{"id":11679,"date":"2022-05-29T13:37:18","date_gmt":"2022-05-29T11:37:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.soeren-in-norwegen.net\/blog\/?p=11679"},"modified":"2022-01-17T17:30:54","modified_gmt":"2022-01-17T15:30:54","slug":"mehr-gegen-die-dumme-volksweisheit-schlussfolgerungen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.soeren-in-norwegen.net\/blog\/2022\/05\/mehr-gegen-die-dumme-volksweisheit-schlussfolgerungen\/","title":{"rendered":"Mehr gegen die dumme &#8222;Volksweisheit&#8220; \u2026 (Schlussfolgerungen)"},"content":{"rendered":"<p>\u2026 dass moderater Alkoholkonsum gut fuer einen ist.<\/p>\n<p>Ich habe in den vorherigen Beitraegen in dieser Reihe viel aus der <a href=\"https:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/10.1111\/add.12104\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(Literatur)Anaylse<\/a> von Hans Olav Fekj\u00e6r in <em>Addiction<\/em> <strong>108<\/strong> (12), pp. 2051&#8211;2057, 2013 zitiert, weil alle dort dargestellten Sachverhalte so sch\u00f8n den Selbstkorrekturmechanismus der Wissenschaft darstellen. Die gesamte &#8222;Geschichte&#8220; geht im Allgemeinen ungefaeher so.<\/p>\n<p>Eine Beobachtung (in diesem Falle besagte &#8222;Volksweisheit&#8220;) wird gemacht und sehr, sehr oft in vielen unabhaengigen Faellen (scheinbar) bestaetigt.<br \/>\nDiese Studien sind mal mehr, mal weniger gut und die weniger Guten fallen erstmal nicht auf. Bzw. wird den Schwaechen frueherer Studien damit begegnet, indem in neueren Studien immer mehr St\u00f8rfaktoren in Betrachtung gezogen und &#8222;herausgerechnet&#8220; werden.<br \/>\nUeber viele Jahre scheint sich scheinbar ein bestimmtes &#8222;Bild&#8220; einzustellen \u2026 aber dann schaut sich eine neue Generation von Forschern dieses &#8222;Bild&#8220; mal mit gr\u00f8szerem Abstand an und sieht die Ungereimtheiten.<br \/>\nHierbei kann man im Allgemeinen nicht einmal die frueheren Forscher beschuldigen etwas falsch gemacht zu haben. Besagte Ungereimtheiten fallen naemlich nur auf, wenn man alles zusammen, und nicht einzeln (oder begrenzt auf bestimmte Arbeitsgebiete) betrachtet. Das konnten fruehere Forscher aber nicht machen, aus dem einfachen Grund, weil &#8222;alles&#8220; ja noch gar nicht da und das &#8222;Bild&#8220; erst am Entstehen war.<\/p>\n<p>Fekj\u00e6r raeumt nun durchaus ein, dass \u2026<\/p>\n<blockquote><p><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">[t]here is solid evidence that light or moderate drinkers <\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">have a reduced risk of several diseases <\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">which are influ<\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">enced by life-style factors. <\/span><\/p><\/blockquote>\n<p>Kommt aber nach Blick auf das &#8222;Gesamtbild&#8220; auch zum Schluss \u2026<\/p>\n<blockquote><p><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">[w]hether or not the lower risk is <\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">due to alcohol is a more complicated issue.<\/span><br role=\"presentation\" \/><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Taken together, the existing evidence does not seem to <\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">meet the criteria for inferring causality [\u2026].<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p>Ganz konkret (als Zusammenfassung dessen was ich in vorherigen Artikeln ansprach):<\/p>\n<blockquote><p>[f]<span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">or almost all the diseases, we do not know of any <\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">plausible biological mechanism explaining a causal pre<\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">ventive role for alcohol. In theory there might be a <\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">common, as-yet undiscovered mechanism, but the diverse<\/span> <span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">nature of the diseases makes it unlikely. Another criterion <\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">for causality which is almost completely lacking is the <\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">biological gradient, or dose\u2013response relationship.<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p>und zum Ende kann sich Fekj\u00e6r ein abschlieszendes Kommentar bzgl. Beobachtungsstudien nicht verkneifen (Hervorhebung von mir):<\/p>\n<blockquote><p><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">Some recent studies attempt to overcome <\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">the problem by including more confounders than previ<\/span><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">ously [\u2026]. <strong>Like others before them, the authors seem to <\/strong><\/span><strong><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">be confident that all relevant confounders have been <\/span><\/strong><strong><span dir=\"ltr\" role=\"presentation\">taken into account.<\/span><\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>*lacht*<\/p>\n<p>Dies soll es abschlieszend dazu sein.<\/p>\n<p>Der andere Weg der Selbstkorrektur in der Wissenschaft ist die Anwendung neuer, besserer Methoden. Eine derartige neue Methode wurde bzgl. dieses spezifischen Themas, und weiter beschraenkt auf Herz- und Kreislauferkrankungen, von Holmes, M. V. <em>et al.<\/em> angewandt und im (ebenso detailliert besprochenen) dazugeh\u00f8rigen <a href=\"https:\/\/www.bmj.com\/content\/349\/bmj.g4164\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel<\/a> in <em>BMJ<\/em>, 2014; 349:g4164 vorgestellt.<br \/>\nDieser Weg ist auch voll spannend und oft eindeutiger bzgl. der Schlussfolgerungen. Aber da beide Methoden in diesem konkreten Fall zum selben Ergebniss fuehren, gehe ich darauf nicht nochmal gesondert ein.<\/p>\n<p>Tja, und das war&#8217;s dann mit dieser Miniserie. Ich hoffe, dass ihr, meine lieben Leserinnen und Leser, aehnlich viel Freude daran hattet wie ich beim Lesen und (zumindest teilweise) Verstehen der Artikel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u2026 dass moderater Alkoholkonsum gut fuer einen ist. 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