Aufgrund solcher Perlen lohnt es sich all die vielen, weniger groszenartig gelungen Texte zu lesen.
Und dabei ist es nicht mal eine Seite lang.
If we have an affinely parametrised geodesic in the metric g …
Aufgrund solcher Perlen lohnt es sich all die vielen, weniger groszenartig gelungen Texte zu lesen.
Und dabei ist es nicht mal eine Seite lang.
Schon etwas laenger her:
Wie man sieht (oder vielmehr nicht sieht), sind keine gluecklichen Huehner auf dem Bauernhof abgebildet. Oder anderer, verkaufsførdernder Kram.
Dort steht in groszen Buchstaben: „12 kleine/mittelgrosze Eier von Kaefighuehnern“.
In klein dann daneben, dass es ab 2012 keine derartigen Eier mehr bei Rema 1000 geben wird und wie schlimm Kaefighuehner das doch haben. Auszerdem, dass es ja auch besser fuer die Qualitaet des Essens (und somit fuer die Kunden) ist, wenn das von gluecklichen Huehnern kommt.
Rema 1000 ist die hiesige (grøszte) billig-und-direkt-von-der-Palette-verkauft-Kette. Sowas wie Aldi, nur nicht so schlimm, weil sie das hier nicht duerfen.
Und da fragt man sich dann unwillkuerlich: HAEH? Warum machen die das?
Sicherlich nicht, weil ihnen die armen Huehner so am Herzen liegen.
Ich nehme an, dass es eine Gesetzesinitiative hierzulande gegeben hat, die den Tier-, und mglw. damit auch den Verbraucherschutz, staerkte.
Ich habe jetzt aber keine Lust das zu recherchieren. Aber da „Selbstverpflichtung“ im Kapitalismus nicht funktioniert, denke ich mal, dass diese Annahme durchaus plausibel ist.
In einem feinen Land wohne ich hier, nicht wahr. Denn wiedermal sieht man was so alles møglich ist, wenn die Volksvertreter nur wollen.
Aber natuerlich sollte man nicht vergessen, inwiefern dies fuer arme Menschen negtive Konsequenzen hat.
Und auch, dass es freilaufende Huehner eigentlich nicht so richtig gut haben, sollte nicht vergessen werden.
Es handelt sich also nur um einen kleinen Schritt. Aber durch viele kleine Vorwaerts(!)schritte kommt man ja auch voran.
In „Sie sind ja auch nur ein Exemplar!“ behauptet Dietmar, dass …
[…] die Existenz von Klassenschranken oder sexistischer Benachteiligung […] in Deutschland […] praktisch unumstritten [ist].
Um im Satz gleich darauf, so brilliant wie immer, seine Beobachtungen in der realen Welt auf den Punkt zu bringen:
Das ist eine These, die man […] [sich] rasch abgewöhnen könnte, wenn [man] einmal eine Woche in einem Mediengroßbetrieb oder an einer naturwissenschaftlichen Universitätsfakultät verbringen müßte, wo man von der Armut oder vom Sexismus hauptsächlich weiß, daß die Achtundsechziger und Alice Schwarzer sich das ausgedacht haben.
Lest ihr, meine lieben Leser und Leserinnen das nochmal durch und lasst es euch auf der Zunge zergehen.
Das mit der Armut habe ich extra drin gelassen.
Als Vergleich, bzw. Mittel um sich besser in die Situation hinein zu versetzen. Denn ueber die Jahre, hat zumindest mein (naeheres) soziales Umfeld die Situation bzgl. der Armut begriffen. Erkennt aber gleichzeitig, dass ein groszer Teil der Bevølkerung in Dtschl. dieses Problem nicht wahr haben will (uns in Dtschl. geht es doch gut – die uebliche Propaganda eben).
Ungefaehr so aehnlich ist das auch mit dem Anerkennen der ungerechten Ungleichbehandlung von Frauen und Maennern. … Denn eigentlich … soooooo schlimm ist das doch gar nicht. Nicht wahr. Den Leuten muss es doch gefallen, wenn Frauen derartig in der Reklame dargestellt werden. Ansonsten gaebe es das ja gar nicht. … Das stimmt zwar schon. Es gefaellt (mir) durchaus. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass dies hilft positive Veraenderungen diesbezueglich zu bewirken. Meiner Meinug nach ist genau das Gegenteil der Fall.
Die Pizzeria gleich in der Naehe meiner zweiten Whg. ist gar nicht mal so schlecht. Zwar eher „Standardessen“, aber meistens ist es ja doch genau das, was man will, wenn man spontan „aus geht“ und das nicht laenger geplant hatte. Auszerdem ist „Standardessen auch etwas was der junge Mann, der bei mir wohnt, isst.
Standard ist auch das Klo.
Diese blauen, glaenzenden Fliesen verspruehen irgendwie „DDR-Charme“. Auch finde ich die Stuetzen die aus der Wand kommen irgendwie cool. Sieht so aus, als ob die sich gleich selbststaendig machen und einen greifen … tihihi … Must Kill … All … Humans
So kann man es auch sehen:
Das Lesen wird als Kulturleistung unangemessen verherrlicht. Wieso liest man sich etwas durch, was jemand anderes geschrieben hat? Das tun eigentlich nur Lehrer oder Geheimdienste.
(von hier)
Sozusagen in Anlehnung an den letzten Beitrag in dieser Kategorie.
Was die Kuh auf diesem Produkt wohl so lecker findet?
Ihre Druesenprodukte oder sich selber?
Erinnert mich etwas an Soylent Green (eine Sehempfehlung uebrigens; und seies nur, weil es einer der immer wieder zitierten Science Fiction Klassiker).
*im Interweb surf* … o.O … WTF!!!
Ein wichtiges Dokument, deren Inhalt nicht vergessen werden sollte. Ich zitiere:
Die Lesesucht ist eine unmäßige Begierde,
seinen eigenen, unthätigen Geist mit den
Einbildungen und Vorstellungen Anderer aus
deren Schriften vorübergehend zu vergnügen.[…]
Das bloße Lesen, ohne ernsten Willen, Belehrung oder
Besserung zu gewinnen, ist wirklicher Müßiggang
des Geistes.
Deswegen gilt
Bist du von den Gefahren der Lesesucht, oder wenigstens
von ihrem Nachtheil für Geist und Herz überzeugt: so
ermanne dich zu dem unverbrüchlichen Entschlusse, dich
fortan des Viellesens zu enthalten
Peppes ist sowas wie Pizza Hut.
Ensprechend standardisiert ist dann natuerlich auch das Klo.
Schon wieder so eine „Chemikaliendirekteinspritzbox“.
Wie man am linken unteren Bildrand sieht, ist das Sitzklo nicht abgetrennt vom Urinal. Stell ich mir witzig vor, wenn da jemand defaekieren muss und gleichzeitig ein fremder daneben steht und uriniert. Wobei das ja nur fuer uns „Wessis“ ungewoehnlich ist, in Gemeinschaft der Egestion nachzugehen.
Das neben der Toilette stehende Toilettenreinigungsmittel und -geraet sollen jeden dezent daran erinnern, die Toilette bitte so zurueck zu lassen, wie man sie gerne vorfinden møchte.
Weswegen tue ich mir eigentlich immer all die „trockenen Allgemeinplaetze“ an?
Dazu meint Dietmar in „Mein erstes Weihnachten„, …
[dass] es zur Beurteilung der Angemessenheit oder Verwerflichkeit von Handlungen und Äußerungen […] andere Kriterien gibt als traditionelle, kulturelle, religiöse, ethnische, geographische, kurz: solche des Geburtszufalls, nämlich diejenigen der Menschenrechte, des schlüssigen Argumentierens und verwandter trockener Gemeinplätze der Aufklärung, […].
Zum neulich vorgestellten Artikel ueber Bullshit-Jobs gibt es ein „Follow-Up“.
Ich komme nicht drumherum auch hier wieder umfangreich zu zitieren (saemtliche Hervorhebungen von mir).
Los geht es mit einer berechtigten Feststellung:
[…] there’s got to be an official–if not economic–explanation for why we didn’t get this Truly Great Thing [Anm.: die 15-Stunden-Woche] […].
Die uebliche Erklaerung: dazu …
[…] is always consumerism. […] given the choice between four-hour days, and nine or ten-hour days with SUVs, iPhones and eight varieties of designer sushi, we all collectively decided free time wasn’t really worth it.
Oberflaechlich betrachtet wuerde ich damit erstmal mitgehen. Das seh ich teilweise an mir, und in meinem Arbeitsumfeld. Racken um in Urlaub fahren zu kønnen.
Scheint ja auch erstmal logisch. Und ist weniger erschreckend und die eigenen Dogmen in Frage stellend als die Erklaerungen weiter unten. Nur sind Letztere deutlich plausiber, da diese aus Beobachtungen folgen und nicht nur aus „so ’nem Bauchgefuehl“.
Aber zunaechst ein kurzer Abstecher in die Geschichte.
In the late 19th and early 20th centuries, one of the great divisions between anarcho-syndicalist unions, and socialist unions, was that the latter were always asking for higher wages, and the anarchists were asking for less hours.
Wie passend und eine Erklaerung mehr, warum ich Anarchist (im kropotkinschen Sinne) und nicht Sozialist bin … Tihihi.
That’s why the anarchists were so entangled in struggles for the eight-hour day.
Siehe dazu bspw. wie es zum 1. Mai als weltweiten Feiertag kam.
Und dann kommt der Knackpunkt:
It’s as if the socialists were essentially buying into the notion that work is a virtue, and consumerism is good, but it should all be managed democratically […]
Dazu dann weiter unten mehr. Nur kurz noch die Gegenmeinung dazu (weil ich’s so schøn finde und weil es meiner eigenen Weltanschuung so sehr entspicht):
[…], while the anarchists were saying, no, the whole deal—that we work more and more for more and more stuff—is rotten from the get-go.
Da dies geklaert ist, kann ich mich nun zur Verbindung zum Titel dieses Beitrages vorarbeiten.
[…] one of the greatest ironies of history is how this all panned out when workers’ movements did manage to seize power. It was generally the classic anarchist constituencies—recently proletarianized peasants and craftsmen—who rose up and made the great revolutions, whether in Russia or China or for that matter Algeria or Spain—but they always ended up with regimes run by socialists who accepted that labor was a virtue in itself and the purpose of labor was to create a consumer utopia.
Aber wie es um die Realisierung dieses Versprechens stand, hat ja de Geschichte gezeigt.
Of course they were completely incapable of providing such a consumer utopia. But what social benefit did they actually provide? […] You couldn’t really get fired from your job. As a result you didn’t really have to work very hard. So on paper they had eight- or nine-hour days but really everyone was working maybe four or five.
Das deckt sich mit so einigen Geschichten, die ich aus der DDR hørte. Wobei ich das natuerlich als grundsaetzlich positiv ansehe. Und wehe da kommt mir jetzt einer damit, dass das ja der Grund dafuer war, dass „der Kommunismus untergegangen ist“. Nachgeplappere kann ich auch woanders høren.
Oder anders:
You get up. You buy the paper. You go to work. You read the paper. Then maybe a little work, and a long lunch, including a visit to the public bath…
Und dann kommt etwas ganz Wichtiges zum drueber Nachdenken. Etwas was diametral entgegengestzt ist zu dem, was uns so eingetrichtert wurde und wird.
If you think about it in that light, it makes the achievements of the socialist bloc seem pretty impressive: a country like Russia managed to go from a backwater to a major world power with everyone working maybe on average four or five hours a day.
Dies fuehrte aber ein Problem mit sich, denn …
[…] they couldn’t take credit for it. They had to pretend [!] it was a problem, […] because of course work was considered the ultimate moral virtue.
Und hier nun die Erklaerung, warum wir keine 15-Stunden-Wochen haben:
[…] this ideological imperative to validate work as virtue in itself […] is constantly being reinforced by the larger society.
So eine verfluchte Scheisze nochmal!!!
Weil mich das so sehr aufregt, werde ich dazu sicherlich noch øfter mal was schreiben.
Und auch das Folgende fuehlt sich dummerweise viel zu bekannt an. Tief drin, irgendwo auf dem Niveau der unbewussten Sozialisation.
[…] to validate work on some level, […] work is a value in itself. It creates discipline, maturity, or some such, and anyone who doesn’t work most of the time at something they don’t enjoy is a bad person, lazy, dangerous, parasitical.
Vielleicht doch nicht so „tief drin“. Da muss man sich ja nur mal unter Akademikern mit gutem Einkommen umhøren, was die i.A. zu Menschen meinen, die weniger Glueck hatten als sie selbst. Oder in die Zeitung schauen.
Dies zum eigentlichen Problem „Arbeit“ und warum wir keine 15-Stunden-Woche haben.
Was nun? Im Bezug auf Bullshit-Jobs und dass Menschen, die wirklich Nuetzliches fuer die Gesellschaft tun schlechter bezahlt werden schlaegt der Autor vor:
[…] we need to attack the core of the problem, which is that we have an economic system that, by its very nature, will always reward people who make other people’s lives worse and punish those who make them better.[…] A labor movement that manages to finally ditch all traces of the ideology that says that work is a value in itself, but rather redefines labor as caring for other people.
Und dann zum Abschluss:
[…] we need to start by redefining labor itself, maybe, start with classic “women’s work,” nurturing children, looking after things, as the paradigm for labor itself and then it will be much harder to be confused about what’s really valuable and what isn’t.
Und somit ist dann auch eine Verbindung zu einem anderen, hier immer wiederkehrenden Thema gemacht.
Die Menschheit war so flink und hat es wirklich geschafft sich das Leben massiv zu erleichtern. Genau deswegen brauchen wir neue Dogmen … denn die alten funktionieren nicht mehr.