Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Wenigsten meiner lieben Leser, den groszen, Chicagoer Musiker Wesley Willis kennen.

Dies ist sehr schade, denn wenn man sich mal etwas abseits der ueblichen Quellen (vulgo: wikipedia) umschaut, dann sieht man, wie sehr er das Leben so vieler Menschen positiv beeinflusste.

Seine Lieder waren sich alle sehr sehr aehnlich, um nicht zu sagen „gleich“. Ein vom Keyboard vorgegebener Rythmus und Wesley sang dazu.
Auch seine Texte waren sich immer sehr aehnlich. Am Ende dann gefolgt von „Rock over London, Rock On Chicago“ und einem Reklamespruch wie bspw. „Taco Bell, make a run for the border“ oder „Kinkos, it’s the copy center“.

Mein schriftstllerisches Talent reicht leider nicht aus, um hier Wesley Willis adaequat zu wuerdigen ohne andere zu kopieren. Deswegen zitiere ich lieber gleich einen anderen groszen Musiker, Jello Biafra:

one of the most unique songwriters and entertainment personalities in history. His music, lyrics, drawings, insight and the way he put them together are like no one else. Ever. There will never be another.
(von hier)

Was Jello Biafra dort schreibt laeszt sich an einem (nicht ganz so) zufaellig gewaehltem Liedtext illustrieren:

Wesley Willis – Rock Saddam Hussien’s Ass

Play that rock lead guitar
Rock it like a magikist
Rock and roll is the joyride music
Whip that snow leopard’s ass

Rock Saddam Hussein’s ass
Rock Saddam Hussein’s ass
Rock Saddam Hussein’s ass
Rock Saddam Hussein’s ass

Play that Westone guitar
Rock it to the break of dawn
Rock in on the mic in front of 50,000 people
Rock the jam session on Saddam Hussein

Rock Saddam Hussein’s ass
Rock Saddam Hussein’s ass
Rock Saddam Hussein’s ass
Rock Saddam Hussein’s ass

Play the rock solo as hard as you can
Make the crowd roar like a tidal wave
Rock the jam session on a good free will
Whip the hell out of that snow leopard’s ass

Rock Saddam Hussein’s ass
Rock Saddam Hussein’s ass
Rock Saddam Hussein’s ass
Rock Saddam Hussein’s ass

Rock over London, Rock On Chicago
TCBY, it’s the country’s best yogurt

Aufmerksam wurde ich auf Wesley Willis als ich halb so alt war wie heute. Als ich gerade mit meinem Abitur anfing.
Juergen Kuttner spielte mal ein paar seiner Lieder in seiner Sprechfunk-Sendung auf Radio Fritz. Und dieser Sound sprach mich irgendwie an. Erstmal (natuerlich?) aufgrund einer allgemeinen Faszination fuer das Andersartige, das Skurile und nicht zuletzt auch das Morbide.
Fuer mich nicht weiter verwunderlich, bei Liedern wie bspw. Jesus ist the Answer oder Alanis Morrisette.

Erstaunlicherweise gab es im lokalen Multiwarengeschaeft (vulgo: SB-Markt, … mhm es kønnte auch ein Edeka gewesen sein) der Kreisstadt Stendal eine CD von ihm. Die Fabian Road Warrior. Und wenn ich da jetzt mal so drueber nachdenke, war dieses Geschaeft sowieso ganz erstaunlich. Dort gab es naemlich auch die deutsche Ausgabe des Scientific American; was zur damaligen Zeit, aus verschiedenen Gruenden, fuer mich ja sowas wie die heilige Schrift war.

Wesley Willis hat eine unglaubliche Anzahl von Liedern produziert. Leider konnte ich derer nur ca. 700 habhaft werden. Der Grund liegt darin, dass die allermeisten seiner CD’s selbstproduziert waren und nur auf seinen Konzerten verkauft wurden.

Dass ich ueberhaupt so viele Lieder von ihm habe liegt daran, dass ich vor einiger Zeit auf diese Seite stiesz. Dort stellt der Kuenstler Derek Erdman viele Lieder von Wesley Willis zum Download zur Verfuegung.

Im Zuge meines „Katalogisierungswahns“ wollte ich die Lyrics in alle meine mp3-Dateien einpflegen. Das ist ein noch langwierigerer Vorgang als es sich anhørt, denn denen ist teilweise sehr schwer beizukommen. Dies gilt insbesondere fuer Wesley Willis‘ Lyrics.
Auf den ueblichen Seiten die Songtexte zur Verfuegung stellen, gab es nur eine sehr begrenzte Anzahl seiner Texte. Deswegen musste ich jedes einzelne Lied noch „manuell“ suchen. Startpage und insbesondere youtube halfen dabei sehr.

Nach sehr vielen Stunden, letztlich immer gleicher und doch recht langweiliger, Arbeit, hatte ich dann einen gar nicht so unbetraechtlichen Teil der Willisschen Liedtexte zusammen getragen.

Ich war Derek Erdman sehr dankbar, dass er die Sammlung seiner Wesley Willis Lieder der Allgemeinheit zur Verfuegung stellt. Deswegen dachte ich mir, dass diese seine Seite ein natuerlicher Ort ist, um dort auch die Lyricssammlung anderen interessierten Menschen zum Download anzubieten.
Und deswegen findet sich, ganz entgegen meines sonst ueblichen Anonymitaetswahns, mein Name auf der Seite.

So ist der Name der hier dargestellten Bilddateien. Ich denke, ich werde ab sofort die Titel, der Beitraege dieser Kategorie, immer so nennen, wie der physische Ort, an dem das Foto aufgenommen wurde. Es sei denn, mir faellt was „Lustiges“ dazu ein.

Jedenfalls gibt es dort die zwar møglicherweise hygienisch beste Løsung: …

Pizza Hut Dresden

aber die Sinne spricht es nicht besonders an; auch nicht die Sitzgelegenheit:

Pizza Hut Dresden 2

 

 

… und musste dem inneren, kindischen Beduerfnis, den letzten Beitrag an eben der Stelle abzubrechen, nachgeben.

Nun soll es aber weiter gehen.

[… bei dem durchaus scharfe Tanten], zumindest hier in Skandinavien ist ein guter Teil der Tanten nett anzuschauen, auf Rollschuhen mehr oder weniger im Kreis laufen.

Die Regeln habe ich auch nach dem zweiten Mal noch nicht so richig verstanden, aber das macht nichts. Denn dies ist ein Sport, bei dem es Spasz macht, zuzuschauen. Auch unabhaengig von den scharfen Tanten. Auszerdem wird auch gute Musik gespielt.

In Skandinvien ist diese Sportart noch nicht so lange praesent. Das lokale Team hier in Trondheim, scheint aber ziemlich gut zu sein, denn es hat bisher alle Gegener mit groszem Punkteabstand besiegt.

Cool finde ich auch, dass die Spieler sich selbst tolle Namen, wie bspw. Sassy Kickassy, Yoshibitchu oder Anakill Skywalker, zulegen kønnen.

Hier in Trondheim ist es dann auch so, dass unser Kostuemklub eingeladen wird, einfach um da rumzustehen. Und da komme ich dann „ins Spiel“.

Die Tanten finden dann natuerlich den kleinster aller kostuemierten Helden am tollsten und wollen nur ein Bild mit ihm:

002_Tanten wollen Bild vom Kind

Mit dem Autor dieses Beitrags als Erziehungsberechtigten, findet er es natuerlich ganz toll, im Mittelpunkt zu stehen.

Aber auch in der Gruppe, macht er eine souveraene Figur:

003_gut in Gruppe

Der Juengste aller Kostuemierten war sowieso der Star des Abends. Auf der Afterparty habe ich von einer der Spielerinnen erfahren, dass ihre kleine Tochter (mich duenkt, die war ca. drei vielleicht vier Jahre alt) uns total toll findet. Und das kleine Maedchen wollte dann unbedingt auch so ein Kostuem haben. Die Mutter meinte dann sowas wie: „Neeeee, das gibt’s nur fuer Erwachsene.“ Aber dumm sind so junge Menschen ja nicht, denn das Maedchen zeigte auf den kleinsten Kostuemierten und gab eine entsprechende Antwort. Da ist die gute Mutter ganz schøn in Verlegenheit gekommen.
Das duerfte ein „Spasz“ fuer viele Eltern nach dem 17. Mai Umzug werden, wenn der nicht mehr ganz so kleine Mann, dort mit uns laufen wird … tihi.

Ich erwaehnte ja bereits die scharfen Tanten, die diesen Sport ausueben. Es gibt keinen Grund, dies nicht nochmal zu tun:

004_erwaehnte ich bereits die scharfen Tanten

Und die „kabbeln“ sich dann auch gerne und oft waehrend des Bouts:

005_Kabbelei

Am Ende gibt es natuerlich auch ein Gruppenbild. Der nicht mehr ganz so kleine Mann nimmt seine Chance wahr, sich auch hier wieder praesentieren und im Mittelpunkt stehen zu kønnen:

006A_Gruppenbild

Das Bild habe ich schamlos von der sozialen Netzwerkseite des Nidaros Roller Derby Teams genommen. Es wurde von Erlend Lånke Solbu gemacht. Alle anderen Fotos in diesem Beitrag sind wie so oft meiner lieben Frau zu verdanken.

Weil ich’s so schøn finde, zum Abschluss noch ein Gruppenbild nur mit „uns“ drauf:

006_Gruppenbild

… ist ein Sport, bei dem durchaus scharfe Tanten …

001_scharfe Roller Derby Tanten

… … … Damit waere dann auch bereits alles Wichtige gesagt (auszer natuerlich, dass dieses Bild wie immer von meiner liebsten Frau gemacht wurde) und ich beende den heutigen Artikel an dieser Stelle. Es wird ja gesagt, dass man aufhøren soll, wenn es am schønsten ist.

Das ist eigentlich eine rethorische Frage. Ich kann mir naemlich denken, wann ich in Versailles war. In dem Zeitraum, in dem ich keinen Geschlechtsverkehr in Disnyeland hatte. Normalerweise schreib ich sowas nicht, aber ich fand die sprachliche Verbindung zwischen Disney und Sex zu gut um es an dieser Stelle zu unterlassen.

Jedenfalls kann ich mich ueberhaupt nicht dran erinnern, dass ich mal in Versailles war.

Oder doch! HA! HA!
Da war so ein Schloss, mit lauter alten Møbeln und dem beruehmten, aber vøllig unspaektakulaeren, weil leeren, Spiegelsaal.
HA! Was Toilettenbilder doch alles an Erinnerungen wieder freischaufeln kønnen.

Versailles2

War sicherlich nicht ganz billig, dieser teuer aussehende Stein. Das Sitzklo hingegen ist normal wie immer:

Versailles1

Solche Artefakte wie das am rechten Rand, die gar nicht so selten bei der Entwicklung eines Fotofilms in Maschinen zur billigen Massenentwicklungen von Fotofilmen entstehen, sind heutzutage (noch nicht mal eine Dekade spaeter!) aus dem Gedaechtnis der Gesellschaft verschwunden.

Als damals das Paket mit den Ruestungsteilen an kam, aber noch keiner wusste, was mein geheimes, neues Hobby ist, konnte ich in dem entsprechenden Beitrag ja noch nicht so richtig zeigen, was der eigentliche Inhalt des Paketes war.

Da dies aber eigtl. ein schønes Bild ist, wollte ich dies euch, meinen lieben Lesern, nicht vorenthalten.

So fing also alles an:

So hat es angefangen

Da stand ich natuerlich erstmal etwas ratlos da und fragte mich zum wiederholten Male, wie ich das denn alles ohne Hilfe zu einer ordentlichen Sandtrooperruestung zusammenbauen soll.

Die Ruestung des kleinen Mannes sah im uebrigen vor dem Zusammenbauen so aus:

VV_Content of the package

Haette mir vor einem Jahr jemand erzaehlt, dass ich zum Bastler und Heimwerker werde, haette ich diesen Jemand fuer verrueckt erklaert.

H&M’s Werbekampagnen sind ja fuer uns heterosexuelle Maenner irgendwie immer ein Hingucker. Dabei sind wir doch eigentlich gar nicht die Zielgruppe (denke ich).

Wieauchimmer, zwei oder drei Jahre habe ich deren Werbung mal dokumentiert. Hier ist das erste Bild.

hm1

Ich hoffe, dass es meinen werten Lesern auffaellt, dass ich laengere Zeit trotz Gelegenheit keine Schwedenwitze mehr schrieb. Der Grund ist nicht die Erkenntnis, dass Schweden ja mglw. auch ganz nette Menschen sind (was sie auf jeden Fall sind), sondern pure Faulheit, Witze zu suchen. An meiner Meinung bzgl. den (meist dtsch.) ignoranten „Schwedenfans“ hat sich nichts geaendert.

Falls meine werte Leserschaft dies aber wuenscht, so wuerde ich diese etwas in Vergessenheit geratene Tradition dieses Weblogs wieder aufnehmen.

Was fuer aberglaeubische Leute diese Christen doch sind.

Wenn ich das so schreibe (ist ja nicht das erste Mal), dann glaube ich immer, dass møgliche christliche Leser meines Blogs in einen ziemlichen Konflikt mit der Meinungs- und Religionsfreiheit geraten. Warum zum Teufel gilt die denn eigentlich auch fuer Meinungen, die uns nicht in den Kram passen? Was fuer ein mistiges System das doch ist, nicht wahr.
Auch wenn ich mir da einen heimliche Spasz draus mache, mag ich schreiben, dass es auch mir schwer faellt, aufgrund anerzogener (nicht unbedingt falscher!) Denkreflexe, es derart auszudruecken.

Aber zurueck zum Ausgangspunkt.

Dass viele sog. „christliche Braeuche“ (auch, aber nichr nur) rund um Ostern „heidnischen“ Ursprung haben ist ja bekannt. Damit faellt dieser wichtige Bestandteil des Festes bereits unter den Begriff „Aberglaube“, denn nach eigener christlicher Definition, gilt dies ja fuer jedweden nichtchristlichen Glauben. Somit sollte es den Gesetzen der Logik auch fuer alles gelten, was von eben diesen uebernommen wurde. Aber das ist ja bekannt, dass alle Religionen dieser Welt ziemlich flexibel sind, was die Dogmen anbelangt, welche der Machterlangung und -erhaltung dienen.

Ich møchte eigentlich auf einen ganz spezielles Detail hinaus.

Wie wir alle wissen, ist Ostern jedes Jahr an einem anderen Tag. Dies deswegen, weil der Ostersonntag der ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Fruehling ist.

Nichts Neues soweit.

Aber warum ist dem eigentlich so?

Der Grund ist ganz einfach: damit garantiert ist, dass Ostern niemals wieder eine Sonnenfinsternis stattfinden kann!

Und damit bin ich eigentlich auch schon fertig. Den Zusammenhang zwischen dem wichtigsten christlichen Fest und warum gewuenscht ist, dass dort niemals wieder eine Sonnenfinsternis stattfinden kann, den kønnen sich meine lieben Leser sicher selbst denken.

Quod erat demonstrandum, denn wie wir alle wissen, glauben nur aberglaeubische Wilde, dass eine Sonnenfinsternis die Strafe eines anthropomorphen, „allmaechtigen“ Wesens ist.

Dies schrieb ich neulich. Oder vielmehr drueckte ich es dort, via einer Durchstreichung, mit einem kleinen Funken Hoffnung aus.

Nun habe ich aber gerade eben diesen Artikel gelesen. Der Artikel handelt darueber, wie bestimmte Gruppierungen auf der Klaviatur der Vorurteile spielen und damit erfolgreich sind. Erfolgreich deswegen, weil KEIN Sturm der Entruestung durch das dtsch. Volk geht. Weil die Leute immer noch zu diesen Aerzten gehen. Und irgendwie ist dieses zum Himmel schreiende Phaenomen der Totenstarre nicht mit meiner Vorstellung von modernen (und freien) Zeiten in Einklang zu bringen.

Aber ich will das nicht nur als Fingerzeig auf die Kirche verstanden haben. Denn wie schreibt Uena es in einem Kommentar:

[…] wie selbstverständlich [ist] Homosexualität in unserer Gesellschaft tatsächlich verankert und akzeptiert [?] Für den fortschrittlichen Geist angeblich kein Thema mehr […]. Diese Akzeptanz ist aber nur oberflächlich und äußert sich in vielen kleinen Details, die eine homosexuelle Lebensweise eben nicht als normal interpretieren. Beispielhaft sei hier genannt, dass bei Homosexuellen dieses Attribut in Medien sehr häufig als Adjektiv mit erwähnt wird, obwohl es mit dem eigentlichen Kontext nichts zu tun hat. Das gibt es bei Heterosexuellen nicht. Oder wie schnell das Schimpfwort “Schwuchtel” ausgesprochen wird. Normalität wird nicht als Beleidigung herangezogen, weil sie nicht greift. Die ganze Debatte über rechtliche Gleichstellung homosexueller Paare zu heterosexuellen zeigt ebenso, wie unglaublich verquer die ganze Einstellung noch ist.

Ich selber brauchte ueber eine Dekade um genau dieses beschriebene Denken zu wandeln. Und das schaffte ich nur dank tatkraeftiger Unterstuetzung einer mir sehr wichtigen Person. Und selbst heute ertappe ich mich noch immer dabei, wie sich solche Vorurteilen in meinen Gedanken bilden. Wenn es mir denn dann aufaellt, versuche ich das natuerlich aktiv zu reflektieren. Ein zeitaufwendiger Prozess, da es auch so viele andere Bereiche gibt, wo das passiert (bspw. Frauen, Auslaender etc.)

Das Zitat spricht also den eigentliche Knackpunkt an. Denn wer kennt es nicht, wenn das Thema auf gleichgeschlechtliche Liebe (!!!!) kommt, sind wir zwar alle fuerchterlich aufgeklaert, aber mehr so in der Art und Weise „Na heutzutage sind wir ja so modern, da soll doch jeder machen was sie (oder er) will; solange die (!) mich damit in Ruhe lassen“.

Dies ist tatsaechlich (!) eine moderne und aufgeklaerte Haltung. Bewusst gegen die eigenen anerzogenen Reflexe und Instinkte anzutreten kann nicht anders als modern bezeichnet werden. Aber die Art und Weise wie wir das denken, ist doch arg bemueht. Eben durch aeuszere Umstaende auferzwungen. Auch daran ist nichts Schlimmes, denn so beginnen moderne Zeiten immer. Verantwortungsbewusste Fuehrungspersønlichkeiten sorgen dafuer, dass wir das Unnøtige, aber tief in der Gesellschaft verwurzelte, unserer Vergangenheit ablegen. Dies bspw. durch Gesetze oder durch deutliches Sichtbarmachen bestimmter Probleme. Deswegen schaffen wir, die Leser dieses weblogs, es eben auch sich tatsaechlich modern zu verhalten.

Dummerweise haben wir (diesmal ist damit ein etwas grøszerer Kreis moderner Menschen gemeint) es nicht geschafft, dass diese, dem 21.sten Jahrhundert wuerdigen, notwendigen Verhaltensaenderungen auch im Rest der Gesellschaft tatsaechlich ankommt. Und deswegen sind bspw. die oben erwaehnten Gruppierungen (aber nicht nur die) eben kraeftig dabei, all das Erreichte wieder zu annullieren. Weil sie wissen, dass sie damit auf laengere Sicht Erfolg haben werden. Und deswegen bin ich der Meinung, dass die dunklen Zeiten bereits begonnen haben. Denn in wahrhaft modernen Zeiten waere dies nicht møglich.

Und wie so oft ist der konkrete Aufhaenger dieses Artikels nur als Beispiel zu sehen. Neben der nicht-heterosexuellen Liebe gibt es viele andere Beispiele in diesem Themengebiet.
– Die bereits mehrfach erwaehnte Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau; warum werd ich komisch angeschaut, wenn ich sage, dass ich gern zu Hause bleiben und mich um’s Kind kuemmern will?
– Die ebenso bereits mehrfach in diesem weblog erwaehnte Einstellung zur Sexualitaet und zum ficken.
– Die Einstellung der Bevølkerung zu fundamentalen Buergerrechten, die nunmal auch fuer Nazis und schlimmere Verbrecher zu gelten haben (auch dies war bereits mehrfach ein Thema in diesem weblog).
– Die fundamentale Angst vor dem Fremden (die leider auch all zu oft das zugrundeliegende meiner eigenen Gedanken ist).
– Und nicht vergessen werden duerfen die Einstellungen gegenueber armen (oder ungebildeten) Menschen.
Dies sind natuerlich nur die wenigen Themen, die mir am Herzen liegen und mit denen ich mich ein wenig beschaeftigt habe.

Es ist natuerlich nicht zu vergessen, dass nach den Schwulen und Auslaendern immer straks die Intellektuellen (und deren Kinder) auf dem Scheiterhaufen (oder in neuerer Zeit im KZ) landeten. Dies ist natuerlich der aeuszerst egoistische Grund, warum ich immer und immer und immer wieder darueber schreibe (und spreche).

Auf lange Sicht, gibt es gluecklicherweise Hoffnung. Die Geschichte hat es naemlich immer wieder gezeigt, dass ueber kurz oder lang, die Menschen wirklich unmenschliche Systeme zu Fall bringen und fuer einen gewissen Zeitraum durch etwas Besseres ersetzen. Nur dummerweise leiden und sterben bis dahin und in diesem Prozess so viele Menschen. Und die dunklen Zeiten muessen ja auch erstmal durschritten werden.
Nur dummerweise hilft dies nicht uns (oder unseren Kindern), denn wir kommen ja gerade aus einem goldenen Zeitalter.

Und deswegen møchte ich mich an dieser Stelle nochmals wiederholen:

Lasst uns unsere Kinder so erziehen, dass sie in der Lage sind, die Fackel der Freiheit, die wir (kurzzeitig) erleben durften, weiter zu tragen, durch die Nacht.

Freiheit! Liebe Leute, sprecht darueber. Und in dunkler Vorahnung, darob der Zustaende in einigen Jahrzehnten (Jahren?) møchte ich dazu schreiben: solange ihr euch damit nicht in unnøtige Gefahr bringt.
Fuer die Menschen in vierhundert Jahren. Und damit dass Leiden all der Millionen bis dahin nicht umsonst ist.

Eine letzte Sache noch, welche mehr in die philosophische Richtung geht.

Es gibt aeuszersts wichtige Unterschiede zwischen Pessimismus und und Fatalismus.
All das was ich so schreibe ist mitnichten fatalistisch! Ich halte uns (ganz konkret uns, aber auch die Menschen als Ganzes) fuer allzeit und fundamental handlungsfaehig. Daraus resultieren eben auch die staendigen, impliziten Aufrufe: denkt mal drueber nach; versucht zu erkennen, wie diese erschreckenden Entwicklungen auch ganz konkret euch betreffen; und vor allem, versucht diesen Entwicklungen etwas entgegen zu setzen. Ich selber versuche ja auch mit (und nach) den mir gegeben Møglichkeiten zu handeln.
Man kønnte also sagen, dass zwar all das was ich schreibe recht pessimistisch ist, dass ich aber eine grundsaetzlich optimistische Lebens- und Handlungseinstellung habe.

Damals. An dem Tag, an dem eine mir bekannte Person am Flughafen ankam, weil sie ein halbes Jahr unter meiner harten Knute malochen wollte, da machte ich vorher eine Geocachingtour. Dabei entdeckte ich etwas und machte davon ein Bild.
Dieses wartet seitdem darauf verøffentlicht zu werden. .oO(Kønnen nicht-bewusste Dinge oder Lebewesen eigtl. „warten“? Wenn ja, worauf warten die eigentlich?)
Streetart ist es. Und meiner Meinung nach ist es auch typisch norwegisch.
Es passt nicht so ganz in diese Kategorie, da die Streetart selber nicht von mir ist. Eine explizite sexuelle Bedeutung hat es aber natuerlich und irgendwie passt es doch.
Bitte schøn:

Condoms are Cheaper

Da es im Anschluss an dieses Bild durchaus passt, møchte ich diesen Beitrag mit einer wichtigen Frage aus einem Nick Lowe Song, der mir via dieses wunderschønen Covers von A Perfect Circle bekannt wurde, abschlieszen:

What’s So Funny ‚Bout Peace, Love, and Understanding?