Denn nicht nur schneite es hier die letzten zwei Tage sehr stark, nein ich habe auch mal wieder eine Gehaltserhoehung bekommen. Ganz davon abgesehen, dass Norwegen von der UNO mal wieder als das beste Land der Welt evaluiert wurde. Jetzt warte ich nur noch darauf, dass die Løypen gezogen werden und dann kann’s losgehen mit richtig Skilaufen :) .
Denn ich wuenschte mir den ersten Schnee Mitte Oktober und als der kleine Mann der bei uns wohnt und ich vorgestern aus der Straszenbahn ausstiegen, da schneite es. Da freuten sich aber zwei sehr. Am morgen danach lagen bei uns ca. 5-7 cm Neuschnee, woanders 10 cm und mehr. Also dachte ich mir gestern gegen Mittag: .oO(genug gearbeitet fuer heute), machte halb zwei Schluss, holte den ganz kleinen Mann vom Kindergarten ab und wir gingen auf Skitour. Waehrend wir diese fruehe guenstige Gelegenheit nutzten uns auf den Brettern die die Welt bedeuten (@LeSpocky: :P ) durch den Wald zu bewegen hatte ich den Eindruck, dass wir die ersten Trondheimer waren, die ebendies taten. Heute erfuhr ich, dass die Trondheimenser tatsaechlich wohl etwas schockiert waren darob des weiszen Goldes Mitte Oktober … schockiert vor Freude nehm ich mal an.
… kaufte ich mir neulich:
Die Alten hatte ich nun schon seit 11 Jahren. Entsprechend abgelaufen war das Profil. Damals war das ein neues Modell und ich sollte eigtl. regelmaeszig Berichte schreiben wie die so sind, was ich aber niemals tat so weit ich mich erinnere. Wieauhimmer, … .oO(alte Geschichten von alten Maennern) … Beim bevorzugten Sportladen meiner Wahl gibt es nicht nur tolle Angebote fuer Ski, sondern auch eine gute Auswahl an Wanderstiefeln, eins davon sieht man auf dem Bild.
Aber nun genug des sinnlosen Geschwafels und zum Schuhkauf selber. Ich benoetigte neue Schuhe, denn die Alten waren nicht nur alt mit (ungleichmaeszig) abgelaufenem Profil, sondern auch nicht mehr wasserdicht. (Fuer so viele Jahre ohne Pflege, haben die sich aber wirklich gut gehalten.) Die Preisvorstellung lag im Bereich von ca. 3.000 NOK, unter der Praemisse, dass die neuen Schuhe dann aber auch ein paar Jahre benutzt werden (diesmal ist auch mehr Pflege geplant). Ich konnte mich wochenlang nicht so richtig durchringen Schuhe kaufen zu gehen. Eines Tages ergab sich dann (nicht ganz so ueberraschend wie mancher glauben mag) doch die Gelegenheit; da ich ohnehin viele Minuten in der Stadt weilen musste bis zum Start des Films „The American“ (mit George Clooney) schaute ich in die ueblichen Laeden rein. In einem gab es auch ein (!) paar derartige Stiefel, das mir auch gut gefiel vom Aussehen und noch mehr vom Preis, denn die waren runtergesetzt auf 799 NOK. Laengeres Tragen brachte mich aber zu dem Schluss, dass eben diese Schuhe sich ein klein wenig zu gut an meine Fuesze anschmiegen; vulgo: zu klein sind. Eine Nummer groeszer gab es nicht. Schweren Herzens liesz ich sie stehen.
Einige Tage spaeter ergab sich erneut eine Gelegenheit zum Schuhkauf und mangels Alternativen (und aufgrund der Empfehlung eines Einheimischen) war ich dann in oben erwaehntem Sportgeschaeft (wo uebrigens bereits von Sommer (Verkauf von Fahrraedern und Wanderzeug) auf Winter (Verkauf von Ski) umgestellt wird) und dort gab es sooooo eine tolle Auswahl an Stiefeln … allerdings diesmal in der frueher erwaehnten Preisklasse. Von den zwei Bestaussehenden (deren monetaerer Wert den oben genannten Preis nicht ueberstieg) liesz ich mir meine Schuhgroesze bringen. Das erste (billigere) Paar war wieder etwas zu eng. Das zweite Paar hingegen … nun ja … das war anders … ich hatte ein Erlebnis, wie ich es noch nie bei einem Schuhkauf hatte … sobald ich dieses Paar Schuhe an meinen Fueszen hatte, hatten sich meine Fuesze in diese Schuhe verliebt … so ein tolles paar Stiefel hatte ich mein ganzes Leben noch nicht an meinen Fueszen … da dieser Eindruck auch nach dem ausgiebigen Testen fortbestand, kaufte ich die Stiefel dann auch … (und das hat ueberhaupt gar nix damit zu tun, dass ich den Laden so toll finde … eher umgekehrt: ich finde den Laden jetzt noch toller, weil die auch tolle Schuhe verkaufen und nicht nur weil die tolle Ski verkaufen, einen super Service haben und super nett sind).
Ich bin sehr gluecklich mit meinen neuen Stiefeln :)
… duerfen nicht mehr in Norwegen getestet werden!
Der Grund dafuer ist folgender:
Norwegian Foreign Minister Jonas Gahr Store said, „We have extremely rigorous restrictions on exporting security goods and services … we don’t export materials or services to states at war or in which there is a danger of war.“
Hach ist das ein tolles Land in dem ich wohne … hier wird das was gesagt wird auch gemacht … kann ja niemand auch nur ahnen, dass es sowas wirklich gibt … also dass Politiker Sachen machen die der Souveraen so will (von der Sache mit den Walen mal abgesehen). … Aber halt … das war noch nicht alles … es geht noch weiter … und wird noch besser:
A year ago the Norwegian State Pension Fund announced it was dropping Elbit Systems due to the manufacturer’s involvement in building the West Bank separation fence.
The Norwegian treasury said the fence was infringing on Palestinians‘ human rights.
Und jetzt stellen wir uns mal vor Daenemark wuerde das machen … oder Polen, die tschechische Republik, Oesterreich, die Schweiz, Luxemburg, Belgien oder die Niederlande … ach ihr versteht sicher worauf ich hinaus will.
Ich kann mich nur wiederholen: Hach ist das toll hier!
Wer kennt das nicht: man kommt aus einem fremden anderen Land per Flugzeug, die drei schweren Koffer kommen gerade an und am besten waere jetzt ein Wagen wo man die rauflegen kann. Um diese Wagen laengere Strecken bewegen zu koennen, braucht man ueblicherweise eine Muenze die besondere Bedingungen erfuellen muss o.ae. Wenn man nun keine derartige Muenze hat, dann hat man Pech gehabt und man muss die schweren Koffer selber tragen. Serviceorientierte Unternehmen (vulgo: Flughafenbetreibergesellschaft) wuerden nun fuer alle Kunden (vulgo: Passagiere; die ja (indirekt) Flughafengebuehren bezahlen muessen) entweder diese Wagen einfach so zur Verfuegung stellen, oder diese Loesung realisieren (gefunden am Flughafen Værnes nahe Trondheim):
Dies ist sogar noch eine gute (vor allen Dingen nicht nervende) Werbeflaeche fuer das Unternehmen.
Und doppelt schoen kann man hier auch gleich wieder erkennen, wie diese Gesellschaft funktioniert … durch Vertrauen :).
Viele in Dtschl. (meistens natuerlich Maenner) finden die „Gleichberechtigung in der Sprache“ (das beruehmte „Innen“-Problem) albern und sinnlos. Dabei geben eben diese „viele“ gern an ein paar wenige (oftmals die selben) Beispiele, die in keinster Weise die Gesamtheit beschreiben , um ihren, durch patriarchalische Sozialisierung entstandenen und niemals hinterfragten, Standpunkt zu unterstuetzen.
Ja, oftmal ist das mit den „Innen“ albern, noch oefter nervig, aber es aendert nichts daran, dass es insgesamt eine gute Sache ist, denn es weist auf ein klaffendes Problem hin, dass in dieser Gesellschaft nunmal besteht. Deswegen finde ich dass diese politische Entscheidung insgesamt eine wichtige und richtige Entscheidung war. Unterstuetzt wird meine Meinung durch zahlreiche Forschungsergebnisse im Bereich der Soziologie, Linguisitk, Genderforschung etc. (Warum sparen sich diese „Vielen“ eigentlich nicht das sinnlose Geschimpfe und nehmen ueberall (wo es sinnvoll ist natuerlich nur) einfach nur noch die weibliche Form und weisen am Anfang eines jeden geschriebenen Textes darauf hin, dass damit auch die Maenner gemeint sind. Mal ganz davon abgsehen, dass dies eigentlich eine total logische Entwicklung sein sollte, waeren die Reaktionen darauf sicherlich ein groszer Spasz. Wieauchimmer …
Norwegen nun ist ein Staat mit einer der striktesten Gesetzgebung bezueglich dieses Problems und ich werde hier immer wieder darin bestaerkt, dass meine oben getaetigte Meinung richtig ist, denn ich sehe an so vielen Beispielen, dass es funktioniert und dass es richtig ist, dass sich die Politik darum gekuemmert hat, dass die Gesellschaft eine bessere wird. Ein paar dieser Beispiele moechte ich hier angeben (ohne mich dabei auf die Sprache zu beschraenken und vermutlich).
– Das oeffentlich auffaelligste Ergebnis all dieser Anstrengung ist der Papaschaftsurlaub. In keinem anderen Land der Welt hab ich so viele Vaeter gesehen, die ihr Kind, gluecklich aussehend, im Kinderwagen durch die Gegend schieben, oder vom Kindergarten abholen etc. Am tollsten (fuer die Gesellschaft) ist, dass es allgemein anerkannt ist, dass sich auch der Papa um das Kind kuemmert … nicht nur im Notfall oder wenn die Mutter mal keine Zeit hat, sondern dass der Papa auch mal einfach mitten in der Woche einen Tag frei nimmt, um mit zum Kindergartenskitag zu gehen. Insgesamt ist es fuer die Gleichberechtigung so unheimlich wichtig zu erkennen, dass Kinder in allen Altersstufe einfach zur Gesellschaft gehoeren (und nicht einfach nur die sind, die spaeter mal die Rechnung (vulgo Rente oder Schuldenberg) bezhalen) und das man nunmal Personen braucht (allermeistens die Eltern) die sich darum kuemmern, dass aus eben diesen Kindern gute (was immer das auch bedeuten mag, Maul halten und alles abnicken jedenfalls nicht) Buerger der Gesellschaft werden. Dies schlieszt auch ein, dass man ein Elternteil, welches keinen Babysitter finden kann (oder will) nicht ausschlieszt von Meetings und anderen beruflichen und gesellschaftlichen Moeglichkeiten der Teilhabe. Eine der Moeglichkeiten ist, dass das Kind eben mitkommt zum Meeting (was aber natuerlich auch nicht immer eine praktikable Loesung ist).
Zur Zeit wird diskutiert, dass der Papaschaftsurlaub ausgeweitet werden soll, um Muetter noch besser ins Arbeitsleben integrieren zu koennen.
Und wehe jetzt kommt hier einer (oder eine :P) mit dem scheinheiligen „Aber in Dtschl. gibt es doch das ach so tolle Elterngeld“ Argument. Jedenfalls nicht ohne auch gleich eine glaubhafte (!) Quelle fuer diese Behauptung anzugeben.
– Wo wir gerade bei Kindern waren; Kindergaertner sind hier auch total normal. Ein Mann kann hier auch derartige Aufgaben uebernehmen ohne um seine „Maennlichkeit“ fuerchten zu muessen und vor allem ohne dabei schief angeguckt zu werden, was er denn bei kleinen Kindern zu suchen hat!
– Desweiteren gibt es hier die gesetzliche Regelung, dass Firmen ab einer bestimmten Groesze im Vorstand Vorstand 50 Prozent Frauen haben muessen. Und auch dies funktioniert, wie ich gestern am Beispiel der groeszten (mehr oder minder) privaten Gorschungsgesellschaft Norwegens (wenn nicht gar Skandinaviens) sehen konnte. Bei Sintef innd ueber 65 Prozent der Mitglieder des Vorstandes Frauen.
– Und da wir gerade bei der Wissenschaft waren, geb ich gleich noch ein Beispiel dazu. Wenn man hier durch die Hallen der Fakultaet fuer Naturwissenschaften wandert, ssieht man unheimliche viele Studentinnen. Ich denke, dass dies einfach an weiblichen „Beispielen“ liegt auszerhalb der sogenannten „typisch weiblichen“ Berufsfelder. Desweiteren habe ich auch noch an keiner anderen Uni so viele weibliche Professoren innerhalb der Naturwissenschaften (ohne Medizin) gesehen. Also auch hier funktioniert die gesetzliche Regelung und wirkt auch bis in die Gesellschaft.
– Als letztes moechte ich gern zurueck zum „Sprachproblem“ kommen, denn wie man spricht beeinflusst unheimlich stark unser Verhalten und das Verhalten anderer. Ueblicherweise bin ich immer der einzige, der, wenn er das Geschlecht einer Person nicht weisz, „er oder sie“ bzw. „ihm oder ihr“ sagt. Fuer Deutsche hoert sich das total albern an, ist es aber nicht (siehe oben). Gestern im Meeting ist mir zum ersten Mal aufgefallen, dass auch andere Personen dies so sagen (was der Grund fuer diesen Eintrag war). „He or she“ oder „his or her“ anstatt nur (bspw.) „if the users is new he must …“. Total normal hier im schoenen Norwegen, keiner regt sich deswegen auf weil es keine Ausnahme ist, dass es Frauen in naturwissenschaftlich/technischen Berufen arbeiten.
Schon toll dieses Norwegen … und seine Buerger.
So richtig schoene grosze Flocken sah ich, als ich aus dem Kuechenfenster blickte.
Leider herrschte diese herrliche Wetterlage nur in meinem Traum kurz vor dem Aufwachen gestern morgen.
Wunderschoen schon von der Aufmachung, wie auch schon der erste und der zweite Band.
Gestern fing ich uebrigens mit dem Lesen Konsumieren Bewundern des Inhalts des ersten Bandes an. Bereits nach den ersten drei Kapiteln kann ich sagen, dass das definitiv zum Besten gehoert, was diese Kunst hervorgebracht hat. In Erwartung dessen was noch kommt (und den Mythos um diese Serie begruendete) bin ich natuerlich sehr aufgeregt.
Neulich zeigte ich euch ja ein Kunstwerk von Weltrang. Dies war ja aber nur der erste Band. Vor kurzem kam endlich der zweite Band und der sieht so aus:
Auch wieder sehr schick und sehr bedeutend.
Den dritten Band praesentiere ich dann ein andermal.




