{"id":3556,"date":"2014-05-08T09:36:50","date_gmt":"2014-05-08T07:36:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.soeren-in-norwegen.net\/blog\/?p=3556"},"modified":"2014-04-10T13:08:04","modified_gmt":"2014-04-10T11:08:04","slug":"zaesur-5","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.soeren-in-norwegen.net\/blog\/2014\/05\/zaesur-5\/","title":{"rendered":"Zaesur (5)"},"content":{"rendered":"<p>In den vorherigen vier Teilen habe ich mich ueber das Folgende ausgelassen<\/p>\n<p>1.: Dass wir (als Einzelne und als Gesellschaft) die ganz konkrete Gefahr, der durch Edward Snowden bekannt geworden, permanenten, staatlichen Ueberwachung nicht begreifen. Mglw. gar nicht begreifen k\u00f8nnen, darob deren Ungeheuerlichkeit und weitreichenden Konsequenzen.<br \/>\nDies machte ich an dem Sprachgebrauch im Umgang mit dieser Sache aus.<\/p>\n<p>2.: Dass wir (als Einzelne und als Gesellschaft) nicht bereit sind, die dann nicht mehr ganz so konkrete Gefahr, all der neuen Technologien anzuerkennen. Dies, weil wir diese Technologien mit &#8222;Fortschritt&#8220; verbinden und dieser als inherent gut angenommen wird.<\/p>\n<p>3.: Gab ich zahlreiche Beispiele, wie wir durch diesen &#8222;Fortschritt&#8220; der Ueberwachung, Kategorisierung und Algorithmisierung aller Menschen, der Gesellschaft,\u00a0 Tuer und Tor \u00f8ffnen und warum dies schlecht ist. Wir machen dies, weil der Einzelne sich davon (kurzfristige!) Vorteile verspricht.<\/p>\n<p>4.:Versuchte ich aufzuzeigen, warum diese Entwicklung nicht nur schrecklich ist fuer die Gesellschaft als Ganzes, sondern dass es das Individuum (mich und dich) auch sehr direkt und ganz konkret (und nicht nur ueber eine Statistik) negativ betreffen wird.<\/p>\n<p>All dies fuehrte ich naturlich elaborierter aus und diese kurze Zusammenfassung ist sehr oberflaechlich.<\/p>\n<p>Desweiteren versuchte ich klar zu machen, dass unsere Gesellschaft sich fundamental aendern wird und dass dies nicht aufzuhalten ist. Gleichzeitig muss dies aber laengst nicht so negativ sein, wie ich es darstelle.<br \/>\nDafuer muss aber diese Entwicklung diskutiert und mit Hilfe eben eines \u00f8ffentlichen Diskurses, in nicht Leid verursachende Bahnen gelenkt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich habe noch mehr Notizen zum Gespraeach zwischen Ranga Yogeshwar und Frank Schirrmacher.<\/p>\n<p>Aber all dies laeuft mehr oder weniger auf die bereits dargelegten Punkte hinaus.<\/p>\n<p>Weil ich diese Gedanken aber nicht meinen Leserinnen und Lesern vorenthalten mag, stelle ich diese Notizen in diesem Beitrag zur Verfuegung. Dies vor allem, weil ich denke, dass es immer gut ist, viele Argumente und Blickwinkel zu einem Thema zu betrachten.<\/p>\n<p>Das Folgende ist alles ist nicht detailliert ausformuliert. Falls einzelne Punkte unklar sind, so kann ich dies aber bei Interesse zu einem spaeteren Zeitpunkt nachreichen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>22:31<\/strong> =&gt; Banken schauen, in welcher Umgebung man wohnt, und dies flieszt in die Entscheidung ein, ob ein Kredit vergeben wird. Es wird also nicht mehr die Kreditwuerdigkeit eines Menschen beurteilt, sondern die &#8222;Klasse&#8220; oder &#8222;Wohngegend&#8220; oder &#8222;Rasse&#8220;, in die er statistisch gesehen reingesteckt werden kann.<br \/>\nDazu zaehlt auch <a title=\"cnn.com - Facebook friends could change your credit score\" href=\"http:\/\/money.cnn.com\/2013\/08\/26\/technology\/social\/facebook-credit-score\/\" target=\"_blank\">dieses &#8222;Phaenomen&#8220;<\/a>, wonach in den USA die &#8222;Freunde&#8220; bei sog. &#8222;social services&#8220;ebenso ueber die Kreditwuerdigkeit entscheiden.<br \/>\nIch habe gelesen, dass dies in Dtschl. auch probiert wurde, finde den Artikel dazu aber gerade leider nicht mehr.<\/p>\n<p><strong>23:25<\/strong> =&gt; Die Information, welche aus dem &#8222;digitalen Ich&#8220; gezogen wird, wird staerker gewichtet als die Realitaet. Dies ist natuerlich eine Taeuschung, aber eine mit schwerwiegenden Folgen. Ich fuehrte bereits frueher aus, dass die zahlreichen, von uns hinterlassen, digitalen Spuren, mitnichten das widerspiegeln muessen, wie wir als Mensch uns denn dann auch verhalten.<br \/>\nAber was steckt denn dahinter? Warum arbeiten die &#8222;Ueberwacher&#8220; so hart daran, und verfallen dankbar dieser Taeuschung?<br \/>\nMeiner Meinung nach ist dies der Traum aller bisherigen und aller zukuenftigen &#8222;Maechtigen&#8220;; seien es Regierungen, Kapitalisten, oder Familienvaeter, die ihre T\u00f8chter ueberwachen wollen etc. Einen Menschen zu haben, der reduzierbar ist, auf wenige Eigenschaften. Oder auch viel mehr Eigenschaften, die dann aber, aufgrund h\u00f8herer Rechenleistung, wieder in ein einfaches Modell, oder zumindest ein einfaches &#8222;Endresultat&#8220; gepackt werden k\u00f8nnen. Damit werden Menschen naemlich besser kontrollierbar (die Guten uns Toepfchen usw.; der Erfolg von Pre-Crime etc.). Ich habe (hoffentlich) klar machen k\u00f8nnen, welch schreckliche Konsequenzen dies fuer die Freiheit im Allgemeinen, fuer die Freiheit des Einzelnen, aber auch ganz konkret auf das Verhalten jedes Einzelnen, haben wird.<\/p>\n<p><strong>24:57<\/strong> =&gt;<\/p>\n<blockquote><p>Das System um das es hier geht, ist ein System, von dem wir sehr wenig wissen, was sie mit uns machen (diese Firmen oder die Sicherheitsbeh\u00f8rden), dass wir aber zum leben, immer staerker brauchen [\u2026]<\/p><\/blockquote>\n<p>Er hat Recht. Sensoren im Auto, die Unfaelle verhindern. Sensoren im Haus, die schauen, ob der gebrechliche Mensch vllt. Hilfe ben\u00f8tigt. Sensoren in der Uhr, die bei Diabetikern permanent den Blutzucker ueberwachen. Etc. pp. Das ist die wirklich tolle Zukunft, von der ich weiter oben sprach.<br \/>\nIch gehe jetzt nicht (wieder) darauf ein, was damit alles noch gemacht werden wird. Aber worauf ich eingehen m\u00f8chte ist das Folgende: auch wenn es stimmt, dass wir dieses &#8222;System&#8220; immer mehr zum leben brauchen, so sind davon die Scheinargumente (das sind die, die am lautesten Vorgebracht werden) zu trennen.<br \/>\nMan kann bspw. sehr wohl ohne &#8222;soziale Netzwerke&#8220; kommunizieren und in Kontakt bleiben. Noch gibt es die Kneipe um die Ecke. Und wenn der Gespraechspartner weiter weg wohnt, dann kann man auch mal einen Brief schicken, anrufen, oder gar zum Besuch hinfahren. Mir pers\u00f8nlich stellt sich da auch die Frage, wie viel eine Freundschaft wert ist, bei der die Beteiligten es nur schaffen, die zu erhalten, wenn ein (oder zwei) ganz definierte &#8222;Werkzeuge&#8220; benutzt werden. Keine weiteren Beispiele an dieser Stelle, weil ich ja eigtl. nur die Stichpunkte schreiben will.<\/p>\n<p><em>Nachtrag 20.04.2014<\/em><\/p>\n<p>Hier h\u00f8rte ich dann im September auf zu schreiben und nach so langer Zeit habe ich den Faden verloren. Aber wie es oben schon steht, dass Wesentliche sagte ich bereits mehrfach.<\/p>\n<p>Evgeny Morozov <a title=\"faz.net - The Price of Hypocrisy\" href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/debatten\/ueberwachung\/information-consumerism-the-price-of-hypocrisy-12292374.html\" target=\"_blank\">schrieb im Zusammenhang mit den von Edward Snowden befreiten Dokumenten<\/a> so aehnliche wie ich:<\/p>\n<blockquote><p>[\u2026] the idea that digitization has ushered in a new world, where the good old rules of realpolitik no longer apply, has proved to be bunk. <strong>There\u2019s no separate realm that gives rise to a new brand of \u201cdigital\u201d power; it\u2019s one world, one power<\/strong>, with America at the helm.<\/p><\/blockquote>\n<p>Von mir zum Abschluss nur noch so viel:<\/p>\n<p><strong>Seid ungehorsam im Digitalen!<\/strong> (Und nicht nur dort.)<br \/>\nVerschluesselt alle Mails! Auch wenn es sich dabei nur um Kochrezepte handelt, die ihr eurer Mutti schickt.<br \/>\nWeigert euch ICQ zu benutzen! Nutzt nicht Spotify und google <a title=\"Anonyme Suche\" href=\"http:\/\/www.soeren-in-norwegen.net\/blog\/2012\/12\/anonyme-suche\/\" target=\"_blank\">nur wenn absolut n\u00f8tig<\/a>.<br \/>\nVersucht wieder <a title=\"That\u2019s not my department\" href=\"http:\/\/www.soeren-in-norwegen.net\/blog\/2013\/06\/thats-not-my-department\/\" target=\"_blank\">ein muendiger Buerger<\/a> zu werden! Benutzt freie Software. Bei Fragen stehe ich gern zur Verfuegung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den vorherigen vier Teilen habe ich mich ueber das Folgende ausgelassen 1.: Dass wir (als Einzelne und als Gesellschaft) die ganz konkrete Gefahr, der durch Edward Snowden bekannt geworden, permanenten, staatlichen Ueberwachung nicht begreifen. Mglw. gar nicht begreifen k\u00f8nnen, darob deren Ungeheuerlichkeit und weitreichenden Konsequenzen. 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