{"id":12287,"date":"2022-12-03T13:37:02","date_gmt":"2022-12-03T11:37:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.soeren-in-norwegen.net\/blog\/?p=12287"},"modified":"2022-10-04T19:52:19","modified_gmt":"2022-10-04T17:52:19","slug":"bzgl-des-unsinns-dass-leibliche-kinder-einen-teil-der-eltern-weitertragen-teil-2-absprechen-von-autonomie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.soeren-in-norwegen.net\/blog\/2022\/12\/bzgl-des-unsinns-dass-leibliche-kinder-einen-teil-der-eltern-weitertragen-teil-2-absprechen-von-autonomie\/","title":{"rendered":"Bzgl. des Unsinns, dass leibliche Kinder einen Teil der Eltern weitertragen &#8211; Teil 2: Absprechen von Autonomie"},"content":{"rendered":"<p>Die Absolutheit der eigenen Sterblichkeit ist ein ganz furchterregendes Thema, dem man sich nicht wirklich naehern kann. Die allermeisten Leute beschaeftigen sich damit entweder gar nicht oder nur mittels Hilfe religi\u00f8ser Argumente.<\/p>\n<p>Eine weitere Reaktion bzgl. der Absolutheit dessen was unendlich mal weniger als Nichts ist, so viel weniger, dass wir dafuer nicht mal einen Begriff haben, denn das waere ja schon etwas, besteht darin, etwas &#8222;Bleibendes&#8220; zu schaffen. Das ist das, was ganz grosze Kunst ganz grosz macht. Man fuehlt das Kaempfen der Kunstschaffenden gegen die Absolutheit des Todes in <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Gustav_Vigeland\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gustav Vigelands<\/a> Skulpturen, den Bildern von <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Vincent_van_Gogh\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Vincent van Gogh<\/a> oder <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Pieter_Bruegel_the_Elder\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pieter Bruegel (der Aeltere)<\/a>, den Buechern von <a href=\"http:\/\/www.soeren-in-norwegen.net\/blog\/?p=12296\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kurt Vonnegut<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.soeren-in-norwegen.net\/blog\/?s=triptychon\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hannah Arendt, Karl Marx<\/a> etc. pp., der Musik von Beethoven, Bach oder auch <a href=\"https:\/\/youtu.be\/5ab7tIZNplM\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Jean Michel Jarre<\/a> und nicht zuletzt in Videospielen wie bspw. (und mir sehr am Herzen liegend) <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Hellblade%3A_Senua's_Sacrifice\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hellblade: Senua&#8217;s Sacrifice<\/a>.<br \/>\nEs ist also ein natuerliches und sehr menschliches Verlangen etwas Bleibendes zu hinterlassen, was die &#8222;Essenz&#8220; des Selbst ausdrueckt.<\/p>\n<p>Die meisten Leute k\u00f8nnen keine Kunst schaffen \u2026 das gilt aber nicht fuer Kinder.<br \/>\nWeiterhin ist es so, dass egal von wem geschaffene, Produkte immer auch einen &#8222;Teil&#8220; der Person enthalten (wenigstens die Lebenszeit die es brauchte um das Produkt zu erschaffen). Das gilt fuer den liebevoll gebackenen Kuchen, das gebaute Haus, der Programmcode und nicht zuletzt so ziemlich jeder Weblog. Nicht alles ist Kunst, nicht alles ist Bleibend und nur das Allerwenigste drueckt auch die Essenz des Selbst aus \u2026 aber es ist immer ein Teil der Person in dem Geschaffenen.<\/p>\n<p>Nun ist es scheinbar (!) naheliegend, dieses Prinzip auf das &#8222;Produkt der Lenden&#8220; \u2026 ich bitte diesen Ausdruck zu entschuldigen, dieser ist aber allgemein bekannt (und gebraucht) und passt genau in das was ich hier eigentlich sagen will \u2026 zu erweitern \u2026 insb. auch deswegen, weil dieses die Haelfte der Gene der oder des &#8222;Erschaffenden&#8220; enthaelt. Wobei Letzteres natuerlich ein sehr neues Konzept ist und ich komme darauf an anderer Stelle nochmal zurueck.<\/p>\n<p>Und eben darin liegt das Problem \u2026 meine, von mir geschaffenen Produkte enthalten einen Teil von mir, denn ansonsten waere das ja nicht von mir geschaffen \u2026 wenn meine Enkel den Kuchen von wem anders essen kuemmert mich das ja nicht, bzw. nur in so fern, dass der besser schmecken k\u00f8nnte als meine Kuchen und damit wer anders mehr geschaetzt wird als ich \u2026 Mist \u2026 ich schaffe es nicht besser auszudruecken was ich meine, aber ihr, meine lieben Leserinnen und Leser, ahnt vielleicht worauf ich hinaus will.<\/p>\n<p>Wieauchimmer, ein Kind erlebe ich aber als Mensch und wenn ein Mensch einen Teil von mir enthaelt, dann muss das ja wie ich sein, denn ansonsten waere das ja nicht von mir.<br \/>\nDAS spricht dem Kind aber sowohl Autonomie und eine eigene Pers\u00f8nlichkeit ab. Ersteres deswegen weil es meinem Willen unterliegen muss (denn ich habe Macht ueber meine Produkte), Letzteres weil es ja &#8222;meine Essenz&#8220; enthaelt und die kann ja nix Anderes sein als ich selber.<br \/>\nDiese Uebertragung ist natuerlich groszer Unsinn \u2026 und sicherlich einer der zugrundeliegenden Mechanismen der Probleme zwischen Eltern und Kindern. Dass es eine all zu menschliche Herangehensweise ist, aendert nichts daran, dass es Unsinn ist.<\/p>\n<p>Puuuuuuuuh \u2026 verwirrend, ich bin immer noch dabei mich in meinen Gedanken bzgl. dieser Fragestellung voran zu tasten. Das erkennt man daran, dass ich mit Beispielen (anstatt Verallgemeinerungen) arbeite und so manches mehrfach sage. Aber ich hoffe, dass am Ende dieser Miniserie alles etwas deutlicher wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Absolutheit der eigenen Sterblichkeit ist ein ganz furchterregendes Thema, dem man sich nicht wirklich naehern kann. 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