluss noch die Zahlen wie sich die Grøsze der Daten mit dieser „Løschaktion“ entwickelt haben.

In Textform betrug die Grøsze vormals 5.6 GB und das konnte auf 3.5 GB reduziert werden. Die Grøsze der strukturierten Daten wurde verringert von ehemaligen 8.2 GB auf 5.2 GB.
WOHOO!!! Durch die Entfernung internen Krams konnte endlich die Anzahl der zu untersuchenden Seiten soweit reduziert werden, dass eine Analyse in einem schaffbaren Zeitrahmen stattfinden kann. Auszerdem wurde die Menge der zu untersuchenden Daten so klein, dass ich das endlich alles in den Arbeitsspeicher bekomme.

Damit endeten meine Voruntersuchungen und ich wusste, dass das Projekt prinzipiell durchfuehrbar ist. Jetzt machte ich mich an die Details, um sicherzustellen, dass die Rohdaten tatsaechlich nur das enthalten, was sie im Sinne der Problemstellung (die Vernetzung des Weltwissens) enthalten sollen.
Aber genug fuer heute, mehr dazu beim naechsten Mal.

Nachdem ich keine Lust mehr hatte Zeug durch die Gegend zu fliegen, staubte ich nach langer Zeit meine Kleopatra mal wieder ab und dachte mir, dass ich zur Abwechslung mal an den kaempferischen Auseinandersetzungen teilnehmen werde … auf beiden Seiten versteht sich, denn ich habe ja keine Animositaeten gegen eine bestimmte der Supermaechte, sondern will nur das angebotene Geld einheimsen.

Meistens sind die Schlachten nur zwischen den lokalen Streitkraeften. Aber manchmal hørt man den Hyperraum knirren und knarzen und langsam schiebt sich ein solcher Behemoth daraus hervor:

Da gilt es dann natuerlich dieses Capital Ship kampfunfaehig zu machen, denn ganz kaputt kriegt man das nicht, damit es den Kampfplatz wieder verlaeszt … das Ganze, waehrend man weiter von den jeweiligen feindlichen Kraeften behelligt wird … … … Zum Glueck habe ich dicke Schilde.

Ich war so schøn am Vorbereiten meiner naechsten groszen Expedition und (nicht ganz so) pløtzlich kam es dann hier in der Bubble zu einer (nicht ganz unvorhergesehenen) Entwicklung: zwei der Supermaechte wurden stinkig aufeinander. Deswegen verblieb ich doch noch ein paar Tage in der Bubble. Mich draengelt ja niemand und die naechste Reise wird sowieso wieder laenger dauern.

Aufgrund besagter Entwicklung gibt es auch keinen Mangel an Auftraegen. Interessant fand ich diesen, …

… erinnerte der mich doch an einen gegenteiligen Auftrag, den ich vor einer Weile in Colonia ausfuehrte … Biowaste … so vielseitig verwendbar.

Wenn ich mich richtig erinnere, dann sind das die Jahre, in denen Snoopy richtig loslegt mit seinen Fantasien. Das deutet sich schon auf dem Boxbild an:

Trotz … oder eigentlich gerade deswegen bin ich im Laufe des Lesens dieser Jahre immer mehr zu der Ueberzeugung gekommen, dass Snoopy der einzige Erwachsene Character bei den Peanuts ist.

Ebenso eingefuehrt wurde Franklin in 1968 und deswegen ist er zum ersten Mal bei der Portraitcollage dabei.

Im (damals noch mehr als heute) rassistischen Amerika war das natuerlich voll die Kontroverse, dass Franklin mit den anderen zur selben Schule ging.

Ansonsten sind die Strips „Business as usual“ …

… und waren sicherlich gerade zu dieser Zeit eine wichtige Inspirationsquelle fuer viele der Entertainer und Kunstschaffenden die dann mich und meine Generation dann in den 90’er Jahren direkter praegten als es die Peanuts taten.

Ich habe mich entschieden mich mal wieder in die Leere und an den Rand der Galaxis zu begeben. Wie man auf der hier gezeigten Karte sieht, war ich noch nicht am Ende des Perseus Arms. Dafuer werde ich wieder zu meiner Kassiopeia wechseln. Aber bevor es los geht hier noch zwei schick anzuschauende Rekordhalter aus dem naeheren Umfeld der Bubble, welche ich mit meiner Frigg besuchte.

Der Class V gas giant BD+20 2457 1

… und der Class IV gas giant BD+20 2457 2:

Beide Planeten sind in Periapsis die jeweils schnellsten Planeten dieses Typs. Der Erste mit einer Geschwindigkeit von 114,312,781.67491636 m/s und der Zweite mit einer Geschwindigkeit von 123,944,491.31743304 m/s. Letzterer Wert ist ebenso am schnellsten (in Periapsis) von ALLEN bisher gefundenen Planeten.

Da wunderte ich mich, ob der Orbit sehr lang gestreckt ist … dem war aber nicht so. Also schaute ich mir mal die Periode des Orbits an und die betraegt nur 0.2 Tage! Bei einer groszen Halbachse von ca. 2 au wunderte ich mich dann nicht mehr, dass die beiden so um ihren Stern flitzen.

Waehrend dieser Entdeckungsfahrt in und um die Bubble fing ich an meine Frigg richtig gut zu leiden. Hauptsaechlich wegen des Ausblicks. Der Imperial Courier ist aber leider nicht wirklich gebaut fuer schnelles voran kommen bei laengeren Touren. Frigg’s Sprungreichweite ist dafuer zu kurz und dass ich nur einen „Trichter“ der Grøsze drei einbauen kann um Treibstoff an Sternen aufzufuellen, verlangsamt das Reisen nochmals. Das ist dann auch der Hauptgrund, dass ich wieder auf Kassiopeia umsattel. Ein anderer Grund ist, dass es komisch waere, wenn ich NICHT Kassiopeia dafuer nehmen wuerde. Never change a winning team … und wir zwei und die Leere … das gehørt einfach zusammen.

Die letzten Beitraege in dieser Reihe und die folgenden waren/werden relativ technisch und gingen/gehen sehr ins Detail. Normalerweise wuerde ich nicht so sehr ins Detail gehen, wie ich die Daten fuer eine Analyse aufbereite und hantiere. Dieses Mal ist das anders, weil daran die Durchfuehrbarkeit des kompletten Projekts haengt. Hinzu kommt, dass dies insgesamt ein schønes Beispiel ist, wie aus einer komplexen „das geht ueberhaupt nicht“-Problemstellung  eine „das kønnte tatsaechlich was werden“-Løsung wird.
Aber der Reihe nach.

Aus den Rohdaten ziehe ich (ohne Bearbeitung) ca. 21 Millionen Titel in denen ca. 328 Millionen Links vorkommen. Man kann sich das also leicht vorstellen, dass selbst ein moderner Computer ein bisschen Zeit braucht um fuer nur _eine_ Wikipediaseite das komplette Netzwerk zu erforschen.
Fuer die Ueberlegungen wieviel Zeit das braucht, kann man leider nicht wirklich die Taktfrequenz des Prozessors nehmen. Denn die sagt nur aus, wie schnell der ein Bit „bearbeitet“ (im uebertragenen Sinne). Eine menschliche Anweisung sind aber viele interne Anweisungen und benøtigen viele Prozessorzyklen. Bspw. 1 + 1 = 2 ist im Prozessor: lies Inhalt an Speicherplatz A, lies Inhalt an Speicherplatz B, addiere die Werte, schreibe zu Speicherplatz C das Resultat, gib das ganze auf dem Schirm aus. Und DAS ist auch wieder nur eine vereinfachte Darstellung und besteht an und fuer sich wieder aus mehreren internen Schritten.

Eine Ueberschlagsrechnung was zu erwarten ist, kann man dennoch durchfuehren und das ist mglw. deutlich anschaulicher als abstrakte Instruktionen im Prozessor.
Die Rohdaten beinhalten ca 1,2 Milliarden Zeilen mit Text. Die Verarbeitung einer Zeile beinhaltet (ganz grob) das Lesen der Zeile, die Verarbeitung der Information und Entscheidungen ob da Zeug drin ist was ich haben will oder nicht. Ein Durchgang durch die kompletten Rohdaten benøtigt ca. 6000 Sekunden. Das bedeutet, dass das Pythonprogram ca. 200,000 Zeilen pro Sekunde verarbeiten kann.
Auch wenn die Erforschung des Linknetzwerks eine ganz andere Aufgabe ist, so ist der „Rechenaufwand“ sicherlich aehnlich und der folgende Vergleich ist durchaus aussagekraeftig.
Ich nehme also an, dass ich 200,000 Links pro Sekunde „verfolgen“ kann. Mit den oben erwaehnten 328 Millionen Links bedeutet dies, dass die Erforschung des Linknetzwerks nur EINER Seite ca. 1600 Sekunden dauert. Bei 21 Millionen Wikipediaseiten sind das dann fast 1100 Jahren die die komplette Analyse braucht.

Nun gebe ich zu, dass der Vergleich nicht ganz ok ist. Denn Input/Output (vulgo: lesen und schreiben auf die Festplatte/den Bildschirm) gehøren zu den Sachen die am laengsten bei der Datenverarbeitung dauern. Dies illustriert im Uebrigen auch sehr schøn, warum ich so darauf rumhacke, dass ich alles in den Arbeitsspeicher bekomme. Eben damit ich genau diesen „Flaschenhals“ vermeiden kann.
Nehmen wir also an, dass alles im Arbeitsspeicher ist und damit die Rechenzeit nur 1/100 betraegt (was schon in der richtigen Grøszenordnung liegt). Dann dauert die gesamte Analyse immer noch fast elf Jahre. Diese elf Jahre muss der Rechner durchgehend laufen.
Nehmen wir nun weiter an, dass nur ein Viertel der Webseiten analysiert werden muss (ca. 6 Millionen) und insgesamt nur 200 Millionen Links darin verlinkt sind. Dann braucht die Analyse des Linknetzwerks einer Webseite nur 10 Sekunden (wenn alles im Arbeitsspeicher ist) und alles kann in zwei Jahren fertig sein.

Zwei Jahre? DAS ist ein realistischer Zeitrahmen! Und wenn ich den Code optimiere und das auf mehreren Rechnern laufen lasse, dann brauche ich noch weniger Zeit.

So, nun wisst ihr, meine lieben Leserinnen und Leser beide Hauptgruende warum mir so sehr am Verstaendnis der Daten liegt. Die Menge der zu verarbeitenden Daten entscheidet darueber ob das Projekt durchfuehrbar ist oder nicht. Und den ganzen irrelevanten Kram muss ich auch deswegen rausbekommen, damit mir das nicht die Ergebnisse verfaelscht (das erwaehnte ich beim letzten Mal).

Die Erwaehnung irrelevanten Krams bringt mich nun endlich zu dem worueber ich eigentlich Schreiben wollte: Umleitungen … oder auf englisch: redirects.

Umleitungen sind (beinahe) unsichtbar. Nehmen wir als Beispiel wieder Sprevane vom letzten Mal. Das kann man in der Wikipediasuche auch mit einem „w“ anstelle eines „v“ schreiben. Man landet dennoch direkt bei der Seite die ich verlinkt habe. Wenn man auf diese Art und Weise dort hingelangt, dann sieht man zusaetzlich:

Drueckt man dort dann auf den Link, landet man hier

… und erfaehrt, warum man nicht dort sondern bei der Seite mit der anderen Schreibweise gelandet ist. Dies passiert alles intern und der Nutzer bekommt davon (fast) nix mit. Umleitungen sind somit nicht Teil des Weltwissens, wenn dieses denn (auf der Wikipedia) besprochen wird. Im Quellcode existieren diese natuerlich trotzdem, denn auch wenn das intern geschieht, so muss das ja doch irgendwo stehen, damit die Maschine weisz, was sie intern machen muss.

Das ist aber gut, denn es bedeutet, dass ich alle Titel die eine Umleitung sind entfernen kann. Damit fallen dann auch alle Links weg die auf diesen Umleitungsseiten stehen.
Es ist aber natuerlich zu beachten, dass ich bei den verbleibenden Links dann auch alle Umleitungsseiten mit den richtigen „Zielen“ ersetzen muss.

Umleitungen sind im Quellcode auch leicht zu erkennen, denn diese haben eine spezielle Markierung. Gut wa! Da kann ich also die Umleitungen unabhaengig von den anderen Sachen einsammeln.

Normalerweise gibt es auf der Umleitungsseite nur einen Link; den zur richtigen Seite. Manchmal steht da aber auch mehr. Nehmen wir als Beispiel Abdul Alhazred. Dort gibt es (verstaendlicherweise) diese beim letzten Mal erwaehnten Abschnitte nicht, welche als Markierung dienen um das Einsammeln von Daten am Ende einer Seite zu unterbinden.
Deswegen sammle ich die Links in der Box …

… auch mit ein. Das war unerwartet aber gut, denn es machte mich auf eine andere Sache aufmerksam die ich nicht brauche: Categories … oder allgemeiner: interne Wikipediaseiten. Dazu aber mehr beim naechsten Mal.

Insgesamt gibt es 9,385,391 Seiten in der Wikipedia die Umleitungen sind … o.O … das ist jetzt _deutlich_ mehr als ich erwartet habe. Das ist aber voll toll, denn dadurch reduziert sich die Anzahl der zu untersuchenden Wikipediaseiten auf 11,435,116 welche 267,204,162 Links beinhalten. Supergut!
Ach ja, verfolgt man meine genauen Zahlenangaben, dann sieht man, dass ich 23 Seiten zu viel habe (unter der Annahme, dass ich alle Umleitungen løsche). Das ist jetzt zwar doof, aber der Fehler ist so klein, dass ich das nicht weiter verfolgt habe. Die Wikipedia ist von Menschen gemacht und da erwarte ich (Schreib)Fehler.

Die Grøsze der Daten in Textform reduziert sich von 6.0 GB auf nur 5.6 GB und die Grøsze der strukturierten Daten geht runter auf 8.2 GB (von vormals 8.9 GB).

Waehrend ich mich darum kuemmerte, stolperte ich darueber, dass es im Quellcode Kommentare gibt und dass diese auch Links beinhalten kønnen … *seufz* menschengemachte Daten *doppelseufz* …
Kommentare haben zum Glueck auch eine Markierung im Quelltext und somit ist es relativ einfach die herauszufiltern. Mit nur 1363 Links die deswegen wegfallen handelt es sich dabei aber (unerwarteterweise) um kein groszes Problem. Die Anzahl der Titel veraendert sich dadurch natuerlich nicht und bei nur so ein paar weniger Links aendert sich auch die Grøsze der Daten nicht wirklich.

Aber genug fuer heute. Beim naechsten Mal mehr :) .

[…] understanding the surrounding scenes is not merely a task of image classification or object recognition. To perform actual tasks, it is critical for the robot to have a functional understanding of the visual scene.

Dieses Zitat ist aus dem Artikel „What can i do around here? Deep functional scene understanding for cognitive robots“ (*hust*) von Ye, C. et al. in 2017 IEEE International Conference on Robotics and Automation (ICRA), Singapore, 2017, pp. 4604–4611.

Diese beiden Aussagen druecken das aus, was die meisten Menschen vom Potential der Roboter halten. Mich duenkt insbesondere diejenigen, die von sich denken, dass sie informiert waeren.
Oder anders: „Jaja, Bilderkennung geht ja mittlerweile doch schon manchmal, aber das ist nicht relevant … und schon gar nicht fuer mich persønlich (!) … denn wenn das Bild nur ein bisschen anders ist, dann wird das Buttermesser als Elefant kategorisiert und mit ’nem Elefanten kann man kein Brot schmieren.“
Und das stimmt. Das ist ein ganz groszes Problem, wenn immer mehr Aufgaben von Robotern uebernommen werden. Ein Butterbrot illustriert die Schwere dieses Problems nicht, aber Geschichten davon, dass man bspw. keinen Kredit bekommt, weil man im falschen Stadtteil wohnt, oder dass man als potentieller Krimineller eingestuft wird, blosz weil man die falsche Hautfarbe hat, sind ja bekannt. Auch DIES ist nicht falsch zu verstehen, denn solche Sachen passierten lange bevor es Computer gab und passieren auch heute noch, selbst wenn keine Computer in den Entscheidungen involviert sind.
Worauf ich hinaus will, ich gebe den Kritikern durchaus recht. Gleichzeitig meine ich aber auch, dass dies eine Kopf-in-den-Sand-Methode ist. Die Menschheit arbeitet an diesem harten Problem und im oben zitierten Artikel sind die Autoren schon ein gutes Stueck voran gekommen.

Dort werden Kuechen als komplexe und interaktive Szenen genommen. Ein Beispiel fuer funktionelles Verstehen ist

[…] a round knoblike object indicates that an action of spherical grasping and perhaps turning could be applied to it […].

Und als Menschen erkennen wir …

[…] such functional areas in our daily environments with vision, so we can perform different actions and tasks.

Da muss man erstmal drauf kommen. Hørt sich leicht an, aber wir machen das ueberhaupt nicht bewusst. Wo ist der Unterschied zwischen einer Schuessel und einer Bratpfanne? Ist das Øffnen der Mikrowelle in der selben Aktionskategorie wie das Øffnen des Besteckfachs? Warum ist mein Gehirn ueberhaupt nicht damit beschaeftigt das auseinander zu klamuesern sondern macht das einfach? Nun ja, streng genommen klamuesert mein Gehirn das auseinander, aber das geschieht eben automatisch und unterbewusst nachdem wir das gelernt haben.

Und die Autoren des Artikels haben sich daran gemacht und versucht einem Computer beizubringen unterschiedliche Objekte in einer Kueche funktional zu erkennen.

Ihr bestes Modell hat Zeug zwar in nur ca. 32 % aller Faelle den richtigen Kategorien zuordnen kønnen, aber bei der Vielzahl von verschiedenen Aktionskategorien in einer Kueche, finde ich das schon bemerkenswert. So bemerkenswert, dass ich besagte Kopf-in-den-Sand-Strategie fuer all zu gefaehrlich halte. Natuerlich sind Resultate wie …

[…] a bulb […] is recognized as a “spherical grasp to open” functional area […]

… eine Bestaetigung genau dessen was ich oben schrieb. Aber wenn man bedenkt, dass …

[…] the bulb [was] not labeled with any specific functionality in the training data

… dann ist das kein Fehlschlag, sondern ein Erfolg! Genauso wie Kinder die Sandkuchen essen kein Fehlschlag sind, sondern nur eine von der Evolution als (meistens) erfolgreich erkannte und erprobte Strategie anwenden um zu lernen. Und trotz des Fehlschlags (Sand ist schlieszlich objektiv nicht essbar) erlauben wir den jungen Menschen nach ein paar Jahren Kuechenchef zu werden, Auto zu fahren oder neuen jungen Menschen Dinge beizubringen.

Und auf der Stufe sind (trainierte) Computer — Kleinkinder … und die werden auch mal grosz und kønnen dann alles was auch wir kønnen. Toll wa!